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Sinans Wochenrückblick: Shitstorm für Culcha Candela, Identität statt Naturwissenschaft bei Quarks & Sinans Tour durch die Republik

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Sinan blickt auf die vergangene Woche zurück:

Ein neuer Aufreger um die Band Culcha Candela, ein Wort zu Quarks’ Instagram-Entwicklung und Sinans besondere Tour-Idee quer durch Deutschland.

CANCEL CANDELA | Der MORALISCHE MOB schlägt zurück

Inhalt:

  • Einleitung [ab 0:00 min]
  • Culcha Candela und die Fettnäpfchen [ab 0:50 min]
  • Sinans Deutschlandtour [ab 14:10 min]
  • Börse und Finanzen [ab 17:30 min]
  • Obst der Woche: Quarks [ab 25:00 min]

Zum Thema:

  • Video: Gerd Kommer über Wirecard, Weltmarkt und Wohlstand | SinansFragen mit ‪@gerdkommer‬, SinansWoche vom 09.07.2025

Hinweis:

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6 Kommentare

  1. Ich habe keinen Account bei Instagram und habe auch nicht vor, mir einen zuzulegen, weshalb ich mir von „draußen“ mangels Funktionen nur einen groben Überblick verschaffen kann.

    Tue ich dies, sehe ich weder aktuell viele „erzieherische“ „Woke“-Themen, noch um das Pronomen-Thema herum und auch nur wenig davor – bis ich dann so penetrant aufgefordert werde, mir einen Account anzulegen, dass mich die Geduld verlässt.

    Was ich von außen sehe sind Themen, wie:

    – Bio-Fleisch
    – Aufrüstung
    – Einsamkeit im Alter
    – Hitze
    – Geld & Glück
    – uvm.

    Mit viel gutem (oder eher bösem) Willen, ließen sich neben dem Pronomen-Thema noch folgende Themen als „woke“ bezeichnen:

    – Tradwives
    – wirtschaftliche Benachteiligung von Frauen

    Da von den 24 mutmaßlich aktuellsten Beiträgen (sofern mir diese chronologisch angezeigt werden) lediglich drei mehr oder minder in das von Sinan gewahnte Schema passen (drunter auch das allermeiste rund um den von ihm kritisierten Beitrag), stellt sich mir folgende Frage:

    Zeigt mir Instragram von außen nur eine Auswahl der Quarks-Beiträge, die mehrere „woke“ Beiträge für mich ausblendet oder suggeriert Sinan hier eine Häugikeit, die in der Realität in der Form nicht stattfindet?

  2. „suggeriert Sinan hier eine Häugikeit, die in der Realität in der Form nicht stattfindet?“ eher das, er verbeißt und verliert sich inzwischen so in den Kulturkampf, dass es echt schade ist. Und das alles zulasten anderer Themen

  3. Nun ja, die letzten Einträge im Quarks Insta sind genau das: ein Wimpernschlag im Quarksuniversum, eine Momentaufnahme ohne Aussagekraft.

    Wieviele Homöopathie-positiv-illustrierende Beiträge bräuchtest du, um eine Kritik angemessen zu finden?
    Oder ein beliebiges anderes pseudowissenschaftliche Thema.

    Ich würde eher nach dem Überbau und hinter die Kulissen schauen und dort gibt es schon längere Zeit postmoderne Umtriebe mit realen Auswirkungen, siehe älterer Artikel „Ruhrbarone“.

    https://www.ruhrbarone.de/die-woke-blase/201965/

  4. Auf der quark-Webseite prangt als Titelgeschichte

    „Darum müssen Frauen im Leistungssport anders trainieren als Männer

    Leistungssport ist eine große Belastung für den Körper. Aber warum sind Frauen häufiger verletzt als Männer? Das liegt nicht nur an Unterschieden im Körperbau.“

    Dass Frauen häufiger verletzt sind, dem würde ich widersprechen, und davon ist im Text nachher auch keine Rede mehr. Belegt wird diese Behauptung auch nicht.

    Mich erinnert das an MaiLab, die auch immer so unpräzise und unterkomplex in Themen einsteigt und genauso unterkomplex „aufgeklärt“ bzw viertelinformiert geht der Zuschauer auch wieder raus. Auch lange vor ihrer ideologischischen Einfärbung störte mich das und ich hätte nie einen ihrer Beiträge weiterempfohlen.

    Den Beitrag zu „Frauen im (Leistungs)sport“ finde ich allerdings ganz gut gelungen und der Kernaussage stimme ich sowieso zu.
    Seit ich mit dem Genderthema beschäftigt bin, achte ich unbewusst viel stärker auf alles im Alltag und im Sportbereich fällt mir deutlich mehr als im restlichen Alltag auf, wie transparent das weibliche Geschlecht eigentlich ist.
    Gesehen werden sie schon, aber eher weniger in erwünschter Weise.
    Mir fallen im Wochentakt Kleinigkeiten und Großheiten auf, wie weibliche Bedarfe und Interessenlagen einfach unvorhanden sind. Mann ist nicht nur default, es existiert daneben gar nichts anderes. Höchstens noch Kinder.
    Evtl liegt es auch an meinen eher männerdominanten und -dominierten Sportarten, aber letzteres hat sich in den letzten Jahren oder sogar mindestens einem Jahrzehnt stark verändert.
    Ich hoffe mal, im Leistungssport sieht das etwas besser aus.

    Der selten dämliche Reaktionskommentar von quarks unter dem Artikel hat meinen positiven Eindruck direkt wieder runtergerissen. Ich tippe auf pawlow’sche Reaktion. So doof kann niemand sein.

    Es deutet also alles auf starken woken Einschlag hin bei quarks und Co ;D

    Sinan liegt -wie oft- somit richtig.

  5. @ Marc

    Ja und?

    Womit sich Sinan beschäftigen mag, ist allein seine Sache.

    Der identitätspolitisch-intersektionale bullshit hat inzwischen Auswirkungen in vieler Leute Leben, und ich miene hier das reale Leben, nicht Ausflüge in virtuelle Welten.

    Mindestens so relevant wie Homöopathie, die man zumindest nicht überall aufs Auge gedrückt bekommt wie postmodernen bullshit.

    Würdest du Udo Endruscheit auch vorwerfen, sich zu doll in den Kampf gegen Globuli & Co zu stürzen?
    Wohl eher nicht.

    Ich frage mich immer wieder, was das hier eigentlich für Menschen sind im echten Leben. Ich stell sie mir immer als Küchentischgenderer vor ;D
    (nachdem ein Typ bei Joseph Kuhn mal behauptet hatte, an seinem Küchentisch zu Hause würde gegendert).

  6. @zimtspinne

    „Nun ja, die letzten Einträge im Quarks Insta sind genau das: ein Wimpernschlag im Quarksuniversum, eine Momentaufnahme ohne Aussagekraft.“

    Sinan behauptet, es hätte in Sachen Qualität eine spektakuläre Talfahrt gegeben. Man hätte das Gefühl, mit identitätspolitischer Propaganda zugeschüttet zu werden und unterstellt, Quarks würde wie ein trojanisches Pferd wirken.

    Dann sagt er, dass er diese These mit eben jenem Pronomen-Beitrag, untermauern will. In diesem Kontext sagt er ebenfalls, dass ihm vieles ja egal wäre, wenn „wir denn wenigstens ab und zu vielleicht auch ein bisschen Naturwissenschaft und Technik vermittelt bekämen.“ Laut ihm ließe sich feststellen, dass sich dies jedoch mittlerweile „dem Wert Null annähert“.

    Dazu suggeriert er auch, dass Themen wie Tradwives und Frauenmorde in diese „woke“ Richtung gehen würden, was ich persönlich tatsächlich problematisch finde. Da ich Sinan nicht für dumm oder außergewöhnlich ungebildet halte, erscheint es mir so, als wäre Sinan dabei, seinen Kopf so weit in den Kanninchenbau zu stecken, dass ihm zunehmend alles irgendwie „woke“ erscheint. Oder aber, diese Dramatisierung ist gewollt, um Aufmerksankeit zu generieren. Letzteres fände ich persönlich noch problematischer und ethisch sehr fragwürdig.

    „Wieviele Homöopathie-positiv-illustrierende Beiträge bräuchtest du, um eine Kritik angemessen zu finden?
    Oder ein beliebiges anderes pseudowissenschaftliche Thema.“

    Danke für diese Frage, denn sie zeigt den Denkfehler auf, den Sie und andere gern mal machen, wenn es um den Themenkomplex „Wokeness“ geht.

    Wenn die Apotheker-Rundschau, der Spiegel, die Zeit oder welches Medium auch immer einen Artikel bringt, der Homöopathie unkritisch behanndelt oder gar empfielt, ist das aus meiner Sicht natürlich zu kritisieren. Aber sofern das die Ausnahme bleibt, würde es für mich nicht die gesamte Glaubwürdigkeit des Mediums zerstören, weshalb auch meine Kritik auf diese Einzelfälle bezogen bliebe.

    Meine Frage war vielmehr, ob die Dramatik (quasi alles woke, Null Wissenschaft), mit der Sinan den Quarks-Auftritt bei Instagram kritisiert, der Realität standhält oder aber ob das alarmistisch und realitätsverzerrend ist. Denn das hat für mich nichts mit Wissenschaftsvermittlung und auch nichts mit Seriosität zu tun.

    „Ich würde eher nach dem Überbau und hinter die Kulissen schauen und dort gibt es schon längere Zeit postmoderne Umtriebe mit realen Auswirkungen, siehe älterer Artikel „Ruhrbarone“.“

    Wie ich bereits schrieb, habe ich kein Interesse daran, mich in der Jauchegrube Instagram anzumelden, weshalb ich nur von außen draufschauen kann. Für mich ganz persönlich(!) erfüllen die Ruhrbarone nicht meinen Anspruch an journalistische Standards, weshalb sie für mich persönlich(!) nicht als belastbare Quelle dienen können.

    „Dass Frauen häufiger verletzt sind, dem würde ich widersprechen, und davon ist im Text nachher auch keine Rede mehr. Belegt wird diese Behauptung auch nicht.“

    Keine Ahnung, ich bin weder Mediziner, noch an Sport interessiert. Aber frage ich Google, zeigen mir verschiedene Ergebnisse, dass dies auch andere Medien (und Mediziner) behaupten, hier u.a. in der Zeit:

    https://www.zeit.de/news/2021-10/26/sportverletzungen-frauen-sind-anfaelliger-fuer-kreuzbandrisse

    Aber auch hier danke für den Einwand. Denn eigentlich ging es (mir) doch um Sinans „Woke“-Behauptungen und Sie kommen mit sportmedizinischen Aussagen bei Quarks, die sich zudem mit wenigen Klicks verifizieren lassen. Was genau versprechen Sie sich von solchen Einwürfen und warum nehmen Sie sich nicht die Minute, mal zu schauen, ob das, was Sie behaupten zumindest im Grundansatz stimmig ist? Kurzer Tipp: Es gab hier in der Vergangenheit immer mal wieder gute Erklärungen zur Gefahr des Kanninchenbaus und Bestätigungsfehlern.

    „Seit ich mit dem Genderthema beschäftigt bin, achte ich unbewusst viel stärker auf alles im Alltag und im Sportbereich fällt mir deutlich mehr als im restlichen Alltag auf, wie transparent das weibliche Geschlecht eigentlich ist. Gesehen werden sie schon, aber eher weniger in erwünschter Weise. Mir fallen im Wochentakt Kleinigkeiten und Großheiten auf, wie weibliche Bedarfe und Interessenlagen einfach unvorhanden sind. Mann ist nicht nur default, es existiert daneben gar nichts anderes. Höchstens noch Kinder. Evtl liegt es auch an meinen eher männerdominanten und -dominierten Sportarten, aber letzteres hat sich in den letzten Jahren oder sogar mindestens einem Jahrzehnt stark verändert. Ich hoffe mal, im Leistungssport sieht das etwas besser aus.“

    Also würde ich daraus ein Video machen wollen, das auf der Woke-Welle schwimmen kann, könnte ich das rhetorisch schnell und problemlos als idenditätspolitisch und somit „woke“ kennzeichnen und ich könnte (das kommt Ihnen sicherlich auch aus einschlägigen Videos bekannt vor), die Doppelstandards aufzeigen, mit denen sich dann „woke wie Sie“ immer genau das als richtig und wahr heraussuchen, was ihnen gerade am besten in den Kram passt. Sorry, das meine ich natürlich nicht so, sondern sollte verdeutlichen, wie schnell doch alles möglich „woke“ sein kann, wenn man es denn gezielt in diese Ecke drängt.

    „Würdest du Udo Endruscheit auch vorwerfen, sich zu doll in den Kampf gegen Globuli & Co zu stürzen?
    Wohl eher nicht.“

    Nicht an mich gerichtet, aber ich möchte dennoch lösen: Die Arbeitsweise von Herrn Endruscheit unterscheidet sich auf sehr vielen Ebenen von Sinans, weshalb ein Vergleich zwangsläufig hinkt. Herrn Endruscheits Texte sind ernsthafter als Sinans Formate, fußen auf langjähriger Erfahrung und wissenschaftlichen Erkenntnissen (nicht auf KI-Anfragen und Google), sind mitunter auch scharf formuliert, aber nicht skandalisierend über einen real existenten Skandal hinaus.

    Und wenn ich das richtig sehe (und hier scheint mir das von mir gewähnte Teil-Qualitätsproblem der GWUP zu liegen), unterliegt Herr Endruscheit keinem, bzw. wenn einem anders funktionierenden Monetarisierungsdruck als YouTuber, die bestimmte, aus meiner Sicht problematische Methoden, zumindest oft dann anwenden müssen, wenn sie Reichweite und Einkommen damit erzielen wollen (wobei die Art der Formate durchaus eine Rolle dabei spielt). Dazu zählen, emotionalisierende Thumnails, Überschriften und Videotitel, aktuell populäre Themen reiten, so oft es geht und (oft in Kombination damit) Reactions auf populäre Vodeos, die besonders viele emotionale Reaktionen hervorrufen.

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