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Academic Freedom Index: Wissenschaftsfreiheit weltweit unter Druck

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Der Academic Freedom Index (Update 2026) ist herausgekommen. Er wirft jährlich einen weltweiten Blick auf den Zustand der Wissenschaftsfreiheit und zeigt, wie sich die Situation in einzelnen Ländern entwickelt.

Die Conclusion des Berichts beginnt mit den Worten:

This year’s report demonstrates that academic freedom continues to deteriorate in more countries than those where it is improving. Between 2015 and 2025, academic freedom declined in 50 countries, whereas only 9 countries experienced improvements.

In einer Weltkartenansicht kann man sich die Werte für jedes Land ansehen und mit dem Stand von 2015 vergleichen.

Beim BR gibt’s dazu einen Artikel:

Als erstes denkt man dabei natürlich an die USA:

Die sind in dem Ranking seit dem zweiten Amtsantritt von Donald Trump massiv abgerutscht und gehören nun zu den unteren 30 bis 40 Prozent der Länder, sagt Lars Lott. Er ist Politikwissenschaftler an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen Nürnberg, die federführend an dieser Auswertung beteiligt ist. „Wir sehen in unseren Daten ganz klar, dass die Wissenschaftsfreiheit, insbesondere auch die institutionelle Autonomie der Hochschulen, mit dem Machtantritt Trumps und den Maßnahmen der Bundesregierung dramatisch abgestützt ist.“

Und wie sieht es in Deutschland aus?

Hier gehört man zwar noch der Spitzengruppe der oberen 20 Prozent an. Zu den Top Ten zählt man aber seit letztem Jahr nicht mehr. Die Forscher verzeichnen für die Bundesrepublik insgesamt einen leichten Rückgang.

Ein Grund dafür: Universitäten geraten häufiger unter politischen oder gesellschaftlichen Druck.

So würden Universitäten immer häufiger von außen unter Druck gesetzt, etwa wenn gefordert werde, dass „bestimmte Veranstaltungen, beispielsweise im Kontext des Themenkomplexes Gaza-Krieg abgesagt werden“.

Hinzu kommen strukturelle Probleme im Wissenschaftssystem:

Außerdem führe der befristete Status vieler Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Universitäten dazu, dass sie weniger frei forschen könnten, „als es der Fall wäre, wenn sie eine Dauerperspektive hätten“. Denn wer darum bangt, dass sein Vertrag verlängert wird, der äußert sich vielleicht seltener kritisch als ein festangestellter Mitarbeiter.

Es gibt aber auch positive Entwicklungen. In einigen Ländern verbessert sich die Lage wieder:

Trotzdem sieht der Politikwissenschafter Lars Lott durchaus positive Effekte. „Wir sehen in Polen oder auch Brasilien, dort, wo radikal rechte Populisten abgewählt werden, dass die Wissenschaftsfreiheit sich erholen kann.“

Zum ganzen Artikel!

Zum Thema:

  • Artikel: Wissenschaftsfreiheit in Deutschland leidet, Spiegel vom 13.03.2025
  • Artikel: Wissenschaftler verlassen die USA – Deutschland profitiert, BR vom 22.12.2025
  • Artikel: Amardeo Sarma beim hpd: „Wissenschaftsfreiheit: Lehren aus Harvard für Deutschland“, GWUP-Blog vom 10.06.2025
  • Artikel: BMBF und Allianz der Wissenschaftsorganisationen mit einer gemeinsamen Erklärung für Wissenschaftsfreiheit, GWUP-Blog vom 04.04.2025

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