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Neue Details im Millionenbetrugsfall rund um die vorgebliche Schamanin Mariana M.

| 6 Kommentare

Es gibt ein Update zu dem Fall von Mariana M. Im Februar hatten wir das Thema hier auf dem Blog. Zur Erinnerung:

Mariana M. (44) alias „Amela“ soll sich als Schamanin ausgegeben und für „Reinigungsrituale“, um angeblich verfluchte Angehörige der Opfer vor dem Tod zu bewahren, hohe Geldsummen verlangt haben.

Mariana M. war dabei nicht allein unterwegs. Ihr 29-jähriger Sohn sitzt bereits in Haft, ebenso zwei weitere Komplizen.

Jetzt berichtet Der Standard über neue Details zur Beute:

Die Bande um Mariana M. soll Vermögenswerte in Höhe von knapp 13 Mio. Euro erbeutet haben.

Aufgrund der Vermögenswerte dürfte die Opferanzahl laut Krone (Sonntag-Ausgabe) bei knapp 100 im deutschsprachigen Raum liegen.

Doch dabei blieb es nicht:

Zudem soll die Bande 1,6 Millionen Euro an Sozialleistungen und Familienbeihilfe für fünf Minderjährige seit 2016 erhalten haben.

Wie setzt sich die Beute zusammen?

In einem Haus in Maria Enzersdorf (Bezirk Mödling) wurden unter anderem 25 Kilo Goldbarren, hochpreisige Armbanduhren, Eheringe, Schmuck und Bargeld (darunter auch Schweizer Franken und US-Dollar) sichergestellt – versteckt etwa in Einkaufstaschen unter einem zubetonierten Schwimmbecken oder in einem Tresor. Auch 14 Oldtimer bzw. Sportwagen wurden der Zeitung zufolge beschlagnahmt. Der Gesamtwert des eingefrorenen Vermögens betrage laut Abschlussbericht der Polizei an die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft 12,6 Millionen Euro.

Mariana M. ist weiterhin auf der Flucht. Gegen sie liegt ein internationaler Haftbefehl vor. Die LPD Niederösterreich fahndet nach ihr.

Hier geht’s zum ganzen Artikel (inkl. Video)!

Zum Thema:

  • Artikel: Schamanische Scharlatanerie – Betrug in Millionenhöhe, GWUP-Blog vom 23.02.2025
  • Artikel: Okkult-Betrug in Millionenhöhe: Zwei weitere Festnahmen, Der Standard vom 20.02.2025
  • Artikel: Okkultismus-Betrug: Kriminalisten gehen zahlreichen Hinweisen nach, Der Standard vom 14.02.2025
  • Artikel: Geld, Gold und Schmuck: Falsche Schamanin ergaunerte Millionenbeute, Der Standard vom 10.02.2025
  • Artikel: Millionenbeute bei falscher Schamanin in Wien und Niederösterreich sichergestellt, Der Standard vom 02.04.2025

Hinweis:

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6 Kommentare

  1. Die Bezeichnung „vorgebliche Schamanin“ impliziert ja, dass es auch echte Schamaninnen gibt, oder?

  2. @ Semon
    >> dass es auch echte Schamaninnen gibt…

    Die gibt es ja auch. Die Betrügerin würde ich aber, wenn überhaupt, unter Plastik-Schamanismus einordnen. Für sie war das nur Fassade zum Abzocken spirituell veranlagter Opfer.

  3. Es gibt echte Schamaninnen und Schamanen.
    „Im Allgemeinen wird die aus Sibirien entlehnte Bezeichnung Schamane verwendet, um spirituelle Spezialisten zu bezeichnen, die über (angeblich) „magische“ Fähigkeiten als Vermittler zur Geisterwelt verfügen. Solche Geisterbeschwörer sind Teil vieler ethnischer Religionen, aber auch mancher volksreligiöser Ausprägungen der Weltreligionen. Vornehmlich bei einigen indigenen oder traditionellen lokalen Gemeinschaften spielen Schamanen heute noch eine wichtige Rolle“
    https://de.wikipedia.org/wiki/Schamanismus#Schamanen_und_Schamanismus

    Mariana M. ist eine selbsternannte Schamannin und Wahrsagerin, die sich ihre „Leistungen“, Befreiung von Flüchen, gut bezahlen ließ.

  4. @Semon

    Die gibt es tatsächlich, aber anders als es ihre Frage vermuten lässt.

    Wiki ist dieses Mal ihr Freund.

    Außerdem: Remid, Kurzinformation Religion: Schamanismus, darin:
    Hesse, Klaus: Schamanismus. In: Handbuch religionswissenschaftlicher Grundbegriffe. Hrsg. von Hubert Cancik, Burkhard Gladigow, und Karl-Heinz Kohl. Stuttgart / Berlin / Köln 2001.
    Von Stuckrad, Kocku: Schamanismus und Esoterik. Leuven 2003.

  5. Wie wäre es denn mit „Eine selbsternannte Schamanin, wie sie in esoterischen Kreisen auftritt.“?
    Es findet sich vielleicht sonst wirklich noch ein Spaten der behauptet „GWUP erkennt Existenz von Schamaninen an!“

  6. @Uli Schoppe

    Fände ich jetzt aber nicht sonderlich schlimm, immerhin existieren Schamanen doch. Was man von ihren Fähigkeiten hält, steht auf einem anderen Blatt.

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