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Zwischen Kopfschütteln und Belustigung: Reaktionen auf die bayerische Globuli-Debatte

| 56 Kommentare

Bekanntlich hat der bayerische Landtag mit den Stimmen von CSU, Freien Wählern und Grünen entschieden, Steuergelder in Höhe von voraussichtlich 400.000 € zum Fenster rauszuwerfen – für eine „Studie“, ob Homöopathie den Einsatz von Antibiotika verringern oder teilweise ersetzen kann.

Neben dem Bohemian Browser Ballet

… greift heute auch Welt-Online das Thema auf:

Juso-Vizechef Josef „Seppi“ Parzinger nannte die Entscheidung „unfassbar peinlich“ und überreichte dafür „den heutigen Alu-Hut“ an CSU, FW und Grüne. Die FDP klagte über eine „peinliche Geldverschwendung“, immerhin werden die Kosten der Studie auf 300.000 bis 400.000 Euro geschätzt.

Die Bayern-SPD verkündete, „fassungslos“ zu sein und veröffentlichte in sozialen Medien den giftigen Text: „Hier das Ergebnis der Abstimmung zum absurden Homöopathie-Antrag der CSU, die untersuchen lassen will, ob sich eine Sepsis statt mit Antibiotika nicht auch mit Zuckerkügelchen behandeln lässt.“

Nach der Behauptung, die Christsozialen wollten der Blutvergiftung mit Zuckerkügelchen zu Leibe rücken, um Antibiotika einzusparen, ging es im Internet dann erst so richtig hoch her.

„Diese Homöopathie-statt-Antibiotika-Studie macht mich so wütend, dass ich gar nicht weiß, wohin mit meiner Wut“, schimpfte jemand auf Twitter. „Die esoterisch-romantische Idiotie kennt keine Grenzen“, kommentierte ein anderer Nutzer.

Und: „Was kommt demnächst noch, CSU und Grüne? Goldesel züchten, um Haushaltslöcher zu stopfen? Kinder wieder vom Storch bringen lassen? Prinzen zur Wiederbelebung?“

Kurzum: Das Echo auf das Vorhaben war katastrophal. Jene 120 Abgeordneten, die mit „Ja“ gestimmt hatten, standen nicht nur da wie Deppen, sondern schlimmer noch: als mutwillige Gefährder von Menschenleben.

Offenbar sind vor allem an der grünen Basis viele fassungslos, dass sich die Grünen auf die von der CSU vorgelegten Vorschläge eingelassen haben. Schließlich hatte die grüne Bundesspitze gerade erst einen drohenden Streit über das Thema in letzter Minute abgewendet.

Update: Dazu gibt es folgenden Kommentar:

Der bayerische Landtag hat in einer Art Doktorspiel beschlossen, eine medizinische Grundfrage mit einer Studie zu klären. Sie soll die Frage beantworten, ob homöopathische Mittel eventuell Antibiotika ersetzen könnten. Ein Vorgang, der an Komik, Absurdität und Einfaltspinselei kaum zu übertreffen ist.

Schon einmal hat es in Deutschland aus politischen Gründen den Auftrag zu einer solchen Untersuchung gegeben: 1936 hatten nationalsozialistische Gesundheitspolitiker die Hoffnung auf eine alternative, mythische, urdeutsche Medizin. Zum Glück waren mit der Prüfung fähige Mediziner beauftragt. Ihr Urteil war vernichtend: Homöopathische Mittel sind wirkungslos. Seitdem stützen alle seriösen Studien dieses Ergebnis […]

Es sieht schon nach Verzweiflung aus, wenn Politiker aus Angst vor dem Durchmarsch antibiotikaresistenter Keime den Weg der Wissenschaft und der Effektivität verlassen. Vor Kurzem erst haben die größten Pharmakonzerne der Welt die Forschung zu neuen Antibiotika gestoppt – zu teuer, zu wenig profitabel.

Das ist ein Handlungsaufruf an alle Politiker, die tatsächlich etwas bewirken wollen. Aber mitbekommen hat das offenbar kaum einer. Jedenfalls niemand im bayerischen Landtag.

Die originellsten Twitter-Tweets listet The Best Social Media auf.

Bei BR24 hat sich das „Faktenfuchs“-Team mal die Studienlage angesehen:

Laut dem bayerischen Gesundheitsministerium sind Studien zu homöopathischen Therapieansätzen bei bakteriellen Infektionskrankheiten bereits systematisch gesichtet worden, unter anderem von „Cochrane Collaboration“, einem weltweiten Netz von Ärzten und Wissenschaftlern. Die Ergebnisse hätten keine belastbaren Hinweise auf eine Wirksamkeit über die bekannten positiven Placebo-Effekte hinaus gegeben.

Auch drei Studien, die nach Auffassung der CSU-Landtagsfraktion die Entscheidung untermauern sollen, analysiert der „Faktenfuchs“ und kommt zu dem Fazit:

Im Antrag von CSU und Freien Wählern wird für möglich gehalten, dass Homöopathika Antibiotika zum Teil ersetzen oder reduzieren können und „in manchen Fällen ebenso heilsam“ seien. Für die Wirksamkeit homöopathischer Mittel über den Placebo-Effekt hinaus gibt es aber bislang keine Beweise auf dem Level der Gesamtevidenz.

Update: Die FAZ kommentiert:

Wissenschaftliche Studien haben […] ergeben: Die Wirkung homöopathischer Mittel lässt sich allein nicht über einen Placebo-Effekt hinaus nachweisen. Homöopathie-Gegner warnten deswegen vor dem bayerischen Entschluss, dass die Untersuchung angesichts vorliegender Erkenntnisse sinnlos ist und Steuerged verschwendet.

Antibiotikaresistenzen brauchen mehr Aufmerksamkeit, doch der Einsatz von Homöopathie in Fällen, in denen Antibiotika angezeigt sind, ist gefährlich und in anderen Fällen sinnlos. So schreiben es rund 50 Ärzte in einem offenen Brief. Viele Mediziner lehnen die Erstattung von Gobuli durch Krankenkassen ab.

Trotzdem halten sich viele Menschen in Deutschland an der Wirkung von Homöopathie fest und besorgen sich die Mittelchen. Weite Teile der Politik lassen sie in ihrem Glauben und bürden die Kosten der Allgemeinheit auf.

Eine solche Abkehr in der politischen Debatte von wissenschaftlichen Untersuchungen, die oft für die Klimapolitik beklagt wird, ist in der Gesundheitspolitik besorgniserregend.

Weitere Medienreaktionen fasst Dr. Joseph Kuhn bei Gesundheits-Check zusammen:

Was alle Pressestimmen eint: Es gibt keine positiven Kommentare.

Zum Weiterlesen:

  • Politik mit Medienresonanz, Gesundheits-Check am 8. November 2019
  • #Faktenfuchs: Kann Homöopathie Antibiotika ersetzen? BR24 am 7. November 2019
  • Die bayerische Globuli-Debatte sorgt für Spott und Ärger, Welt-Online am 8. November 2019
  • Homöopathie statt Antibiotika? Gefährliche Doktorspiele im bayerischen Landtag, Welt-Online am 9. November 2019
  • Wer an Zuckerkügelchen glaubt, FAZ+ am 8. November 2019
  • Homöopathie bei schwerer Sepsis (Blutvergiftung) – Frass (2005), Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie am 15. April 2014
  • Diskussion unserer Studienkritik: Prof. Frass zu seiner Sepsisstudie, Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie am 28. August 2016
  • Offener Brief an die bayerischen Landtagsabgeordneten: Homöopathie ist keine Antibiotika-Alternative, INH am 4. November 2019
  • Statt Antibiotika: Bayerische Politiker wollen gefährliche Keime mit Homöopathie bekämpfen, medwatch am 24. Oktober 2019
  • Globuli können Antibiotika im Kuhstall ersetzen? Nonsens, GWUP-Blog am 10. November 2016
  • Ein fatales Signal: Bayern macht Studie zur Homöopathie als Alternativmedizin, derStandard am 8. November 2019
  • Zu viel Zucker geschluckt? CSU stimmt für 400.000 Euro teure Homöopathie-Studie, The Best Social Media am 8. November 2019

56 Kommentare

  1. Ein weiterer Studienvorschlag für den bayerischen Landtag: lässt sich das Düngen von Feldern mit Gülle und Mist nicht auch durch eine homöopathische Zubereitung ersetzen? Das wäre mal ein ECHTER Vorteil der Homöopathie, vor allem für das Grundwasser.

  2. Ich weiß jedenfalls, wen ich dieses Jahr für das Goldene Brett vorschlagen würde….

  3. Hallo nota.bene

    auch wenn das jetzt keine Homöopathie ist ist es nicht so weit weg von Deinem Vorschlag:

    ftp://ftp.bgc-jena.mpg.de/pub/outgoing/athuille/EM/ftp/EM-Diplom.pdf

    Beste Grüße
    (ich hab das jetzt bloß überflogen aber besonders kritisch kommt mir die Arbeit nicht vor….)

  4. Als gebürtiger Bayer habe ich nun die Wahl zwischen schämen oder fremdschämen.
    Warum muss sich dieser Stamm immer zum Seppl machen?

  5. Weshalb agiert die CSU so irrational ?

    Sicherlich nur Zufall und irgendwie zu einfach, oder:

    1. Einer der wichtigsten Arbeitgeber & Steuerzahler im CSU-Land: BMW.
    Hauptaktionär der BMW AG: Familie Quandt v.a. Susanne Klatten sowie
    ihr Bruder:
    Stefan Quandt

    2. Einer der wichtigsten Unternehmen i.S. Homöopathie/Homotoxikologie in Deutschland:
    „Fa. Heel GmbH“
    Letztlich Haupteigentümer (alleiniger Eigentümer?) der Fa. Heel über die „DELTON Health AG“:
    Stefan Quandt

    Nun gut: „Correlation does not imply causation“

  6. @ nota.bene
    Das „Düngen“ der Felder mit esoterischem Nonsens ist die Domäne der Steiner-Jünger.
    Die Demeter-Vereine werden sich da sicher nicht das Kuhhorn globulisieren lassen.

  7. Hallo
    So gut wie genau so schlecht:

    https://www.psiram.com/de/index.php/Effektive_Mikroorganismen

    Das kommt schon gut in die Richtung wie nota.bene angedeutet hat.
    Gruß

  8. Dass es bislang keine Beweise für eine antibiotische Wirkung von Homöopathika gibt, ist in diesem Fall kein überzeugendes Argument gegen diese Studie, ganz im Gegenteil: Genau diese Beweise soll sie ja liefern. Gäbe es die Beweise bereits, wäre eine Studie ja absolut überflüssig. ;-)

    Im Grunde wäre es natürlich für uns alle erfreulich, könnte man das Problem multiresistenter Keime erfolgreich mit Homöopathie lösen. Wir hätten alle etwas davon. Nur geht die Wahrscheinlichkeit in diesem Fall in etwa gegen Null.

    Ich sehe das Problem hier vor allem in der unterschiedlichen Gesetzgebung für medizinische Arzneimittel und Homöopathie. Dass die einen die Wirksamkeit ihrer Produkte nachweisen müssen, um eine Zulassung zu erhalten, die anderen eben nicht.

    Natürlich ist es menschlich nachvollziehbar, dass die Homöopathie-Branche sich die Kosten für die notwendigen Studien lieber sparen möchte. Hier müsste der Staat allerdings klipp und klar sagen: „Na gut, dann verkauft ihr eure Produkte eben nicht.“ (Oder wenigstens nicht als Heilmittel in Apotheken, sondern allenfalls als Nahrungsergänzungsmittel in Drogeriemärkten.)

    Es könnte so einfach sein.

    Stattdessen sagt der Staat hier: „Okay, dann bezahlen wir das für euch.“ Also wir, die Steuerzahlenden.

    Das finde ich den eigentlichen Skandal. Als wäre die Homöopathie kein Millionengeschäft, sondern ein notleidendes systemrelevantes Unternehmen. Geht’s noch?

    Vor allem, wenn man sich überlegt, wie tatsächlich notleidende Menschen in diesem Land sich nackig machen müssen, um Geld vom Staat zu bekommen. Oder dass medizinisch sinnvolle Vorsorgeuntersuchungen teilweise aus eigener Tasche bezahlt werden müssen. Und, und, und…

    Also: Der Staat sollte Homöpathika entweder behandeln wie ernstzunehmende Heilmittel, dann aber in aller Konsequenz mit den dazugehörigen Zulassungsverfahren und allem Zipp und Zapp.
    Oder eben nicht. Dann haben Globuli & Co. aber auch aus der Gesundheitspolitik zu verschwinden.

    Ich verstehe gar nicht, wie sich die Parteien nicht auf so kleine Mindeststandards einigen können?

  9. Natürlich schüttelt man hier als Homöpathie-Kritiker nur noch den Kopf, aber woher kommt das Ansinnen?

    Die Homöopathie hat es wirklich geschafft, sich den Anstrich einer echten Medizin zu geben…und das resultiert auch aus der Apothekenpflicht für homöopathische Mittel (Homöopathika in hohen Potenzen gehören ins Süßigkeitenregal von Supermärkten und niederpotente Homöopathika gehören verboten, wegen eventuelle schwerwiegende Nebenwirkungen).

    Es gibt anscheinend in der CSU immer noch viele, die glauben, bei der Homöopathie handele es sich um echte Medizin.

  10. @Sonja:

    Dass es bislang keine Beweise für eine antibiotische Wirkung von Homöopathika gibt, ist in diesem Fall kein überzeugendes Argument gegen diese Studie, ganz im Gegenteil: Genau diese Beweise soll sie ja liefern. Gäbe es die Beweise bereits, wäre eine Studie ja absolut überflüssig. ;-)

    Nun ja – es gibt keinen Beweis, dass es irgendeine Wirkung von Homöopathie (über Placebo) gibt – insofern ist die Studienlage völlig klar und diese Antibiotikia-„Studie“ vollkommen überflüssig.

    Also: Der Staat sollte Homöpathika entweder behandeln wie ernstzunehmende Heilmittel, dann aber in aller Konsequenz mit den dazugehörigen Zulassungsverfahren und allem Zipp und Zapp.

    Ja, das sehen wir auch so.

  11. Update:

    Heute in der FAZ (Seite 19):

    „Wissenschaftliche Studien haben […] ergeben: Die Wirkung homöopathischer Mittel lässt sich allein nicht über einen Placebo-Effekt hinaus nachweisen. Homöopathie-Gegner warnten deswegen vor dem bayerischen Entschluss, dass die Untersuchung angesichts vorliegender Erkenntnisse sinnlos ist und Steuerged verschwendet.

    Antibiotikaresistenzen brauchen mehr Aufmerksamkeit, doch der Einsatz von Homöopathie in Fällen, in denen Antibiotika angezeigt sind, ist gefährlich und in anderen Fällen sinnlos. So schreiben es rund 50 Ärzte in einem offenen Brief. Viele Mediziner lehnen die Erstattung von Gobuli durch Krankenkassen ab.

    Trotzdem halten sich viele Menschen in Deutschland an der Wirkung von Homöopathie fest und besorgen sich die Mittelchen. Weite Teile der Politik lassen sie in ihrem Glauben und bürden die Kosten der Allgemeinheit auf.

    Eine solche Abkehr in der politischen Debatte von wissenschaftlichen Untersuchungen, die oft für die Klimapolitik beklagt wird, ist in der Gesundheitspolitik besorgniserregend.“

  12. @Sonja

    In manchen Fällen enttarnt die verwendete Sprache die Haltung. Aber vielleicht verstehe ich das nur falsch… kommt vor.

    „Dass es bislang keine Beweise für eine antibiotische Wirkung von Homöopathika gibt, ist in diesem Fall kein überzeugendes Argument gegen diese Studie, ganz im Gegenteil: Genau diese Beweise soll sie ja liefern. Gäbe es die Beweise bereits, wäre eine Studie ja absolut überflüssig. ;-)“

    Mein Kritikpunkt ist das „garantierte“ Ergebnis einer Studie, welechs im Satz vorhergesagt wird.

    „Genau diese Beweise soll sie ja liefern. “

    Und was passiert wenn sie es nicht liefert ? Oder, wie kommt man darauf dass sie diese Studien genau das tun werden. Tut mir leid, aber genau so verstehe ich diese Aussage.

  13. Update:

    Kommentar bei Welt-Online:

    Globuli statt Antibiotika? Gefährliche Doktorspiele im bayerischen Landtag

  14. @felix:

    So gut wie genau so schlecht

    Was genau/welches Thema möchten Sie denn verlinken?

    Ich mache den Vorschlag, den Link zu löschen, und stattdessen auf den Psiram-Eintrag zu „Effektiven Mikroorganismen“ zu verlinken, ok?

    https://www.psiram.com/de/index.php/Effektive_Mikroorganismen

  15. Hallo Herr Harder
    Ich bezog mich auf Nota.bene und den Vorschlag auch gleich eine Studie zur homöopathischen Düngung zu machen- die gibt es noch nicht aber die Diplomarbeit zu EM zeigt in etwa wie sowas aussehen würde.
    Ich wollte deshalb auf die Arbeit verlinken. Ich habs nur überflogen aber sieht sehr nach Tendenzarbeit aus.
    Und auch ein Beispiel, wie sich Hochschulen für Propaganda mißbrauchen lassen.
    Die Arbeit wird von EM Anbietern gern zitiert.
    Man könnte beides verlinken – die Arbeit und den Psiram Eintrag aber ich überlass das Ihnen
    Beste Grüße
    Felix

  16. @felix:

    Danke, ich habe beide Links angepasst.

  17. @nihil jie:

    Um ehrlich zu sein stammt die Wortwahl („Genau diese Beweise soll sie ja liefern“) von mir, weil ich unterstellt habe, dass das der Sinn und Zweck der Übung sein soll. Ich habe das den Verantwortlichen also nur in den Mund gelegt, die Wortwahl lässt genau genommen also weder auf meine noch auf deren Haltung schließen.

    Was mit der Studie passiert, wenn sie nicht das gewünschte Ergebnis liefert, weiß ich auch nicht. Aber ich vermute mal, sie wird – wie viele andere Studien auch – in irgendeiner Schublade verschwinden.

  18. btw: Der „Studienvorschlag“:
    „Schützt der Windows-Defender vor Hacking-Angriffen“…ist ein sehr hinkender Vergleich:
    Mittlerweile ist der betriebssysteminterne Viren-Scanner gar nicht mehr so schlecht und eine wirkliche Alternative zu den meist kostenpflichtigen Scannern von Drittanbietern.
    https://winfuture.de/news,110589.html

  19. @ nota bene:

    „lässt sich das Düngen von Feldern mit Gülle und Mist nicht auch durch eine homöopathische Zubereitung ersetzen?“

    Dazu hat GWUP-Mitglied Bernhard Hoëcker doch vor Jahren schon (sinngemäss aus dem Gedächtnis zitiert) gesagt:

    „Homöopathie ist, wenn ein Bauer übers Feld läuft, einen fahren lässt und dann meint: ‚Das Feld ist gedüngt!'“

    ;)

  20. @ Sonja:

    „Was mit der Studie passiert, wenn sie nicht das gewünschte Ergebnis liefert, weiß ich auch nicht. Aber ich vermute mal, sie wird – wie viele andere Studien auch – in irgendeiner Schublade verschwinden.“

    Wofür Du genau was vorweisen kannst?

  21. @noch’n Flo:
    Genau! Aber wissenschaftlich erforscht ist das noch nicht. Da gibt es noch viele Löcher, in die man Landesgelder hineinstopfen könnte. Dort sind sie ja auch besser aufgehoben als bei der Renovierung maroder Schulen, in denen bayerische Schüler lernen könnten, wie Wissenschaft geht. Nur für den Fall, dass sie mal in den Landtag gewählt werden…

  22. Sonntagsfrage: Wie finden Sie, dass der bayerische Landtag prüfen lassen will, ob Homöopathie gegen multiresistente Keime helfen kann?

    https://www.der-postillon.com/2019/11/sonntagsfrage-homoeopathie-bayern.html

  23. @ Sonja:

    „Was mit der Studie passiert, wenn sie nicht das gewünschte Ergebnis liefert, weiß ich auch nicht.“

    Doch das wissen wir alle:

    Die Studie wird ignoriert. Oder kritisiert, dass dies ja gar keine „richtige“ Homöopathie gewesen sei, soooooo kann das ja nichts werden. (Angesichts der über dreißig verschiedenen Homöopathie-Richtungen wird sich schon etwas Entsprechendes finden lassen.)

    Oder die übermächtige internationale Skeptikerorganisation hat die Forscher bestochen. Wenn nicht überhaupt die beteiligten Homöopathen – sicher waren da auch zu wenige beteiligt – über keine ausreichende Erfharung verfügten. Oder, oder, oder….

    Auf keinen Fall kann man aus dem Versagen genau dieser einen Studie schließen, dass Homöopathie per se nicht wirksam sei, das wäre so als würde man aufgrund einer einzigen negativen Studie behaupten wollen, die ganze Universitätsmedizin sei unwirksam.

    Daraus folgt wiederum, dass die Homöopathie wirksam sein muss, denn schließlich hat sich hier nur wieder einmal bestätigt, dass die Methoden der evidenzbasierten Medizin auf die Homöopathie nicht anwendbar sind. . Und so weiter und so fort.

    Als wenn wir das nicht schon ad vomicans gehört hätten.

  24. https://twitter.com/aelurotheist/status/1193060380110704641

    Ganz interessant ist jetzt, wie die Grünen lügen, findet man auch auf dem Psiram Twitter.

    Vielleicht schreibt die GWUP mal darüber, sitzen da in Bayern nicht auch die Grünen Birgit Raab und Birgit Gnadl? 2 hochgradige Esoterikerinnen. Da wundert mich nicht nichts mehr und die Grünen distanzieren sich nicht mal von solchen Mitgliedern.

  25. @Gasthier:

    Schlimmer finden wir, dass anscheinend auch Homöopathie-Kritiker der Grünen jetzt einen auf Fraktionszwang machen:

    https://twitter.com/gwup/status/1193147624116932608

  26. @ Aust:
    Und wenn die Studie positiv ausfällt????? „On top“ wie Melanie Huml sagt?

    So etwa wie damals…..

    http://www.beweisaufnahme-homoeopathie.de/?p=2262

    https://archive.org/stream/logicoffiguresor00brad#page/n10/mode/1up

    Dr. Aust:
    „Ich greife aus diesem Zahlenwerk einmal ein paar Daten heraus

    Todesfälle pro 100 Patienten (S.14):
    Allopathische Krankenhäuser: im Durchschnitt 9 bis 10
    Homöopathische Krankenhäuser: Im Durchschnitt 4 bis 5

    Oder schauen Sie mal auf die Statistiken zur Cholera, ein Beispiel (S. 122/123):

    Allopathische Behandlung zu Hause: 3107 Fälle, davon 1231 gestorben, Anteil 32 %
    Allopathische Behandlung im Krankenhaus: 1969 Fälle, davon 1097 gestorben, Anteil 56 %

    Homöopathische Behandlung zu Hause: 2143 Fälle, davon 221 gestorben, Anteil 10 %
    Homöopathische Behandlung im Krankenhaus: 795 Fälle, dvon 256 gestorben: Anteil 32 %

    Oder Seite 131 (Immer noch Cholera):

    Average Homeopathic mortality: 29 %
    Average Allopathic mortality: 54 %

    zur Diphterie findet man (S. 181):
    Treated by Homeopathy: Cases: 405, Deaths: 23, Death-rate: 6,0 %
    Treated by Allopathy: Cases: 635, Deaths: 109 , Death.-rate 17,0 %……“

    Bei zunehmenden Resistenzraten oder bei gehäufter Auslösung von „Pseudomembranösen Colitiden“ infolge eingesetzter Antibiotika könnten die obigen Behandlungsergebnisse „on top“ doch nicht wirklich schaden, was?
    Das Argument, es sei vollkommen falsch, diese Zahlen auf die heutige Situation zu übertragen und die Begründung mit den „ganz sicher unterschiedlichen Zuständen in den homöopathischen und allopathischen Kliniken und Behandlungs-Unterschieden zuhause“ ziehen übrigens nicht so richtig….
    Niemand mit einem Funken Verantwortungsbewußtsein will übrigens „eine Sepsis [allein!] mit Kügelchen“ behandeln! Dieser Ausspruch ist einer der dümmlichsten Versuch einer Verunglimpflichung der Homöopathie!

  27. @Schorschi:

    Und wenn die Studie positiv ausfällt?????

    Und wenn der Mond doch aus Käse ist?????

    „Ich greife aus diesem Zahlenwerk einmal ein paar Daten heraus“

    Herrlich, erste Hälfte 19. Jahrhundert – Ihre „Kenntnisse“ und Ihre „Argumente“ sind ja echt up to date.

    Nur mal so aus Neugier: Was genau wollen Sie hier eigentlich?

    Macht es Ihnen Vergnügen, uns hier zum Lachen zu bringen, oder was genau ist Ihr Anliegen?

  28. @ Cherry-Picking-King Schorschi:

    Und wie wäre es, wenn Du die Homöopathie mal mit ein paar Daten aus der wissenschaftsbasierten Medizin der Gegenwart vergleichst? Es reicht zur Not auch schon aus der Zeit nach Entdeckung der Antibiotika (also wesentlich später als die von Dir völlig aus dem Zusammenhang gerissenen Daten).

    Aber eines muss ich Dir sagen: ich finde Dich grossartig! Echt!! Beinahe zum Knuddeln!!! Mal was anderes, als die üblichen Trolle hier…

    @ Bernd Harder:

    Okay, bitte doch nicht sperren. Ich mutmasse, da steht uns in den nächsten Tagen noch so manche Sternstunde peinlicher Querdenke ins Haus.

    Hast Du zufällig etwas Popcorn? Mir ist meines gerade irgendwie ausgegangen… *unschuldigguck*

  29. @ Schorschi:

    Wenn es nicht darum geht, Sepsis allein mit Homöopathie zu behandeln, wie werden dann hier Antibiotika vermieden? Sollen sie niedriger dosiert oder kürzer verordnet werden? Das wäre ein Resistenzenzuchtprogamm.

    Und wenn es darum geht, Antibiotika dort zu vermeiden, wo sie nicht nötig sind, braucht man dazu keine Studie zum „Ersatz“ von unnötigen Medikamenten durch unwirksame Medikamente, sondern bessere Entscheidungshilfen, wo Antibiotika nötig sind und wo nicht.

  30. @ Schorschi:
    „Dieser Ausspruch ist einer der dümmlichsten Versuch einer Verunglimpflichung der Homöopathie!“

    Nein, das ist er nicht. Das ganze Gedankengebäude der Homöopathie ist ein Luftschloss, weil es von Glauben und Hoffen und Fühlen abhängt. Und wenn wir Skeptiker dann die Luft aus dem Ballon lassen, reagieren die „Gläubigen“ so wie Sie es hier eben tun.

    PS. Niemand mit einem Funken Verantwortungsbewußtsein verschreibt oder behandelt irgendeine Krankheit mit Kügelchen.

  31. @Bernd Harder

    „Was genau wollen Sie hier eigentlich?“

    Das ist offensichtlich. Schorschi verteidigt seinen Glauben. Sein Glaube ist Homöopathie, sein Prophet ist Hahnemann, seine Bibel das Organon der Heilkunst.

  32. @RPGNo1:
    1)„Was genau wollen Sie hier eigentlich?“
    Ist die Kommentarfunktion hier ernst gemeint, oder geht es wie bei Hahnemann nur um Abnicken von Dogmen und sich gegenseitig auf die Schultern klopfen, dass man ja so recht hat und die anderen super doof sind?
    2) Das Organon ist ist mir sowas von wurscht und an den Prophet Hahnemann habe ich noch nie so wie einst eure werte Frau Grams geglaubt! Deswegen kann ich auch nicht so ne Enttäuschung wie sie erleben, wenn ich seh, dass manches aus heutiger Sicht dogmatischer Schwachsinn ist.

    @Langsamdenker
    „PS. Niemand mit einem Funken Verantwortungsbewußtsein verschreibt oder behandelt irgendeine Krankheit mit Kügelchen.“
    Ich schon, mit zunehmend großen Erfolgen jenseits der Zuwendung und des Placebo-Effektes für viele (offensichtlich noch OFFEN-kritischere) Geister als du: Juristen, Lehrer, Dr. Mikrobiologen, Genetiker mit großer gentechnischer Firma, Dr. Physiker, Piloten, Professoren…

    @Joseph Kuhn:
    Ich sage nur „on top“ wie Frau Staatssekretärin Huml.
    Und, wenn Sie wie ich wirklichen Einblick in die schon jetzt real gewordene Problematik der Intensivstationen hätten, wüßten Sie, dass es schon längst nicht mehr um „wo Antibiotika nötig sind und wo nicht“ geht sondern nur noch darum, welches AB wirkt denn noch?
    Und:
    Kurzes Update zur Theorie der Resistenzzüchtung für Sie:
    Dass die Resistenzzüchtung von der Länge der AB-Gabe abhängt, ist schon längst überholt, vielmehr werden zur Vermeidung kürzere AB-Gaben emphohlen, da es hierbei offensichtlich (wie in der Homöopathie..) um ein alles oder nichts Prinzip geht.
    @noch´n Flo:
    Danke für die Fürsprache zur Möglichkeit für weitere Sternstunden, und ja, ich hätte noch einige in peto, solang mich der Harder noch nicht sperrt (der sieht meine unerhörten „Zwischenrufe“ hier, glaube ich zu erkennen, mit weniger Humor als Sie).
    Aber: Ich hasse den Geruch von Popcorn, setzen Sie sich also für die gemütlichen Sternstunden bitte etwas abseits von mir auch wenn ich´s Ihnen gern ausgebe.

  33. @Schorschi:

    Ist die Kommentarfunktion hier ernst gemeint, oder geht es wie bei Hahnemann nur um Abnicken von Dogmen und sich gegenseitig auf die Schultern klopfen, dass man ja so recht hat und die anderen super doof sind?

    Nein, aber von Ihnen kommt doch absolut nichts, was auch nur im Ansatz neu, originell oder diskutabel wäre.

    Ihre „unerhörten Zwischenrufe“ sind ein Mix aus Kenntnislosigkeit, Realitätsverweigerung und kindischem Trotz.

    Sie wollen doch nicht diskutieren, sondern suchen offenbar irgendein Forum, wo Sie noch nicht gesperrt sind und wo Sie Ihren Nonsens abladen können.

    Das ist aber nicht Sinn einer „Kommentarfunktion“.

  34. @Schorschi

    „Das Organon ist ist mir sowas von wurscht und an den Prophet Hahnemann habe ich noch nie so wie einst eure werte Frau Grams geglaubt!“

    Wozu dann die Theatervorstellung, in der ständig irgendwelche selektive „Beweise“ pro Homöopathie aus längst widerlegten Veröffentlichungen zitiert werden? Das klingt doch sehr unglaubwürdig.

  35. @Schorschi:

    „Juristen, Lehrer, Dr. Mikrobiologen, Genetiker mit großer gentechnischer Firma, Dr. Physiker, Piloten, Professoren…“

    OK, das Autoritätsargument. Muss ich jetzt für Sie „meine großen Brüder“ holen, damit Sie mich argumentativ ernst nehmen? Oder reichen Nobelpreisträger?

    Nochmal, die Homöopathie ist irrational. Wenn Sie diese „fortentwickelt“ haben – Ihnen ist ja das Organon wurscht – geben Sie uns doch einen Fingerzeig wie es Ihrere Ansicht nach wirkt/funktioniert. Placebo/Zuwendung haben Sie ja selbst bereits ausgeschlossen.

    „Ich schon, mit zunehmend großen Erfolgen…“

    Dann sind Sie in meinen Augen verantwortungslos.

  36. @langsamdenker:

    OK, das Autoritätsargument.

    Nicht nur das. Schorschi argumentiert genau wie ein Ufo-Gläubiger, der darauf beharrt, dass doch auch „Piloten, Polizisten, Militärs“ etc. Ufos sehen.

    Ja und? Warum sollten diese Leute eine andere/bessere/höher entwickelte Wahrnehmungsfähigkeit (die bestimmte Täuschungsmechanismen per se einschließt) haben als andere Menschen?

    Übertragen: Warum sollten „Juristen, Lehrer, Mikrobiologen …“ nicht auf Placebo/Zuwendung reagieren?

    Alles so ein unfassbarer Unsinn, dieses Geschwafel.

  37. @ Schorschi:

    „der sieht meine unerhörten „Zwischenrufe“ hier, glaube ich zu erkennen, mit weniger Humor als Sie“

    Ich bin in Deinem Fall zwangsläufig zum Humor gekommen, weil ich Dich inzwischen einfach nicht mehr ernst nehmen kann.

  38. nochmal @ Schorschi:

    „Dass die Resistenzzüchtung von der Länge der AB-Gabe abhängt, ist schon längst überholt, vielmehr werden zur Vermeidung kürzere AB-Gaben emphohlen, da es hierbei offensichtlich (wie in der Homöopathie..) um ein alles oder nichts Prinzip geht.“

    Das ist allerdings 100%iger Kokolores. Wo hast Du diese Behauptung her?

  39. @ Bernd
    Ich finde es ja durchaus mutig von Schorschi sich hier konträr zu äußern. Und seinem Duktus nach ist Schorschi nicht dumm. Aber irgendwie kommen die PS nicht auf die Straße.

    Und danke, dass Sie ihn nicht vorschnell gesperrt haben.

  40. „Hilft Rückwärtsfahren gegen Hacking und Krebs?“
    Das wäre mal eine interessante Studie,
    Wahlweise fahren der ScheurerAndi,die AignerIlse und der mega-IT experte Oettinger und Judith Gerlach !
    Am bestestenden mit nem HX-20 aufm Schoss in einem Horch KFZ 15,
    da sind elektronische Störwellen nicht vorhanden!
    Ich weiß,ich bin böse.

  41. @langsamdenker:

    Und seinem Duktus nach ist Schorschi nicht dumm. Aber irgendwie kommen die PS nicht auf die Straße.

    Mag sein – aber macht es das besser?

    Es geht ja nicht unbedingt um „Dummheit“, sondern um die Fähigkeit/Bereitschaft, das, was man zu wissen glaubt, zu hinterfragen:

    https://www.welt.de/kmpkt/article167081729/Warum-auch-kluge-Menschen-dumme-Entscheidungen-faellen.html

  42. Ich kann mir schon vorstellen, dass Homoeopathie Bakterien vernichten kann. Wenn die merken, dass sie mit Zuckerkügelchen bekämpft werden sollen, lachen die sich tot.
    Mehr fällt mir zu diesem Unsinn leider nicht ein.

  43. @ noch´n Flo:
    „Nein, aber von Ihnen kommt doch absolut nichts, was auch nur im Ansatz neu, originell oder diskutabel wäre.“

    Also dann wird´s jetzt zur Abwechsung mal ernst, diskutabel, neu (für manchen hier) und ohne Provokation, aber dafür ohne Popcorn:

    „„Dass die Resistenzzüchtung von der Länge der AB-Gabe abhängt, ist schon längst überholt, vielmehr werden zur Vermeidung kürzere AB-Gaben emphohlen, da es hierbei offensichtlich (wie in der Homöopathie..) um ein alles oder nichts Prinzip geht.“

    Flo: „Das ist allerdings 100%iger Kokolores. Wo hast Du diese Behauptung her?“

    „Hauptgrund für diese Regel war die Befürchtung, dass eine zu kurze Antibiotikatherapie eine Resistenzbildung begünstigt. In den Empfehlungen für Patienten, die von der WHO anlässlich der World Antibiotic Awareness Week vom 13. bis 19. November 2017 veröffentlicht wurden, taucht diese Regel nicht mehr auf (2). Was ist der Hintergrund für diese geänderte Strategie? Es ist ein wichtiger Paradigmenwechsel, der hier stattgefunden hat.

    Zum einen sind in den vergangenen Jahren viele Studien zu dem Ergebnis gekommen, dass bei verschiedenen Infektionen kürzere Antibiotikatherapien gegenüber den bisherigen Standards gleichwertig oder sogar überlegen sind. Beispielhaft zeigte dies etwa eine im Jahr 2016 veröffentlichte Untersuchung zur ambulant erworbenen Lungenentzündung: Eine 5-tägige Antibiotikatherapie erwies sich als ebenso wirksam wie eine 10-tägige. (3).

    https://www.aerzteblatt.de/archiv/194883/Antibiotika-Einnahme-Einfache-Faustregeln-greifen-zu-kurz

    …ich hoffe, die Quelle ist im Gegensatz zu meinen sonstigen Verlautbarungen verläßlich genug…..

  44. @Schorschi

    2 Autos fahren mit 100km/h zu einem 100km entfernten Ziel. Das erste Auto kontrolliert man nach 2h, ob es das Ziel erreicht hat. Ja, hat es. Das zweite Auto wird nach 1h kontrolliert. Auch dieses ist am Ziel. Daraus folgt nun messerscharf, dass je kürzer die gefahrene Zeit ist, desto schneller ist das Ziel erreicht. Oder so.

  45. @ Schorschi:

    Ein nicht reviewter (!) Artikel, der sich u.a. auf einen Vergleich stützt, der schon lange nicht mehr aktuell ist (5 Tage Behandlung bei Lungenentzündung sind schon längst Standard), und das Hauptproblem, dass man sich jeden Antibiotika-Einsatz grundsätzlich überlegen sollte, verdreht zu einem Argument für kürzere Einsatzzeiten und immer wieder „viele Studien“ bzw. „eine grosse Zahl von Studien“ erwähnt, ohne auch nur eine einzige davon konkret zu benennen – LOL!

    Aber immerhin eine Aussage ist richtig:

    „In Zukunft muss für Antibiotika die Regel gelten: „So lange wie nötig, so kurz wie möglich“.“

    Nur schreiben hier Kliniker, die mal wieder offenbaren, dass Klinik- und Universitätsärzte oftmals keinen Blassen von den Realitäten der ambulanten Versorgung haben, bei der man schlichtweg Sicherheitsspannen für die Dauer der AB-Einnahme einrechnen muss, weil man beim ambulanten Patienten nun mal nicht 2x täglich Blut abnehmen und untersuchen kann.

    Stattdessen wird von der idealen Versorgung eines Grossspitals ausgegangen.

    Sorry, aber im Regelfall müssen wir Hausärzte AB verordnen, ohne genau zu wissen, mit welchem Keim wir es zu tun haben.

    Im besten Fall haben wir bei AB-Verordnung zumindest die Entzündungswerte des Patienten vorliegen, die auf einen bakteriellen Infekt hindeuten, so dass wir nicht (und das ist das grösste Problem bei der Resistenzenzüchtung) aus reiner Vorsicht einen viralen Infekt mit AB anbehandeln und dieses dann nach 2 Tagen, wenn die Laborresultate vorliegen, wieder absetzen – und genau damit dann Resistenzen im Mikrobiom züchten.

    Dazu wäre es sehr hilfreich, wenn die Grundversorger in Deutschland (wie hier in der Schweiz) die entsprechenden Untersuchungen sofort in der eigenen Praxis durchführen könnten, anstatt sie ins Labor schicken und auf die Ergebnisse u.U. 1-2 Tage warten zu müssen.

    Sorry, aber das reicht noch nicht, Schorschi. Aber ein kleines Fleisssternchen bekommst Du für die Mühe, den Artikel rauszusuchen: * ;)

  46. Besonders ironisch an der Sache ist doch, dass die bayerische AfD, die wenn es um den Klimawandel geht, abseits der Wissenschaft steht, auf einmal auf der Seite der Wissenschaft zu stehen scheint.

    Ebenfalls so seltsam bei den Homöpaten ist, dass die nicht in eine totale „Paranoia Fuel“ verfallen.

    Wenn nämlich Homöopathie so wirken würde, wie die sich das vorstellen, hätten nämlich Mörder längst die durch die „Schulmedizin“ nicht nachprüfbare Homöpathie entdeckt, mal eben schnell ein D30 hochpotenziertes Gift (schön esotherisch…ähhm…ich meine natüüürlich voll wissenschaftlich geschüttelt) verabreicht, Opfer ist tot, Mord kann nicht nachgewiesen werden.

    Wieso dann also das ganze Brimborium mit all den ja viiiieeeel zu leicht nachweißbaren Giften in Volldosis?

    Oder eine Flasche homöopathisches Gift in die Wasserresservoires, ein weites Feld täte sich da für Terroristen auf.

    Damit, so meine mir mal eben mit der philosophischen Methode aus den Fingern und aus meinem Erinnerungsvermögen gesaugte Stängelsche „Metastudie über die Wirksamkeit von Homöopathie“ haben Kriminelle, die schon oft genug nach der effizientesten Art, jemanden um die Ecke zu bringen, die Nichtwirksamkeit von Homöopathie bewiesen, in dem sie diese völlig ignorieren, nicht mal in Betracht ziehen.

    ——-
    Hinweise für Allergiker: Kommetar kann Spuren von Sarkasmus und Ironie enthalten.

  47. So richtig homöopathesk ist ihre Mord- und Terroranleitung nicht, Michael Stängl. Um gesunde Menschen umzubringen, brauchenen sie kein potenziertes „Gift“, sondern vielmehr etwas potenziertes, was aus etwas gesund machendem hergestellt wird (Ähnlichkeitsregel!). Ferner müßten sie mit jedem potentiellen Opfer ein ausführliches Anamnesegespräch führen, um das individuelle Gesundmachmittel zu ermitteln, sonst funktioniert das alles nicht.

  48. Homöopathie schadet doch nicht, die nützt nur. Muss man wissen! :P

  49. Aktuelle PM der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie zum Thema Antibiotika:

    DGI-Experten empfehlen: Der Arzt sollte idealerweise eine individuelle Einnahmedauer vorgeben, die gezielt auf die jeweilige Infektion und den zu erwartenden Verlauf abgestimmt ist. Sind die Symptome frühzeitig ausgeheilt, sollte der Patient den Arzt kontaktieren und mit ihm das weitere Vorgehen besprechen. Für Antibiotika gilt also, was für andere Medikamente auch gilt: Sie sollten so lange wie nötig, aber so kurz wie möglich eingenommen werden.

  50. @ Bernd Harder:

    „Der Arzt sollte idealerweise eine individuelle Einnahmedauer vorgeben, die gezielt auf die jeweilige Infektion und den zu erwartenden Verlauf abgestimmt ist.“

    Auch hier spricht wieder der Kliniker, der offenbar keine Ahnung hat, wie es an der hausärztlichen Basis aussieht. Wenn ich bei einem Patienten mit Schnupfen, Husten, Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Fieber lediglich anhand des stark erhöhten CRPs den bakteriellen Infekt bestätigen, jedoch diesen nicht genau lokalisieren kann (geschweige denn weiss, mit welchem Bakterium ich es genau zu tun habe), wie soll ich dann eine Antibiose „gezielt“ auf die Infektion abstimmen? Oder den zu erwartenden Verlauf?

    Da gibbet Co-Amoxicillin 2x1g/d für 6d und jut is!

  51. noch ein (hoffentlich als konstruktiv eingeordneter) Zwischenruf für RPGNo1:

    Ihr Schweizer habt/macht es einfach besser auf der ganzen Linie:

    https://www.tagesanzeiger.ch/contentstationimport/antibiotika-6400z-globuli-statt-antibiotika-bei-halsschmerzen/story/22001517

  52. @Schorschi:

    Dass bei Bagatellerkrankungen zu schnell und zu oft Antibiotika verschrieben werden, ist doch kein Geheimnis.

    Aber die Alternative dazu ist eben *nicht* Homöopathie – sondern einfach gar nichts zu tun, worauf wir schon vor fünf Jahren hingewiesen haben:

    https://blog.gwup.net/2012/12/23/die-homoopathie-luge-ein-interview-teil-2/

  53. @Schorschi

    Von wegen konstruktiv: Es ist nicht unbedingt beruhigend, dass der Autor seinen Artikel mit „alternative(r) Behandlung“ vs. „Schulmedizin“ einleitet. Denn „Schulmedizin“ gibt es nicht, dass ist ein Kampfbegriff aus dem alternativmedizinischen Millieu.

    Zum Rest des Artikels hat Bernd Harder bereits alles gesagt.

    Im Übrigen unterliegt ein Zeitungsartikel nicht gerade dem Peer-Review.

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