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Der Sokratische Weg: Gesprächsführung statt Streit – Vortrag auf der SkepKon 2025 (Video)

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Eine Anleitung zum erfolgreichen Debattenführen stellte der Sokratischer Weg auf der SkepKon 2025 vor, mit Workshops und einem Vortrag von Janosch Rydzy.

Auch in diesem Jahr ist die Initiative wieder auf der SkepKon vertreten. Das Video vom Vortrag aus dem letzten Jahr gibt es jetzt auf dem GWUP-YT-Kanal:

Wie führt man gute Gespräche mit Menschen, die sehr überzeugt sind? Janosch Rydzy stellt den Sokratischen Weg vor – eine respektvolle Gesprächsmethode, die nicht auf Streit oder Überreden setzt, sondern auf Fragen, aktives Zuhören und gemeinsames Verstehen. Im Mittelpunkt steht nicht die schnelle Widerlegung, sondern die Untersuchung der Gründe und Methoden hinter einer Überzeugung.

Der Vortrag erklärt die Grundidee des Sokratischen Wegs, zeigt typische Gesprächsschritte und demonstriert anhand von Beispielen aus der Praxis, wie daraus konstruktive und oft überraschend offene Gespräche entstehen können. Außerdem gibt es einen kurzen Blick auf die wissenschaftliche Evidenz und darauf, wo man die Methode selbst üben kann.

Warum Argumente scheitern – und Fragen gewinnen | GWUP

Inhalt:

  • Epistemische Bescheidenheit [ab 0:00 min]
  • Probleme bei Diskussionen [ab 2:40 min]
  • Konzept des SW [ab 5:10 min]
  • Konkrete Techniken [ab 6:50 min]
  • Woher kommt die Street Epistemology? [ab 9:10 min]
  • Ablauf [ab 10:20 min]
  • Videozusammenschnitt [ab 12:40 min]
  • Evidenz, dass es funktioniert. [ab 18:50 min]

Das nächste SkepKon-Video erscheint am 21. April.

Zum Thema:

  • Video: Sokratischer Weg Review | Petra: „Homöopathie kann auch Krebs heilen“, Sokratischer Weg vom 24.04.2022
  • Homepage: Sokratischer Weg

  • Artikel: 10 Mythen über Psychotherapie – SkepKon-Vortrag von Robert Mestel als Video, GWUP-Blog vom 27.03.2026
  • Artikel: SkepKon-Video: Wie ein Leserbrief Erich Eder in den Rechtsstreit mit Grander führte, GWUP-Blog vom 12.03.2025
  • Artikel: SkepKon 2025: „Neues vom Barnum-Effekt“ mit Christoph Bördlein (Video), GWUP-Blog vom 23.02.2026
  • Artikel: SkepKon-Video: Christian Zeller zur Frage „Gibt es Rassismus gegen Weiße?“, GWUP-Blog vom 10.02.2026
  • Artikel: Steuert die Weltbevölkerung auf den Kollaps zu? Amardeo Sarmas SkepKon-Vortrag jetzt als Video, GWUP-Blog vom 26.01.2026
  • Artikel: SkepKon-Vortrag von Leif Inselmann: Anunnaki, Planet Nibiru und der Mythos um die ‚Astronautengötter‘ – von Pseudoarchäologie bis hin zu Verschwörungserzählungen, GWUP-Blog vom 13.01.2026
  • Artikel: Video zu SkepKon-Vortrag: Pseudomedizin im Praxisalltag – Janos Hegedüs analysiert Heilpraktiker-Angebote, GWUP-Blog vom 30.12.2025
  • Artikel: SkepKon-Video: Verschwörungsdenken verstehen – Vortrag von Alexander Wolber, GWUP-Blog vom 15.12.2025
  • Artikel: Neu von der SkepKon 2025: Vortrag von Ilse Jacobsen zum biologischen Geschlecht – jetzt als Video, GWUP-Blog vom 01.12.2025
  • Artikel: Video zur SkepKon 2025: Ein skeptischer Blick auf die Finanzwelt – Panel mit Gerd Kommer und Holger Kreymeier, GWUP-Blog vom 18.11.2025
  • Artikel: Dr. Gerd Kommer auf der SkepKon 2025: Warum Finanzjournalismus oft zur „Finanzpornografie“ wird, GWUP-Blog vom 03.11.2025
  • Artikel: SkepKon-Video #6: Ganz natürlich und ohne Chemie? – Prof. Dr. Sascha Skorupka entlarvt die Mythen alternativer Reinigungsmittel, GWUP-Blog vom 20.10.2025
  • Artikel: Video #5 der SkepKon 2025 mit Ali Hackalife: „Hack me if you can! – Betrug entdecken und verstehen“, GWUP-Blog vom 06.10.2025
  • Artikel: SkepKon-Video Nr. 4: Cornelius Courts entkräftet den Mythos vom DNA-Geruchssinn bei Hunden, GWUP-Blog vom 22.09.2025
  • Artikel: SkepKon-Video #3: „Der pathologisierte Andere: Trump und seine Wählerschaft“ von Prof. Dr. Claudia Franziska Brühwiler, GWUP-Blog vom 08.09.2025
  • Artikel: Zweites SkepKon-Video: Panel „Dialog oder Distanz – Mit wem sollten Skeptiker sprechen?“ zu Varnans Auftritt bei Jasmin Kosubek, GWUP-Blog vom 25.08.2025
  • Artikel: Es geht los: Das erste Video der SkepKon 2025 ist online! – Panel-Diskussion „Hexenjagd 2.0“ mit Marie-Luise Vollbrecht, GWUP-Blog vom 11.08.2025

Hinweis:

  • Falls ihr Ideen, Anregungen oder Empfehlungen habt bzw. selbst ein Gastkapitel für den GWUP-Blog schreiben möchtet, kontaktiert uns unter: blog@gwup.org.
  • Wenn ihr noch nicht im Skeptischen Netzwerk angemeldet seid, möchten wir euch herzlich dazu einladen. Dort finden GWUP-Mitglieder und Interessierte eine Plattform für Diskussionen und Austausch rund um skeptische Themen:

3 Kommentare

  1. Für den Vortragenden ist die sokratische Methode eine »Methode zum Erkenntnisgewinn«. Ich fürchte, genau das ist sie nicht. Regina Bruder von der TU Darmstadt hat diese Methode einmal mit der Ostereiersuche verglichen: Der Lehrer versteckt die Eier und der Schüler soll sie finden. Es handelt sich also um eine von ihr wenig geschätzte Methode der Pädagogik und nicht um eine der Epistemologie. Pädagogik geht nicht ohne Zwang ab, meint Immanuel Kant. Das klingt auch nicht gut, zeigt aber das Grundproblem. Es ist eines der Skeptikerbewegung.

    Von Street Epistemology hörte ich erstmals durch den Vortrag „Auf welche Art sollte man Menschen überzeugen?“ Das Gefälle ist offensichtlich: Hier erklärt ein Wahrheitsbesitzer, wie er mit Leuten umzugehen gedenkt, die er für der Wahrheit bedürftig hält. Es geht ums Überreden und Manipulieren und nicht vorrangig darum, dass auch der Lehrer etwas lernt.

    Peter Boghossian veröffentlichte 2013 sein Buch „A Manual for Creating Atheists“. Ziel ist es, dem Addressaten dabei zu helfen, kritisch zu denken und dieses kritische Denken auf die eigenen Überzeugungen anzuwenden und ihn letzten Endes zum Atheisten zu machen. Ich bin nicht überzeugt davon, dass diese Methode für den Erkenntnisgewinn hilfreich ist.

    Im Umgang mit Gläubigen setze ich auf Argumente, natürlich auch auf solche in Frageform, und erwarte nicht, dass diese sofort wirken. Meine Erfahrung ist, dass sich die Adressaten für bereits aufgeklärt und kritisch halten und dass eine Belehrung diesbezüglich nicht weiterhilft.

  2. @Timm Grams

    Ich würde mal wohlwollend davon ausgehen, dass der Skeptiker, der den Sokratischen Weg als Kommunikationsmethode benutzt, fähig ist, von den Argumenten seines Gesprächspartners zu lernen, und seine Position zu korrigieren. Vielleicht bleiben am Ende zwei unversöhnliche Positionen einander gegenüber bestehen, aber immerhin war eine zivilisierte Unterhaltung darüber möglich.

    Es handelt sich dabei ja nicht, um einen platonischen Dialog und selbst dieser endet manchmal aus pädagogischen Gründen in einer Aporie oder lassen die Ausgangsfrage unbeantwortet.

  3. Das mit der Ostereiersuche habe ich fälschlich Regina Bruder zugeschrieben. Ich korrigiere: Elsbeth Stern vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung schreibt:
    Der fragend-entwickelnde Unterricht ist in Deutschland die verbreitetste Form, um Wissen zu vermitteln. Man nennt das übrigens auch Osterhasenpädagogik, weil der Lehrer die Eier, das Wissen, versteckt, das von den Schülern gefunden werden soll.

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