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Wissenschaftsfreiheit in den USA: WDR-Podcast über politischen Druck auf Universitäten

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Nach unserem Beitrag zum Academic Freedom Index hat uns ein Leser auf eine Podcastfolge hingewiesen, die thematisch daran anschließt.

Im Podcast Dok 5 – Das Feature vom WDR gab es vor ca. 2 Wochen eine Folge zur Lage der Wissenschaftsfreiheit in den USA.

Aus den Shownotes:

Im Jahr 2025 streicht die Regierung unter Trump den Universitäten Columbia und Harvard Fördermittel in Milliardenhöhe. Die offizielle Begründung lautet: Die Hochschulen hätten nicht genug gegen die Belästigung jüdischer Studierender unternommen. Columbia-Professor Michael Thaddeus sieht darin eine politische Agenda: Debatten über den Nahen Osten sollen Israel gegenüber weniger kritisch sein. Und das sei nur der Anfang: Auch Themen wie Geschlechtervielfalt, soziale Ungleichheit, Klimawandel oder Impfstoffe sollen künftig nur noch im Sinne der Regierung behandelt werden. Dok-5-Autor Egon Koch fragt: Wie frei ist die Wissenschaft in den USA heute? Und: Wie wehren sich die Universitäten?

Inhalt:

  • Hinführung zum Thema: Trumps Angriffe auf US-Universitäten [ab 0:00 min]
  • Proteste an der Columbia University [ab 1:40 min]
  • Einfluss der US-Regierung auf die Universitäten [ab 13:20 min]
  • Harvard University: finanzielle Kürzungen [ab 25:40 min]
  • DEI: Martin Puchner zu den identitätspolitischen Problemen [ab 34:00 min]
  • Gregory Washington fordert Trump heraus [ab 37:30 min]
  • Klima der Zensur und Überwachung an den US-Universitäten [ab 43:00 min]

Zur Folge.

Zum Thema:

  • Artikel: Academic Freedom Index: Wissenschaftsfreiheit weltweit unter Druck, GWUP-Blog vom 26.03.2026
  • Artikel: Amardeo Sarma beim hpd: „Wissenschaftsfreiheit: Lehren aus Harvard für Deutschland“, GWUP-Blog vom 10.06.2025
  • Artikel: BMBF und Allianz der Wissenschaftsorganisationen mit einer gemeinsamen Erklärung für Wissenschaftsfreiheit, GWUP-Blog vom 04.04.2025

Hinweis:

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3 Kommentare

  1. Vorher, unter Biden, geriet der ein oder andere Proffesor unter „Druck“ und wurde gechasst, halt nur von der Gegenseite, die heute unter Druck geraten. Insofern – das Pendel schlägt zurück.

    Vgl. z. B. Carole Hooven https://www.nzz.ch/feuilleton/harvard-warum-evolutionsbiologin-carole-hooven-die-uni-verliess-ld.1777481

    Und was Harvard betrifft, die pflegt diverse Beziehungen zu Katar, vgl. z. B. hier: https://www.mena-watch.com/wie-gross-ist-der-finanzielle-einfluss-der-muslimbruderschaft-auf-harvard-yale-co-teil-1/

    Also sollen die bitte nicht so die Unschuld vom Lande spielen.

  2. Harvard hat sich bezüglich der Rede- und Meinungsfreiheit über viele Jahre hinweg ausgesprochen negativ entwickelt. Das Problem ist seit Jahren bekannt und hat sehr wenig mit Trump zu tun. An vielen anderen der sogenannten „Elite-Unis“ sieht es ähnlich aus.

    Hier ein aktueller Bericht von FIRE aus dem Jahr 2025: https://www.fire.org/research-learn/2025-spotlight-harvard-university. Der Fall Hooven ist leider nur die prominente Spitze des Eisberges.

    Steven Pinker (Harvard) vermittelt Einblicke und Hintergründe: https://reason.com/podcast/2024/03/27/steven-pinker-what-went-wrong-at-harvard/

  3. Die Probleme für Harward und andere US-amerikanische Eliteunis lassen sich auf den Druck der Regierung Trump zurückführen, aber sie sind zum guten Teil auch hausgemacht.

    1) Ich erinnere an den Fall Claudine Gay. Eine mittelmäßige Wissenschaftlerin, die zu keinem Zeitpunkt ihres akademischen Wirkens der Definition von „Exzellenz“ entsprochen hat (u.a weil sie plagiierte), wurde zur Präsidentin der Harvad Universität gewählt. Aus dem mutmaßlich einzigen Grund, weil sie der Definition von DEI (Diversity, Equity, Inclusion) entsprach. Nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel 2023 war sie offensichtlich in ihrem Amt überfordert und hat es versäumt, sowohl den Terrorangriff als auch die antisemitischen Proteste an der Uni genügend zu verurteilen.

    2) Der Evolutionsbiologe Jerry Coyne hat auf seinem Blog mehrfach kritisiert, dass viele der Eliteuniverstitäten, die ins Visier der Regierung Trump geraten sind, keine festgeschriebene institutionelle Neutralitätspolitik festgeschrieben haben, wie sie z.B. an der Universität von Chicago herrscht (der sog. Kalven Report https://en.wikipedia.org/wiki/Kalven_Report). Soweit mir bekannt ist, ist die U o C, die generell als liberal angesehen wird, bisher nicht von Trump angegangen worden. Sie muss also einiges richtig gemacht haben im Gegensatz zu Harvard und Co.

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