Archiv-Seite 15

Enthüllungsreportage: „Gefährliche Heiler“ im Stern

23 Jahre ist es her, da Dr. Krista Federspiel vom GWUP-Wissenschaftsrat incognito “Wunderheiler und Krankbeter“ besuchte und darüber im Stern berichtete.

Eine aktualisierte Version ihres Artikels gibt es hier.

Nahezu ein Vierteljahrhundert später hat diese Problematik nichts von ihrer Brisanz verloren.

Scharlatane und Quacksalber treiben nach wie vor unbehelligt ihr Unwesen – das belegt wiederum der Stern mit einer neuerlichen Reportage zum Thema

Im Dschungel der Wunderheiler”

Die Titelgeschichte von Stern-Redakteur Dr. med. Bernhard Albrecht erscheint morgen in Nr. 28/2014.

Ein Vorab-Auszug findet sich auf der Webseite des Magazins:

Was raten Alternativmediziner Krebs-Patienten, deren Krankheit durch eine einfache Operation heilbar wäre? Der stern hat 20 Heilpraktiker und Ärzte besucht – mit erschütterndem Ergebnis.

Für diese Stern-Geschichte arbeitete Albrecht mit einer Schauspielerin zusammen, die vorgab, Brustkrebs zu haben.

Vor zwei Jahren hatte Albrecht im Spiegel über eine echte Brustkrebs-Patientin und deren Odyssee geschrieben, “von einem Kurpfuscher zum anderen”.

Zum Weiterlesen:

  • Im Dschungel der Wunderheiler, Stern Nr. 28/2014
  • Was an der angeblichen Wunderheilung dran ist, Stern-Online am 2. Juli 2014
  • Sanfte Alternative, Kritisch gedacht am 25. Dezember 2007
  • Dschungel der Wunderheiler, Spiegel-Online am 27. Februar 2012

Die “Yeti-Genomstudie” ist da

Der Humangenetiker Bryan Sykes von der Universität Oxford hat heute seine lange angekündigte “Yeti-Studie” publiziert:

Genetic analysis of hair samples attributed to yeti, bigfoot and other anomalous primates”

Im Wesentlichen bestätigt das Paper in den “Proceedings B” der britischen Royal Society unseren Blogpost vom Oktober.

Eine Sensation im engeren kryptozoologischen Sinne gibt es nicht zu vermelden – sofern man die Entdeckung eines aufrecht gehenden Hominiden mit einer über das Tierreich herausragenden Intelligenz erwartet hatte.

Von den 30 “Yeti”-Haarproben, die Sykes und sein Forscherteam unter die Lupe nahmen, konnten 28 genetisch eindeutig ganz normalen Tieren wie Bären, Pferd, Kuh, Waschbär, Wolf oder Hirsch zugeordnet werden.

Nur zwei Analysate lieferten zumindest überraschende Erkenntnisse, nämlich Hinweise auf einen “Rätsel-Bären” im Himalaya:

Nach Ansicht der Forscher kommen drei Erklärungen in Betracht:

Es könnte im Himalaya eine ganz neue Bärenart geben, die genetisch dem urzeitlichen Eisbären ähnelt, oder es lebt dort eine bisher unbekannte bräunlich gefärbte Variante des Eisbären.

Möglich wäre aber auch, dass es sich um Hybriden aus Braunbären und Eisbären handelt.

Solche Kreuzungen hat man in den letzten Jahren auch schon in Alaska entdeckt, allerdings passt deren genetisches Profil nicht zu den beiden Haarproben aus dem Himalaya, wie die Wissenschaftler berichten. Wahrscheinlicher wäre es daher, dass die Rätselbären aus Ladakh und Bhutan von Hybriden abstammen, die schon kurz nach der Aufspaltung von Braun- und Eisbären entstanden.

“Wenn solche Bären tatsächlich im Himalaya weit verbreitet sind, dann könnten sie die biologische Grundlage der Yeti-Legende sein”, konstatieren Sykes und seine Kollegen”,

schreibt das Online-Portal von bild der wissenschaft.

Sykes betont in den Proceedings, dass das Ergebnis seiner Analysen die Existenz von Yeti und Co. (“anomalous primates”) nicht ausschließe.

Kryptozoologen müssten allerdings stärker daran arbeiten, überzeugende Beweise vorzulegen – “and now have the means to do so”.

Zum Weiterlesen:

  • Bryan Sykes et al., Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences, doi: 10.1098/rspb.2014.0161
  • Neues vom Yeti, wissenschaft.de am 2. Juli 2014
  • Der Yeti war ein Bär, Spiegel-Online am 2. Juli 2014
  • Der Yeti ist ein Bär, FAZ am 2. Juli 2014
  • Mythos widerlegt: Yeti-Haare stammen von Bären, Focus am 2. Juli 2014
  • Der Bär im Yeti-Pelz, Süddeutsche am 2. Juli 2014
  • Finally, some solid science on Bigfoot, Science News am 1. Juli 2014
  • Sykes “Yeti” investigation to be published this week, Doubtful News am 1. Juli 2014
  • DNA-Test: Yeti-Rätsel gelöst? GWUP-Blog am 17. Oktober 2013

SkepKon 2014: Bleivergiftung durch Ayurveda jetzt als Video

Der SkepKon-Vortrag “Bleivergiftung? Fragen Sie doch mal Ihren Ayurveda-Experten” von Jasmin Barman-Aksözen ist jetzt auch als Video verfügbar:


Direktlink zum Video auf Youtube

Ein Interview mit Jasmin Barman-Aksözen gibt es zudem bei den GWUP-News.

Zum Weiterlesen:

  • SkepKon-Rückblick: Aryuveda mit Blei ist nicht gesund, GWUP-Blog am 7. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Licht des Lebens oder Eso-Irrlicht? Die Wahrheit über Biophotonen, GWUP-Blog am 14. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Der okkulte Untergrund der DDR, GWUP-Blog am 27. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Placebo-Effekte in der (Richtlinine-) Psychotherapie, GWUP-Blog am 23. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Wie tickt das Schaf? Skeptiker und Gläubige im Test, GWUP-Blog am 19. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Die fehlende interne Validität von Homöopathie-Studien, GWUP-Blog am 10. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Benzin sparen durch “magisches Zubehör” fürs Auto? GWUP-Blog am 8. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Die bosnischen Pyramiden, GWUP-Blog am 3. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Der „Kamikaze-Ichthyosaurier“ und die Kreationisten, GWUP-Blog am 2. Juni 2014
  • “Placebowirkung in der Psychotherapie“ als Video von der SkepKon 2014, GWUP-Blog am 22. Juni 2014
  • “Benzinspar-Mythen” jetzt als Video von der SkepKon 2014, GWUP-Blog am 20. Juni 2014
  • Jetzt als Video: “Biophotonen”-Vortrag von der SkepKon 2014, GWUP-Blog am 1. Juli 2014
  • Skeptikerkonferenz in München, hpd-online am 6. Juni 2014
  • Engelskurse und Pseudotherapien, Wirtschaftspsychologie aktuell am 19. Juni 2014

Jetzt als Video: Biophotonen- Vortrag von der SkepKon 2014

Der SkepKon-Vortrag “Biophotonen – Licht des Lebens oder esoterisches Irrlicht?” von Dr. Holm Hümmler ist jetzt auch als Video verfügbar:


Direktlink zum Video auf Youtube

Zum Weiterlesen:

  • SkepKon-Rückblick: Licht des Lebens oder Eso-Irrlicht? Die Wahrheit über Biophotonen, GWUP-Blog am 14. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Der okkulte Untergrund der DDR, GWUP-Blog am 27. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Placebo-Effekte in der (Richtlinine-) Psychotherapie, GWUP-Blog am 23. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Wie tickt das Schaf? Skeptiker und Gläubige im Test, GWUP-Blog am 19. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Die fehlende interne Validität von Homöopathie-Studien, GWUP-Blog am 10. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Benzin sparen durch “magisches Zubehör” fürs Auto? GWUP-Blog am 8. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Aryuveda mit Blei ist nicht gesund, GWUP-Blog am 7. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Die bosnischen Pyramiden, GWUP-Blog am 3. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Der „Kamikaze-Ichthyosaurier“ und die Kreationisten, GWUP-Blog am 2. Juni 2014
  • “Placebowirkung in der Psychotherapie“ als Video von der SkepKon 2014, GWUP-Blog am 22. Juni 2014
  • “Benzinspar-Mythen” jetzt als Video von der SkepKon 2014, GWUP-Blog am 20. Juni 2014
  • Skeptikerkonferenz in München, hpd-online am 6. Juni 2014
  • Engelskurse und Pseudotherapien, Wirtschaftspsychologie aktuell am 19. Juni 2014

Die „Bestie von Gévaudan“: Werwolf, Hybride oder Serienmörder?

Heute vor 250 Jahren fand die “Bestie von Gévaudan” ihr erstes Opfer.

Darüber berichtet Welt-Online.

Aber auch bei Hoaxilla und in einem meiner Bücher finden sich ausführliche Schilderungen des Falls:

Am 30. Juni 1764 wird 14-jährige Jeanne Boulet aus der Pfarrei Saint-Etienne-de-Lugdarès in den Wäldern der Auvergne von einem mysteriösen Raubtier angefallen und stirbt einen grausamen Tod.

Kurz davor, im April, war eine Bäuerin, die ihre Kühe weidete, von einem riesigen Ungeheuer angegriffen worden. Die Hunde liefen in Panik davon, aber mehrere Ochsen stellten sich dem merkwürdigen Biest entgegen, und die Frau überlebte.

Sie und andere Augenzeugen beschreiben ein furchterregendes Wesen:

Es war weitaus größer als ein Wolf und hatte eher den Umfang und das Gewicht einer Kuh. Der riesige Kopf besaß breite, rötlich gefärbte Kiefer, die spitz zuliefen. Wenn das schreckliche Maul mit den riesigen Zähnen geöffnet war, klaffte ein Rachen von knapp einem halben Meter Weite.

Die Ohren der Bestie erschienen eher klein, das Fell war hellgrau und an der Brust weiß, ziemlich kurz und mit einer Zeichnung entlang dem Rückgrat. Mit den großen, krallenbewehrten Klauen konnte das Monster kräftig zupacken und sein Schweif war so lang wie der eines Wolfes oder eines Pferdes.

Das Untier war sehr flink. Man beobachtete es manchmal am selben Tag an mehreren, weit auseinander liegenden Orten. Auf der Jagd bewegte es sich schleichend mit dem Bauch am Boden fort, so als ob es kriechen würde.

Wenn es ein Beutetier oder einen Menschen ausfindig gemacht hatte, sprang es ihn an wie eine Katze. Danach ging es ihm an die Kehle und verschlang dann Herz und Lungen. Auch die Kraft der Bestie war geradezu furchteinflößend. Ein Schäfer behauptete, sie sei fähig gewesen, sich auf die Hinterbeine zu stellen und dabei ein Schaf hochzuheben.

Die Hunde, so hieß es, flohen vor ihr.”

In den folgenden Monaten terrorisiert die Bestie von Gévaudan den Süden des französischen Zentralmassivs.

Vor allem Frauen, Kinder und Heranwachsende werden bestialisch zugerichtet tot aufgefunden.

Am Ende zeugen die Akten von 240 Überfällen und 112 Todesopfern. 53 Menschen kommen mit Verletzungen davon.

König Ludwig XV. schickt eine Dragonereinheit in die entlegene Region in der Auvergne und setzt eine hohe Belohnung auf den Kopf des Menschenschlingers aus.

Abenteurer und berühmte Wolfsjäger machen sich auf in das Gévaudan und veranstalten Treibjagden, bei denen Hunderte Wölfe getötet werden. Doch die Serie von Überfällen reißt nicht ab.

Im September 1765 schießt der königliche Armbrustträger und Zweite Jäger des Königs François Antoine de Beauterne in der Nähe von Pommier einen ungewöhnlich großen Wolf. Er wartet einige Wochen ab, ob sich weitere Gräueltaten ereignen.

Als nichts geschieht, reist er zurück nach Paris und kassiert die Belohnung.

Aber das Morden geht weiter.

Am Südhang des Mont Mouchet werden am 2. Dezember 1765 erneut zwei Kinder angefallen. Der Bischof von Mende predigt vom Zorn Gottes und zitiert aus dem Buch Deuteronomium:

Den Zahn der Raubtiere lasse ich auf sie los.“

Bei den verängstigten Bewohnern verdichtet sich die Überzeugung, nur eine Ausgeburt der Hölle könne derart unvorstellbare Bluttaten begehen und seine Verfolger zum Narren halten – etwa ein Werwolf.

Und in Wirklichkeit? Wer oder was war die Bestie von Gévaudan?

Am 19. Juni 1767 gelingt es einem Bewohner der Region namens Jean Chastel, das Monster zur Strecke zu bringen – angeblich mit Silberkugeln.

Man schafft den Kadaver in eine nahe Adelsresidenz, wo der königliche Notar aus Langeac, Maître Etienne Marin, folgenden Bericht anfertigt:

Herr Marquis hatte dieses Tier in sein Schloss in Besques, Pfarrei Charraix tragen lassen. So haben wir uns entschlossen, uns dorthin zu begeben, um es dort zu untersuchen. […]

Herr Marquis ließ uns dieses Tier vorführen. Es schien ein Wolf zu sein, doch ein sehr außergewöhnlicher und sehr verschieden von den anderen Wölfen dieser Gegend. Das haben uns mehr als 300 Personen aus der Umgegend bezeugt.

Einige Jäger und viele Fachleute haben ausgesagt, dass dieses Tier nur durch den Schwanz und dem Hinterteil dem Wolf ähnelt. Sein Kopf ist ungeheuerlich. […]

Sein Hals ist bedeckt von einem sehr dichten Fell von einem rötlichen Grau, durchzogen von einigen schwarzen Streifen; es hat auf der Brust einen großen weißen Fleck in Form eines Herzens.

Die Pfoten sind bestückt mit vier Krallen, die viel mächtiger sind als die anderer Wölfe; besonders die Vorderbeine sind sehr dick und haben die Farbe des Rehbocks, eine Farbe, die Fachleute noch nie bei einem Wolf sehen konnten.

Die Maße, die wir feststellen konnten: Länge: 1,50 m, Schulterhöhe 0,77 m, Maulspannweite 19 cm, Länge Schwanzwurzel bis zum Kopfoberteil: 99 cm, […] Schulterbreite: 30 cm, Durchmesser des Schwanzes: 9,5 cm.“

Aus heutiger Sicht deutet diese Beschreibung auf einen Wolfshybriden hin, also eine Mischverpaarung, wahrscheinlich mit einer Dogge.


Direktlink zum Video auf Youtube

Spekulationen über eine Streifenhyäne, eine exotische Großkatze oder gar einen Pavian können wir wohl ins Reich der Fabeln verweisen, da die Untersucher ausdrücklich von einem „außergewöhnlichen Wolf“ sprechen – und nicht von etwas völligem anderem.

Allerdings ist der erfolgreiche Monsterjäger Jean Chastel eine höchst zwielichtige Gestalt.

Gerüchte gehen um, der Bauernsohn habe die Bestie von Gévaudan selbst gezüchtet und als Mordwerkzeug abgerichtet, um sich anschließend an den Leichen zu vergehen.

Andere sagen, Chastel erschoss und präsentierte der Öffentlichkeit die wolfsähnliche Kreatur, um den wahren Täter – einen Serienmörder – zu decken: entweder einen seiner Brüder. Oder seinen Sohn Antoine.

Denn einer der Überlebenden, der zwölf Jahre alte Schuljunge Jacques André Portefaix, der im Januar 1765 attackiert wurde, will einen Mann im Wolfsfell gesehen haben.

Auch Hütekinder, die einen Überfall überlebt hatten, berichteten, dass das Tier direkt auf sie zugelaufen sei und die Schafe oder Ziegen, die eine leichte Beute gewesen wären, einfach ignorierte.

Der französische Spielfilm “Pakt der Wölfe” wartete gar mit einer großangelegten Verschwörung gegen den König auf.

Wie auch immer:

Leider wird versäumt, die Kreatur sorgfältig einzubalsamieren, und als die Überreste in Versailles eintreffen, findet man in der Transportkiste nur noch stinkendes Aas vor. Der König befiehlt, die Tierleiche zu verscharren.

Und so ist das Rätsel um das Killerbiest zumindest nicht vollständig gelöst.

Zum Weiterlesen:

„Frankfurter Ring“ sagt ein MMS-Seminar ab, spinnt aber ansonsten munter weiter

Immerhin:

Nach dem Kontraste-Bericht “Ätzende Alternativmedizin”


Direktlink zum Video auf Youtube

und einem kritischen Artikel in der Frankfurter Neuen Presse (FNP) hat der Verein “Frankfurter Ring” ein Seminar mit dem MMS-Promoter Ali Erhan abgesagt.

Erhan hatte sich bereits im Vorfeld der Kontraste-Sendung am vergangenen Donnerstag mit einem originellen Briefwechsel mit der ARD-Redaktion hervorgetan.

Heute schreibt die FNP:

Der Verein [Frankfurter Ring] hatte für die Veranstaltung mit dem dubiosen Referenten [Ali Erhan] zuvor auf seiner Internetseite kräftig geworben und die Vorzüge von MMS als „geniale Substanz“ bezeichnet. Angeblich könne es zahlreiche Krankheiten kurieren – von Fußpilz über Grippe bis hin zu Krebs und Autismus bei Kindern, so die Verfechter.

Zu einer weiteren Stellungnahme, warum der Verein, der seit 45 Jahren besteht, diese Veranstaltung trotz des zweifelhaften Hintergrunds kurzfristig in sein Programm aufgenommen hatte, war die Geschäftsführung gestern nicht bereit.

„Wir sind eine ehrbare Institution mit einem guten Ansehen, und das wollen wir auch behalten“, teilte die erste Vorsitzende, Brita Dahlberg, ergänzend mit.”

Was diese angeblich “ehrbare Institution” sonst noch so im Köcher hat, offenbart die Homepage.

Heute Abend zum Beispiel tritt “der Entertainer unter den Quantenheilern” auf.

In der Ankündigung zu Richard Bartlett und seinen “Matrix Fundamentals” heißt es:

Wenn Ihre rational denkende linke Gehirnhälfte erkannt hat, dass nahezu die gesamten Kursinhalte auf den Prinzipien der Quantenphysik beruhen, dann kann Ihr Bewusstsein darauf verzichten, sich an die „Realität“ zu klammern.”

Anscheinend hat der “Frankfurter Ring” schon lange jeden Bezug zur Realität verloren.

 Zum Weiterlesen:

  • Absage an “Wunderheiler”, Frankfurter Neue Presse am 28. Juni 2014
  • Selbsternannte Wunderheiler setzen Geld vor Gesundheit, Frankfurter Neue Presse am 27. Juni 2014
  • MMS heute bei “Kontraste”, GWUP-Blog am 26. Juni 2014
  • Miracle Mineral Supplement: Die chlorreichen Lügen, DocCheck News am 26. Mai 2014
  • Sibylle Berg über Chlorbleiche und skeptische Argumente, GWUP-Blog am 12. Mai 2014
  • Gefährliches „Wundermittel“ MMS: Wenn Quacksalber für giftige Chlorbleiche werben, Spiegel-Online am 4. Mai 2014
  • “Warum foltert ihr Kinder?” Die MMS-Demo in Hannover, GWUP-Blog am 28. April 2014
  • Ein “Gesundheitskongress” als Panoptikum des Grauens, GWUP-Blog am 19. April 2014
  • Vergiftungsmittel MMS, Ratgeber-News-Blog am 27. April 2014
  • The Spirit of Bullshit, Julitschka am 26. April 2014
  • Wenn es quakt wie eine Ente: Moderne Quacksalberei MMS, Pharmama am 29. April 2014
  • Die EMA approbiert ein Wunder, sagen die Wunderheiler, Psiram am 2. Mai 2014
  • Jim Humbles tödliche Geschäfte, Psiram am 6. Juni 2014
  • BfArM warnt vor der Anwendung von MMS als Arzneimittel, DAZ-Online am 2. Juni 2014
  • MMS und Jim Humble – die Fakten, gesundheit.ch
  • Hoaxilla #91 – „Bleiche als Medizin?“ vom 10. Juni 2012
  • Was hat “Quantenheilung” mit Quantenphysik zu tun? GWUP-Blog am 3. Mai 2013
  • Quantenheilung ist maximal ein Placebo-Effekt, GWUP-Blog am 14. Dezember 2012
  • Gesund und reich durch Quantenheilung, futurezone am 23. April 2014
  • Das Ding vom Frankfurter Ring, Ratgeber-News-Blog am 28. Juni 2014
  • MMS: Chlordioxis+Chlor+Chlorit+Chlorat, Ratgeber-News-Blog am 29. Juni 2014

SkepKon-Rückblick: Der okkulte Untergrund der DDR

Eigentlich merkwürdig:

Während der “Große Bruder” Sowjetunion in den 1960er- und 1970er-Jahren mit größtem Interesse die Telepathie-Tests der Amerikaner verfolgte und schließlich sogar die Parapsychologie zum Staatsgeheimnis erklärte, konnte man im sozialistischen Bruderstaat DDR darüber nur den Kopf schütteln.

Die Autoren Andreas Gertler und Wolfgang Mattig beschrieben 1984 in ihrem Buch “Stimmen aus dem Jenseits – Parapsycholgie und Wissenschaft” das berühmte “Nautilus-Experiment” zur militärischen Fernwahrnehmung korrekt als “Ente” und übten sogar leise Kritik an der UdSSR.

Die Große Sowjet-Enzyklopädie [...] hatte 1956 die Telepathie völlig treffend und richtig als wissenschaftliche Erfindung definiert, während sie 1962 ihren Lesern mitteilte, die Telepathie sei eine besondere Form der Informationsübertragung.”

Widerstand mithin der Marxismus-Leninismus ostdeutscher Prägung als “wissenschaftliche Weltanschauung der Arbeiterklasse” erfolgreich allen “Irrlehren, Täuschungen, Pseudowissenschaften” (so die offizielle Lesart von Esoterik/Okkultismus)?

Darüber referierte Andreas Anton vom Freiburger Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene (IGPP) bei der SkepKon 2014 in München.

Anton stellte das Forschungsprojekt “Im Schatten des Szientismus. Zum Umgang mit heterodoxen Wissensbeständen, Erfahrungen und Praktiken in der DDR” vor.

Konkret geht es darum:

Welche Rolle spielten Themen wie Gedankenübertragung, Wahrträume, Ahnungen, Spuk-, Geister-und Jenseitserscheinungen, Astrologie und Wahrsagepraktiken, Wunderheilungen oder UFOs im Alltagsleben der DDR-Bürger?

War entsprechenden Vorstellungen und Praktiken in der DDR tatsächlich der „Nährboden“ entzogen, wie es der offizielle Diskurs verlauten ließ, oder gab es – gleichsam im Schatten dieser amtlichen Feststellungen – eine Art okkulten Untergrund?”

Das DFG-geförderte Projekt läuft seit September 2013 und ist auf drei Jahre ausgelegt. Anton präsentierte einen “Werkstattbericht” mit ersten Ergebnissen.

Der Soziologe skizzierte zunächst die amtliche “Wirklichkeitsordnung” der DDR, die nicht nur von der offiziellen Staatsphilosophie des Marxismus-Leninismus geprägt war, sondern darüber hinaus materialistische und szientistische Züge trug.

Der Szientismus sei als explizite Konkurrenz zur christlichen Religion installiert worden und hatte die Verdrängung von “Finsternis” und “Unwissenheit” zum Ziel. Die Vermittlung der wissenschaftlich-szientistischen Weltanschauung sollte letztlich zu einem gänzlichen Verschwinden “religiöser Ideologien” führen.

Zu den Erscheinungen, die “im sozialistischen System nichts mehr zu suchen hatten”, zählte aber nicht nur die Religion – vielmehr subsumierte die Staatsführung darunter sämtliche esoterische, paranormale, okkulte und alternativ-religiöse Themen, sagte Anton.

Als Beispiel führte der SkepKon-Referent ein Astronomie-Schulbuch für die zehnte Klasse an, das “Astrologie” wie folgt abhandelte:

Die Astrologie [...] wird auch heute noch in der historisch überholten Ausbeutergesellschaft, zum Beispiel von der herrschenden Klassse in der BRD, zur betrügerischen Beeinflussung leichtgläubiger und abergläubischer Menschen genutzt.

In der DDR und anderen sozialistischen Ländern wird dem Aberglauben durch die Verbreitung wissenschaftlichr Kenntnisse über Natur und Gesellschaft und die Erfahrung, dass es möglich ist, das Leben bewusst zu gestalten, der Boden entzogen.”

Anton verdeutlichte damit zugleich, dass Phänomene wie Astrologie, Parapsychologie und ähnliches “gleichermaßen verachtet wie ideologisch funktionalisiert” wurden.

Das SED-Zentralorgan Neues Deutschland schrieb 1981 eine “Epidemie sich ausbreitenden Aberglaubens unter der BRD-Bevölkerung” herbei.

Und in dem Aufsatz “Psi in der bürgerlichen Ideologie” (in “EinheitZeitschrift für Theorie und Praxis des wissenschaftlichen Sozialismus”) hieß es dazu:

In der Tat besteht ein enger Zusammenhang zwischen zunehmenden Krisenerscheinungen des Kapitalismus und dem Aufblühen irrationalen Mystizismus’ in einer Vielfalt von Spielarten [...]

Mit der Herausbildung der sozialistischen Gesellschaft ist in den sozialistischen Staaten die Grundlage für okkultes Ideengut entzogen, hier ist kein Platz für Aberglauben in der Natur- und Geisteswissenschaft.”

Soweit die Theorie.

Aber wie sah es in der Praxis aus?

Die vorläufigen Befunde des Forschungsprojekts “Zum Umgang mit dem Paranormalen in der DDR” deuteten durchaus auf eine Art “okkulten Untergrund” in dem damaligen sozialistischen Bruderstaat hin, erklärte Anton.

Der Soziologe vom IGPP belegte dies unter anderem anhand von Briefen, die DDR-Bürger seinerzeit an das Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene in Freiburg schickten.

Die Absender baten darin zum Beispiel um “Informationen über den heutigen Stand der Parapsychologie” oder schilderten persönliche “okkulte Erlebnisse”.

Der IGPP-Gründer und Parapsychologe Prof. Hans Bender hatte sogar eine Stasi-Akte.

In Interviews mit Zeitzeugen hoben Anton und die übrigen Mitarbeiter des Forschungsprojekts weitere Hinweise auf die “okkulte DDR”.

So berichtete ein ehemaliger Hochschullehrer:

Als ich in Mecklenburg 1957 Lehrerprüfungen abnahm und ich von Dorf zu Dorf mit dem Fahrrad unterwegs war, fragte ich stets auch danach, ob es im Dorf noch Frauen mit dem Ruf einer Wunderheilerin oder Hexe geben würde. Das wurde mir fast immer bejaht.”

Auch in verschiedenen Umfragen bald nach der Wende – etwa über “Die Vorstellbarkeit paranormaler Phänomene”, die “Verbreitung außergewöhnlicher Erfahrungen” oder “Aberglaube”  – zeigten sich kaum Unterschiede zwischen Ost und West.

Das deckt sich übrigens mit den Ergebnissen einer Erhebung zum Thema Radiästhesie, die 1991 im Skeptiker veröffentlicht wurden.

Der eingangs zitierte Autor Dr. Andreas Gertler (“Stimmen aus dem Jenseits”), Gerichtsmediziner an der Ostberliner Humboldt-Universität, war nach dem Mauerfall der GWUP beigetreten und hatte im April 1990 eine Umfrage zur “Verbreitung des Glaubens an Wünschelruten und Erdstrahlen bei Studenten in der ehemaligen DDR” durchgeführt.

Es zeigte sich, dass …

… der Glaube an die Möglichkeit, mit Hilfe der Wünschelrute Wasser zu finden, in allen Teile der ehemaligen DDR groß ist [...] Als Rutengänger fungieren Brunnenbauer, aber auch geologische Laien nahezu aller Berufe.”

Genau aus diesem Grund bekamen Gertler/Mattig 1984 für ihr Buch “Stimmen aus dem Jenseits – Parapsychologie und Wissenschaft” vom DDR-Regime die Druckerlaubnis.

Bei seinem SkepKon-Vortrag zitierte Andreas Anton aus dem damaligen Gutachten des Lektorats:

Die sogenannte Parapsychologie, der Okkultismus im modernen Gewand, gewinnt in westlichen Ländern zunehmend an Popularität.

Solche Entwicklungstendenzen machen bekanntlich an unseren Grenzen nicht halt. So gibt es auch in der DDR noch Vorstellungen von ,Außersinnlichem’ und ,Übernatürlichem’, die jeder wissenschaftlichen Grundlage entbehren.

Das Buch veranschaulicht, wie notwendig dialektisches Denken ist. Es ist ein gutes Beispiel dafür, wie die allgemeinen Gesetze des dialektischen Materialismus in den Naturwissenschaften zutage treten, und zeigt, dass sie der entscheidende Schlüssel für die philosophische Interpretation naturwissenschaftlicher Tatsachen sind.”

Aber wieso blieb die DDR vom Parapsychologie-Boom in der Sowjetunion vollkommen unberührt, zumindest was akademische Formen und universitäre Institute anging?

Hier vertrat Anton die These eines “doppelten Eisernen Vorhangs”, der möglicherweise dafür gesorgt habe, dass Kenntnisse darüber kaum in die DDR gelangten und die meisten sowjetischen Aufsätze zu diesen Themen nie in dem Land erschienen sind.

Eine Schlüsselrolle als “Gatekeeper” wies Anton in diesem Zusammenhang dem bedeutenden Gerichtsmediziner und entschiedenen Skeptiker Prof. Otto Prokop zu.

Schließlich zitierte der IGPP-Soziologe aus dem Brecht-Gedicht “Aberglaube”:

Der Storch bringt nicht die Kinder. Die Sieben bringt kein Glück. Und einen Teufel gibt es nicht In unsrer Republik.”

Ganz so, schloss Anton, “war es offenbar doch nicht”.

Zum Weiterlesen:

  • Forschungsprojekt „Zum Umgang mit dem Paranormalen in der DDR“
  • Okkulte DDR – Umgang mit heterodoxen Wissensbeständen, Erfahrungen und Praktiken, REMID-Blog am 23. Mai 2014
  • Psychotronik: Forscher veröffentlicht Dossier über geheime Programme „Unkonventioneller Forschung in der UDSSR und Russland“, grenzwissenschaft-aktuell am 17. Dezember 2013
  • Mark Benecke hat eine Biografie über den Gerichtsmediziner Otto Prokop geschrieben, Neues Deutschland am 20. Dezember 2013
  • “Seziert”: Mark Benecke schreibt Otto-Prokop-Biografie, GWUP-Blog am 27. September 2013

Zwei Seeungeheuer identifiziert: ein „supersized“ Hai und eine Riesenqualle

Unser aufmerksamer Blog-Leser “Robert” hat natürlich recht behalten.

Das “mysteriöse Ungeheuer”, das vor der Küste Australiens einen drei Meter großen Weißen Hai in die Tiefe gezogen und verspeist hat, war kein Megadolon, kein See-Monster, keine kryptozoologische Rarität – sondern schlicht ein anderer, noch größerer Hai:

A SUPERSIZED deep sea shark”,

wie das britische News-Portal metro.co.uk schreibt:

For more than 10 years shark researchers have wondered how a massive great white shark was seemingly eaten by an unknown sea creature, but now after probing a number of theories, experts believe it was eaten by another huge shark which may be suffering from gigantism.”

Die Dokumentation “Hunt for the Super Predator” lief vorgestern beim Smithsonian Channel.

Ein weiteres “Seeungeheuer”, das auf diesem Video zu sehen ist,


Direktlink zum Video auf Youtube

wurde als Riesenqualle (Deepstaria enigmatica) identifiziert.

Zum Weiterlesen:

  • Ten year mystery solved: Great white was eaten by a SUPERSIZED deep sea shark, metro.co.uk am 26. Juni 2014
  • Mysteriöses Ungeheuer vor der Küste Australiens – oder nur ein Orca-Angriff? GWUP-Blog am 16. Juni 2014
  • Frisst ein Monster aus der Tiefsee Weiße Haie? Bild-Online am 11. Juni 2014
  • Busting the megalodon myth: did a 3m shark get eaten by an even bigger shark? CSIRO-News-Blog am 11. Juni 2014
  • AL the Anomallama finds this shark story alarming. Here’s why he shouldn’t, Doubtful News am 6. Juni 2014
  • Grusel-Video: Schwimmt ein Monster im Golf von Mexiko? news.de am 23. Juni 2014
  •  Video: Riesenqualle löst Rätselraten aus, Spiegel-Online am 14. Mai 2012
  • Slow news day or just inept? Deepstaria jellyfish story surfaces again, Doubtful News am 20. Juni 2014

“Evokids“: Evolution schon in der Grundschule lehren

Vor einem Jahr haben wir über das Projekt “Evokids – Evolution in der Grundschule” berichtet.

Mit verantwortlich dafür ist der Biologiedidaktiker Prof. Dittmar Graf vom GWUP-Wissenschaftsrat.

Heute ist in der Süddeutschen Zeitung ein Interview mit Graf erschienen:

Warum die Evolution schon Kindern erklärt werden sollte”

Ein Auszug:

Die Kinder lernen im Religionsunterricht ein Bild von der Entstehung der Welt und der Arten kennen, das auf der Bibel oder auf dem Koran beruht. Dieser Unterricht soll auch ausdrücklich im Sinne der Glaubensgemeinschaften stattfinden. Wie finden Sie das?

Religion ist ein Phänomen, das unsere Gesellschaft durchzieht. Darüber sollten Kinder natürlich etwas erfahren. Und es ist besser, wenn das im staatlich kontrollierten Religionsunterricht geschieht als außerhalb der Schule, wo nicht mehr zu sehen ist, was eigentlich gelehrt wird.”

Selbst im Ethikunterricht wird den Kindern manchmal die Schöpfungsgeschichte als Wahrheit vermittelt, und nicht nur als etwas, das religiöse Menschen glauben.

Es kommt da auch entscheidend auf die Lehrer an. Im Zentrum unserer Argumentation steht, dass die Evolutionsbiologie in ihrer Bedeutung für unser Welt- und Menschenbild maßlos unterschätzt wird. Der Unterricht wird dem in den ersten sechs Jahren nicht gerecht.”

Es ist also auch eines Ihrer Ziele, den religiösen Schöpfungsmodellen in der Grundschule etwas entgegenzustellen?

Die Evolutionstheorie hat selbst in unserer Gesellschaft ein Verständnis- und Akzeptanzproblem. Aus meiner Sicht ist die frühe Beschäftigung mit ihr auch deshalb notwendig, damit sich beim Nachwuchs ein fundiertes Menschenbild entwickeln kann.”

Daneben gibt’s den Artikel “Wenn Schöpfung, dann auch Evolution” von Markus Schulte von Drach.

Parallel dazu stellt der Humanistische Pressedienst die zweite Auflage des – schon etwas älteren – “Lese-Lehrbuchs Evolution” vor:

Ein sehr notwendiges Buch, denn religiöse Fundamentalisten jeglicher Couleur werden auch hierzulande immer militanter, wenn es darum geht, ihre biblische Schöpfungsgeschichte zur alleinseligmachenden Erklärung der Welt zu machen – in Kindergärten, Schulen, Medien, selbst im Hochschulbereich.”

 Zum Weiterlesen:

  • Warum die Evolution schon Kindern erklärt werden sollte, Süddeutsche am 26. Juni 2014
  • Wenn Schöpfung, dann auch Evolution, Süddeutsche am 26. Juni 2014
  • Evolution: Ein Lese-Lehrbuch, hpd-online am 26. Juni 2014
  • Interview mit Dittmar Graf: “Leitziel des Unterrichts muss der mündige Mensch sein“, diesseits.de am 7. Oktober 2013
  • England: Kreationismus-Unterricht aus Schulen verbannt, diesseits.de am 18. Juni 2014
  • Urmel und die Evolution, GWUP-Blog am 26. Juli 2013
  • Islamischer Kreationismus à la Harun Yahya und ein Plonquez-Video „Evolution“, GWUP-Blog am 9. Juni 2014
  • The Rap Guide to Evolution, GWUP-Blog am 23. März 2014
  • Vince Ebert: Evolution, GWUP-Blog am 22. Dezember 2013
  • SkepKon-Rückblick: Der „Kamikaze-Ichthyosaurier“ und die Kreationisten, GWUP-Blog am 2. Juni 2014

MMS heute bei “Kontraste”

Heute Abend (Donnerstag, 26. Juni, 21.45 Uhr) berichtet das ARD-Magazin Kontraste erneut über “Ätzende Alternativmedizin”, sprich MMS:

Miracle Mineral Supplement soll wahre Wunder bewirken. Dabei ist MMS eine aggressive Chemikalie, Chlordioxid, die auch zum Bleichen von Textilien eingesetzt wird.

Doch die Anhänger von MMS behaupten, es könne fast alle Krankheiten heilen – von Malaria bis hin zu Autismus bei Kindern. Kontraste zeigte in der vergangenen Sendung, wie Eltern ihren Kindern sogar Einläufe mit MMS machen. Doch das führt zu gefährlichen Verätzungen. Trotzdem geht das Geschäft mit dem ätzenden “Wundermittel” einfach weiter.

Weil es keine Bundesbehörde gibt, die in solchen Fällen die Kontrolle und Überwachung übernimmt, kann die MMS-Szene unbemerkt von kommunalen Behörden agieren.”

Immerhin warnt das Regierungspräsidium Darmstadt jetzt offiziell vor dem Zeug.

Sehr erhellend im Zusammenhang mit dem Kontraste-Beitrag ist ein Briefwechsel zwischen der Redaktion und einem MMS-Seminaranbieter, den dieser auf seiner Webseite auch noch dokumentiert.

Es geht um eine Interviewanfrage der Kontraste-Redaktion, und statt einfach zu- oder absagen (wie zum Beispiel die GWUP und andere Organisationen das tun), formuliert der MMS-Profiteur erst einmal eine Reihe von Bedigungen, ehe er nach Zurückweisung zwei lange Predigten niederschreibt, in denen er den Journalisten indirekt vorwirft, eine Gefahr für die Demokratie darzustellen.

Da sieht man, welche Wirkung Chlorbleiche aufs Hirn hat.

Den ersten Kontraste-Beitrag über MMS vom 5. Juni gibt’s hier als Video.

Update: Auch der Beitrag vom 26. Juni ist jetzt online.

Zum Weiterlesen:

  • Miracle Mineral Supplement: Die chlorreichen Lügen, DocCheck News am 26. Mai 2014
  • Sibylle Berg über Chlorbleiche und skeptische Argumente, GWUP-Blog am 12. Mai 2014
  • Gefährliches „Wundermittel“ MMS: Wenn Quacksalber für giftige Chlorbleiche werben, Spiegel-Online am 4. Mai 2014
  • “Warum foltert ihr Kinder?” Die MMS-Demo in Hannover, GWUP-Blog am 28. April 2014
  • Ein “Gesundheitskongress” als Panoptikum des Grauens, GWUP-Blog am 19. April 2014
  • Vergiftungsmittel MMS, Ratgeber-News-Blog am 27. April 2014
  • The Spirit of Bullshit, Julitschka am 26. April 2014
  • Wenn es quakt wie eine Ente: Moderne Quacksalberei MMS, Pharmama am 29. April 2014
  • Die EMA approbiert ein Wunder, sagen die Wunderheiler, Psiram am 2. Mai 2014
  • Jim Humbles tödliche Geschäfte, Psiram am 6. Juni 2014
  • BfArM warnt vor der Anwendung von MMS als Arzneimittel, DAZ-Online am 2. Juni 2014
  • MMS und Jim Humble – die Fakten, gesundheit.ch
  • Hoaxilla #91 – „Bleiche als Medizin?“ vom 10. Juni 2012




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