Archiv-Seite 29

Ein überteuertes Nichts

Der Dermatologe Dr. Theodor Much von den Wiener Skeptikern hat in der NZZ am Sonntag (die Sonntagsausgabe der Neuen Zürcher Zeitung) einen kritischen Artikel über Homöopathie publiziert:

Ein überteuertes Nichts”

Ein Auszug:

Alle Erklärungsversuche heutiger Homöopathen, wie Homöopathika denn wirken sollen, sind gescheitert: So ist die Vorstellung, dass das Lösungsmittel den «Geist» des Stoffes speichern könne, Illusion, denn Wassermoleküle wechseln ihre Gestalt in Milliardsteln einer Millionstelsekunde (Femtosekunden), sie können keine Information speichern.

Dass Schütteln die Wassermoleküle verfestigen und so ein Wassergedächtnis ermöglichen soll, ist absurd: Da müsste jedes Erdbeben Hauswände verstärken, statt sie zum Einsturz zu bringen. Auch die vermutete Übertragung durch Nanobläschen, die sich durch das Schütteln angeblich bilden und die Information übertragen sollen, ist widerlegt. Wasser hat kein Gedächtnis.

Vernunftargumente und negative Studienergebnisse können überzeugte Anhänger der Homöopathie aber nicht erschüttern. Ihre Verteidigungslinie lautet: «Wer heilt, hat recht», «Wenn es nicht hilft, so schadet es nicht» und «Homöopathie kann kein Placebo sein, da es ja auch bei Kleinkindern und Tieren wirkt».

Hier zeigt sich, dass vielen Menschen nicht bewusst ist, dass ein Scheinmittel nachweislich sowohl bei Kindern als auch bei Tieren wunderbar wirken kann.”

Zum Weiterlesen:

“Baby und Familie” über Globuli bei ADHS

Schon einmal haben wir die vergleichsweise kritische Haltung der Apotheken-Gratiszeitschrift Baby und Familie zur Homöopathie gewürdigt.

In der aktuellen Ausgabe (April 2014) geht es nun um “Kügelchen statt Pillen?” bei ADHS – und wiederum ergreift der Apotheken Umschau-Ableger keineswegs Partei für die Pseudomedizin.

Zur Erinnerung:

Wann immer Homöopathen nach einem Wirksamkeitsnachweis für ihre Zaubermethode gefragt werden, verweisen sie auf die ADHS-Studie an der Uni Bern, so zuletzt Cornelia Bajic vom DZVhÄ im Focus oder Traunstein-Proponent Urs Rentsch in der Süddeutschen.

Dass es damit in Wahrheit nicht weit her ist, zeigt unter anderem Dr. Norbert Aust bei Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie.

Und auch die Baby und Familie-Autorin Anne-Bärbel Köhle schreibt unumwunden:

Die Studie hat schwerwiegende methodische Schwächen – und deshalb muss man die Ergebnisse mit Vorsicht betrachten.

Ein Kritikpunkt: Eine einzige Untersuchung sagt nicht viel aus, könnte auch ein Zufallsbefund sein. Außerdem ist die Stichprobe von lediglich 62 Teilnehmern sehr gering.

Für die Studie wurden zudem nur solche Patienten zugelassen, die bereits früher mit Homöopathika behandelt wurden und positiv darauf reagiert hatten – und der Arzt konnte auswählen, welche Patienten in die Studie eingeschlossen wurden.”

Im Folgenden benennt die Journalistin “die Gefahr der homöopathischen Behandlung”:

Sie verleitet unter Umständen dazu, zu lange zu warten.”

Alles in allem spielt die Homöopathie in dem Beitrag “Humbug oder Hilfe? Globuli bei ADHS” eine erfreulich untergeordnete Rolle, zugunsten sinnvoller medizinischer Empfehlungen.

Prima!

Zum Weiterlesen:

Geister (-Trick) in der Küche?

In den USA kursiert mal wieder ein “Ghost”-Video:


Direktlink zum Video auf Youtube

In einem kleinen Laden in New Hampshire wird eine gläserne Kuchenhaube wie von Geisterhand vom Tisch gefegt.

Eine ähnliche Aufnahme vom Dezember 2013 entpuppte sich damals als virales Marketing für eine TV-Sendung.

Wie auch immer:

Diesmal hat sich bei den amerikanischen Skeptikern jemand gemeldet, der das New Hampshire “Ghost”-Video in Eigenproduktion nachstellt.


Direktlink zum Video auf Youtube

Dann illustriert er “How it was made”:


Direktlink zum Video auf Youtube

Klar “beweist” oder “widerlegt” das überhaupt nichts.

Das “Mona Lisa”-Argument ist uns durchaus bekannt:

Nur weil man die Mona Lisa fälschen kann, heißt das nicht, dass es das echte Gemälde nicht gibt.”

Das ist korrekt.

Aber dann bitte auch umgekehrt:

Die Tatsache, dass man solche “Phänomene” mit geringem Aufwand inszenieren kann, spricht nicht gerade für deren Echtheit.

Zum Weiterlesen:

Traunstein: GWUP schreibt an die Kultusministerkonferenz

Der Wissenschaftsrat der GWUP hat einen Brief von Dr. Norbert Aust an die Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland unterzeichnet, der auf den drohenden Skandal einer “Hochschule für Homöopathie” aufmerksam macht.

Derzeitige KMK-Präsidentin ist Sylvia Löhrmann, Ministerin für Schule und Weiterbildung und stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen.

Das Schreiben im Wortlaut:

Sehr geehrte Frau Löhrmann,

die Kultusministerkonferenz ist die bundesweit agierende Organisation, die länderübergreifend für die Qualität der deutschen Hochschulausbildung sorgt. Daher machen die Unterzeichner dieses Schreibens, der Wissenschaftsrat der GWUP (Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften), Sie auf einen Missstand aufmerksam, der nach unserer einhelligen Auffassung Ihr Eingreifen dringend erforderlich macht.

Anhand des Projekts des Bachelor-Studiengangs ‘Complementary Medicine, Vertiefungsrichtung Homöopathie (EUH)’ der Steinbeis-Hochschule Berlin wird eine Lücke in der Hochschulgesetzgebung deutlich:

Bei Entscheidungen zu Forschung und Lehre gehen die gesetzlichen Regelungen offensichtlich davon aus, dass eine intakte akademische Selbstverwaltung dafür sorgt, dass dem Hochschulkuratorium nur wissenschaftlich gehaltvolle, seriöse Projekte vorgeschlagen werden.

Daher ist im weiteren Genehmigungsprozess keine Prüfung des wissenschaftlichen Inhalts vorgesehen.

Die Steinbeis-Hochschule Berlin verfügt jedoch – trotz einer staatlichen Anerkennung – nicht über die bewährten Entscheidungswege einer akademischen Selbstverwaltung, sondern ist ein auf wirtschaftlichen Erfolg ausgerichtetes Unternehmen. Daher können von dort Projekte vorgeschlagen werden, die primär dem wirtschaftlichen Eigeninteresse des Unternehmens dienen.

Die wissenschaftliche Qualität der Studienfächer spielt dann bei der Programmgestaltung sicher keine wesentliche Rolle. Damit fehlt bei der Genehmigungsprozedur für dieses Projekt der für die Qualität wichtige Verfahrensschritt der Prüfung auf wissenschaftlichen Gehalt.

Es ist zu befürchten, dass wissenschaftlich unhaltbare Disziplinen wie die Homöopathie tatsächlich bald als Hochschulstudienfach gelehrt und mit einem Bachelor of Science, später einem Master of Science, abgeschlossen werden wird. Dies ist aus Sicht der Unterzeichner nicht hinnehmbar.

 Zur Erläuterung:

  • Die Homöopathie ist keine forschende Wissenschaft, sondern geht – analog einer Glaubenslehre – auf die praktisch unveränderten Schriften des Begründers Samuel Hahnemann vom Anfang des 19. Jahrhunderts zurück. Dort wird eine „verstimmte Lebenskraft“ als Krankheitsursache angesehen, chronische Krankheiten lassen sich auf drei als „Miasmen“ bezeichnete „Urübel“ zurückführen, deren Schlimmstes die Psora (Krätze) ist.
  • Die Medikamente werden durch schrittweises Verdünnen und rituelles Schütteln hergestellt; die vorgeblich wirksamsten Medikamente enthalten rechnerisch kein einziges Atom/Molekül des Wirkstoffes mehr.
  • Die Verordnung erfolgt anhand eines nicht belegbaren Ähnlichkeitsgesetzes, wonach ein Medikament die Krankheit zu heilen imstande sein soll, deren Symptome es bei einem Gesunden hervorrufen kann. Bakterien, Viren, Antikörper und Hormone kommen in der Homöopathie hingegen nicht vor.
  • Wollte man die Widersprüche dieser Heilslehre zu den Naturwissenschaften beseitigen, wären Entdeckungen erforderlich, die zu etwa 80 Nobelpreisen in Physik, Chemie und Medizin führen würden.
  • Dabei nimmt die Homöopathie durchaus für sich in Anspruch, auch ernsteste Beschwerden wie Tuberkulose, Malaria und Typhus bis hin zum Krebs heilen zu können oder in der Intensiv- und Notfallmedizin von Nutzen zu sein.

Die negativen Auswirkungen der Genehmigung eines solchen Studiengangs wären weitreichend:

  1. Der Berliner Senat hat dem vorgeschlagenen Studiengang ‘Homöopathie’ bereits zugestimmt, was einen Präzedenzfall schafft, auf den sich sicher weitere entsprechende Gründungen berufen werden, entweder in weiteren Homöopathie-Fakultäten oder sogar in anderen Esoterik-Studiengängen.Irgendwann könnte es dann sogar Promotionen oder gar Habilitationen für Homöopathie und ähnliche abstrusen Lehren geben, wie dem Kartenlegen und dem Wünschelrutengehen.
  2. Der Wissenschaftsstandort Deutschland macht sich lächerlich, wenn man für das Auswendiglernen von wissenschaftlich obsoleten Inhalten aus dem 19. Jahrhundert einen Bachelor- und später sogar einen Master of Science verliehen bekommen kann.
  3. Wenn die Homöopathie auf diese Weise als Wissenschaft staatlich anerkannt werden würde, dann wäre für die Patienten der Unterschied zur evidenzbasierten Medizin noch weiter verwischt, als dies heute bereits durch den Apothekenzwang der wirkstofffreien Zuckerkügelchen und die zunehmende Kostenübernahme der Krankenkassen ohnehin der Fall ist.Mit einer Anerkennung der Homöopathie als Naturwissenschaft wäre es für den Patienten vollends unmöglich zu erkennen, dass er mit der Homöopathie ein Verfahren anwendet, das im fundamentalen Widerspruch zu bestens gesicherten Erkenntnissen der Physik, der Chemie und der anderen Naturwissenschaften steht. Die Folgen dieser Intransparenz für den einzelnen Patienten und das Gesundheitswesen insgesamt wären sicher sehr weitreichend und nur unter erheblichen Schwierigkeiten wieder umkehrbar.
  4. Nicht zuletzt wäre der Studiengang auch ein Betrug an den Studenten, die viel Zeit, Geld und Energie hineinlegen werden, um am Ende einen Abschluss zu erreichen, der sie eigentlich zu nichts qualifiziert, und mit dem sie sich in akademischen Kreisen sogar eher lächerlich machen.Völlig unabhängig vom Ausgang des Studiums müssen sich die Absolventen einer Prüfung vor dem Amtsarzt unterziehen, bevor sie ihre Tätigkeit als Therapeuten ohne Bestallung aufnehmen können – eine Prüfung, für die jeder zugelassen wird, der ohne eine weitere Ausbildung lediglich einen Hauptschulabschluss vorweisen kann und älter als 25 Jahre ist.

Daher besteht aus Sicht der Unterzeichner folgender Handlungsbedarf zur Sicherstellung der Qualität der an den deutschen Hochschulen durchgeführten Lehre, der aus unserer Sicht ein Eingreifen der Kultusministerkonferenz erforderlich macht:

Die Hochschulgesetzgebung der Länder ist dahingehend zu ergänzen, dass immer dann bei der Akkreditierung auch die Wissenschaftlichkeit der Inhalte des vorgeschlagenen Studiengangs von kompetenten, unabhängigen Gutachtern überprüft wird, wenn

  • Studiengebühren in einer Größenordnung erhoben werden, die auf ein wirtschaftliches Interesse der anbietenden Institution schließen lassen,
  • die beantragende Hochschule nicht über eine funktionierende akademische Selbstverwaltung verfügt, die den wissenschaftlichen Gehalt des Studiengangs selbst feststellt.

Die Kultusministerkonferenz möge auch auf den Berliner Senat einwirken, dass die Genehmigung des Studiengangs für Homöopathie, den die Steinbeis-Hochschule Berlin in Traunstein (Bayern) einrichten will, entsprechend überprüft und gegebenenfalls zurückgezogen wird.

Wir bitten um Ihr rasches und entschlossenes Einschreiten.”

Zum Weiterlesen:

  • Homöopathische Notaufnahme – Das Buch zum Film, GWUP-Blog am 3. Dezember 2010
  • Homöopathie: Wo bleiben die Nobelpreise? GWUP-Blog am 17. Mai 2010
  • Ärger um die Kügelchen-Akademie, SZ-Online am 27. März 2014
  • Traunstein: “Arschtritt” für die Homöopathie gefordert, GWUP-Blog am 4. März 2014
  • Jetzt online zeichnen: Petition gegen geplante Homöo-Akademie, GWUP-Blog am 1. März 2014
  • Kein Kommentar: Das Schweigen der Homöopathen zur Homöo-Akademie, GWUP-Blog am 26. Februar 2014
  • GWUP kritisiert die geplante Homöo-Akademie, GWUP-Blog am 22. Januar 2014
  • Die Homöo-Akademie im Fokus der Medien, GWUP-Blog am 25. Februar 2014
  • Die Homöo-Akademie in der Presse: “geistlose Beschäftigung”, GWUP-Blog am 22. März 2014
  • Was taugt ein “Studium” der Homöopathie? Gar nichts! GWUP-Blog am 29. März 2014

“Geisterjagd” in der SZ

Die Süddeutsche Zeitung begibt sich heute auf die “Spur der Schattenmenschen”.

Markus C. Schulte von Drach interviewt Alexa Waschkau zum Thema Geisterjagd in Deutschland.

Ein Auszug:

Wie viele Geisterjäger gibt es in Deutschland? Und was sind das für Menschen?

Es sind gegenwärtig mehr als 30 Teams mit jeweils ein bis zehn Mitgliedern. Aber die Szene verändert sich ständig. Neue Gruppen werden gegründet, alte verschwinden oder spalten sich. Als Geisterjäger arbeiten ganz normale Leute im Alter von Anfang 20 bis 50 Jahren. Manche sind Akademiker, viele Handwerker sind darunter und auch Hausfrauen. Es ist ein Querschnitt durch die Bevölkerung.”

Aber stoßen die Ghosthunter tatsächlich auch auf unerklärlichen Spuk?

Sie selbst geben an, dass sie Spuk in wenigen Fällen auch nach der Untersuchung für eine mögliche Erklärung halten. Aber der Beleg für versuchte Kontaktaufnahmen aus dem Jenseits fehlt noch. Eine wichtige Motivation für viele Ghosthunter ist deshalb auch, dass sie diejenigen sein möchten, die die Existenz von Geistern endlich beweisen. Deshalb gibt es in der Szene auch immer wieder Streit und Zweifel an der Seriosität anderer Teams.”

Ist es nicht seltsam, dass in unserer aufgeklärten Gesellschaft der Glaube an Gespenster noch so verbreitet ist?

Spuk und Geister werden so lange nicht an Aktualität verlieren, wie Menschen sich Gedanken über den Tod machen und sich fragen, was danach kommt. Für viele Menschen ist das, was sie für paranormale Erfahrungen halten, ein ganz zentrales Thema. Die Ghosthunter führen uns mit ihren Aktivitäten also plastisch vor Augen, wie wichtig eine Auseinandersetzung mit diesen Fällen ist.”

 Zum Weiterlesen:

  • Geisterjäger in Deutschland, Süddeutsche Zeitung am 1. April 2014
  • Video: Lesung aus dem Buch “Ghosthunting”, GWUP-Blog am 4. März 2014
  • Neue MIZ mit Geistern und Verschwörungstheorien, GWUP-Blog am 7. Februar 2014
  • “Geisterjagd” bleibt ein weltweites Phänomen, GWUP-Blog am 2. Februar 2014
  • Technophilie und Geisterglaube, Skeptiker 4/2013
  • Neues Buch und Lesung: Ghosthunting in Deutschland, GWUP-Blog am 7. Oktober 2013
  • Überall spukt es – sogar im Büro eines Skeptikers, GWUP-Blog am 1. November 2013
  • Sebastian Bartoschek/Alexa Waschkau: Ghosthunting – Auf Spurensuche im Jenseits. Alibri-Verlag, Aschaffenburg 2013
  • “Ist da was?” – Geisterjäger in Bayern, Skeptiker 4/2009

Reich werden durch Impfen?

Louis Pasteur war “ein Betrüger” und Impfen ist “ein Verbrechen, welches die Grundlagen des biologischen Lebens zerstört”, mindestens aber “ein Milliardengeschäft ohne Wirkung”, tönt es durch die digitalen Hinterzimmer.

Dabei ist auch das monetäre “Argument” von dumpfer Schlichtheit, denn:

Es ist klar, dass Firmen bei der Herstellung der Impfstoffe etwas verdienen, alles hat einen Kostenpunkt. Aber auch eine Behandlung und ein Bett im Krankenhaus kosten.”

Und vor allem:

Wer glaubt, dass Impfbefürworter vor allem Büttel des Marburger Bundes oder der Pharmaindustrie seien und die eigenen Kinder mit kämpferischen Motto-T-Shirts instrumentalisiert, gefährdet weniger sein Leben als das der Kinder, die nichts für die Phobien ihrer Eltern können.”

Der kinderdok greift in einem aktuellen Blogpost das Thema “Kohle scheffeln durchs Impfen” ganz praktisch auf und rechnet vor, wie unermesslich reich er mit Impfungen wird:

Ein Honorar von 7 Euro für eine Einzelimpfung bis hin zu 19 Euro für eine Kombinationsimpfung beinhaltet

1) Kosten für die Bevorratung der Impfstoffe (eine logistische Sache, sonst müssten die Eltern stets den Impfstoff selbst in der Apotheke holen – und die Kühlkette im heißen Sommer einhalten) – also Bereitstellung mindestens eines übergroßen Impfstoff-Kühlschranks mit Umluft, idealerweise mit Kühltemperaturüberwachung mit Online/SMS-Benachrichtung bei Ausfall – kostet Geld
2) Impfstoffausfallsversicherung (wenn die Putzfrau den Stecker zieht)
3) Impfaufklärung der Eltern (die Dauer bestimmen die Eltern, das kann auch schon mal länger gehen)
4) Impfplanung (Terminvergaben etc)
5) Untersuchung des Impflings (komplett)
6) Durchführung der Impfung (incl. Kanülen, Desinfektion, evtl. Glucose bei Säuglingen)
7) Dokumentation in Impfheft, Karteikarte und (optional) einem speziellen Impfbuch der Praxis
8) Achja – und Honorar für die getane Arbeit, für Arzt und MFA.

Achja – und wenn 3) oder 5) negativ ausfallen, weil die Eltern doch nicht impfen möchten oder der Impfling krank ist – gibt’s gar kein Geld. Für eine Impfberatung an sich – also mit offenem Ausgang – gibt es im übrigen im Abrechnungssystem der Gesetzlichen Krankenkassen keine Abrechungsziffer, d.h. das ist sowieso eine Gratisleistung des Arztes.”

Derweil hat Psiram läuten hören, dass jemand den berüchtigten Impfgegner Stefan Lanka beim Wort nimmt und die 100 000 Euro für sich reklamiert, die Lanka für einen Nachweis ausgelobt hat, dass das Masernvirus wirklich existiert.

Die Sache gehe jetzt vor Gericht.

Zum Weiterlesen:

  • Kohle scheffeln durchs Impfen, Kids and me 2.0. am 30. März 2014
  • Stefan Lanka: 100.000 Euro für einen kleinen Beweis, Psiram am 30. März 2014
  • Die Impf-Wut, Die Neue Südtiroler Tageszeitung am 3. Juni 2013
  • Die Irrationalität der Impf-Gegner, Welt-Online am 4. Juli 2013
  • Warum noch immer Kinder an Masern sterben? Darum! Christian Buggischs Blog am 22. Juli 2013
  • Ideologische Impfgegner verschulden Masern in München und Berlin, WeiterGen am 4. Juli 2013
  • Vom gefährlichen Ego-Trip der Impfgegner, Cicero am 7. Juli 2013
  • Kreuzzug gegen die Schulmedizin, FAZ am 16. März 2010
  • Jenny McCarthy, ein Shitstorm und die Frage nach der besten Impfaufklärung, GWUP-Blog am 17. März 2014
  • Autismus: Evans Großmutter widerspricht Jenny McCarthy, GWUP-Blog am 14. Januar 2014
  • Mit Witz und Betroffenheit gegen aggressive Impfgegner, GWUP-Blog am 11. August 2013
  • “Buffy” kämpft jetzt für die Keuchhusten-Impfung, GWUP-Blog am 16. Juni 2013
  • Kinderarzt zu Impfgegnern: “Get Out of My Office”, GWUP-Blog am 5. Februar 2014
  • Why I vaccinate my kids, Aetiology am 13. März 2014
  • Masern für 100 000 Euro? Ruhrbarone am 1. April 2014

Homöopathie bei Plasberg

Auch bei hart aber fair am Montag (31. März, 21 Uhr, ARD) geht es um das Thema Homöopathie und Co.:

Deutsche Ärzte sind Weltmeister beim Operieren, aber gleichzeitig boomt das Geschäft von Heilern und Homöopathen. Ein Widerspruch? Ist nur medizinische Wissenschaft wahr, sind die sanften Alternativen Humbug? Oder ahnen viele Menschen, dass Heilung Zeit, Zuspruch und manchmal Wunder braucht?”

An der Diskussion nehmen Dr. Eckart von Hirschhausen und Dr. Christian Weymayr (“Die Homöopathie-Lüge”) teil.

Zum Weiterlesen:

  • Eckart von Hirschhausen im Stern: Magie und Medizin, GWUP-Blog am 6. März 2014
  • „Wunderheiler”: Das neue Bühnenprogramm mit Eckart von Hirschhausen, GWUP-Blog am 1. Dezember 2013
  • Skeptiker auf Kuschelkurs, daz-augsburg.de am 30. November 2013
  • “Die Homöopathie-Lüge” – ein Interview (Teil 1), GWUP-Blog am 23. Dezember 2012
  • “Die Homöopathie-Lüge” – ein Interview (Teil 2), GWUP-Blog am 23. Dezember 2012
  • Interview mit Dr. Christian Weymayr bei Nachdenken bitte
  • Homöopathen-Kritik an den Skeptikern: Geht’s noch ein bisschen peinlicher? GWUP-Blog am 16. März 2014

Was taugt ein “Studium” der Homöopathie? Gar nichts.

Auch die Ärztezeitung Medical Tribune berichtet über die geplante Homöo-Akademie in Traunstein:

Neues Homöopathie-Studium nur Etikettenschwindel?”

Einige perlende Sätze daraus:

Der akademische Grad des Bachelor, mit dem die Studenten den Studiengang absolvieren, so wird versprochen, eröffne auch Möglichkeiten, die bisher nur Heilberufen mit akademischem Grad vorbehalten seien. Welche das sein sollen, konnte Medical Tribune nicht herausfinden.”

Tatsächlich räumt die Akademieleitung ein, dass die rund 22 000 Euro teure “Ausbildung” nicht einmal zum Heilpraktiker qualifiziert:

Akademieleiterin Wilhelm bestätigte MT: Ein erfolgreicher Studienabschluss bedeutet noch keine Zulassung zum Heilpraktiker-Beruf. Ohne die im Heilpraktikergesetz vorgeschriebene amtsärztliche Prüfung wird niemand Heilpraktiker.

Und die Bayerische Landesärztekammer erklärt, dass dieses Studium auch nicht für die Zusatzbezeichnung Homöopathie tauge.”

Fragt sich also, welchen Grund es überhaupt gibt, an der “Hochschule für Homöopathie” zu “studieren”?

Nicht ganz verwunderlich, dass sich bislang nur “eine sehr kleine Gruppe” für die Zauberkurse interessiert.

Allerdings hat sich ein kleiner Fehler in den ansonsten guten MT-Artikel eingeschlichen:

Bayern unterstützt das Projekt mit 500 000 Euro.”

Nein, die bayerische Landesregierung hat lediglich den Umbau des Gebäudes (das ehemalige Annette-Kolb-Gymnasium) mit einer halben Million bezuschusst, wie man hier nachlesen kann.

Kleiner Spaß am Rande: Die (wahre) Geschichte vom Rückruf für sechs homöopathische Mittel in den USA, weil diese Wirkstoffe enthalten, amüsiert mittlerweile auch deutsche Zeitungsleser.

Die Süddeutsche Zeitung zitiert dazu einen Kritiker:

Lasst die Zuckerpillen im 19. Jahrhundert, wo sie hingehören.”

Zum Weiterlesen:

  • Neues Homöopathie-Studium nur Etikettenschwindel? Medical Tribune am 27. März 2014
  • Homöo-Akademie: Start mit minimalem “Kunden”-Interesse! Ratgeber-News-Blog am 27. März 2014
  • Homeopathic remedies recalled for containing real medicine, Wired am 25. März 2014
  • Hilfe, ein Wirkstoff im Kügelchen, SZ-Online am 27. März 2014
  • Was wird Ihr Studienabschluss in Zukunft noch wert sein, wenn …, Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie am 13. März 2014
  • Akademische Globulisierung, Kritisch gedacht am 28. März 2014

Leuchtende Madonna – solved

Leuchtfarbe mit Zinksulfid.

Das ist die banale Lösung für das “Wunder” der leuchtenden Marienstatue in Belgien.

Die Daily Mail schreibt dazu:

A team of scientists from the science faculty at Liege university discovered the Madonna was glowing in the dark because it had been covered with paint containing zinc sulphide on an unknown date.

Dr Rudi Cloots, who led the university team said: This chemical has a luminous effect and is the reason for the strange light. It’s no miracle.”

Nutzt sich schnell ab, dieser Trick.

Zum Weiterlesen:

  • Mystery of glowing Virgin Mary statue visited by hundreds in Belgium is solved, Daily Mail am 26. März 2014
  • Oh Wunder: Und wieder leuchtet eine Marienstatue, GWUP-Blog am 14. März 2014
  • Leuchtende Madonnen – solved, GWUP-Blog am 29. September 2013
  • Mystery of Belgium’s Glowing Virgin, CFI am 2. April 2014

Homöo-Akademie in der SZ

Auch die Süddeutsche Zeitung berichtet heute im Bayern-Teil über die geplante “Hochschule für Homöopathie” in Traunstein.

Ein Auszug:

Diese Woche beginnt der Akademie-Betrieb mit einem Kurs für Abiturienten ohne Vorkenntnisse.

Kritiker bezeichnen die Hochschule und den Studiengang als “Hokuspokus” wie aus einem Harry-Potter-Roman, mit der Zauberschule namens Hogwarts. Deshalb sprechen sie von “Hogwarts an der Traun”.

Einer der hartnäckigsten Gegner der Homöopathie ist die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP). “Die geplante Hochschule für Homöopathie in Traunstein ist akademischer Etikettenschwindel und verleiht einer Pseudowissenschaft höhere Weihen”, sagt ihr Vorsitzender Amardeo Sarma.”

Zum Weiterlesen:

  • Ärger um die Kügelchen-Akademie, SZ-Online am 27. März 2014
  • Traunstein: “Arschtritt” für die Homöopathie gefordert, GWUP-Blog am 4. März 2014
  • Jetzt online zeichnen: Petition gegen geplante Homöo-Akademie, GWUP-Blog am 1. März 2014
  • Kein Kommentar: Das Schweigen der Homöopathen zur Homöo-Akademie, GWUP-Blog am 26. Februar 2014
  • GWUP kritisiert die geplante Homöo-Akademie, GWUP-Blog am 22. Januar 2014
  • Die Homöo-Akademie im Fokus der Medien, GWUP-Blog am 25. Februar 2014
  • Die Homöo-Akademie in der Presse: “geistlose Beschäftigung”, GWUP-Blog am 22. März 2014
  • Homeopathic remedies recalled for containing real medicine, Wired am 25. März 2014
  • Hersteller homöopathischer Mittel ruft homöopathische Mittel zurück, weil sie echte Medizin enthalten, Indub.io am 27. März 2014




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