Archiv-Seite 29

Der Live-Stream vom “Goldenen Brett” 2014 aus Wien

In knapp 24 Stunden (Mittwoch, 26. November) wissen wir, wer sich das “Goldene Brett” 2014 vor den Kopf nageln kann.

Für alle, die nicht bei der Preisgala in Wien dabei sein können, gibt es ab 20 Uhr einen Live-Stream über die Homepage goldenesbrett.guru.

In München treffen sich die Skeptiker zum Public Viewing im “Stragula”, die Rhein-Ruhr-Skeptiker laden ins SZ-Bochum ein.

Für radioeins stellt Dr. Mark Benecke vom GWUP-Wissenschaftsrat nochmal die drei Kandidaten vor. Hier geht’s zum Podcast.

Zum Weiterlesen:

  • Für das “Goldene Brett” 2014 nominiert: Impfgegner, Xavier Naidoo, Barbara Steffens, GWUP-Blog am 16. November 2014
  • Vergoldete Verschwörungstheorien: Xavier Naidoo für Satirepreis nominiert, Rolling Stone am 24. November 2014
  • Xavier Naidoo bekommt “Brett vorm Kopf” vielleicht vergoldet, kurier.at am 17. November 2014

„Ebola-Mission“ von Homöopathen in Liberia vorerst gescheitert

Alles andere als eine klare Verurteilung wäre ein Skandal”,

schrieb Dr. Christian Weymayr (“Die Homöopathie-Lüge”) Anfang November auf seiner Facebook-Seite an die Adresse des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ).

Weymayr hatte den DZVhÄ um eine Stellungnahme zu Verlautbarungen verschiedener Globuli-Aktivisten ersucht, die mit ihren wirkungslosen Zuckerkügelchen Ebola heilen wollen.

Dem Blogger merdeister (dieausrufer) schwante zu diesem Zeitpunkt bereits Übles:

Ich denke, bisher halten sich die deutschsprachigen Homöopathen zurück, weil alles andere der PR-GAU wäre. Nicht jedoch, weil sie eine prinzipielle Behandlungsmöglichkeit anzweifeln würden.”

Und so scheint es tatsächlich zu sein.

Die deutschen Homöopathie-Lobbyisten sehen im Herumdilettieren an viruskranken Menschen keineswegs einen Skandal, sondern schwärmen vielmehr von einem “Einsatz homöopathischer Ärzte in Liberia”:

Unsere Erfahrung aus der Behandlung anderer Epidemien in der Geschichte der Medizin lässt den Schluss zu, dass eine homöopathische Behandlung die Sterblichkeitsrate der Ebola-Patienten signifikant verringern könnte.”

So steht es heute auf der Homepage des DZVhÄ zu lesen.

Der trotzige Jubel-Artikel soll indes primär eine veritable Schlappe für die Homöopathen camouflieren:

Die Behörden in Liberia haben ein Team homöopathischer Ärzte daran gehindert, Ebola-Patienten zu behandeln”,

meldet Spiegel-Online.

Demnach wurde der Afrika-Trip einer Delegation der “Liga Medicorum Homoeopathica Internationalis” (LMHI) “maßgeblich von deutschen Homöopathen organisiert und finanziert”.

Als Teamleiterin fungierte die deutsche Ärztin und Impfgegnerin Ortrud Lindemann, die in Barcelona praktiziert und sich eines entlarvenden Vokabulars befleißigt, welches Homöopathie unzweideutig als Religion konstituiert:

Wir sind gesegnet mit 110 Mitteln in drei bis vierfacher Potenz”, schrieb Ortrud Lindemann, eine der entsandten Ärztinnen, in einer E-Mail am 19. Oktober aus Liberias Hauptstadt Monrovia [...] Wir sind dazu bestimmt, dem Volk Liberias zu helfen im Kampf gegen Ebola mit homöopathischen Mitteln.”

Das muss man nicht weiter kommentieren.

Oder allenfalls mit dem Quackometer fragen:

Have Homeopaths Reached Peak Stupid?”

Die Daily Mail hatte schon vor fünf Tagen ausführlich über den homöopathischen Griff ins Klobuli berichtet und neben Ortrud Lindemann auch die indische Ärztin und Homöopathin Medha Durge interviewt:

She confirmed that they had used homeopathic treatments on patients, despite the instructions from health officials in the capital Monrovia not to do so.”

Dazu kann man eigentlich nur nochmal Dr. Florian Aigner vom GWUP-Vorstand zitieren:

Wenn Sie unbedingt das Wirkprinzip der Homöopathie in Krisengebieten testen wollen, dann können Sie ja vorerst mal selbst versuchen, homöopathisch verdünntes Meerwasser gegen die Auswirkung von Tsunamis zu verwenden, homöopathisch verdünnte Erde, um sich vor Muren zu schützen, und hochpotenziertes Blei gegen Gewehrkugeln von Plünderern – das hätte alles genau dieselbe Logik wie die Präparate, die tatsächlich verkauft werden.

Aber bitte: Belästigen Sie damit keine notleidenden Menschen, die tatsächlich Hilfe brauchen.”

Zum Weiterlesen:

  • “Ebola-Mission von Homöopathen 2014″ bei Psiram
  • The invasion of well-meaning quacks into West Africa continues apace, Respectful Insolence am 20. November 2014
  • “Homeopathy CAN cure Ebola”: Doctors attack ‘armchair intellectuals’ at World Health Organisation who refuse to let them treat deadly virus with snake venom remedy, Daily Mail am 19. November 2014
  • The Daily Mail is wrong: Homeopathy can’t cure Ebola, The Spectator am 20. November 2014
  • Homöopathie: Liberia verhindert Tests an Ebola-Patienten, Spiegel-Online am 24. November 2014
  • Genfer Homöopath von Liberia abgewiesen, NZZ am 23. November 2014
  • Homöopathen wollen mit Kügelchen Ebola stoppen, stern.de am 31. Oktober 2014
  • Einfach logisch: Homöopathie und Ebola, dieausrufer am 2. November 2014
  • Gefährlich: Führt der Ebola-Ausbruch zu mehr Wissenschaft und Vernunft? GWUP-Blog am 20. Oktober 2014
  • Ebola und die Quacksalber, dieausrufer am 19. Oktober 2014
  • Ebola in Afrika – gibt’s da nicht was vom Homöopathen? GWUP-Blog am 9. August 2014
  • Homöopathie: Über Miasmen, Größenwahn und Unvermögen, die HoG und Ebola, Bullshit! am 26. September 2014
  • Ebola? Da haben wir etwas für Sie …, Psiram am 9. August 2014
  • Der grenzenlose Irrglaube der “Homöopathen ohne Grenzen”, GWUP-Blog am 4. Dezember 2013
  • Homöopathie ist Religion, GWUP-Blog am 25. April 2011
  • Have Homeopaths Reached Peak Stupid? Quackometer am 21. November 2014
  • Leben Krebspatienten mit homöopathischer Zusatzbehandlung länger? Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie am 24. November 2014

Bundespresseball: Bühne frei für Mr. Neutrino

Vielleicht hat da jemand einfach nur was falsch verstanden.

Als der Medienjournalist Stefan Niggemeier dieser Tage seine Kolleginnen und Kollegen aufforderte,

… nicht so häufig den Funken [zu] liefern, aus dem die Paranoiker dann ihre lodernden Feuer entfachen [...] und sich nicht mit den einfachen Antworten, die in ein vorgegebenes Schema passen, zufriedenzugeben”,

meinte er damit gewiss nicht, Pseudos und Obskuranten eine Bühne zu geben.

Und trotzdem meint die Bundespressekonferenz (ein Verein der in Berlin tätigen Parlamentskorrespondenten), den Bundespresseball 2014 morgen Abend im Flughafen Tempelhof von dem Unternehmen Neutrino Inc. sponsern lassen zu müssen.

Auf der Sponsorenliste der Gala-Veranstaltung firmiert Neutrino Inc. mit dem Slogan “The Energy of the Future”.

Laut Eigendarstellung unterstützt die Firma …

… Wissenschaftler bei einem der visionärsten Energie-Projekte unserer Zeit: Der Nutzbarmachung elektrisch neutraler Elementarteilchen, sogenannter Neutrinos, als nachhaltige Energiequelle.”

Diese vollmundige Behauptung ist Psiram immerhin einen Wiki-Eintrag sowie drei aktuelle Blog-Posts wert, aus denen hervorgeht, dass …

… eine technische Nutzung von Neutrinostrahlung unbekannt und physikalisch nicht plausibel”

sei und der “Neutrino Inc.”-Geschäftsführer auf eine beachtliche Betrugskarriere zurückblicken könne, was ihn indes nicht daran hindert, morgen …

… im Blitzlichtgewitter die Hände der Reichen und Mächtigen beim Bundespresseball auf dem Berliner Tempelhofgelände”

zu schütteln.

Aber vielleicht interessiert es ja den einen oder anderen der 2000 Gäste von Deutschlands “gesellschaftlichem Ereignis Nummer eins”, darunter

… besonders viele Ministerpräsidenten, Bundestagsabgeordnete, Chefredakteure, Intendanten und Vorstandsmitglieder aus der Wirtschaft”.

Zum Weiterlesen:

  • Phantastische Neutrino-Beleuchtung beim Bundespresseball, Psiram am 21. November 2014
  • Kühlschränke für Eskimos und Strom aus Neutrinos? Psiram am 20. November 2014
  • Der geheimnisvolle Mr. Neutrino, Psiram am 19. November 2014
  • Der Bundespresseball, freie Neutrino-Energie und der “Mehrwert” der journalistischen Recherche, Astrodicticum simplex am 20. November 2014
  • Neutrinos vom zentralen schwarzen Loch der Milchstraße nachgewiesen? Astrodicticum simplex am 18. November 2014
  • Medienkritik, Paranoia und “Alternativ-Journalismus”, GWUP-Blog am 2. November 2014
  • Wie käuflich ist der Bundespresseball? Ruhrbarone am 21. November 2014
  • Der geheimnisvolle Sponsor des Bundespresseballs, Tagesspiegel am 21. November 2014

Esoterische Weiterbildungen: “Teurer Hokuspokus”

Gerade bei 3sat gelaufen:

Teurer Hokuspokus

Kinesiologie, Schamanen-Coaching: Unternehmen geben jährlich mehrere Millionen Euro für esoterische Weiterbildungen aus. Doch deren Wirkung ist fraglich.”

Hier geht’s zum Video (6:46 min).

Zum Weiterlesen:

Für das „Goldene Brett“ 2014 nominiert: Impfgegner, Xavier Naidoo, Barbara Steffens

Die Kandidaten für “Das Goldene Brett” 2014 stehen fest.

Aus mehr als 250 Nominierungen sind der Schweizer Verein „Netzwerk Impfentscheid“, die Gesundheitsministerin des Landes Nordrhein-Westfalen Barbara Steffens und der Sänger Xavier Naidoo ausgewählt worden.

Einer von ihnen wird am 26. November in Wien das “Goldene Brett vorm Kopf” verliehen bekommen – eine äußerst schwierige Entscheidung, die die Jury da vor sich hat.

Zur Begründung heißt es:

  • Verein „Netzwerk Impfentscheid“:

Impfungen haben vermutlich mehr Menschenleben gerettet, als jede andere Präventionsmaßnahme der modernen Medizin. Trotzdem gibt es eine hartnäckige, lautstarke Impfgegner-Community, die sich zum Ziel gesetzt hat, diese Erfolgsgeschichte zu beenden.

Die wissenschaftliche Faktenlage lässt keinen Zweifel daran, dass Impfen wichtig und nützlich ist, doch Vereine wie „Netzwerk Impfentscheid“ verbreiten die Vorstellung, dass Impfen nutzlos und sogar schädlich sei.

Insbesondere jungen Eltern wird oft eingeredet, dass sie ihre Kinder nicht impfen sollen – eine Falschinformation, die tragische Folgen haben kann.”

  • Barbara Steffens

Die Gesundheitsministerin des Landes Nordrhein-Westfalen ist eine deklarierte Anhängerin von Alternativmedizin – damit ist sie nicht alleine. Besonders problematisch ist allerdings, dass sie als Politikerin die Alternativmedizin auch an Universitäten verankern will.

Außerdem ist sie der Meinung, dass Alternativmedizin nicht nach den üblichen wissenschaftlichen Wirksamkeitskriterien beurteilt werden kann – eine Sichtweise, die jeden rationalen Diskurs über Alternativmedizin unmöglich macht.”

  • Xavier Naidoo

Der Sänger Xavier Naidoo hat sich zum Vertreter abstruser Verschwörungstheorien entwickelt. Er sorgte mit seiner Nähe zur rechtsgerichteten „Reichsbürgerbewegung“ für Aufsehen, die die Existenz der Bundesrepublik Deutschland leugnet.

Naidoo begab sich damit in ein Netz aus Verschwörungstheorien, die von den Anschlägen vom elften September bis zur Finanzkrise reichen. Seine große Popularität als Musiker führt insbesondere junge Menschen in eine abstruse Gedankenwelt aus unhaltbaren Behauptungen, in denen Hass und Angst mehr zählen als Fakten.

Eine rationale Diskussion über tatsächliche politische Missstände wird dadurch unmöglich. Xavier Naidoo wird zur Einstiegsdroge der Irrationalität, die mit pathetischer Musik beginnt und bei Chemtrails und Weltverschwörungs-Paranoia endet.”

Die Preisgala findet am 26. November in der Wiener Urania statt. Als Laudatoren konnten bereits Hoaxmistress Alexa von Hoaxilla, der Vorstand des Instituts für Pharmakologie der MedUni Wien Michael Freissmuth sowie der europäische Science-Slam-Champion Martin Moder gewonnen werden.

Initiator dieser satirischen Negativauszeichnung sind die Wiener Skeptiker, die Gesellschaft für krititisches Denken (GkD).

Zum Weiterlesen:

  • Xavier Naidoo spricht bei den „Reichsbürgern“ in Berlin, GWUP-Blog am 4. Oktober 2014
  • Dabei sein – beim Karneval für Reichsbürger und Chemmies, GWUP-Blog am 2. Oktober 2014
  • Xavier Naidoo, Reichsbürger und Verschwörungen, GWUP-Blog am 24. August 2014
  • Reichsburgerwochen X: seufz – die Top 10 der beklopptestens Argumente des Reichsbürgers, aargks/pro Logik am 17. Januar 2014
  • 13 Globuli: Ministerin Steffens räumt ab beim Eso-Check, GWUP-Blog am 6. August 2013
  • Warum Barbara Steffens ihr Ministerium beschämt, ruhrbarone am 11. März 2013
  • Sollte eine Gesundheitsministerin auf dem Boden der Wissenschaft stehen? Die Wissenschaftsjournalisten am 5. Februar 2013
  • Kopfschüttelnde Ministerialbeamte, Der Nesselsetzer am 14. März 2013
  • NRW: Gesundheitsministerin Steffens will mehr Homöopathie, ruhrbarone am 29. Januar 2012
  • Aliana und die Impfpflicht, GWUP-Blog am 12. November 2014
  • Impfgegner, zuhören: “Meine Mama bringt mich um”, GWUP-Blog am 5. Oktober 2014
  • Fatales Natürlichkeitsdenken der Impfgegner, GWUP-Blog am 11. Mai 2014
  • Kinderarzt zu Impfgegnern: “Get Out of My Office”, GWUP-Blog am 5. Februar 2014
  • Mit Witz und Betroffenheit gegen aggressive Impfgegner, GWUP-Blog am 11. August 2014
  • Diskussion mit Impfgegnern: Religiöser Eifer und die Verteidigung der Vernunft, GWUP-Blog am 24. Juni 2014
  • Die Argumente der Impfgegner, GWUP-Blog am 22. Oktober 2009
  • 20 häufige Impfgegner-Argumente: Was ist dran? GWUP-Blog am 18. Juli 2013
  • Afrikaner sterben an Ebola, Schweizer Impfkritiker spotten, NZZ am 29. Oktober 2014
  • Faktencheck Ebola und die Verschwörung der “Systempresse”, GWUP-Blog am 12. November 2014

The Debunking Handbook auf Deutsch: “Widerlegen, aber richtig” als kostenloses PDF

“The Debunking Handbook” von John Cook (Physiker) und Stephan Lewandowsky (Psychologe) gibt es auch auf Deutsch und steht zum kostenlosen Download bei Skeptical Science bereit.

Das neunseitige PDF “Widerlegen, aber richtig” zeigt am Beispiel der Klima-Debatte, wie Gerüchte ausgeräumt und falsche Informationen korrigiert werden können:

Gerüchte auszuräumen und falsche Informationen zu korrigieren ist kompliziert. Ein unvorsichtiger Versuch, eine falsche Information zu widerlegen, kann aus Versehen dazu führen, genau das Gerücht zu verstärken, das man eigentlich ausräumen möchte.

Um zu vermeiden, dass der Schuss nach hinten losgeht, muss gekonntes Widerlegen drei wesentliche Anforderungen erfüllen.

Als Erstes muss sich die Erwiderung auf die wesentlichen Fakten anstatt auf das Gerücht konzentrieren, um zu verhindern, dass sich die Falschinformation verfestigt. Zweitens sollte jeder Erwähnung des Gerüchts eine eindeutige Warnung vorangestellt werden, damit der Leser weiss, dass die nachfolgende Information falsch ist.

Zu guter Letzt sollte die Widerlegung eine alternative Erklärung beinhalten, die wesentliche Bestandteile der ursprünglichen Falschinformation aufgreift.”

Zum Weiterlesen:

  • John Cook/Stephan Lewandowsky: Widerlegen, aber richtig. Ins Deutsche übersetzt von Bärbel Winkler und Oliver Marchand
  • Rezension zu “The Debunking Handbook”, gavagai.de
  • Bescheidenheit gegenn hartnäckige Gerüchte, sciencesofa am 10. Juli 2012
  • Wie widerlegt man “Klima-Skeptiker”? klimaretter.info am 28. März 2012
  • Starrköpfe überzeugen, GWUP-Blog am 3. Dezember 2013
  • Wissenschaft vs. Pseudo, GWUP-Blog am 15. Dezember 2013

Video vom One Million Dollar Challenge beim TAM 2014

Ein Video vom “One Million Dollar Challenge” beim diesjährigen TAM (The Amazing Meeting) in Las Vegas:


Direktlink zum Video auf Youtube

Getestet wird der in Boston lebende Student Fei Wang, der behauptet, dass von seiner rechten Hand eine übernatürliche Energie (wohl eine Art “Qi”) abgestrahlt wird, die andere Personen noch in 30 Zentimeter Entfernung spüren können.

Der Versuchsaufbau erinnerte an das berühmte “Therapeutic Touch”-Experiment von Emily Rosa – und so war auch das Ergebnis:

The test overall was considered a fail for Mr. Wang.”

Einen ausführlichen Bericht über den Challenge 2014 gibt es auf der Seite der James Randi Educational Foundation.

Zum Weiterlesen:

  • The trials and tribulations of the 2014 James Randi Educational Foundation’s Million Dollar Challenge
  • Psi-Tests bei “heute nacht”, GWUP-Blog am 24. Juli 2014
  • Interview zu den Psi-Tests: “Vorher und Nachher klappt’s”, GWUP-Blog am 2. September 2013
  • Psi-Tests 2013 bei Hoaxilla, GWUP-Blog am 19. August 2013
  • Muten mit Ruten und gedrechselte Ausreden: Die Psi-Tests 2013 der GWUP, GWUP-Blog am 16. August 2013
  • Fakers and Innocents: The One Million Dollar Challenge and Those who Try for It, Skeptical Inquirer Vol.29.4, July/August 2005

„Tigre Gate“ in Paris: Die Raubkatze aus Disneyland

Der Sommerloch-Panther kommt stets gewiss, auch wenn’s erst im November ist.

Wie schon 2009 und 2010 ertönt der mediale Raubkatzen-Alarm heuer wenige Wochen vor Weihnachten.

Schauplatz ist diesmal Paris, das Phantombiest ein Tiger – ansonsten aber alles wie gehabt.

Same procedure as every year:

Es gibt Augenzeugenberichte und ein verwackeltes Foto, die üblichen Treibjagden von Polizei und Militär, vermeintliche Spuren, die schließlich doch nur “von einer besonders großen Katze” stammen sowie höchst amüsierte Zeitgenossen, welche die aufgeregten Zeitungsberichte mit Hohn und Humor verfolgen.

Allenfalls eine Randnotiz verdient diesmal besondere Beachtung: Der “Tiger” soll sich “in der Nähe des Disneyland Paris” herumtreiben.

Genau dort hat er auch seinen Ursprung (wenn auch nicht im realen Sinne, weshalb ein Disneyland-Sprecher eilends versicherte, es gebe im Park keine Tiger).

Denn zu einem richtigen Sommerlochtier gehört die Verniedlichung und Vermenschlichung:

Das zeigen auch die niedlichen Namen, die man ihnen gibt. Man kann mitfühlen, miträtseln und mitfiebern”,

erklärt der Professor für empirische Kommunikatorforschung Markus Behmer.

Folglich wird der Twitter-Hashtag #tigre mittlerweile von solchen und solchen Fotos dominiert.

Erklärt haben wir die wiederkehrenden Raubkatzen-Sichtungen schon öfter, zum Beispiel hier.

Zum Weiterlesen:

  • Die Franzosen und ihr “Tigre Gate”, 20 Minuten am 14. November 2014
  • Le gros félin traqué près de Paris n’est pas un tigre, sudouest.fr am 14. November 2014
  • Gesuchtes Tier in Frankreich ist doch kein Tiger, web.de am 14. November 2014
  • Großkatzenjagd bei Paris: Verwirrung um angeblichen Tiger, Spiegel-Online am 14. November 2014
  • Polizei jagt angeblich streunenden Tiger nahe Disneyland Paris, Spiegel-Online am 13. November 2014
  • Polizei sucht nach entlaufener großkatze bei Paris, Süddeutsche am 14. November 2014
  • Polizei jagt ausgerissenen Tiger bei Paris, Welt-Online am 13. November 2014
  • Police guards at school as Paris tiger hunt continues, The Guardian am 14. November 2014
  • Die „Bestie von Gévaudan“: Werwolf, Hybride oder Serienmörder? GWUP-Blog am 30. Juni 2014
  • Ein Sommerloch ohne Panther, Bigfoots und Lottis? GWUP-Blog am 8. August 2014
  • Panther Gustav – der deutsche Yeti, GWUP-Blog am 7. November 2009
  • Panther, Ufos und die Glaubensmaschine, GWUP-Blog am 28. Oktober 2010
  • Alien Big Cats, Hoaxilla-Podcast Nr. 117 vom 3. März 2013
  • “Sommerlochtiere” zwischen Urangst und Bambi-Syndrom, GWUP-Blog am 22. August 2013

Symposium in Jena: Ein halbes Jahrhundert Zickzack mit Darwin

Im Mai wandte sich die Hochschulgruppe Jena der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs) öffentlich gegen eine kreationistisch angehauchte Veranstaltung an der Uni Jena.

Im Fortgang beteiligt sich die gbs-Hochschulgruppe jetzt an dem Symposium

Ein halbes Jahrhundert Zickzack mit Darwin”,

das vom 18. bis 20. November an zwei Tagungsorten in Jena stattfindet.

In der Ankündigung heißt es:

Mutation, Zufall, Auslese: Solche Begriffe sind vor allem aus der Evolutionsbiologie bekannt.

Zunehmend lassen sich jedoch auch Informa­tiker und Ingenieure bei der Entwicklung von Algorithmen von der Natur ins­pi­rieren. Eine wichtige Grundlage hierfür legte im Herbst 1964 der damalige Stu­dent Ingo Rechenberg.

Bei einem Experiment im Windkanal bestimmten er und sein Kommilitone Hans-Paul Schwefel mithilfe des Evolutionsprinzips die ideale Form von Flügeltragflächen mit geringstem Widerstand.

„Hätten sie die ver­schiedenen Einstellungen des Flugzeugflügels systematisch getestet, hätte es Jahre gedauert. Doch durch das Spiel von Zufall und Auslese benötigten sie nur wenige Stunden“, erklärt Wissenschaftshistoriker PD Dr. Rudolf Seising vom Ernst-Haeckel-Haus der Universität Jena.

Am 18. November 1964 be­richtete schließlich auch der Spiegel in dem Artikel „Zickzack nach Darwin“ darüber.

Genau 50 Jahre später erinnert ein interdisziplinäres Symposium an der Uni­versität Jena an das Windkanal-Experiment und beleuchtet Evolution, Technik und Informatik in Geschichte, Gegenwart und Zukunft.

Die Tagung „Ein halbes Jahrhundert Zickzack mit Darwin. Evolution – Evolutionäre Algorithmen – Artifical Life“ richtet sich an Fachwissenschaftler und Studierende aus den Bereichen Biologie, Informatik, Technik und Philosophie sowie an die interessierte Öffentlichkeit.”

Das Programm findet sich hier, der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.

Zum Weiterlesen:

  • Hochschultage als Plattform für Kreationisten-Prediger, GWUP-Blog am 12. Mai 2014
  • Und Gott erschuf die Dinosaurier, Süddeutsche am 9. Mai 2014
  • Vince Ebert zu Kreationismus und Wissenschaftsfeindlichkeit, GWUP-Blog am 6. April 2014
  • GWUP-Thema: Kreationismus
  • Argumente des Kreationismus und ihre Widerlegung, Gedankenwerkstatt am 21. März 2014
  • Der Unsinn der nichtreduzierbaren Komplexität, Astrodicticum simplex am 5. Dezember 2010
  • Vince Ebert: Evolution, GWUP-Blog am 22. Dezember 2013
  • 11er des Monats: Kreationismus, aargks/pro Logik am 11. Mai 2014

Wahre Fakten zu Naidoo, Ebola und Co. von Florentin Ulfkotte

Schöne Parodie auf Xavier Naidoo, Ebola-Verschwörung und “Systempresse” beim NEO-Magazin:


Direktlink zum Video auf Youtube

“Floretin Ulfkotte” ist natürlich kein Anderer als Florentin Will, der den kritischen Youtube-Kanal PLONQUEZ betreibt und im Sommer auch von der FAZ porträtiert wurde.

Einige seiner empfehlenswerten Videos haben wir hier im Blog schon vorgestellt.

Zum Weiterlesen:

  • Faktencheck Ebola und die Verschwörung der “Systempresse”, GWUP-Blog am 12. November 2014
  • Der Horror-Zug nach Ebola, GWUP-Blog am 2. November 2014
  • Medienkritik, Paranoia und “Alternativ-Journalismus”, GWUP-Blog am 2. November 2014
  • Xavier Naidoo spricht bei den “Reichsbürgern” in Berlin, GWUP-Blog am 4. Oktober 2014
  • Drei neue Plonquez-Videos zu den Verschwörungstheorien um den 11. September 2001, GWUP-Blog am 13. Jui 2014
  • Islamischer Kreationismus und ein Plonquez-Video “Evolution”, GWUP-Blog am 9. Juni 2014
  • Video: Impfungen, Autismus und der Fall Hannah Poling, GWUP-Blog am 8. Juni 2014
  • Neues Plonquez-Video und ein Aussteiger-Interviev zum Thema Chemtrails, GWUP-Blog am 5. April 2014
  • Cooles Video: “Die Millionen Dollar Homöopathie Lüge”, GWUP-Blog am 8. März 2014
  • Lustiger wär’s, wenn’s lustiger wäre, FAZ am 19. Juli 2014




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