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Schweizer Appell: Wissenschaft vor Politik bei Komplementärmedizin

Ein Nachtrag zu unserem SkepKon-Rückblick “Ayurveda mit Blei ist nicht gesund”:

Für die GWUP-News hat Holger von Rybinski die Biologin Jasmin Barman-Aksözen vom Triemlispital Zürich zum “Schweizer Appell” interviewt.

Die Schweizer Skeptiker protestieren damit gegen Pläne des Eidgenössischen Departements des Innern, dass Leistungen der anthroposophischen Medizin, der Traditionellen Chinesischen Medizin, der Homöopathie und der Phytotherapie künftig von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung übernommen werden sollen.

Ein Auszug aus dem Gespräch:

In Deutschland gibt es eine ähnliche Situation wie in der Schweiz mit dem so genannten Binnenkonsens. Danach werden einzelne „alternativmedizinische” Verfahren wie die Homöopathie von den Krankenkassen erstattet, wenn sie zum Behandlungsstandard gehören, unabhängig von einem Wirkungsnachweis. Warum, glauben Sie, machen sich Politiker für solche wissenschaftlichem Denken widersprechenden Regelungen stark?

Fälschlicherweise haben alternativmedizinische Methoden das Image, effektiv und frei von Nebenwirkungen zu sein. Lobbyisten fördern diesen Eindruck auch noch gezielt – mit Komplementärmedizin lässt sich eben auch viel Geld verdienen.

Hier sehe ich einen großen Aufklärungsbedarf über die zum Teil sehr absurden Behauptungen der Alternativmedizin: Wenn man weiss, dass sogenannte „hochpotenzierte“ homöopathische Globuli aus reinem Zucker bestehen, der sich an bestimmte Wirkstoffe „erinnern soll“, wird man sich das doppelt überlegen, ob man sein krankes Kind damit behandelt.

Niemand würde sich mit Haushaltszucker ernähren, auch wenn dieser mal eine Erbse oder Kartoffel gesehen hat. Zum Gemüse wird der Zucker deshalb ja trotzdem nicht.”

Zum Weiterlesen:

  • Fragen und Antworten zum “Schweizer Appell”, GWUP-News am 13. Juni 2014
  • Ayurveda mit Blei ist nicht gesund, GWUP-Blog am 7. Juni 2014

Vortrag: Sex-Mythen bei „Außer Sinnen“ in Nürnberg

Die Veranstaltungsreihe “Außer Sinnen – Paranormales und Skepsis” in Nürnberg wurde vor zwei Wochen von Hoaxilla eröffnet.

Am Dienstag (17. Juni) ist Jessica Bahr mit

Sex-Mythen: Fakt und Fiktion in der Sexualität”

am Nicolaus-Copernicus-Planetarium zu Gast:

Träumen eigentlich nur Männer von einem Dreier mit zwei Frauen, oder stellen sich viele Frauen genauso häufig vor Sex mit zwei Männern zu haben? Korreliert die Größe der Nase eines Mannes tatsächlich mit der Größe seines Penis? Schauen Männer eigentlich tatsächlich mehr Pornos als Frauen und warum ist das so? Warum schauen Männer eigentlich gern Lesbenpornos und Frauen keine Pornos mit homosexuellen Männern?

Fakt und Fiktion in der Sexualität – in diesem Vortrag soll es darum gehen, die häufigsten Sex-Mythen vorzustellen, zu diskutieren wie diese entstehen und darzustellen, mit welchen Methoden wissenschaftlich versucht wird diese Mythen zu untersuchen, sie zu falsifizieren und zu verifizieren und ob es nicht einfach auch Mythen gibt, die noch immer Mythen sind und wahrscheinlich auch bleiben werden.”

Der Vortrag beginnt um 19.30 Uhr, der Eintritt kostet 7 €.

Außerdem stehen bei “Außer Sinnen 2014″ noch “Geisterjäger” (Dr. Sebastian Bartoschek, 1. Juli), “Brain-Gym/Edu-Kinestetik” (Dr. Barbro Walker, 15. Juli) und “Vampire” (Dr. Mark Benecke, 29. Juli) auf dem Programm.

Jessica Bahr war auch Referentin bei der SkepKon 2013 in Köln. Zum Vortragsrückblick geht es hier.

Zum Weiterlesen:

Podiumsdiskussion: Waldorf in Wilhelmsburg und die Bankrotterklärung der Politik

Ein Gastbeitrag von André Sebastiani

Am vergangenen Mittwoch wurde bei einer Podiumsdiskussion über den Waldorf-Schulversuch an der Ganztagsschule Fährstraße in Hamburg Wilhelmsburg gesprochen.

Eingeladen hatte die Hamburger Regionalgruppe der GWUP.

Auf dem Podium saßen die Sektenexpertin Ursula Caberta, der ausgebildete Waldorflehrer und -kritiker Andreas Lichte, die ehemalige Waldorfschülerin Laura Sand, der Inklusionslehrer an der GTS Fährstraße Körrie Kantner und ich als Initiator der Unterschriftenaktion gegen den Schulversuch.

Die Moderation übernahm Regionalgruppenleiterin und GWUP-Vorstandsmitglied Dr. Julia Offe.

Die Debatte verlief überaus hitzig, wie auch das Hamburger Abendblatt berichtete, obwohl die Meinungen auf dem Podium wenig kontrovers waren.

Anhänger der Waldorf-Ideologie saßen verstreut im Publikuk und störten von Beginn an die Veranstaltung mit lauten Zwischenrufen. Kritik entzündete sich an der einseitigen Besetzung des Podiums.

Das lag aber keineswegs daran, dass wir keine Befürworter des Schulversuchs dabeihaben wollten – sondern dass diese nicht teilnahmen.

Die Projektleiterin der für den Schulversuch maßgeblich verantwortlichen Initiative „Waldorf Wilhelmsburg“, Christiane Leiste, war ebenso eingeladen wie Vertreter aller in der Bürgerschaft vertretenen Parteien und nicht zuletzt Schulsenator Ties Rabe (SPD).

Senator Rabe sah sich indes auch nicht imstande, einen Vertreter zu entsenden.

Anstatt also den Kritikern der geplanten staatlichen Waldorfschule und vor allem den Menschen in Wilhelmsburg endlich Rede und Antwort zu stehen, entzog sich der Senator erneut der Debatte.

Seine Behörde äußerte sich lediglich aus der Ferne, im Rahmen der Berichterstattung bei RTL-Nord und im Abendblatt, mit einigen bemerkenswerten Statements.

Pressesprecher Peter Albrecht (SPD) sagt im RTL-Interview, dass man im Rahmen des Schulversuchs …

… ein ganzheitliches Lernen dort installiert, fächerübergreifend arbeitet und besonders im Bereich musische, künstlerische und aber auch handwerkliche [Erziehung?] Lernangebote schafft für die Schülerinnen und Schüler, und wir denken, das ist der richtige Weg.“

Bislang hat man an der Ganztagsschule Fährstraße also anscheinend nicht das ganze Kind im Blick, oder was meint Herr Albrecht mit „ganzheitlich“?

Weder fächerübergreifendes Lernen noch ein handwerklicher, musischer oder künstlerischer Schwerpunkt haben für sich genommen etwas mit Waldorfpädagogik zu tun.

Waldorf wird erst daraus, wenn Rudolf Steiners anthroposophische Ideologie hinzutritt und der Unterricht sich an esoterischen Konzepten wie “Temperamenten” oder “Jahrsiebten” orientiert und aus diesen Vorstellungen Unterrichtsinhalte in den entsprechenden Fächern generiert werden.

Zum Beispiel soll man während des ersten Jahrsiebts nicht Lesen und Schreiben lernen. Das darf man erst nach dem Zahnwechsel, wenn der “Ätherleib” geboren wird.

Den Medien hatte die Schulbehörde aber noch mehr zu sagen:

Die Lehre Rudolf Steiners werde sich überhaupt nicht im Unterricht wiederfinden, erklärt die Hamburger Schulbehörde auf Nachfrage des Abendblattes“,

heißt es in dem Artikel “Hitziger Streit um Waldorfschule”.

Waldorfpädagogik ohne die Lehre Rudolf Steiners?

Das klingt wie schwimmen ohne nass zu werden.

In der Wikipedia heißt es zur Waldorfpädagogik bereits im ersten Satz:

Die Waldorfpädagogik ist eine durch Rudolf Steiner (1861–1925) begründete Pädagogik auf der Grundlage der ebenfalls von ihm entwickelten Menschenkunde Anthroposophie.“

Die Bildungsbehörde möchte also der Waldorfpädagogik die Grundlage entziehen. Das wäre ja eigentlich zu begrüßen, denn das hieße, man würde einen Waldorfschulversuch ohne Waldorf-Elemente starten.

Doch so einfach ist die Sache nicht.

Im Kooperationsvertrag zum Waldorf-Schulversuch in Wilhelmsburg ist festgeschrieben, dass die Schule nicht an der landesweiten Vergleichsuntersuchung KERMIT in der 2. Klasse teilnimmt, die zum Ziel hat, etwaige Förderbedarfe früh zu erkennen.

Warum ist dies nicht im Interesse der Schule, mit ihrem erfahrungsgemäß hohen Anteil an förderbefürftigen Kindern?

Meine Befürchtung ist, dass man tatsächlich den Schriftspracherwerb herauszögern will, wie es nach der esoterischen Waldorfentwicklungslehre vorgesehen ist.

Durch diese Lernverzögerung würden die Ergebnisse beim Vergleichstest in der 2. Klasse natürlich schlecht ausfallen.

Auf meine Frage, warum die Schule nicht an KERMIT2 teilnimmt, erklärte mir Pressesprecher Albrecht:

Die Befreiung von der Teilnahme an KERMIT2 wurde auf Bitten der Initiative vereinbart.“

Ein Pressesprecher zeigt sich ahnungslos, die Behörde überlässt der Waldorfinitiative das Feld und macht beide Augen fest zu.

Letzten Endes ist dies die politische Bankrotterklärung von Senator Rabe und der Hamburger Bildungsbehörde, die ihre Unkenntnis und Ignoranz in der Presse zur Schau stellt.

Kein Wunder, dass man sich der Debatte in der Honigfabrik entzogen hat – und umso wichtiger, dass die berechtigten Sorgen der Kritiker direkt vor Ort zur Sprache kamen.

Zum Weiterlesen:

  • Hitziger Streit um Waldorfschule, Hamburger Abendblatt am 13. Juni 2014
  • “Das ist eine Ideologie”, RTL-Nord am 12. Juni 2014
  • Waldorf in Hamburg: Esoterik und “abstruse Ideen”, GWUP-Blog am 26. November 2013
  • Waldorf-Petition im Hamburger Senat überreicht, GWUP-Blog am 22. November 2013
  • Versteinerte Erziehung, Skeptiker 4/2011 (aktualisierte Fassung online hier)
  • “Waldorf-Schule”, Hoaxilla-Podcast Nr. 107 vom 18. November 2012
  • Offener Brief des GWUP-Wissenschaftsrates an Schulsenator Ties Rabe
  • “Pragmatischer Waldorf” – was soll das denn sein? GWUP-Blog am 10. Februar 2013
  • “Ein bisschen Waldorf geht nicht”, taz am 25. November 2013
  • Vortrag “Ver-Steinerte Erziehung” als Video, GWUP-Blog am 18. Februar 2014

SkepKon-Rückblick: Licht des Lebens oder Eso-Irrlicht? Die Wahrheit über Biophotonen

“Biophotonen” haben eine gute Presse – nicht nur auf Verschwörungsseiten à la Mathias Bröckers oder bei Autoren vom Schlage eines Norbert Knobloch.

Auch Spiegel-Online berichtete über “Das rätselhafte Leuchten allen Lebens” und schrieb:

Die Existenz dieser Biophotonen ist mittlerweile unumstritten”,

während Die Welt sich gar zu der Schlagzeile “Heilen ohne Nebenwirkungen mit Biophotonen” und zu folgenden Behauptungen verstieg:

Licht ist ein essenzieller Lebensspender, ohne den der Mensch nicht existieren könnte. Doch der menschliche Körper nimmt Licht nicht nur auf, er produziert es auch. Wissenschaftler fanden heraus, dass Körperzellen über schwache Lichtreize miteinander kommunizieren.

Bei der Zellteilung gibt der Zellkern UV-Strahlung einer bestimmten Frequenz ab und übermittelt auf diese Weise Informationen an die anderen Zellen.

Während diese Strahlung bei gesunden Zellen recht stark ist, sinkt sie bei kranken Zellen ab. Dies hat zur Folge, dass die Zellen weniger der sogenannten Lichtquanten senden und somit eine reibungslose Kommunikation zwischen den Zellen unmöglich wird.

Mithilfe der Biophotonentherapie ist es möglich, die natürlichen Lichtquanten der Zelle wieder anzuregen und so die Kommunikation wiederherzustellen.”

Biophotonen sind also nachgewiesen und machen alle möglichen tollen Sachen in unserem Organismus.

Wirklich?

Bei der SkepKon 2014 nahm sich der Physiker Dr. Holm Hümmler dieses “esoterische Irrlicht” vor.

“Unumstritten” ist lediglich die Emission von Photonen aus biologischem Material, erklärte Hümmler:

Allerdings gehen fast alle außer Fritz-Albert Popp davon aus, dass es sich dabei um bedeutungslose Restenergie aus chemischen Reaktionen handelt.”

Fritz-Albert Popp (Jahrgang 1938) ist gewissermaßen der Vater der Biophotonen.

Er studierte Physik und habilierte sich in Marburg im Fach Biophysik.

1980 “verließ er die Universität Marburg nach Streitigkeiten”, heißt es bei Psiram lapidar. Angeblich verhinderte der damalige Dekan Heinrich Oepen die Ernennung Popps zum Professor.

Heinrich Oepen war der Ehemann von GWUP-Gründungspräsidentin Prof. Irmgard Oepen. Zur Verschwörungstheorie taugt die Personalie indes trotzdem nicht, da der Skeptiker-Verein sich erst 1987 konstituierte.

In den vergangenen drei Jahrzehnten zog Popp diverse private Labore und Institute auf und wedelte mit Mitgliedschaften und Auszeichnungen von ausländischen Organisationen fragwürdiger Dignität.

Popps hypothetisches, auf Licht basierendes zelluläres Informationssystem sei übrigens nicht zu verwechseln mit dem Forschungsgebiet der Biophotonik – deren Protagonist kurioserweise ebenfalls “Popp” heißt, allerdings Jürgen Popp, stellte Hümmler klar.

Prof. Dr. Jürgen Popp ist Direktor des Instituts für Physikalische Chemie der Universität Jena und wissenschaftlicher Direktor des Jenaer Institutes für Photonische Technologien (IPHT). Dort beschäftigt er sich unter anderem mit Raman-spektroskopischen Methoden zur Lokalisierung, Identifizierung und Strukturanalyse von Biomolekülen, Biopartikeln und biologischem Gewebe.

Ganz allgemein geht es bei der Biophotonik um die Wechselwirkungen von organischem Material und Lichtquanten (Photonen), letztendlich stehen dabei medizinische Untersuchungs- und Bildgebungsverfahren auf optischer Basis (“Biologie und Photonik”) im Vordergrund.

Was nun die mysteriösen “Biophotonen” von normalen Photonen (also Lichtquanten) unterscheidet, hat ihr Promoter Fritz-Albert Popp nie stichhaltig dargelegt. Einen wissenschaftlichen Nachweis unterschiedlicher Arten von Photonen gibt es nicht.

Eben dies behauptet F.-A. Popp aber.

Seine “Biophotonen” sollen aus der zellulären DNA stammen und daher sei zum Beispiel die Krebsentstehung mit einer “Fehlsteuerung der Regulation durch Biophotonen” erklärbar.

Der “Verband klassischer Homöopathen Deutschlands” entblödet sich überdies nicht, auch das “Wirkprinzip homöopathischer Heilmittel” auf Popps “Biophotonen” zurückzuführen – was in etwas dasselbe ist, als wenn ein Wahrsager die Existenz astrologischer “Schicksalsstrahlen” bestätigen würde.

Und natürlich preisen findige Popp-Epigonen auch “Biophotonendecken” oder eine “Biophotonenmessung” für die Lebensmittelüberwachung oder den therapeutischen Einsatz von “Biophotonen”-Geräten an.

Um Letzteres geht es auch in dem eingangs zitierten Welt-Artikel, der sich nebulös auf ungenannte “Wissenschaftler” beruft.

Dabei kann es sich eigentlich nur um den Hokuspokus-Forscher Fritz-Albert Popp himself handeln, der wiederum das “Zwiebelexperiment” Alexander Gurwitschs (Vermutung: UV-Licht – “mitogenetische Strahlung” – steuert die Zellentwicklung, wiederlegt 1943 durch Oswald Avery = Weitergabe von DNA steuert Zellentwicklung) heranzieht oder aber das pseudowissenschaftliche “morphische Feld” von Rupert Sheldrake als “Erkärung” anführt.

Die sogenannte ultraschwache Photonenemission, von der der Biologe Alexander Gurwitsch damals fasziniert war – also die äußerst geringintensive spontane Photonenemission aus Zellen –, wird heute praktisch nur noch in Russland erforscht.

Autoren wie Sergey Mayburov oder Lew Beloussov

… glauben offenbar selbst, dass das, was sie da sehen, eine biologische Relevanz habe – es sich mithin um Biophotonen handele”,

sagte Hümmler:

In seriösen Publikationen sprechen aber auch sie stets nur von spontaner Emission von Photonen, also letztendlich von der Abfallenergie irgendwelcher chemischer Reaktionen, wie sie in Zellen immer ablaufen.”

Nichtsdestotrotz werde in einschlägigen Kreisen allein die Existenz dieser eher grenzwertigen Forschung als “Beleg” für “Biophotonen” gewertet.

Zu Unrecht, führte der SkepKon-Referent weiter aus, auch wenn es “Biophotonen” neben ihrer Medienpräsenz zu einem eigenen Wikipedia-Eintrag gebracht haben.

Biophotonen gibt es nicht, außerdem haben wir keinerlei Hinweise darauf, dass noch andere als die sehr wenigen bekannten Zellen – etwa im Auge – Rezeptoren für schwache Lichtsignale haben.”

Genau wie in der Homöopathie mangelt es dem ganzen “Biophotonen”-Konstrukt zur Informationsübertragung also auch an einem Empfänger, sprich einem “Wahrnehmungsorgan” für ultraschwache Zellstrahlung.

Fritz-Albert Popp soll sich im Mai 2013 von der öffentlichen Bühne zurückgezogen haben, so Hümmler abschließend.

Allerdings sei auch Sohn Alexander, ein gelernter Zahntechniker, im “Biophotonen”-Business unterwegs.

Inwieweit Alexander Popp das Thema weiterhin im Gespräch halten und zum Beispiel dem Anbieter der knuddeligen “Biophotonen-Ente Hubert” zu Umsatz verhelfen kann, bleibt abzuwarten.

Zum Weiterlesen:

  • “Biophoton” bei Psiram
  • SkepKon-Rückblick: Die fehlende interne Validität von Homöopathie-Studien, GWUP-Blog am 10. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Benzin sparen durch “magisches” Zubehör fürs Auto? GWUP-Blog am 8. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Aryuveda mit Blei ist nicht gesund, GWUP-Blog am 7. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Der „Kamikaze-Ichthyosaurier“ und die Kreationisten, GWUP-Blog am 2. Juni 2014

Interview: „Selbsttäuscher und Geschäftemacher“ in der Alternativmedizin

“Selbsttäuscher und Geschäftemacher” ist ein Interview mit dem Bremer Zahnmediziner Dr. Hans-Werner Bertelsen überschrieben, welches die Zeitschrift profil-wissen im März veröffentlichte.

Jetzt ist das Gespräch im Volltext als PDF verfügbar, und zwar auf der Praxishomepage von Dr. Bertelsen und im Science-Blog Kritisch gedacht.

Ein Auszug:

Sind Ihrer Meinung nach alle Anbieter komplementärer Methoden Scharlatane oder Geschäftemacher?

Bertelsen: Nein, auf der einen Seite finden Sie die braven Selbsttäuscher und auf der anderen die bösen Geschäftemacher. Charakterlich finden sich zwischen den Selbsttäuschern und den Geschäftemachern große Unterschiede.

Während die Selbsttäuscher den Unsinn, den sie verzapfen, auf herrlich naive Weise selber glauben, arbeiten die fiesen Geschäftemacher mit dem seit Jahrhunderten bewährten Instrument der Ausgrenzung, besonders gegenüber Fachkollegen.”

Angst vor Nebenwirkungen oder die Sorge, aus reiner Gewinnsucht zu einer Behandlung überredet zu werden, gibt es sowohl bei konventioneller als auch bei alternativer Medizin. Wie kommt es, dass die Zahl der Fans alternativer Methoden in den vergangenen Jahren so stark gestiegen ist?

 Viele Diskussionen sind überflüssig und werden unverantwortlich geschürt, damit Papier bedruckt wird. Der unverhandelbare Grundsatz lautet: Es gibt keine 100 Prozent in der Medizin, dazu sind wir alle zu verschieden. „One size fits all“ können Sie bestenfalls in der Sockenabteilung eines Kaufhauses finden.

Sicherlich gibt es Nebenwirkungen bei einer Impfung. Diese stehen aber in keinem rational sinnvollen Zahlenverhältnis zum Nutzen. Wenn ich als Einzelner alle Lebensrisiken vermeiden will, darf ich mich auf keinen Fall freiwillig in ein Auto setzen und muss mich auf der Toilette fest anschnallen.

Die zunehmende transzendentale Obdachlosigkeit, die abnehmende Zahl echter zwischenmenschlicher Kontakte und die resultierende Sehnsucht gepaart mit verantwortungslosem Journalismus sind meiner Meinung nach die Hauptgründe für die Entwicklung. Journalismus, der die Sehnsucht nach Wundern bedient, lässt sich vor den Karren der Anbieter unseriöser Methoden spannen.”

 Zum Weiterlesen:

  • “Selbsttäuscher und Geschäftemacher” – ein Interview mit Dr. Hans-Werner Bertelsen, Kritisch gedacht am 11. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Die fehlende interne Validität von Homöopathie-Studien, GWUP-Blog am 10. Juni 2014
  • Die Attraktivität homöopathischer Behandlungen, Kritisch gedacht am 10. September 2011
  • “Ganzheitliche” Zahnheilkunde, Kritisch gedacht am 28. August 2012
  • Homöopathie: Harald Walach macht sich wieder lächerlich! Ratgeber-News-Blog am 11. Juni 2014

„Hitziger Streit“ bei der Waldorf-Veranstaltung der Hamburger Skeptiker

Die Podiumsdiskussion “Steiner vom Staat” vergangenen Mittwoch in Hamburg werden wir am Wochenende hier im Blog zusammenfassen.

Vorerst sei auf diesen Artikel im Hamburger Abendblatt verwiesen:

Hitziger Streit um Waldorfschule”

Ein Auszug:

Kritiker und Befürworter der Waldorfpädagogik in Hamburg stehen sich offenbar unversöhnlich gegenüber: Bei einer Podiumsdiskussion am Mittwochabend in der Honigfabrik in Wilhelmsburg hat die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) ihre Bedenken gegen den Schulversuch geäußert, ab dem kommenden Schuljahr an der staatlichen Ganztagsschule Fährstraße Elemente der Waldorfpädagogik in den Unterricht einzubinden.

Mit Zwischenrufen und in einer anschließenden offenen Diskussion warfen Anhänger der Lehren Rudolf Steiners den Veranstaltern vor, nicht zu wissen, wovon sie sprächen.

Anders als Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) hält es André Sebastiani von der GWUP für unmöglich, die pädagogischen von den esoterischen Elementen der Waldorfpädagogik zu trennen. Die Schulbehörde lasse damit wissenschaftlich zweifelhafte Lehren an einer staatlichen Schule zu, warnt der Grundschullehrer aus Bremen.

Zum Beispiel müssen Lehrer an Waldorfschulen die vorherigen Existenzen ihrer Schüler ergründen.

Prominente Kritikerin des Schulversuchs ist Ursula Caberta: Es sei ein Skandal, dass der Hamburger Senat Kinder einer staatlichen Schule zu Versuchskaninchen einer umstrittenen Pädagogik mache, sagt die frühere Sektenexpertin in der Hamburger Innenbehörde.

Ihrer Meinung nach sei der Erfinder der Waldorfpädagogik, Rudolf Steiner, der Okkultist des 20. Jahrhunderts.”

Einen Filmbericht bei RTL-Nord gibt es hier.

Update: Hier ist der Veranstaltungsbericht im GWUP-Blog.

Zum Weiterlesen:

  • Podiumsdiskussion: Waldorf in Wilhelmsburg und die Bankrotterklärung der Politik, GWUP-Blog am 15. Juni 2014
  • Hitziger Streit um Waldorfschule, Hamburger Abendblatt am 13. Juni 2014
  • Waldorf in Hamburg: Esoterik und “abstruse Ideen”, GWUP-Blog am 26. November 2013
  • Waldorf-Petition im Hamburger Senat überreicht, GWUP-Blog am 22. November 2013

Der Kinderdok zu Impfungen

Der Kinderdok wird von der Zeitschrift Mami & Papi zum Thema “Impfungen bei Babys und Kindern” interviewt.

Ein Auszug:

Warum empfehlen Sie Impfungen?

Kinderdok: In der heutigen Medizin gelten Impfstoffe als eines der am besten untersuchten Medikamente, sie werden regelmäßig überprüft und von schädlichen Inhaltsstoffen befreit, wir haben in den heutigen Impfstoffen nur noch einen Bruchteil der Konservierungsmittel und Allergene wie noch vor zehn Jahren.

Das senkte die Nebenwirkungsrate, was man auch in der Praxis merkt. Die heutigen Kombinationsimpfstoffe (6x, auch zusammen mit Pneumokokken) haben zu einer klaren Verbesserung der Verträglichkeit geführt.

Heutezutage kann man die Kinder pro Jahr, die etwas mehr Nebenwirkungen haben, an einer Hand abzählen. Einen Impfschaden habe ich seit 12 Jahren nicht erlebt, was aber auch der Statistik entspricht.
Dank der konsequenten Impfkampagnen der letzten Jahre und gewissenhafter Eltern und Ärzten sehen wir viele problematische Erkrankungen heute kaum noch: Masern, Epiglottitis, schwere Ohrentzündungen.

Impfungen sind ein Erfolg für die Kinder, wer sein Kind mal schwer krank erlebt hat, möchte es vor Krankheiten schützen, und Impfungen tun das sehr sicher.”

Zum Weiterlesen:

  • Impfungen bei Babys und Kindern – 13 Fragen an den Kinderdok, Mami & Papi am 12. Juni 2014
  • Mami & Papi und ich, Kinderdok am 12. Juni 2014
  • Impfgegnerin bei “Dr. House”, GWUP-Blog am 10. Juni 2014
  • Video: Impfungen, Autismus und der Fall Hannah Poling, GWUP-Blog am 8. Juni 2014
  • “Die Impf-Lüge” als Video, GWUP-Blog am 3. Juni 2014
  • “Buffy” kämpft jetzt für die Keuchhusten-Impfung, GWUP-Blog am 16. Juni 2013
  • Reich werden durch Impfen? GWUP-Blog am 31. März 2014
  • How one unvaccinated child sparked Minnesota measles outbreak, CBS-News am 9. Juni 2104

Korrelation bedeutet nicht Kausalität: neue Webseite mit vielen Beispielen

Der Humanistische Pressedienst stellt heute “die neue Lieblingswebsite eines jeden Skeptikers” vor:

Spurious Correlations”

Zur Begründung:

Die Website ist brillant. Sie gräbt in den unterschiedlichsten Datensätzen (etwa zu den Themen Todesursachen, Verzehr diverser Produkte, Scheidungsraten der einzelnen Staaten usw.) und versucht dann, Korrelationen zwischen den verschiedenen Variablen zu finden.

Die Resultate sind oft äußerst unterhaltsam.

Der Sinn dieser Übung besteht darin aufzuzeigen, dass Korrelation nicht unbedingt Kausalität bedeuten muss. Es ist oft effektiver, ein Prinzip zu veranschaulichen, als es zu erklären.

Indem man beeindruckende grafische Korrelationen zwischen Phänomenen bietet, die offensichtlich nicht miteinander in ursächlicher Verbindung stehen (oder eine solche zumindest oberflächlich betrachtet absurd erscheint), bringt man die Tatsache auf den Punkt, dass Korrelation alleine nicht auf Kausalität schließen lässt.”

Zum Weiterlesen:

  • Korrelation und Kausalität, hpd-online am 12. Juni 2014
  • Korrelation impliziert keine Kausalität, Psiram am 3. Oktober 2012
  • Hat Recht, wer heilt? GWUP-Blog am 2. August 2013
  • Forschung: Störche bringen Kinder, Ratio-Blog am 17. November 2009

Der Ball rollt, die WM-Orakel werden von der Leine gelassen

Die WM 2014 hat begonnen – und wie versprochen ist der Wahrsagerchecks-Blog immer auf dem Laufenden, was die Prognosen der Orakel-Zunft angeht.

Aktuell sehen diverse Vierbeiner, von Hund “Poldi” bis Eichhörnchen “Willi”, die Kroaten im Eröffnungsspiel nicht chancenlos.

In knapp 90 Minuten wissen wir mehr.

Die Vorhersagen des künftigen Weltmeisters stellen sich gewohnt uneinheitlich dar.

Mal sehen, was dagegen das “Staubsauger-Orakel” von Spiegel-Online taugt.

Zum Weiterlesen:

  • Die Tierorakel der WM 2014, GWUP-Blog am 7. Juni 2014
  • Wird Deutschland 2014 Fußball-Weltmeister? Wahrsagerchecks-Blog am 4. Dezember 2013
  • Wer wird Fußball-Weltmeister? – Teil 1: Statistische Prognosen, Wahrsagerchecks-Blog am 8. Juni 2014
  • Wer wird Fußball-Weltmeister 2014? – Teil 2: Astrologen, Wahrsager und Hellseher raunen um die Wette, Wahrsagerchecks-Blog am 9. Juni 2014
  • Wer wird Fußball-Weltmeister 2014? – Teil 3: Orakeltiere im Training – und mit ersten Prognosen, Wahrsagerchecks-Blog am 9. Juni 2014
  • Überraschung im Eröffnungsspiel? Die WM-Orakel sehen Kroatien nicht chancenlos! Wahrsagerchecks-Blog am 12. Juni 2014
  • Noch mehr Weltmeisterprognosen aller Art: Brasilien, Brasilien, Brasilien – oder doch nicht? Wahrsagerchecks-Blog am 12. Juni 2014
  • Die Astronomie der Fußball-Weltmeisterschaft, Astrodicticum simplex am 12. Juni 2014
  • World Cup 2014 predictions: Experts – and animals – pick winner, CBS-News am 12. Juni 2104

„Verschwörungstheorien“ bei ZDFinfo mit skeptischen Experten jetzt als Video

Passend zu unserem Illuminaten-Posting:

In der ZDFinfo-Reihe “Elektrischer Reporter” ging es heute um Verschwörungstheorien.

Als Experten mit dabei: Hoaxilla und Dr. Sebastian Bartoschek.

Die Sendung gibt’s in der Mediathek und bei Youtube:


Direktlink zum Video auf Youtube

Auch ein “Reichsbürger” ist mit von der Partie.

Zum Weiterlesen:

  • Neuer „Reichsbürger”-Wahn: Die Vier-Cent-Briefe, GWUP-Blog am 14. Mai 2014
  • Die “Reichsbürger” und der fehlende Friedensvertrag, GWUP-Blog am 4. Januar 2014
  • Christoph Lammers: Dichtung und Wahrheit, MIZ 4/2013
  • Bernd Harder: Und was haben die Illuminaten damit zu tun? Alles! MIZ 4/2013
  • Positive und negative Aspekte von Verschwörungstheorien, GWUP-Blog am 12. Januar 2014
  • Ursprung der Verschwörungstheorie, der Freitag am 16. März 2013
  • Hoaxilla #6 – “Verschwörungstheorien” vom 4. Juli 2010
  • Hoaxilla: Ein Podcast macht Jagd auf Verschwörungstheorien, Die Welt am 11. Mai 2013
  • Schöner leben mit Verschwörungstheorien, WAZ am 17. März 2009
  • Vortragsvideo: Sebastian Bartoschek über “Die Psychologie der Verschwörungstheorien”
  • Vortragsvideo: Sebastian Bartoschek über Verschwörungstheorien




NEU: Skeptiker 3/2014

SKEPTIKER 3/2014