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James-Bond-Spezial 6: Die Sache mit dem Beißer

Fortsetzung von “Die Sache mit der Brücke”

Die Situation: Romantisch, so eine Seilbahnfahrt in Rio de Janeiro vom Zuckerhut hinunter ins Tal. Plötzlich stoppt die Gondel. Ein 2,20 Meter großer Unhold schlägt sein blitzendes Stahlgebiss in das Seilbahnkabel, um die Kabine zum Absturz zu bringen – und hernach Bond und seiner attraktiven Begleiterin an den Hals zu gehen:


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Das sollte unser Agent tun: Aufs Dach der Gondel zu klettern, eine Kette über die Seilbahn-Trosse zu hängen und mit Dr. Holly Goodhead im Arm eilends davon zu rutschen, ist eine Möglichkeit. Die andere: dem Lulatsch die Nummer eines guten Kieferchirurgen zurufen – und unaufgeregt verfolgen, wie er frustriert seinen Biss verliert.

Wieso? Das Feierabendbier kriegt man zur Not auch mit den Zähnen auf – eine Seilbahn zu knacken, wie in „Moonraker – Streng geheim“, ist eine ganz andere Liga. Stahlgebiss hin oder her.


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Zunächst einmal: Beißen ist im Vergleich zu Schneiden wenig effektiv, weil die Bewegung quer zur Schnittlinie fehlt. Außerdem sind Zähne alles andere als optimal zum Durchtrennen von Material. Denn die Oberfläche ist recht groß. Eine gute Klinge dagegen ist sehr dünn und wird nach oben dicker, damit sie nicht nachgibt.

Aporopos nachgeben: Mag der Beißer auch gehärtete Stahlzähne haben, so werden diese immer noch von seinem Kieferknochen gestützt. Bevor das Stahlseil nachgibt, bricht der Kiefer – egal wie stark die Beißmuskeln sind. Der Kiefer muss die Kraft aushalten, die “Jaws” auf das Stahlseil aufbringt (actio = reactio).


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Entscheidend aber ist mitnichten das Zahnmaterial, sondern die sogenannte Beißkraft:

Sie gibt an, wie hoch die Kraft des Kiefers bei einem Biss in Newton pro Quadratzentimeter (N/cm²) ist. Es handelt sich also nicht um die Angabe einer Kraft, sondern um einen Druck.”

Und hier dürfte auch der größte Blend-a-med-Fan beim kraftvoll Zubeißen gerade mal auf 800 Newton pro Quadratzentimeter kommen (das sind rund 80 kg/cm²).

Nun sind Seilbahnkabel extrem widerstandsfähige Gebilde.

Stahl hat eine 0,2-Prozent-Fließgrenze der Größenordnung 360 N/mm². Darunterversteht man …

… diejenige aufzubringende grenzwertige Kraft, ab der ein Stoff vom “elastischen Gedehntwerden” zum “Fließen” (das heisst von einer nichtbleibenden zu einer bleibenden Verformung) übergeht. [...]

Bis zu einer bestimmten Belastung – eben der Fließgrenze – bleibt ein Material elastisch und nimmt wieder die ursprüngliche Form ein, wenn man die Belastung wieder von ihm nimmt. Ist die belastende Spannung auf das Material jedoch größer, so beginnt es, sich bleibend zu verformen. Schließlich bricht es oder reißt ab.”

Die gemessene Verformung wird als Index angegeben, der übliche Wert ist 0,2 Prozent.

Bei Druck-/Zugkräften von 360 N/mm² reißt Stahl noch nicht ab, das Material beginnt nur zu fließen, sich also irreversibel zu verformen. Bei einem Rohr mit 10 mm Durchmesser (Querschnittsfläche ~78 mm²) entspricht das einer Kraft von 360 mal 78 = 28080 Newton oder zirka 2,8 Tonnen.

Das ist aber nur ein sehr grober Vergleich, um die Größenordnung zu verdeutlichen, denn ein Seilbahnkabel kann man natürlich nicht mit einem Stahlrohr gleichsetzen, und außerdem gibt es viele unterschiedliche Stahlsorten, und die Werte unterscheiden sich stark und sind eher höher als in unserem konservativen Rechenbeispiel.

Festhalten können wir aber: In der Realität wäre der Beißer nicht einmal in der Lage, ein Zehn-Millimeter-Stahlrohr durchzubeißen.

Die Mythbusters haben sich auch an dieser Fragestellung versucht und kamen kurz zusammengefasst zu folgendem Ergebnis:

Adam and Jamie created two versions of the teeth shown in the movies.

One was a set of steel teeth set in a normal bone jaw, and the other set was a jaw and teeth made out of hardened steel. However, neither jaw was able to cut through the one inch cable they used with normal human bite strength. Not even 10 tons worth of force was able to force the teeth through the cable, with the hydraulic press applying the pressure actually bending itself out of shape.

In order to replicate the results seen in the film, Jamie had to use a hydraulic cutter to sever the cable.”

Auch kein lebendes Tier könnte das Seilbahnkabel in “Moonraker” durchtrennen. Das Lebewesen mit der größten Beißkraft ist der weiße Hai (1,8 Tonnen oder 17.640 (N/cm²).

Von den ausgestorbenen Urzeitwesen käme wahrscheinlich nicht einmal der Tyrannosaurus rex in Frage, auch wenn es zu dessen Beiß- oder Bisskraft neue Erkenntnisse gibt.

Bislang waren die Experten von etwa drei Tonnen (oder 30.380 N/cm²) ausgegangen.

Britische Forscher haben jetzt durch Vermessungen von Tyrannosaurus-Schädeln und biomechanische Computersimulationen ermittelt:

Ein Backenzahn des Tyrannosaurus allein erzeugte bereits Kräfte von 35.000 bis 57.000 Newton. Das entspricht etwa 3.500 bis 5.700 Kilogramm Gewicht, die auf die kleine Fläche der Zahnspitze konzentriert werden.”

Anders gesagt:

Mit mehr als fünf Tonnen Druck auf einem Zahn hatte Tyrannosaurus Rex den kräftigsten Biss aller Landtiere überhaupt. Damit übertrifft der Riesensaurier heutige Alligatoren um ein Zehnfaches.”

Allerdings sind solche Berechnungen von Urzeit-Rekorden umstritten, und es werden regelmäßig neue Kandidaten dafür präsentiert, etwa das …

… Urkrokodil Deinusuchus riograndensis mit einer Beißkraft von bis zu 102 Kilonewton.

Erst kürzlich hatten britische Forscher durch Computersimulationen der Muskeln die entsprechende Kraft der Kiefer von Tyrannosaurus rex geschätzt. Obwohl diese mit bis zu 57 Kilonewton deutlich höher war als bisher vermutet, belegt der berühmte Schrecken der Urzeit damit nach dem Urkrokodil nur einen abgeschlagenen zweiten Platz.”

Oder der …

… Riesenhai Carcharodon Megalodon mit einer Beißkraft von 10,8 bis 18,2 Tonnen.”


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Hinzu kommt, dass wir es bei solchen Berichten mit völlig inkonsistenten Einheiten der “Beißkraft” zu tun haben.

Häufig taucht dieselbe Zahl auf – aber mal mit der Einheit Newton [N = Kraft] versehen, dann wieder mit N/cm² [= Druck, 1 N/cm² = 10.000 Pa = 0.1 bar]. Das ist aber nicht das Gleiche, zumal davon auszugehen ist, dass nicht bei jedem der aufgeführten Tiere die Gebissfläche genau 1 cm² ist.

Und damit nicht genug: Kräfte kann man – auch wenn das streng genommen nicht richtig ist – zur Veranschaulichung auch in Kilogramm (kg) angeben. Die Gewichtskraft von 1 kg beträgt auf der Erde 9,8 Newton (N), zum leichteren Rechnen kann man auch 10 Newton annehmen.

Betrachten wir die “Beißkraft” vereinfacht als Leistung der Muskulatur, dann wird durch diese Kraft auf etwas, das sich zwischen den Zähnen befindet, ein Druck ausgeübt (Kraft geteilt durch relevante Fläche).

Dieser Druck ist aber gar nicht so leicht zu bestimmen, da er auch davon abhängt, zwischen welchen Zähnen und in welchem Winkel der, sagen wir mal: Nahrungsbrocken, sich befindet. Klar, weil Backenzähne die größere Fläche haben, kann man dort kräftiger zubeißen als mit den vorderen Schneidezähnen.

Die Kräftebilanz beim Beißen ist mithin sehr komplex und daher “Beißkraft”-Simulationen außerordentlich schwierig.

Bedeutsam für unser Thema ist eigentlich nur, dass der Biss in ein Stahlseil ziemlich schmerzhaft sein dürfte – für den Beißer.

Und auch wenn “Jaws” für viele Fans der unumstritten beste Henchman der Bond-Reihe ist – zum “stärksten Beißer aller Zeiten” (Handelsblatt) wird er es nie bringen:


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Nichtsdestotrotz: Der Beißer denkt gerne an die „Moonraker“-Dreharbeiten zurück.

Die Bond-Macher waren damals schon sehr erfinderisch“,

erzählt Richard Kiel:

Das Kabel war aus Lakritz und sah richtig echt aus. Ich musste die Szene zehnmal drehen – lecker!“

(Fachliche Beratung: Dr. Philippe Leick)

Teil 7: Cold Reading mit James Bond

Zum Weiterlesen:

  • Beißkraft-Übersicht
  • Die Tiere mit der stärksten Beißkraft, rp-online
  • Was macht eigentlich … Richard Kiel? Stern am 26. November 2002
  • James-Bond-Spezial Teil 1: Die Sache mit den Laserwaffen, GWUP-Blog am 1. November 2012
  • James-Bond-Spezial 2: Die Sache mit dem Gold, GWUP-Blog am 2. November 2012
  • James-Bond-Spezial 3:  Die Sache mit dem Flugzeugfenster, GWUP-Blog am 3. November 2012
  • James-Bond-Spezial 4: Die Sache mit dem Piranhas, GWUP-Blog am 4. November 2012
  • James-Bond-Spezial 5: Die Sache mit der Brücke, GWUP-Blog am 4. November 2012

Verbitterte Humbug-Lobbyistin

Nach GWUP-Vorstandsmitglied Dr. Florian Aigner (“Esoterische Wehleidigkeit”) hat nun auch Professor Ulrich Berger vom GWUP-Wissenschaftsrat eine Replik verfasst auf die frustigen Anschuldigungen der Wiener Psychoanalytikerin Bettina Reiter, die das “Goldene Brett vorm Kopf” für Harald Walach entgegengenommen hatte – und hernach in der Zeitung Standard die Skeptiker der “Denunziation” und der “Dummheit” zieh.


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Ebenfalls im Standard schreibt Berger heute unter anderem:

Die von Bettina Reiter im Brustton der Überzeugung vorgetragene Kernbotschaft lautet: Harald Walach, dem Preisträger, wird von seinen dünngeistigen Kritikern durch und durch Unrecht getan.

Wir, die Skeptiker, seien im Grunde ahnungslos, würden lediglich nachplappern, was deutsche Medien so schreiben, und sähen in unserem inquisitorischen Eifer überall “Teufelswerk”, wo nicht die kalte Schulmedizin am Werke sei. Ist das tatsächlich so? Hat Professor Walach das Goldene Brett am Ende gar nicht verdient? [...]

Die Brandenburgische Hochschulstrukturkommission, die einstimmig die Auflösung von Walachs Institut und Studiengang empfahl, müsse von Skeptikern unterwandert sein, meint Frau Reiter, und ebenso die Süddeutsche, der Spiegel, die Zeit und überhaupt alle Kritiker des unschuldigen Herrn Professors. [...]

So viele starke Worte und so sehr am Kern der Sache vorbei, das macht stutzig. Tatsächlich kann man hier die Ausläufer eines Prozesses beobachten, der schon seit der ersten öffentlichen Kritik an Walachs Wirken vor über zwei Jahren im Gange ist. Es handelt sich um den verbissenen Versuch der Verschleierung des gigantischen Humbugs, der hier auf akademischem Boden produziert wurde.”

Es ist übrigens bezeichnend, dass Frau Reiter sich zur Advokatin des Viadrina-Nonsens aufschwingen muss – denn die Viadrina selbst hat Prof. Walach und Co. längst einen Maulkorb verpasst.

Zum Weiterlesen:

  • Lobbyisten des Humbugs, Standard am 4. November 2012
  • Langfassung bei Kritisch gedacht am 5. November 2012
  • Das Goldene Brett 2012: And The Winner is …, GWUP-Blog am 20. Oktober 2012
  • Esoterische Wehleidigkeit, naklar.at am 29. Oktober 2012
  • Pseudomedizin: Ach so, die Leute wollen das halt …, GWUP-Blog am 29. Oktober 2012
  • Hogwarts ist überall, GWUP-Blog am 4. November 2012
  • Grenzenlose Scharlatane, diewahrheit am 30. Oktober 2012

James-Bond-Spezial 5: Die Sache mit der Brücke

Fortsetzung von “Die Sache mit den Piranhas”

Die Situation: Bond liefert sich eine wilde Verfolgsjagd mit dem Schurken Scaramanga (“Der Mann mit dem goldenen Colt”).

Nur noch ein zwölf Meter breiter Wasserkanal trennt seine Nobelkarosse von dem Raser mit dem Bleifuß – aber weit und breit keine Überfahrtmöglichkeit in Sicht. Doch dann erspäht er die Überreste einer eingestürzten Brücke.

Das sollte unser Agent tun: Zurückfahren, den Wagen mit Vollgas über die heruntergefallenen Bohlen vorwärts schießen lassen, in der Luft eine Drehung um volle 360 Grad vollführen und auf der anderen Seite des Flusses wieder auf allen vier Reifen landen?

Nun ja, man könnte den irren Autosprung zumindest versuchen.

Wieso? Die physikalische Fragestellung dabei ist: Kann ein Auto tatsächlich über einen Fluss springen und sich dabei im Flug drehen?

Es kann – im neunten Bond-Streifen.

Nun gab es 1974, als „Der Mann mit dem goldenen Colt“ gedreht wurde, noch keine digitalen Special-Effects-Hexereien wie heute. Wenn es also kein Trick war, wie wurde die filmische Sensation eigentlich realisiert?

Das Ganze war ein waghalsiges Kunststück.


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Der Stuntkoordinator Jay Milligan zeichnete erst einmal einen Plan für den „Spiral-Sprung“ auf, ging damit zum Aeronautischen Institut der New Yorker Cornell-Universität und ließ sich von einem Computer die mathematischen Daten des Stunts ausrechnen.

Geschwindigkeit, technische Daten des Wagens, die Länge des Sprungs und der Luftwiderstand und alle erdenklichen Eventualitäten wurden einprogrammiert. Schließlich spukte der Computer eine detaillierte Expertise aus und Milligan machte sich in Bangkok an die Ausführung.

Erforderlich waren ein speziell angefertigtes Auto sowie Start- und Landerampen, um dem Fahrzeug den richtigen Dreh zu geben, damit es wieder auf den Reifen landet.

Milligan und sein Team bauten den „AMC Hornet“ vom Autohersteller American Motors Corporation entsprechend um, brachten die Steuersäule im Zentrum des Wagens an, verkleinerten die Karoserie an manchen Stellen, vergrößerten sie an anderen und stimmten Gewichtsfaktoren aufeinander ab, die den Sprung eventuell beeinträchtigen konnten.

Am Ende ging das Husarenstück von Stuntfahrer “Bumps” Willard in 15 Sekunden über die Bühne und „sah aus wie ein Kinderspiel“, erinnert sich Bonds damaliger Co-Star Christopher Lee (als Killer „Scaramanga“):

Bevor man überhaupt richtig hingeschaut hatte, war der Wagen über den Kanal geflogen und hatte sich fehlerfrei gedreht.“

Der Sprung war so perfekt abgelaufen, dass die Filmcrew sogar darüber diskutierte, ob man ihn nicht noch einmal drehen sollte. Wenn alles zu einfach aussähe, könnten die Zuschauer es vielleicht für einen Trick halten.

Also: Bauen Sie die eingestürzte Brücke als Abschussrampe am besten selbst, ordnen Sie die Masseverteilung des Autos symmetrisch um die Rotationsachse herum an, indem Sie das Lenkrad in der Mitte des Fahrzeugs anbringen und Sie als Fahrer ebenfalls in der Mitte sitzen. Lassen Sie Kräne und Krankenwagen auffahren, für den Fall, dass Sie ins Wasser stürzen sollten.

Die Geschwindigkeit auf der Rampe muss 64,4 km/h betragen.

Und lassen Sie ein paar Schwäne über die Szenerie fliegen, deren Gefieder im Flug ein dramatisches Pfeifen erzeugt.

Und dann: Gute Fahrt, guten Flug oder was auch immer.

Zu Teil 6: Die Sache mit dem Beißer

 Zum Weiterlesen:

  • Stuntman stellt James-Bond-Looping nach, Welt-Online am 16. September 2012
  • Wie realistisch sind Autostunts bei James Bond? swr.de am 23. Juli 2010
  • James-Bond-Spezial Teil 1: Die Sache mit den Laserwaffen, GWUP-Blog am 1. November 2012
  • James-Bond-Spezial 2: Die Sache mit dem Gold, GWUP-Blog am 2. November 2012
  • James-Bond-Spezial 3:  Die Sache mit dem Flugzeugfenster, GWUP-Blog am 3. November 2012
  • James-Bond-Spezial 4: Die Sache mit dem Piranhas, GWUP-Blog am 4. November 2012

Hogwarts ist überall

Die “Quackademia” (Prof. Edzard Ernst) grassiert immer stärker.

Selbst weltberühmte Lehrstätten wie Yale, John Hopkins und Stanford müssen mittlerweile zu den “Zauberunis” gezählt werden, berichtet GWUP-Vorsitzender Amardeo Sarma hier vom Skeptikerkongress CSICon 2012.

Unter der Überschrift

Hokuspokus an der Hochschule”

greift heute die Welt am Sonntag das Thema auf:

Was ist Wissenschaft und was nicht? Was soll und darf an deutschen Hochschulen gelehrt werden? Und vor allem: Sind Forschung und Lehre, die von privaten Geldgebern mit Mission bezahlt werden, noch so frei, wie sie sollen? Um diese Fragen ist ein erbitterter Streit entbrannt, der ganze Fakultäten an renommierten Universitäten entzweit.”

Interessant:

Der “Viadrina”-Chef hat seinen Professoren mittlerweile einen Maulkorb verpasst, schreibt die Autorin:

Sämtliche Presseanfragen zu einem seiner Institute seien vor der Beantwortung mit der Hochschulleitung abzustimmen, ordnete er in einem Rundschreiben an. Pleuger hat viel zu verlieren. Der Ruf seiner Universität steht auf dem Spiel, seit Forschungen am Institut für transkulturelle Gesundheitswissenschaften öffentlich wurden.”

“Forschungen”, für die Institutsleiter Harald “Kamera aus!” Walach mit dem “Goldenen Brett vorm Kopf” für den Größten Anzunehmenden Unsinn (GAU) des Jahres bedacht wurde:


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Auch die jüngsten Entwicklungen bei der Neubesetzung des Lehrstuhl für Naturheilkunde an der Uni Zürich (“Prof. Ernst raus, Globuli rein?”) streift der WamS-Beitrag, ebenso wie die Frage, was es Neues an der Viadrina gibt, nachdem die Hochschulstrukturkommission des Landes Brandenburg sich für die Schließung des IntraG ausgesprochen hat:

Passiert ist seither wenig. Die Semesterferien seien ja gerade erst zu Ende, heißt es in der Pressestelle der Universität. Nun hat der Fakultätsrat der Kulturwissenschaften getagt – und erst einmal eine Kommission gebildet. Deutsche Professoren lassen sich offenbar auch von Geistern und Außerirdischen nicht aus der Ruhe bringen.”


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Zum Weiterlesen:

  • Hokuspokus an der Hochschule, Welt am Sonntag am 4. November 2012
  • Wissenschaft in homöopathischen Dosen, Süddeutsche Zeitung am 31. Oktober 2012
  • Verbitterte Humbug-Lobbyistin, GWUP-Blog am 4. November 2012
  • Die “Halls of Shame” der Paramedizin, GWUP-Blog am 30. Oktober 2012
  • Ein Triumph des akademischen Paralleluniversums, Welt-Online am 4. Oktober 2012
  • Wer braucht eine Zauber-Uni? GWUP-Blog am 27. September 2012
  • Hochschulen mit pseudowissenschaftlichen Lehr- und Forschungsinhalten bei Psiram/Esowatch
  • Globuli-Akademie, Die Zeit am 28. September 2012
  • Esoterik an deutschen Hochschulen, Süddeutsche Zeitung am 13. Januar 2012
  • Der akademische Geist, Die Zeit am 31. Mai 2011
  • Esoterik an der Fachhochschule: Wünschel dir was, Spiegel-Online am 27. Februar 2012
  • Ein Doktor in Elfenkunde, 3sat am 23. Januar 2012
  • Homöopathie und Traunstein: Keine Stimme für die Vernunft, Chiemgau Gemseneier am 21. März 2012
  • Zaubermedizin: Homöopathen sind keine High-Potentials, GWUP-Blog am 11. Oktober 2012
  • Christian Weymayr/Nicole Heißmann: Die Homöopathie-Lüge. Piper-Verlag, München 2012
  • Abrechnung mit den weißen Kügelchen, Der Westen am 30. Oktober 2012
  • Was hat die GWUP gegen Homöopathie? GWUP-Blog am 1. Februar 2011
  • Pseudomedizin: Ach so, die Leute wollen das halt …, GWUP-Blog am 29. Oktober 2012
  • Quo Vadis, Homöopathieforschung? Leserkommentar im GWUP-Blog vom 4. November 2012

James-Bond-Spezial 4: Die Sache mit den Piranhas

Fortsetzung von “Die Sache mit dem Flugzeugfenster”

Die Situation: Damit’s etwas wohnlicher wird, hat der entmenschlichte Großgangster ein Fischbecken in seinem Vulkankrater angelegt. Feinde und Verräter pflegt er von einer elektronischen Klappbrücke dort hinein stürzen zu lassen.

Dann spritzt und schäumt das Wasser von Horden hungriger, aggressiver Schwarmfische, färbt sich innerhalb von Sekunden blutrot, vom Opfer bleibt nichts als ein Skelett übrig. Denn hier gründeln keine Kois oder Schleierschwänze, sondern Piranhas.

Das sollte unser Agent tun: Wenn er Fisch mag, kann er gelassen über die Brücke gehen.

Wieso? Die wollen doch nur schwimmen.


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Kräftige Kiefer, Zähne wie Rasiermesser – das stimmt zwar. Aber Gänsehaut-Storys wie in „Man lebt nur zweimal“ oder Hollywood-Horror à la „Piranhas“ oder „Die Rache der Killerfische“?

Na ja.

Piranhas sind keine richtigen Raubfische, sondern Allesfresser. Sie rotten sich vor allem deshalb zusammen, um sich vor ihren Fressfeinden zu schützen und nicht, um große Beutetiere zu zerfleischen.

Solange man keine blutenden Verletzungen hat, kann man sogar problemlos in Flüssen, in denen Piranhas leben, baden. Menschen stehen nicht auf ihrem Speiseplan:

Würde man seine Hand in den Amazonas halten, wäre das relativ ungefährlich“,

weiß etwa die Biologin Prof. Anne E. Magurran von der St. Andrews Universität in Schottland.

Nur wenn zu viele Piranhas auf engstem Raum leben und die Nahrung knapp wird, können einige wenige Piranha-Arten tatsächlich gefährlich werden. Das geschieht vor allem in der trockenen Jahreszeit, wenn das Wasser der Seen und Flüsse immer niedriger wird. Ist das Wasser flach, verdichtet sich die Population und die Piranhas finden sich plötzlich auf engstem Raum wieder.

Dann entwickeln die Tropenfische mitunter eine beeindruckende Aggressivität. Häufig kämpfen sie auch um Beutestücke, wobei sie sich mit ihren scharfen Zähnen leicht gegenseitig verletzten.

Im Sommer 2009 griffen Piranhas Dutzende Badegäste im brasilianischen Bundesstaat Piaui an:

Wegen Überfischung hätten die Piranhas kaum noch natürliche Feinde und zu wenig Fische zum Fressen. Dies erkläre ihre deutlich gestiegene Zahl und Angriffslust, erklärte das örtliche Umweltinstitut.”

Aber das Bild, nach dem jeder, der in die Welt der Piranhas eindringt, sofort und unweigerlich angegriffen, zerrissen und bis auf die Knochen abgenagt wird, gehört in den Bereich der Fabel. Brian Zimmerman, Piranha-Experte im Londoner Zoo, sagt:

Es ist nicht ein einziger Fall dokumentiert, in dem ein lebender Mensch von einem Piranhaschwarm angegriffen und augenblicklich skelettiert worden ist.“

Der üble Ruf der „Amazonas-Monster“ gründet also weitgehend auf einer Legende, ähnlich wie bei Wolf, Hyäne oder Weißem Hai.

Die 15 bis 60 Zentimeter langen Fische mit dem sägezahnartigen Gebiss ernähren sich hauptsächlich vom Aas toter Fische, Vögel oder Säugetiere und greifen selten größere Tiere an. Angriffslustig werden sie, wenn sie Blut riechen, klatschende Geräusche wahrnehmen oder ungewöhnliche (taumelnde) Bewegungen erspüren, was auf einen verletzten Fisch und also auf leichte Beute hindeutet.

Somit kann nicht nur James Bond, sondern können auch die Menschen an der Erft aufatmen, einem Rhein-Nebenfluss in Nordrhein-Westfalen.

Dort wurden 2007 nämlich tropische Piranhas im Wasser entdeckt. Die Tiere waren vermutlich von Aquaristen ausgesetzt worden und hatten in dem durch Industrieabwässer aufgeheizten Wasser einen neuen Lebensraum gefunden.

Es sei denn, man hätte es mit “speziellen Piranhas” zu tun, die eigentlich “vor zwei Millionen Jahren ausgestorben” sind. Aber das ist eine andere Geschichte:


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Zu Teil 5: Die Sache mit der Brücke

Zum Weiterlesen:

  • Killerfisch oder Feigling? DasErste am 17. September 2007
  • Bissige Bestatter, Stimmt’s? (Die Zeit) vom 13. Mai 2001
  • Dichtung und Wahrheit, Frankfurter Rundschau am 15. Oktober 2010
  • Sind Piranhas wirklich so gefährlich? natur.de am 30. August 2010
  • Piranhas = Menschenfresser? suite101 am 17. Juni 2008
  • James-Bond-Spezial Teil 1: Die Sache mit den Laserwaffen, GWUP-Blog am 1. November 2012
  • James-Bond-Spezial 2: Die Sache mit dem Gold, GWUP-Blog am 2. November 2012
  • James-Bond-Spezial 3: Die Sache mit dem Flugzeugfenster, GWUP-Blog am 3. November 2012
  • James Bond und die Wissenschaft: Gerührt oder geschüttelt? GWUP-Blog am 24. Oktober 2009

“Psychics” scheitern beim Halloween-Challenge

Halloween …

… is the perfect opportunity to Promote Skepticism“,

hatten wir vor einigen Tagen hier geschrieben.

Das dachte sich auch die “Merseyside Skeptics Society” und bat am 31. Oktober zwei professionelle “Medien” (Psychics) zum “Halloween Challenge”.

Darüber berichtet die Organisation auf ihrer Webseite.

Patricia Putt and Kim Whitton sollten fünf zufällig ausgewählte Personen charakterisieren, die ihnen gegenüber hinter einer Trennwand saßen. Anschließend glichen die Versuchsleiter mit den Probanden den Grad der Übereinstimmung ab.

However the results are found to be consistent with chance alone”,

schreibt die Zeitung Daily Mail über den Psi-Test von Prof. Chris French und Simon Singh.

Überaus vorhersehbar waren indes die Ausreden der beiden “Übersinnlichen”:

This experiment doesn’t prove a thing.

Scientists are very closed-minded,”

werden Putt/Whitton von der BBC zitiert.

Wie könnte es auch anders sein?

Einen weiteren Test von außergewöhnlichen Behauptungen gibt’s am Dienstag im Schweizer Fernsehen zu sehen: Das Verbrauchermagazin “Kassensturz” (6. November, 21.05 Uhr) untersucht einen “Elektrosmog-Vernichter”.

In Deutschland hatte erst kürzlich das Oberlandesgericht Karlsruhe einem Anbieter verboten, für Silikonpads zu werben, die zur Abwehr von Elektrosmog dienen sollen:

Nach Auffassung des Gerichts ist Werbung dieser Art die irreführend, da sie zur Täuschung geeignete Angaben über die Wirkung der Pads enthält.”

Wir sind gespannt.


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Zum Weiterlesen:

  • Two professional mediums fail test to demonstrate their psychic powers under  laboratory conditions, Daily Mail am 1. November 2012
  • Psychic pair fail scientific test, BBC-News am 31. Oktober 2012
  • Psi-Tests in der Main-Post, GWUP-Blog am 27. Oktober 2012
  • Irreführende Werbung – live, on stage, Wahrsagerchecks-Blog am 1. November 2012
  • Medium für einen Tag, GWUP-Blog am 4. Oktober 2012
  • Medium für einen Tag II, GWUP-Blog am 6. Oktober 2012
  • Sind Hellseher sympathisch? GWUP-Blog am 30. September 2012
  • Sind Hellseher seriös? GWUP-Blog am 1. Oktober 2012
  • Sind Hellseher anerkannt? GWUP-Blog am 2. Oktober 2012

 

James-Bond-Spezial 3: Die Sache mit dem Fenster

Fortsetzung von: “Die Sache mit dem Gold”

Die Situation: Bond befindet sich in einem Flugzeug, in 12 000 Metern Höhe. Leider lässt der Bordservice sehr zu wünschen übrig: Anstelle einer attraktiven Stewardess tritt der korpulente Bösewicht Goldfinger auf den Plan und fuchtelt wild mit einem Revolver herum.

Das sollte unser Agent tun: Den ungebetenen Fiesling darauf hinweisen, dass seinen Drohgebärden eine Tendenz zum Fiasko innewohnt? Das Ding könnte immerhin losgehen. Und dann? Schlägt die Kugel ein Loch ins Fenster, durch das der Schütze – und womöglich alle weiteren Insassen – hinaus gesogen werden?

Nicht wirklich.


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Wieso? In der Höhe nimmt der Luftdruck ab, bei 12 000 Meter auf etwa 200 Hektopascal (hPa), gegenüber 1000 hPa am Boden. Wenn ein Flugzeug aufsteigt, lässt man den Druck in der Kabine bis zu einer Höhe von 1500 bis 3000 Metern entsprechend dem Außendruck absinken. Das stört die Passagiere höchstens, wenn sie eine starke Erkältung und total verschlossene Ohrtrompeten haben.

Darüber muss man den Druck künstlich stabil halten, weil sonst spätestens bei einer Flughöhe von 6 000 Metern die ersten Passagiere höhenkrank würden. Bei Höhen von über 8 000 Metern kann ein Mensch ohne zusätzlichen Sauerstoff nicht mehr koordiniert handeln. Was vor allem für den Piloten von Nachteil wäre.

Nehmen wir mal an – damit die Rechnung möglichst einfach wird –, der Kabinendruck wird bei 800 hPa stabilisiert, was den Druckverhältnissen in cirka 2000 Metern Höhe entspricht. Befinden wir uns jetzt aber in 12 000 Metern Höhe (bei einem Außendruck von 200 hPa) und ein Fenster wird zerschossen, ist der Druck in der Flugzeugkabine viermal so hoch wie außen.

Das bedeutet: Drei Viertel der Luft in der Kabine würden entweichen, weil die Natur immer und überall auf Ausgleich bedacht ist. Hier geht es konkret um den Druckausgleich zwischen Innen (Flugzeugkabine mit „viel“ Luft, also hohem Luftdruck) und Außen (die Umgebung des Flugzeugs in großer Höhe mit „wenig“ Luft, also geringem Luftdruck). Luft strömt stets von „viel“ Luftdruck zu „wenig“ Luftdruck.

Wie schnell das vor sich geht, hängt von der Größe der Öffnung ab. Angenommen, die Kugel geht glatt durchs Fenster hindurch und hinterlässt nur ein fingergroßes Loch, dann zieht sich der Druckausgleich entsprechend hin.

Im Film „Goldfinger“ platzt hingegen die ganze Scheibe. Dann würde sich der gesamte Vorgang wohl innerhalb von Sekundenbruchteilen abspielen („explosive decompression“), nicht so langsam, wie von Regisseur Guy Hamilton dargestellt.

Und was würde passieren? Druckverlust, Atemmasken fallen von der Decke – also mehr oder weniger das übliche Zwischenfall-Szenario in einem Flugzeug.

Was heißt „mehr oder weniger“?

Sagen wir mal so: Ob der Superschurke als Luftikus endet, wenn er auf jemanden schießt und dabei nur das Fenster trifft, ist eine Frage des Standpunktes – seines eigenen nämlich.

Wenn ein Mensch im Flugzeug ein Schussloch von einem Quadratzentimeter Fläche komplett blockiert, wird er – selbst wenn außen Vakuum herrscht – höchstens mit der Kraft von zirka 10 Newton gegen die Außenwand gedrückt, was einer Gewichtskraft von gerade mal einem Kilogramm entspricht.

Problematisch könnte es nur dann werden, wenn das Loch einen Quadratmeter groß ist und der Körper die Lochform passgenau ausfüllt, so dass er das Loch auf diese Weise komplett verschließt.

Dann pustet ihn der Überdruck mit einer Kraft von 60 000 Newton (entsprechend einer Gewichtskraft von 6000 Kilogramm) nach außen, wie den Korken aus einer Sektflasche.

Wenn Mr. Ballermann aber weiter vom Fenster weg steht, würde er nur von einem Bruchteil dieses Druckgefälles angegriffen. Außerdem würde die Trägheit ihn abbremsen, bis die Luft um ihn herumgeströmt ist und der Sog nachlässt. Danach käme nur noch ein viel schwächerer Sog vom Fahrtwind.

Mit einiger Sicherheit würde eine Goldfinger-Aktion wie der versehentliche Schuss auf die Flugzeugscheibe folgendes Szenario ergeben:

Rapider Druckabfall, wer nahe am Fenster steht, wird Richtung Fenster umgerissen, fällt aber vor dem Fenster zu Boden. Und kurz danach werden alle, die sich nicht ganz schnell eine der herunterfallenden Atemmasken gegriffen haben, ohnmächtig.

Das haben auch die MythBusters schon mal demonstriert:


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(Fachliche Beratung: Dr. Holm Hümmler/Dr. Rainer Wolf)

Zu Teil 4: Die Sache mit den Pirhanas

Zum Weiterlesen:

Weltuntergang 2012? – Vortrag im Landkreis Karlsruhe

Am Donnerstag (8. November, 20 Uhr) bin ich bei der Stadtbibliothek Waghäusel im Landkreis Karlsruhe zu Gast, und zwar mit dem Vortrag

2012 – Jahr der Apokalypse?

Aus der Ankündigung:

Am 21. Dezember 2012 endet angeblich die Zeitrechnung der einst mächtigen Hochkultur der Maya. Signalisiert das womöglich das Ende unserer heutigen Zivilisation?

Es häufen sich besorgte Fragen: Kann etwas dran sein an den Spekulationen über eine bevorstehende Katastrophe globalen Ausmaßes? Kollidiert der Wanderplanet Nibiru mit der Erde? Bewahrheiten sich die Visionen des Nostradamus? Bringen gewaltige Sonnenstürme die Erde an den Rand der Vernichtung? Steht uns ein Polsprung bevor? Das magische Datum inspiriert Esoteriker, Verschwörungstheoretiker und Untergangsphantasten jedweder Prägung.

Bernd Harder von der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissen­schaften (GWUP) beleuchtet in einem unterhaltsamen Multimedia-Vortrag, ob wir dieses Jahr Weihnachtsgeschenke kaufen sollten – oder besser nicht.”


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Zum Weiterlesen:

  • Bernd Harder: 2012 – Leitfaden für Endzeitliebhaber. Herder-Verlag, Freiburg 2011
  • Apokalypse no, die wahrheit.at am 22. Januar 2012
  • Erdachse als Anzeiger für den Weltuntergangs-Termin? GWUP-Blog am 9. August 2012
  • Weltuntergang 2012 im “Hoaxilla”-Podcast Nr. 79
  • Die Apokalypse kommt im Advent, Astrodicticum simplex am 10. Oktober 2012
  • Der Maya-Kalender endet nicht, Astrodicticum simplex am 8. Oktober 2012
  • 2012-Statistiken: Wer glaubt an den Weltuntergang? Astrodicticum simplex am 10. September 2012
  • Polsprung, Weltuntergang oder Bewusstseinssprung – oder was? Der Nesselsetzer am 23. September 2012

James-Bond-Spezial 2: Die Sache mit dem Gold

Fortsetzung von “Die Sache mit den Laserwaffen”

Seit gestern läuft der 23. Bond-Film in den Kinos: “Skyfall”.


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Zugleich feiert die Filmreihe ihr 50-jähriges Jubiläum.

Grund genug für eine kleine Serie, bei der wir unseren Rückblick auf die verschiedenen Abenteuer des Nonstop-Helden mit wissenschaftlichen Fragestellungen verbinden wollen.

Die Situation: Am Golde hängt’s auch diesmal. Denn zum Golde drängt’s ihn, den millionenschweren Superverbrecher in “Goldfinger”.

Mit einer „Schmutzigen Bombe“ will Auric Goldfinger die US-Goldreserven in Fort Knox radioaktiv verstrahlen. Damit, rechnet der Schlimmfinger knochentrocken vor, wäre das dort aufbewahrte Edelmetall für die nächsten 58 Jahre nicht zu gebrauchen. Und er reicher als König Midas, wegen der zu erwartenden Hausse am Goldmarkt.

Das sollte unser Agent tun: Reden ist jetzt Gold – gerade dann, wenn man schon an der Bombe angekettet sind. Bond sollte den Mann davon überzeugen, dass sein Plan den betörenden Glanz der Dummheit ausstrahlt.

Wieso? Weil Goldfingers Katastrophenmathematik mit den 58 Jahren nur schwer nachvollziehbar ist.


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Eine „Schmutzige Bombe“ ist eine so genannte radiologische Waffe. Also ein konventioneller Sprengsatz, der bei seiner Explosion radioaktives Material in der Umgebung verteilt.

Nehmen wir an, es handele sich um Plutonium. Dann wäre die Halbwertszeit (die Zeitspanne, in der die Strahlungsintensität einer radioaktiven Substanz auf die Hälfte abgeklungen ist) rund 10 000 Jahre. Bei Uran noch viel länger, allerdings ist Uran so schwach radioaktiv, dass man erhebliche Mengen davon benötigt, um überhaupt eine nennenswerte Strahlung zu erreichen.

Biologisch wirklich bedenklich wäre sowohl das eine als auch das andere wohl nur dann, wenn man Original Danziger Goldwasser (ein Gewürzlikör, der traditionell geringste Mengen Gold enthält) oder essbares Blattgold aus dem verstrahlten Edelmetall herstellen wollte. Denn ihre hochgiftige Wirkung entfalten Plutonium oder Uran nur dann, wenn die radioaktiven Schwermetalle mit kontaminierter Nahrung oder Trinkwasser oral aufgenommen oder in Form von Aerosolen oder Dämpfen inhaliert werden.

Die Strahlenwirkung ist dagegen sehr gering. Beide Elemente geben nur Alpha-Strahlung ab, die bereits auf kürzester Distanz absorbiert wird und nicht einmal ein Blatt Papier durchdringen kann, geschweige denn unsere Haut.

Wenn die Bombe unseres vom Gold besessenen Superkriminellen nur Druck, aber wenig Hitze entwickelt, wäre die Kontamination zudem nur an der Oberfläche der Goldbarren und ganz simpel durch Putzen zu beseitigen.

Stellen wir also noch ein paar Behälter Propan daneben, dann brennt das radioaktive Material wenigstens in die Oberfläche ein. Aber auch dann bräuchte ein Spezialunternehmen wie etwa Umicore oder Heraeus nur kurze Zeit, um das Gold zu reinigen. Denn alle langlebig radioaktiven Substanzen, die für das Vorhaben unseres kriminellen Möchtegern-Genies in Frage kämen, sind unedle Metalle, die sich in einem Schmelzverfahren problemlos zu Salzen umwandeln und so von Edelmetallen wie Gold abtrennen lassen.


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In einigen Online-Communities wird erwähnt, dass Goldfinger radioaktives Cobalt für sein teuflisches Vorhaben verwenden will. Und Cobalt-60 hat immerhin eine Halbwertszeit von nur etwa fünf Jahren.

Dennoch gilt für Cobalt-60 dasselbe wie für Plutonium oder Uran: Eine oberflächliche Verschmutzung ließe sich abputzen, und eingeschmolzenes Kobalt würde spätestens im normalen Edelmetallrecycling abgeschieden. Dass die Recyclinganlage dabei radioaktiv belastet würde und bei starker Strahlung von Robotern bedient werden müsste, würde man angesichts des Goldwertes sicherlich in Kauf nehmen.

Immerhin kommt man mit der Halbwertszeit von Cobalt-60 und der alten Faustregel “Zehn Halbwertszeiten” (also Abklingen der Strahlung auf 1/1024 des ursprünglichen Wertes) halbwegs in die Nähe von Goldfingers 58 Jahren, nach denen sich das Problem von selbst erledigt hätte.

Aber wie ginge es richtig?

Um das Gold durch und durch zu kontaminieren, müsste man es entweder komplett schmelzen (dafür wären Unmengen Brennstoff im Goldlager erforderlich) oder es entweder mit einer Neutronenquelle oder einem Ionenbeschleuniger beschießen. Da die entsprechende Apparatur ja auch noch transportabel sein soll, käme dafür eigentlich nur eine klassische Atombombe in Betracht – die indes viel schwieriger zu beschaffen und zur Explosion zu bringen ist als eine relativ einfach herzustellende „Schmutzige Bombe“.

Und selbst wenn: Gold hat nur ein stabiles – also im natürlichen Gold vorkommendes – Isotop: Gold-197 (Isotope sind Atomkerne desselben Elements mit gleicher Anzahl von Protonen, aber verschiedener Zahl von Neutronen). Beschuss mit Neutronen würde das Goldisotop 197 in Gold-198 umwandeln, das mit einer Halbwertszeit von unter als drei Tagen in das stabile Quecksilber-198 zerfällt.

Das heißt, vielleicht jedes Milliardste Goldatom oder noch weniger würde sich nach Neutronenaktivierung in Quecksilber umwandeln, womit die Verunreinigung weit unterhalb der Menge an anderen Spurenelementen wäre, die man „purem“ Gold so findet, etwa Silber, Kupfer und Platin. Auch eine Atomexplosion führt also nicht zu langlebig instabilen Zuständen. Gold ist nicht dauerhaft aktivierbar.


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Dies umso mehr, da Zerfallsprozesse immer zu einer exponentiellen Abnahme der Strahlung führen, für die man überhaupt kein Enddatum angeben kann. Man könnte zwar das Erreichen eines Grenzwerts vorhersagen, aber der wäre für jeden einzelnen Goldbarren wegen der unterschiedlichen Lage (und somit unterschiedlicher Strahlendosis) anders.

Kurz und gut: Für Nuklearphysik hat auch der größte Superschurke nicht gerade ein goldenes Händchen.

Hinzu kommt, dass die Goldreserven (von denen die größten gar nicht in Fort Knox, sondern im Keller der Federal Reserve in Manhattan lagern) ja in der Regel kaum bewegt und schon gar nicht weiterverarbeitet werden. Eine vorübergehende Verstrahlung solcher Reserven hätte auf den Goldmarkt also wohl eher psychologische Effekte.

Kein Wunder, dass in der Romanvorlange von Ian Fleming aus dem Jahr 1959 Goldfinger das Gold einfach stehlen und nicht verstrahlen will.

(Fachliche Beratung: Dr. Holm Hümmler)

 Teil 3: Die Sache mit dem Flugzeugfenster

Zum Weiterlesen:

  • Bernd Harder/Claudia Preis: Der Bond-Appeal. Knaur-Verlag, München 2008
  • Metin Tolan: Geschüttelt, nicht gerührt – James Bond und die Physik. Piper-Verlag, München 2010
  • Lois H. Gresh/Robert Weinberg/Joachim Körber: Die Wissenschaft bei James Bond. Wiley-VCH Verlag, Weinheim 2008
  • Was James Bond mit Wissenschaft zu tun hat, Die Welt am 3. Juni 2009
  • Ein Quantum Wissenschaft, Spiegel-Online am 2. Januar 2009
  • Glänzende Verstecke: Wo die Goldschätze liegen, Tagesspiegel am 28. Oktober 2012
  • James Bond und die Wissenschaft: Gerührt oder geschüttelt? GWUP-Blog am 24. Oktober 2009

Quo vadis, Homöopathie-Forschung?

Fortsetzung von “CSICon 2012″, Teil 1

Im ersten Teil meines Berichts über den Skeptikerkongress CSCIcon 2012 ging es um die “Halls of Shame” der Paramedizin, zu denen mittlerweile sogar renommierte Universitäten wie Yale, John Hopkins und Stanford gezählt werden müssen.

Prof. Edzard Ernst verwendet in einem Blog-Posting dafür den Begriff “Quackademia”.

Und ganz aktuell hat Ernst wieder einmal am eigenen Leib erfahren, wie weit die “Quackademia” sich bereits Raum gegriffen hat: Der renommierte Kritiker von Pseudomedizin ist aus der Berufungskommission für den neu zu besetzenden Lehrstuhl für Naturheilkunde an der Uni Zürich gedängt worden.

Darüber berichtet die Süddeutsche Zeitung:

Ernst hat nun den Verdacht, dass man seinen Ruf als prominenten Kritiker der alternativen Heilverfahren benutzen wollte, um jemanden für den Lehrstuhl holen zu können, der den aufgestellten hohen Ansprüchen gar nicht genügt. Anschließend hätte man sich dann darauf berufen können, immerhin sei Edzard Ernst Mitglied der Kommission gewesen.”

Auch die Schweizer Skeptiker kommentieren den skandalösen Vorgang:

Ernst raus, Globuli rein?”

Ein ums andere Mal zeigt sich: Quackademiker wollen bei der Erforschung des Unmöglichen – wie der Homöopathie – aus nachvollziehbaren Gründen die besten und genauesten Untersuchungsmethoden aufweichen. Denn: Wenn man nicht genau hinschaut, kommt es leichter zu “Effekten”.

Ergo soll nun die “Versorgungsforschung” her.

Darüber haben wir hier im GWUP-Blog die Medizinprofessoren Klaus-Dietrich Bock und Manfred Anlauf befragt – und bekamen eine unmissverständliche Antwort:

Derzeit beziehen sich „Alternativ“-Mediziner, in erster Linie Homöopathen, auf die Versorgungsforschung, welche die Wirksamkeit von Homöopathie gegenüber Placebo eindeutig belege. Ist das ein ernstzunehmender neuer Ansatz?

Bock: Falls die Versorgungsforschung das behauptet, was Sie sagen, so ist das blanker Unsinn. Die Versorgungsforschung verfügt über keinen eigenen oder besseren Ansatz zur Beurteilung der Wirksamkeit von Therapieverfahren als die Wissenschaftliche Medizin.

Anlauf: Natürlich gibt es Wünsche und Erwartungen von Patienten, die, wenn man ihnen entspricht, den Placeboeffekt begünstigen oder den Spontanverlauf einer Krankheit erträglicher machen können. Mit der Versorgungsforschung zielen interessierte Gruppen, zu denen auch ideologielastige Hochschulepidemiologen gehören, darauf, die hier zur Diskussion stehenden fragwürdigen Behandlungsmethoden im Leistungskatalog der gesetzlichen und privaten Versichertengemeinschaften stärker zu verankern beziehungsweise zu belassen.”

Ich möchte diesen Gedanken noch ein wenig präzisieren: Nicht, dass die Versorgungsforschung nicht ihren Platz hätte. Sie ist dann sinnvoll, wenn ein Effekt nachgewiesen ist und seine  Anwendung in der Praxis geprüft werden soll.

Aber: Die Versorgungsforschung war nie dazu da, einen Effekt nachzuweisen!

Dazu gibt es die bestens erprobten und bewährten Methoden der evidenz-basierten Medizin (EBM), etwa randomisierte kontrollierte Studien.

Was genau es damit auf sich hat, erklärt der Facharzt Dr. Werner Hessel hier im GWUP-Blog und der Video-Blogger Jörg Wipplinger:


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Wie schneidet nun CAM (Komplementär- und Alternativmedizin) nach den unbestechlichen Kriterien der EBM ab?

Dieser Frage widmet sich Edzard Ernst in der aktuellen Ausgabe des Skeptical Inquirer (6/36, Nov./Dez. 2012, S. 39 – 42).

In seinem Beitrag geht er auch auf die Arbeit einer Forschungsgruppe ein, die zwischen 2005 und 2010 weltweit die größte Anzahl wissenschaftlicher Studien durchführte: die Gruppe um Claudia Witt an der Charité. Ernst bescheinigt den Berlinern …

… numerous flaws in the design, conduct, and reporting of clinical research in homeopathy.”

Heißt: Schwache Ergebnisse werden laut Ernst überinterpretiert.

Aber auch das Untersuchungsdesign sei vielfach mangelhaft, so der Autor weiter. Zum Beispiel wies bei einer sogenannten Kohortenstudie zu Ekzemen bei Kindern die Gruppe mit homöopathischer Behandlung stärkere Symptome auf, wodurch sich der statistische Regressionseffekt stärker ausprägt.

In einer anderen Studie waren die Patienten der Homöopathie-Gruppe jünger, auch dies kann das Untersuchungsergebnis verzerren. Eine dritte Studie wurde als Vergleich zwischen Homöopathie und konventioneller Behandlung dargestellt, obwohl die Homöopathie-Gruppe zusätzlich eine konventionelle Behandlung erhielt.

Dass solche Studien selbst bei negativem Ergebnis der Homöpathie-Lobby zupass kommen, betonte Kimball Atwood in seinem Vortrag beim CSICon 2012. Die Initiatoren der evidenz-basierten Medizin hätten nicht bedacht, dass dieses Instrumentarium auch zur Prüfung von völlig unplausiblen Therapien herangezogen wird, so Atwood.

Deshalb setzt er nicht allein auf die Empirie im Sinne der EBM, sondern plädiert für eine wissenschaftsbasierte Medizin.

Einzelne Studien könnten nicht 300 Jahre Wissenschaftsgeschichte mit unzähligen Untersuchungen außer Kraft setzen. Speziell kritisiert er die EBM dafür, dass sie einzelne klinische Studien höher bewerte als die Summe vieler anderer wissenschaftlicher Beweise:

For judging homeopathy, EBM deems the equivocal results of clinical efficacy trials to be of more value than other evidence discussed in this series: definitive refutation of the “law of similars”.

The doctrine of “infinitesimals” violating the second law of thermodynamics.

No coherent bases for predicting consistency or validity of “symptoms” and “provings“, or of the homeopathic prescribing scheme, and studies confirming the lack of such validity; definitive refutations of Hahnemann’s magical “theories” of what diseases are and how homeopathy works, based on his notions of “Dynamic Deranging Irritations of the Vital Force”.

Later homeopaths’ arbitrary inventions of more implausible treatments, e.g., “nosodes” and “constitutional” prescribing; recent inventions of fantastic theories to explain the failings of the rest, e.g., “water memory,” “non-local” (psychic?) explanations or “quantum-like” effects to explain the “entanglement-disrupting effects of blinding” in clinical trials, and more.”

Auch hier möchte ich präzisieren: Die evidenzbasierte Medizin ist ein historischer Meilenstein, um die Wirksamkeit von medizinischen Verfahren zu bewerten. Speziell haben wir mit randomisierten, kontrollierten Studien (RCT) ein mächtiges Werkzeug entwickelt.

Wir sollten aber gleichzeitig erkennen, dass einzelne Studien oder Metaanalysen eben nicht im luftleeren Raum stehen, sondern im Zusammenhang mit anderen Plausibilitätskriterien (zum Beispiel den Naturgesetzen) gesehen werden müssen.

Beim Umgang mit Patienten mahnte Atwood in seinem Vortrag Ärzte zu Ehrlichkeit und Integrität.

Es sei unethisch, unplausible Behandlungen anzubieten, sie zu empfehlen oder Patienten ohne ihr Wissen Plazebos zu verabreichen. Vielmehr sei es eine Pflicht der Ärzte, Patienten über die fehlende Plausibilität pseudomedizinischer Verfahren aufzuklären.

Atwood spricht sich dafür aus, CAM an Universitäten und medizinischen Bildungseinrichtungen zu behandeln, jedoch nicht in Form von sinnfreien Homöopathie-Studien.

Das Thema biete vielmehr eine “goldene Gelegenheit”, Wissenschaft und kritisches Denken sowie die Geschichte der Medizin und medizinische Ethik zu lehren – also die Grundlagen für Professionalität und Qualität in der Medizin.

Zum Weiterlesen:

  • Naturheilkunde an der Universität Zürich: Wissenschaft unerwünscht? Skeptiker-Blog am 31. Oktober 2012
  • Wissenschaft in homöopathischen Dosen, Süddeutsche Zeitung am 31. Oktober 2012
  • Quackademia, edzardernst.com am 26. Oktober 2012
  • Hokuspokus an Hochschulen, Welt am Sonntag am 4. November 2012
  • Heißes Eisen Homöopathie, WDR 5 am 19. Oktober 2012
  • Abrechnung mit den weißen Kügelchen, Der Westen am 30. Oktober 2012
  • Christian Weymayr/Nicole Heißmann: Die Homöopathie-Lüge. Piper-Verlag, München 2012




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