Archiv-Seite 15

MMS-Wahn geht weiter

Der “gefährliche MMS-Wundermittel-Wahn geht weiter”, berichtet soeben Spiegel-Online:

Eltern autistischer Kinder werden in Foren zur Therapie mit MMS gedrängt, der Internethandel floriert. Wer vor den Gefahren des Mittels warnt, wird als Lobbyist der Pharmaindustrie beschimpft. Ein Erfahrungsbericht aus dem Graubereich der Medizin.”

Zum Weiterlesen:

  • Gefährlicher “MMS-Wundermittel”-Wahn geht weiter, Spiegel-Online am 8. Juli 2014
  • “Frankfurter Ring” sagt ein MMS-Seminar ab, spinnt aber ansonsten munter weiter, GWUP-Blog am 28. Juni 2014
  • Miracle Mineral Supplement: Die chlorreichen Lügen, DocCheck News am 26. Mai 2014
  • Gefährliches „Wundermittel“ MMS: Wenn Quacksalber für giftige Chlorbleiche werben, Spiegel-Online am 4. Mai 2014
  • “Warum foltert ihr Kinder?” Die MMS-Demo in Hannover, GWUP-Blog am 28. April 2014
  • Ein “Gesundheitskongress” als Panoptikum des Grauens, GWUP-Blog am 19. April 2014
  • Vergiftungsmittel MMS, Ratgeber-News-Blog am 27. April 2014
  • The Spirit of Bullshit, Julitschka am 26. April 2014
  • Wenn es quakt wie eine Ente: Moderne Quacksalberei MMS, Pharmama am 29. April 2014
  • Die EMA approbiert ein Wunder, sagen die Wunderheiler, Psiram am 2. Mai 2014
  • Jim Humbles tödliche Geschäfte, Psiram am 6. Juni 2014

SkepKon 2014: Homöopathie- Vortrag von Dr. Norbert Aust jetzt als Video

Der SkepKon-Vortrag “Mangelnde interne Validität als Grundlage erfolgreicher Wirkungsnachweise zur Homöopathie” von Dr. Norbert Aust ist jetzt auch als Video verfügbar:


Direktlink zum Video auf Youtube

Als Ergänzung dazu sei

  1. unser Blogpost “Methodisch angreifbar, aber das Ergebnis stimmt: Die Metaanalyse von Shang et al.”
  2. beziehungsweise der Originalartikel “Betrachtungen zur Metaanalyse von Shang et al.” bei Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie

empfohlen.

Zum Weiterlesen:

  • SkepKon-Rückblick: Die fehlende interne Validität von Homöopathie-Studien, GWUP-Blog am 10. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Aryuveda mit Blei ist nicht gesund, GWUP-Blog am 7. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Licht des Lebens oder Eso-Irrlicht? Die Wahrheit über Biophotonen, GWUP-Blog am 14. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Der okkulte Untergrund der DDR, GWUP-Blog am 27. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Placebo-Effekte in der (Richtlinine-) Psychotherapie, GWUP-Blog am 23. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Wie tickt das Schaf? Skeptiker und Gläubige im Test, GWUP-Blog am 19. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Benzin sparen durch “magisches Zubehör” fürs Auto? GWUP-Blog am 8. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Die bosnischen Pyramiden, GWUP-Blog am 3. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Der „Kamikaze-Ichthyosaurier“ und die Kreationisten, GWUP-Blog am 2. Juni 2014
  • “Placebowirkung in der Psychotherapie“ als Video von der SkepKon 2014, GWUP-Blog am 22. Juni 2014
  • “Benzinspar-Mythen” jetzt als Video von der SkepKon 2014, GWUP-Blog am 20. Juni 2014
  • Jetzt als Video: “Biophotonen”-Vortrag von der SkepKon 2014, GWUP-Blog am 1. Juli 2014
  • SkepKon 2014: “Bleivergiftung durch Ayurveda” jetzt als Video, GWUP-Blog am 2. Juli 2014
  • Skeptikerkonferenz in München, hpd-online am 6. Juni 2014
  • Engelskurse und Pseudotherapien, Wirtschaftspsychologie aktuell am 19. Juni 2014

Jenny McCarthy‘s Body Count und das Anti-Impf-Gefasel nerviger Pseudo-Promis

Langsam scheinen auch die Medien zu schnallen, dass Promis keine Experten in Gesundheitsfragen sind.

Nach dem amerikanischen Online-Portal The Salon und der Huffington Post kritisiert jetzt der britische Economist das Gefasel von Jenny McCarthy und Co.:

Celebrities make us sick”

Die Doubtfuls News plädieren gar dafür, Anti-Impf-Promis als Persona non grata zu behandeln.

Noch kompromissloser geht die Webseite The Jenny McCarthy body count das Thema an.

Sie beziffert die Zahl der vermeidbaren (impfpräventablen) Erkrankungsfälle in den vergangenen sieben Jahren auf 134 786.

“The Number of Preventable Deaths” belaufe sich aktuell auf 1393.

Eine interaktive Weltkarte der “Vaccine-Preventable Outbreaks” findet sich hier.

Ein Wort zu den Kosten, die Impfverweigerer verursachen, steuert das Magazin Forbes bei.

Fairerweise muss man allerdings dazusagen, dass es durchaus Celebrities gibt, die Impfkampagnen unterstützen.

Zum Weiterlesen:

  • Clueless: Celebrities make us sick, The Economist am 28. Juni 2014
  • Medizin: Wenn C-Promis die “Experten” spielen, GWUP-Blog am 1. November 2013
  • Marion Kracht wirbt für Homöopathie – und Jenny McCarthy bleibt Impfgegnerin, GWUP-Blog am 12. Januar 2014
  • Do Celebrities Belong in the Vaccination Debate? Yahoo.com am 18. März 2014
  • Diskussion mit Impfgegnern: Religiöser Eifer und die Verteidigung der Vernunft, GWUP-Blog am 24. Juni 2014
  • Mit Witz und Betroffenheit gegen aggressive Impfgegner, GWUP-Blog am 11. August 2013
  • Celebs and Vaccines, parenting.com
  • Vaccine Refusal Myths Drive Up Development Costs, Prices, Forbes am 3. Juli 2014
  • Time to publicly shame people who are STILL anti-vaccination? Doubtful News am 1. Juli 2014
  • One map sums up the damage caused by the anti-vaccination movement, IFLScience am 24. Januar 2014
  • The Jenny McCarthy body count and CDC, examiner.com am 17. April 2009
  • Jenny McCarthy’s body count, The Daily Caller am 6. Juni 2011

Merk- und realitätsbefreite Homöopathen initiieren Petition gegen Wikipedia

Müssen wir uns langsam Sorgen machen um den DZVhÄ?

Benötigt die Homöopathen-Lobby möglicherweise eine Bach-Blüten-Therapie mit Clematis gegen Realitätsflucht?

Zuerst erwirkt der Verdünner-Verein beim Deutschen Presserat eine “Missbilligung” gegen den Journalisten und Ruhrbarone-Autor Sebastian Bartoschek wegen “der Berichterstattung über den Selbstmord des Journalisten und Befürworters der Alternativ- und Komplementärmedizin Claus Fritzsche”.

Dazu hat der Blogger merdeister bereits alles gesagt:

Welches Ziel der DZVhÄ mit dieser Art der Publizistik verfolgt, wird vermutlich sein Geheimnis bleiben [...]

Vielleicht nutzt der DZVhÄ die Aufmerksamkeit auch einfach in dem Sinne, dass negative Aufmerksamkeit immer noch besser ist, als gar keine. Neuigkeiten sind von den Anhängern der “systematisierten Magie” seit 200 Jahren nicht zu vermerken und die Marketingphrasen sind weitgehend bekannt und entkräftet.

Man nutzt also dankbar jede Plattform, die sich bietet, um im Gedächtnis der Öffentlichkeit zu bleiben. Man handelt beim DZVhÄ somit ganz im Sinne ihres ehemaligen Mitarbeiters.”

Und ebenso wenig wie die Globulisten sich zu irgendeinem Zeitpunkt von den “schmutzigen Methoden” (Süddeutsche) des bezahlten Anschwärzers distanziert haben, rücken sie von homöopathischen Krebs-”Heilern” ab.

“Doppelzüngigkeit” nennt das wiederum merdeister:

Immer wenn ich denke, die Homöopathen sind ja ganz niedlich mit ihren Ohrensesseln in den Praxen und Kügelchen in der Hand, werde ich darauf gestoßen, was für menschenverachtende Ideen sich unter dem Dach des DZVhÄ sammeln können.”

Kommen wir aber zum jüngsten Beispiel für die merkwürdige Verschrobenheit der Zuckerzauberer:

Der DZVhÄ unterstützt ganz offiziell eine Online-Petition, die darauf abzielt, den englischsprachigen Wikipedia-Eintrag “Homeopathy” im Sinne der Schüttler zu ändern.

Denn derzeit – oh Graus – sei der Text “based on scepticism”.

Nein!

Und das bringt uns auf direktem Wege zurück zum Thema Wirklichkeitsverlust.

Wer solche Petitionen startet, hat Wikipedia nicht verstanden”,

kommentiert GWUP-Vorstand Ralf Neugebauer bei der Offenen Facebook-Gruppe der GWUP:

Petitionen sind glücklicherweise nicht in der Lage, die Realität zu verändern.”

Was in diesem konkreten Fall bedeutet:

Weder kann eine Petition Wikipedia dazu zwingen, Content zu ändern, noch entscheiden Abstimmungen darüber, was wahr ist.

Andere Kommentatoren heben die “Merkbefreitheit” der Homöopathie-Fans hervor – denn zu einer ähnlichen Petition (von einem Verband “energetischer Heiler”) im März hatte Wikipedia-Gründer Jimmy Wales persönlich Stellung genommen.

Seine Antwort wurde auf der Petitionsseite prominent unter dem Petitionstext platziert:

Every single person who signed this petition needs to go back to check their premises and think harder about what it means to be honest, factual, truthful.

Wikipedia’s policies around this kind of thing are exactly spot-on and correct. If you can get your work published in respectable scientific journals – that is to say, if you can produce evidence through replicable scientific experiments, then Wikipedia will cover it appropriately.

What we won’t do is pretend that the work of lunatic charlatans is the equivalent of “true scientific discourse”.

It isn’t.”

Was soviel heißt wie:

Man werde bei Wikipedia das Treiben von “irren Scharlatanen” keinesfalls mit einem echten wissenschaftlichen Diskurs gleichsetzen.

 Zum Weiterlesen:

  • DZVhÄ – Gewohnt Inkompetent, die ausrufer am 14. Juni 2014
  • Hamers Ideen zu Krebs beim DZVhÄ? dieausrufer am 22. Juni 2014
  • Homöopathie bei Krebs – es ist alles noch viel schlimmer, GWUP-Blog am 23. Juni 2014
  • Wikipedia-Gründer Jimmy Wales streitet mit „ganzheitlichen“ Heilern, GWUP-News am 29. März 2014
  • Selbst ernannte Skeptiker, raus aus Wikipedia! Psiram am 27. März 2014
  • Berlin Wall: homeopathy at ist finest, Edzard-Ernst-Blog am 28. Juni 2014
  • Homeopathic immunisation is dangerous, unethical madness, Edzard-Ernst-Blog am 3. Juli 2014
  • Heilpraktiker ohne Grenzen, DocCheck-News am 2. Juli 2014
  • Es braucht „Leiborientierte Homöopathie”, denn Homöopathie versagt bei Kopfmenschen! Ratgeber-News-Blog am 2. Juli 2014
  • Wegen Fritzsche-Nachruf: Homöopathen beschweren sich beim Presserat, GWUP-Blog am 22. April 2014
  • Malerisches: Simile-Prinzip, aargks/pro Logik am 6. Juli 2014

Enthüllungsreportage: „Gefährliche Heiler“ im Stern

23 Jahre ist es her, da Dr. Krista Federspiel vom GWUP-Wissenschaftsrat incognito “Wunderheiler und Krankbeter“ besuchte und darüber im Stern berichtete.

Eine aktualisierte Version ihres Artikels gibt es hier.

Nahezu ein Vierteljahrhundert später hat diese Problematik nichts von ihrer Brisanz verloren.

Scharlatane und Quacksalber treiben nach wie vor unbehelligt ihr Unwesen – das belegt wiederum der Stern mit einer neuerlichen Reportage zum Thema

Im Dschungel der Wunderheiler”

Die Titelgeschichte von Stern-Redakteur Dr. med. Bernhard Albrecht erscheint morgen in Nr. 28/2014.

Ein Vorab-Auszug findet sich auf der Webseite des Magazins:

Was raten Alternativmediziner Krebs-Patienten, deren Krankheit durch eine einfache Operation heilbar wäre? Der stern hat 20 Heilpraktiker und Ärzte besucht – mit erschütterndem Ergebnis.

Für diese Stern-Geschichte arbeitete Albrecht mit einer Schauspielerin zusammen, die vorgab, Brustkrebs zu haben.

Vor zwei Jahren hatte Albrecht im Spiegel über eine echte Brustkrebs-Patientin und deren Odyssee geschrieben, “von einem Kurpfuscher zum anderen”.

Zum Weiterlesen:

  • Im Dschungel der Wunderheiler, Stern Nr. 28/2014
  • Was an der angeblichen Wunderheilung dran ist, Stern-Online am 2. Juli 2014
  • Sanfte Alternative, Kritisch gedacht am 25. Dezember 2007
  • Dschungel der Wunderheiler, Spiegel-Online am 27. Februar 2012

Die “Yeti-Genomstudie” ist da

Der Humangenetiker Bryan Sykes von der Universität Oxford hat heute seine lange angekündigte “Yeti-Studie” publiziert:

Genetic analysis of hair samples attributed to yeti, bigfoot and other anomalous primates”

Im Wesentlichen bestätigt das Paper in den “Proceedings B” der britischen Royal Society unseren Blogpost vom Oktober.

Eine Sensation im engeren kryptozoologischen Sinne gibt es nicht zu vermelden – sofern man die Entdeckung eines aufrecht gehenden Hominiden mit einer über das Tierreich herausragenden Intelligenz erwartet hatte.

Von den 30 “Yeti”-Haarproben, die Sykes und sein Forscherteam unter die Lupe nahmen, konnten 28 genetisch eindeutig ganz normalen Tieren wie Bären, Pferd, Kuh, Waschbär, Wolf oder Hirsch zugeordnet werden.

Nur zwei Analysate lieferten zumindest überraschende Erkenntnisse, nämlich Hinweise auf einen “Rätsel-Bären” im Himalaya:

Nach Ansicht der Forscher kommen drei Erklärungen in Betracht:

Es könnte im Himalaya eine ganz neue Bärenart geben, die genetisch dem urzeitlichen Eisbären ähnelt, oder es lebt dort eine bisher unbekannte bräunlich gefärbte Variante des Eisbären.

Möglich wäre aber auch, dass es sich um Hybriden aus Braunbären und Eisbären handelt.

Solche Kreuzungen hat man in den letzten Jahren auch schon in Alaska entdeckt, allerdings passt deren genetisches Profil nicht zu den beiden Haarproben aus dem Himalaya, wie die Wissenschaftler berichten. Wahrscheinlicher wäre es daher, dass die Rätselbären aus Ladakh und Bhutan von Hybriden abstammen, die schon kurz nach der Aufspaltung von Braun- und Eisbären entstanden.

“Wenn solche Bären tatsächlich im Himalaya weit verbreitet sind, dann könnten sie die biologische Grundlage der Yeti-Legende sein”, konstatieren Sykes und seine Kollegen”,

schreibt das Online-Portal von bild der wissenschaft.

Sykes betont in den Proceedings, dass das Ergebnis seiner Analysen die Existenz von Yeti und Co. (“anomalous primates”) nicht ausschließe.

Kryptozoologen müssten allerdings stärker daran arbeiten, überzeugende Beweise vorzulegen – “and now have the means to do so”.

Zum Weiterlesen:

  • Bryan Sykes et al., Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences, doi: 10.1098/rspb.2014.0161
  • Neues vom Yeti, wissenschaft.de am 2. Juli 2014
  • Der Yeti war ein Bär, Spiegel-Online am 2. Juli 2014
  • Der Yeti ist ein Bär, FAZ am 2. Juli 2014
  • Mythos widerlegt: Yeti-Haare stammen von Bären, Focus am 2. Juli 2014
  • Der Bär im Yeti-Pelz, Süddeutsche am 2. Juli 2014
  • Finally, some solid science on Bigfoot, Science News am 1. Juli 2014
  • Sykes “Yeti” investigation to be published this week, Doubtful News am 1. Juli 2014
  • DNA-Test: Yeti-Rätsel gelöst? GWUP-Blog am 17. Oktober 2013

SkepKon 2014: Bleivergiftung durch Ayurveda jetzt als Video

Der SkepKon-Vortrag “Bleivergiftung? Fragen Sie doch mal Ihren Ayurveda-Experten” von Jasmin Barman-Aksözen ist jetzt auch als Video verfügbar:


Direktlink zum Video auf Youtube

Ein Interview mit Jasmin Barman-Aksözen gibt es zudem bei den GWUP-News.

Zum Weiterlesen:

  • SkepKon-Rückblick: Aryuveda mit Blei ist nicht gesund, GWUP-Blog am 7. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Licht des Lebens oder Eso-Irrlicht? Die Wahrheit über Biophotonen, GWUP-Blog am 14. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Der okkulte Untergrund der DDR, GWUP-Blog am 27. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Placebo-Effekte in der (Richtlinine-) Psychotherapie, GWUP-Blog am 23. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Wie tickt das Schaf? Skeptiker und Gläubige im Test, GWUP-Blog am 19. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Die fehlende interne Validität von Homöopathie-Studien, GWUP-Blog am 10. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Benzin sparen durch “magisches Zubehör” fürs Auto? GWUP-Blog am 8. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Die bosnischen Pyramiden, GWUP-Blog am 3. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Der „Kamikaze-Ichthyosaurier“ und die Kreationisten, GWUP-Blog am 2. Juni 2014
  • “Placebowirkung in der Psychotherapie“ als Video von der SkepKon 2014, GWUP-Blog am 22. Juni 2014
  • “Benzinspar-Mythen” jetzt als Video von der SkepKon 2014, GWUP-Blog am 20. Juni 2014
  • Jetzt als Video: “Biophotonen”-Vortrag von der SkepKon 2014, GWUP-Blog am 1. Juli 2014
  • Skeptikerkonferenz in München, hpd-online am 6. Juni 2014
  • Engelskurse und Pseudotherapien, Wirtschaftspsychologie aktuell am 19. Juni 2014

Jetzt als Video: Biophotonen- Vortrag von der SkepKon 2014

Der SkepKon-Vortrag “Biophotonen – Licht des Lebens oder esoterisches Irrlicht?” von Dr. Holm Hümmler ist jetzt auch als Video verfügbar:


Direktlink zum Video auf Youtube

Zum Weiterlesen:

  • SkepKon-Rückblick: Licht des Lebens oder Eso-Irrlicht? Die Wahrheit über Biophotonen, GWUP-Blog am 14. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Der okkulte Untergrund der DDR, GWUP-Blog am 27. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Placebo-Effekte in der (Richtlinine-) Psychotherapie, GWUP-Blog am 23. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Wie tickt das Schaf? Skeptiker und Gläubige im Test, GWUP-Blog am 19. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Die fehlende interne Validität von Homöopathie-Studien, GWUP-Blog am 10. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Benzin sparen durch “magisches Zubehör” fürs Auto? GWUP-Blog am 8. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Aryuveda mit Blei ist nicht gesund, GWUP-Blog am 7. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Die bosnischen Pyramiden, GWUP-Blog am 3. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Der „Kamikaze-Ichthyosaurier“ und die Kreationisten, GWUP-Blog am 2. Juni 2014
  • “Placebowirkung in der Psychotherapie“ als Video von der SkepKon 2014, GWUP-Blog am 22. Juni 2014
  • “Benzinspar-Mythen” jetzt als Video von der SkepKon 2014, GWUP-Blog am 20. Juni 2014
  • Skeptikerkonferenz in München, hpd-online am 6. Juni 2014
  • Engelskurse und Pseudotherapien, Wirtschaftspsychologie aktuell am 19. Juni 2014

Die „Bestie von Gévaudan“: Werwolf, Hybride oder Serienmörder?

Heute vor 250 Jahren fand die “Bestie von Gévaudan” ihr erstes Opfer.

Darüber berichtet Welt-Online.

Aber auch bei Hoaxilla und in einem meiner Bücher finden sich ausführliche Schilderungen des Falls:

Am 30. Juni 1764 wird 14-jährige Jeanne Boulet aus der Pfarrei Saint-Etienne-de-Lugdarès in den Wäldern der Auvergne von einem mysteriösen Raubtier angefallen und stirbt einen grausamen Tod.

Kurz davor, im April, war eine Bäuerin, die ihre Kühe weidete, von einem riesigen Ungeheuer angegriffen worden. Die Hunde liefen in Panik davon, aber mehrere Ochsen stellten sich dem merkwürdigen Biest entgegen, und die Frau überlebte.

Sie und andere Augenzeugen beschreiben ein furchterregendes Wesen:

Es war weitaus größer als ein Wolf und hatte eher den Umfang und das Gewicht einer Kuh. Der riesige Kopf besaß breite, rötlich gefärbte Kiefer, die spitz zuliefen. Wenn das schreckliche Maul mit den riesigen Zähnen geöffnet war, klaffte ein Rachen von knapp einem halben Meter Weite.

Die Ohren der Bestie erschienen eher klein, das Fell war hellgrau und an der Brust weiß, ziemlich kurz und mit einer Zeichnung entlang dem Rückgrat. Mit den großen, krallenbewehrten Klauen konnte das Monster kräftig zupacken und sein Schweif war so lang wie der eines Wolfes oder eines Pferdes.

Das Untier war sehr flink. Man beobachtete es manchmal am selben Tag an mehreren, weit auseinander liegenden Orten. Auf der Jagd bewegte es sich schleichend mit dem Bauch am Boden fort, so als ob es kriechen würde.

Wenn es ein Beutetier oder einen Menschen ausfindig gemacht hatte, sprang es ihn an wie eine Katze. Danach ging es ihm an die Kehle und verschlang dann Herz und Lungen. Auch die Kraft der Bestie war geradezu furchteinflößend. Ein Schäfer behauptete, sie sei fähig gewesen, sich auf die Hinterbeine zu stellen und dabei ein Schaf hochzuheben.

Die Hunde, so hieß es, flohen vor ihr.”

In den folgenden Monaten terrorisiert die Bestie von Gévaudan den Süden des französischen Zentralmassivs.

Vor allem Frauen, Kinder und Heranwachsende werden bestialisch zugerichtet tot aufgefunden.

Am Ende zeugen die Akten von 240 Überfällen und 112 Todesopfern. 53 Menschen kommen mit Verletzungen davon.

König Ludwig XV. schickt eine Dragonereinheit in die entlegene Region in der Auvergne und setzt eine hohe Belohnung auf den Kopf des Menschenschlingers aus.

Abenteurer und berühmte Wolfsjäger machen sich auf in das Gévaudan und veranstalten Treibjagden, bei denen Hunderte Wölfe getötet werden. Doch die Serie von Überfällen reißt nicht ab.

Im September 1765 schießt der königliche Armbrustträger und Zweite Jäger des Königs François Antoine de Beauterne in der Nähe von Pommier einen ungewöhnlich großen Wolf. Er wartet einige Wochen ab, ob sich weitere Gräueltaten ereignen.

Als nichts geschieht, reist er zurück nach Paris und kassiert die Belohnung.

Aber das Morden geht weiter.

Am Südhang des Mont Mouchet werden am 2. Dezember 1765 erneut zwei Kinder angefallen. Der Bischof von Mende predigt vom Zorn Gottes und zitiert aus dem Buch Deuteronomium:

Den Zahn der Raubtiere lasse ich auf sie los.“

Bei den verängstigten Bewohnern verdichtet sich die Überzeugung, nur eine Ausgeburt der Hölle könne derart unvorstellbare Bluttaten begehen und seine Verfolger zum Narren halten – etwa ein Werwolf.

Und in Wirklichkeit? Wer oder was war die Bestie von Gévaudan?

Am 19. Juni 1767 gelingt es einem Bewohner der Region namens Jean Chastel, das Monster zur Strecke zu bringen – angeblich mit Silberkugeln.

Man schafft den Kadaver in eine nahe Adelsresidenz, wo der königliche Notar aus Langeac, Maître Etienne Marin, folgenden Bericht anfertigt:

Herr Marquis hatte dieses Tier in sein Schloss in Besques, Pfarrei Charraix tragen lassen. So haben wir uns entschlossen, uns dorthin zu begeben, um es dort zu untersuchen. […]

Herr Marquis ließ uns dieses Tier vorführen. Es schien ein Wolf zu sein, doch ein sehr außergewöhnlicher und sehr verschieden von den anderen Wölfen dieser Gegend. Das haben uns mehr als 300 Personen aus der Umgegend bezeugt.

Einige Jäger und viele Fachleute haben ausgesagt, dass dieses Tier nur durch den Schwanz und dem Hinterteil dem Wolf ähnelt. Sein Kopf ist ungeheuerlich. […]

Sein Hals ist bedeckt von einem sehr dichten Fell von einem rötlichen Grau, durchzogen von einigen schwarzen Streifen; es hat auf der Brust einen großen weißen Fleck in Form eines Herzens.

Die Pfoten sind bestückt mit vier Krallen, die viel mächtiger sind als die anderer Wölfe; besonders die Vorderbeine sind sehr dick und haben die Farbe des Rehbocks, eine Farbe, die Fachleute noch nie bei einem Wolf sehen konnten.

Die Maße, die wir feststellen konnten: Länge: 1,50 m, Schulterhöhe 0,77 m, Maulspannweite 19 cm, Länge Schwanzwurzel bis zum Kopfoberteil: 99 cm, […] Schulterbreite: 30 cm, Durchmesser des Schwanzes: 9,5 cm.“

Aus heutiger Sicht deutet diese Beschreibung auf einen Wolfshybriden hin, also eine Mischverpaarung, wahrscheinlich mit einer Dogge.


Direktlink zum Video auf Youtube

Spekulationen über eine Streifenhyäne, eine exotische Großkatze oder gar einen Pavian können wir wohl ins Reich der Fabeln verweisen, da die Untersucher ausdrücklich von einem „außergewöhnlichen Wolf“ sprechen – und nicht von etwas völligem anderem.

Allerdings ist der erfolgreiche Monsterjäger Jean Chastel eine höchst zwielichtige Gestalt.

Gerüchte gehen um, der Bauernsohn habe die Bestie von Gévaudan selbst gezüchtet und als Mordwerkzeug abgerichtet, um sich anschließend an den Leichen zu vergehen.

Andere sagen, Chastel erschoss und präsentierte der Öffentlichkeit die wolfsähnliche Kreatur, um den wahren Täter – einen Serienmörder – zu decken: entweder einen seiner Brüder. Oder seinen Sohn Antoine.

Denn einer der Überlebenden, der zwölf Jahre alte Schuljunge Jacques André Portefaix, der im Januar 1765 attackiert wurde, will einen Mann im Wolfsfell gesehen haben.

Auch Hütekinder, die einen Überfall überlebt hatten, berichteten, dass das Tier direkt auf sie zugelaufen sei und die Schafe oder Ziegen, die eine leichte Beute gewesen wären, einfach ignorierte.

Der französische Spielfilm “Pakt der Wölfe” wartete gar mit einer großangelegten Verschwörung gegen den König auf.

Wie auch immer:

Leider wird versäumt, die Kreatur sorgfältig einzubalsamieren, und als die Überreste in Versailles eintreffen, findet man in der Transportkiste nur noch stinkendes Aas vor. Der König befiehlt, die Tierleiche zu verscharren.

Und so ist das Rätsel um das Killerbiest zumindest nicht vollständig gelöst.

Zum Weiterlesen:

„Frankfurter Ring“ sagt ein MMS-Seminar ab, spinnt aber ansonsten munter weiter

Immerhin:

Nach dem Kontraste-Bericht “Ätzende Alternativmedizin”


Direktlink zum Video auf Youtube

und einem kritischen Artikel in der Frankfurter Neuen Presse (FNP) hat der Verein “Frankfurter Ring” ein Seminar mit dem MMS-Promoter Ali Erhan abgesagt.

Erhan hatte sich bereits im Vorfeld der Kontraste-Sendung am vergangenen Donnerstag mit einem originellen Briefwechsel mit der ARD-Redaktion hervorgetan.

Heute schreibt die FNP:

Der Verein [Frankfurter Ring] hatte für die Veranstaltung mit dem dubiosen Referenten [Ali Erhan] zuvor auf seiner Internetseite kräftig geworben und die Vorzüge von MMS als „geniale Substanz“ bezeichnet. Angeblich könne es zahlreiche Krankheiten kurieren – von Fußpilz über Grippe bis hin zu Krebs und Autismus bei Kindern, so die Verfechter.

Zu einer weiteren Stellungnahme, warum der Verein, der seit 45 Jahren besteht, diese Veranstaltung trotz des zweifelhaften Hintergrunds kurzfristig in sein Programm aufgenommen hatte, war die Geschäftsführung gestern nicht bereit.

„Wir sind eine ehrbare Institution mit einem guten Ansehen, und das wollen wir auch behalten“, teilte die erste Vorsitzende, Brita Dahlberg, ergänzend mit.”

Was diese angeblich “ehrbare Institution” sonst noch so im Köcher hat, offenbart die Homepage.

Heute Abend zum Beispiel tritt “der Entertainer unter den Quantenheilern” auf.

In der Ankündigung zu Richard Bartlett und seinen “Matrix Fundamentals” heißt es:

Wenn Ihre rational denkende linke Gehirnhälfte erkannt hat, dass nahezu die gesamten Kursinhalte auf den Prinzipien der Quantenphysik beruhen, dann kann Ihr Bewusstsein darauf verzichten, sich an die „Realität“ zu klammern.”

Anscheinend hat der “Frankfurter Ring” schon lange jeden Bezug zur Realität verloren.

 Zum Weiterlesen:

  • Absage an “Wunderheiler”, Frankfurter Neue Presse am 28. Juni 2014
  • Selbsternannte Wunderheiler setzen Geld vor Gesundheit, Frankfurter Neue Presse am 27. Juni 2014
  • MMS heute bei “Kontraste”, GWUP-Blog am 26. Juni 2014
  • Miracle Mineral Supplement: Die chlorreichen Lügen, DocCheck News am 26. Mai 2014
  • Sibylle Berg über Chlorbleiche und skeptische Argumente, GWUP-Blog am 12. Mai 2014
  • Gefährliches „Wundermittel“ MMS: Wenn Quacksalber für giftige Chlorbleiche werben, Spiegel-Online am 4. Mai 2014
  • “Warum foltert ihr Kinder?” Die MMS-Demo in Hannover, GWUP-Blog am 28. April 2014
  • Ein “Gesundheitskongress” als Panoptikum des Grauens, GWUP-Blog am 19. April 2014
  • Vergiftungsmittel MMS, Ratgeber-News-Blog am 27. April 2014
  • The Spirit of Bullshit, Julitschka am 26. April 2014
  • Wenn es quakt wie eine Ente: Moderne Quacksalberei MMS, Pharmama am 29. April 2014
  • Die EMA approbiert ein Wunder, sagen die Wunderheiler, Psiram am 2. Mai 2014
  • Jim Humbles tödliche Geschäfte, Psiram am 6. Juni 2014
  • BfArM warnt vor der Anwendung von MMS als Arzneimittel, DAZ-Online am 2. Juni 2014
  • MMS und Jim Humble – die Fakten, gesundheit.ch
  • Hoaxilla #91 – „Bleiche als Medizin?“ vom 10. Juni 2012
  • Was hat “Quantenheilung” mit Quantenphysik zu tun? GWUP-Blog am 3. Mai 2013
  • Quantenheilung ist maximal ein Placebo-Effekt, GWUP-Blog am 14. Dezember 2012
  • Gesund und reich durch Quantenheilung, futurezone am 23. April 2014
  • Das Ding vom Frankfurter Ring, Ratgeber-News-Blog am 28. Juni 2014
  • MMS: Chlordioxis+Chlor+Chlorit+Chlorat, Ratgeber-News-Blog am 29. Juni 2014




NEU: Skeptiker 3/2014

SKEPTIKER 3/2014