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Breites Aktionsbündnis gegen den Spirit-of-Health-Kongress

Der Widerstand gegen die MMS-Werbeveranstaltung “Spirit of Health” im April in Kassel nimmt konkrete Formen an.

Der Deutsche Konsumentenbund hat heute eine

Gegenveranstaltung zur Kasseler MMS-Messe”

angekündigt.

Geplant ist ein Kontrastprogramm “mit Informationen, Aktionen, Veranstaltungen und Beratung”:

Interessierte Personen und gesellschaftliche Gruppen, die sich an diesem Bündnis gegen Pseudemedizin und Quacksalberei zum Schaden von Kindern beteiligen möchten, sind eingeladen, sich an uns zum Zwecke der Koordination und Abstimmung zu wenden.

Sie erreichen uns

  • per E-Mail an vorstand@konsumentenbund.de oder
  • per Telefon 05 61 2 02 11 03 (vormittags).”

Das “Netzwerk Sektenausstieg” hat bereits zugesagt, sich an dem Protest gegen die dreitägige Promotionsveranstaltung von Propagandisten und Vermarktern des Scharlatanerieprodukts MMS zu beteiligen.

Die HNA Kassel berichtet heute, dass die Behörden die Verantwortung für die geplante MMS-Messe nach wie vor von einem zum anderen schieben:

Es gibt in Deutschland keine Instanz, die bundesweit für die Überwachung solcher Geschäfte mit den Hoffnungen kranker Menschen zuständig wäre. In jedem Bundesland sind andere Behörden zuständig. Das macht eine wirksame Verfolgung dubioser MMS-Anbieter nahezu unmöglich.”

Zum Weiterlesen:

  • Gegenveranstaltung zu Kasseler-MMS-Messe, Weblog von Konsumentenbund am 21. Januar 2015
  • Widerstand gegen die MMS-Werbeveranstaltung „Spirit of Health“ 2015 in Kassel, GWUP-Blog am 16. Januar 2015
  • MMS-Wahn geht weiter, GWUP-Blog am 8. Juli 2014
  • Kritisches Video zu MMS und Neues von den Behörden, GWUP-Blog am 6. August 2014
  • Miracle Mineral Supplement bei Psiram
  • Spirit of Health Kongress bei Psiram
  • The Spirit of Bullshit, Julitschka am 26. April 2014
  • Gefährliche “Alternativmedizin” MMS: Wenn Eltern ihre Kinder vergiften, Astrodicticum simplex am 7. August 2014
  • Populäre Fragen und Aussagen von MMS-Befürwortern und meine unpopulären Antworten, Indub.Io am 9. August 2014
  • Miracle Mineral Supplement: Die chlorreichen Lügen, DocCheck News am 26. Mai 2014
  • MMS: Verätzte Gewebefetzen sind keine Autismus-Würmer, GWUP-Blog am 2. Januar 2015
  • Riskante Wundermittel: Behörde sieht Anstiftung zur Körperverletzung, Hessische Niedersächsische Allgemeine am 21. Januar 2015

„Burning Baby“ in Indien ist Opfer von Misshandlung

Langsam scheinen die Leute zur Vernunft zu kommen.

Das Baby, das angeblich an “Spontaner Menschlicher Selbstentzündung” leidet, ist mittlerweile ins Kilpauk Medical College Hospital (KMCH) gebracht worden, “one of the premier government medical institutions in India”.

Nach einem Bericht der Times of India gehen Ärzte und Kinderschutzorganisationen von einem Fall von Kindesmisshandlung aus.

Die Mutter des Jungen hatte erzählt:

I had gone to use the bathroom which is just behind the house. When I was coming back, I heard my baby screaming and ran in to find his feet on fire. I quickly doused him with water and rushed to the local hospital.”

Genau dasselbe soll im Sommer 2013 mit ihrem älteren Sohn Rahul passiert sein (hier ein Foto).

Damals hatten Ärzte und Medien bereitwillig die Erklärung der Mutter geglaubt, es handele sich um “Spontane Selbstentzündung” ohne Fremdeinwirkung:

It’s a very rare case”,

wurde ein Pädiater von der International Business Times zitiert:

It can occur in any age group. It is the spontaneous explosion of burning material from the sweat. It’s a serious case.

In the past cases, those who happened to be with the person who had this disorder have died. Severe precautions need to be taken. In my experience, this is the first time I’ve seen such a case.

And unfortunately, there is no special cure and it has to be treated like a regular burn injury.”

Jetzt erklären Sprecher des KMCH, dass es so etwas wie “Spontane Selbstentzündung” nicht gebe und Forensiker damit beauftragt worden seien, nach Spuren von brennbaren Flüssigkeiten in der häuslichen Umgebung des Jungen zu suchen:

It looks like whoever was abusing the elder child is back at work again.”

Auch Shanmuga Velayutham vom Legal Resource Center for Child Rights (LRCCR) spricht von Kindesmisshandlung und erhebt schwere Vorwürfe gegen die Eltern des wenige Tage alten Säuglings, die sich als “Opfer” darstellten und von der Regierung sogar ein Haus geschenkt bekommen hätten.

Der Präsident der indischen Skeptiker, Narendra Nayak, hat uns zwischenzeitlich mitgeteilt, dass die Federation of Indian Rationalist Associations den Fall Rahul vor eineinhalb Jahren aufmerksam verfolgt habe.

Eine genaue Untersuchung des Vorfalls sei aufgrund des hysterischen Verhaltens der Mutter und der aufgeheizten Atmosphäre vor Ort nicht möglich gewesen.

Zum Weiterlesen:

  • Burning baby may be a victim of abuse, say doctors, The Times of India am 20. Januar 2015
  • Spontane Selbstentzündung? Quatsch, vermutlich wieder Kindesmisshandung, GWUP-Blog am 20. Januar 2015
  • Indian mother claims her babies spontaneously burst into flames, Nirapad News am 20. Janar 2015
  • Indian Baby Bursts into Flames; Similar Cases of Spontaneous Human Combustion (SHC), International Business Times am 20. Januar 2015
  • Villupuram couple returns with another ‘burning baby’, The Hindu am 20. Januar 2015
  • Spontane Menschliche Selbstentzündung: Ein Kriminalbiologe auf heißer Spur, Skeptiker 4/2000
  • Das FBI und der Mythos von der spontanen Selbstentzündung, Skeptiker 4/2000
  • Spontane Selbstentzündung: Wieder ein heißes Thema, GWUP-Blog am 23. Oktober 2012
  • Nicht ganz so spontan, die Selbstentzündung, GWUP-Blog am 1. Oktober 2011
  • Rätsel gelöst: Keine spontane Selbstentzündung in Oklahoma, GWUP-Blog am 14. September 2013

Spontane Selbstentzündung? Quatsch, vermutlich wieder Kindesmisshandlung

Es ist kaum zu glauben:

Auch der wenige Tage alte Bruder des “Human Torch”-Babys Rahul, das 2013 weltweit Schlagzeilen machte, leidet angeblich an “Spontaner Selbstentzündung” – und wieder suchen Ärzte, Behörden und Presseleute ganz ernsthaft nach dieser “seltenen Erkrankung” beziehungsweise nach einem Gen-Defekt bei dem Jungen.

Das berichten verschiedene indische Medien.


Direktlink zum Video auf Youtube

Vor eineinhalb Jahren hatte eine Frau aus dem Dorf Parangini im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu angegeben, ihr drei Monate altes Kind habe mehrfach schwere Verbrennungen durch “Spontane Menschliche Selbstentzündung” erlitten.

Skeptiker gingen dagegen von vorsätzlicher Kindesmisshandlung aus.

Nach einem mehrwöchigen Klinikaufenthalt wurde das Kind entlassen, seitdem traten keine Symptome mehr auf.

Jetzt wurde der sieben Tage alte Bruder des Jungen in das Krankenhaus von Mundiyambakkam eingeliefert, mit einer schweren Brandwunde am Fuß, die auf Fotos wiederum so gar nicht nach “Selbstentzündung” aussieht.

Trotzdem backen Ärzte und Medien wieder die Mär von einer “rare medical condition” des Säuglings auf,

… which literally sets him on fire.”

Man ist einfach nur sprachlos.

Update vom 21. Januar 2015.

Zum Weiterlesen:

  • Spontane Selbstentzündung oder Kindesmisshandlung? GWUP-Blog am 20. August 2013
  • “Human Torch”-Baby: Keine Spur von “Selbstentzündung”, GWUP-Blog am 28. August 2013
  • Hoaxilla #15 – ‘Spontane menschliche Selbstentzündung’ vom 26. September 2010
  • Second Burning Baby in Villupuram Family Puzzles Doc, Adds to Mystery, The New Indian Express am 17. Januar 2015
  • Baby suffering from rare medical condition, Press Trust of India am 17. Januar 2015
  • Tamil Nadu: Second burning baby in same family stumps doctors, hindustantimes am 18. Januar 2015
  • Evil Spirit Angle to ‘Fire Baby’ Row After Godman Surfaces, The New India Express am 18. Januar 2015
  • Docs in tizzy over ‘combustible’ baby, Deccan Herald am 19. Januar 2015

Sind Verschwörungstheoretiker “vernünftiger“? Natürlich nicht.

Seit etwa anderthalb Jahren geistert durchs Internet die steile These:

Menschen, die an Verschwörungstheorien glauben, sind vernünftiger.”

Da jubelt der Hobby-Konspirologe von Exopolitik bis Uncut-News, und wie üblich bleibt es dem Kopp-Verlag vorbehalten, die Maximal-Übertreibung zu formulieren:

Wissenschaftliche Studie enthüllt: Verschwörungstheoretiker sind die Vernünftigsten von allen.”

Das gefällt natürlich dem Marktführer der “Angstindustrie” (FAZ) – macht die Behauptung aber nicht richtiger.

Die zugrunde liegende Studie heißt

What about building 7? A social psychological study of online discussion of 9/11 conspiracy theories”

und ist im Sommer 2013 in dem Open-Access-Journal Frontiers in Psychology erschienen.

Die Autoren Michael J. Wood und Karen M. Douglas, Psychologen an der University of Kent, analysierten zehn Jahre nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 die Leserkommentare in den Online-Portalen von ABC, CNN, Independent und Daily Mail – insgesamt 2174 Kommentare von 1156 Schreibern. Davon stuften sie 1459 als verschwörungsaffin ein.

Dass Verschwörungstheoretiker “vernünftiger” seien als die Verfechter der “offiziellen” Version, findet sich in der Arbeit mit keinem Wort.

Das Resultat war vielmehr, dass “konventionelle” Kommentare (also von Lesern, die die offizielle Version der Ereignisse unterstützen), aggressiver und “feindseliger” rüberkommen.

Wobei allerdings auf einer festgelegten “Aggressions”-Skala von 1 bis 5 der Unterschied zwischen Level 1.4 (Verschwörungsgläubige) und Level 2.0 (Verschwörungsablehner) nicht gerade überbedeutsam ist.

Offenbar interpretieren die Claqueure der Studie “hostile” (feindselig) als Gegenteil von “vernünftig” und sehen im Umkehrschluss Verschwörungsgläubige als “vernünftiger” an.

Das ist jedoch semantisch nicht korrekt, steht auch nicht in der Studie und ist zudem nicht im Sinne der Autoren.

Wood/Douglas heben keineswegs zur großen Verteidigung von Verschwörungsgläubigen an, im Gegenteil:

Die Jagd nach Anomalien oder falschen Daten kennzeichnet für die Autoren Michael J. Wood und Karen M. Douglas die Verschwörungstheorie als Weltsicht.

Sie beschreiben sie als eine Art barockes Weltbild oder gar als metaphysisches Unterfangen, was die “Normalen” zu Gläubigen macht, die schlucken, was ihnen vorgesetzt wird:

“Allgemein ist der Glaube an Verschwörungen nicht durch bestimmte Theorien begründet, wie Ereignisse geschehen sind [...], sondern er geht auf Überzeugungen höherer Ordnung zurück, beispielsweise auf das Misstrauen gegenüber Autoritäten, auf den Glauben, dass nichts so ist, wie es erscheint, oder auf die Überzeugung, dass das Meiste, was uns erzählt wird, eine Lüge ist.”

Für die Verschwörungstheoretiker gebe es zwei Welten, eine reale, aber meist nicht erkannte, und eine Illusion, die die Wahrheit verdeckt.”

Verschwörungstheoretiker sind mithin nicht nur kein Stück “vernünftiger” als Verschwörungsablehner – sie sind auch keine “Wahrheitssucher”, zu denen sie sich gerne selbst stilisieren.

Zu diesem Ergebnis kommt auch die aktuelle Arbeit

Political Extremism Predicts Belief in Conspiracy Theories”

im Fachjournal Social Psychological and Personality Science.

Die Psychologen Jan-Willem van Prooijen (Universität Amsterdam) und André P. M. Krouwel (Netherlands Institute for the Study of Crime and Law Enforcement) charakterisieren darin Konspirologen als Starrköpfe, die an einem strikten Glaubenssystem festhielten, welches ihnen einfache Antworten auf komplexe Fragen und Zusammenhänge liefere – vergleichbar mit extremen politischen Ideologien.

Ein Musterbeispiel für diese Haltung lieferte unlängst Ken Jebsen ab.

In weniger als drei Stunden nach den Terrormorden in der Redaktion von “Charlie Hebdo” am 7. Januar gegen 11.30 Uhr kam der Internet-Journalist und Verschwörungstheoretiker mit einem Facebook-Posting heraus, in dem es nur so wispert und geheimnist:

Was auffällt ist, dass auch dieses Verbrechen schon geklärt zu sein scheint, bevor die Ermittler eine SoKo zusammenstellen konnten. Es müssen Moslems gewesen sein. Genau wie am 11. September 2001.

New York wie Paris wurden nach eigenen Angaben völlig überrascht, und dennoch ist in beiden Fällen immer schon Minuten nach den Anschlägen glasklar, in welchem Milieu die Täter zu finden sein müssen.”

Hmmm.

Was auffällt, ist, dass für Jebsen schon unmittelbar nach dem Anschlag zweifelsfrei feststeht, dass die “offizielle Version” nicht stimmt – ohne reflektierend innezuhalten, ohne erst mal selbst zu recherchieren, nur aufgrund von ein paar Web-Links, mit denen er um sich wirft wie ein Faschingsnarr mit Konfetti.

Die großen Medien mögen “zur Nichtratlosigkeit verdammt” sein,

… sie müssen alles sofort erklären”,

wie der Spiegel-Online-Kolumnist Sascha Lobo selbstkritisch anmerkt.

Wieso aber Verschwörungstheoretiker als selbst ernannte “Aufdecker” und angeblich akribisches Pendant zur “Lügenpresse”?

Das Online-Magazin vice brachte es am 8. Januar auf den Punkt:

Es gilt nun, die offiziellen Ermittlungen abzuwarten (und dies dann, wenn nötig, auch kritisch begleiten), aber auf ein Attentat mit den immergleichen verschwörungstheoretischen und teils antisemitischen Reflexen zu reagieren, entlarvt höchstens den Wahn der virtuellen Pseudo-Enthüller.

Wenn wir von irgendetwas mehr als genug haben, dann sind es Fantasien von Gewalt, Macht und dunkler Unterdrückung. Da ist jedes ewig gleiche Mossad-Antisemitismus-Amerika-New-World-Order-Gesülze ein Stück verschwendeter Internet-Speicher zu viel.”

Aber halt – werden solche Begriffe wie „verschwörungstheoretisch“ nicht vielleicht einfach als …

… Totschlagargument gebraucht, um Andersdenkende pauschal zu diskreditieren”,

wie Angstindustrie-Chef Jochen Kopp von der FAZ zitiert wird?

Nun ja, das würde voraussetzen, dass Verschwörungstheoretiker “denken”.

Tun sie aber nicht.

Verschwörungstheoretiker “glauben” und “fühlen”, dass sie recht haben, sie jonglieren mit Assoziation und Suggestion statt mit Logik und Empirie und haben gelernt, jeden Widerspruch als Bestätigung zu deuten.

Genau dies geht ebenfalls aus der eingangs genannten Studie von Michael J. Wood und Karen M. Douglas hervor.

Sie stellten fest, dass Konspirologen eher den allgemein akzeptierten offiziellen Hintergrund eines Ereignisses anzweifeln, als dass sie die eigene Verschwörungstheorie argumentativ verteidigen oder untermauern können.

Im Grunde gilt für Verschwörungsgläubige das, was SPON-Kolumnistin Sibylle Berg über die “German Angst” schreibt:

Die Welt ist in einer Entwicklung, deren Ausgang unseren Verstand überfordert. Und die keiner mehr stoppen kann. Die einen werden extrem religiös, um den Irrsinn zu überstehen, die anderen wütend oder verzagt [...]

Was nützt [...] die Aufzählung der objektiven Fakten [...], wenn sie so nicht empfunden wird? Wenn das Gefühl auf Alarm geschaltet ist, die Synapsen Todesangst vermitteln?

Es ist vermutlich egal, gegen was da demonstriert und geschrien wird, gegen Ausländer oder Gebäude, gegen Chemtrails oder Grundwasserverseuchung – es ist doch nur ein Schrei nach Sicherheit.”

Aber halt – dient die Etikettierung als “Verschwörungstheoretiker” nicht vielleicht einfach nur dazu, Arme und Ausgegrenzte ohne politische Teilhabe mundtot zu machen, wie die Autorin Harriet A. Washington in der New York Times warnt?

Anfang Januar 2015 lud die einflussreiche Tageszeitung zu der Debatte “Are Conspiracy Theories All Bad?” ein.

Die Teilnehmer Tim Melley (Literaturwissenschaftler), Annie Jacobsen (Schriftstellerin), Cass R. Sunstein (Rechtswissenschaftler), David Baldacci (Schriftsteller) und Karen Douglas (Psychologin) skizzierten verschiedene Aspekte des Themas und wiesen vor allem auf den narrativen Gehalt von Verschwörungstheorien hin, die etwas schwer Einzuordnendes erklär- und erzählbar machen und dabei die Stilmittel der Spannungsliteratur nutzen, etwa ein eindeutiges Gut-Böse-Schema und ein diffuses Bedrohungsszenario.

So gesehen, sind Verschwörungsmythen ein neues Subgenre der phantastischen Literatur: als Sachtexte verkleidete Schauerromane, die dem fröstelnden Leser erzählen, wie die Welt in Wahrheit sei – einfach schrecklich, schrecklich einfach.

Harriet A. Washington dagegen nimmt die Tuskegee-Syphilis-Studie zum Anlass, um auf “echte” Verschwörungen hinzuweisen und sich zugleich dagegen zu verwahren, Verdachtsmomente als “Verschwörungstheorie” abzutun.

Das klingt zunächst einmal zustimmungsfähig.

Auf den zweiten Blick wird allerdings offenbar, dass Washington demselben Wahrnehmungsfehler unterliegt wie die zahllosen Verschwörungsfreaks, die sich im Internet über “wahre Verschwörungstheorien” verbreiten – und dabei nichts anderes als Regierungslügen, Vertuschungen, verdeckte Operationen, geheimdienstliche Destabilisierungsaktionen, Staatsstreiche und andere Strippenziehereien aufzählen, die allesamt kaum als “Verschwörung” bezeichnet werden können.

Auch die Tuskegee-Syphilis-Studie verdient fraglos das Label “Medizin-Skandal”, “Menschenversuch” oder “Verbrechen gegen die Menschlichkeit”.

Nur eine “Verschwörung” war das Ganze nicht – ja nicht einmal geheim, denn die Initiatoren veröffentlichten sogar mehrfach Artikel darüber in wissenschaftlichen Zeitschriften, wie der Neurowissenschaftler Thomas Grüter hier erklärt.

Bis zum Beweis des Gegenteils bleibt Tatsache: Es gibt keine einzige ausformulierte, breit kursierende Verschwörungstheorie, die sich nach einer gewissen Zeit als wahr erwiesen hätte.

Und nicht bloß damit liegt Harriet A. Washington in ihrem Aufsatz “The Powerless Wield No Legitimacy” falsch:

But the poor and marginalized [...] are dismissed, unheard and shrugged off as conspiracy theorists”,

meint die Medizinautorin am Ende.

So?

Erstens sind es üblicherweise die Verschwörungstheoretiker, die andere ausgrenzen – und nicht umgekehrt.

Denn sie suchen und finden überall Sündenböcke, konstruieren Feindbilder und stempeln diese als “Verschwörer” ab.

Seien es Juden, Hexen, Freimaurer, Satanisten, aber auch “Journalisten, Akademiker und Politiker”, wie Timothy Melley in seinem New York Times-Diskussionsbeitrag “A Symptom of Mass Cultural Anxiety” schreibt.

Zweitens sind es mitnichten “die Armen”, die Verschwörungsmythen in die Welt hinaus posten oder daran glauben.

Sondern “geschäftstüchtige Enthüller”, die sich auf dem “Wachstumsmarkt [...] der alles erklärenden Weltformel tummeln”.

Nach der Süddeutschen Zeitung nimmt aktuell die FAZ das “Geschäft mit Verschwörungstheorien” unter die Lupe.

Der Kopp-Verlag zum Beispiel versende zwischen 10.000 und 25.000 Bücher pro Tag, das Wachstum sei “konstant positiv im zweistelligen Prozentbereich”.

Dieser “Angstindustrie”, die …

… unbestreitbare Fakten mit Halbwahrheiten und offenkundigem Unsinn zu monströsen Szenarien”

verrührt, (Süddeutsche), geht es schlicht um Geldmacherei.

Und auch auf Seiten der Rezipienten sitzen keine “Armen”, sondern Menschen, denen es

… im Großen und Ganzen gut geht.”

Zumindest kann man das den Studien zur Pegida-Bewegung entnehmen, bei der “vieles nach Verschwörungstheorie klingt”.

Demnach marschieren in Dresden und anderswo vorwiegend “Besorgte, Beleidigte, Zurückgesetzte” – kurzum “Der Mob aus der Mittelschicht”, wie es die taz formuliert:

Männlich, Ende 40, gutverdienend.”

Im österreichischen Standard erklärt der Psychologe Michael Wood, der Koautor der eingangs genannten 9/11-Kommentare-Studie:

Jemand ist eher versucht, an Verschwörungstheorien festzuhalten, wenn er das Gefühlt hat, keine Kontrolle mehr über sein Leben zu haben.

Keine Kontrolle zu haben bedeutet in diesem Zusammenhang, dass jemand das Gefühl hat, Dinge würden willkürlich geschehen, und er sich als Opfer dieser Vorgänge fühlt.

Als Ausweg macht man sich auf die Suche nach einer Struktur, einer Erklärung, warum Dinge passieren.”

Sich als Opfer zu fühlen, ist indes etwas völlig anderes, als “arm und ausgegrenzt” zu sein, wie Harriet A. Washington behauptet.

Und ausgerechnet Woods Fachbereichskollegin und Mit-Autorin Karen M. Douglas, der Verschwörungsfans fälschlicherweise unterstellen, von ihr als “vernünftig” geadelt worden zu sein, macht in der New York-Times-Debatte auf die negativen Auswirkungen von Verschwörungstheorien aufmerksam.

Denn in einer weiteren Studie (erschienen im British Journal of Psychology) hat Douglas festgestellt, dass der Glaube an Verschwörungsmythen notwendiges soziales Engagement unterminiert, was zum Beispiel die Impfbereitschaft oder die Reduzierung der persönlichen CO2-Bilanz angeht.

Konspirationsideen zu Reptilienmenschen oder Elvis Presley mögen spaßig, unterhaltsam und harmlos sein.

Verschwörungstheorien über inszenierte Amokläufe, die angeblich der Regierung einen Vorwand liefern sollen, um eine Waffenkontrolle durchzusetzen, sind es ebensowenig wie die 9/11-Phantastereien, die gefährlich sind, weil sie extrem polarisieren und die Weltsichten in westlichen und islamischen Ländern auseinandertreiben.

Und zu guter Letzt:

Auch mit der angeblichen Zurückhaltung von Verschwörungsfans in Kommentarspalten ist es in Wahrheit nicht weit her – die 1459 Kommentare in der Wood/Douglas-Studie sind dafür jedenfalls “nicht sehr repräsentativ”, merkt (vermutlich aus leidvoller Erfahrung) das Online-Magazin Telepolis an.

Dem können wir nur beipflichten.

Diskussionen zu diesem Thema verlaufen immer sehr radikal“,

sagt beispielsweise der Meteorologe und ORF-Wetterchef Marcus Wadsak über “Chemtrail”-Anhänger:

Erklärungen werden nicht akzeptiert. Die Verfechter der Verschwörungstheorie treten immer wild und aggressiv auf. Debatten sind unmöglich und sinnlos.”

Stimmt auffallend.

Zum Weiterlesen:

  • „What about building 7?“ A social psychological study of online discussion of 9/11 conspiracy theories, Front Psychol. 2013; 4: 409
  • Verschwörungstheoretiker sind skeptisch gegenüber Autoritäten, Telepolis am 31. Dezember 2014
  • Who Falls for Conspiracy Theories? Pacific Standard am 14. Januar 2015
  • Political Extremism Predicts Belief in Conspiracy Theories, Social Psychological and Personality Science am 12. Januar 2015
  • „Inszenierter Terror“: Die Geistesblitze des Ken Jebsen, GWUP-Blog am 11. Januar 2015
  • Die Medien und die große Ratlosigkeit, SPON am 14. Januar 2015
  • Propagandaschlacht im Internet: Unsere tägliche Desinformation, FAZ am 12. Januar 2015
  • Digitale Verschwörungsfreunde erklären Charlie Hebdo-Attentat zu False-Flag-Fake, vice am 8. Januar 2015
  • Geschäft mit Verschwörungstheorien: Die Angstindustrie, FAZ am 17. Januar 2015
  • Why are we so eager to embrace conspiracy theories? New Scientist am 22. Dezember 2014
  • Pegida und die German Angst: Auf Alarm geschaltet, SPON am 17. Januar 2015
  • The Powerless Wield No Legitimacy, New York Times am 4. Januar 2015
  • Are Conspiracy Theories All Bad? New York Times am 4. Januar 2015
  • A Symptom of Mass Cultural Anxiety, New York Times am 4. Januar 2015
  • Conspiratorial Stories Have a Rich Tradition in Story Telling, New York Times am 4. Januar 2015
  • Conspiracy Theorists Have Suspicious, and Sometimes Paranoid Natures, New York Times am 4. Januar 2015
  • Is It Nonfiction Disguised as a Novel? New York Times am 4. Januar 2015
  • The Negative Social Impact of Conspiracy Theories, New York Times am 4. Januar 2015
  • Tuskegee-Studie und AIDS-Verschwörung, Gedankenwerkstatt am 31. Juli 2012
  • The social consequences of conspiracism: Exposure to conspiracy theories decreases intentions to engage in politics and to reduce one’s carbon footprint, British Journal of Psychology Volume 105, Issue 1, pages 35–56, February 2014
  • Verschwörung der Woche: Die BRD-Show, Zeit-Online am 13. November 2014
  • Verschwörung der Woche: Alles Böse kommt von oben, Zeit-Online am 20.November 2014
  • Verschwörung der Woche: Ist der IS eine Machenschaft von CIA und Mossad? Zeit-Online am 6. November 2014
  • Verschwörung der Woche: War 9/11 ein Komplott der CIA? Zeit-Online am 30. Oktober 2014
  • Verschwörung der Woche: Der Kranich war’s, Zeit-Online am 27. November 2014
  • Verschwörung der Woche: Heute Gay, morgen King, Zeit-Online am 4. Dezember 2014
  • Verschwörung der Woche: Bin am Leben, Zeit-Online am 17. Dezember 2014
  • 11. September: Warum stürzte WTC 7 ein? GWUP-Blog am 1. September 2011
  • Geistiger Amoklauf der “Truther”, Chemtrails und das Ende von HAARP, GWUP-Blog am 17. Mai 2014
  • “Systemmedien“ und Skeptiker: Strengt Euch mal mehr an, Ihr Kommentar-Trolle! GWUP-Blog am 10. Januar 2015
  • Kopp > Tisch: Wie ein Verlag die Ängste schürt, mimikama am 11. Februar 2015

Künstler pro Impfen: „The Art of Saving a Life“

Coole Sache:

Die Bill & Belinda Gates Foundation hat 30 Künstler von Weltrang für ein Pro-Impfen-Projekt zusammengebracht.

“The Art of Saving a Life” illustriert mit Fotos, Filmen, Gemälden, Skulpturen, Songs und digitalen Animationen die Bedeutung von Impfstoffen als “eine der größten Innovationen in der Geschichte der Medizin”.

Zu den Mitwirkenden gehören die Musikerin Angélique Kidjo, die Fotografin Alexia Sinclair, der bildende Künstler Vik Muniz, die Malerin und Filmemacherin Katerina Athanasopoulou, der Sänger und Songschreiber Bill Withers, der Regisseur Rakeysh Omprakash Mehra und die Schauspielerin Mia Farrow.


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“The Art of Saving a Life” soll auf die Arbeit der globalen Impfallianz Gavi aufmerksam machen, die sich am 26./27. Januar in Berlin zu einer “Wiederauffüllungskonferenz” trifft.

Die Konferenz findet auf Einladung der Bundesregierung statt und wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) mitveranstaltet.

Schirmherrin der Veranstaltung ist Bundeskanzlerin Angela Merkel. In einem vorab veröffentlichten Grußwort schreibt Merkel:

Impfungen sind eine der besten Investitionen, die ein Land für seine Kinder tätigen kann. Sie haben eine unmittelbare und positive Wirkung auf das Leben von Menschen.

ln Deutschland können wir unseren Kindern Zugang zu lebensrettenden Impfstoffen geben. ln vielen Entwicklungsländern ist dies schlicht nicht der Fall. Deswegen müssen wir Organisationen wie die Impfallianz Gavi unterstützen, um sicherzustellen, dass jedes Kind Zugang zu lebensrettenden Impfstoffen hat – unabhängig davon, wo es zu Hause ist.”

Allerdings weist das Kulturportal flavorwire zu Recht darauf hin, dass Impfkampagnen einen Zweifrontenkampf ausfechten müssen:

The first is in third world countries where they simply don’t have the access or resources.

The second is in America, where an anti-vaccine movement has led to horrifying statistics that say that vaccinations are as frequent in posh LA neighborhoods as they are in South Sudan.”

Aktuell macht wieder mal ein Masern-Ausbruch in vier US-Bundesstaaten Schlagzeilen, der in Disneyland seinen Anfang nahm:

As an unvaccinated California woman apparently transmitted the virus through airports and the theme park, health officials said.”

Und auch hier in Deutschland ist künstlerisches Engagement gegen Impfgegner bitter nötig – wie etwa das Lied von Jörg Wipplinger “Meine Mama bringt mich um.”

Zum Weiterlesen:

  • Homepage The Art of Saving a Life
  • Photo Series: The Art of Saving a Life, one am 14. Januar 2015
  • New Collection by More Than 30 World-Renowned Artists Illustrates the Global Impact of Vaccines, GatesFoundation am 7. Januar 2015
  • Gates Foundation Uses Art to Encourage Vaccination, New York Times am 6. Januar 2015
  • Can Art Overcome Confirmation Bias and Encourage Vaccinations? The Gates Foundation Will Find Out, flavorwire am 12. Januar 2015
  • Measles outbreak spreads in US after unvaccinated woman visits Disneyland, theguardian am 14. Januar 2015
  • Phony Anti-Vaccine Propaganda is Killing U.S. Children, Huffington Post am 16. Januar 2015
  • Impfgegner, zuhören: “Meine Mama bringt mich um”, GWUP-Blog am 5. Oktober 2014
  • Impfgegner, die sich in Kinderreime flüchten, und Kinder mit SSPE, GWUP-Blog am 9. Januar 2015

Widerstand gegen die MMS-Werbeveranstaltung „Spirit of Health“ 2015 in Kassel

Die Karawane des Irrsinns zieht weiter.

Die MMS-Werbeveranstaltung “Spirit of Health Kongress”, der Beerdigungszug des rationalen Denkens, findet dieses Jahr in Kassel statt.

Anders als 2014 in Hannover regt sich dieses Jahr allerdings schon Monate vor der geplanten Veranstaltung im April Widerstand dagegen.

Die SPON-Wissenschaftsredakteurin Nicola Kuhrt hat beim örtlichen Veranstalter und beim hessischen Sozialministerium nachgefragt:

Laut Esther Walter, Sprecherin des Sozialministeriums, habe das Regierungspräsidium Darmstadt das Kasseler Ordnungsamt bereits im Januar darauf hingewiesen, dass der MMS-Kongress “den Tatbestand der Anstiftung zur Körperverletzung erfüllen kann” – und gebeten, Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Wird die MMS-Messe in Kassel nun also gestoppt, so wie es kürzlich in Australien geschehen ist? Ministeriumssprecherin Walter ist überfragt. Sie rät, das Ordnungsamt in Kassel zu fragen.”

Und vielleicht kommt ja noch der Tag, da Politiker die Verantwortung für gefährliche esoterische Absurditäten nicht länger von einem zum anderen schieben.

Update vom 21. Januar: Breites Aktionsbündnis gegen den Spirit-of-Health-Kongress.

  • Der Wundermittel-Wahn erreicht Kassel, Spiegel-Online am 16. Januar 2015
  • Ein “Gesundheitskongress” als Panoptikum des Grauens, GWUP-Blog am 19. April 2014
  • STOPP-MMS-Demo beim Spirit-of-Health-Kongress am Samstag in Hannover, GWUP-Blog am 24. April 2014
  • Sibylle Berg über Chlorbleiche und skeptische Argumente, GWUP-Blog am 12. Mai 2014
  • Kritisches Video zu MMS und Neues von den Behörden, GWUP-Blog am 6. August 2014
  • Miracle Mineral Supplement bei Psiram
  • Spirit of Health Kongress bei Psiram
  • The Spirit of Bullshit, Julitschka am 26. April 2014
  • MMS: Verätzte Gewebefetzen sind keine Autismus-Würmer, GWUP-Blog am 2. Januar 2015

Aspartam – das süße Gift?

Heute hat SPON einen weiteren Auszug aus dem neuen Buch “Das Glühbirnenkomplott” veröffentlicht, für das …

Spiegel-Online-Reporter mehr als 30 Verschwörungstheorien auf Herz und Nieren geprüft”

haben.

Diesmal geht es um “Die große Süßstoff-Lüge”, konkret um Aspartam, der bei Verschwörungstheoretikern und Pseudomedizinern im Ruf steht, giftig zu sein und alle möglichen Erkrankungen auszulösen.

Ein Auszug:

Bislang gibt es keine ernst zu nehmenden, das heißt fehlerfreien und unabhängigen medizinischen Studien, die einen Zusammenhang zwischen dem Verzehr des Süßstoffs und Krankheiten wie Krebs oder ähnlichen Gesundheitsschäden nachweisen konnten.

Ja, es gab Untersuchungen, etwa die gern zitierte Studie der Ramazzini Foundation an Nagetieren.

Doch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) kam zu dem Schluss, dass auch diese Studie “keinen wissenschaftlichen Beweis dafür liefert, die Verwendung von Aspartam in Lebensmitteln nochmals zu überdenken”.

2013 erklärte die Behörde den Süßstoff erneut für unbedenklich.

Aspartam besteht aus Eiweißbausteinen, die nach dem Essen wieder in diese zerfallen. Die drei entscheidenden Bestandteile sind Methanol und die Aminosäuren Phenylalanin und Asparaginsäure. Menschen mit der Stoffwechselkrankheit Phenylketonurie dürften daher tatsächlich ein Problem bekommen, wenn sie Aspartam zu sich nehmen.

Aber auch das reicht nicht aus, um den Süßstoff generell zu verteufeln.”

Zum Weiterlesen:

„Relativer Quantenquark“ mit Dr. Holm Hümmler in Frankfurt

Apropos Quantenmystik:

Der Physiker Dr. Holm Hümmler referiert am Donnerstag (22. Januar) in Frankfurt zum Thema

Relativer Quantenquark – Kann Physik die Esoterik belegen?”

Aus der Ankündigung:

Quantenmechanik und Relativitätstheorie werden gerne bemüht, um esoterische Konzepte zu rechtfertigen: Aus den Quanten sollen sich das Jenseits oder die Wanderung von Seelen beweisen lassen, und der Alternativmedizin-Autor Deepak Chopra wirbt für „Quantenheilung“.

Holm Hümmler führt ein, womit sich die moderne Physik wirklich beschäftigt und wie Esoteriker die Physik gezielt missverstehen, um ihren Glaubenssätzen einen schein-wissenschaftlichen Anstrich zu geben.

Er widerlegt einige der abstrusesten Beispiele.”

Die Veranstaltung beginnt um 20 Uhr im Club Voltaire (Kleine Hochstraße 5).

Zum Weiterlesen:

  • Weck up: Quantenmystik ohne Skepsis, GWUP-Blog am 19. Juni 2010
  • Fußspray und Lebensenergie: Tachyonen in der Esoterik, GWUP-Blog am 21. August 2014
  • Biophotonen bei der SkepKon 2014 (Vortrag und Video)
  • Homöopathen und ihre Quanten, GWUP-Blog am 25. Julii 2013
  • Homöopathie: “Deutlich positive” Ergebnisse mit Quanten? GWUP-Blog am 2. August 2013
  • Was hat “Quantenheilung” mit Quantenphysik zu tun? GWUP-Blog am 3. Mai 2013
  • Was hält Anton Zeilinger von Homöopathie? GWUP-Blog am 2. Februar 2012
  • Quantenphysik: Wankt das “skeptische Dogma”? GWUP-Blog am 11. Oktober 2011
  • Ein Quantum Schwachsinn, GWUP-Blog am 10. April 2011
  • Ist Telepathie ein Quanteneffekt? Neues Deutschland am 15. Dezember 2012
  • Martin Lambeck: Irrt die Physik? GWUP-Infos
  • “Quantenmystik” bei Psiram

Jetzt online abstimmen für die Hochschulperle 2014

Im aktuellen Skeptiker (4/2014, Download hier) gibt’s ein Interview mit GWUP-Vorstandsmitglied Dr. Stephanie Dreyfürst, die an der Goethe-Universität Frankfurt/Main das “Schreibzentrum” leitet.

Dort hat sie unter anderem das Programm “Writing Fellows” aufgebaut:


Direktlink zum Video auf Youtube

Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft hat das “Writing Fellows”-Programm im vergangenen Jahr mit der “Hochschulperle” des Monats August gewürdigt.

Damit ist das Projekt, bei dem studentische “Writing Fellows” anderen Studierenden beim wissenschaftlichen Schreiben helfen, zugleich für die “Hochschulperle 2014″ nominiert.

Das Online-Voting läuft noch bis zum 26. Januar, zur Abstimmung geht es hier.

Zum Weiterlesen:

  • “Isch geh Bibliothek” oder Wie kommt man zu einem wissenschaftlichen Text? Interview mit Dr. Stephanie Dreyfürst, Skeptiker 4/2014
  • Das Ende der Qual ist nahe, Frankfurter Neue Presse am 1. September 2011
  • Nie mehr ein leeres Blatt, Frankfurter Rundschau am 27. August 2014
  • Kein leeres Blatt: Writing Fellows helfen beim Schreiben, Focus am 21. August 2014
  • Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten, FAZ am 7. März 2014
  • Angst vor dem einzigen Leser, Süddeutsche am 13. Oktober 2014

Lila Pickel für Wünschelwichte und „Positiv-Denken“-Autoren

Bitte …

… verwenden Sie nie die Wörter Evolution oder Quanten. Die Gefahr, dass Sie dann gequirlte Scheiße reden, ist einfach zu groß”,

forderte der Videoblogger Jörg Wipplinger bei diewahrheit schon vor fünf Jahren.

Esoteriker aller Couleur tun es natürlich trotzdem – und heraus kommt dabei nicht nur Total-Idiotie wie “Quantenhomöopathie” oder “Quantenheilung”, sondern auch das “Gesetz der Anziehung”, auf das sich Wünschelwichte wie Rhonda Byrne und Pierre Franckh berufen.

Die beiden TV-Produzenten Jacky Dreksler und Hugo Egon Balder haben dazu schon viel Kluges gesagt und geschrieben.

Heute befasst sich auch der Quantenphysiker und GWUP-Vorstand Dr. Florian Aigner in seiner Futurezone-Rubrik “Wissenschaft & Blödsinn” mit den “Bestellungen beim Universum”.

Ein Auszug:

Schuld daran ist natürlich wie immer die Quantenphysik.

Sie ist dafür verantwortlich, so wird behauptet, dass alles mit allem verbunden ist und der Beobachter die Natur beeinflusst – mit Physik hat das natürlich nichts zu tun, aber es klingt exotisch, gebildet und klug [...]

Diese Bücher über positives Denken sind Entsolidarisierungs-Hetzschriften. Natürlich ist es gut, das Positive zu sehen, natürlich soll man Vertrauen in die Zukunft haben und sich große Ziele setzen.

Aber zu behaupten, dass jeder im Leben dieselben Möglichkeiten habe und der Erfolglose durch seine mentale Einstellung selbst Schuld am persönlichen Unglück sei, ist menschenverachtender Unfug [...]

Und allen Autorinnen und Autoren von Positiv-Denken-Selbsthilfeliteratur wünsche ich hässliche lilafarbene Pickel auf der Stirn. Die können sie sich dann nämlich mit positivem Denken ganz einfach wieder entfernen und dann – ja dann wird ihnen wirklich endlich jeder glauben.”

Zum Weiterlesen:

  • Wer positiv denkt, bleibt glücklicher dumm, futurezone am 13. Januar 2015
  • Weck up: Quantenmystik ohne Skepsis, GWUP-Blog am 19. Juni 2010
  • Quantenmechanik: Die beliebtesten Phrasen und was dahinter steckt, Hier wohnen Drachen am 9. April 2011
  • Schwache Generalisierung der Quantentheorie, Quantenwelt am 31. Juli 2013
  • Quantenverschränkung und Holismus, Seelenlachen am 6. August 2014
  • Ist Telepathie ein Quanteneffekt? Neues Deutschland am 15. Dezember 2012
  • Quanten und Stehlampen: So funktioniert das Prinzip der Verschränkung, naklar.at am 2. Januar 2012
  • Schwache Quantentheorie bei Psiram
  • Positives Denken macht krank, psychosomatik-info am 20. April 2013
  • Denk nicht positiv, Zeit Wissen 1/2011
  • Smile or Die: Gegen die widerliche Optimismus-Industrie, Süddeutsche am 2. September 2010
  • “Positiv Denken” macht krank: Vom Schwindel mit gefährlichen Erfolgsversprechen, infosekta.ch am 14. November 1998
  • Das wahre Geheimnis: Michael Shermer beleuchtet The Secret – Das Geheimnis und wird abgestoßen vom “Anziehungsgesetz”, hpd am 26. Oktober 2007
  • Secret and Lies, CSICOP Special Report am 29. März 2007
  • Wünsch dir was – echt krass! Herrenzimmer am 2. Mai 2008
  • Wünschelwichte: GWUP in der “Bunte”, GWUP-Blog am 6. November 2010
  • Die Wünschelwichte: Interview mit Hugo Egon Balder und Jacky Dreksler zu ihrem Buch “Wunschbullshit im Universum”, Skeptiker 2/2008
  • Dreksler & Balder: “Das ist doch alles Bullshit”, GWUP-Blog am 7. Juni 2008




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