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Immer mehr UFO-Meldungen: CENAP verzeichnet neues Rekordjahr – doch wo bleiben die Außerirdischen?

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Beim Centralen Erforschungsnetz außergewöhnlicher Himmelsphänomene (CENAP) können Bürger ihre Zufallsbeobachtungen am Himmel melden. Die dort ehrenamtlich Tätigen nehmen sich der Fälle an und versuchen, für jedes Phänomen eine rationale Erklärung zu finden.

Seit knapp einem halben Jahr gibt es außerdem eine ähnliche Meldestelle an der Uni Würzburg: IFEX, gegründet unter der Leitung von Prof. Dr. Hakan Kayal. Auch hier geht es darum, ungewöhnliche Himmelserscheinungen sachlich einzuordnen. Gemeldet werden diese allerdings von Piloten.

Die hessenschau berichtet nun von den Zahlen des vergangenen Jahres. Im vergangenen Jahr verzeichnete CENAP neue Höchststände im Vergleich zu den Vorjahren:

Insgesamt zählte Cenap mit Sitz im südhessischen Lützelbach (Odenwald) im vergangenen Jahr 1.348 Sichtungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie vereinzelt aus weiteren Ländern, wie Cenap-Leiter Hansjürgen Köhler mitteilte.

Das sind beinahe 300 mehr als im Jahr davor. Und dabei war 2024 schon ein Rekordjahr.

Aliens oder fliegende Untertassen konnten allerdings auch 2025 nicht ausfindig gemacht werden, sondern

[m]eist handelte es sich um helle Planeten oder Sterne. Auch Satelliten, Raketenstufen oder Weltraumschrott geben immer wieder Rätsel auf. Allein zum Satellitensystem Starlink seien mehr als 120 Sichtungen gemeldet worden. Immer öfter spielten auch Drohnen eine Rolle.

Im Dezember wurde der CENAP-Leiter Hansjürgen Köhler von der Zeit porträtiert.

Darin spricht er über seine Erfahrungen aus einem halben Jahrhundert Himmelsbeobachtung:

Ein Ufo hat Köhler noch nie gesehen, nicht auf Fotos, nicht auf Videos, nicht am Himmel. „Wir sind die Bösen“, sagt Köhler. „Wir haben schon viele Untertassen kaputt gemacht.“

Auf was die Sichtungen meist zurückzuführen sind:

In den allermeisten Fällen ist das Rätsel schnell gelöst, häufig handelt es sich bei den Sichtungen um Himmelskörper (Köhler: „Die Venus nennen wir die Ufo-Queen“), Fluggeräte aller Art, Satelliten, die in der Ufo-Folklore unvermeidbaren Wetterballons. Relativ neu dabei sind Drohnen, oft handelt es sich aber auch um schlichte Reflexionen auf der Kameralinse, neuartige Lasertechnik in der Eventbranche, Scheinwerfer der neuen Disco im Nachbarort.

Und dann ist da noch Elon Musk:

„2020 waren 60 Prozent aller Meldungen Starlink“, sagt Köhler. Musks Unternehmen Space X schießt seine Starlink-Satelliten oft in Gruppen ins All, am Himmel sind dann lange Reihen blinkender Lichter zu sehen, als behängte jemand den Himmel mit Lichterketten. „Wenn da ein Start ansteht und klares Wetter ist, weiß ich: Na, Scheibenkleister, heute wird das Telefon nicht mehr stillstehen.“

Zum Thema:

  • Artikel: Skeptitalk mit Stefan Uttenthaler: „Beweist ein Artikel die Existenz von Alien-Sonden?“, GWUP-Blog vom 10.11.2025
  • Artikel: Gastbeitrag: Ein interstellarer Komet und verzerrte Wissenschaft in der Astrophysik, GWUP-Blog vom 31.07.2025
  • Artikel: Forschung zu UAP: IFEX eröffnet Meldestelle für Sichtungen, GWUP-Blog vom 29.07.2025
  • Artikel: „They should calm down“: Game of drones in den USA – Ufos oder viel Lärm um nichts?, GWUP-Blogvom 12.12.2024
  • Artikel: CENAP: Wie Deutschlands UFO-Meldestelle arbeitet, heise vom 25.10.2024
  • Artikel: Ufo-Studie des Pentagon: gewöhnliche Objekte, falsch identifizierte Programme und Zirkelschlüsse von Gläubigen, GWUP-Blog vom 14.03.2024
  • Artikel: „Zeigt uns einfach das Ufo!“ Interview mit Christian Schiffer zu seinem Buch „Die Wahrheit ist (n)irgendwo da draußen“, GWUP-Blog vom 01.03.2024
  • Artikel: „Wir brauchen Daten“: Interview zum neuen „Ufo-Report“ der US-Navy mit Professor Hakan Kayal, GWUP-Blog vom 26.06.2021
  • Artikel: 2020 – das Jahr der Ufos, GWUP-Blog vom 10.01.2021

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