Scheint langsam zum Trend zu werden, ahnungslose Mitmenschen nicht mehr in halbwegs spaßige Situationen zu bringen und dabei zu filmen – sondern sie ziemlich gnadenlos zu erschrecken.
Nach dem Geist im Fahrstuhl spukt jetzt ein Mädchen, das der “Exorzist”-Göre ziemlich ähnlich sieht, in einem amerikanischen Beauty-Shop:
Darin geht es unter anderem um die Herangehensweise der Skeptiker an “außergewöhnliche Behauptungen” und um den Vorwurf, dass …
… man grenzwissenschaftlichen bzw. paranormalen Phänomenen schon grundsätzlich im ablehnenden Sinne voreingenommen begegne.”
Sarmas Antwort:
Kurz: Untersuchen ist mehr als nur empirisches Testen. Das Vertreten der Nullhypothese ist keine Voreingenommenheit, sondern normales Vorgehen. Wir lehnen theorielosen Empirismus ab.”
Exemplarisch thematisiert der Interviewer dann das Kornkreis-Phänomen und kritisiert in diesem Zusammenhang eine Aussage der Skeptiker, “alle Kornkreise” seien “menschengemacht”.
Der GWUP-Vorsitzende präzisiert:
Es ist ein normales Vorgehen in der Wissenschaft, wenn man von der Nullhypothese ausgeht, d.h. eine besondere Erklärung solange verneint, bis diese nachgewiesen ist. Oft ist dies mit einer nachgewiesene Erklärung für eine Teilmenge der Beobachtungen verbunden.
Zum Beispiel ist es bekannt, dass ein Teil der Phänomene durch “normale” Erklärungen (inklusive Schabernack) belegt ist. Auch wenn dies kein Beweis der Nichtexistenz einer anderen besonderen (ob paranormal oder nicht) Erklärung ist, so gibt es einen noch stärkeren Grund, an der Nullhypothese weiter festzuhalten.
Es wäre die Aufgabe derer, die eine andere Erklärung oder Hypothese für richtig halten, diese zu belegen oder zu zeigen, wie man sie prüfen kann. Vielfach haben wir die Situation – siehe Parapsychologie – wo man lediglich weiter behauptet, nicht alles sei durch natürliche Erklärungen abgedeckt, ohne eine positive Hypothese zu formulieren, die prüfbar ist.
Man bleibt einfach dabei zu sagen, zwei Faktoren korrelieren, ohne diese Faktoren genau zu definieren. Das ist einfach nicht genug. Nichterklärbarkeit ist noch keine positive Hypothese.
Es ist richtig, dass Skeptiker sich nur soweit äußern sollten, wie sie Sachkenntnis besitzen und sie sollten ihre Grenzen auch nennen. Und sie sollten sich auch korrigieren, wenn sie mal falsch liegen. Es ist keine Schande für einen Skeptiker zu sagen, dass er oder sie sich geirrt hat.
Nebenbei: Eine konkrete Antwort auf diese Frage müsste den konkreten Inhalt und die GWUP-Antworten aufgreifen und kann je nach Gebiet auch unterschiedlich ausfallen. Es ist auch angesichts der vielfältigen Themen legitim, ohne die allertiefste Kenntnis auf die Nullhypothese zu setzen und abzuwarten, bis die Vertreter eines Themas konkret sagen, was sie überhaupt als Hypothese aufstellen.”
Und das ist genau der Punkt.
An Ufos und Aliens als Kornkreis-Schöpfer glaubt auch der grewi-Interviewer Andreas Müller nicht wirklich.
Einem Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk ist zu entnehmen, dass er neben “Spaßvögeln, die sich einen Scherz mit der Allgemeinheit erlauben”, bislang unbekannte Naturphänomene als Verursacher annimmt.
Ich kann mit meiner wissenschaftlichen Herangehensweise nach wie vor nicht sagen, was die Kornkreise verursacht.”
Das klingt vernünftig.
Wieso aber ist dann auf seiner Homepage (> Zur Person) zu lesen:
Somit nehmen die Kornkreise für mich eine wichtige Sonderstellung unter den so genannten Para- und PSI-Phänomenen ein. Sie sind sicherlich eine Provokation für einige – aber eine faszinierende und zugleich herausfordernde Einladung an und für uns alle. Dies verstehe ich als Chance für eine Verbindung von Grenz- und Naturwissenschaften.”
Aha.
Wir wissen also nicht, was die Kornkreise verursacht – nehmen aber an, dass sie irgendwas mit “PSI-Phänomenen” und “Grenzwissenschaft” zu tun haben.
Ich kann mir nicht helfen, aber “unvoreingenommen” klingt das jetzt auch nicht so wirklich.
Wie sagte Amardeo Sarma in dem grewi-Interview:
Es ist auch angesichts der vielfältigen Themen legitim, ohne die allertiefste Kenntnis auf die Nullhypothese zu setzen und abzuwarten, bis die Vertreter eines Themas konkret sagen, was sie überhaupt als Hypothese aufstellen.”
Davon aber sind die Kornkreisforscher weit entfernt.
Im Gegenteil, mittlerweile werden sogar Kreisformen auf der Eisfläche von zugefrorenen Seen unter dem Phänomen “Kornkreise” subsumiert.
Das heißt, die Kornkreisforscher können anscheinend nicht einmal plausibel darlegen, was überhaupt zum “Kornkreis-Phänomen” gezählt werden soll und was nicht.
Und noch viel weniger, was ein “echter” Kornkreis ist und wie man diesen von einem “falschen” unterscheidet.
Noch einmal der GWUP-Vorsitzende:
Man bleibt einfach dabei zu sagen, zwei Faktoren korrelieren, ohne diese Faktoren genau zu definieren. Das ist einfach nicht genug.”
Ganz abgesehen davon, dass nicht nur “die Skeptiker” bis zum Beweis des Gegenteils das Kornkreis-Phänomen als menschengemacht ansehen:
In American culture there exists a popular story of a man traveling the world one night every year delivering presents to children. This man makes the trip in a sleigh pulled by 8 flying reindeer.
Because they lack wings and there is no other known way by which they could fly, flying reindeer appear to violate the laws of nature. What sort of experiment can I do to prove “Reindeer can’t fly”?
Let’s take a bunch of reindeer to the top of a tall building and start pushing them off. How many reindeer must be pushed and killed before we consider the statement proven?
After seeing the first few fall to their death I’m willing to accept the postulate without further slaughter but I would not have absolute proof. The possibility still remains that the reindeer we tested were freaks in their lack of ability to fly.
Or, they could fly but either chose not to or were prevented from doing so by the features of the experiment like the building not being tall enough or it not being Christmas Eve and hitched to Santa’s sleigh.
Every reindeer on the planet could fail the test under any number of varying conditions without eliminating all uncertainty. It will always be possible to come up with explanations after the fact as to why the reindeer didn’t fly while keeping the central tenet.
Eventually as the failures build one must start doubting the entire set of hypotheses and wonder how the idea got started if it is so difficult to find evidence for it.
It becomes easier to believe that someone in the past either imagined seeing a reindeer fly or made it up. Regardless, it caught the imagination or met the needs and desires of people and the story was passed on to subsequent generations. So I reject flying reindeer without rigorous proof.”
Es steht natürlich jedem frei, die Art und Weise …,
… wie sich die GWUP (u.a. aktuell in vielen Blogbeiträgen und durch Comedy-artige Auftritte von Skeptiker-Vertretern) über Andersdenkende und deren Forschungsinhalte äußert”,
Ich persönlich – als unmittelbar Angesprochener – sehe das verständlicherweise nicht so. Und darf noch einmal Amardeo Sarma in dem besagten Interviev zitieren:
Es ist völlig legitim, sich mit anderen Denksystemen auch humoristisch, spöttisch oder satirisch auseinanderzusetzen, insbesondere wenn die hervorgebrachten Argumente derart absurd sind, dass sie nur noch Kopfschütteln hervorrufen.”
Das gilt nicht für Herrn Müller und seine zumindest diskutable Kornkreis-Forschung. Aber ganz sicher zum Beispiel für “Gaby”, die da inmitten eines malerischen Andechser Kornkreises von den “stürmischen Zeiten” auf unserer “kalten Welt” und dem bevorstehenden “ultimativen Wandel” salbadert.
Aus welchem Grund distanzieren sich nicht die “echten” Kornkreis-Forscher, Homöopathen und Parapsychologen öffentlich und vehement von solchen Machenschaften?
Eine – von mehreren möglichen – Antworten könnte sein, dass es so etwas wie “seriöse” Kornkreisforschung, Homöopathie und Parapsychologie vielleicht gar nicht gibt und deshalb auch keine tauglichen Kriterien zur Unterscheidung zwischen “echt” und “nachgemacht”, “seriös” und “unseriös” existieren.
Das Gegenteil zu belegen, wäre dann aber erst einmal Sache von Herrn Müller und anderen “Grenzwissenschaftlern”.
Zum Weiterlesen:
GWUP im GreWi-Interview: “Wir Skeptiker lehnen theorielosen Empirismus ab”, grenzwissenschaft-aktuell am 16. Februar 2013
Teufel oder Aliens: Wer macht die Kornkreise? GWUP-Blog am 17. August 2012
Was soll der Patient heute noch glauben? In vielen Fragen sind sich nicht einmal Ärzte einig. Und im Milliardenmarkt Gesundheit tummeln sich jede Menge selbst ernannte Gurus ohne medizinische Ausbildung, die Patienten mit Heilsversprechen und den unglaublichsten Geschichten verunsichern. Zurück bleiben Patienten, die nach Orientierung suchen [...]
Theodor Much, als Mediziner fast drei Jahrzehnte am Hanusch-Krankenhaus in Wien tätig, versucht jetzt mit seinen Co-Autoren Krista Federspiel, Ulrich Berger und Edmund Berndt, etwas mehr Licht in die oft diffusen Versprechen der Alternativmedizin zu bringen. Der Buch-Titel “Der große Bluff, Irrwege und Lügen der Alternativmedizin” lässt auch gar keine Zweifel aufkommen, auf welcher Seite das Autorenteam steht [...]
Von der Bezeichnung Schulmediziner, zu deren Fraktion man ihn zählen würde, will er übrigens nichts wissen. “Das war ein Schimpfwort. Es gibt nur eine etablierte Medizin – nämlich die, deren Wirksamkeit man beweisen und nachweisen kann. Alles andere ist keine Medizin.”
Zum Weiterlesen:
Theodor Much: Der große Bluff: Irrwege und Lügen der Alternativmedizin. Goldegg-Verlag 2013
Nach der Berliner Morgenpost hat jetzt auch die WAZ über den Huschi-Fuschi-Boom berichtet.
Ein Auszug aus dem Artikel “Engel, Ufos, Astro-TV: Warum Esoterik Milliarden bringt”:
Zu den so genannten spirituellen Sinnsuchern alleine zählt man in Deutschland 10 bis 15 Prozent der Bevölkerung, wie eine Studie der Universität Hohenheim ergeben hat.
Was aber nicht unbedingt heißt, dass es ihnen nur um Erleuchtung geht. Harder: „Es ist bei weitem nicht nur das Einkuscheln in eine watteweiche Fantasy-Welt oder die Sehnsucht nach einer Art Wiederverzauberung der Welt, die Esoteriker umtreibt. Dahinter stehen oft knallharte egozentrische Bedürfnisse, wie etwa der Wunsch, etwas Besonderes im Universum zu sein oder zu den ,Wissenden’ zu gehören – und das drückt sich nicht selten in Show und Selbstinszenierung aus. Nicht zuletzt geht es auch um Machtfantasien, die aus der Vorstellung kommen, ,verborgene Geheimnisse’ anwenden zu können, natürlich zum persönlichen Vorteil und zum individuellen Wohlergehen.“
All dies spielt dem Hang zur Selbstoptimierung entgegen, denn jeder glaubt heute, alles erreichen zu können. „Hier trifft sich die Esoterik mit dem allgemeinen Boom der Ratgeberliteratur und der Coaching-Industrie“, so Harder.
Umgekehrt funktioniert auch der Faktor Angst exzellent als Verkaufsargument. „Auf einer Esoterikmesse bekommen Sie überall ,Schutz’ angeboten – vor Unbill aller Art, vor Erdstrahlen, Elektrosmog, Beziehungsproblemen, Krankheiten, schwarzer Magie, ,PSI-Attacken’ und so weiter, und so fort. Natürlich muss man die entsprechenden Produkte dafür erwerben, Amulette, Steine und Gerätschaften, die nach unserer Erfahrung interessant aussehen, aber nichts als ein paar Drähte und Füllstoff enthalten. Nicht umsonst gilt Esoterik als ,warenförmige Religion’“.
Zum Weiterlesen:
Engel, Ufos, Astro-TV: Warum Esoterik Milliarden bringt, derwesten am 23. Januar 2013
Esoterik, selbst erfahren: GWUP-Blog am 28. Januar 2013
n-tv History zwirbelt mal wieder den Bart des Propheten.
Heute Abend verarschte der Nachrichtensender seine Zuschauer mit einem altbekannten Nostradamus-Hoax, betitelt “Das Nostradamus-Buch”.
Wer sich die “Doku” unbedingt antun möchte, hat bei den Wiederholungen in den nächsten Tagen noch einige Male Gelegenheit dazu.
In der Ankündigung blurbt die Redaktion:
1994 stieß eine Journalistin zufällig auf einen sagenhaften Fund – ein bis dato verloren geglaubtes Manuskript von Nostradamus. Briefe, merkwürdige Symbole und bizarre Bilder des Propheten geben Rätsel auf. Wie gelangte das Buch in die Bibliothek? Warum blieb es über 400 Jahre lang unentdeckt?
Stimmt es womöglich, dass die darin enthaltenen Zukunftsvisionen so beängstigend sind, dass Nostradamus sie absichtlich im Verborgenen hielt?”
Nicht wirklich.
Denn das Buch stammt weder von Nostradamus, noch enthält es Zukunftsvisionen.
Aber gehen wir der Reihe nach.
Rein zufällig machten die italienischen Journalisten Enza Massa und Roberto Pinotti 1994 einen sensationellen Fund in der römischen National-Bibliothek: ein uraltes Buch mit dem Titel
Vaticinia Michaelis Nostredami de Futuri Christi Vicarii ad Cesarem Filium“,
zu Deutsch etwa: „Prophezeiungen des Michel Nostradamus für seinen Sohn Cesar über die Zukunft des Stellvertreters Christi“.
Der brisante Inhalt: 80 Zeichnungen (angeblich “geheime Botschaften”) des französischen Renaissance-Sehers.
Seitdem forschen Nostradamus-Fans nach Zusammenhängen zwischen den neu aufgetauchten Wasserfarbenbildern und den bekannten Prophezeiungen ihres Meister-Propheten.
2007 nahm sich der internationale Kabelsender History Channel des Themas an.
Die TV-Dokumentation „The Lost Book of Nostradamus“ verkettet die gebundene Sammlung von großformatigen Illustrationen zum Beipsiel mit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 – und mit der katholischen Kirche.
Denn auf den Darstellungen sind immer wieder Päpste zu sehen, meist werden sie angegriffen und bedrängt.
„Die Visionen beziehen sich auf den Untergang des Papsttums“,
verlautbarte etwa der amerikanische Nostradamus-Forscher Vincent Bridges gegenüber den Fernsehleuten.
Ironischerweise ist das nicht einmal völlig daneben – nur sind die Hintergründe ganz andere, als irgendwelche Pseudo-Nostradamus-”Experten” ihrem Publikum weismachen wollen.
In diesem Büchlein finden sich die bis ins Detail identischen Motive wie in der „Vaticinia Michaelis Nostredami …“, welche von 1629 datiert.
Überzeugt von der Theologie Martin Luthers und befreundet mit dem Maler Albrecht Dürer setzte Osiander an seiner Wirkungsstätte Nürnberg die Reformation durch. Seine Zeichnungen sind mühelos in eine bekannte ikonographische Tradition einzuordnen und greifen in ihrer Kritik an Papst und Kirche auf die damals gebräuchliche Form der Prophezeiung zurück.
Die Texte und Abbildungen in der reformatorischen Streitschrift des Nürnberger Predigers gelangten schon bald in die Hände des Buchdruckers Christian Egenolff, der sie mit verschiedenen Prophezeiungen und weiteren Abbildungen zusammenband und vertrieb.
Sie mögen irgendwann auch in Rom angekommen, dort mit der poetischen Handelsmarke „Nostradamus“ versehen und x-mal kopiert und plagiiert worden sein.
Und so sieht das Ganze aus:
1) Angebliche Nostradamus-Zeichnung von 1629:
2) Illustration aus der Oettingen-Wallerstein-Sammlung von 1527:
Der Kampf gegen den Papst steht auf drei Säulen: die weltliche Macht der Städte und Fürsten, die Kleriker und schließlich das Wort Gottes selbst, welches durch das Horn symbolisiert wird.
In der Mitte ist also keine Sense oder Guillotine zu sehen, wie von Nostradamikern behauptet wird, sondern ein Schallrohr.
Zum Weiterlesen:
Nostradamus-Fake: GWUP-Forscher findet Originale, GWUP-Blog am 27. August 2009
Wie analysiert man Nostradamus-Verse? GWUP-Blog am 21. April 2010
Andere schlagen Zauberzucker in der Apotheke los und werden reich damit.
Und wir?
Sehen wir einen Vorschlag von Videoblogger Jörg Wipplinger (diewahrheit.at):
Ab jetzt verkaufe ich das “Skeptische Placebo” . Ich garantiere: Zumindest die genau gleiche Wirksamkeit wie: Schüssler Salze, Hochpotenz-Homöopathie, Bachblüten, Granderwasser oder Quantenmedizin.”
Ich bin erst 1993 dazu gekommen, während der Wuppertal-Konferenz, über die ich als junger Zeitschriften-Volontär berichtete.
Kurz danach trat ich in Berlin meine erste Redakteursstelle an, im Gepäck die Adresse des Leiters der Berliner GWUP-Regionalgruppe.
Das war ein gewisser Ralf Wambach.
Und so fand ich mich bald bei einer öffentlichen Skeptiker-Veranstaltung wieder, bei der es unter anderem um Wahrnehmungstäuschungen ging.
Mein Vorsatz, diesem komischen Verein nur passiv (als zahlendes Mitglied sozusagen) angehören zu wollen, schwand so schnell dahin wie der esoterisch angehauchte Teil des Publikums.
Und fortan drehte sich ein nicht geringer Teil meines Lebens in der Millionenstadt um GWUP-Treffen, Vorträge, Aktionen wie etwa ein Feuerlauf mit implantiertem Thermometer in der Fußsohle, “Elfenwanderungen” und um das Netzwerken mit befreundeten Organisationen wie dem Berliner Dialog oder dem HVD Berlin-Brandenburg.
All das führte schließlich dazu, dass ich 1996 bei der siebten GWUP-Konferenz in der Archenhold-Sternwarte in Berlin-Treptow in den Vorstand gewählt wurde. Der Rest ist Geschichte.
Ralf studierte damals Mathematik und Physik auf Lehramt, und irgendwann zog er für sein Referendariat wieder weiter.
In die GWUP-Annalen ging er als der Mann ein, der an jedem Ort, wohin es ihn verschlug, sogleich eine GWUP-Regionalgruppe gründete.
Das waren einige. Die meisten davon existieren noch heute.
Als GWUP-Pressesprecher oblag es mir damals, in den späten 1990ern, Skeptiker in die unzähligen Nachmittags-Talkshows zu vermitteln.
Wann immer es ging, schickte ich Ralf dorthin.
Diesem Umstand verdanken wir unter anderem seinen legendären Skeptiker-Bericht: “Das Ende von Talk X – hautnah dabei”.
Auch Mysteries-Moderator Jörg Draeger bekam zu spüren, dass man besser nicht versuchen sollte, Ralf als “dogmatischen” Klischee-Skeptiker vorzuführen.
Das funktionierte nämlich nicht. Unter anderem deswegen, weil Ralf einer der sympathischsten Menschen ist, die ich je getroffen habe.
Später verewigte er sich noch zum Beispiel bei Quarks & Co, in der Folge “Warum ein Pendel meistens Recht hat”.
Wiedergesehen haben wir uns dann 1998 beim Welt-Skeptikerkongress “Armageddon and the Prophets of Doomsday” in Heidelberg.
Bei der abschließenden Schifffahrt auf dem Neckar unterhielten wir uns nicht über Astrologie und Parapsychologie, sondern über Trashfilme.
Wir fanden damals beide ein fast kindliches Vergnügen an der “Nemesis”-Reihe mit der Bodybuilderin Sue Price.
Zur Feier des Tages sei uns eine kurze Erinnerung gestattet:
Und als ich dann für die Spielhandlung in den “X-Teens” einen Namen für einen Lehrer brauchte, der mit seinen Schülern ein Astrologie-Experiment macht, gab es natürlich nur eine Wahl. Deshalb heißt der Lehrer auf Seite 152 “Ralf Wambach”.
Wenn ich jetzt in Essen bei der Feier wäre, wunschgemäß …
… mit einem Gegenstand, der aus unserer gemeinsamen Zeit stammt oder Dich daran erinnert”,
dann wäre es dieses Buch.
Wie gesagt: schade.
Aber ich denke, soviel Zeit hätten wir heute Abend gar nicht gehabt, um all das – und noch vieles mehr – gemeinsam Revue passieren zu lassen.
Deshalb an dieser Stelle:
Die allerherzlichsten Glückwünsche zum Geburtstag, Ralf – und vielen Dank für alles!
Als Video habe ich was von unser beider Lieblings-Filmstar rausgesucht, der die 50 schon vor einiger Zeit gefeiert hat:
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