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SWR zum VHS-Pendelkurs

Auch der Südwestrundfunk hat jetzt einen Artikel zum Mainzer Pendel-Kurs veröffentlicht:

Dienen Pendel und Tarot dem Bildungsauftrag?”

Ein Auszug:

Zumal es auch andere Kurse an der VHS gibt, die gewiss bei vielen neuzeitlich-rationalen Köpfen Kopfschütteln auslösen.

So wird ein “Jahresabschiedsritual” angeboten, zu dem es in der Kursbeschreibung heißt, die Teilnehmer würden “einen Gebetsstock binden” und ein ‘Loslass-Säckchen’ wickeln”, beeinflusst unter anderem von Ritualen der Navajo-Indianer [...]

Die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften hatte zunächst die Vorwürfe gegen die Mainzer VHS erhoben. Die bundesweit zu beobachtende Tendenz, wissenschaftlich nicht belegbare Theorien und Methoden über die Volkshochschulen zu verbreiten, sei gefährlich.”

Zum Weiterlesen:

  • Dienen Pendel und Tarot dem Bildungsauftrag? SWR am 12. September 2014
  • Mainzer VHS soll Pendel-Kurs streichen, fordert die CDU, GWUP-Blog am 12. September 2014

Mainzer VHS soll Pendel-Kurs streichen, fordert die CDU

Immerhin:

Der geplante Pendel-Kurs an der Mainzer VHS wird nicht mehr länger beschwiegen.

Nach der GWUP und der Mainzer Lokalpresse kritisiert jetzt auch die CDU-Stadtratsfraktion das peinliche “Bildungs”-Angebot der Volkshochschule und unterstreicht damit die Unhintergehbarkeit der Schadensmeldung:

Die CDU teile ausdrücklich die Kritik von Dr. Rainer Wolf von der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften. Das Pendeln sei eindeutig pseudowissenschaftlich und absolut unseriös und habe im Kursangebot der VHS deshalb nichts zu suchen”,

schreibt heute die Allgemeine Zeitung.

Mehr noch:

Die CDU fordert die VHS auf, dieses Kursangebot sofort zu streichen und zukünftig nicht mehr anzubieten.”

Der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD), der zugleich auch Vorsitzender des VHS-Vorstands ist, weist dieses Ansinnen zurück und zeiht seine Kontrahenten der “Sommerlochpolitik”:

Solange die Stadt die Fraktionszuschüsse oder gar den Haushalt nicht auspendelt, sollten wir doch die Kirche im Dorf lassen.“

Ach so aber um Erkrankungen und Medikamente auszupendeln, ist der Kurs tauglich?

Und wie würde der OB reagieren, wenn sein Finanzdezernat sich von Börsenastrologen Rat holte?

Zum Weiterlesen:

  • CDU will Stopp des Pendel-Kurses der VHS, Allgemeine Zeitung am 12. September 2014
  • Bildungsauftrag oder Blödsinn? GWUP-Blog am 11. September 2014
  • Die wirre Welt der Finanzastrologie, skeptiker-blog am 24. September 2012
  • Meine börsenastrologischen Lieblinge, Wahrsagerchecks-Blog am 7. August 2011
  • SWR zum VHS-Pendelkurs, GWUP-Blog am 12. September 2014

Bildungsauftrag oder Blödsinn? Mainzer Lokalpresse greift GWUP-Kritik an VHS auf

Noch vor zwei Tagen schrieb Michael Kunkel im Wahrsagerchecks-Blog, dass sein Versuch, die Mainzer Lokalpresse “über die Lächerlichkeit einiger Kurse ,meiner’ Volkshochschule zu informieren, leider nicht erfolgreich” gewesen sei.

Doch heute gibt es in der Allgemeinen Zeitung den Artikel

Bildungsauftrag oder Blödsinn? Pendelpraxis-Kurs an der Volkshochschule Mainz erntet scharfe Kritik”

Darin wird sowohl der Offene Brief von GWUP-Wissenschaftsrat Dr. Rainer Wolf zitiert als auch verschiedene Kommentare, die Skeptiker auf der Facebook-Seite der VHS Mainz hinterlassen haben.

Ein Auszug:

Die Reaktionen auf den Facebook-Beitrag lassen sich für die VHS wie ein Eigentor deuten. Neben 33 „Gefällt mir“-Angaben reihen sich nämlich fast 50 kritische Kommentare aneinander, die den Bildungsauftrag der VHS verfehlt sehen.

Von Volksverdummung ist da die Rede und vor Scharlatanen wird gewarnt.

„Diese Aussage ist absolut unhaltbar und sehr gefährlich“, schreibt beispielsweise Günther Steininger. „Wenn ein Kursteilnehmer auf die Idee kommt, für sich oder seine Kinder verordnete Medikamente erst mal auszupendeln und dann lieber wegzulassen, weil das Pendelergebnis negativ ausgefallen ist, dann kann das sehr sehr böse enden.“

Jörg Lorenz will wissen, welche fundierten fachlichen Kenntnisse die Kursleiterin mittels Zeugnissen und Zertifikaten nachgewiesen haben muss, um den Anforderungen als VHS-Dozentin zu entsprechen.

Ironisch bietet Sam Ronstar an, einen Kurs unter dem Titel „Münzwerfen als Entscheidungshilfe“ abzuhalten.”

Bei dem Artikel der Allgemeinen Zeitung selbst sind zur Minute erst zwei Leserkommentare aufgeschlagen, darunter ein wütender Rundumschlag gegen die GWUP und ihren “Wissenschaftsbegriff”.

Kein Wunder  bei der Facebook-Gruppe “Wissenschaft und Skeptizimus” hat man schnell herausgefunden, dass der Verfasser evangelischer Theologe ist und für die “Deutsche Gesellschaft für Miasmik in der Homöopathie” ein sinnfreies Pamphlet über “Homöopathie vom Christentum aus betrachtet” publiziert hat.

Die eigentliche Diskussion des Artikels der Allgemeinen Zeitung findet indes auf der Facebook-Seite des Blattes statt.

Update vom 12. September: “VHS soll Pendel-Kurs streichen”.

Zum Weiterlesen:

  • Bildungsauftrag oder Blödsinn? Mainzer Allgemeine Zeitung am 11. September 2014
  • Ein Offener Brief zum Kurs “Pendelpraxis” an der Mainzer Volkshochschule, GWUP-Blog am 1. September 2014
  • Meine Volkshochschule (VHS Mainz) ist nur noch peinlich, Wahrsagerchecks-Blog am 9. September 2014
  • Homöopathie: Ein Theologe kritisiert die Skeptiker, GWUP-Blog am 6. April 2014

Pilzvergiftung, Homöopathie und die zwei verschiedenen Professoren Michael Frass

Schwere Pilzvergiftungen nehmen zu, melden dieser Tage verschiedene Medien. Insbesondere Knollenblätterpilze sorgen bei den Giftnotrufen für Alarm.

Einer kann sich trotzdem ganz gelassen zurücklehnen, nämlich “Österreichs hochgeschätzter Oberhomöopath Prof. Frass vom AKH Wien” (naklar.at).

Denn er ist der Aufassung, dass Homöopathie einen ungemein positiven Beitrag zur Genesung bei akuter Pilzvergiftung zu leisten vermag.

Nun sorgen die hochverdünnten medizinischen Leersätze des Herrn Professor Frass schon seit Jahren für Erheiterung, nicht nur hier im GWUP-Blog, sondern auch bei Kritisch gedacht oder naklar.at.

Nichtsdestotrotz ist der Mumpitz-Proponent (Mumpitz gilt übrigens als “Schönwort”, habe ich gerade gelernt) immer wieder in TV-Sendungen und seriösen Zeitungen zu sehen/lesen.

Woran liegt das?

Vielleicht an seinem …

… (groß-)väterlich-weisen Auftreten und seiner ruhige Ausstrahlung”,

wie der Feuerwächter argwöhnt?

Oder gibt es gar …

… verschiedene Michael Frass, die als Intensivmediziner tätig sind – und, wenn ja, wie viele sind es?”

fragt sich Dr. Norbert Aust bei Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie.

Und gibt selbst die Antwort:

Mindestens zwei: einen, der ganz vernünftig über evidenzbasierte Medizin diskutiert, einen anderen, der Arbeiten veröffentlicht, die mit wissenschaftlicher Methodik nicht in Einklang zu bringen sind. Schwierig ist, dass beide sich zum Verwechseln ähnlich sehen.”

Mit der gewohnten Akribie analysiert Aust eine aktuelle Arbeit von Frass über die Vergiftung mit Knollenblätterpilzen und kommt zu dem Schluss:

Auf jeden Fall sollten Herr Med-Frass und Herr Hom-Frass mal ein ernstes Wörtchen miteinander reden.”

Zum Weiterlesen:

  • Prof. Frass, Der Standard und der Knollenblätterpilz, Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie am 31. August 2014
  • Wenn’s dem Homöopathen die Sprache verschlägt, GWUP-Blog am 11. April 2011
  • Homöopathische Notaufnahme: Das Buch zum Film von Michael Frass, GWUP-Blog am 3. Dezember 2010
  • Anmerkungen zur Homöopathie: Replik auf Herrn Frass (ÄKH), Kritisch gedacht am 29. November 2010
  • Homöopathie steigert Lebensqualität, naklar.at am 11. April 2013
  • Lebenszeitverlängerung durch Homöopathie, Feuerwächter am 12. Mai 2014
  • Notrufe wegen Pilz-Vergiftungen häufen sich drastisch, Focus-Online am 10. September 2014
  • Schwere Pilzvergiftungen nehmen zu, netdoktor am 8. September 2014

SPON über Bach-Blüten und anderen „Scheiß des Monats“ aus der Apotheke

Heute greift auch Spiegel-Online ein Dauerthema der Skeptiker auf:

Mumpitz in der Apotheke.

Der Biologe und SPON-Autor Frederik Jötten wundert sich über “wirkungslose Mittel” wie Bach-Blüten und fordert eine Neuauflage der Kampagne “Scheiß des Monats”, über die wir im Skeptiker 4/1995 berichtet haben.

Sein Fazit:

Scheiß des Monats” findet sich immer noch in so manchem Schaufenster, es steht nur leider nicht mehr dabei [...]

Ich sehe ein, dass man als Apotheker wenig machen kann, wenn Kunden für den Placebo-Effekt unbedingt viel Geld ausgeben wollen. Man kann nur versuchen, Aufklärungsarbeit zu leisten, damit Menschen ihr Geld nicht für unwirksamen Unsinn ausgeben.”

Genau deshalb wächst unsere Link-Sammlung zum Thema immer weiter an.

Zum Weiterlesen:

  • Bei welchem Notfall sollen Bachblüten helfen? Spiegel-Online am 10. September 2014
  • Wirksamkeit: “Bei pflanzlichen Medikamenten ist es komplizierter”, Spiegel-Online am 10. September 2014
  • Bach-Blüten: Von Trotz- und Dummköpfen, GWUP-Blog am 20. November 2010
  • Globuli raus aus Apotheken, GWUP-Blog am 18. Juni 2014
  • Offene Mail an eine homöopathische Apotheke, Ratgeber-News-Blog am 12. August 2014
  • Pharmazieprofessoren protestieren gegen Unwissenschaftlichkeit im Apothekenwesen, Ratgeber-News-Blog am 14. Dezember 2013
  • Schwachfug aus der Apotheke, GWUP-Blog am 15. Dezember 2013
  • Skepkon 2013: Globuli und Pharmazie – eine Liebesgeschichte? GWUP-Blog am 19. Mai 2013
  • “Homöopathie in der Pharmazie” von Claudia Graneis (Teil 1), BlooDNAcid am 8. Oktober 2012
  • “Homöopathie in der Pharmazie” von Claudia Graneis (Teil 2), BlooDNAcid am 5. November 2012
  • Zauberzucker aus der Apotheke, GWUP-Blog am 23. November 2012
  • Kommt eine Frau in die Apotheke, Frischer Wind am 17. Juni 2014
  • Nieder mit den Apotheken, diewahrheit.at am 21. November 2010
  • Apotheke und Homöopathie  ein Vortrag ein Erlebnis, Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie am 8. Juli 2014

Jack the Ripper identifiziert?

Zu “Jack the Ripper” gibt es eine (schon ältere) Hoaxilla-Episode und eine aktuelle Diskussion in der Facebook-Gruppe “Wissenschaft und Skeptizismus” also erklären wir das Thema mal für on-topic.

Der Autor und “Sessel-Detektiv” Russell Edwards will anhand von DNA-Spuren auf einem alten Schal die Identität von “Jack the Ripper” enthüllt haben.

Der Stoff weise Blutspuren des mutmaßlich vierten Ripper-Opfers Catharine Eddowes und winzige Spermareste des potenziellen Täters auf:


Direktlink zum Video auf Youtube

In einem neuen Buch (wie praktisch) nennt Edwards den Barbier Aaron Kosminski als Ripper.

Der britische Geschäftsmann sei sich seiner Sache “definitiv, kategorisch und absolut” sicher, schreibt die Süddeutsche.

Das muss allerdings nichts heißen, denn solche Sprüche kennen wir zum Beispiel auch von der Kriminalschriftstellerin Patricia Cornwell, die vor zwölf Jahren den Maler Walter Sickert als Ripper outete.

Auch sie präsentierte eine DNA-Analyse und schrieb ein Buch, in dem “eine Menge Hochmut plus Sendungsbewusstsein” zusammenflossen, wie ein Leser urteilte.

Bedeutsamer war indes, dass Cornwells Ausflug in die reale Forensik nach Einschätzung des Spurenkundlers Dr. Mark Benecke nur “Quatsch mit Soße” zutage gefördert hatte.

Und Russell Edwards?

Portale wie io9 oder casebook machen bereits auf diverse Probleme seiner Beweisführung aufmerksam.

Und auch der Forensische Genetiker Cornelius Courts analysiert den Fall im Science-Blog blooDNAcid.

Courts weist darauf hin, dass der von Edwards bemühte finnische Molekularbiologe Dr. Jari Louhelainen durchaus nicht die “weltweit führende” Kapazität ist, zu der er nun stilisiert wird, und dass bedeutsame Schritte seiner Analytik intransparent und daher für Experten nicht nachvollziehbar seien.

Möglicherweise entscheidend könnte die Tatsache sein, dass Louhelainen keine „Short Tandem Repeats” (STR) von dem Schal/Schultertuch extrahiert  hat, die fast allen DNA-Profilen der modernen Forensik zugrunde liegen sondern lediglich mitochondriale DNA (mtDNA).

Der Unterschied:

STR ermöglichen eine direkte Identifikation, allerdings nur, wenn man eine Vergleichsprobe des Spurenlegers (also in diesem Fall des “Ripper”-Verdächtigen Aaron Kosminski) hat.

Es existiert aber kein genetischer Fingerabdruck Kosminskis. Edwards konnte nur eine Nachfahrin von Kosminskis Schwester ausfindig machen.

Über sogenannte Matrilinien (Mutterfolge) führt offenbar eine mtDNA-Spur von Aaron Kosminski zu dieser ungenannt bleibenden Dame:

Eine Übereinstimmung von mtDNA wird in der forensischen Routine und im Gegensatz zu STR-Profilen [jedoch] nicht für eine eindeutige Zuordnung jenseits jeden Zweifels herangezogen”,

schreibt Courts.

Dafür sind die einzelnen mtDNA-Haplotypen nicht selten genug und zudem kommt jede mit dem Tatverdächtigen in mütterlicher Linie verwandte Person ebenfalls als Spurenleger in Betracht.”

Gänzlich verwerfen will der Genetiker vom Institut für Rechtsmedizin der Universität Bonn die Sache aber nicht.

Es sei …

… forensisch möglich und nicht unplausibel, dass hier entscheidende Belege für die Identität von Jack the Ripper vorgelegt worden sind”.

Aus wissenschaftlicher Sicht ist die vermeintliche Ripper-Identifizierung wohl eher eine Hypothese, die noch “deutlich besser belegt” werden müsste.

Das US-Mythenportal snopes klassifiziert Russell Edwards Lösungsvorschlag für die 126 alte Mordserie vorerst als “undetermined”:

It still doesn’t definitively establish that Aaron Kosminski was Jack the Ripper; only that he had contact with one of the Ripper’s victims.
And as that victim, Catherine Eddowes, was believed to have engaged in casual prostitution, Kosminski might have left DNA traces on her clothing because he was a client of hers, not because he was her killer.”

Zum Weiterlesen:

  • Wurde Jack the Ripper endlich entlarvt? blooDNAcid am 8. September 2014
  • Has DNA Evidence Finally Solved the Jack the Ripper Case? casebook.org
  • Hoaxilla #14 – „Jack the Ripper“ vom 19. September 2010
  • Schal soll Rätsel um Jack the Ripper lösen, Süddeutsche am 8. September 2014
  • Jack the Ripper: Has notorious serial killer’s identity been revealed by new DNA evidence? The Independent am 7. September 2014
  • Jack the Ripper unmasked: How amateur sleuth used DNA breakthrough to identify Britain’s most notorious criminal 126 years after string of terrible murders, Mail-Online am 6. September 2014
  • “Wir haben Jack The Ripper entlarvt”, Welt-Online am 7. September 2014
  • Three Things To Keep In Mind About The Big Jack The Ripper „Reveal”, io9 am 7. September 2014
  • Jack the Ripper finally identified by DNA? Maybe, maybe not …, oregonlive am 6. September 2014
  • Beneckes Bücherschrank: Patricia Cornwell: Wer war Jack the Ripper?
  • Patricia Cornwell and Walter Sickert: A Primer, casebook.org
  • Why Each New Jack the Ripper Suspect Is Compelling, discovery.com am 9. September 2014

Video: Der RTL-Eso-Klassiker „Mein erstes Leben“ jetzt bei Fernsehkritik-TV

Viel diskutiert wurde vor vier Jahren unser Posting zu der Reinkarnations-Show “Mein erstes Leben” bei RTL.

Jetzt macht ein Mitglied der Facebook-Gruppe “Skeptiker & Gläubige” darauf aufmerksam, dass das Internet-Magazin Fernsehkritik-TV diesen Ausschnitt aus der Folge 52 vom 20. August 2010 online gestellt hat:


Direktlink zum Video auf Youtube

Der Journalist Holger Kreymeier würdigt den damaligen Esoterik-Nonsens unter anderem mit dem Satz:

Dass das hier alles konstruierter Humbug ist, dürfte offensichtlich sein.”

Zum Weiterlesen:

“Mein erstes Leben”: die RTL-Nonsens-Show, GWUP-Blog am 8. August 2010

Videovortrag: Uncle Kage über Pseudowissenschaft und den Bestätigungsfehler

Ganz netter Vortrag von “Uncle Kage” alias Samuel Conway:


Direktlink zum Video auf Youtube

Der Chemiker und “scientist-turned-storyteller” spricht über

Science, Pseudoscience and Outright Crap”

Es geht unter anderem um Magnetfeldtherapien, Impfungen und Autismus sowie Diätmittel.

Zu Conways Take-Home Lessons gehören:

  • There are no simple answers.
  • If it is too good to be true, it’s not
  • Magnets are not medicine

und der Confirmation bias (ab Minute 51.30), zu Deutsch der Bestätigungsfehler, der zum Beispiel in der Homöopathie und bei der Astrologie eine große Rolle spielt.

Zum Weiterlesen:

  • Wie unzuverlässig wir denken: Kognitive Verzerrungen bei skeptiker.ch
  • Fehlschluss #24: Der Bestätigungsfehler, Ratio-Blog am 8. November 2012
  • Die Bestätigungstendenz: Warum wir (subjektiv) immer Recht behalten, Skeptiker 3/2000
  • Video: Impfungen, Autismus und der Fall Hannah Poling, GWUP-Blog am 8. Juni 2014
  • SkepKon-Video: Die ultimative Physik des Abnehmens, GWUP-Blog am 29. August 2014
  • Erfahrungsfundamentalismus in der Homöopathie, GWUP-Blog am 29. November 2012
  • Warum kluge Menschen dumme Dinge tun, hpd-online am 25. November 2013

Levitation, indische Seiltricks und die Wirkung von Illusionen auf Para-Gläubige

In Indien muss “Levitation” hier und da noch als Beweis für echte paranormale Fähigkeiten herhalten – der Skeptiker und “Anti-Guru” Premanand zeigte in dieser BBC-Dokumentation, wie’s wirklich geht:


Direktlink zum Video auf Youtube

Hier im Westen haben Straßenkünstler diese Illusion für sich entdeckt.

In dem Blog io9 gibt es einen ausführlichen Artikel darüber, der im Wesentlichen auf einen Beitrag der James Randi Educational Foundation zurückgeht.

Auch der Wissenschaftsphilosophie-Blog hat schon mal darüber geschrieben.

Ähnliches gilt übrigens für den weltberühmten “indischen Seiltrick”:

Dieser angebliche Zaubertrick, der Berichten zufolge von Tausenden von Menschen beobachtet wurde, läuft so ab:

Ein indischer Fakir wirft ein Seil gen Himmel, aber das Seil fällt nicht zurück auf den Boden. Stattdessen bleibt es in der Luft stehen und das obere Ende verschwindet in Dunst, trübem Dämmerlicht oder Nebel.

Ein Junge klettert an dem Seil hoch, der Magier folgt ihm mit einem Messer zwischen den Zähnen und wenig später fallen Körperteile des Jungen herunter, in einen Korb, der am Fuß des Seils steht.

Der Fakir gleitet das Seil hinab, wirft ein Tuch über den Korb und lässt den Jungen auf wundersame Weise und völlig wohlauf wieder auferstehen.

Zur Erklärung dieses erstaunlichen Tricks wurden in den vergangenen Jahrzehnten verschiedene – unbefriedigende – Theorien bemüht, wie etwa Massenhypnose oder ein echtes übernatürliches Phänomen oder ein Illusionisten-Meisterstück mit einem unsichtbaren, von oben herabhängenden Seil, in das sich das geworfene Seil einhakt, und mit rasierten Affengliedmaßen statt menschlichen Körperteilen etc.

Unnötig, denn beim Indischen Seiltrick handelt es sich bloß um eine Legende.

Der Psychologe und ehemalige Präsident des Magischen Zirkels von Edinburgh, Peter Lamont, suchte zusammen mit dem Skeptiker Richard Wiseman mehrere Jahre lang nach dem Ursprung und einer Erklärung der Illusion – und fand am Ende nicht mehr als eine amerikanische Zeitung, die ihre Auflagen erhöhen wollte.

Die Chicago Tribune veröffentlichte 1890 den frei erfundenen Bericht eines frei erfundenen Augenzeugen namens Fred. S. Ellmore über das oben beschriebene „Wunder“. Als das Blatt die Fälschung vier Monate später zugab, war es schon zu spät.

Der berühmte „Indische Seiltrick“ ward geboren und kursierte von Zeitung zu Zeitung, wobei die Beschreibungen mit der Zeit immer grausamer und spektakulärer wurden.

Warum sollte uns Skeptiker das interessieren?

Der Psychologe Prof. Andreas Hergovich von der Universität Wien hat in einer Studie die Wirkung von Zaubertricks auf Gläubige und Skeptiker untersucht.

Sein Fazit:

Es scheint tatsächlich so zu sein, dass Personen, die an die Existenz paranormaler Phänomene glauben, simple Zauberkunststücke verstärkt so wahrnehmen, als hätten sie ein übernatürliches, paranormales Phänomen gesehen.

Lassen sich diese Resultate verallgemeinern, wäre zu vermuten, dass nach jeder gelungenen Zaubervorführung die Para-Gläubigkeit derjenigen, die bereits an paranormale Phänomene glauben, ein wenig zunimmt.

Scharlatane wie Hanussen oder Uri Geller hätten auf dieser Basis natürlich leichtes Spiel.”

Zum Weiterlesen:

Weltanschauungsbeauftragte des Bistums zu Gast bei den Augsburger Skeptikern

Die Augsburger Skeptiker laden am Montag (8. September) zu einer Informations- und Gesprächsrunde mit der katholischen Beauftragten für Religions- und Weltanschauungsfragen im Bistum Augsburg ein:

Klaudia Hartmann berichtet von ihrer Beratungsarbeit und typischen Problemen im Umgang mit Esoterik, Heilern, Psychokulten und Sondergemeinschaften. Titel ihres Vortrags: “Zwischen Sinn und Unsinn: Esoterik, Religion und Weltanschauungen in Augsburg“.

Los geht’s um 20 Uhr im Annapam (Hempels-Keller). Der Eintritt ist frei.

Anschließend findet der Monats-Stammtisch der Augsburger Skeptiker statt.

Zum Weiterlesen:

  • Augsburger “Skeptiker” stellen sich vor, DAZ am 21. Oktober 2013




NEU: Skeptiker 3/2014

SKEPTIKER 3/2014