Die Homöopathiestudie von Michael Frass wurde bekanntermaßen vor einigen Monaten zurückgezogen.
In einem Gastbeitrag auf Wissenschaftskommunikation.de analysiert Udo Endruscheit nun die Kommunikation rund um diese Retraction:
Werden Mängel an einer Studie festgestellt, ziehen Journale sie zurück – ein etablierter Vorgang in der Wissenschaft. Doch oft fehlt eine nachvollziehbare Begründung, mahnt Gastautor Udo Endruscheit. So entsteht Raum für Spekulationen.
Der Oncologist blieb in diesem Fall nämlich sehr vage:
Das Journal erklärte lediglich, das Editorial Board habe „das Vertrauen in die Ergebnisse und Schlussfolgerungen der Arbeit verloren“. Eine nähere Begründung fehlte.
Was natürlich Probleme nach sich zieht:
Im Fall der Studie von Michael Frass wurde die kommunikative Lücke schnell sichtbar. Der Studienautor selbst verbreitete eigene Erklärungen für die Entscheidung des Journals und bot alternative Deutungen des Rückzugs seiner Studie an, bis hin zu dessen offener Relativierung.
Generell ist das ein Problem:
Wenn schließlich die Bekanntgabe des Zurückziehens keine konkreten Gründe nennt, entsteht eine besondere Form institutioneller Mehrdeutigkeit: Die Studie gilt zwar nicht mehr als Teil des wissenschaftlichen Literaturbestandes, jedoch ohne, dass für die wissenschaftliche Gemeinschaft deutlich wird, warum. Wo Journale selbst keine klare Einordnung liefern, entstehen konkurrierende Narrative darüber, was der Vorgang bedeutet – und was nicht.
Zum Volltext.
Zum Thema:
- Artikel: Udo Endruscheit bei Wissenschaftskommunikation.de: Wie Pseudowissenschaften die „semantische Lücke“ zwischen Wissenschaft und Medien für sich nutzen, GWUP-Blog vom 28.11.2025
- Artikel: Nach Jahren der Kritik: „The Oncologist“ zieht die Homöopathie-Studie von Michael Frass offiziell zurück!, GWUP-Blog vom 26.11.2025
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