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Sind die Klimaziele des G7-Gipfels ernst gemeint?

Dass wir unseren Ausstoß an CO2 drastisch senken müssen, um das Klima unseres Planeten zu erhalten, ist unter den relevanten Wissenschaftlern Konsens und wird inzwischen weitgehend international anerkannt.

Gut, dass nun auch der G7-Gipfel das ehrgeizige Zwei-Grad-Ziel ausgibt.

Die Konsequenzen des Nichtstuns sind bekannt: Neben dem Temperaturanstieg von vielleicht bis zu 4 Grad bis zum Jahr 2100 und den damit verbundenen massiven Veränderungen in einigen Regionen sind dies die Übersäuerung der Meere mit der Vernichtung vieler Meeresspezies und ein Anstieg des Meeresspiegels, der große Küstengebiete gefährdet.

Es ist also Zeit zu handeln. Dabei müssen wir uns an den Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse richten, um die selbst gesteckten Ziele zu erreichen oder diese auch noch schneller zu erreichen.

Allerdings stehen Barrieren einer Lösung im Wege.

Die Leugnung der Realität des menschgemachten Klimawandels habe ich an anderer Stelle bereits beschrieben, z. B. hier und hier .

Über eine andere Gruppe, zu der auch der Politikwissenschaftler und Nichtklimafachmann Bjorn Lomborg gehört, die das Problem kleinreden und stattdessen erst mal andere Dinge angehen wollen, werde ich noch schreiben.

Es gibt aber ein anderes Problem: die Blockaden der traditionellen “Grünen”, die immer noch falsche, wenig wissenschaftsbasierte Prioritäten setzen, etwa die derzeitige Gestaltung der deutschen „Energiewende“.

Zu dieser Gruppe gehören nicht nur die Partei der Grünen, Greenpeace und BUND, sondern inzwischen auch die Mainstream-Politik in Deutschland und Österreich.

Statt den CO2-Ausstoß zu begrenzen und vor allem aus der Kohle auszusteigen, bleibt der alte Kampf gegen die vergleichsweise harmlose Atomkraft die Priorität. Die Realität in Deutschland: Nicht die Dreckschleuder Kohle, sondern die Kernkraftwerke werden aus dem Verkehr gezogen.

Die Entscheidung für den Atomausstieg ist eine Entscheidung gegen den Klimaschutz, allen Worthülsen zum Trotz.

Wie verhält es sich aber bei der Atomkraft mit dem Abbau der Emissionen und anderen Gesundheitsgefahren?

Angeregt durch Hans Roslings Gapminder und dem Dokumentarfilm Pandora’s Promise hat der Blogger Dan Montgomery den Zusammenhang zwischen Atomkraft und Klimaschutz aufgezeigt: Länder mit mehr als 33 Prozent Atomkraft haben die klar bessere Klimabilanz, Länder mit noch höherem Atomkraftanteil schneiden noch besser ab.

James Hansen, einer der Pioniere der Klimaforschung, führt im Fachjournal Environmental Science & Technology auf, wie viele Leben die Kernkraft gerettet hat. Ashutosh Jogalekar schreibt dazu im Blog des Scientific American:

Hansen is well known as one of the founders of modern global warming science. The authors come up with the striking figure of 1.8 million as the number of lives saved by replacing fossil fuel sources with nuclear.

They also estimate the saving of up to 7 million lives in the next four decades, along with substantial reductions in carbon emissions, were nuclear power to replace fossil fuel usage on a large scale.”

Seinen Standpunkt hat James Hansen vor kurzem wiederholt:

We should be looking at all the carbon-free energy sources, and figuring out what their contribution should be — and frankly, the market should be helping us do it [...]

We should have a carbon-free energy portfolio, and let the market find what is the least expensive way. We should be doing [research and development] on all the good candidates, and certainly nuclear is one of them.”

Dabei geht es vielen wissenschaftsorientierten Umweltschützern nicht darum, erneuerbare Energiequellen wie Sonne, Wind und Biomasse zu verteufeln. Alle Optionen sollten nach rationalen Gesichtspunkten genutzt werden mit dem wichtigsten Ziel: Der CO2-Ausstoß muss schnell runter, idealerweise um 90 Prozent im Laufe dieses Jahrhunderts.

So wird der Juni 2015 für Deutschland als schwarzer Monat für den Umweltschutz in die Geschichte eingehen. Wenn das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld vom Netz geht, wird der Ausfall von Kohledreckschleudern ausgeglichen: mehr CO2-Ausstoß mit ihren Begleiterscheinungen, mehr Atemwegsbeschwerden und damit auch mehr Todesfälle.

Das ist Umweltschutz „Made in Germany“: eine Kombination von Arroganz und Ignoranz.

Aber wird Atomkraft nicht durch die erneuerbaren Energien ersetzt, wie oft gebetsmühlenartig wiederholt wird? Hier lohnt es sich, genauer hinzuschauen: Die fehlende Leistung muss ersetzt werden. Auf absehbare Zeit bedeutet dies mehr CO2-Emissionen ohne Atomkraft als mit ihr.

Soll der CO2-Ausstoß begrenzt werden, hilft uns keine Entscheidung zwischen den Optionen erneuerbare Energien und Atomkraft. Vielmehr müssen wir beides nutzen – und zusätzlich Energie sparen.

Wissenschaftler in Australien haben gar einen offenen Brief an Umweltschützer geschrieben:

Given the historical antagonism towards nuclear energy amongst the environmental community, we accept that this stands as a controversial position.

However, much as leading climate scientists have recently advocated the development of safe, next-generation nuclear energy systems to combat global climate change, we entreat the conservation and environmental community to weigh up the pros and cons of different energy sources using objective evidence and pragmatic trade-offs, rather than simply relying on idealistic perceptions of what is green”.

Die Erkenntnis ist fällig, dass die Nutzung fossiler Brennstoffe sehr wahrscheinlich unumkehrbare globale Konsequenzen hat. Von solchen Problemen sind die Alternativen Atomkraft und erneuerbare Energien weit entfernt.

Ein Umdenken ist erforderlich, auch wenn es schwer fällt. Das irrationale Gegeneinander muss unseres Planeten wegen ein Ende haben. Wir sollten uns am Stand der Wissenschaft orientieren.

Zum Weiterlesen:

  • „Die Pseudoargumente der Klimawandelleugner“ gewinnen den Kölner Bullshit-Slam, GWUP-Blog am 1. März 2015
  • Globale Erwärmung: Leugner sind keine Skeptiker, GWUP-Blog am 12. Dezember 2014
  • Global climate on Rand of multi-decadal change, Science Daily am 27. Mai 2015
  • Klimapolitik in Amerika: Der Druck steigt, FAZ am 9. Juni 2015

Erstaunlich, was Hellseher so alles über eine Person wissen, die gar nicht existiert

Eine junge Frau denkt sich eine – angeblich mit 24 Jahren tödlich verunglückte – Schwester aus und befragt vier “Jenseitsmedien” nach deren Befinden im Drüben:

Inspiriert von Houdini erstellte ich einen einfachen Test, den ich ein paar Mal anwenden konnte, um so herauszufinden, ob irgendjemand wirklich im Einklang mit den Wahrheiten des Universums steht:

Wenn ich eine tote Schwester erfinde und dann einige Wahrsager darum bitte, Kontakt mit ihr aufzunehmen, wie viele werden dann gleich erkennen, dass ich da eigentlich nur Blödsinn rede?”

Kurz gesagt: keiner.

Ihre Erlebnisse mit dem gar nix sehenden Eso-Kleeblatt schildert Jackie Hong heute bei Vice.

Das Fazit der Geschichte:

Ich konnte immer noch nicht wirklich glauben, dass ich vier Wahrsagern erfolgreich einen Bären aufgebunden hatte. Ich entschied mich dazu, allen vier Frauen eine Nachricht zu schicken, in der ich alles gestehe. Ich wollte wissen, wie sie auf die Tatsache reagieren würden, dass sie vorgegeben hatten, den Kontakt zu einer nicht-existenten Person hergestellt zu haben [...]

Ich glaube nicht, dass mich irgendeine dieser Frauen absichtlich in die Pfanne gehauen hat. Ich bin mir sicher, dass sie wirklich daran glauben, die Fähigkeit zu besitzen, mit toten Menschen zu kommunizieren und das Leben ihrer Kunden zu beeinflussen.

Aber trotzdem hat von vier Wahrsagerinnen – also Leute, die behaupten, übernatürliche Fähigkeiten zu besitzen und irgendwelche höheren Wahrheiten zu kennen – niemand gemerkt, dass ich sie mit einer erlogenen Geschichte konfrontiert habe [...]

Vielleicht gibt es sowas wie übernatürliche Fähigkeiten gar nicht [...]

Diese Menschen sind sehr talentiert darin, Emotionen aus einem herauszuquetschen und allgemeine Aussagen zu treffen, bei denen man die Lücken selbst füllt – man täuscht sich quasi selbst.”

Zum Weiterlesen:

  • Ich habe Wahrsager darum gebeten, meine nicht-existierende, tote Schwester zu kontaktieren, Vice am 9. Juni 2015
  • Wahrheit und Vision: Test eines “Mediums” bei Todesfällen, Skeptiker 1/2011
  • Psychic Detectives: Was können “übersinnliche” Ermittler? GWUP-Blog am 12. August 2010
  • Medium für einen Tag, GWUP-Blog am 4. Oktober 2012
  • Medium für einen Tag II, GWUP-Blog am 6. Oktober 2012
  • Sind Hellseher sympathisch? GWUP-Blog am 30. September 2012
  • Sind Hellseher seriös? GWUP-Blog am 1. Oktober 2012
  • Sind Hellseher anerkannt? GWUP-Blog am 2. Oktober 2012
  • Sind Hellseher Schwindler? GWUP-Blog am 2. Dezember 2012

Der nächste Weltuntergang 2015

Focus-Online macht mal wieder auf Weltuntergang:

24. September 2015: Asteroid zerstört die Erde – und Jesus spielt eine Rolle”

Aufklärung dazu gibt’s bei Astrodicticum simplex:

Es gibt natürlich noch jede Menge anderer Blogs, Foren und Videos, in denen dieser Quatsch wiederholt, vermischt und neu interpretiert wird, und sie alle erfreuen sich erwartungsgemäß der Aufmerksamkeit all der Panikmacher und Wichtigtuer, die sich im Internet rumtreiben.

Und leider auch all der Leute, die sich von solchen “Nachrichten” regelmäßig Angst einjagen lassen und die nicht in der Lage sind, echte Berichterstattung von Artikeln zu unterscheiden, die nur dazu da sind, möglichst viele Klicks zu generieren.

Denn natürlich gibt man sich bei den einschlägigen Medien nicht allzu viel Mühe, die Sache eindeutig klar zu stellen. Es wird zwar meist darauf verwiesen, dass die NASA das alles dementiert.

Aber warum das alles kompletter Blödsinn ist oder auch nur einfach klar und deutlich und ohne Andeutungen der Art “Aber andere dagegen sagen …” zu erklären, dass es kompletter Blödsinn ist: Dazu konnte sich anscheinend kaum jemand durchringen.

Dabei ist es wirklich nicht schwer.”

Zum Weiterlesen:

  • Panik(mache) vor Asteroideneinschlag und Weltuntergang am 24. September 2015, Astrodicticum simplex am 8. Juni 2015
  • Die Aussichten für 2015: Jüngstes Gericht, Zombie-Apokalypse oder kompletter Weltuntergang? GWUP-Blog am 24. Januar 2015
  • Neo-the-One weiß es genau: Am 1.11.2015 beginnt der 3. Weltkrieg, Wahrsagerchecks-Blog am 10. April 2015
  • Prognosemenü 2015: Dreifaches Scharlatantenblabla mit überraschend leichter Katastrophenbeilage, Wahrsagerchecks-Blog am 9. April 2015

MMS: „Gefährliche Quacksalber“ bei defacto im HR-Fernsehen

Gestern Abend im HR-Magazin “defacto”:

Gefährliche Quacksalber – Wie MMS-Anhänger Kinder verätzen”


Direktlink zum Video auf Youtube

Und darum geht’s:

Die MMS-Anhänger sind wie eine Sekte. Sie lassen sich von ihren Vorstellungen nicht abbringen. Besonders perfide: Sie behandeln autistische Kinder mit der angeblichen Wundermedizin.

Per Einlauf bekommen die Kinder die ätzende Brühe in den Darm gespritzt. Dort soll es vermeintliche Parasiten abtöten, die angeblich Autismus auslösen. Für Wissenschaftler ist das gefährlicher Unsinn.

Doch die MMS-Anhänger sind gut organisiert und versuchen auch schon mal Kritiker durch Drohbriefe einzuschüchtern.”

In den USA ist der Chef einer vierköpfigen Bande von MMS-Verkäufern, Louis Daniel Smith aus Ashland in Oregon, erneut von der Jury eines Bundesgerichts für schuldig befunden worden.

Ihm drohen nun bis zu 34 Jahre Haft.

Dieses Urteil unterstreicht, dass die Justizbehörden alle Personen strafrechtlich zur Verantwortung ziehen, die kranken und verzweifelten Menschen gefährliche Chemikalien als Wundermittel andrehen. Die Verbraucher müssen sich darauf verlassen können, dass Arzneimittel sicher und wirksam sind”,

sagte ein Vertreter der Staatsanwaltschaft.

Amerika, du hast es besser.

Zum Weiterlesen:

  • Seller of “Miracle Mineral Solution” Convicted for Marketing Toxic Chemical as a Miracle Cure, Justice News am 28. Mai 2015
  • „Spirit of Health“: Bußgelder gegen neun Aussteller verhängt, GWUP-Blog am 27. April 2015
  • “Die negativen Fälle werden nicht veröffentlicht”: MMS bei “Kontraste”, GWUP-Blog am 16. April 2015
  • Jim Humbles tödliche Geschäfte, Psiram am 6. Juni 2014
  • MMS: Verätzte Gewebefetzen sind keine Autismus-Würmer, GWUP-Blog am 2. Januar 2015
  • Kritisches Video zu MMS und Neues von den Behörden, GWUP-Blog am 6. August 2014
  • Populäre Fragen und Aussagen von MMS-Befürwortern und meine unpopulären Antworten, Indub.Io am 9. August 2014

Premiere im Juli: „Ein Interview mit Dr. Stoll – Der Film“

Der erste Todestag von Dr. Axel Stoll nähert sich – und noch immer scheint eine eigentümliche Faszination von dem verschrobenen Neuschwabenländler auszugehen.

Gestern erst haben wir über den Song “Muss man wissen” berichtet.

Heute kündigen Dr. Sebastian Bartoschek, Alexa Waschkau und Alexander Waschkau eine Filmversion ihres Interviewbuches mit Stoll an:


Direktlink zum Video auf Youtube

Die Doku feiert am 25. Juli in Hamburg Premiere. Danach steht der Film zum Download bereit (9,99 € HD/ 8,99 € SD).

Zum Weiterlesen:

  • Alexa Waschkau/Alexander Waschkau/Sebastian Bartoschek: “Muss man wissen”. JMB-Verlag, Hannover 2013
  • Buchpremiere: Axel Stoll – kranke braune Esoterik? GWUP-Blog am 3. Dezember 2013
  • Interview zu dem Interviewbuch mit Axel Stoll, GWUP-Blog am 10. Januar 2014
  • Geschichtenerzähler und Rechtsesoteriker, Skeptiker 1/2014
  • „Muss man wissen“ – das Lied: Nachklang auf Axel Stoll, GWUP-Blog am 6. Juni 2015

Gratis und umsonst: Skeptiker bekommt „Fernheilung“

Ein Tiroler “Fernheiler” hat Dr. Florian Aigner vom GWUP-Vorstand eine Gratisbehandlung angeboten.

In seiner Rubrik Wissenschaft & Blödsinn berichtet der Physiker, wie es ausgegangen ist:

Schon am nächsten Tag bekam ich eine ausführliche E-Mail mit einer detaillierten Analyse meines Gesundheitszustandes. Insgesamt, sagte der Befund, bin ich eigentlich recht gesund.

Doch meine ersten drei Chakren waren irgendwie verbogen, die konnten glücklicherweise beim Pendeln aber gleich wieder eingerichtet werden.

Auch meine neutralen Meridiane und mein Bovis-Wert waren verbesserungswürdig, ganz übel sah es mit meiner allgemeinen Leistungsfähigkeit aus, die konnte durch den Fernheilungseingriff von jämmerlichen 30 Prozent auf 200 Prozent hochgeschraubt werden – wovon ich allerdings leider nichts spürte.”

Die Ergebnisse des Geistheiler-Tests der Wiener Skeptiker von 2005 kann man hier nachlesen.

Zum Weiterlesen:

  • Fernheilung: Zu Hause ist es doch am schönsten, futurezone am 2. Juni 2015
  • Der Geistheilertest der GWUP-Regionalgruppe Wien, Skeptiker 2/2005
  • Harter Test für sanfte Heiler, ZEIT Wissen am 11. Januar 2006
  • Aurachirurgen und Geistheiler retten das Gesundheitssystem, dieausrufer am 2. September 2012
  • Geistheilertest der GWUP Wien (Auswertung als PDF)
  • “Fernheilung” bei Psiram
  • Dittmar Graf/Christoph Lammers (Hrsg.): Anders heilen? Alibri, Aschaffenburg 2015

Zufall oder geheimes Komplott? Verschwörungsmythen bei rbb

Heute Morgen gab es beim kulturradio rbb den Beitrag

Zufall oder geheimes Komplott? Verschwörungstheorien als Ersatzreligion”

Und darum ging’s:

Die Mondlandung war vorgetäuscht. Die Presse wird gesteuert, damit die Wahrheit über Flugzeugabstürze und Terroranschläge nicht herauskommt. Haushaltsgeräte sind so konstruiert, dass sie gleich nach Ablauf der Garantie kaputt gehen. An allem sind die Juden schuld. Oder der CIA. Oder beide. Verschwörungstheorien boomen.

Diese Versuche, Unerklärliches, Zufälliges, Unfassbares zu begreifen, indem man behauptet, dunkle Kräfte zögen die Strippen, gibt es schon lange. Von außen betrachtet scheinen Verschwörungstheorien absurd. Für die Gläubigen erklären sie alles, und jeder Widerspruch ist nur ein weiterer Beleg dafür.

Verschwörungstheorien liefern einen Plan, der die immer mehr vereinzelten Erfahrungen verknüpft. Werden sie so zu einer neuen Alltagsreligion? Und: Ist das gefährlich?”

Mit dabei ist auch die Chemtrail-Aussteigerin Stefanie Wittschier, über die wir hier (Interview) und hier (Buch) berichtet haben.

Der Podcast dauert zirka 25 Minuten.

Zum Weiterlesen:

  • GEZ – komme ich da nun wirklich raus? Beitragsservice ARD, ZDF und Deutschlandradio unter der Lupe betrachtet, mimikama am 10. Januar 2015
  • Viagra in Chemtrails und anderer Nonsens: Verschwörungsfans sind leichtgläubiger, GWUP-Blog am 4. Juni 2015
  • Die heute-show über Chemtrails und das Buch einer Aussteigerin, GWUP-Blog am 18. Mai 2015
  • Im Auge der Verschwörung: Welt am Sonntag am 1. März 2015
  • “Statt Gott lenken jetzt Verschwörer die Welt”: Interview mit Prof. Michael Butter, Spiegel-Online am 9. Januar 2015
  • Interview mit Michael Butter: Krise und Verschwörung, puls am 12. Februar 2014
  • 11. September: Warum stürzte WTC 7 ein? GWUP-Blog am 1. September 2011

„Muss man wissen“ – das Lied: Nachklang auf Axel Stoll

Vor zehn Monaten starb der “Geschichtenerzähler und Rechtsesoteriker” Dr. Axel Stoll.

Als eine Art verspäteter Nachruf ist jetzt der Song “Muss man wissen” von Marc Amsler erschienen, mit O-Tönen von Axel Stoll – insbesondere sein legendäres Motto “Muss man wissen” wird als wiederkehrende Refrain-Zeile eingesetzt.

Ein Auszug:

Ich frage mich so oft und finde es nicht toll, warum gibt es so Gestalten wie Dr. Axel Stoll?

Ich find das nicht nur lächerlich, sondern auch beschissen, was der so erzählt:

“Muss man wissen“.

Mit der Freien Energie zum Mars und dann zurück, in nicht einmal fünf Stunden, der Mann ist doch verrückt. Mit diesem Song erteil ich euch den Segen, wie war das jetzt nochmal:

„Muss man wissen, ne, von wegen.“

Ihr schaut in den Himmel und was seht ihr da? Ihr nennt es Chemtrails, aber ich nehme nur Kondensstreifen wahr. Doch eines weiß ich ganz genau, ich mag die rechten Esos nicht, wir haben als Nachkommen unserer Eltern eine große Pflicht.

Und zum Abschluss rate ich euch eins, lasst euch nicht um den Finger wickeln, lasst es einfach sein. Und nur zum Klarstellen, ich möcht hier keinen dissen, ich mach nur meine Lieder hier:

“Das muss man natürlich wissen.”

Nun ja, “verrückt” war Axel Stoll wohl nicht, wie der Psychologe und “Hoaxmaster” Alexander Waschkau im Skeptiker-Interview (1/2104) erklärte:

Die Frage, ob Dr. Stoll krank ist, möchte ich eher umformulieren zu: „Leidet Dr. Stoll an einer psychischen Störung?“

Und in dieser Formulierung steckt auch schon fast die Antwort, denn von einer psychischen Störung kann eigentlich nur dann gesprochen werden, wenn subjektiver Leidensdruck mit der Störung einhergeht.

Das heißt, der Gestörte sollte selbst die Störung als etwas Negatives empfinden – und das ist auch genau richtig so.

Denn es geht ja darum, dass nicht Dritte einen Menschen als „krank“ diagnostizieren, sondern die Diagnose soll der erste Schritt auf dem Weg sein, eigenes Leid zu überwinden. Aus diesem Grund neigen wir dazu zu sagen: Dr. Stoll ist nicht krank.”

Waschkau hatte zusammen mit Sebastian Bartoschek im September 2013 ein langes Gespräch mit Stoll geführt und daraus das Buch

Muss man wissen! – Ein Interview mit Dr. Axel Stoll”

zusammengestellt.

Bis heute (zuletzt im Mai 2015) werden Verschwörungsmythen über die angebliche Ermordung Stolls gestrickt.

So gesehen, sollte auch noch ein kritische Lied über den Neuschwabenländler erlaubt sein.

Zum Weiterlesen:

  • Dr. Axel Stoll ist tot, Ruhrbarone am 30. Juli 2014
  • Dr. Axel Stoll hat den Strafplaneten verlassen, vice.com am 30. Juli 2014
  • Alexa Waschkau/Alexander Waschkau/Sebastian Bartoschek: “Muss man wissen”. JMB-Verlag, Hannover 2013
  • Buchpremiere: Axel Stoll – kranke braune Esoterik? GWUP-Blog am 3. Dezember 2013
  • Interview zu dem Interviewbuch mit Axel Stoll, GWUP-Blog am 10. Januar 2014
  • Der Mythos Neuschwabenland, GWUP-Blog am 19. Mai 2013
  • Geschichtenerzähler und Rechtsesoteriker, Skeptiker 1/2014
  • Wer oder was ist Axel Stoll? diesseits.de am 13. Februar 2014
  • Zu Besuch bei den Ufo-Esoterik-Nazis, Vice am 31. Juli 2012
  • Premiere im Juli: „Ein Interview mit Dr. Stoll – Der Film“, GWUP-Blog am 7. Juni 2015

Ist die Homöopathie-Petition der Kritiker „gescheitert“?

Ein Gastbeitrag von Dr. Norbert Aust

Ende März 2015 wurde eine Online-Petition eingereicht, mit der ein nicht namentlich bekannter Petent erreichen wollte, dass die Kostenerstattung für Homöopathika durch die gesetzlichen Krankenkassen gesetzlich unterbunden werden soll.

Es fanden sich innerhalb eines Monats 1357 Mitunterzeichner, womit das sogenannte Quorum (50 000 Unterschriften) tatsächlich nicht ansatzweise erreicht wurde.

Dies veranlasst den Deutschen Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) in der neuesten Ausgabe seiner Online-Zeitschrift zu einer Meldung, aus der man den triumphierenden Unterton durchaus herauslesen kann.

Die Kritiker hätten mit ihrem Anliegen eine herbe Schlappe erlitten, heißt es da:

 Sie scheiterten deutlich mit nur etwa 1 300 Unterschriften an der Marke von 50 000 Unterstützern, die nötig ist, damit sich der Petitionsausschuss mit dem Thema befasst.”

Welch ein Unsinn!

Offensichtlich fehlt es diesem Verein und seiner Vorsitzenden nicht nur am Durchblick zu wissenschaftlichen Grundlagen, auch mit der politischen Bildung ist es nicht so weit her – wenn wir zugunsten des DZVhÄ annehmen wollen, dass diese Formulierung aus Unkenntnis entstanden ist und man die Leser nicht etwa bewusst falsch informieren wollte.

Nach § 17 des Grundgesetzes ist das Petitionsrecht ein wesentliches Grundrecht jedes einzelnen Bürgers. Jede einzelne Petition wird registriert und bearbeitet. Die Zahl der Unterstützer hat prinzipiell keinen Einfluss auf die Behandlung der Petition durch den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages.

Das sogenannte Quorum wird erreicht, wenn innerhalb von vier Wochen mindestens 50 000 Bürger die Petition unterstützen, indem sie sie unterzeichnen. Dies hat diese Petition ohne Zweifel bei Weitem verfehlt.

Allerdings ist damit nicht die Petition an sich gescheitert: Wird das Quorum erreicht, hat das lediglich zur Folge, dass der Petitionsausschuss des Bundestages “im Regelfall” öffentlich darüber berät.

Das Quorum bestimmt also lediglich, wie die Petition behandelt wird, nicht ob dies geschieht – wenn der Petitionsausschuss sich nicht über das Quorum hinwegsetzt.

Folge: Die Petition ist noch ganz und gar nicht “gescheitert”. Dies wäre dann der Fall, wenn die Petition abschlägig beschieden worden wäre und die Bundesregierung letztendlich nicht im Sinne des Petenten tätig werden würde.

Aber, wie der Button auf der Petitionsseite zeigt, sie ist immer noch in der Prüfung – was auch noch eine ganze Weile so bleiben könnte.

Ich habe die Meldung auf Zeitschrift-Homöopathie.de übrigens entsprechend kommentiert. Man wird sehen, ob der Kommentar dort freigeschaltet wird.

Zum Weiterlesen:

  • Anti-Homöopathie-Petition, Pils zu Starkbier und Vortrag von Dr. Norbert Aust in München, GWUP-Blog am 8. April 2015
  • Weltsensation bei Jugend forscht: Homöopathie hilft kranken Bienen, GWUP-Blog am 3. Juni 2015
  • Homöopathie wirkt doch – nicht, GWUP-Blog am 30. Mai 2015
  • Petition „Globuli ins Süßwarenregal“ und andere Beschwerdeformen, GWUP-Blog am 12. August 2014

James-Randi-Film „An Honest Liar“ jetzt online verfügbar

Die James-Randi-Biografie “An Honest Liar”


Direktlink zum Video auf Youtube

ist jetzt online erhältlich, und zwar via iTunes ($14.99) und über das Videoportal Vimeo (3,67 € für 24 Stunden/8,26 € Kauf, mit deutschen Untertiteln).

Über die Dreharbeiten sprach Randi vor zwei Jahren beim TAM:


Direktlink zum Video auf Youtube

Zum Weiterlesen:

  • Behind the Magic: An Interview with James Randi, Skeptical Inquirer Vol. 39.2, March/April 2015
  • Randis Parapsychologie-Hoax „Projekt Alpha“ wird verfilmt, GWUP-Blog am 1. April 2015
  • James Randi tritt in den abenteuerlichen Ruhestand, GWUP-Blog am 28. Januar 2015
  • Review: „An Honest Liar“, a Documentary About the Debunker James Randi, New York Times am 5. März 2015
  • The Unbelievable Skepticism of the Amazing Randi, New York Times am 7. November 2014
  • James „The Amazing“ Randi Speaks at „An Honest Liar“ Screening, Variety am 4. März 2015
  • Der Entzauberer, brand eins 10/2004
  • James Randi wird 85, GWUP-Blog am 6. August 2013




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