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Rätsel um den „lebenden Leichnam“ eines 162 Jahre alten buddhistischen Mönches

Durch die Sensationspresse geistert zurzeit ein 162-jähriger mumifizierter Mönch, der als “lebender Leichnam” verkauft wird:

Sein Wunsch mit dieser Art der Existenz ist es, als lebendes Beispiel zu dienen, daß die Grenzen des Menschen unendlich sind”,

blurbt das Pseudo-”Wissenschafts”-Portal Sott.net.

Ins Rollen gebracht hat die Story aber ZDFinfo, und zwar mit dem Beitrag “Das Phänomen – Zwischen Leben und Tod” vom 1. Februar:

Seit über 75 Jahren ist der Körper des 1927 verstorbenen Hambo Lama Daschi-Dorsho Iltigelows nahezu unverändert erhalten. Wissenschaftler, die ihn untersucht haben, sind ratlos.

Der Leichnam des Lama ist in all den Jahrzehnten nicht verwest, was allen Gesetzen der Natur widerspricht. Seine Haut und seine Gelenke sind elastisch, das Blut geleeartig. Letzte Untersuchungen zeigen, dass seine Zellen noch leben.

Zweimal im Jahr – zum buddhistischen Neujahrsfest und zu Buddhas Geburtstag – dürfen die Menschen den “lebenden Leichnam” im sibirischen Ulan Ude bewundern.”

Hier das Video dazu:


Direktlink zum Video auf Youtube

Allerdings haben auch andere sich seriös dünkende Medien in den letzten Jahren überaus wohlwollend über “Das Mysterium der sibirischen Mumie” berichtet, darunter Geo, derStandard und Die Welt.

Der verblichene Daschi-Dorscho Itigelow war das geistliche Oberhaupt der Buddhisten in der russischen Republik Burjatien.

Nun sind unverweste Leichname von Heiligen keineswegs außergewöhnlich und leicht zu erklären, wie wir im Skeptiker 3/2001 beschrieben haben.

Und dass “bei der Öffnung des Korbes, in dem die Leiche bestattet worden war, kein Verwesungsgeruch, sondern ein angenehmer Duft von dort ausgetreten” sei, wie Russland-Aktuell 2004 meldete, lässt auf irgendeine simple Form der Einbalsamierung oder Konservierung schließen.

Was aber ist mit den Anzeichen von Leben, welche die Mumie zeigen soll?

Es ist eine Existenzform, von der wir nichts wissen, aber es ist lebendig”,

zitierte das ZDF einen Herrn, der als Leiter der Moskauer Chemisch-Technischen Universität vorgestellt wurde.

Das ist mutmaßlich nichts weiter als Humbug.

Die Berliner Zeitung schrieb gestern, dass man kritische Wissenschaftler erst gar nicht an den Körper heranlasse.

Erwähnt wird in dem Artikel auch Dr. Mark Benecke vom GWUP-Wissenschaftsrat:

Der deutsche Kriminalbiologe Mark Benecke erklärt in seinem Buch „Dem Täter auf der Spur“, dass es sich bei Itigelows Körper wohl um eine Mischung aus Mumifizierung und Fettwachs handle. Durch die geschickte Präsentation erweckten die Buddhisten des Klosters den Eindruck eines meditierenden Mönchs.

Außerdem könne man den heutigen Zustand des Körpers gar nicht prüfen, weil er großenteils bekleidet sei und nur „Teile des mumifizierten Gesichts“ hervorlugten.”

Das deckt sich mit den Recherchen von Beate Muc bei der Offenen Facebook-Gruppe der GWUP:

Viktor Swjagin, Abteilungsteiler im russischen Zentrum für Gerichtsmedizin, hat Folgendes gesagt: Er behauptet, dass Lama Itigelow eindeutig tot ist.

Der Professor hat den Körper untersucht und auch Analysen der Fingernägel, Haare und Haut durchgeführt. Die Frage, ob Khambo Lama am Leben sein kann, beantwortet Professor Swjagin mit einem Lächeln: „Sind Sie ganz verrückt? Natürlich ist er schon tot. Wir haben es aber noch nicht geschafft, festzustellen, warum das Körpergewebe noch nicht verwest ist […]

Um den Grund der Unverweslichkeit herauszufinden, müsste man weitere Untersuchungen durchführen. Nicht nur des Körpers, sondern auch den Sarg betreffend, in dem Itigelow sich befand. Das erlauben die Mönche aber nicht. Eine Obduktion schon gar nicht.”

Andrea Czermak ergänzt:

Es ist tatsächlich keine einzige wissenschaftliche Veröffentlichung zu dieser Mumie auffindbar.”

Dass das Blut des Mönches in einem “geleeartigen” Zustand ist, sei nichts Ungewöhnliches und wurde schon bei wesentlich älteren Mumien festgestellt.

Eigentlich könnte Daschi-Dorscho Itigelow also in Frieden ruhen.

Zum Weiterlesen:

  • Das Rätsel des lebenden Leichnams, Berliner Zeitung am 18. Juni 2014
  • “Keine Spur vom Triumph des Todes”, Skeptiker 3/2001
  • Die Unverwesten, GWUP-Blog am 26. Oktober 2010
  • 162 Jahre alter Mönch: Das Phänomen – Zwischen Leben und Tod, Pravda TV am 10. Juni 2014

SkepKon-Rückblick: Wie tickt das Schaf? Skeptiker und Gläubige im Test

Unter dem Sheep-Goat-Effekt versteht man laut Psychologie-Lexikon

… den Effekt, dass die durch einen Fragebogen gemessene positive oder negative Einstellung der Versuchsperson paranormalen Phänomenen gegenüber beziehungsweise ihr Glaube an Erfolg oder Misserfolg im Experiment das Ergebnis beeinflussen kann.”

Schafe sind also diejenigen, die an parapsychologische Phänomene (zum Beispiel Hellsehen, der Einfluss von Geist auf die Materie, Ahnungen) glauben, die Ziegen sind die, die nicht daran glauben beziehungsweise natürliche Ursachen vermuten, schrieb der Psychologe Prof. Wolfgang Hell im Skeptiker 2/2010.

Aber warum ist das so?

Was genau macht den Unterschied zwischen “Schafen” und “Ziegen” aus? Oder kurz gefragt:

Wie tickt das Schaf?”

So überschrieb Hell seinen Vortrag bei der SkepKon 2014 in München.

Der 2. Vorsitzende des GWUP-Wissenschaftsrats stellte die Ergebnisse von einem halben Dutzend Bachelorarbeiten seiner Studenten an der Universität Münster vor, die Klarheit in folgende Ausgangslage bringen sollten:

Seit langem interessieren sich Forscher dafür, worin sich Skeptiker und Para-Gläubige unterscheiden.

Ist es ein allgemeines kognitives Defizit bei Gläubigen? Vorweggenommene Antwort: Nein. Kommen Gläubige aus einer besonderen, randständigen sozialen Schicht? Nein.

Dient der Glaube an Übernatürliches einem psychischen Bedürfnis? Vielleicht. Ist die Grundlage einfach eine andere allgemeine Weltsicht? Vielleicht.”

An Theorien über das “Schaf” kursiere unter anderem die Annahme eines kognitiven Defizits (“illogical, irrational, credulous, uncritical, foolish”), die vorhandene Datenlage – vorwiegend aus den USA – lasse auf “Frauen, jünger, Weiße, geringere Bildung” schließen.

Um dem nachzugehen, ließen die Münsteraner Psychologie-Studenten ihre Probanden verschiedene Listen ausfüllen, darunter die Revised Paranormal Belief Scale oder die Australian Sheep-Goat Scale oder das Belief in Astrology Inventory, sowie einen Fragebogen zur Alternativmedizin.

Außerdem mussten die Versuchspersonen Aufgaben aus dem Bereich der Kognitiven Täuschungen lösen.

Was kam dabei heraus?

Tatsächlich lösten in allen sieben Studien (184 bis 810 Teilnehmer, Median 441) „Ungläubige“ die Aufgaben statistisch signifikant besser als „Gläubige“.

Aber:

Die Unterschiede waren gering – und nur wegen der hohen Zahl von Teilnehmern statistisch signifikant – und wurden bei Korrektur offensichtlicher Störvariablen, zum Beispiel Geschlecht, Bildungsstand et cetera, noch geringer, als sie schon waren”,

sagte Hell:

Der Unterschied zwischen Skeptikern und Gläubigern ist bei der Lösung von Aufgaben zu Kognitiven Täuschungen deutlich geringer, als mancher Skeptiker sich vorstellen mag.”

Rechne man beispielsweise den Faktor “Geschlecht” heraus, reduziere sich der Zusammenhang zwischen Para-Glaube und der Leistung bei Aufgaben zur Kognitiven Täuschung stark, beim Faktor “Bildungsstand” immerhin ein wenig.

In diesem Zusammenhang beschrieb Hell, dass Frauen nicht “leichtgläubiger” oder “esoterischer” sind als Männer. Die gefundenen Unterschiede seien zwar signifikant, aber sehr gering und so eben gerade noch im Bereich der statistischen Signifikanz.

Eine Erklärung für diesen – wenn auch geringfügigen – Unterschied zwischen Frauen und Männern wollte Hell nicht abgeben, außer der Vermutung, dass dies an der Konzeption der Standarderhebungen liegen könnte: Je mehr “Männerthemen” (Ufos, Parapsychologie, Kryptozoologie, Verschwörungen etc.) die Fragebögen enthielten, desto weniger sei ein Unterschied zwischen männlicher und weiblicher Para-Gläubigkeit feststellbar.

Ein ausgewogener Fragebogen mit dem jeweils gleichen Anteil von “Frauenthemen” (Horoskope, Feen, Pseudomedizin, Wellness etc.) und “Männerthemen” würde vermutlich identische Werte bei Frauen und Männern bezüglich ihrer Affinität zum “Paranormalen” erbringen.

Wäre mal ein spannendes Forschungsthema.

Aber wenn Geschlecht, Bildung, soziale Bezugsgruppe etc. nur marginale Unterschiede zwischen “Schafen” und “Ziegen” konstituieren – was ist dann der entscheidende Faktor?

Hells Erkenntnis aus der Studienauswertung:

Der Umgang mit dem Zufall unterscheidet die beiden Gruppen.”

“Gläubige” haben eine stärkere Tendenz, Muster in zufälligen Ereignissen zu sehen, als “Skeptiker”.

Und das wiederum schaffe eine Kontrollillusion.

Schafe können kritisch denken, tun’s aber nicht”,

schlussfolgerte Hell lapidar.

Sein Fazit:

Schafe stellen zwischen banalen Zufällen des Alltags bedeutungsvolle Bezüge her – und haben ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Kontrolle.

Der Glaube an das Paranormale gibt ihnen Trost durch ein Gefühl des Verstehens von an sich unkontrollierbaren Lebensereignissen, was in der Fachsprache “niedrige Ambiguitätstoleranz” heißt.

Oder anders:

Schafe sind gut im Generieren von Ideen, Ziegen im Testen von Ideen.”

Zum Weiterlesen:

SkepKon 2014: Engelskurse und Pseudotherapien

Die Fachjournalistin Bärbel Schwertfeger hat bei Wirtschaftspsychologie aktuell einen Bericht über die SkepKon 2014 veröffentlicht:

Engelskurse und Pseudotherapien”

Ein Auszug:

Erst vor kurzem warnte die GWUP vor dem geplanten Studiengang zum Bachelor in Homöopathie der Steinbeis Hochschule Berlin, weil sie den Studiengang schlicht für einen akademischen Etikettenschwindel hält, der „einer Pseudowissenschaft höhere Weihen“ verleihen würde.

Inzwischen hat die Steinbeis Hochschule ihr Vorhaben aufgegeben.

Der zweitägigen Konferenz vorgeschaltet waren ein Publikumstag und eine sogenannten Nerd-Nite mit Kurzvorträgen zu Diät-Lügen, Tier-Orakeln oder Pick-up-Artists. Das sind Männer, die Frauen mit Hilfe vielfältiger emotionaler Manipulationen – unter anderem NLP-Techniken – und einstudierten Verhaltensmustern ins Bett kriegen und das Ganze als Kunstform verstehen wollen.

In ihrem amüsant und leidenschaftlich präsentierten Vortrag erklärte die Kulturwissenschaftlerin Claudia Preis, welche Gefahren der aus den USA kommende Hype der meist frauenfeindlichen Aufreißer mit sich bringt.”

Zum Weiterlesen:

  • Engelskurse und Pseudotherapien, Wirtschaftspsychologie aktuell am 19. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Wie tickt das Schaf? Skeptiker und Gläubige im Test, GWUP-Blog am 19. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Licht des Lebens oder Eso-Irrlicht? Die Wahrheit über Biophotonen, GWUP-Blog am 14. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Die fehlende interne Validität von Homöopathie-Studien, GWUP-Blog am 10. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Benzin sparen durch “magisches Zubehör” fürs Auto? GWUP-Blog am 8. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Aryuveda mit Blei ist nicht gesund, GWUP-Blog am 7. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Die bosnischen Pyramiden, GWUP-Blog am 3. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Der „Kamikaze-Ichthyosaurier“ und die Kreationisten, GWUP-Blog am 2. Juni 2014
  • Skeptikerkonferenz in München, hpd-online am 6. Juni 2014
  • Skeptische Nerd Nite mit Panthern, Chemtrails und PickUp-Artists in München, GWUP-Blog am 18. Mai 2014
  • Foto: “Volles Haus am Publikumstag der SkepKon”

Jetzt online: „Lügner, Spinner, Heiler und Propheten“

Jetzt als Youtube-Video verfügbar:

Das SR2-Radiofeature “Lügner, Spinner, Heiler und Propheten” von heute Morgen:


Direktlink zum Video auf Youtube

Mit dabei: SkepKon-Referent Johannes Fischler, Psychologe und Autor von “NewcAge – Esoterik 2.0.”

Zum Weiterlesen:

  • Buch: Wie Esoterik die Köpfe leert und die Kassen füllt, GWUP-Blog am 15. April 2013
  • “Die Esoterik will die Probleme der Welt mit Engelsspray lösen”, derStandard am 24. April 2012

Wissenschaftskommunikation: Und was ist mit den Blogs?

Cooles Goodie zu einem eher trockenen Thema – ein neues Video aus der Reihe “Epic Rap Battles of History”:


Direktlink zum Video auf Youtube

Florian von Astrodicticum simplex illustriert damit zugleich das Spannungsfeld zwischen Spitzenforschung und Öffentlichkeitsarbeit.

Dieses ist gerade wieder im Gespräch, weil Experten von verschiedenen deutschen Wissenschaftsakademien eine Empfehlung „Zur Gestaltung der Kommunikation zwischen Wissenschaft, Öffentlichkeit und den Medien“ veröffentlicht haben.

Wissenschaftsblogger wie zum Beispiel Dr. Markus Pössel von Relativ Einfach kritisieren unter anderem, dass Blogs in der Stellungnahme nahezu keine Rolle spielen:

Tja, soll man da lachen oder weinen?

Lachen, weil diejenigen, die da den Wissenschaftlern von der Kommunikation abraten, offenbar herzlich wenig Ahnung haben, wie diese Kommunikation in Zeiten des Internet abläuft und was für beachtlichen Mehrwert sie gegenüber den alten Kommunikationsformen bietet?

Weinen, weil eine Kombination verschiedener Akademien, die ja immerhin laut eigenem Selbstverständnis “die deutsche Wissenschaft” vertreten, eine so antiquierte und für diejenigen Wissenschaftler, die sich um Kommunikation bemühen, demotivierende und schädliche Haltung vertritt?”

Wir möchten das Thema hier nicht weiter vertiefen – da wir aber wissen, dass viele Leser sich sehr für Wissenschaftskommunikation interessieren, verweisen wir auf die umfangreiche Linkliste bei Plazeboalarm.

Zum Weiterlesen:

  • Monday Music Video: An Epic Rap Battle Between Newton and Nye! Scientific American am 16. Juni 2104
  • Isaac Newton vs. Bill Nye oder “Spitzenforschung vs. Öffentlichkeitsarbeit”, Astrodicticum simplex am 18. Juni 2014
  • Akademien geben Empfehlungen für Wissenschaftskommunikation, Relativ Einfach am 17. Juni 2014
  • Bloggen und Karriere – unvereinbar? SciLogs-Artikelsammlung
  • Linkliste: Empfehlungen für eine bessere Wissenschafts-PR allerorten, Plazeboalarm am 18. Juni 2014
  • Ein Plädoyer gegen Pressekonferenzen, Geograffitico am 23. Mai 2014
  • Monday Music Video: An Epic Battle between Einstein and Hawking, Scientific American am 7. November 2011
  • Wissenschaft in den Medien: Dafür sind Sie zu blöd, Spiegel-Online am 18. Juni 2014

Engländer mögen keine Kreationisten, Salish-Indianer keine Lifestyle-Schamanin

Zur Abwechslung mal zwei gute Nachrichten:

Eine neue Richtlinie der britischen Regierung dehnt das Verbot pseudowissenschaftlicher Lehren auf sämtliche Schulen in freier Trägerschaft aus, was unter anderem dem Kreationismus-Unterricht einen Riegel vorschiebt.

Und in der Offenen Gruppe der GWUP bei Facebook steht heute zu lesen, dass …

… die amerikanischen Salish-Indianer sich massiv gegen die Live-Style-Erdheilerin und selbsternannte “Schamanin” Kiesha Growther aka Little Grandmother [wehren] und sie als Scharlatanin bezeichnen.

Unter dem Deckmantel des Schamanismus, der “Heilung von Mutter Erde”, beutet sie die Kultur der Indianer für ihren esoterischen Hokuspokus aus. Die Indianer fühlen sich verarscht und haben eine Initiative gegen die Dame angeleiert.”

Diese Initiative ist zwar schon älter, aber angesichts des Seminars “Erdheilerausbildung” von “Little Grandmother Kiesha Crowther” im Oktober bei München (280 €) kann man es nicht oft genug wiederholen.

Ein Protestvideo gibt’s bei Youtube:


Direktlink zum Video auf Youtube

Und hier geht’s zur Facebook-Seite “Kiesha Crowther is a Fraud”.

Zum Weiterlesen:

  • England: Kreationismus-Unterricht aus Schulen verbannt, diesseits.de am 18. Juni 2014
  • Teaching Creationism As Science Now Banned In All UK Public Schools, io9.com am 18. Juni 2014
  • Islamischer Kreationismus à la Harun Yahya und ein Plonquez-Video „Evolution“, GWUP-Blog am 9. Juni 2014
  • Kiesha Crowther im Psiram-Wiki
  • Kiesha Crowther, Psiram am 29. Januar 2011

Globuli raus aus Apotheken, fordert ein Pharmazeut in Australien

Im Dezember haben acht Pharmazieprofessoren ihre Sorge um das deutsche Apothekenwesen geäußert – insbesondere was den Verkauf von Produkten angeht, für die es “keinen wissenschaftlich belegten Wirksamkeitsnachweis gibt”.

Möglicherweise macht ihr Beispiel weltweit Schule, denn im Medical Journal of Australia ist jetzt ein Plädoyer des Apothekers Ian Carr erschienen, Apotheken nicht zu einem Supermarkt für höchst dubiose “Heilmittel” verkommen zu lassen.

In seinem Artikel “Trügerische Homöopathie” zieht Carr das Fazit:

Apotheker sollten sich an die Spitze der wissenschaftsbasierten Medizin setzen, denn wir haben die Fachkompetenz, um unsere Kunden qualifiziert zu beraten, damit sie eine informierte Entscheidung für sich und ihre Gesundheit treffen können.

Ich fordere meine Kolleginnen und Kollegen auf, nicht länger bei den “dunklen Künsten” wie Homöopathie und ähnliches zu verweilen.

Patienten aufrichtig gegenüberzutreten und sie auf der Grundlage der besten medizinischen Evidenz zu behandeln, sollte unser erklärtes Ziel sein!

Ian Carr ist Mitglied der australischen Gesellschaft “Friends of Science in Medicine”.

Im April hatten australische Wissenschaftler eine umfangreiche Studie veröffentlicht, dass Globuli bei einer ganzen Palette häufiger Krankheiten nicht besser wirken als Placebos.

Zum Weiterlesen:

  • Ian Carr: Peddling homeopathy, MJA am 10. Juni 2014
  • Pharmazieprofessoren protestieren gegen Unwissenschaftlichkeit im Apothekenwesen, Ratgeber-News-Blog am 14. Dezember 2013
  • Große Homöopathie-Studie: Hilft weder gegen Migräne noch gegen Asthma, FAZ am 9. April 2014
  • Schwachfug aus der Apotheke, GWUP-Blog am 15. Dezember 2013
  • Skepkon 2013: Globuli und Pharmazie – eine Liebesgeschichte? GWUP-Blog am 19. Mai 2013
  • “Homöopathie in der Pharmazie” von Claudia Graneis (Teil 1), BlooDNAcid am 8. Oktober 2012
  • “Homöopathie in der Pharmazie” von Claudia Graneis (Teil 2), BlooDNAcid am 5. November 2012
  • Zauberzucker aus der Apotheke, GWUP-Blog am 23. November 2012
  • Kommt eine Frau in die Apotheke, Frischer Wind am 17. Juni 2014

Johannes Fischler bei „Lügner, Spinner, Heiler und Propheten“ im Saarländischen Rundfunk

Bei der SkepKon 2014 in München referierte der Psychologe Johannes Fischler über seine Streifzüge in esoterische Wahnwelten.

Morgen (Donnerstag, 19. Juni) ist der Autor von “NewcAge – Esoterik 2.0.” bei SR2 zu Gast, in der Sendung “Lügner, Spinner, Heiler und Propheten” in der Zeit von 11.04 bis 12 Uhr.

Ein ähnliches Radiofeature beim ORF (“Das große Geschäft mit der Spiritualität”), ebenfalls mit Johannes Fischler, kann man hier nachhören.

Update: Jetzt zum Nachhören.

Zum Weiterlesen:

  • Eso-Lifestyle: “Skrupellose und verachtenswerte Veranstaltung”, GWUP-Blog am 1. September 2013
  • Lichtarbeiter und die Kunst, den Verstand abzuschalten, GWUP-Blog am 3. August 2013
  • Buch: Wie Esoterik die Köpfe leert und die Kassen füllt, GWUP-Blog am 15. April 2013
  • “Die Esoterik will die Probleme der Welt mit Engelsspray lösen”, derStandard am 24. April 2012

WDR-Fernsehen: Unterwegs zum Eso-Schwurbel-Sender?

Vor kurzem hat ein Leser uns auf die Sendereihe daheim + unterwegs im WDR-Fernsehen aufmerksam gemacht.

Obwohl auch GWUP-Vorstand Ralf Neugebauer dort schon mal mit einem kritischen Statement zur Homöopathie zu Gast war, biete das nachmittägliche TV-Format …

… pseudomedizinischen Schwurblern ein Forum, welches diese natürlich dankbar annehmen.”

Besonders krass ging’s am 12. Juni zu, als eine Heilpraktikerin eine “homöopathische Reiseapotheke” zusammenstellen durfte:

Kleine Kugeln auf großer Fahrt”

war das Ganze neckisch überschrieben.

Sowohl der Wahrsagerchecks-Blog als auch der Ratgeber-News-Blog deckten auf, dass die Tipps der Dame für Allergiker lebensgefährlich sein können.

Daraufhin änderte der WDR die Webseite dazu – “aber nur ein wenig”, wie Michael Kunkel vom Wahrsagerchecks-Blog heute schreibt.

Die Zuschauerverdummung sei “nur leicht entschärft” worden:

Man [fragt] sich schon, warum die Redaktion eines öffentlich-rechtlichen Senders bei Gesundheitsfragen nicht einfach einen kompetenten Arzt – hier etwa einen Hautarzt – fragt, bevor sie ihren Zuschauern Unsinn präsentiert.

Gesundheitstipps von medizinischen Laien – und das sind Heilpraktiker überwiegend – ohne Rücksprache mit einem echten Mediziner an seine Zuschauer herauszugeben, ist auf jeden Fall ein Armutszeugnis für eine Redaktion.

Ganz besonders bei einem gebührenfinanzierten öffentlich-rechtlichen Sender, der ja immer noch so etwas wie einen Bildungsauftrag haben sollte.”

Anscheinend fühlt sich die Redaktion ganz wohl dabei, “unterwegs” in Richtung alberne Eso-Sendung zu sein.

Zum Weiterlesen:

  • Zuschauerverdummung, leicht entschärft: WDR ändert Homöopathietipps – aber nur ein wenig! Wahrsagerchecks-Blog am 17. Juni 2014
  • Öffentlich Rechtliche Zuschauerverdummung – WDR gefährdet Allergiker! Wahrsagerchecks-Blog am 12. Juni 2014
  • Öffentlich Rechtliche Zuschauerverdummung – WDR gefährdet Allergiker! Ratgeber-News-Blog am 12. Juni 2014
  • Heilpraktiker – Notwendig oder Nutzlos? dieausrufer am 1. September 2013
  • Der Heilpraktiker – Was steckt wirklich hinter diesem Berufsbild? Ratgeber-News-Blog am 11. Februar 2009
  • Heilpraktiker – noch zeitgemäß? GWUP-Blog am 13. November 2012

“Hoaxilla-TV” startet

Hoaxmistress und Hoaxmaster haben heute den Start von HOAXILLA tv angekündigt.

Im August soll’s losgehen.

Anders als der Podcast wird HOAXILLA tv ein kostenpflichtiges Abo-Angebot sein.

Der Preis ist gestaffelt und beläuft sich auf rund einen Euro pro Folge, Infos dazu gibt es hier.

Eine Pilotfolge zum Thema “Chemtrails” kann kostenlos hier angeschaut werden.

Zum Weiterlesen:

  • HOAXILLA tv ist da! Hoaxilla am 17. Juni 2014
  • Wie Bauschaum in Gummistiefeln einen skeptischen Podcast lostrat, Skeptiker 2/2011




NEU: Skeptiker 4/2014

SKEPTIKER 4/2014