SkepKon-Video Nr. 4 hat soeben das Licht der Welt erblickt. Diesmal mit Prof. Dr. Cornelius Courts, der sich dem Thema widmet: Dogs will not replace us – Ein Forensischer Molekularbiologe erklärt, warum Hunde keine DNA riechen können.
2018 veröffentlichten die Rechtsmedizin Leipzig und die Polizei Sachsen eine Sensationsentdeckung in einem forensisch-wissenschaftlichen Fachjournal: Mantrailer-Hunde können DNA riechen und anhand des Geruchs Menschen erkennen! Diese Entdeckung hätte Forensische Molekularbiologen, ihre aufwendigen Labore und teuren Maschinen eigentlich überflüssig gemacht. Der begeisterten Pressemeldung folgten zahlreiche Zeitungsschlagzeilen und Medienberichte, das ZDF widmete der Entdeckung sogar einen Platz in seiner Sendung „Terra X – Verräterische Spuren – Die Geschichte der Forensik“.
Einer kritischen Untersuchung hielt der Befund jedoch nicht stand, kritische Kommentare wurden veröffentlicht, das Fachjournal und auch die Pressestelle des Uniklinikums Leipzig ruderten zurück. Inzwischen ist klar, dass Hunde keine DNA riechen können und derlei Befunde bei Gericht keinerlei Beweiswert haben. Die Doktorarbeit, die aus dem Fachartikel entstand, gilt als umstritten, der Verdacht der Manipulation steht im Raum, eine Anzeige wegen wissenschaftlichen Fehlverhaltens wurde erstattet.
Warum Hunde keine DNA riechen können (können), wie der Fachartikel das peer-review überstehen konnte und warum Mantrailer-Hunde als Beweismittel bei Gericht abzulehnen sind, erklärt der forensische Molekularbiologe Cornelius Courts.
Dogs will not replace us | Prof. Dr. Cornelius Courts | GWUP
Inhalt:
- Einleitung [ab 0:00 min]
- Definition: Forensische Molekularbiologie [ab 1:00 min]
- Besagte Publikation übersteht das Peer Review. [ab 2:20 min]
- Pressereaktionen [ab 5:50 min]
- Kritik an der Studie [ab 7:00 min]
- Kritik an der Datenauswertung [ab 12:00 min]
- Wie konnte das passieren? [ab 12:50 min]
- Auswirkungen, Nachspiel und Zurückrudern [ab 14:30 min]
- Fazit [ab 19:00 min]
In 2 Wochen geht es mit dem nächsten SkepKon-Video weiter.
Zum Thema:
- Artikel: SkepKon-Video #3: „Der pathologisierte Andere: Trump und seine Wählerschaft“ von Prof. Dr. Claudia Franziska Brühwiler, GWUP-Blog vom 08.09.2025
- Artikel: Zweites SkepKon-Video: Panel „Dialog oder Distanz – Mit wem sollten Skeptiker sprechen?“ zu Varnans Auftritt bei Jasmin Kosubek, GWUP-Blog vom 25.08.2025
- Artikel: Es geht los: Das erste Video der SkepKon 2025 ist online! – Panel-Diskussion „Hexenjagd 2.0“ mit Marie-Luise Vollbrecht, GWUP-Blog vom 11.08.2025
- Artikel: Gibt es den perfekten Mord? – Cornelius Courts bei imps Podcast Skeptrum, GWUP-Blog vom 24.07.2025
- Artikel: Cornelius Courts über Forensische Molekularbiologie bei den SitP Wien, GWUP-Blog vom 19.03.2025
- Video: Cornelius Courts • C.S.I.rrtum–Moderne Mythen über forensische Wissenschaft treffen auf Wirklichkeit, Kortizes vom 10.04.2024
- Video: Cancel Culture in der GWUP! Im Gespräch mit Cornelius Courts, Skeptische Gesellschaft vom 26.02.2024
- Cornelius‘ Blog: BlooD’N’Acid
Hinweis:
- Falls ihr Ideen, Anregungen oder Empfehlungen habt bzw. selbst ein Gastkapitel für den GWUP-Blog schreiben möchtet, kontaktiert uns unter: blog@gwup.org.
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6. Oktober 2025 um 22:28
Aufklärung wirkt „ POLIZEIHUNDE
Umstrittene Suchhunde: Sachsen stellt „Mantrailer“-Programm ein
01. Oktober 2025,
Sie sollten ein PR-Coup für die Sächsische Polizei sein. Nun hat Sachsen hat das Programm zur Ausbildung sogenannter „Mantrailer“-Hunde klammheimlich eingestellt. Die Hunde werden nicht mehr für Ermittlungen im Strafverfahren eingesetzt. Die Uni Leipzig prüft eine Untersuchung der Doktorarbeit des verantwortlichen Polizeidirektors. Nach 15 Jahren stellt sich damit die Frage: Wurde womöglich gegen Unschuldige ermittelt? “.
https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/dresden/mantrailer-programm-eingestellt-100.html
17. Oktober 2025 um 15:49
Aus dem mdr Artikel: Strafverteidiger Boine bremst die Erwartungen: „Die Konstellation, dass sich im Nachhinein ein Beweismittel als völlig untauglich erweist, ist in der Strafprozessordnung so nicht vorgesehen. Und so dürften Fälle, in denen die Mantrailer als Beweisverfahren eingebracht wurden, geschlossen bleiben.“ “
Das klingt für mich als juristischen Laien unglaubwürdig.
Dr Google“Eine Wiederaufnahme ist demnach zulässig, wenn neue Tatsachen oder Beweismittel beigebracht werden, die zu einem Freispruch oder zu einer geringeren Bestrafung auf Grund eines milderen Straftatbestands führen können.“
Jede neue Tatsache oder Beweismittel, die zu einem Freispruch führen könnte, sollte zu einer Wiederaufnahme eines Verfahrens führen können. Auch ein neues Gutachten, das ein bisheriges Gutachten widerlegt. Oder sind Gutachten jurisitsch gesehen keine Beweismittel?
19. Oktober 2025 um 12:49
In welchen Fällen haben die Mantrailer denn ein Beweis geliefert? Sie hätten, wenn sie den DNA riechen und unterscheiden könnten, maximal einen Hinweis geben können, der durch einen Vergleich mit den üblichen Methoden bestätigt oder verworfen worden wäre.
Boine in dem gleichen Artikel: „Man konnte diese Einsätze überhaupt nur durchführen, wenn man einen Verdächtigen hatte, eine Geruchsprobe abnehmen konnte und mit dieser Geruchsprobe hat man den Hund dann zu dem Tatort geführt und hat ihn scheinbar erspüren lassen, ob die betreffende Person mal an dem Tatort gewesen ist. Also es hat immer einen Verdacht vorausgesetzt. Es war immer ein Mittel, das nur dazu geeignet war, einen Verdacht scheinbar zu bestätigen.“
Die Hund wurden zur normalen Schnüffelarbeit eingesetzt und „einen Verdacht scheinbar zu bestätigen“ ist auch hier nur ein Hinweis. Der Beweis muss anders erbracht werden.