Frisch aus der Druckerei (und wie immer auch digital): die dritte skeptiker-Ausgabe des Jahres:
Themen:
- Geschlecht – die neuen Irrungen und Wirrungen um einen altbewährten biologischen Begriff
von Dittmar Graf
Der Beitrag untersucht aktuelle Kontroversen um den Begriff „Geschlecht“, die aus unklaren oder widersprüchlichen Definitionen resultieren und biologische Grundlagen (Sexus) mit sozialen Konstruktionen (Gender, Geschlechtsidentität) vermischen. Er plädiert für eine eindeutige biologische Definition auf Basis der Keimzellen und zeigt, wie eine klare begriffliche Unterscheidung zur Klärung der Debatte beitragen kann. Dabei analysiert er die Folgen einer unscharfen Begriffsnutzung, insbesondere die Verzerrung wissenschaftlicher Konzepte durch ideologische Narrative. Der Text betont die Notwendigkeit einer faktenbasierten, wissenschaftlich fundierten Diskussion mit dem Ziel, die Debatte zu versachlichen und Fehlinterpretationen zu vermeiden. - NS-Pseudomedizin und ihre langfristigen Folgen
Teil 1 – Die NS-Ideologie in der Medizin und ihre Institutionen
von Michael Scholz und Edzard Ernst
Gefördert von führenden NS-Funktionären wie Heinrich Himmler und Rudolf Heß erlangten Vertreter der Pseudomedizin damals erheblichen Einfluss – und nicht wenige setzten ihre Karrieren danach nahezu nahtlos fort. Wie dies im Einzelnen geschah, haben Michael Scholz und der Mediziner Prof. Dr. Edzard Ernst in einer zweiteiligen Artikelserie untersucht.
Berichte:
- Gesichterlesen ist Humbug
von Bärbel Schwertfeger
Dass man am Gesicht den Charakter einer Person erkennen kann, ist längst widerlegt. Doch noch immer wird Facereading von zahlreichen Beratern und Coaches angeboten, dient zur Personalauswahl und wird selbst von renommierten Medien promotet. - Zwei Osteopathien – Eine Klarstellung
von Udo Endruscheit
Die Bundesregierung plant laut Koalitionsvertrag, die Osteopathie „berufsrechtlich aufzuwerten“. Wie dies konkret geschehen soll, bleibt offen. Aufschluss gibt hier vielleicht ein Blick in die USA. Denn die Osteopathie ist ein Phänomen mit doppeltem Gesicht. Während sie in Europa – besonders im deutschsprachigen Raum – als der Pseudomedizin hochverdächtig auftritt, mit oft esoterisch anmutendem Vokabular und diffuser Evidenzlage, hat sie in den Vereinigten Staaten längst einen Platz im medizinischen Mainstream erobert. „Doctor of Osteopathy“ (D. O.) steht dort auf vielen Praxisschildern gleichberechtigt neben dem klassischen M. D. („Doctor of Medicine“), auch in großen Kliniken und Universitätszentren. Doch was bedeutet das – und wie kam es dazu? - Atommüll – Mythen der Anti-Kernkraft-Bewegung
von Amardeo Sarma
Bei der Debatte um die friedliche Nutzung der Kernenergie wird als Gegenargument häufig auf Probleme beim Umgang mit radioaktivem Abfall verwiesen. Es gibt inzwischen reichlich fundiertes und in der wissenschaftlichen Literatur veröffentlichtes Material. Der Artikel stellt die Sachlage dar und diskutiert die Risiken. - „Eine Welt ohne Hunger bleibt ein realistisches Ziel“
von Amardeo Sarma; Interview mit Matin Qaim
Landwirtschaft und Ernährung stehen vor globalen Herausforderungen: Klimawandel, Ressourcenknappheit und ein wachsender Bedarf an Lebensmitteln erfordern wissenschaftlich fundierte Lösungen. Eine zentrale Rolle dabei spielen moderne Errungenschaften wie Mineraldünger oder grüne Gentechnik – dennoch werden sie in der öffentlichen Debatte oft kritisch betrachtet und emotional abgelehnt. Matin Qaim ist Professor für Agrarökonomie und Direktor des Zentrums für Entwicklungsforschung (ZEF) der Universität Bonn. Im Interview mit Amardeo Sarma, dem Mitbegründer und langjährigen Vorsitzenden der GWUP, erläutert Qaim, warum eine evidenzbasierte Sicht auf Agrartechnologien entscheidend ist, welche Rolle Innovationen für Ernährungssicherheit und Umweltschutz spielen – und wie Ideologien den Fortschritt behindern können. - Mātauranga Māori, der Mond, Neuseeland und die Wissenschaft
von Andreas Edmüller; Interview mit Nick Matzke
Nicholas Matzke lehrt Biologie an der Universität Auckland in Neuseeland. Zwei seiner Forschungsschwerpunkte sind Biogeografie und Phylogenetik. Er ist geschätzter wissenschaftlicher Experte bei öffentlichen Debatten und eine der profiliertesten Stimmen zur Diskussion um Mātauranga Māori. Das Interview führte Andreas Edmüller.
Buchkritiken:
- Robert Bartholomew: The Science of the Māori Lunar Calendar
von Andreas Edmüller - Vince Ebert: Wot Se Fack, Deutschland?
von Nikil Mukerji
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Zum Thema:
- Artikel: skeptiker 2/2025 ist da: Placebo, Coaching-Trends, SkepKon und mehr!, GWUP-Blog vom 26.06.2025
- Artikel: skeptiker 1/2025 ab sofort erhältlich, GWUP-Blog vom 17.03.2025
Hinweis:
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16. November 2025 um 12:11
Aus dem Spiegel:
Brasilianische Landwirte sind jünger als deutsche und offener für digitale Technik. Sie sorgen für einen Boom der Agrarindustrie, der hilft, den steigenden Nahrungsbedarf auf der Erde zu bedienen, auch mit Hilfe der Technik von BASF und Bosch.
https://www.spiegel.de/wirtschaft/service/brasilien-wie-landwirte-fuer-einen-boom-der-agrarindustrie-sorgen-a-d7a48fca-1413-44e0-b6f2-4ce02ebe41b6?context=issue
Der Artikel berichtet davon, welche Chancen sich durch die Digitalisierung der Landwirtschaft und die Verwendung von Drohnen in Brasilien ergeben.
– gezielte Aussaat zur Steigerung der Erträge
– verringerter Einsatz von Herbiziden durch exaktes Ausbringen
– Urbarmachung von eigentlich ungeeigneten bzw. durch Viehzucht ausgelaugten Böden
– verbesserter Schutz des brasilianischen Regenwalds durch die genannten Maßnahmen
Greenpeace Deutschland sieht jedoch mehr Probleme als Vorteile.