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Wie seriös sind die „Deutschen Wirtschafts Nachrichten“, fragen Vice und Rayk Anders

Bitte hört auf, mir Links von den Deutschen Wirtschafts Nachrichten zu schicken.”

Vor einem Jahr hat Rayk Anders acht gute Gründe genannt, warum er wenig von dem “truthernahen Nischenmedien-Projekt” (Psiram) hält:


Direktlink zum Video auf Youtube

Die DWN sonderte daraufhin eine ärmliche Stellungnahme ab, die Rayk seinerseits kommentierte.

Jetzt befasst sich auch Vice mit der Frage

Wie seriös sind die „Deutschen Wirtschafts Nachrichten“?

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Das Fazit des Autors:

Wer gerne dunkle Machenschaften behauptet, ohne sie irgendwie belegen zu können, ist kein Nachrichtenportal, sondern ein Blog für Verschwörungstheoretiker [...]

Die Frage ist also nicht mehr, ob die DWN seriös sind oder nicht. Die Frage ist vielmehr, ob die Verantwortlichen diese Panikmache einzig betreiben, um damit möglichst viele Leichtgläubige auf ihre Seite zu locken und so richtig viel Geld zu verdienen, oder ob – wie bei vielen Verschwörungstheoretikern – noch viel unangenehmere Absichten dahinterstecken.”

Zum Weiterlesen:

  • Wie seriös sind die „Deutschen Wirtschafts Nachrichten“? Vice am 26. November 2015
  • So lügt Udo Ulfkotte, stefan-niggemeier.de am 26. November 2015

„Wunderheiler“ von Eckart von Hirschhausen jetzt als Live-DVD

“Wunderheiler”, das aktuelle Bühnenprogramm von Dr. Eckart von Hirschhausen, gibt es jetzt auch als Live-DVD.

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Die komplette Show in 137 Minuten Länge und eine Menge Bonusmaterial, zum Beispiel ein lehrreiches Warm-up im Publikum, unterwegs im Krankenhaus für “Humor hilft heilen” und außerdem drei spannende Filme von Faktencheck Gesundheit, warum nicht jede Knieoperation sinnvoll ist und in Bayern mehr operiert wird als anderswo.”


Direktlink zum Video auf Youtube

Zum Weiterlesen:

  • Skeptiker auf Kuschelkurs, daz-augsburg.de am 30. November 2013
  • „Wunderheiler”: Das neue Bühnenprogramm mit Eckart von Hirschhausen, GWUP-Blog am 1. Dezember 2013
  • Eckart von Hirschhausen im „Stern“: Magie und Medizin, GWUP-Blog am 6. März 2014
  • Eckart von Hirschhausen therapiert die Waldbühne, Tagesspiegel am 12. September 2014
  • Hart aber fair: „Von Impfgegnern bis Geistheilern“ jetzt online, GWUP-Blog am 23. März 2015

„Neue Augenzeugenberichte unheimlicher Phänomene” mit GWUP-Interview

Im Sommer haben wir mit der Passauer Archäologin Dr. Lucia Moiné über ihr Buch

Reise ins Unbekannte: Wahre Geistergeschichten aus dem deutschsprachigen Raum”

gesprochen.

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Jetzt ist der zweite Band erschienen:

Reise ins Unbekannte 2: Neue Augenzeugenberichte unheimlicher Phänomene”

Einen Film darüber gab’s vor zwei Tagen bei 3sat (auch der Vorsitzende des GWUP-Wissenschaftsrats, Prof. Wolfgang Hell, kommt darin zu Wort).

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In dem Buch “Reise ins Unbekannte 2″ findet sich auch ein Interview mit mir (Seite 272).

Ein Auszug:

Was sind, in Ihren Augen, die Ursachen für Spukphänomene und Geistersichtungen und warum berichten so viele Personen darüber?

 Dass die vielen Augenzeugen wirklich etwas Seltsames, Unerklärliches, Beängstigendes erleben, bezweifele ich keinesfalls – aus eigener Erfahrung. Aber subjektive Erfahrung ist nun mal kein sicheres Wissen. Ich denke, solche Phänomene sind nicht außersinnlicher Natur, sondern sie sind außer-bewusst.

Wir Skeptiker halten nicht so sehr die Parapsychologie für das geeignete Werkzeug zu ihrer Erforschung, sondern die Wahrnehmungspsychologie. Wir gehen davon aus, dass scheinbar „paranormale“ Erlebnisse normalpsychologisch erklärbar sind.

„Skeptische“ Geisterforschung sieht daher so aus wie zum Beispiel die Studien des englischen Psychologen Richard Wiseman. Er ließ Hunderte Versuchspersonen durch die berüchtigten Gewölbe von Edinburgh oder durch die Korridore von Schloss Hampton Court bei London spazieren und stellte fest, dass manche Leute sehr sensibel auf unbewusste Sinneseindrücke wie Temperaturwechsel, Luftzüge oder Lichtveränderungen reagierten und das Gefühl hatten, berührt worden zu sein, also etwa eine kalte Hand im Nacken spürten.

Wir dürfen nie vergessen, dass Wahrnehmungen eine Konstruktion unseres fehleranfälligen Gehirns sind. Wir sind einem riesigen Selbsttäuschungspotenzial unterworfen, das den meisten gar nicht klar ist.

Viele wollen davon auch gar nichts wissen, weil sie jeden Zweifel an ihrem Erlebnis als Angriff auf ihre Integrität und Glaubwürdigkeit missverstehen. Darum geht es aber überhaupt nicht. Wir weisen nur darauf hin, dass unsere Wahrnehmung nicht wie eine Videokamera funktioniert, die eins zu eins die Realität abbildet.

Stattdessen suchen sich Gehirn und Nervensystem Informationen aus unserem Umfeld, filtern diese, formen sie um, kombinieren sie mit Gedächtnisinhalten. Und bringen so mitunter etwas hervor, das man als Geist deuten kann – aber nicht muss.”

Zum Weiterlesen:

Einstein-Kritiker oder Wie viele Menschen verstehen die Relativitätstheorie?

Mit den seltsamen Ideen der “Einstein-Leugner” haben wir uns hier schon mal beschäftigt.

Zum 100. Geburtstag der Relativitätstheorie widmet Dr. Florian Freistetter seine Kolumne “So ein Schmarrn!” diesen exponierten Repräsentanten des Dunning-Kruger-Effekts.

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In dem Artikel heißt es unter anderem:

Die [Relativitätstheorie] ist für mich unlogisch, oder schärfer formuliert: falsch”, erklärte der (mittlerweile emeritierte) Professor Hartwig Thim vom Institute for Microelectronics and Microsensors der Universität Linz angesichts einer kritischen Betrachtung eines seiner öffentlichen Vorträge über die angeblichen “Irrtümer” Einsteins.

Dieses Denkmuster findet man bei den Gegnern Einsteins häufig: Die Aussagen der Relativitätstheorie werden als unlogisch, widersprüchlich und nicht intuitiv empfunden. Daraus wird dann gefolgert, dass sie falsch sein müssen. Der eigentliche Fehler liegt aber darin, die Grenzen der eigenen Vorstellungskraft zu den absoluten Grenzen der Realität zu erheben.

Die Relativitätstheorie erscheint tatsächlich oft unlogisch und paradox. Das ist nicht überraschend, denn sie beschreibt Situationen, die nichts mit unserer alltäglichen Wahrnehmung zu tun haben.”

Das führt uns geradewegs zu dem Mythos, dass angeblich nur drei Menschen auf der Welt Einsteins Relativitätstheorie verstehen.

Stimmt das?

Zurück geht diese Behauptung auf eine Anekdote aus der Anfangszeit der Relativitätstheorie. Der britische Physiker Sir Arthur Stanley Eddington sei von einem Journalisten gefragt worden:

Ist es richtig, dass nur drei Menschen die Relativitätstsheorie verstanden haben?”

Worauf Eddington geantwortet haben soll:

Ich überlege gerade, wer der dritte ist.”

Eddington war in der denkbar besten Position, das zu beurteilen. Als Direktor des Royal Observatory in Greenwich galt er als einer der bedeutendsten Physiker seiner Zeit und leitete 1919 eine Sonnenfinsternis-Expedition, mit der eine Voraussage der Allgemeinen Relativitätstheorie zum ersten Mal experimentell nachgewiesen werden konnte.

Eddington tat diesen vielzitierte Ausspruch zu einer Zeit, als die Relativitätstheorie sehr jung war. Dennoch stieß sie schon damals schnell auf großes Interesse unter den Physikern, und es ist zweifelhaft, ob Eddington Recht hatte oder bloß einen lästigen Fragesteller abbürsten wollte.

Inzwischen ist genau ein Jahrhundert vergangen, und mittlerweile sind viele Erkenntnisse, die damals neu und überraschend waren, weit verbreitet. Doch es kommt auch darauf an, was man mit “verstehen” eigentlich meint.

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Zunächst muss man die Spezielle Relativitätstheorie (SRT) und die Allgemeine Relativitätstheorie unterscheiden.

Die SRT, die beispielsweise zeigt, dass für sich schnell bewegende Objekte die Zeit langsamer vergeht, kann im Wesentlichen mit der heutigen Schulmathematik beschrieben werden und wird in ihren Grundzügen im Physikunterricht behandelt und als Abiturwissen abgefragt.

Anders ist das mit der Allgemeinen Relativitätstheorie, die sich etwa damit befasst, wie die Gravitationsfelder von Massen den Raum krümmen.

Zur mathematischen Beschreibung erfordert die ART komplizierte Methoden auf einem Niveau, das Mathematik- oder Physikstudenten normalerweise am Ende ihres Studiums erreichen. Mathematisch sind die Feinheiten der ART nur Experten zugänglich.

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Doch auch das dürften deutlich mehr als drei Menschen auf der Welt sein, schließlich gibt es allein in Deutschlands mehrere Professoren, deren Forschungsgebiet die Allgemeine Relativitätstheorie ist.

Aber auch Nichtwissenschaftler können anhand von populärwissenschaftlichen Büchern oder Fernsehsendungen zumindest die wesentlichen Folgerungen der ART nachvollziehen und wissen zum Beispiel, wie sich das Universum entwickelt hat, was Schwarze Löcher sind und welche seltsamen Eigenschaften diese haben.

Hierin unterscheidet sich die Allgemeine Relativitätstheorie im Prinzip nicht von anderen Wissensbereichen, etwa der Medizin: Sehr viele Nichtmediziner habe sich umfangreiche Kenntnisse über bestimmte, sie betreffende Krankheiten angeeignet, jeder Arzt kann die häufigsten Erkrankungen erkennen und behandeln – aber eine Gehirnoperation können nur wenige Spezialisten durchführen.

Anders gesagt: Das Wissen um die Relativitätstheorie ist jedem Interessierten mehr oder weniger zugänglich. Doch wann fängt das “Verstehen” an? Mit der Fähigkeit, die Allgemeine Relativitätstheorie mathematisch zu beschreiben?

Oder gehört auch ein konkretes “Begreifen” dazu?

Letzteres ist in der Tat schwierig, denn die gekrümmten Räume der Allgemeinen Relativitätstheorie oder die Zeitverschiebung der Speziellen Relativitätstheorie sind allgemein nicht fassbar, weil sie in unserem Alltag keinerlei Entsprechung finden.

Womit wir wieder bei den Denkmustern der Einstein-Gegner sind.

Zum Weiterlesen:

  • Einsteins Relativitätstheorie ist widersprüchlich, unlogisch und falsch! derStandard am 24. November 2015
  • Kleiner Blog-Überblick zum 100. Geburtstag der Allgemeinen Relativitätstheorie, Hier wohnen Drachen am 26. November 2015
  • 100 Jahre Allgemeine Relativitätstheorie: David Tennant erklärt Albert Einstein, Astrodicticum simplex am 26. November 2015
  • Auf Einsteins Spuren am 25. November 2015, Relativ einfach am 25. November 2015
  • Relativitätstheorie: Einstein in der Grübelfalle, ZeitWissen am 25. November 2015
  • Was wäre die Welt ohne Einstein? T-Online am 26. November 2015
  • Willkommen in Einsteins Universum, Spiegel-Online am 24. November 2015
  • Als Raum und Zeit sich plötzlich krümmten, FAZ am 24. November 2015
  • Einstein und der Medizin-Pluralismus, GWUP-Blog am 1. April 2010
  • Skepkon-Video: „Galileos Finger und Einsteins Pantoffeln“, GWUP-Blog am 22. Juli 2015
  • Skepkon-Video: Wissenschaft, Para, Pseudo – oder einfach nur Blödsinn? GWUP-Blog am 21. November 2015
  • Dumm ein Ein-Stein? GWUP-Blog am 29. Juli 2012

Die GWUP beim 8. Forum Wissenschaftskommunikation

Die GWUP ist beim 8. forum wissenschaftskommunikation vertreten, das vom 30. November bis 2. Dezember in Nürnberg stattfindet.

In der Session “Wissenschaft – und dann?” am Montagnachmittag um 15.15 Uhr geht es unter anderem um “Geister als Kopf- und Herzenssache”.

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Das “Forum Wissenschaftskommunikation” ist eine Veranstaltung der Initiative “Wissenschaft im Dialog”.

Zum Weiterlesen:

  • Evidenz zum Sprechen bringen, Gesundheits-Check am 20. November 2015
  • Bewegte Zeiten: die “WissensWerte 2015″, Wissenschaft kommuniziert am 24. November 2015
  • Leitlinien zur Sackgasse? – Fünf Einwürfe zu den „Leitlinien guter Wissenschafts-PR“, Wissenschaft kommuniziert am 4. November 2015
  • Wissenschaftskommunikation: Und was ist mit den Blogs? GWUP-Blog am 19. Juni 2014
  • “Wissen vom Fass”: eine Art Science Slam in der Kneipe, GWUP-Blog am 18. Oktober 2015
  • Die Wahrheit hinter zehn Mystery-Mythen, bild.de am 28. Mai 2014

„Stern TV“ und „Stern“-Interview jetzt online: Dr. Natalie Grams zur Homöopathie

Zur gestrigen Stern-TV-Sendung hat die Online-Redaktion des gedruckten Magazins jetzt auch das Interview mit Dr. Natalie Grams vom Sommer (Stern Nr. 31/2015) veröffentlicht:

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Den Stern-TV-Beitrag vom 25. November 2015 gibt es hier (Kapitel 2).

Zum Weiterlesen:

  • Warum Natalie Grams mit der Homöopathie gebrochen hat, Stern-Online am 25. November 2015
  • Die Homöopathie-Aussteigerin Natalie Grams im „Stern“- Interview, GWUP-Blog am 24. Juli 2015
  • Zum Schmunzeln für alle Heiler, Ärzte, Therapeuten und “Normalsterbliche”, Akua Events am 20. November 2015
  • Bin ich gegen die Homöopathie? Homöopathie neu gedacht am 18. November 2015
  • Für alle Homöopathen, die meinen, meine Story wäre nur erfunden, Homöopathie neu gedacht am 13. November 2015
  • Interview mit Dr. Natalie Grams: “Wie eine Glaubensgemeinschaft”, Skeptiker 4/2015
  • Homöopathie und Politik, Gesundheits-Check am 26. November 2015
  • Homöopathin wechselt die Seiten, apotheke adhoc am 26. November 2015

Freund, Kollege, Skeptiker, Science Buster: Das alles war Professor Heinz Oberhummer

Ein Nachruf von GWUP-Vorstandsmitglied Dr. Florian Aigner:

Heinz Oberhummer, langjähriges GWUP-Mitglied und ehemaliger Präsident der Gesellschaft für Kritisches Denken, ist gestern im Alter von 74 Jahren verstorben.

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Wir verlieren einen immer gut gelaunten, optimistischen und humorvollen Freund und Kollegen, einen Wissenschaftler, der keine Scheu hatte, auch mal über verrückte, unkonventionelle Fragen nachzudenken, und einen Skeptiker im besten Sinn des Wortes, für den die Wissenschaft kein Minderheitenprogramm, sondern ein wesentliches Fundament unserer modernen Gesellschaft war.


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“Es ist ein Glück, dass wir überhaupt da sind.”

Darüber sprach Heinz Oberhummer besonders gerne. Hätten bestimmte Naturkonstanten nur einen geringfügig anderen Wert, dann hätte das Universum niemals Leben hervorbringen können.

Heinz Oberhummer genoss es, über solche großen Fragen nachzudenken. Und er konnte mit so viel Enthusiasmus und Humor über Wissenschaft erzählen, dass selbst Leute begeistert zuhörten, die mit Wissenschaft sonst nichts zu schaffen haben.


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In seiner wissenschaftlichen Forschung verband Heinz Oberhummer die mikroskopische Welt der kleinsten Teilchen mit dem großen Blick auf das Universum. Er beschäftigte sich mit theoretischer Kernphysik und wandte seine Erkenntnisse auf die Astrophysik an.

Internationales Aufsehen erregte er mit seinen Berechnungen von Kernreaktionen, die im Inneren großer Sterne stattfinden. Heinz Oberhummer konnte zeigen, dass wir die Entstehung von Kohlenstoff- und Sauerstoffatomen, aus denen wir auch selbst bestehen, einem ganz bemerkenswerten glücklichem Umstand verdanken:

Wäre die Feinstrukturkonstante, mit der man die Kraft der elektromagnetischen Wechselwirkung angibt, nur ein bisschen größer oder kleiner, könnte dieser Kernprozess nicht ablaufen, es gäbe kaum Kohlenstoffatome und kohlenstoffbasiertes Leben wäre nicht möglich.


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In Skeptikerkreisen wie an der TU Wien galt er nicht nur als liebenswerter Kollege, sondern auch als mitreißender Vortragender. Dass er irgendwann den Schritt aus dem Hörsaal in die breite Öffentlichkeit wagte, war eigentlich nur logisch und konsequent.

2009 veröffentlichte er sein erstes Buch „Kann das alles Zufall sein – Geheimnisvolles Universum“. Über die Grenzen Österreichs hinaus wurde er als Mitglied der Wissenschafts-Kabarettgruppe „Science Busters“ berühmt, der – nach Eigendefinition – „schärfsten Scienceboygroup der Milchstraße“.

Auf witzige, oft reichlich überdrehte, aber immer liebenswürdige Weise brachte er gemeinsam mit Werner Gruber und Martin Puntigam dem Publikum verschiedenste wissenschaftliche Themen näher. Mit den Science Busters brachte er weitere höchst erfolgreiche Bücher heraus und wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet.


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Heinz Oberhummer war fest davon überzeugt, dass Wissenschaft kein Minderheitenprogramm sein darf, sondern einen wichtigen Platz in der Gesellschaft einnehmen muss. Entschieden wandte er sich immer gegen Esoterik und Aberglauben.

Oberhummer war jahrelang Präsident der Gesellschaft für Kritisches Denken, er war Mitglied im Wissenschaftsrat der GWUP, außerdem war er Mitglied des österreichischen Freidenkerbunds und Obmann der Initiative “Religion ist Privatsache”.

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Mit einem Kollegen hatte Oberhummer gewettet, dass man noch zu seinen Lebzeiten außerirdisches Leben finden werde. Eine Magnumflasche Champagner hätte er in diesem Fall gewonnen, nichts hätte ihn mehr begeistert, als damit auf eine solche Entdeckung anstoßen zu dürfen. Daraus ist leider nichts mehr geworden.

Die TU Wien verliert einen beliebten Kollegen, Vortragenden und Forscher, die österreichische Wissenschaftskommunikation verliert einen begeisterten und begeisternden Wissenschaftserzähler, der mit Geschichten über seine Alpakazucht genauso fesseln konnte wie mit Spekulationen über Paralleluniversen; einen Menschen, für den die Wissenschaft ein wunderschönes, großes, niemals endendes Abenteuer war.

Heinz Oberhummers Familie hat bereits im engsten Kreis Abschied genommen, sein Körper wird seinem Wunsch entsprechend der Wissenschaft zur Verfügung gestellt.

Zum Weiterlesen:

  • Heinz Oberhummer gestorben, GWUP-Blog am 25. November 2015
  • Esoterik-Kritik als massentaugliches Edutainment: Interview mit den “Science Busters”, Skeptiker 4/2010
  • Heinz Oberhummer/Martin Puntigam/Werner Gruber: Das Universum ist eine Scheißgegend. Carl Hanser Verlag, München 2015

Heinz Oberhummer gestorben

Noch im Oktober habe ich Heinz Oberhummer in München auf der Bühne gesehen, wo er “Born to be wild” auf der E-Gitarre rockte.

Allenfalls in seinen “kühnsten Träumen” hätte er sich vorstellen können, nach seiner Emeritierung Kabarett zu machen und mit einem Projekt wie den “Science Busters” grandiose Erfolge zu feiern, erzählte er 2010 in einem Skeptiker-Interview.


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Leider war ihm der wissenschaftliche Unruhestand als leidenschaftlicher Erklärer nur wenige Jahre vergönnt. Professor Heinz Oberhummer erlag am Montagabend in einer Wiener Klinik einer Lungenerkrankung.

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Wir schließen uns einer Kondolenz auf der Facebook-Seite der Science Busters an, einem Zitat von Tangerine-Dream-Gründer Edgar Froese:

There is no death, there is just a change of our cosmic address.”

Zum Weiterlesen:

Dr. Natalie Grams bei Stern TV: Placebo oder wirksame Medizin?

Morgen Abend (Mittwoch, 25. November, 22.15 Uhr, RTL) ist Dr. Natalie Grams bei Stern TV:

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Sie diskutiert dort live mit Cornelia Bajic vom Deutschen Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ). Ein kurzer Clip zur Sendung findet sich auf der Facebook-Seite von Stern-TV.

Im nächsten Skeptiker (4/2015) gibt es zudem ein ausführliches Interview.

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Update vom 26. November: Das Video zur Sendung ist jetzt online (Kapitel 2).

Zum Weiterlesen:

  • Bin ich gegen die Homöopathie? Homöopathie neu gedacht am 18. November 2015
  • Für alle Homöopathen, die meinen, meine Story wäre nur erfunden, Homöopathie neu gedacht am 13. November 2015
  • „Frau rechnet mit Heilmethode ab“: Dr. Natalie Grams heute in zahlreichen Medien, GWUP-Blog am 1. Oktober 2015
  • Was erlaube Grams? Die Homöopathie-Kritikerin, die der Homöopathie schadet, GWUP-Blog am 1. September 2015
  • “Wie eine Glaubensgemeinschaft”, Skeptiker 4/2015
  • Doctor Prescribes a Reality Check for Homeopathy, Psychology Today am 22. November 2015
  • CFI and Dawkins Foundation Urge FTC to Stop Homeopathy’s False Advertising, CFI am 23. November 2015

Die Promi-Claqueure des Xavier Naidoo: Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr

Dass Verschwörungshonks wie Ken Jebsen und andere genau wissen, warum Xavier Naidoo nun doch nicht beim ESC antreten darf – geschenkt.

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Dass einschlägig bekannte Irrläufer wie Olli Banjo, Dieter Dehm, Lutz Bachmann und andere Naidoos Rückzug mit der Künstlerverfolgung der Nationalsozialisten (“Berufsverbot”) vergleichen und zu “Mahnwachen” aufrufen – auch klar.

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 Dass es auch durchaus bedenkenswerte Argumente gegen die Ausladung des Sängers gibt – natürlich.

Wirklich erschreckend ist dagegen die völlig unreflektierte Parteinahme für Naidoo von Promi-Kollegen wie Michael Mittermeier, Til Schweiger, Mario Barth, Atze Schröder oder Rolf Stahlhofen von den “Söhnen Mannheims”.

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Im Kern geht es irgendwie darum, dass Naidoo ein netter Kerl sei und man “ein paar Zitate” nicht aus dem Zusammenhang reißen dürfe.

Das tut auch niemand.

noisy/music by vice erklärt noch einmal, worum es geht:

Dass die Presse jetzt also diese „wow, immerhin 5“ Zitate auseinandernimmt und aus dem Kontext reißt, ist schlichtweg nicht richtig.

Nur weil Xavier Naidoo nach einem offenbar nicht unabsichtlichen Auftritt oder einem Interview, in dem die Moderatoren alles dafür geben, ihn vor sich selbst zu schützen, sich hier und da mal distanziert, macht das seine Taten und Aussagen nicht ungeschehen.

Zumal man, liest man sich das ein oder andere Interview mit ihm durch, schnell erkennen kann, dass es sich nicht um einmaligen kleine Ausrutscher handelt, nicht um zweideutige Lyrics, die sich im der Kunstfreiheit rechtfertigen lassen, nicht um Nichtigkeiten, die unter den Teppich gekehrt werden können.

Naidoo ist seit Jahren fest davon überzeugt, dass Deutschland besetzt ist, spricht auf rechtsnahen Demonstrationen wie der Montagsdemo oder bei den „Reichsbürgern”, hat sehr fragwürdige Textzeilen, die alle Antisemiten lieben würden und hat – nicht zu vergessen – bereits Pädophile mit Schwulen gleichgesetzt.

Nichts davon könnte in egal welchem Zusammenhang plötzlich Sinn ergeben und wäre okay.”

Der Neuerechteblog ruft dazu eine einschlägige Liedzeile Naidoos in Erinnerung, und bei den Ruhrbaronen schreibt Sebastian Flyte in einem offenen Brief an den NDR:

Wir wollen einfach nicht von einem Sänger vertreten werden, der das alles entweder als billigen PR-Gag macht/äußert oder der ein wirkliches Problem mit Schwulen, Juden und Demokraten hat. Allein dass die Menschen nicht wissen, was an den Aussagen des Herrn Naidoo echt oder gespielt ist, ihm das aber alles zutrauen, muss die Person als Kandidaten für den ESC disqualifizieren. Genau deshalb sind die Menschen auf die virtuellen Barrikaden gegangen.”

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Auch rap.de spricht sich klar gegen eine “bedingungslose Solidarität mit Xavier Naidoo” aus.

Darüber hinaus sagt die Laudatio auf Naidoo bei der Verleihung des Goldenen Bretts 2014 in Wien eigentlich alles aus:

Das wäre alles noch irgendwie als Exzentrismus eines Künstlers abzutun, wenn Xavier Naidoo nicht auch noch ganz öffentlich mit den Reichsbürgern und damit mit eindeutigen Vertretern von rechtem Gedankengut und antisemitischen Tendenzen zu sympathisieren beginnen würde.

So geschah es jüngst, dass er in Berlin bei zwei Veranstaltungen dieser Gruppen spontan auf die Bühne stieg und Liebe und Frieden predigte – Liebe und Frieden in der Naidooschen Nomenklatur wohlgemerkt.

Naidoo, wie im Übrigen auch die anderen Reichsbürger, greift die Unzufriedenheit der Bürger mit der Leistung der Regierung auf und schürt vor dem Hintergrund – zugegebenerweise höchst bedenklichen Vorgängen wie der NSA Affäre – Antiamerikanismus und Abspaltungstendenzen.

Die Verschwörungstheorien, die auf diesem Nährboden wachsen, sind zahlreich. Man kommt schnell vom Hölzchen aufs Stöckchen und von der BRD GmbH zu Chemtrails und der jüdischen Weltverschwörung.

Naidoo scheut sich nicht, im öffentlich-rechtlichen Fernsehen von Deutschland als einem unfreien Land zu sprechen. Das wirkt nicht zuletzt vor dem Hintergrund absurd, dass er ja selbst so gern die Meinungsfreiheit nutzt, um seine fragwürdigen Schwurbeleien zu verzapfen.

Ein Brett vor dem Kopf bleibt auch dann eines, wenn man es mit friedlichen Einhörnern und rosaroten Wölkchen bepinselt.”

Oder in Satirisch:

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Bei rap.de startet heute übrigens die Serie “Aluhut ab: Deutschrap und Verschwörungstheorien”.

Und abschließend spendieren wir Naidoo, Schweiger, Mittermeier und Co. den Link

Kann denn Dummheit Sünde sein?”

Zum Weiterlesen:

  • Kann denn Dummheit Sünde sein? Psychologie heute am 24. November 2015
  • Xavier Naidoos berühmte Freunde werfen den Medien „Terror“ und „Hetze“ vor, noisy am 23. November 2015
  • Über die Querfront und Xavier Naidoo, Neuerechteblog am 22. November 2015
  • Offener Brief an den NDR: Darum lehnten die Menschen Naidoo ab, Ruhrbarone am 22. November 2015
  • Die Rothschilds, die Fed und die jüdische Hochfinanz, GenFM am 11. Juli 2015
  • Naidoo und die ARD verheddern sich in Widersprüchen – und eine Punk-Band fordert sie jetzt heraus, GWUP-Blog am 20. November 2015
  • Xavier Naidoo zum ESC: Viele Fragen und zwei Petitionen, GWUP-Blog am 19. November 2015
  • Xavier Naidoo spricht bei den „Reichsbürgern“ in Berlin, GWUP-Blog am 4. Oktober 2014
  • Xavier Naidoo will kein Antisemit und kein Reichsbürger sein und zieht vor Gericht, GWUP-Blog am 21. August 2015
  • Die Eso-Oscars 2014: And the Winner is …, GWUP-Blog am 26. November 2014
  • Aluhut ab: Deutschrap und Verschwörungstheorien, rap.de am 24. November 2015
  • Bedingungslose Solidarität mit Xavier Naidoo? rap.de am 23. November 2015
  • Xavier Naidoo nun auch im englischen Psiram-Wiki, Psiram am 21. November 2015
  • Xavier Naidoo, die “Reichsbürger”, der ESC und die Wissenschaft, Mathlog am 19. November 2015
  • Rechtsaußen-Patriotismus und deutscher Nazi-Rap, juice.de am 13. November 2015
  • Eine kleine Quellensammlung zu der Kritik an Xavier Naidoo, GenFM am 26. November 2015




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