Archiv-Seite 29

Zum Geburtstag einen Yeti: Reinhold Messner plant neue Himalaya-Expedition

Gegen Ende des Sommers kommt doch noch das eine oder andere Sommerlochtier aus seinem Versteck.

Nach dem isländischen Wurmmonster bringt jetzt Bild mal wieder den Yeti aufs Tapet.

In einem Geburtstags-Interview mit Reinhold Messner kündigt der bald 70-jährige Bergfex eine neuerliche Yeti-Expedition an.

Vermutlich nicht völlig zu Unrecht sieht Messner in der kürzlich vorgelegten “Yeti-Genom-Studie” eine Bestätigung seiner eigenen Beobachtungen, die er bereits 1998 als Buch herausbrachte.

In “Yeti Legende und Wirklichkeit” schrieb der Extrem-Bergsteiger von einem Bären, der lediglich im Auge des Betrachters zu einem mythologischen Wesen mutiert:

Der Yeti ist eine Summe aus Phantasie, Wunschdenken, Legende und einem real existierenden Tier. Wenn ich diesen Bären in einen Zoo stelle oder untertags ansehe, so ist er nichts als ein einfacher Bär. Aber wenn mir dieses Tier nachts in der Wildnis auf zwei Beinen gegenübersteht, wird es zum Yeti [...]

Meine Aufklärungsgeschichte besteht darin, dass ich die genaue Legende des Yeti aus dem Himalaya erzähle und deckungsgleich dazu ein Tier vorstelle. Ein Tier wohlbemerkt, keinen Menschen oder Neandertaler. In seinem Verhalten, seinen Fressgewohnheiten, seiner Größe und seinem Haarkleid entspricht es der Legende. Das ist meine Arbeit gewesen.”

Und tatsächlich erbrachte in diesem Jahr die Arbeit des Humangenetikers Bryan Sykes von der Universität Oxford Hinweise auf einen “Rätselbären” im Himalaya.

Der Bild-Zeitung sagte Messner jetzt:

Der Yeti-Bär ist nur nachts unterwegs und in der Nacht sind alle Schatten grau. Ich habe in meinen 10-jährigen Forschungsarbeiten diesen Bären auch mit Nachtsichtgeräten beobachtet.

Als mir 1986 klar wurde, dass dieser Bär die zoologische Figur ist, die zur Yeti-Legende passt, habe ich diese Bären verfolgt. Das hat mich sehr viel Zeit und Geld gekostet [...]

Wenn ich nächstes Jahr bei dieser geplanten Yeti-Expedition dabei sein sollte und dieses Riesen-Ungeheuer an mir vorbeilaufen sollte – dann werde ich glücklich sein.”

Es sei ihm von Herzen vergönnt.

Zum Weiterlesen:

  • Jetzt jage ich den Yeti! Bild am 30. August 2014
  • Ein Sommerloch ohne Panther, Bigfoots und Lottis? GWUP-Blog am 8. August 2014
  • Ein garantiert echtes Video vom isländischen Wurmmonster, GWUP-Blog am 27. August 2014
  • Der Yeti ist los, GWUP-Blog am 15. Oktober 2010
  • Die Yeti-Genomstudie ist da, GWUP-Blog am 2. Juli 2014
  • Shipton’s iconic 1951 Yeti footprint photos up for auction, Doubtful News am 30. August 2014
  • Connecticut’s Hidden Animals? Skeptical Inquirer Volume 38.3, May/June 2014

WDR 2 Sonntagsfragen: Die GWUP und das Unerklärliche

In der Hörfunksendung “Sonntagsfragen” bei WDR 2 ging es um “Geister und Gabelbieger, merkwürdige Zufälle, unerklärliche Phänomene” und die Skeptiker:

Gibt es für alle außergewöhnlichen Ereignisse wirklich immer eine (physikalische oder psychologische) Erklärung?

Erliegen wir Sinnestäuschungen, wenn die Tassen aus dem Schrank fallen und wir Geschehnisse voraus ahnen oder sind das nur quantenmechanische Verschränkungen im Hirn?

Eine Sendung über Ufos, Verschwörungstheorien und den Weltuntergang der übrigens bereits hinter uns liegt.”

Hier geht’s zum Podcast und hier zum MP3-Download.

Zum Weiterlesen:

“Hogwarts an der Oder”: der Spielplan für 2014

Anfang des vergangenen Jahres schrieben wir hier:

Hogwarts an der Oder bleibt uns auch 2013 erhalten. Für beste Unterhaltung aus dem Komödienstadl der Para- und Pseudowissenschaften ist auch weiterhin gesorgt.”

Gute Nachricht: Unser Abo ist verlängert worden!

Psiram stellt das Lehrangebot 2014 des Instituts für transkulturelle Gesundheitswissenschaften der Europa-Universität Viadrina (IntraG) vor und kann wieder echte Schenkelklopfer empfehlen, darunter “Geschichte traditioneller Chinesischer Chronobiologie/psychologie” oder “Hawaiianischer Schamanismus”:

Joa mei, da legst di doch nieda! Vor Lachen.”

Joseph Kuhn nimmt in seinem Science-Blog Gesundheits-Check eine aktuelle Dissertation am IntraG unter die Lupe, und zwar zum Thema “Quantenheilung”.

Betreut wurde die Diss. natürlich wieder von Goldenes Brett vorm Kopf-Preisträger Prof. Harald Walach, der ja auch schon die berüchtigte Masterarbeit über den Kozyrev-Spiegel ganz toll fand.

Kuhns Fazit:

Ich frage mich, was man am Frankfurter Institut aus der Kritik an der Masterarbeit gelernt hat.

Und welche medizinische Fakultät demnächst mit dieser Speerspitze der Aufklärung zusammenarbeiten soll, eine solche Kooperation war ja das Versprechen der Viadrina damals, um der von der Brandenburgischen Hochschulstrukturkommission empfohlenen Auflösung des Instituts aus dem Weg zu gehen.

Da wäre wohl zum Abschluss das Lied „Nothing changed“ passend.”

Zum Weiterlesen:

  • Hogwarts an der Oder: mag. plast. scham. – oder: Wer will noch mal, wer hat noch nicht? Psiram am 28. August 2014
  • Neues von der Speerspitze der Aufklärung, Gesundheits-Check am 23. August 2014
  • Viadrina: Wissenschaftsfreiheit oder Narrenfreiheit? GWUP-Blog am 9. September 2013
  • Uni Viadrina: Hogwarts an der Oder, GWUP-Blog am 7. Mai 2012
  • Was hat “Quantenheilung” mit Quantenphysik zu tun? GWUP-Blog am 3. Mai 2013

Vortrag „Darf man Unfug Unfug nennen?“ in München

Am kommenden Montag (8. September) ist Dr. Martin Mahner, Leiter des Zentrums für Wissenschaft und kritisches Denken, in München.

Beim HVD Bayern spricht er zum Thema

Darf man Unfug Unfug nennen? Zur Abgrenzung von Wissenschaft und Pseudowissenschaft”

Aus der Ankündigung:

Aus wissenschaftlicher Sicht sind Bereiche wie Astrologie, Kreationismus oder Homöopathie Unfug. Sie sind pseudowissenschaftlich.

Wer jedoch das Wort „Pseudowissenschaft“ benutzt, sieht sich heute der Kritik ausgesetzt, er greife auf einen bloßen Kampfbegriff zurück, der keinen Inhalt habe, sondern Andersdenkende nur diskreditieren soll.

In der Tat ist die Abgrenzung von Wissenschaft und Pseudowissenschaft nicht so einfach, wie es sich gerade Naturwissenschaftler oft vorstellen. So taugt etwa der populäre Verweis auf Falsifizierbarkeit recht wenig zur Abgrenzung.

Der Vortrag wird die Probleme bei der Abgrenzung von Wissenschaft und Pseudowissenschaft beleuchten und zeigen, wie man dennoch sinnvoll Fug und Unfug voneinander unterscheiden kann.”

Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr in der Seidlvilla Schwabing, Nikolaiplatz 1 (80802 München).

Der Eintritt kostet 6 €, ermäßigt 4 €.

Zum Weiterlesen:

  • Martin Mahner: Was sind Parawissenschaften? Der Versuch einer Neubestimmung, Skeptiker 4/2009
  • Warum ist es wichtig, sich mit Parawissenschaften zu beschäftigen? Skeptiker 4/1997
  • Wie sollten wir mit Parawissenschaften umgehen? Skeptiker 4/1997
  • Wissenschaft vs. Pseudo, GWUP-Blog am 15. Dezember 2013
  • Skeptiker sind nervig, überheblich, unsympathisch, GWUP-Blog am 21. August 2013
  • Pseudowissenschaften, Wissenschaft und Demokratie, GWUP-Blog am 7. August 2013
  • Geld sparen durch Skeptizismus, naklar.at am 25. Februar 2013
  • How to Spot Pseudoscience, Skeptoid am 6. April 2007

Online-Petition gegen den Gemeinnützigkeitsstatus der Homöopathen ohne Grenzen

Die aktuelle Petition “Globuli ins Süßwarenregal” ist unleugbar sinnvoll und spiegelt eine genuine GWUP-Forderung wider hat aber nichtsdestotrotz satirischen Charakter.

In jeder Hinsicht unterstützenswert ist indes eine neue Online-Petition, die seit heute gezeichnet werden kann:

Gemeinnützigkeit der Homöopathen ohne Grenzen ist unmöglich.”

Der Antragsteller fordert, dem Verein “Homöopathen ohne Grenzen” die Gemeinnützigkeit zu entziehen.

Aus dem Petitionstext:

Seit Jahren versucht der beim Amtsgericht Hamburg unter der Nummer 17436 eingetragene, angeblich gemeinnützige Verein Homöopathen ohne Grenzen (HOG) Menschen in der Dritten Welt und in Krisengebieten mit Homöopathie zu helfen.

Diese Bemühungen waren und sind von vornherein zum Scheitern verurteilt, denn alle bisher durchgeführten, belastbaren Studien haben die von Homöopathen behaupteten Wirkungen von Homöopathika widerlegt.

Homöopathie ist nichts weiter als eine magisch ritualisierte Scheinmedizin, die günstigstenfalls Placebo-Effekte provoziert.

Die Indoktrination hilfsbedürftiger Menschen durch missionierende Homöopathen birgt stets die Gefahr, dass von evidenzbasierter und wirksamer Medizin abgelenkt wird. Den Menschen wird das, was wirklich hilft vorenthalten und sie bekommen stattdessen wertlose Pseudomedizin eingeredet.

Langfristig muss das zu Vertrauensverlusten und Konflikten führen, die dann auch die Arbeit seriöser Hilfsorganisationen behindern können. Außerdem steht das Ansehen der Bundesrepublik Deutschland auf dem Spiel.

Der Verein Homöopathen ohne Grenzen ist von der Hamburger Finanzbehörde als gemeinnützig anerkannt worden. Er wird damit indirekt staatlich gefördert.

Aufgrund der gegebenen Sachlage halten wir diese Anerkennung für falsch. Bei genauer Prüfung der Hintergründe und Zusammenhänge wird sich unseres Erachtens herausstellen, dass tatsächlich keine der in § 52 AO genannten Voraussetzungen für eine Anerkennung vorliegt.

Die Kritik an den HOG ist schon länger öffentlich und dürfte auch der Hamburger Finanzbehörde nicht entgangen sein. Warum sie bisher dort keine Beachtung fand, ist nicht bekannt.

Wir fordern deshalb die Finanzbehörde Hamburg auf, eine erneute und gewissenhafte Prüfung der Angelegenheit vorzunehmen.”

Tatsächlich hatte sich schon 2012 der Science-Blog Diax’s Rake mit der Gemeinnützigkeit der “Homöopathen ohne Grenzen” beschäftigt.

2013 wurden die Pseudo-Gutmenschen mit dem “Goldenen Brett vorm Kopf” für den größten antiwissenschaftlichen Unfug des Jahres bedacht.

Erst kürzlich haben die globalen Globuli-Lobbyisten in Kenia ein “Lehrheft mit 19 Mitteln zur Akutversorgung bei Notfällen” verteilt.

Dabei zeigt nicht zuletzt die Ebola-Epidemie in Westafrika, dass …

… der Glaube an Homöopathie und anderen Hokus-Pokus Leben kosten kann”,

wie Der Tagesspiegel schreibt.

Eine Online-Petition hat natürlich keinen direkten Einfluss auf das Finanzamt Hamburg-Nord.

Aber Politiker und Behörden werden durch öffentlichen Druck genötigt, sich mit dem Thema zu beschäftigen.

Hier geht’s zur Petition.

Zum Weiterlesen:

  • Aids? Da haben wir auch was für Sie …, Psiram am 11. August 2014
  • Ebola? Da haben wir etwas für Sie …, Psiram am 9. August 2014
  • Der grenzenlose Irrglaube der Homöopathen ohne Grenzen, GWUP-Blog am 4. Dezember 2013
  • Das Goldene Brett für Homöopathen ohne Grenzen, futurezone.at am 3. Dezember 2013
  • Das “Goldene Brett” 2013 für Rüdiger Dahlke und die Homöopathen ohne Grenzen, GWUP-Blog am 29. November 2013
  • Homöopathen-Denke mit engen Grenzen, GWUP-Blog am 1. Dezember 2013
  • Quacksalber ohne Grenzen, GWUP-Blog am 28. November 2013
  • Wie Homöopathen die Menschen in Sierra Leone verarschen, Astrodicticum simplex am 30. März 2010
  • Homöopathen ohne Grenzen: Cola light für Hungergebiete, GWUP-Blog am 10. Oktober 2013
  • Homöopathen erkennen mal wieder nicht ihre Grenzen, GWUP-Blog am 29. Oktober 2012
  • Globuli für Afrika, GWUP-Blog am 14. Juni 2010
  • Zuckerpillen für Afrika, GWUP-Blog am 16. Januar 2010
  • Das ist der (Satire-) Gipfel: Homöopathen ohne Grenzen, GWUP-Blog am 10. November 2013
  • Petition “Globuli ins Süßwarenregal”, GWUP-Blog am 12. August 2014
  • Homöopathen ohne Grenzen: Nützt es nicht, schadet es auch nicht? skeptiker.ch am 15. Dezember 2013
  • Die Gemeinnützigkeit der Homöopathen ohne Grenzen, Diax’s Rake am 28. Oktober 2012
  • Haben homöopathische AIDS-Heiler den Status der Gemeinnützigkeit verdient? Detritus am 11. November 2012
  • Diax’s Rake gegen die Homöopathen ohne Grenzen, Psiram am 29. Oktober 2012
  • „Homöopathen ohne Grenzen”: Lehrheft mit 19 Mitteln zur Akutversorgung bei Notfällen für Kenia, Ratgeber-News-Blog am 29. Juli 2014

Video: Wunderheiler und ihre dubiosen Geschäfte

Schöner Beitrag bei defacto (hr-fernsehen) zum Thema “Wunderheiler und ihre dubiosen Geschäfte”:
Von der Sendungsseite:
Esoterik ist ein Milliardengeschäft. Immer mehr Menschen suchen Halt und Heilung in alternativen Methoden. Ob Hypnosen, Aura-Analyse oder die Heilung schwerer Krankheiten durch Energiefeldimpulse, das Angebot ist vielseitig. Dürfen selbsternannte Heiler einfach so Heilsversprechen abgeben?”
Hier geht’s zur Mediathek.
Zum Weiterlesen:
  • Buch: Wie Esoterik die Köpfe leert und die Kassen füllt, GWUP-Blog am 15. April 2013
  • Krebs-Scharlatane: Wenn Patienten den Tumor ärgern, GWUP-Blog am 8. Juli 2014
  • Homöopathie bei Krebs: Es ist alles noch viel schlimmer, GWUP-Blog am 23. Juni 2014
  • Wenn “Geistheiler Nikolaus” wohlfeile Märchen über Bruno Gröning erzählt, GWUP-Blog am 2. Oktober 2013
  • Geistheiler Horst Krohne der vom Scheintod auferweckte, Ratgeber-News-Blog am 26. August 2014
  • Ac Tah – auch nach 2012 auf der Maya-Schiene unterwegs, Psiram am 18. August 2014
  • Maurizio Enrico Galati – ein schamanisierender Selbstdarsteller mit Heilerwahn, Psiram am 13. August 2014

Ein Offener Brief zum Kurs „Pendelpraxis“ an der Mainzer Volkshochschule

Ein Nachklapp zum “Pendelkurs” der Mainzer Volkshochschule:

Dr. Rainer Wolf hat für den GWUP-Wissenschaftsrat einen Offenen Brief an die Verantwortlichen geschickt, den wir im Wortlaut veröffentlichen:

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Bestürzung nehme ich zur Kenntnis, dass an Ihrer VHS von Gerhild Schinabeck-Lohnes im November 2014 ein Kurs Pendelpraxis I angeboten wird.

In der Kursbeschreibung heißt es:

“Sie erlernen in diesem Kurs, Ihre bisher unentdeckten und noch nicht entwickelten Fähigkeiten zu aktivieren. Mithilfe des Pendels werden Sie in der Lage sein, Ihre Lebensmittel, Medikamente, Kosmetika und mehr auf Verträglichkeit und biologische Qualität zu testen. Somit beschreiten Sie einen Weg zu mehr Lebensqualität. Ein wichtiger Teil des Lernprogramms ist der Umgang mit Pendeldiagrammen.”

Offensichtlich ist den für das Lehrprogramm verantwortlichen Personen nicht bekannt, dass Pendeln ebenso wie das Muten mit der Wünschelrute pseudowissenschaftliche Methoden sind, die jeglicher objektiver Grundlage entbehrt.

Tatsache ist, dass laut verlässlicher wissenschaftlicher Erkenntnis ein Pendel *immer* nur so ausschlägt, wie es die pendelnde Person (bewusst oder unbewusst) erwartet.

Um Lebensmittel, Medikamente, Kosmetika und mehr auf Verträglichkeit und biologische Qualität zu testen, ist es absolut ungeeignet. Es zeigt lediglich subjektive Erwartungshaltungen an, die völlig  bedeutungslos sind.

Die angekündigten Pendeldiagramme sind reiner Unfug.

Wie jeder seriöse Wissenschaftler bin ich natürlich grundsätzlich offen für die Möglichkeit, dass die wissenschaftliche Erkenntnis hier irrt, dass also an solchen esoterischen Methoden doch etwas dran ist.

In diesem Zusammenhang sollten Sie wissen, dass die GWUP seit vielen Jahren das Preisgeld von 10.000 € ausgelobt hat für den ersten Nachweis eines paranormalen Phänomens, zu dem das Pendeln zählt.

In den USA sind dafür von der James Randi  Educational Foundation (Florida) sogar eine Million Dollar ausgeschrieben.
Bis heute konnte noch niemand mit einem Pendel etwas herausfinden, was ihm selbst unbekannt war.

Sollte Schinabeck-Lohnes in der Lage sein, mit dieser Methode zwischen geeigneten und ungeeigneten Substanzen zu unterscheiden, wäre dies eine wissenschaftliche Revolution, und wir würden sie sehr gern zu unseren Würzburger Psi-Tests  einladen, die bei Erfolg mit den genannten Preisgeldern dotiert sind.

Solange die angebliche Leistung der Dame nicht objektiv überprüft worden ist, sollte man sie von einer seriösen VHS fernhalten.

Ich halte es für untragbar, wenn eine VHS, die mit öffentlichen Geldern mitfinanziert wird, pseudowissenschaftlichen Blödsinn verbreitet, mit dem die Kursteilnehmer verdummt werden. Wenn Sie nicht wollen, dass die VHS Mainz sich blamabel als Hort für Esoterik und Pseudowissenschaft outet, sollten Sie dieses Kursangebot umgehend streichen.

Sonst könnte es Ihnen so gehen wie der VHS Kitzingen, die sich 2001 bei einer entsprechenden Auseinandersetzung in den Printmedien ziemlich blamiert hat.”

Zum Weiterlesen:

  • Keine Esoterik mehr an Österreichs Volkshochschulen, GWUP-Blog am 1. September 2014
  • Pendeln, Wünschelruten, Astrologie, Tarot: Wie sich (m)eine Volkshochschule wieder einmal lächerlich macht! Wahrsagerchecks-Blog am 15. Juli 2014
  • Das Elend der Volkshochschulen – Die Ihr eintretet, lasst alle Vernunft fahren, Psiram am 1. Februar 2013
  • Die vhs Mainz und ihr Leitbild: Epic Fail! Wahrsagerchecks-Blog am 22. Juni 2013
  • Die vhs Mainz und ihr Leitbild: Epic Fail! (Teil 2), Wahrsagerchecks-Blog am 25. Juli 2013
  • VHS-Esoterik: Aktuelle Beispiele aus Mainz und Cuxhafen, Wahrsagerchecks-Blog am 21. Januar 2010
  • Volkshochschulen: Neues Halbjahr, alter Schwachfug, GWUP-Blog am 2. Februar 2013
  • VHS: Viel hochgradiger Schwachsinn, GWUP-Blog am 20. Juli 2011
  • PSI-Tests 2012: Bio-Eier, Pendel und Wünschelruten, GWUP-Blog am 26. August 2012

Nostradamus und der Erste Weltkrieg – mitnichten ein prophetischer Treffer

Schon klar, dass im Gedenkjahr “100 Jahre Erster Weltkrieg” alle möglichen Facetten dieses historischen Ereignisses ausgeleuchtet werden an diesem Wochenende zum Beispiel “20 Wörter aus dem Ersten Weltkrieg, die wir heute noch benutzen” (Welt-Online).

Was aber Focus-Online geritten haben mag, den “Seher” Nostradamus zu exhumieren, ist wohl nur mit der veritablen Krise zu erklären, in der die Marke “Focus” steckt.

Der französische Pestarzt (1503-1566) soll “erstaunlich genau” den Ersten Weltkrieg vorausgesagt haben, meint der Focus-Autor.

Und übernimmt damit völlig unreflektiert die übliche Lesart der esoterischen Nostradamus-Exegeten.

Genau wie diese bemüht Focus-Online Vers 64 der ersten Centurie:

Nachts glaubt man die Sonne zu sehen – wenn man erblickt halb Schwein, halb Menschenkind – Lärm, Schreie, Schlacht in Himmelshöhen – wilde Tiere zu vernehmen sind.”

Die Deutung des Autors:

Das Wesen in der zweiten Zeile erinnert an einen Soldaten mit Gasmaske und die wilden Tiere, die man am Ende sprechen hört, an Kommandos bellender Offiziere.”

Das mag zwar naheliegen aber mit freiem Assoziieren kommt man den Schriften des Renaissance-Gelehrten realistischerweise nicht bei.

Mittlerweile sollte sich auch in den Medien herumgesprochen haben, dass die Centurien nicht von der Zukunft künden, sondern Nostradamus’ eigene Gegenwart im 16. Jahrhundert widerspiegeln.

Um Personen, Ereignisse und Stimmungen seiner Zeit zu paraphrasieren, plünderte Nostradamus vor allem die Prodigienliteratur der frühen Neuzeit.

Über eines der wertvollsten Werke dieser Art, das “Augsburger Wunderzeichenbuch”, haben wir Anfang des Jahres hier berichtet.

Auch Vers I,64 spricht nicht von Gasmasken, Kanonendonner und modernen Luftkriegen statt dessen präsentiert Nostradamus hier ein ganzes Arsenal von Vorzeichen:

Eine Sonne, die des Nachts gesehen wird, die Missgeburt eines Wesens, halb Mensch, halb Schwein, eine Schlacht im Himmel und sprechende wilde Tiere.

Die Nostradamisten, in Unkenntnis der Prodigienliteratur und der Bedeutung der Geschichte der Deutung von Vorzeichen, meinen freilich, die abenteuerlichsten Dinge in diesem Vierzeiler erkennen zu können.

In Wahrheit handelt es sich um nichts anderes als die Aneinanderreihung klassischer Prodigien. Die Vorzeichen finden sich alle in der Sammlung des Julius Obsequens [...]

Auch Schweine mit menschlichem Kopf zählten zum Inventar der Prodigien: In Tarquinii wurde ein solches Monster im Jahre 210 v. Chr. geboren, in Sinuessa erschienen gleich zwei in den Jahren 198 und 200 v. Chr.”

Von dem “Schwein mit Menschenkopf” ist zum Beispiel in dieser Prodigiensammlung aus Italien die Rede. Und wie solche literarischen Überlieferungen zu Nostradamus gelangt sind, illustriert diese Grafik.

Dem beifälligen “Chapeau” des Focus-Autors für die “prophetische Leistung” des Michel de Nostredame können wir uns also aus guten Gründen nicht anschließen.

Auch im Gedenkjahr 2014 werden die angeblichen “Kriegsprophezeiungen” des Nostradamus nicht richtiger.

Zum Weiterlesen:

  • Artikelserie “Wie analysiert man Nostradamus-Verse?” GWUP-Blog am 21. April 2010
  • Bernd Harder: Leitfaden für Endzeit-Liebhaber. Herder, Freiburg 2011
  • Bernd Harder: Nostradamus Ein Mythos wird entschlüsselt. Alibri, Aschaffenburg 2000
  • Elmar Gruber: Nostradamus. Sein Leben, sein Werk und die wahre Bedeutung seiner Prophezeiungen. Scherz, Bern 2003
  • Tote Vögel, Bienen und Nostradamus, GWUP-Blog am 6. Januar 2012
  • Nostradamus-Fake: GWUP-Forscher findet Originale, GWUP-Blog am 27. August 2009
  • Märchenstunde bei n-tv: “Das Nostradamus-Buch”, GWUP-Blog am 23. Februar 2013
  • Hoaxilla #25 – „Nostradamus“ vom 5. Dezember 2010
  • Sagte Nostradamus auch den Ersten Weltkrieg voraus? Focus-Online am 29. August 2014
  • Focus in der Krise: Jetzt schneller sterben ohne Internet, FAZ am 30. August 2014
  • Prognosen 2014: Nostradamus und der 3. Weltkrieg, Wahrsagerchecks-Blog am 12. Februar 2014
  • Prognosen 2014: Herr Dimde und sein kriegerisches Nostradamusgeschwurbel, Wahrsagerchecks-Blog am 17. April 2014

Keine Esoterik mehr an Österreichs Volkshochschulen

Die einschlägig berüchtigte Mainzer Volkshochschule bietet im kommenden Semester mal wieder einen Kurs “Pendelpraxis” an, der die Teilnehmer in die Lage versetzen soll,

… Ihre Lebensmittel, Medikamente, Kosmetika und mehr auf Verträglichkeit und biologische Qualität zu testen.”

“Volksverdummung und Panikmache” hieß es zu solchen und ähnlichen Angeboten schon vor drei Jahren im Ärzteblatt.

Auch in den Skeptiker-Blogs sind die Volkshochschulen und ihr merkwürdiges Verständnis von “Bildung” ein Dauerthema.

In Österreich dagegen steht sogar eine Vortragsreihe der Wiener Skeptiker im Programm.

Möglicherweise hängt das auch mit den “Richtlinien der Österreichischen Volkshochschulen zum Umgang mit Esoterikangeboten”, die im November 2013 beschlossen wurden und auf die der Ratgeber-News-Blog aufmerksam macht:

Wir haben uns österreichweit ganz bewusst entschieden, eine Esoterik-Richtlinie einzuführen. Wir bieten keine Kurse an, die keinen wissenschaftlichen Hintergrund haben”,

erklärt aktuell dazu die pädagogische Leiterin der VHS Kärnten in der Kleinen Zeitung.

Die Esoterik-Richtlinien des Verbands Österreichischer Volkshochschulen schreiben unter anderem fest, dass folgende Inhalte abzulehnen sind:

  • Angebote, die Allmachtsphantasien betonen.
  • Angebote, in denen Einweihungen und Riten vorgenommen werden.
  • Angebote von Sekten beziehungsweise Personen, die für Sekten werben.
  • Angebote auf der Basis von Spekulationen mit reinem Glaubenscharakter, die sich maßgeblich auf die Weltanschauung oder auf die Persönlichkeit der Menschen auswirken.
  • Angebote, in denen Werkzeuge für Prophetie oder die Ausbildung dazu in den Mittelpunkt gestellt werden.
  • Angebote, bei denen überirdischen/außerirdischen Wesen ein entscheidender Einfluss auf den Menschen zugeschrieben werden, wie Engelskult, Geisterglauben, Satanismus oder Dämonenkult.
  • Spekulative Verfahren ohne Wirkungsnachweis.

Damit sollte man mal beim Deutschen Volkshochschul-Verband vorstellig werden.

Zum Weiterlesen:

  • Österreich: VHS verabschiedet sich von Esoterik-Angeboten, Ratgeber-News-Blog am 28. August 2014
  • Pendeln, Wünschelruten, Astrologie, Tarot: Wie sich (m)eine Volkshochschule wieder einmal lächerlich macht! Wahrsagerchecks-Blog am 15. Juli 2014
  • Das Elend der Volkshochschulen – Die Ihr eintretet, lasst alle Vernunft fahren, Psiram am 1. Februar 2013
  • Die vhs Mainz und ihr Leitbild: Epic Fail! Wahrsagerchecks-Blog am 22. Juni 2013
  • Volkshochschulen: Neues Halbjahr, alter Schwachfug, GWUP-Blog am 2. Februar 2013
  • VHS: Viel hochgradiger Schwachsinn, GWUP-Blog am 20. Juli 2011

Die ersten Videos: Skeptiker beim Ice Bucket Challenge

Da mag der Erzbischof von Lingayen-Dagupan noch so sehr den warnenden Zeigefinger heben:

Die “Eiskübelherausforderung” (Ice Bucket Challenge) hat auch die Skeptiker erreicht.

Zum Beispiel den stellvertretenden GWUP-Vorsitzenden Rouven Schäfer, Dr. Benedikt Matenaer von den Rhein-Ruhr-Skeptikern, Wissenschaftsratsmitglied Dr. Mark Benecke, Waldorf-Kritiker André Sebastiani sowie die Hoaxmistress und den Hoaxmaster vom skeptischen Podcast Hoaxilla:


Direktlink zum Video auf Youtube


Direktlink zum Video auf Youtube


Direktlink zum Video auf Youtube


Direktlink zum Video auf Youtube


Direktlink zum Video auf Youtube


Direktlink zum Video auf Youtube

Bekanntlich geht es darum, Spenden für die Erforschung der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) zu sammeln.

Und anders als der “Wort zum Sonntag”-Pfarrer sind alle gezeigten Skeptiker tatsächlich nominiert worden und nominieren wiederum andere.

Mal sehen, wann wir Teil 2 nachschieben.

Zum Weiterlesen:




NEU: Skeptiker 1/2015

SKEPTIKER 1/2015

GWUP im Social Web