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Podcasts der Münchner Skeptiker zu Homöopathie, Kornkreisen und Vollmond

Die Münchner Skeptiker haben mittlerweile vier Podcasts des “GWUP-Magazins” online gestellt, das regelmäßig bei Radio Lora läuft.

Es geht unter anderem um Kornkreise, Vollmond und Homöopathie.

Zu letzt genanntem Thema kommen der Allgemeinmediziner Dr. Wolf Bernhardt, die Physikerin Ute Parsch sowie Dr. Norbert Aust von Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie zu Wort.

Zur Podcast-Seite geht es hier.

Zum Weiterlesen:

  • In Sachen Homöopathie: Interview mit Norbert Aust im “Skeptiker”, GWUP-Blog am 14. September 2014
  • Mond und Schlafstörungen, GWUP-Blog am 28. Juli 2013
  • Kornkreis als Live-Mandala, GWUP-Blog am 31. Juli 2014

Online-Fragebogen zu „Glauben, Aberglauben und Wissenschaftsglauben“

SkepKon-Referent und Skeptiker-Autor Dr. Robert Mestel arbeitet an einer Studie über

Glauben, Aberglauben und Wissenschaftsglauben”

Dazu gibt es einen Online-Fragebogen zu verschiedenen Aspekten dieses Themas. Die Erhebung ist anonym und dauert etwa 20 Minuten.

Mitmachen kann man hier.

Zum Weiterlesen:

  • SkepKon-Rückblick: Placebo-Effekte in der (Richtlinien-) Psychotherapie, GWUP-Blog am 23. Juni 2014
  • “Placebo-Wirkung in der Psychotherapie” als Video von der SkepKon, GWUP-Blog am 22. Juni 2014
  • Wirkfaktoren in der Richtlinien-Psychotherapie, Skeptiker 4/2014

„Guerilla-Skeptizismus auf Wikipedia“ jetzt als Video von der SkepKon 2014

Einen weiteren Vortrag von der SkepKon 2014 gibt es jetzt als Video:

Michael Steinkellner spricht über “Guerilla-Skeptizismus auf Wikipedia”:


Direktlink zum Video auf Youtube

Produziert wurde der Film von Andreas Weimann.

Der Vortrags-Abstract findet sich hier.

Zum Weiterlesen:

  • SkepKon 2014 in München: Alle Vorträge und Videos, GWUP-Blog am 23. August 2014

Neue Info-Broschüre über „Reichsbürger“ und Verschwörungsphantasten

Die Amadeu Antonio Stiftung hat eine Info-Broschüre über die “Reichsbürger” herausgebracht.

Sie steht hier als PDF zum kostenlosen Download bereit und kann in Druckform angefordert werden.

Auf den 32 Seiten geht es um “Überzeugungen, Gefahren und Handlungsstrategien” in Bezug auf die vordergründig “skurrile”, im Kern aber gefährliche Bewegung der Reichsideologen.

Dabei benennt der Autor Jan Rathje auch den Unterschied zu echten Systemkritikern beziehungsweise kritischen Fragestellern:

Anstatt einzelne Fakten zu einer allgemeinen Aussage zusammenzubringen, steht diese Aussage bereits fest [...]

Das bedeutet, dass die Person eine kritische Auseinandersetzung mit ihren Überzeugungen nicht zulässt und glaubt, die einzig wahren Lösungen für historische und aktuelle gesellschaftliche Probleme zu kennen.”

Rathje prüft unter anderem die sechs gängigsten “Argumente” der “Reichsbürger” auf Plausibilität, rät aber zugleich davon ab, sich in die “detaillierte Auseinandersetzung” zu begeben.

Besser:

Zeigen Sie nach Möglichkeit die rechtsextremen Elemente innerhalb der reichsideologischen Argumentation auf.”

Ein aktuelles Interview mit Jan Rathje (vom 12. Dezember) kann man in der ARD-Mediathek nachhören.

Parallel dazu ist im Online-Portal Publikative.org der Amadeu Antonio Stiftung der Artikel

Pegida: Wenn Untertanen aufmüpfig werden”

erschienen.

Auch dieser Beitrag sieht Verschwörungsphantasten und selbst ernannte “Enthüller”, die angeblich “unterdrückte” Themen auf die Agenda bringen, weit entfernt von redlichen Aufklärern:

Rebellion gegen den Mainstream muss überhaupt nicht schlimm, sondern kann vielmehr für eine Gesellschaft der Garant für kulturellen und gesellschaftlichen Fortschritt sein – vorausgesetzt, es handelt sich dabei um progressive Bewegungen und nicht um einen reaktionären Sumpf, wie er sich derzeit in Deutschland massiv ausbreitet [...]

Der Zerfall von autoritären Strukturen bedeutet einen zivilisatorischen Fortschritt, die Ausdifferenzierung einer einst fürchterlich homogenen Gesellschaft ein Gewinn an Freiheit. Doch geht es hier nicht um Menschen, die nach mehr Freiraum streben, um diesen für sich füllen zu können.

Es geht um die Kehrseite von Freiheit – und um die Menschen, die Angst haben vor der größeren Verantwortung, die von einer Fragmentierung in verschiedenen Bereichen verunsichert werden.”

Die Denkweise dieser Konspirologen beschreibt der Autor so:

Schaut beispielsweise ein überzeugter Klimaskeptiker in große Medien, findet er Meldungen, die in seiner Community als extrem wichtig erachtet werden, lediglich als Randnotiz. Oder gar nicht.

Beispielsweise, weil die Meldung in der Gewichtung der jeweiligen Redaktion als nebensächlich eingestuft wurde oder weil die Quelle schlicht unseriös war.

Daraus folgert unser Klimaskeptiker in einem bemerkenswerten Umkehrschluss, dass die jeweilige Meldung nicht zu unwichtig, sondern vielmehr zu wichtig und brisant sei, um in den „Systemmedien“ aufzutauchen.

Das soll nicht bedeuten, über redaktionelle Gewichtung solle nicht gestritten werden, denn offenkundig gibt es vor allem strukturelle Gründe, warum einige Themen oft vorkommen, andere aus meiner Sicht weniger oft.

Dennoch kann es nicht schaden, den Wert von Themenvielfalt an sich anzuerkennen und die Diskussionen über die Relevanz der „eigenen“ Fachgebiete auch als Realitätscheck zu begreifen.

Interessant ist zudem, dass sich die Leute, die schnell von Zensur und gesteuerter Presse sprechen, gerne auf Artikel in etablierten Medien beziehen, wenn der jeweilige Inhalt mit der eigenen Weltsicht korrespondiert.

Glaubwürdigkeit ist also ein flexibler Begriff, der täglich neu definiert wird. Die Grundregel dabei lautet: Hohe Glaubwürdigkeit genießt der, der mir sagt, was ich ohnehin hören will.

Genau auf dieses Liefergebiet haben sich einige Publizisten und Polit-Aktivisten spezialisiert.”

Zum Weiterlesen:

  • Pegida: Wenn Untertanen aufmüpfig werden, publikative am 11. Dezember 2014
  • Vertrauen sie niemandem – schon gar nicht Xavier Naidoo, GWUP-Blog am 12. Dezember 2014
  • Was “Reichsbürger” im Original so von sich geben, GWUP-Blog am 11. Oktober 2014
  • Prozessbericht: Peter Fitzek vor dem AG Dessau, Sonnenstaatland am 8. Dezember 2014
  • Die “Reichsbürger” und der fehlende Friedensvertrag, GWUP-Blog am 4. Januar 2014
  • Dabei sein – beim Karneval für Reichsdeutsche und Chemmies, GWUP-Blog am 2. Oktober 2014
  • Haben wir eine “Systempresse”? Was ist das überhaupt? Kann man denn noch guten Gewissens Zeitung lesen? Indub.io am 3. November 2014
  • Ist halt so, ist die Wahrheit! FAZ am 9. Dezember 2014
  • Die “Reichsbürger”: Überzeugungen, Gefahren und Handlungsstrategien, hrsg. von der Amadeu Antonio Stiftung

Vertrauen sie niemandem – schon gar nicht Xavier Naidoo

Alles nur ein Missverständnis?

Oder gar eine Neidkampagne gegen einen beliebten und erfolgreichen Künstler?

Hat Xavier Naidoo wirklich das “Goldene Brett vorm Kopf” verdient?

Er hat.

Telepolis macht sich die Mühe, die Texte des “Reichsbürger”-Sympathisanten einer Analyse zu unterziehen und findet darin zahlreiche konspirologische, antisemitische, neonazistische und fundamentalreligiöse Bezüge:

Die permanente Bedrohung durch eine geheime Macht im Hintergrund, die in Naidoos Texten und seinen politischen Auftritten mitschwingt, ist geeignet, um leichtgläubige Menschen zu radikalisieren.

Denn gegen eine derart übermächtige Gefahr erscheint jedes Mittel der Gegenwehr gerechtfertigt zu sein.”

Bislang gibt es fast 400 Kommentare zu dem Artikel, der beste davon:

Die Kommentare bestätigen alle im Artikel genannten Vorwürfe.”

Auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung befasst sich mit der wachsenden “Gruppe von Menschen, die überall Lügen sehen”:

Diese Deutschen, die da sprechen, hassen Presse und Politik, Amerika und Israel, den Kapitalismus machen sie für alles verantwortlich und sind im Grunde einfach nur gegen die Demokratie.

Dafür lieben sie Russland.

Nicht, weil sie Gogol so gut, Bulgakow so klug und Tolstoi so brillant finden, sondern weil westliche Ideale für sie eine Bedrohung darstellen.

Ihr Lebensentwurf ist ein sehr russischer Lebensentwurf, denn sie sehnen sich nach den alten Werten, die „dekadente“ westliche Gesellschaft fürchten sie.

Und deshalb spiegeln sich in ihren Argumentationen gegen Kapitalismus, Amerika, Freiheit oder Homosexualität auch die Argumentationen des Kremls, der Russen wieder.”

Welt-Online und Tagesspiegel schreiben über den Verschwörungsglauben im Allgemeinen:

Warum sind dieselben Menschen gleichzeitig gegenüber Medienberichten so misstrauisch und in so starkem Ausmaß bereit, auch Widersprüchliches für wahr zu halten, wenn es nur der offiziellen Lesart des Geschehens entgegensteht?

“Die menschliche Erkenntnistätigkeit hat sich evolutionär in kleinen, überschaubaren, eng kooperierenden Gruppen aus persönlich bekannten Mitgliedern entwickelt, die sich gegenüber anderen Gruppen – oft aggressiv – behaupten und abgrenzen mussten”, gibt der Biopsychologe Peter Walschburger von der Freien Universität Berlin zu bedenken.

Mit vielen komplexen Fragestellungen in unserer globalisierten Welt sei sie schlicht überfordert.”

Tatsächlich scheint das alte “Akte X”-Motto “Trust no one” für eine zahlenmäßig nicht geringe Anzahl von Menschen das Leitmotiv des 21. Jahrhunderts zu sein.

Zum Weiterlesen:

  • Rothschild-Verschwörung bei Xavier Naidoo, Telepolis am 11. Dezember 2014
  • Ist halt so, ist die Wahrheit! FAZ am 9. Dezember 2014
  • Überall Verschwörer, Tagesspiegel am 7. Dezember 2014
  • Geheime Mächte steuern die Welt. Echt? Wahnsinn! Welt-Online am 5. Dezember 2014
  • Die Eso-Oscars 2014: And the Winner is …, GWUP-Blog am 26. November 2014
  • Medienkritik, Paranoia und “Alternativ”-Journalismus, GWUP-Blog am 2. November 2014
  • Faktencheck Ebola und die Verschwörung der “Systempresse”, GWUP-Blog am 12. November 2014
  • Meine Haltung zu Elsässer, Jebsen und Co., Niederrheiners Blog am 11. Dezember 2014
  • GWUP-Thema: Verschwörungstheorien
  • Neue Info-Broschüre über “Reichsbürger” und Verschwörungsphantasten, GWUP-Blog am 13. Dezember 2014

Vorhersehbar: Astrologenkritik an Prognosenauswertung 2014

Nicht nur die Nostradamus-Deuter haben sich wieder mal geirrt – für die gesamte Orakelzunft war 2014 ein rabenschwarzes Jahr:

Versinkende Pyramiden, ein kippendes Empire State Building und der zumindest teilweise Einsturz des Kolosseums in Rom gehörten für 2014 zu den Lieblingsprognosen des kanadischen Mediums Nikki Pezaro.

Während diese ein besonderes Faible für die Zerstörung weltweit bekannter Gebäude hatte, blieben ihre Kollegen hierzulande mehr bei den klassischen Prognosethemen und sagten Katastrophen aller Art voraus.

Die aktuelle Auswertung der Voraussagen von Hellsehern, Wahrsagern und Astrologen durch die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften zeigte auch für 2014 das gewohnte Bild.

Wahrsager entpuppen sich als Wahrversager, und auch der astrologische Blick in die Sterne liefert keine Informationen über die Zukunft”

heißt es in der Prognosenrückschau 2014 der GWUP, die heute veröffentlicht wurde.

Und natürlich beeilt sich der Deutsche Astrologenverband, den Medien zu versichern, dass die analysierten Prognosen nichts mit “seriöser Astrologie” zu tun hätten.

Und natürlich ohne mal konkret zu erklären, was denn der Unterschied zwischen “seriöser” und “unseriöser” Astrologie sein soll.

Da helfen wir doch gerne: Es gibt keinen.

Zum Weiterlesen:

  • Prognosenrückschau 2014, GWUP-News am 12. Dezember 2014
  • Der Jahresrückblick 2014 mit allen Quellen, Wahrsagerchecks-Blog am 12. Dezember 2014
  • Artikelserie “Wie analysiert man Nostradamus-Verse?” GWUP-Blog am 21. April 2010
  • Nostradamus und der Erste Weltkrieg: Mitnichten ein prophetischer Treffer, GWUP-Blog am 1. September 2014
  • Wahrsagerei für 2014: Kritiker sehen Orakel-Debakel, Zeit-Online am 12. Dezember 2014
  • Die Pyramiden und das Empire State Building stehen noch, hpd am 12. Dezember 2014
  • “Seriöse” und “unseriöse” Astrologie, GWUP-Blog am 3. Januar 2011
  • “Nicht neutrale” Skeptiker und “seriöse” Astrologen, GWUP-Blog am 13. März 2013

Geister, Exorzismus und Skeptiker in einem P-Seminar

Toll, was Schüler heutzutage so alles machen.

Gestern Abend haben die Teilnehmer des “P-Seminars Internetfernsehen” am Gymnasium Landau a.d. Isar die Sendung “Zwischen den Welten” produziert, die sich mit dem “Übersinnlichen” befasst.

Hier geht’s zum Video.

Bei Minute 14:24 gibt es übrigens einen Kameraschwenk auf ein nicht unumstrittenes Skeptiker-T-Shirt, das man hier bestellen kann (alle übrigen GWUP-Fanartikel im Shop).

Außerdem kommen unter anderem der “Goldenes Brett”-Preisträger Erich von Däniken und die “Spuknacht”-Veranstalter Dr. Lucia und Frederik Moiné zu Wort.

Zum Weiterlesen:

  • Geschichten aus der Gruft: Däniken und andere Mumien, GWUP-Blog am 8. September 2013
  • Die Geister von Fürsteneck, GWUP-Blog am 1. September 2012
  • “Ist da was?” Geisterjäger in Bayern, Skeptiker 4/2009
  • Die Ufo-Akten der Bundeswehr, ufo-information am 7. Januar 2014
  • Das sind die “Ufo-Akten”, GWUP-Blog am 23. November 2013
  • Die geheimen Ufo-Akten der Regierung, GWUP-Blog am 5. August 2010
  • Der neue Nahtod-Boom, GWUP-Blog am 17. März 2013
  • Herzstillstand: Hyperkapnie erklärt Nahtod-Erfahrungen, Deutsches Ärzteblatt am 8. April 2010
  • “Mein erstes Leben”: die RTL-Nonsens-Show, GWUP-Blog am 8. August 2010
  • GWUP-Thema: Reinkarnation

Globale Erwärmung: Leugner sind keine Skeptiker

Fellows des Committee for Skeptical Inquiry (CSI), der US-amerikanischen Skeptiker-Organisation, haben deutlich Stellung bezogen zur Frage der Unterscheidung zwischen Skeptikern und Pseudo-Skeptikern beziehungsweise Leugnern (“Denier”) in Sachen globale Erwärmung:

As Fellows of the Committee for Skeptical Inquiry, we are concerned that the words “skeptic” and “denier” have been conflated by the popular media.

Proper skepticism promotes scientific inquiry, critical investigation, and the use of reason in examining controversial and extraordinary claims. It is foundational to the scientific method.

Denial, on the other hand, is the a priori rejection of ideas without objective consideration.”

Übersetzt:

Als CSI-Fellows sehen wir mit Sorge und Missbilligung, dass in den Medien die Begriffe “Skeptiker” und “Leugner” synonym verwendet werden.

Echte Skepsis fordert eine wissenschaftliche und kritische Vorgehensweise sowie die Anwendung von Vernunft bei der Untersuchung von kontroversen Themen und außergewöhnlichen Behauptungen. Eine solche Skepsis ist Grundlage der Wissenschaft.

Im Gegensatz dazu ist Leugnung eine A-priori-Ablehnung von Ideen und Vorstellungen ohne objektive Betrachtung.”

Diese Stellungnahme wurde sogar in Australien vom Business Spectator aufgegriffen.

Und der populäre Wissenschaftsjournalist Bill Nye erklärte der Nachrichtenagentur UPI noch einmal ausführlich, warum “deniers” keine “skeptics” sind.

Skeptiker sind also im Gegensatz zu Leugnern “pro Wissenschaft” und begrüßen die Anstrengungen von Wissenschaftlern in aller Welt, unser Klima unter Verwendung der in der Wissenschaft üblichen skeptischen Methoden besser zu verstehen.

So haben Skeptiker-Organisationen weltweit wissenschaftliche Informationen zum Thema bereitgestellt.

Zum Beispiel schreibt David Morrison über die Desinformation in Sachen globale Erwärmung.

Die australischen Skeptiker grenzen sich klar von den “climate change skeptics” ab.

Bei der kommenden Konferenz “Reason for Change” im Juni 2015 in Buffalo wird der Initiator des eingangs zitierten Statements, Mark Boslough, sprechen.

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch die aktuelle Ausgabe des Skeptical Inquirer (Nov/Dez 2014) zum Thema “Global Warming Factoids” (Halbwahrheiten über die globale Erwärmung).

Aus diesem Artikel möchte ich diese auch bei uns verbreitete Halbwahrheit herausgreifen:

Wir alle atmen CO2 aus. Sollen wir damit aufhören?”

Dieser Satz geht zurück auf Mitt Romney im Präsidentschaftswahlkampf 2011/2012:

I exhale carbon dioxide. I don’t want those guys following me around with a meter to see if I’m breathing too hard.”

Zunächst einmal sind die wenigen ausgeatmeten Gigatonnen CO2 aller Lebewesen ein Klacks gegen die 30 Gigatonnen aus der fossilen Verbrennung.

Aber noch viel wichtiger: Diese Ausatmung ist Teil eines Kohlenstoffzyklus der Biosphäre. Pflanzen entnehmen CO2 aus der Atmosphäre und Sauerstoff verbrauchende Tiere exhalieren diese wieder.

Diesen Zyklus sieht man in der jährlichen CO2-Bilanz als Teil der Keeling Curve:

mlo_one_year

Da die meisten Planzen auf der Nordhalbkugel wachsen, sieht man eine Abnahme von CO2 im Spätsommer, wo Pflanzen mit Photosynthese am aktivsten sind, und danach nimmt CO2 durch die Verottung von Pflanzen und die Verstoffwechselung von verzehrten Pflanzen und Tiere wieder zu.

Unsere Ausatmung ist einfach Teil dieses geschlossenen Kreislaufs.

Skeptiker der Skeptikerorganisationen wollen, dass wir uns hier wie wie bei allen von uns behandelten Themen am aktuellen Stand der Wissenschaft und der Forschung orientieren.

Und der ist eindeutig: Es gibt es einen überwältigenden Konsens unter den Wissenschaftlern, unterstützt von allen relevanten Wissenschaftsverbänden.

Ein Beispiel von vielen ist die Erklärung der nationalen Akademien der G8-Staaten plus China, Indien und Brasilien.

Der IPCC hat in seinem fünften Bericht den aktuellen Stand der Wissenschaft zusammengefasst, womit die Basis für politisches Handeln vorbereitet wurde. Dieser neue “Synthesis Report” ist eine sehr empfehlenswerte Zusammenfassung.

Der Synthesebericht des Intergovernmental Panel on Climate Change ist übrigens mitnichten ein Bericht von „IPCC-Wissenschaftlern“, wie es Leugner der von Menschen verursachten globalen Erwärmung darstellen wollen.

Der IPCC fasst vielmehr die Ergebnisse weltweit arbeitender Wissenschaftler zusammen, die politisch, national und weltanschaulich heterogen sind.

Sie “gehören” nicht zum IPCC.

Und es wird immer klarer, dass die wissenschaftliche Forschung stärker ausgeweitet werden muss.

Denn inzwischen geht es nicht nur um die Vermeidung von Folgen, wie einen Anstieg der Temperatur oder des Meeresspiegels. Diese sind inzwischen auch bei einem sofortigen Stopp der fossilen Verbrennung nicht mehr aufzuhalten.

Es geht in der Forschung nunmehr verstärkt um die unvermeidlichen Auswirkungen des Klimawandels vor allem auf regionaler Ebene. Damit wird lokalen Entscheidungsträgern geholfen, sich auf das Unvermeidliche vorzubereiten.

Neben der Minderung des CO2-Ausstoßes werden wir uns auf vorhersehbare Folgen der globalen Erwärmung anpassen müssen. Auch hierfür brauchen wir eine wissenschaftliche Grundlage.

Zum Weiterlesen:

  • Deniers are not Skeptics, CSI am 5. Dezember 2014
  • Video: Wie funktionieren Klimamodelle? GWUP-Blog am 3. Dezember 2014
  • The Debunking Handbook auf Deutsch: “Widerlegen, aber richtig” als kostenloses PDF, GWUP-Blog am 15. November 2014
  • Bekenntnisse eines ehemaligen Klimawandel-Leugers, GWUP-Blog am 3. November 2014
  • Das Temperatur-Plateau und die Klimaverschwörung, GWUP-Blog am 23. August 2014

Impfgegner-Psychologie

Die Süddeutsche befasst sich heute mit der “Psychologie der Impfgegner”.

Es geht um einen Artikel in einem US-Fachjournal, über den wir hier schon berichtet haben.

Ein Auszug:

Psychologen weisen seit langem auf einen Umstand hin, der wenig schmeichelhaft für das Selbstbild des Menschen als rationales Wesen ist. Haltungen entstehen eher unbewusst, erst dann begibt man sich auf die Suche nach Argumenten, mit denen sich diese Meinungen scheinbar absichern lassen.

Und das gilt für jeden, nicht nur in Impffragen.

Eine langgehegte Ansicht aufzugeben, bereitet Unbehagen. So erklärt sich wohl auch die Beobachtung, dass sich Impfgegner einer Immunisierung noch heftiger verweigern, wenn sie eines ihrer Argumente verlieren.

Die Ablehnung ganz aufzugeben, bedeutet nämlich, einen lange verteidigten Fehler mit potenziell gravierenden Folgen für sich und die eigenen Kinder einzugestehen.”

Leider bricht der SZ-Beitrag (wie auch der Original-Artikel) an dieser Stelle ab.

Tipps für den praktischen Umgang mit Impfgegnern und anderen “Starrköpfen” gibt SZ-Redakteur Sebastian Herrmann in seinem Buch zum Thema.

  • Meinungen schlagen Argumente, Süddeutsche am 9. Dezember 2014
  • Jenny McCarthy, ein Shitstorm und die Frage nach der besten Impfaufklärung, GWUP-Blog am 17. März 2014
  • Starrköpfe überzeugen, GWUP-Blog am 3. Dezember 2013
  • “Impfen – Risiko mit Methode” jetzt in der ARTE-Mediathek, GWUP-Blog am 26. Oktober 2014
  • Impfgegner, zuhören: “Meine Mama bringt mich um”, GWUP-Blog am 5. Oktober 2014
  • Was die Impfgegner stark macht, hpd-online am 11. November 2014
  • Die fünf größten Irrtümer von Impfgegnern, Stern-Online am 12. November 2014
  • Diskussion mit Impfgegnern: Religiöser Eifer und die Verteidigung der Vernunft, GWUP-Blog am 24. Juni 2014
  • Fatales Natürlichkeitsdenken der Impfgegner, GWUP-Blog am 11. Mai 2014
  • Kinderarzt zu Impfgegnern: “Get Out of My Office”, GWUP-Blog am 5. Februar 2014
  • Mit Witz und Betroffenheit gegen aggressive Impfgegner, GWUP-Blog am 11. August 2013
  • “Wir impfen nicht”, Psiram am 1. September 2014
  • 20 häufige Impfgegner-Argumente: Was ist dran? GWUP-Blog am 18. Juli 2013
  • Die Argumente der Impfgegner, GWUP-Blog am 22. Oktober 2009

Homöopathen und ihre “Erfahrungen” mit tödlichen Epidemien

Homöopathen sind nicht gerade für übermäßige Selbstreflexion bekannt.

Nichtsdestotrotz fragen wir uns, ob der “Allgemeinmediziner und Homöopath” Curt Kösters vom DZVhÄ das wirklich ernst meint.

Bei Spiegel-Online erwirkte Kösters eine Gegendarstellung zu dem Artikel “Homöopathie: Liberia verhindert Tests an Ebola-Patienten”.

Statt, wie von SPON zitiert,

Das wäre doch die perfekte Situation, um die Wirksamkeit der Homöopathie zu beweisen”,

habe er tatsächlich gesagt:

Das wäre doch – für die Gegenseite – die perfekte Situation, um die Unwirksamkeit der Homöopathie zu beweisen.”

Da hat der Spiegel-Autor es aber gut gemeint mit dem Ex-DZVhÄ-Vorsitzenden.

Denn zynischer kann man kaum zum Ausdruck bringen, dass der Begriff “Menschenversuche” (Psiram) für die “Ebola-Mission von Homöopathen” wohl den Kern der Sache trifft.

Und dass die Globulisten keineswegs nach einem Wirksamkeitsnachweis für ihre Zuckerzauberei trachten, sondern wie alle Pseudos einfach die Beweislast umkehren wollen.

In der Vorstellungswelt von Homöopathen mag das sogar irgendwie Sinn ergeben – denn schließlich haben die Verschüttler ja “Erfahrung” mit ihrem absurden Treiben.

Was das bei Licht besehen heißt, bringt Joseph Kuhn vom Science-Blog Gesundheits-Check auf den Punkt:

Die „Erfahrung“ [...] dürfte eher der Erfahrung gleichen, mit der auch sonst in der Homöopathie gerne argumentiert wird: Mit nicht nachprüfbaren Erzählungen über Behandlungserfolge, die sich in Studien guter Qualität nicht nachweisen lassen.”

Das gilt auch und sogar besonders für die angebliche “Erfahrung” der Homöopathen bei der Behandlung von Epidemien, von der die aktuelle DZVhÄ-Vorsitzende Cornelia Bajic dieser Tage schwadronierte:

Unsere Erfahrung aus der Behandlung anderer Epidemien lässt den Schluss zu, dass eine homöopathische Behandlung die Sterblichkeitsrate der Ebola-Patienten signifikant verringern könnte.”

Dokumentiert sei der erfolgreiche Einsatz von Homöopathika zum Beispiel bei Cholera, Diphterie oder auch Gelbfieber.

Wenn es nicht so traurig wäre, müsste man jetzt eigentlich laut herauslachen.

Was es mit diesen “Erfolgen” auf sich hat, recherchierte in bewährter Manier Dr. Norbert Aust bei Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie:

[Frau Bajic hat] ohne Zweifel Recht – wenn man das 19. Jahrhundert betrachtet, wie das die Literaturstellen tun, die der DZVhÄ als Belege für diese Äußerung aufführt. Aber auch nur dann!

Aderlass, Brech- und Abführmittel waren die gängigen allopathischen Therapien, unter denen recht hohe Todesraten auftraten. Aber die Medizin hat inzwischen große Fortschritte gemacht, die Homöopathie hingegen weniger, so dass die Aussage von Frau Bajic heute nicht mehr zutrifft.

Ganz finster wird es, wenn man die neueren Quellen betrachtet, auf die sich der DZVhÄ bezieht.”

Austs Expedition ins Herz der Finsternis findet sich hier.

Zum Weiterlesen:

  • Homöopathie bei der Bekämpfung von Epidemien, Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie am 4. Dezember 2014
  • Homöopathie: Erfolge bei Cholera, Diphterie und Gelbfieber – nichts als heiße Luft, Ratgeber-News-Blog am 5. Dezember 2014
  • Erfahrung, Gesundheits-Check am 5. Dezember 2014
  • Lachen ist die beste Medizin, Wirklich Skeptisch am 4. Dezember 2014
  • Homöopathie: Liberia verhindert Tests an Ebola-Patienten, Spiegel-Online am 24. November 2014
  • Pressespiegel: “Zuckermagier” und “Vollidioten” versuchen, Ebola zu heilen, GWUP-Blog am 29. November 2014
  • “Ebola-Mission” von Homöopathen in Liberia vorerst gescheitert, GWUP-Blog am 24. November 2014
  • Ein paar Vollidioten sind nach Libera geflogen, um Ebola-Patienten mit Homöopathie zu heilen, Vice am 28. November 2014
  • Homöopathen gegen Ebola: “Je tödlicher die Krankheit, desto mehr Quacksalberei”, FAZ am 28. November 2014
  • Homöopathische Hybris und Ebola, dieausrufer am 28. November 2014
  • Homöopathie und Co.: Bei mir wirkt es aber …, GWUP-Blog am 18. Februar 2012
  • Wissenschaftlich denkende homöopathische Ärzte, GWUP-Blog am 15. Oktober 2012
  • Beweis mir doch mal das Gegenteil! Oder: Die bequeme Umkehrung der Beweislast, Ratio-Blog am 1. Dezember 2011




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