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Homöopathie-Kritik und die „unvermeidlichen“ Skeptiker

Die GWUP ist “unvermeidlich”.

Schreibt der Journalist Hans Schmidt in der aktuellen Ausgabe (7/2014) von bild der wissenschaft.

In der Rubrik “Denk-Zettel” (S. 106) macht Schmidt sich Gedanken über die “Globuli-Front”.

Dabei streift er das Ende der geplanten “Hochschule” für Homöopathie in Traunstein ebenso wie die vernichtende Homöopathie-Studie des australischen National Health and Medical Research Council und die Forderung der CDU-Politikerin Mechthild Heil nach mehr Transparenz bei Homöopathika.

Dennoch kommt Schmidt zu dem Fazit, dass “der Homöopathie das wissenschaftlich-politische Sperrfeuer kaum schaden dürfte” – trotz der “Frühlingsoffensive” des Deutschen Konsumentenbunds und der “unvermeidlichen” Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften, die “Homöopathen in die Esoterikecke stellt”.

Schmidt:

Gegen Globuli & Co ist offenbar kein Kraut gewachsen.”

Abwarten.

Zwar zitiert der aktuelle Focus (28/2014) eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Deutschen Homöopathie-Union, nach der Globuli-Anwendern “Erfahrung wichtiger [ist] als Studien”.

Allerdings halten mehr als ein Drittel der Befragten (37 Prozent) kritische Berichterstattung über Homöopathie für sachlich und informativ.

Dazu schreibt heute das Online-Portal der Deutschen Apotheker Zeitung:

Auch kritische Berichte zur Homöopathie in den Medien wurden in der Umfrage thematisiert. Die Hälfte der Befragten (51 Prozent) fand, dass die Kritik für Menschen, die noch keine Erfahrung mit der Homöopathie haben, hilfreich ist.

37 Prozent aller Befragten empfanden die Kritik als sachlich, 60 Prozent wiederum für überzogen – bei den Anwendern sogar 69 Prozent.”

Das deckt sich so ziemlich mit unserer Erfahrung.

In unserem Posting “Homöopathie: Brauchen wir mehr Forschung?” vom August 2010 steht zu lesen:

Die wenigsten Patienten, die sich homöopathisch behandeln lassen, wissen, was Homöopathie eigentlich ist. Eine Umfrage eines Homöopathika-Herstellers und der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) von 2006 erbrachte, dass “die meisten Befragten” in der Homöopathie eine “natürliche und sanfte Heilmethode” sehen, die “die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert.

Sie denken bei homöopathischen Arzneimitteln an natürliche Inhaltsstoffe und das Fehlen von Nebenwirkungen.”

Dass der Verband klassischer Homöopathen Deutschlands e.V. diesen Wortlaut der Umfrage auf seiner Homepage zitierte, ist ein Beleg dafür, dass die Homöopathie vorwiegend über ein gut aufgebautes Image verkauft wird – nicht über Tatsachen.”

Und genau hier setzen die Skeptiker an.

Zum Beispiel Dr. Norbert Aust von Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie.

Er besuchte unlängst den Vortrag einer “Apothekerin und Heilpraktikerin” und war über die öffentlichen Desinformationen der Dame so schockiert, dass er in seinem Blog einen Offenen Brief geschrieben hat.

Ermutigendes Zeichen:

Eine andere Apothekerin hat mittlerweile einen Kommentar dazu verfasst, in dem sie die “Propaganda-Maschinerie der Hom-Industrie” beklagt und zugleich versichert:

Bei uns empfiehlt niemand mehr Esoterik als Behandlungsmethode.”

Prima!

Denn neben dem unsäglichen “Binnenkonsens” ist die Apothekenpflicht die zweite Lebensversicherung für die Zauberzucker-Industrie.

Deshalb fordert die GWUP unter anderem …

… die Abschaffung der Apothekenpflicht für homöopathische und anthroposophische Produkte.”

Auch zum Beispiel in Australien findet diese Argumentation Unterstützung.

Und möglicherweise sind die Homöopathen dann viel schneller “mit dem Latein am Ende”, wie Hans Schmidt in bild der wissenschaft glaubt (und in der Überschrift schreibt).

Zum Weiterlesen:

  • Mit dem Latein am Ende, bild der wissenschaft 7/2014
  • Apotheke und Homöopathie – ein Vortrag, ein Erlebnis, Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie am 8. Juli 2014
  • SkepKon 2014: Homöopathie-Vortrag von Dr. Norbert Aust jetzt als Video, GWUP-Blog am 7. Juli 2014
  • Globuli raus aus Apotheken, fordert ein Pharmazeut in Australien, GWUP-Blog am 18. Juni 2014
  • Schwachfug aus der Apotheke, GWUP-Blog am 15. Dezember 2013
  • “Die Homöopathie-Lüge” – Ein Interview (Teil 2), GWUP-Blog am 23. Dezember 2012
  • Umfrage zu Homöopathie: Erfahrung wichtiger als Studien, DAZ-Online am 9. Juli 2014
  • Forderungen der GWUP an Politik, Krankenkassen und Ärzteverbände

Lichtnahrung im DRadio: Sterben statt Essen

SkepKon-Referent Johannes Fischler als kritischer Experte bei der DRadio-Wissen-Sendung

Lichtnahrung: Glauben statt Essen”

In der Ankündigung hieß es:

Es gibt Menschen, die sagen, sie könnten sich nur von Licht ernähren. Jegliche Versuche, das wissenschaftlich zu belegen, sind gescheitert. Trotzdem glauben sie fest daran, ohne physische Nahrung besser zu leben.

Thorsten Albert hat sich neun Monate lang nur von Prana ernährt, sagt er. Kein Brot, kein Gemüse, kein Obst, nichts habe er gegessen, eine Woche sogar nichts getrunken. Danach waren Saft und Tee erlaubt.

Prana kommt aus dem Hinduismus und bedeutet Lebensenergie. Dieses Prana soll die Anhänger der Lichtnahrung mit Energie, Mineralstoffen und Vitaminen versorgen: “Ich öffne mich einer neuen Ernährung. Und ich lasse nichts weg. Die physische Nahrung schon. Aber um noch mehr und intensiver, feinstofflicher und reiner ernährt zu werden.”

Valide wissenschaftliche Belege, dass sich ein Mensch ausschließlich von einer unsichtbaren Lebensenergie ernähren kann, gibt es nicht. Der gesunde Menschenverstand und alle Erkenntnisse, die man bisher über den menschlichen Körper hat, lassen zum Schluss kommen: Wer nichts isst, verhungert. Wer nicht trinkt, dehydriert.

Das ist tatsächlich auch schon passiert.

Eine Schweizerin zum Beispiel hat den Dokumentarfilm “Am Anfang war das Licht” gesehen, der behauptet, dass es wissenschaftliche Belege für die Lichtnahrung gibt. Danach versuchte sie es ohne echte Nahrung – und starb.

Jasmuheen, eine Australierin und berühmteste Verfechterin der Lichtnahrung, wollte einmal im Fernsehen zeigen, dass sie sich von Lichtnahrung ernähren kann. Nach vier Tagen musste sie wegen Dehydrierung abbrechen.

“Das Nicht-Gelingen wird in der Community tabuisiert” [sagt der Psychologe Johannes Fischler]. “Das schweißt die Involvierten wie magisch zusammen. Wir reden hier von Utopien. Und Utopien dürfen nicht real werden, denn ansonsten wäre schlagartig der ganze Spaß vorbei.”

Der Podcast zur Sendung findet sich hier.

 Zum Weiterlesen:

  • DRadio Wissen: „Lichtnahrung – Glauben statt Essen”, Ratgeber-News-Blog am 8. Juli 2014
  • Johannes Fischler bei „Lügner, Spinner, Heiler und Propheten“ im Saarländischen Rundfunk, GWUP-Blog am 18. Juni 2014
  • Lichtarbeiter und die Kunst, den Verstand abzuschalten, GWUP-Blog am 3. August 2013
  • Buch: Wie Esoterik die Köpfe leert und die Kassen füllt, GWUP-Blog am 15. April 2013
  • Tod durch Lichtnahrung, GWUP-Blog am 25. April 2012
  • Am Anfang war das Licht, GWUP-Blog am 27. Oktober 2010
  • Am Ende war kein Licht, Kritisch gedacht am 3. Januar 2011
  • Am Anfang war das Licht: Die Blutwerte des Wunderyogis, Kritisch gedacht am 20. November 2010
  • Am Anfang war das Licht: Von Lichtnahrung, Quantenmystik und Zuschauermanipulation, Kritisch gedacht am 20.9.2010
  • Lichtfasten macht dumm, naklar.at
  • Lichtnahrung: Was will uns der Herr Professor sagen? GWUP-Blog am 17. März 2013
  • Lichtverschmutzung ist kein Lebensmittelskandal, GWUP-Blog am 8. März 2013
  • Magerkost bei ORF 1: “Am Anfang war das Licht”, GWUP-Blog am 5. März 2013
  • Michelle Pfeiffer wäre fast eine Lichtesserin geworden, GWUP-Blog am 4. November 2013

Brain-Gym/Edu-Kinestetik bei „Außer Sinnen“ in Nürnberg

Die aktuelle Ausgabe des Magazins Schule & Wir bespricht “Die zehn populärsten Irrtümer der Pädagogik”.

Darunter subsumiert die Zeitschrift des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst auch Edu-Kinestetik:

Einige Anbieter auf dem Bildungsmarkt werben damit, mit ihrer Methode könne jeder Schüler alles erreichen, was er will, und das auch noch ohne Mühe und mit viel Spaß. Die Methoden reichen vom „Neurolinguistischen Programmieren“ über „Edu-Kinestetik“ bis hin zum „Superlearning“ – um nur einige populäre Konzepte zu nennen.

Alternative Methoden sind „in“ – auch im Bildungsbereich – und versprechen allesamt großartige Erfolge. Wissenschaftlich fundiert sind die wenigsten von ihnen.

Und sie können über eines nicht hinwegtäuschen: Menschen, Kinder sind unterschiedlich. Sie haben jeweils andere Lernvoraussetzungen, andere Schicksale, andere persönliche Voraussetzungen und Begabungen.

Im Sport oder in der Musik käme niemand auf die Ideen zu behaupten, jeder könne Weltrekord laufen oder ein Starpianist werden, am besten auch noch ganz ohne zu trainieren oder zu üben.“

“Gymnastik fürs Gehirn? Brain-Gym/Edu-Kinestetik auf dem Prüfstand” ist auch das nächste Thema der Veranstaltungsreihe “Außer Sinnen – Paranormales und Skepsis” in Nürnberg.

Am Dienstag (15. Juli) ist Dr. Barbro Walker am Nicolaus-Copernicus-Planetarium zu Gast:

Bewegung ist das Tor zum Lernen“, „Unser Schulsystem richtet sich zu sehr auf kognitive Aspekte des Lernens und vernachlässigt den Körper“, „Kinder benötigen eine alternative, ganzheitliche und natürliche Lernhilfe“.

Unter Verwendung solcher oder ähnlich wohlklingender Slogans wird eine Lern- und Behandlungstechnik propagiert, die sich Brain-Gym® (auch: Edu-Kinestetik oder Edu-Kinesiologie) nennt.

Brain-Gym® hat innerhalb der letzten 15 Jahre in großem Umfang Einzug in die deutsche Bildungslandschaft gehalten und wird von vielen Pädagogen vor allem in Schulen und Kindergärten angewandt.

Kernstück sind bestimmte Bewegungs-, Gedanken- und Druckpunkttechniken, mit denen „energetische Störungen“ im kindlichen Körper ausbalanciert werden sollen. Hierdurch werden unter anderem angeblich Lernschwierigkeiten und Verhaltensauffälligkeiten gemildert sowie das „Gehirnpotenzial“ des Lernenden erweitert.

Brain-Gym® verspricht demnach nicht nur Hilfe bei bestehenden Problemen, sondern darüber hinaus auch generelle Leistungssteigerungen. Die Methode beruht nach Auskunft ihrer Anbieter auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen der Gehirnforschung und der Neurowissenschaften.

Im Vortrag soll Brain-Gym® gründlich unter die Lupe genommen werden. Welche Theorie verbirgt sich hinter dieser Technik und auf welchen neurowissenschaftlichen Erkenntnissen beruht sie?

Handelt es sich hier wirklich um einen wissenschaftlich fundierten Ansatz, mit dem beispielsweise Lernschwierigkeiten angemessen begegnet werden kann?”

Der Vortrag beginnt um 19.30 Uhr, der Eintritt kostet 7 €.

Darüber hinaus stehen bei “Außer Sinnen 2014″ noch “Vampire” (Dr. Mark Benecke, 29. Juli) auf dem Programm.

Zum Weiterlesen:

Krebs-Scharlatane: Wenn Patienten den Tumor ärgern

Noch heute und morgen gibt es den Stern (28/2014) mit der Titelgeschichte “Gefährliche Heiler” zu kaufen.

Stern-Redakteur Dr. med. Bernhard Albrecht besuchte dafür mit der vorgeblichen Krebspatientin “Katja” incognito 20 Heilpraktiker und Alternativmediziner.

Ein illustrativer Auszug:

Die Praxis des radikalen Chirurgieskeptikers John Switzer am Starnberger See in Bayern hat nichts mit dem gemein, was man sich unter einer Arztpraxis vorstellt […]

Der Arzt musterte Katja: „Sie haben den Tumor geärgert, indem Sie eine Probe daraus haben entnehmen lassen“, sagte er. „Wenn Sie meine Schwester wären, hätte ich lhnen das nicht geraten.”

So steige das Risiko, dass der im Körper streue. Deshalb sei auch die Operation so gefährlich […]

Der Starnberger Arzt überreichte uns dazu einen Artikel aus einem Esoterikmagazin. Darin bestätigten namhafte Krebsforscher diese Gefahren, sagte er.

Ich ging den Quellen des Artikels nach und gelangte zum Epidemiologen Michael Retsky an der US-amerikanischen Universität Harvard, der mit einem internationalen, hochrangigen Team von Fachleuten seit vielen Jahren die verborgenen Gefahren von Operationen bei Krebs erforscht.

Seine Hypothese: Unter bestimmten Umständen kann die Krebsoperation „schlafende Tochtergeschwülste“ im Körper früher erwecken – und so bei manchen Patienten die Lebenserwartung verkürzen.

Dabei spielten Entzündungsstoffe eine Rolle, die der Körper in Reaktion auf die OP-Wunde freisetze.

Die Wissenschaftler lehnen Operationen trotzdem keineswegs ab. Ihr Lösungsvorschlag ist verblüffend und passt nicht zu den Verschwörungstheorien vieler Alternativmediziner: Patentfreie Medikamente, die dem Aspirin verwandt sind, unterdrücken offenbar die unerwünschte Entzündung.

Unser Starnberger Arzt riet mit dem Hinweis auf diese Studie Katja vom Eingriff ab.

Ich wollte es genau wissen und schickte den Studienautoren die Angaben über unseren Tumor. Ihre Antwort könnte eindeutiger nicht ausfallen. Die Patientin müsse sich umgehend operieren lassen, so Co-Autor Romano Demicheli.

Und: „Solche Scharlatane müssten strafrechtlich verfolgt werden.“

Es ist das typische Muster, das mir im Laufe meiner Recherchen häufig begegnete.

Die Schulmedizin stellt Thesen auf, entdeckt neue Therapien, verwirft sie wieder oder erforscht sie weiter. Alternativmediziner picken sich heraus, was ihnen passt, und ignorieren den Rest.

Stattdessen bauen sie ein wolkiges Gebäude von Verschwörungstheorien, wobei im Zentrum immer die Pharmaindustrie steht – ein dankbarer Gegner, der eine große Angriffsfläche bietet.

Zwischenzeitlich hat auch das Deutsche Ärzteblatt den Stern-Artikel rezipiert.

Zum Weiterlesen:

  • Enthüllungsreportage: “Gefährliche Heiler” im Stern, GWUP-Blog am 2. Juli 2014
  • Patientensicherheit: Fatale Beratung bei Brustkrebs, Dtsch Arztebl 2014; 111(27-28): A-1254 / B-1079 / C-1023
  • Homöopathie bei Krebs – es ist alles noch viel schlimmer, GWUP-Blog am 23. Juni 2014

MMS-Wahn geht weiter

Der “gefährliche MMS-Wundermittel-Wahn geht weiter”, berichtet soeben Spiegel-Online:

Eltern autistischer Kinder werden in Foren zur Therapie mit MMS gedrängt, der Internethandel floriert. Wer vor den Gefahren des Mittels warnt, wird als Lobbyist der Pharmaindustrie beschimpft. Ein Erfahrungsbericht aus dem Graubereich der Medizin.”

Zum Weiterlesen:

  • Gefährlicher “MMS-Wundermittel”-Wahn geht weiter, Spiegel-Online am 8. Juli 2014
  • “Frankfurter Ring” sagt ein MMS-Seminar ab, spinnt aber ansonsten munter weiter, GWUP-Blog am 28. Juni 2014
  • Miracle Mineral Supplement: Die chlorreichen Lügen, DocCheck News am 26. Mai 2014
  • Gefährliches „Wundermittel“ MMS: Wenn Quacksalber für giftige Chlorbleiche werben, Spiegel-Online am 4. Mai 2014
  • “Warum foltert ihr Kinder?” Die MMS-Demo in Hannover, GWUP-Blog am 28. April 2014
  • Ein “Gesundheitskongress” als Panoptikum des Grauens, GWUP-Blog am 19. April 2014
  • Vergiftungsmittel MMS, Ratgeber-News-Blog am 27. April 2014
  • The Spirit of Bullshit, Julitschka am 26. April 2014
  • Wenn es quakt wie eine Ente: Moderne Quacksalberei MMS, Pharmama am 29. April 2014
  • Die EMA approbiert ein Wunder, sagen die Wunderheiler, Psiram am 2. Mai 2014
  • Jim Humbles tödliche Geschäfte, Psiram am 6. Juni 2014

SkepKon 2014: Homöopathie- Vortrag von Dr. Norbert Aust jetzt als Video

Der SkepKon-Vortrag “Mangelnde interne Validität als Grundlage erfolgreicher Wirkungsnachweise zur Homöopathie” von Dr. Norbert Aust ist jetzt auch als Video verfügbar:


Direktlink zum Video auf Youtube

Als Ergänzung dazu sei

  1. unser Blogpost “Methodisch angreifbar, aber das Ergebnis stimmt: Die Metaanalyse von Shang et al.”
  2. beziehungsweise der Originalartikel “Betrachtungen zur Metaanalyse von Shang et al.” bei Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie

empfohlen.

Zum Weiterlesen:

  • SkepKon-Rückblick: Die fehlende interne Validität von Homöopathie-Studien, GWUP-Blog am 10. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Aryuveda mit Blei ist nicht gesund, GWUP-Blog am 7. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Licht des Lebens oder Eso-Irrlicht? Die Wahrheit über Biophotonen, GWUP-Blog am 14. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Der okkulte Untergrund der DDR, GWUP-Blog am 27. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Placebo-Effekte in der (Richtlinine-) Psychotherapie, GWUP-Blog am 23. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Wie tickt das Schaf? Skeptiker und Gläubige im Test, GWUP-Blog am 19. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Benzin sparen durch “magisches Zubehör” fürs Auto? GWUP-Blog am 8. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Die bosnischen Pyramiden, GWUP-Blog am 3. Juni 2014
  • SkepKon-Rückblick: Der „Kamikaze-Ichthyosaurier“ und die Kreationisten, GWUP-Blog am 2. Juni 2014
  • “Placebowirkung in der Psychotherapie“ als Video von der SkepKon 2014, GWUP-Blog am 22. Juni 2014
  • “Benzinspar-Mythen” jetzt als Video von der SkepKon 2014, GWUP-Blog am 20. Juni 2014
  • Jetzt als Video: “Biophotonen”-Vortrag von der SkepKon 2014, GWUP-Blog am 1. Juli 2014
  • SkepKon 2014: “Bleivergiftung durch Ayurveda” jetzt als Video, GWUP-Blog am 2. Juli 2014
  • Skeptikerkonferenz in München, hpd-online am 6. Juni 2014
  • Engelskurse und Pseudotherapien, Wirtschaftspsychologie aktuell am 19. Juni 2014

Jenny McCarthy‘s Body Count und das Anti-Impf-Gefasel nerviger Pseudo-Promis

Langsam scheinen auch die Medien zu schnallen, dass Promis keine Experten in Gesundheitsfragen sind.

Nach dem amerikanischen Online-Portal The Salon und der Huffington Post kritisiert jetzt der britische Economist das Gefasel von Jenny McCarthy und Co.:

Celebrities make us sick”

Die Doubtfuls News plädieren gar dafür, Anti-Impf-Promis als Persona non grata zu behandeln.

Noch kompromissloser geht die Webseite The Jenny McCarthy body count das Thema an.

Sie beziffert die Zahl der vermeidbaren (impfpräventablen) Erkrankungsfälle in den vergangenen sieben Jahren auf 134 786.

“The Number of Preventable Deaths” belaufe sich aktuell auf 1393.

Eine interaktive Weltkarte der “Vaccine-Preventable Outbreaks” findet sich hier.

Ein Wort zu den Kosten, die Impfverweigerer verursachen, steuert das Magazin Forbes bei.

Fairerweise muss man allerdings dazusagen, dass es durchaus Celebrities gibt, die Impfkampagnen unterstützen.

Zum Weiterlesen:

  • Clueless: Celebrities make us sick, The Economist am 28. Juni 2014
  • Medizin: Wenn C-Promis die “Experten” spielen, GWUP-Blog am 1. November 2013
  • Marion Kracht wirbt für Homöopathie – und Jenny McCarthy bleibt Impfgegnerin, GWUP-Blog am 12. Januar 2014
  • Do Celebrities Belong in the Vaccination Debate? Yahoo.com am 18. März 2014
  • Diskussion mit Impfgegnern: Religiöser Eifer und die Verteidigung der Vernunft, GWUP-Blog am 24. Juni 2014
  • Mit Witz und Betroffenheit gegen aggressive Impfgegner, GWUP-Blog am 11. August 2013
  • Celebs and Vaccines, parenting.com
  • Vaccine Refusal Myths Drive Up Development Costs, Prices, Forbes am 3. Juli 2014
  • Time to publicly shame people who are STILL anti-vaccination? Doubtful News am 1. Juli 2014
  • One map sums up the damage caused by the anti-vaccination movement, IFLScience am 24. Januar 2014
  • The Jenny McCarthy body count and CDC, examiner.com am 17. April 2009
  • Jenny McCarthy’s body count, The Daily Caller am 6. Juni 2011

Merk- und realitätsbefreite Homöopathen initiieren Petition gegen Wikipedia

Müssen wir uns langsam Sorgen machen um den DZVhÄ?

Benötigt die Homöopathen-Lobby möglicherweise eine Bach-Blüten-Therapie mit Clematis gegen Realitätsflucht?

Zuerst erwirkt der Verdünner-Verein beim Deutschen Presserat eine “Missbilligung” gegen den Journalisten und Ruhrbarone-Autor Sebastian Bartoschek wegen “der Berichterstattung über den Selbstmord des Journalisten und Befürworters der Alternativ- und Komplementärmedizin Claus Fritzsche”.

Dazu hat der Blogger merdeister bereits alles gesagt:

Welches Ziel der DZVhÄ mit dieser Art der Publizistik verfolgt, wird vermutlich sein Geheimnis bleiben [...]

Vielleicht nutzt der DZVhÄ die Aufmerksamkeit auch einfach in dem Sinne, dass negative Aufmerksamkeit immer noch besser ist, als gar keine. Neuigkeiten sind von den Anhängern der “systematisierten Magie” seit 200 Jahren nicht zu vermerken und die Marketingphrasen sind weitgehend bekannt und entkräftet.

Man nutzt also dankbar jede Plattform, die sich bietet, um im Gedächtnis der Öffentlichkeit zu bleiben. Man handelt beim DZVhÄ somit ganz im Sinne ihres ehemaligen Mitarbeiters.”

Und ebenso wenig wie die Globulisten sich zu irgendeinem Zeitpunkt von den “schmutzigen Methoden” (Süddeutsche) des bezahlten Anschwärzers distanziert haben, rücken sie von homöopathischen Krebs-”Heilern” ab.

“Doppelzüngigkeit” nennt das wiederum merdeister:

Immer wenn ich denke, die Homöopathen sind ja ganz niedlich mit ihren Ohrensesseln in den Praxen und Kügelchen in der Hand, werde ich darauf gestoßen, was für menschenverachtende Ideen sich unter dem Dach des DZVhÄ sammeln können.”

Kommen wir aber zum jüngsten Beispiel für die merkwürdige Verschrobenheit der Zuckerzauberer:

Der DZVhÄ unterstützt ganz offiziell eine Online-Petition, die darauf abzielt, den englischsprachigen Wikipedia-Eintrag “Homeopathy” im Sinne der Schüttler zu ändern.

Denn derzeit – oh Graus – sei der Text “based on scepticism”.

Nein!

Und das bringt uns auf direktem Wege zurück zum Thema Wirklichkeitsverlust.

Wer solche Petitionen startet, hat Wikipedia nicht verstanden”,

kommentiert GWUP-Vorstand Ralf Neugebauer bei der Offenen Facebook-Gruppe der GWUP:

Petitionen sind glücklicherweise nicht in der Lage, die Realität zu verändern.”

Was in diesem konkreten Fall bedeutet:

Weder kann eine Petition Wikipedia dazu zwingen, Content zu ändern, noch entscheiden Abstimmungen darüber, was wahr ist.

Andere Kommentatoren heben die “Merkbefreitheit” der Homöopathie-Fans hervor – denn zu einer ähnlichen Petition (von einem Verband “energetischer Heiler”) im März hatte Wikipedia-Gründer Jimmy Wales persönlich Stellung genommen.

Seine Antwort wurde auf der Petitionsseite prominent unter dem Petitionstext platziert:

Every single person who signed this petition needs to go back to check their premises and think harder about what it means to be honest, factual, truthful.

Wikipedia’s policies around this kind of thing are exactly spot-on and correct. If you can get your work published in respectable scientific journals – that is to say, if you can produce evidence through replicable scientific experiments, then Wikipedia will cover it appropriately.

What we won’t do is pretend that the work of lunatic charlatans is the equivalent of “true scientific discourse”.

It isn’t.”

Was soviel heißt wie:

Man werde bei Wikipedia das Treiben von “irren Scharlatanen” keinesfalls mit einem echten wissenschaftlichen Diskurs gleichsetzen.

 Zum Weiterlesen:

  • DZVhÄ – Gewohnt Inkompetent, die ausrufer am 14. Juni 2014
  • Hamers Ideen zu Krebs beim DZVhÄ? dieausrufer am 22. Juni 2014
  • Homöopathie bei Krebs – es ist alles noch viel schlimmer, GWUP-Blog am 23. Juni 2014
  • Wikipedia-Gründer Jimmy Wales streitet mit „ganzheitlichen“ Heilern, GWUP-News am 29. März 2014
  • Selbst ernannte Skeptiker, raus aus Wikipedia! Psiram am 27. März 2014
  • Berlin Wall: homeopathy at ist finest, Edzard-Ernst-Blog am 28. Juni 2014
  • Homeopathic immunisation is dangerous, unethical madness, Edzard-Ernst-Blog am 3. Juli 2014
  • Heilpraktiker ohne Grenzen, DocCheck-News am 2. Juli 2014
  • Es braucht „Leiborientierte Homöopathie”, denn Homöopathie versagt bei Kopfmenschen! Ratgeber-News-Blog am 2. Juli 2014
  • Wegen Fritzsche-Nachruf: Homöopathen beschweren sich beim Presserat, GWUP-Blog am 22. April 2014
  • Malerisches: Simile-Prinzip, aargks/pro Logik am 6. Juli 2014

Enthüllungsreportage: „Gefährliche Heiler“ im Stern

23 Jahre ist es her, da Dr. Krista Federspiel vom GWUP-Wissenschaftsrat incognito “Wunderheiler und Krankbeter“ besuchte und darüber im Stern berichtete.

Eine aktualisierte Version ihres Artikels gibt es hier.

Nahezu ein Vierteljahrhundert später hat diese Problematik nichts von ihrer Brisanz verloren.

Scharlatane und Quacksalber treiben nach wie vor unbehelligt ihr Unwesen – das belegt wiederum der Stern mit einer neuerlichen Reportage zum Thema

Im Dschungel der Wunderheiler”

Die Titelgeschichte von Stern-Redakteur Dr. med. Bernhard Albrecht erscheint morgen in Nr. 28/2014.

Ein Vorab-Auszug findet sich auf der Webseite des Magazins:

Was raten Alternativmediziner Krebs-Patienten, deren Krankheit durch eine einfache Operation heilbar wäre? Der stern hat 20 Heilpraktiker und Ärzte besucht – mit erschütterndem Ergebnis.

Für diese Stern-Geschichte arbeitete Albrecht mit einer Schauspielerin zusammen, die vorgab, Brustkrebs zu haben.

Vor zwei Jahren hatte Albrecht im Spiegel über eine echte Brustkrebs-Patientin und deren Odyssee geschrieben, “von einem Kurpfuscher zum anderen”.

Zum Weiterlesen:

  • Im Dschungel der Wunderheiler, Stern Nr. 28/2014
  • Was an der angeblichen Wunderheilung dran ist, Stern-Online am 2. Juli 2014
  • Sanfte Alternative, Kritisch gedacht am 25. Dezember 2007
  • Dschungel der Wunderheiler, Spiegel-Online am 27. Februar 2012

Die “Yeti-Genomstudie” ist da

Der Humangenetiker Bryan Sykes von der Universität Oxford hat heute seine lange angekündigte “Yeti-Studie” publiziert:

Genetic analysis of hair samples attributed to yeti, bigfoot and other anomalous primates”

Im Wesentlichen bestätigt das Paper in den “Proceedings B” der britischen Royal Society unseren Blogpost vom Oktober.

Eine Sensation im engeren kryptozoologischen Sinne gibt es nicht zu vermelden – sofern man die Entdeckung eines aufrecht gehenden Hominiden mit einer über das Tierreich herausragenden Intelligenz erwartet hatte.

Von den 30 “Yeti”-Haarproben, die Sykes und sein Forscherteam unter die Lupe nahmen, konnten 28 genetisch eindeutig ganz normalen Tieren wie Bären, Pferd, Kuh, Waschbär, Wolf oder Hirsch zugeordnet werden.

Nur zwei Analysate lieferten zumindest überraschende Erkenntnisse, nämlich Hinweise auf einen “Rätsel-Bären” im Himalaya:

Nach Ansicht der Forscher kommen drei Erklärungen in Betracht:

Es könnte im Himalaya eine ganz neue Bärenart geben, die genetisch dem urzeitlichen Eisbären ähnelt, oder es lebt dort eine bisher unbekannte bräunlich gefärbte Variante des Eisbären.

Möglich wäre aber auch, dass es sich um Hybriden aus Braunbären und Eisbären handelt.

Solche Kreuzungen hat man in den letzten Jahren auch schon in Alaska entdeckt, allerdings passt deren genetisches Profil nicht zu den beiden Haarproben aus dem Himalaya, wie die Wissenschaftler berichten. Wahrscheinlicher wäre es daher, dass die Rätselbären aus Ladakh und Bhutan von Hybriden abstammen, die schon kurz nach der Aufspaltung von Braun- und Eisbären entstanden.

“Wenn solche Bären tatsächlich im Himalaya weit verbreitet sind, dann könnten sie die biologische Grundlage der Yeti-Legende sein”, konstatieren Sykes und seine Kollegen”,

schreibt das Online-Portal von bild der wissenschaft.

Sykes betont in den Proceedings, dass das Ergebnis seiner Analysen die Existenz von Yeti und Co. (“anomalous primates”) nicht ausschließe.

Kryptozoologen müssten allerdings stärker daran arbeiten, überzeugende Beweise vorzulegen – “and now have the means to do so”.

Zum Weiterlesen:

  • Bryan Sykes et al., Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences, doi: 10.1098/rspb.2014.0161
  • Neues vom Yeti, wissenschaft.de am 2. Juli 2014
  • Der Yeti war ein Bär, Spiegel-Online am 2. Juli 2014
  • Der Yeti ist ein Bär, FAZ am 2. Juli 2014
  • Mythos widerlegt: Yeti-Haare stammen von Bären, Focus am 2. Juli 2014
  • Der Bär im Yeti-Pelz, Süddeutsche am 2. Juli 2014
  • Finally, some solid science on Bigfoot, Science News am 1. Juli 2014
  • Sykes “Yeti” investigation to be published this week, Doubtful News am 1. Juli 2014
  • DNA-Test: Yeti-Rätsel gelöst? GWUP-Blog am 17. Oktober 2013




NEU: Skeptiker 3/2014

SKEPTIKER 3/2014