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Bienen und Homöopathie: GWUP-Wissenschaftsrat schreibt an „Jugend forscht“

Der GWUP-Wissenschaftsrat hat einen Offenen Brief an “Jugend forscht” verfasst.

Anlass ist die Arbeit einer Schülerin, die von der Stiftung unter dem Titel “Mit Homöopathie zur Turbobiene? Geht das?” publiziert wurde.

In einer Pressemitteilung der TU Clausthal, wo die Landessieger Niedersachsens prämiert wurden, hieß es allerdings klipp und klar:

Im Zuge ihrer Arbeit konnte sie nachweisen, dass die Gabe von homöopathischen Präparaten die Überlebenschance der Honigproduzenten erhöht.”

Das Skeptiker-Gremium schreibt dazu:

Sollte dieser Schluss sich als wahr erweisen, so wäre das eine wissenschaftliche Sensation, die die Grundfeste des bestehenden Wissens erheblich erschüttern würde und mit einem Nobelpreis nur unzureichend gewürdigt wäre.

Bei dem homöopathischen Präparat T100 muss angenommen werden, dass es den Prinzipien der Homöopathie folgt. Aufgrund der hochgradigen Verdünnung wird keine Materie enthalten sein, was durch Reiben und Schütteln gegen den Erdmittelpunkt ersetzt wird.

Dies widerspricht in mehrfacher Hinsicht gut bestätigten Erkenntnissen der Wissenschaft.

Die junge Forscherin versucht mit ihrer Arbeit einen statistischen Beleg für die Homöopathie zu erbringen, obwohl von deren Anhängern in Ermangelung wissenschaftlicher Belege über deren Wirksamkeit regelmäßig behauptet wird, dass solche Belege gar nicht nötig wären.

Mit dem beschriebenen Versuchsansatz ist das auch definitiv nicht möglich.

Die Struktur der dargestellten Ergebnisse lässt das Auftreten einiger weitverbreiteter Fehler in der statistischen Auswertung vermuten. Ohne das Vorliegen der vollständigen Versuchsdokumentation kann darüber allerdings nur spekuliert werden.

Um dies kritisch prüfen zu können, wiederholen wir die am 17. Juni bereits erhobene Bitte, uns die ausführliche Versuchsdokumentation zugänglich zu machen.”

Jetzt wird’s spannend.

Zum Weiterlesen:

Impfgegner-Highscore: „Zecken haben auch eine Seele“

In den sozialen Netzwerken (z.B. bei Dinge, die Impfgegner sagen) wird dieses Posting als “neuer Highscore” in Sachen Impfgegner-Beschränktheit gefeiert:

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Derweil gibt’s bei Krautreporter den lesenswerten Beitrag:

Impfen ist böse! –  Wie sich ausgerechnet Impfgegner viral vermehren”

Eine Kernaussage des Artikels:

Nicht um Fanatiker umzustimmen, sondern um ihre Wirkung einzudämmen, darf man sie nicht gewähren lassen.”

Zum Weiterlesen:

  • Impfen ist böse! –  Wie sich ausgerechnet Impfgegner viral vermehren, Krautreporter am 16. Juli 2015
  • Kalifornien ist kurz davor, ein Schulverbot für Impfgegner-Kinder einzuführen, Motherboard am 26. Juni 2015
  • Outdoor-Sex und Zeckenpicknick: Satire und Realität der Impfgegner, GWUP-Blog am 25. Juni 2015
  • „Ich könnte kotzen“: Krebs- Betroffene kritisiert die Quackseite “Zentrum der Gesundheit”, GWUP-Blog am 23. Juni 2015
  • Eltern haben nach Masernwelle positivere Einstellung zum Impfen, spektrum.de am 7. Juli 2015
  • Why Science Is Winning the Vaccine Wars, time am 7. Juli 2015

Skepkon-Video: „Entlarvt den Hellseher!“

Ein weiteres Skepkon-Video von Andreas Weimann ist online:

Entlarvt den Hellseher! Ein Publikumsversuch mit Live-Abstimmung”


Direktlink zum Video auf Youtube

GWUP-Wissenschaftsrat Wolfgang Hund demonstriert, wie der “PSI-Star” Peter Sugleris in der Sat.1-Reihe “Phantastische Phänomene” vermeintlich echte übersinnliche Fähigkeiten vortäuschte.

Zum Weiterlesen:

  • Das war die Skepkon 2015, hpd am 20. Mai 2015
  • Skepkon-Video: 100 000 Euro für den Beweis der Existenz des Masernvirus – im Ernst?!? GWUP-Blog am 23. Mai 2015
  • Skepkon-Video: Bettina Wurche über Twi’leks und andere Wesen im Star-Wars-Universum, GWUP-Blog am 1. Juni 2015
  • Skepkon-Video: Haben alle Esoteriker einen Knall? GWUP-Blog am 14. Juni 2015
  • Skepkon-Video: Coaching zwischen Profession und Konfession, GWUP-Blog am 21. Juni 2015
  • Wolfgang Hund: “Zaubern” kann jeder! Zaubern kann keiner! Naturwissenschaften im Unterricht – Physik, Heft 43, 1998)

„Blutende” Jesus-Statue mit ausschließlich weiblichen Geschlechtschromosomen

2009 berichtete Extranormal über eine blutende Jesus-Statue in Pakana/Mexiko:


Direktlink zum Video auf Youtube

Jetzt macht Dr. Cornelius Courts in seinem Science-Blog BlooDNAcid auf die Fall-Untersuchung des forensischen Genetikers Hector Rangel-Villalobos aufmerksam.

Rangel-Villalobos nahm Proben vom “Jesus-Blut” auf einem Altartuch sowie eine Speichelprobe der Tochter des Hauses und erstellte daraus DNA-Profile. Das Ergebnis deutete darauf hin, dass …

… das Blut von Jesus, das ja angeblich aus der Statue fließt, nur weibliche Geschlechtschromosomen enthält. Außerdem fällt auf, dass die Quelle des Bluts aus der Statue in jedem STR-System mindestens ein Allel mit der Tochter gemeinsam hat, was ein mögliches Abstammungsverhältnis nahelegt.

Für die Wahrscheinlichkeit, dass die offenbar weibliche Person, deren Blut auf dem Altartuch war, die Mutter der getesteten Tochter des Hauses ist, hat Rangel-Villalobos einen Wert berechnet von: W > 99,99999 Prozent.

In einem Artikel für das Fachjournal Forensic Science International: Genetics drückte Rangel-Villalobos sich sehr vorsichtig aus, was man daraus schließen könnte.

Courts schreibt dagegen kurz und bündig:

Ich hätte da eine weniger hasenfüßige Schlussfolgerung gewagt: Myth busted!”

Zum Weiterlesen:

  • Mythbusting mit Forensischer Genetik, BlooDNAcid am 10. Juli 2015
  • Leuchtende Madonna – solved, GWUP-Blog am 27. März 2014
  • Blut und Tränen: Die Macht der Wunder, GWUP-Blog am 15. Oktober 2010
  • 3sat-Doku jetzt als Video online: Blutwunder und Stigmata, GWUP-Blog am 27. März 2015
  • Neapel kann aufatmen: Auch der Papst kennt den Blutwunder-Trick, GWUP-Blog am 22. März 2015
  • Mark Benecke: Das Blutwunder von Neapel, Telepolis am 27. Dezember 2005 und Skeptiker 3/2004
  • GWUP-Infos: Das Blutwunder von Neapel
  • Wenn Heilige weinen, Telepolis am 25. Dezember 2005

Klimawandel: Leugner, Skeptiker und Wissenschaft

Am 5. Dezember 2014 veröffentliche das Committee for Skeptical Inquiry (CSI, ehemals CSICOP) eine Stellungnahme, die sich vor allem gegen den Missbrauch des Begriffs “Skeptiker” im Zusammenhang mit der Diskussion um die globale Erwärmung richtete:

Public discussion of scientific topics such as global warming is confused by misuse of the term “skeptic.”

Es folgte die Klarstellung, wo der Unterschied liegt:

Proper skepticism promotes scientific inquiry, critical investigation, and the use of reason in examining controversial and extraordinary claims. It is foundational to the scientific method.

Denial, on the other hand, is the a priori rejection of ideas without objective consideration.”

Sinngemäß:

Echte Skepsis fördert eine wissenschaftliche Überprüfung, kritische Untersuchungen und den Einsatz von Vernunft, um kontroverse Themen und außerordentliche Behauptungen zu untersuchen.

Leugnung dagegen ist die A-Priori-Ablehnung von Erkenntnissen ohne objektive Betrachtung.”

“Leugnung” bedeutet also in diesem Zusammenhang, dass nicht die Bewertung der Fakten, sondern andere Gründe zur Ablehnung von wissenschaftlichen Erkenntnissen führen.

Man könnte auch von “Anti-Scientific Skeptics” sprechen, wie es der Stockholmer Philosophie-Professor Sven Ove Hansson beim World Skeptics Congress 2012 tat.

Dazu hilfreich ist die Betrachtung der Hintergründe, warum Meinungen der breiten Öffentlichkeit von den Erkenntnissen der Wissenschaft abweichen. Das Pew Research Center zeigt hier interessante Zusammenhänge auf. Sie sind beachtenswert, auch wenn sie für die USA erhoben worden sind, denn einige Erkenntnisse lassen sich verallgemeinern.

Verglichen wurde die Einstellung der Bevölkerung im Allgemeinen mit denen der Mitglieder des US-Verbandes AAAS (American Association for the Advancement of Science):

  • Die Gentechnik wird von einer Mehrheit von 57 Prozent der Bevölkerung als unsicher eingestuft, während 88 Prozent der AAAS-Wissenschaftler diese als sicher ansehen. Frauen halten eher als Männer die Gentechnik für unsicher, während es keine Unterschiede bezüglich der politischen Orientierung gibt (liberal oder konservativ). Die Lücke zwischen Wissenschaftlern und der Bevölkerung klafft hier am größten.
  • Die globale Erwärmung wird von 87 Prozent der Wissenschaftler, aber nur von 50 Prozent der Allgemeinheit akzeptiert. Hier ist eine starke politische Polarisierung zu sehen. Während Demokraten und Liberale sich kaum von den Wissenschaftlern unterscheiden, lehnen etwa 70 Prozent der Republikaner und Konservativen die globale Erwärmung ab. Der US-Skeptiker Chris Mooney hat hierzu das Buch “The Republican War on Science” geschrieben.
  • Die Evolution wird von 98 Prozent der AAAS Mitglieder, aber nur von 65 Prozent der Bevölkerung als wahr betrachtet, wobei hier wie bei der globalen Erwärmung Konservative der Evolution wesentlich stärker ablehnend gegenüberstehen.
  • Dafür, dass Impfungen zum Beispiel gegen Mumps, Masern und Röteln verpflichtend sein sollen, sind 86 Prozent der AAAS-Mitglieder und immerhin 68 Prozent der Bevölkerung. Dieses Thema scheint in den USA wenig zu polarisieren und es gibt kaum weltanschauliche oder geschlechtsspezifische Unterschiede.
  • Der Ausbau der Kernenergie wird von 65 Prozent der AAAS Wissenschaftler befürwortet, aber nur von 45 Prozent der Bevölkerung. Hier sind es eher die Republikaner und Konservative, die mit den Wissenschaftlern konform gehen, während Liberale und Demokraten den Ausbau der Kernenergie mehrheitlich ablehnen.

Bei den ersten vier Themen nähert sich der Konsens der Fachleute mithin der 100-Prozent-Marke an.

Abgesehen von dieser Studie sind von der anthropogenen globalen Erwärmung 97 Prozent der Klimaforscher und 100 Prozent der sich dazu äußernden wissenschaftlichen Verbände überzeugt.

Anfang Juli haben zudem 36 Nobelpreisträger der Physik, Chemie und Medizin in Lindau eine gemeinsame Erklärung zum Klimawandel unterzeichnet.

Eindeutiger geht es kaum.

Warum aber werden solche wissenschaftliche Erkenntnisse abgelehnt, ja geleugnet?

Oft sind es tiefsitzende persönliche Überzeugungen, die den Fakten im Weg stehen. Auch Bildung macht es nicht besser, wie Dan Kahan von der Yale School of Law zeigt.

In einem Beitrag für Nature Climate change schreibt er:

This result suggests that public divisions over climate change stem not from the public’s incomprehension of science but from a distinctive conflict of interest: between the personal interest individuals have in forming beliefs in line with those held by others with whom they share close ties and the collective one they all share in making use of the best available science to promote common welfare.”

Er zeigt, dass Bildung die Polarisierung sogar erhöhen kann, statt zur Realität hinzuführen, wie es die “science comprehension thesis” (SCT), die Wissenschaftsverständnisthese, vorhersagt:

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Eher scheint sich die cultural cognition thesis (CCT), die These der kulturellen Kognition, zu bestätigen:

CCT posits that individuals, as a result of a complex of psychological mechanisms, tend to form perceptions of societal risks that cohere with values characteristic of groups with which they identify.”

Menschen scheinen offenbar dann wissenschaftliche Erkenntnisse zu leugnen, wenn diese mit ihren Werten und ihrer Identität in Konflikt geraten:

Über die Delegitimierung von Wissenschaft wird versucht, ein allein auf moralischen Werten gründendes rechtskonservatives Weltbild durchzusetzen. Diesem Weltbild ist es egal, ob Impfungen sinnvoll sind, ob der Mensch den Klimawandel verursacht hat und dass Menschen und Affen gemeinsame Vorfahren haben: Es will sich generell nicht durch rational hinterfragbare Kriterien überprüfen lassen, sondern sich ausschließlich aus seinen Werten legitimieren.”

Womit wir wieder bei der Klimafrage und den “Machiavellis der Wissenschaft” wären.

Nicht die Öl-Konzerne oder die Kohlelobby sind die größten Treiber des Kampfes gegen die Klimawissenschaften, sondern die Vertreter einer besonders extremen Variante des Neoliberalismus, die jede staatliche, überstaatliche oder sonstige gesellschaftliche Intervention als Teufelszeug und Weg in den Kommunismus oder in die Diktatur ansieht.

Ein Streifzug durch die Blogs und Medien der Klimaleugner zeigt ihre Grundüberzeugen: gegen Einschränkungen für Raucher, gegen Maßnahmen gegen den Klimawandel, bis alles ganz sicher ist, kurz gesagt: gegen alles, was im öffentlichem Interesse die eigene Freiheit einschränken könnte.

Erkenntnisse anzuerkennen, was die Schäden durch Rauchen, das Ozonloch, den sauren Regen oder die globale Erwärmung anrichten, könnte ja äußere Interventionen veranlassen. Deshalb wird die Wissenschaft in diesen Bereichen (jedoch nicht in anderen) bekämpft und Wissenschaftler verunglimpft.

Gleichzeitig werden Außenseiter ohne langjährige Erfahrung mit dem Thema als Kronzeugen vorgestellt. Beim Klima sind das u.a. Fritz Vahrenholdt oder Bjorn Lomborg, bei der Gentechnik Gilles‐Eric Séralini.

Das ist keine Skepsis und eines Skeptikers unwürdig. Skeptiker hinterfragen kritsch und wissenschaftlich. Sie orientieren sich aber an Stand der Wissenschaft, selbst wenn dieser im Konflikt mit den eigenen Vorstellungen steht.

Sich an wissenschaftlichen Außenseitern zu orientieren und Aussagen nur dann zu akzeptieren, wenn sie nicht mit der eigenen Identität kollidieren, sind Mechanismen des Leugnens.

Zum Weiterlesen

  • Dan M. Kahan et al.:  The polarizing impact of science literacy and numeracy on perceived climate change risks, Nature Climate Change 2,  732–735
  • Naomi Oreskes/Erik M. Conway: Die Machiavellis der Wissenschaft – Das Netzwerk des Leugnens. Wiley-VCH Verlag, Weinheim 2014
  • Chris Mooney: The science of why we don’t believe Science, Mother Jones, Mai/Juni 2011
  • Bill Nye to Climate Change Deniers: You Can’t Ignore Facts Forever, Big Think, August 2014
  • Globale Erwärmung: Leugner sind keine Skeptiker, GWUP-Blog am 12. Dezember 2014
  • „Die Pseudoargumente der Klimawandelleugner“ gewinnen den Kölner Bullshit-Slam, GWUP-Blog am 1. März 2015
  • “Zeit der Zweifler”: National Geographic zum Thema Wissenschaftsfeindlichkeit, GWUP-Blog am 1. März 2015
  • Klima: Realitätsverlust in der deutschen Politik, GWUP-Blog am 21. Dezember 2014
  • The Debunking Handbook auf Deutsch: “Widerlegen, aber richtig” als kostenloses PDF, GWUP-Blog am 15. November 2014
  • Bekenntnisse eines ehemaligen Klimawandel-Leugers, GWUP-Blog am 3. November 2014
  • Das Temperatur-Plateau und die Klimaverschwörung, GWUP-Blog am 23. August 2014
  • Klimapolitik: Letzte Chance? spektrum.de am 7. Juli 2015
  • Lob der Skepsis, Neue Zürcher Zeitung am 11. Juli 2015
  • When the End of Human Civilization Is Your Day Job, esquire am 7. Juli 2015

Homöopathie: der nächste „Aussteiger“-Bericht

Das nächste Anti-Homöopathie-Bekenntnis, heute von der Journalistin Marie Amrhein bei Cicero:

Heute hängt man ja öfter unter Spielplatzrutschen statt im Lichte von Discokugeln ab. Da werden dann keine Ecstasypillen herumgereicht, sondern Globuli.

Der Unterschied zwischen beidem: Letztere wirken nicht. Ich habe das immer geahnt. Gleichzeitig habe ich mich lange Zeit nicht klar positioniert. Um Ärzte, Freunde, Bekannte nicht vor den Kopf zu stoßen.

Jetzt muss es raus: Ich glaube nicht an die heilende Kraft der Homöopathie.

Warum habe ich trotzdem wie so viele andere meinen Kindern die Kügelchen unter die Zunge geschoben? Die Homöopathie ist mittlerweile als „sanfte Medizin“ tief verankert in unserer Gesellschaft.

Dabei ist es doch merkwürdig: Da strebt die Menschheit Jahrtausende lang nach Wissen und wenn sie es sich angeeignet hat, dann wirft sie alle naturwissenschaftlichen Erkenntnisse wieder über Bord.”

Möglicherweise kommt beim geplanten “Ersten Strategietreffen der Homöopathie-Kritiker” ja eine illustre Runde zusammen.

  • Homöopathie: Aberglaube heilt nicht, Cicero am 12. Juli 2015
  • Es geht voran: Strategietreffen der Homöopathie-Kritiker geplant, GWUP-Blog am 11. Juli 2015
  • Dr. Natalie Grams: “Was hat mich überzeugt, mit der Homöopathie aufzuhören?” GWUP-Blog am 9. Juli 2015
  • Claudia Witt: Homöopathie ist unspannend und nicht wirksamer als Placebo, GWUP-Blog am 28. Juni 2015
  • Streitfall Homöopathie, Format 28/2015

Es geht voran: Strategietreffen der Homöopathie-Kritiker geplant

Im Februar haben wir hier einen Erfahrungsbericht der Autorin Anousch Mueller in der Süddeutschen Zeitung über die Heilpraktiker-Ausbildung geteilt:

Weißbrot gegen Krebs”

Mittlerweile arbeitet Mueller an einem Buch zu diesem Thema und hat den Blog skepsis & revolte aufgemacht:

Es geht voran”,

betitelt sie heute einen kurzen Beitrag zu einem kritischen Homöopathie-Artikel im österreichischen Magazin Format (“Streitfall Homöopathie”).

Und damit es noch weiter vorangeht, lädt Dr. Norbert Aust bei Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie zum

Ersten Strategietreffen der Homöopathiekritiker”

ein:

Wenn man bedenkt, dass sich die Gegenseite in vielen verschiedenen Gruppierungen organisiert hat und auch über ein nicht unbeträchtliches Budget verfügen dürfte, Kontakte zu den Medien spielen lassen kann und wohl auch die attraktivere, weil einfachere Heilslehre anzubieten hat, dürfte klar sein, dass wir unsere im Vergleich dazu eher bescheidenen Kräfte optimal einsetzen müssten, um hier gegenhalten zu können.”

Die Veranstaltung soll im November in Freiburg stattfinden.

Zum Weiterlesen:

  • Erstes Strategietreffen der Homöopathie-Kritiker, Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie am 11. Juli 2015
  • Heilpraktiker: “Irrationalismus und voraufklärerisches Denken”, GWUP-Blog am 16. Februar 2015
  • Dr. Natalie Grams: “Was hat mich überzeugt, mit der Homöopathie aufzuhören?” GWUP-Blog am 9. Juli 2015
  • Claudia Witt: Homöopathie ist unspannend und nicht wirksamer als Placebo, GWUP-Blog am 28. Juni 2015

Die Wiederkehr der Einhörner

Auch Skeptiker lieben Einhörner – manche von ihnen nehmen sogar telefonische Bestellungen für Leih-Einhörner entgegen.

Zu diesem Thema hat der Religions- und Politikwissenschaftler Dr. Michael Blume jetzt ein Buchkapitel vertont:

Moderne Menschen, die an Einhörner glauben – Ein Forschungsbericht”


Direktlink zum Video auf Youtube

Nachlesen kann man das Ganze hier.

Ein Auszug:

Aktuell treten Einhorn-Mythen in nur vergleichsweise losen Netzwerken, die sich im Netz sowie in Seminaren und Tagungen verbinden, auf.
Es ist aber durchaus denkbar, dass Einhörner – analog zu den Erzengeln und Ufos des 20. Jahrhunderts – mit der ebenfalls (auch touristisch) steigenden Beliebtheit von Elfen-, Troll-, Druiden und Feenmythen zur Herausbildung neuer, zwischen Fantastik, ökologischer Esoterik und Religion schillernder Subkulturen und gar Reigionsgemeinschaften beitragen werden.”

Zum Weiterlesen:

  • Lesung des Sammelband-Artikels zum Einhörnerglauben – Ein Audioblog-Experiment, Natur des Glaubens am 26. Juni 2015
  • Endlich: Einhorn entdeckt! GWUP-Blog am 5. Dezember 2012
  • Einhorn-Essenzen und Werwolf-Diäten, GWUP-Blog am 9. Februar 2014
  • Engel, Einhorn und Gedöns bei der heiteren (L)Esostunde, GWUP-Blog am 1. Februar 2015

Uri Gääähner und der verbogene Golfschläger im „Fernsehgarten“

Es ist nicht mehr zu übersehen:

Von dem einst charismatischen PSI-Star Uri Geller ist wenig mehr als ein bemüht kumpelhafter Varieté-Zauberer übrig geblieben.

Beim ZDF-Fernsehgarten zeigte er letzten Sonntag mal wieder ein paar Tricks – und erntete dafür Facebook-Kommentare wie

In den 80ern wurden die Zuschauer noch verblüfft. Selbst Uri muss einsehen, dass seine Zeit vorbei ist. Denn so wirkt es albern”

oder

Jeder Vorstadtmagier ist talentierter … Was fällt eigentlich dem ZDF ein, diesen Freak einzuladen und GEZ-Gebühren zu verschwenden?”

Dabei hatte Geller neben seiner uralten Kompassnadel-Nummer doch tatsächlich etwas vermeintlich Besonderes mitgebracht: einen Golfschläger, den er ebenso zum Biegen und Brechen brachte wie einst die Löffel.

Doch neu oder originell war daran überhaupt nichts.

Vor fast 30 Jahren, am 14. März 1987, stürmte der französische Zauberkünstler Gérard Majax ungehalten auf die Bühne der Live-Sendung “Droit de Réponse”, wo Geller gerade seine “übersinnlichen” Fähigkeiten präsentierte.


Direktlink zum Video auf Youtube

Für seine Trick-Demonstration (ab Minute 1.49.10) wählte Majax genau die beiden “Fernsehgarten”-Schaustücke: Er verbog einen Golfschläger und brachte eine Kompassnadel zum Ausschlagen.

In seinem Buch “Die Welt der Illusionen” schreibt Majax (ehemaliger Vorsitzender der Skeptiker-Organisation “SOS Paranormal”), bei dem Golfschläger habe es sich um eine Spezialanfertigung des Direktors der Pariser “Académie de magie” gehandelt:

Ein Druck auf einen verborgenen Knopf, und der Schläger krümmt sich langsam, bis er einen Dreißig-Grad-Winkel bildet.”

Noch während der Sendung habe Geller ihm, Majax, ins Ohr geflüstert:

Fantastisch, dieser Golfschläger. Woher haben Sie den?”

Mittlerweile weiß Geller es anscheinend.

Zum Weiterlesen:

  • Uri Geller – Zauberkünstler und Dalai Lama des Hokuspokus, GWUP-Blog am 19. Januar 2014
  • Warum Uri Geller nicht auf Ziegen starrte, GWUP-Blog am 3. März 2010
  • Spezial zu “The Next Uri Geller”, Skeptiker 1/2008
  • “Kein Schweigeschutz für Scharlatanerie”, Skeptiker 1/2008
  • Next Uri Geller: Fauler Zauber 2.0, GWUP-Blog am 13. Januar 2009
  • GWUP-Infos: Uri Geller bei Stern TV – Interview mit Wolfgang Hund
  • GWUP-Infos: Uri Geller bei Stern TV Mit welchen Methoden arbeitet er?
  • GWUP-Infos: Uri Geller bei Stern TV Lesefutter über den berühmten Löffelbieger
  • GWUP-Infos: Uri Geller

“An Honest Liar” bei Netflix

Kurzer Hinweis:

Die James-Randi-Filmbiografie “An Honest Lair” gibt es jetzt auch bei der Streaming-Plattform “Netflix”.


Direktlink zum Video auf Youtube

Alle weiteren Bezugsmöglichkeiten (auch DVD und Blu-ray) finden sich hier:

As you know I’ve made it my life mission to expose charlatans, protect people from dangerous woo-woo, and promote critical thinking. This film, along with being a fun and exciting watch, is a powerful way to introduce people to my – our – work and thinking.

Therefore, I would also much appreciate it if you generous folks would please help me spread the word about the film’s availability to the world via all the newfangled social media, as far and as wide as possible. Okay?

Thank you all, and I’m hoping to see you at TAM13, coming up in July!

Gratefully yours, James Randi

Vom 16. bis 19. Juli wird Randi “The Amazing Meeting” (TAM) in Las Vegas besuchen.

Zum Weiterlesen:

  • James-Randi-Film „An Honest Liar“ jetzt online verfügbar, GWUP-Blog am 5. Juni 2015
  • Randis Parapsychologie-Hoax „Projekt Alpha“ wird verfilmt, GWUP-Blog am 1. April 2015
  • Behind the Magic: An Interview with James Randi, Skeptical Inquirer Vol. 39.2, March/April 2015




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