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Elvis lebt und Paul ist tot: Die neue Folge von Hoaxilla-TV

Bei dem Abo-Portal Massengeschmack-TV ist die zweite Hoaxilla-Folge online gegangen.

Thema sind

Verschwörungen in der Musikwelt”

Ist Paul McCartney tot? Lebt Elvis noch? Und welche satanischen Botschaften verbergen sich in bestimmten Liedern?

Mehr dazu in diesem Teaser:


Direktlink zum Video auf Youtube

Zum Weiterlesen:

  • “Hoaxilla-TV” startet, GWUP-Blog am 17. Juni 2014
  • Restebloggen mit Lena, Satan, Dawkins und Weltuntergang, GWUP-Blog am 24. Dezember 2013
  • Uwe Ochsenknecht vertont skeptisches Buch, GWUP-Blog am 2. August 2010

“Truther-Karaoke“: Eine szenische Darstellung von Verschwörungsgesumms

Apropos Verschwörungstheorien:

Wie gerufen zur Illustration dessen, was der Komiker Tommy Krappweis in seinem Facebook-Kommentar beklagt, kommt dieses Video von indub.io:

Dinge, die Verschwörungstheorie-Anhänger sagen: Trutherkaraoke”

Die Darsteller in dem 4-Minuten-Clip sprechen einfach Ergüsse von Verschwörungstheoretikern nach, die diese in sozialen Netzwerken hinterlassen haben:


Direktlink zum Video auf Youtube

Schön bizarr.

Zum Weiterlesen:

  • Comedian Tommy Krappweis nerven Verschwörungsfreaks bei Facebook, GWUP-Blog am 14. August 2014
  • Dinge, die Verschwörungstheorie-Anhänger sagen: Trutherkaraoke”, indub.io am 13. August 2014
  • Kritisches Video zu MMS und Neues von den Behörden, GWUP-Blog am 6. August 2014
  • Bikini-Babes und andere “Truther”, GWUP-Blog am 10. September 2013
  • Verschwörungsgeplauder XII, Astrodicticum simplex am 10. August 2014
  • Ebola-Epidemie? Best of Verschwörungstheorie, Psiram am 15. August 2014

Comedian Tommy Krappweis nerven Verschwörungsfreaks bei Facebook

Die leider längst verblichene Comedy-Show RTL Samstag Nacht als Skeptiker-Schmiede?

Die beiden Produzenten Jacky Dreksler und Hugo Egon Balder brachten Ende 2007 das sehr schöne Buch

Wunsch-Bullshit im Universum. Eine Kritik der Wunsch-Bestellungen im Universum von Rhonda Byrne, Pierre Franckh, Bärbel Mohr, Esther Hicks und Kurt Tepperwein”

heraus.

Dazu gab’s auch ein Interview im Skeptiker.

Wigald Boning widmet sich dem Erklär-Fernsehen und der Wissenschaftskommunikation.

Und von Ex-Samstag Nacht-Comedian Tommy Krappweis findet sich aktuell dieses bemerkenswerte Statement zum Thema “Verschwörungstheorien” auf seiner Facebook-Seite:

Was mich hier täglich mehr nervt und zunehmend verzweifeln lässt, ist die simple Tatsache, dass allen professionellen, oft hart und herzblutoid arbeitenden, oft in der Tat an Aufklärung interessierten Journalisten jegliche Kompetenz und jegliches Berufsethos abgesprochen wird, nur weil sie für ein etabliertes Magazin, einen etablierten Sender oder eine etablierte Zeitung arbeiten!

Warum bitte ist stattdessen der Fuzzi mit dem irren Blick, seinem Weltverschwörungsblog und dem latenten Hygieneproblem automatisch im Besitz der einzig wahren Wahrheit?

Warum glaubt die breite Masse zumindest hier auf Facebook sofort erstmal dem Stimmungsmacher und wendet sich z.B. der Tagesschau grundsätzlich ab?

Warum wird nicht wenigstens jeder Blogger genau so kritisiert, auseinandergenommen und grundsätzlich erst einmal mit zweifelnden Kommentaren übersäht, wie jede andere vergleichbare, oft deutlich nüchterner und ausgewogener vorgetragene Nachricht etablierter Organe?

Rhetorische Frage, rhetorische Antwort:

Der Grund scheint zu sein, dass diese oft schlagzeilenförmigen Antworten, diese absurden, niemals real organisierbaren Verschwörungsunterstellungen der westlichen Welt/des Kapitals/der Politiker aka ‘diedaoben’, einfacher, simpler zu verstehen sind, als die wahre Komplexität der multigraustufigen Realität!

Ja, die Menschen müssen ‘endlich aufwachen’  aber nicht um einen gemeinsamen Feind zu basteln oder gegen Chemtrails anzubloggen!

Bitte lasst uns dafür sorgen, dass die Menschen wenigstens hier auf Facebook aus dem romantisch-dümmlichen Traum aufwachen, dass es auf dieser vernetzten und komplexen Welt einen einzigen Schuldigen oder eine einzige Verschwörung Schuldiger gäbe.

Das würde viel helfen. Echt jetzt.”

Können wir nichts hinzufügen, außer vielleicht dieses Video.

Zum Weiterlesen:

  • Dreklser & Balder: “Das ist doch alles Bullshit!” GWUP-Blog am 7. Juni 2008
  • Die Offene Gruppe der GWUP bei Facebook schließt: Claudia Preis über Brokkolinonnen und Verschwörungstheorien, GWUP-Blog am 10. August 2014
  • Geistiger Amoklauf der “Truther”, Chemtrails und das Ende von HAARP, GWUP-Blog am 17. Mai 2014
  • Strichcodes und Co.: Die Gefahren absurder Hysterien, GWUP-Blog am 10. Juni 2014
  • Verschwörungstheorien: Das Geschäft mit der Angst, Spiegel-Online am 22. Mai 2014
  • Wie sich Verschwörungstheorien auf Facebook verbreiten, Technology Review am 15. Mai 2014
  • Ebola-Epidemie? Best of Verschwörungstheorie, Psiram am 15. August 2014
  • Truther-Karaoke“: Eine szenische Darstellung von Verschwörungsgesumms, GWUP-Blog am 14. August 2014

Neu im Kino: „Lucy“ und der Zehn-Prozent-Mythos

Heute startet in den deutschen Kinos der Actionthriller “Lucy” mit Scarlett Johansson:


Direktlink zum Video auf Youtube

Es geht um eine junge Frau, die nach Applizierung einer experimentellen Droge zu einer Art Superheldin mutiert auch geistig:

Wissenschaftler sagen: Menschen nutzen nur 10 Prozent ihrer Hirnleistung. Würden wir nur irgendwie die restlichen 90 Prozent nutzbar machen können – die Möglichkeiten wären unbegrenzt”,

heißt es im Werbeslogan.

Da ist er also wieder, der altbekannte “Zehn-Prozent-Mythos”, auf den sich schon die Scientologen berufen haben (Skeptiker 1/2002).

“Lucy” (beziehungsweise die knusprige Hauptdarstellerin) mag ganz nett anzuschauen sein die Story ist natürlich pseudowissenschaftlicher Blödfug.

Darauf weisen ausnahmensweise sogar die großen Publikumsmedien hin, etwa Die Welt oder das Newsportal 20 Minuten oder N24.

Was ist mit der Aussage “Nur zehn Prozent des Gehirns werden genutzt” überhaupt gemeint, fragte Christoph Drösser schon 1997 in der Zeit.

Denn es bieten sich mehrere Interpretationen an:

Erstens: Zu jedem gegebenen Zeitpunkt ist nur jede zehnte Gehirnzelle aktiv.

Da kann man nur sagen: Gut, daß es nicht alle sind, denn das wäre gleichbedeutend mit einem epileptischen Anfall. Zweitens: Neunzig Prozent der Hirnzellen liegen nutzlos im Schädel herum und haben keine Funktion.

Auch das ist Unsinn.

Soweit die Wissenschaft es beurteilen kann, sind alle gesunden Zellen in irgendeiner Weise an den Prozessen im Gehirn beteiligt. Ein Indiz dafür ist, daß beim Ausfall einer Hirnfunktion, beim Verlust eines Auges zum Beispiel, die zuständigen Neuronen zugrunde gehen.

Eine dritte Interpretation: Wir nutzen nur einen Bruchteil unseres Erinnerungsvermögens, könnten uns also eigentlich viel mehr Dinge merken

Aber das Gehirn hat keine “Speicherzellen” wie ein Computer. Erinnerungen sind Muster, an denen viele Zellen beteiligt sind, und die Zahl dieser Muster ist unbegrenzt.

Niemand weiß, wieviel Information man dem Gedächtnis maximal eintrichtern kann.”

Moderne Untersuchungsmethoden wie die Positronen-Emissions-Tomografie (PET) zeigen, dass sämtliche Hirnregionen aktiv sind – wenn auch nicht alle zur gleichen Zeit, genauso wenig wie wir sämtliche Muskeln unseres Körpers gleichzeitig anspannen können.

Richtig sei, dass …

… nur etwa zehn Prozent der 100 Milliarden Neuronen mit Denkprozessen beschäftigt sind“,

erklärt der Direktor des Max-Planck-Instituts für Hirnforschung in Frankfurt, Professor Wolf Singer.

Doch die restlichen Nervenzellen liegen mitnichten brach, sondern steuern beispielsweise die vegetativen Funktionen.

Die Vorstellung, mehr Hirnaktivität sei gleichbedeutend mit „besserem“ oder überlegenem Denken, ist also Quatsch.

Zum Weiterlesen:

  • Was in Scarlett Johanssons neuem Film nicht stimmt, Welt-Online am 7. August 2014
  • Luc Bessons “Lucy” ist gut, aber Unsinn, 20 Minuten am 13. August 2014
  • Schluss mit dem 10-Prozent-Mythos! N24 am 21. Juli 2014
  • „Stimmt‘s“: Der Mensch nutzt nur zehn Prozent seiner Gehirnkapazität, Zeit-Online am 26. September 1997
  • Welcome to Your Brain: Der 10-Prozent-Mythos, Cicero am 9. März 2010
  • Mythos einer 10-Prozent-Nutzung des Gehirns bei Psiram
  • The Ten-Percent Myth, Skeptical Inquirer Volume 23.2, March/April 1999
  • Mythen der Alltagspsychologie II, Skeptiker 1/2014

Wissensbuch des Jahres 2014: jetzt abstimmen

Im vergangenen Jahr haben die Science Busters mit “Gedankenlesen durch Schneckenstreicheln” und Dr. Christian Weymayr mit “Die Homöopathie-Lüge” bei der Wahl zu den “Wissensbüchern des Jahres” reüssiert.

Auch 2014 sind bei dem Leserwettbewerb von bild der wissenschaft interessante Titel am Start, darunter die Werke von guten Bekannten.

Abstimmen kann man noch bis zum 20. August, und zwar hier.

Zum Weiterlesen:

  • Lebenslänglich hinter Gittern als Wissensbuch des Jahres nominiert, Alibri-News am 31. Juli 2014
  • Letzter Aufruf: Die Wahl zum “Wissensbuch des Jahres 2014“, Astrodicticum simplex am 12. August 2014
  • Rezension zu “Die Neuentdeckung des Himmels”, spektrum.de am 10. Mai 2014
  • Rezension zu “Die Pharma-Lüge”, spektrum.de am 8. Oktober 2013
  • Vorabdruck “Die Pharma-Lüge” in der Wirtschaftswoche vom 12. August 2013
  • Neu: “Die Pharma-Lüge”, GWUP-Blog am 6. August 2013
  • Wissensbücher des Jahres: Science Busters und die “Homöopathie-Lüge”, GWUP-Blog am 26. November 2013

Petition „Globuli ins Süßwarenregal“ und andere Beschwerdeformen

Drei kurze Updates in Sachen Homöopathie:

Der Text eignet sich auch als Vorlage, hier oder da oder anderswo selbst aktiv zu werden.

  • Aktiv geworden ist bereits der TV-Journalist Julian Aé, und zwar mit einer Beschwerde gegen die Internet-Werbung für das homöopathische Mittelchen Zappelin (“Wenn Zappelphilipp Hilfe braucht”).

Das Schreiben richtet sich an das Regierungspräsidium Stuttgart (zuständig für die Einhaltung des Heilmittelwerbegesetzes) und an den deutschen Konsumentenbund.

Darüber hinaus hat Aé einen Info-Text über “Zappelin” für die Webseite ADHS-Zentrum verfasst.

  • Nicht vollumfänglich ernst gemeint, aber in der Sache treffend und aus Gründen der Aufklärung unterstützenswert ist die Online-Petition “Homöopathische Mittel ins Süßwarenregal”.

Initiator ist der Guru und Meister der Sheng-Fui-Bewegung Lorenz Meyer.

Ein Auszug:

Eine Umgruppierung der Zuckerkügelchen ins Süßwarenregal mit entsprechender Kennzeichnung und Nährwertdeklaration sorgt für Transparenz beim Verbraucher und bekämpft wirksam Zivilisationserkrankungen wie Adipositas und Karies.”

Je mehr öffentliche Aufmerksamkeit auf den Wirrsinn der Homöopathie gelenkt wird, desto besser.

Zum Weiterlesen:

  • Offene Mail an eine homöopathische Apotheke, Ratgeber-News-Blog am 12. August 2014
  • Schwachfug aus der Apotheke, GWUP-Blog am 15. Dezember 2013
  • Kommt eine Frau in die Apotheke, Frischer Wind am 17. Juni 2014
  • Zauberzucker aus der Apotheke, GWUP-Blog am 23. November 2012
  • Globuli raus aus Apotheken, GWUP-Blog am 18. Juni 2014
  • FSMoPathische Arzneimittelprüfung: Aufruf an Laien! FSMoSophica am 11. August 2014

Die Offene Gruppe der GWUP bei Facebook schließt: Claudia Preis über Brokkolinonnen und Verschwörungstheorien

Zur Schließung der “Offenen Gruppe” der GWUP bei Facebook sprachen wir mit der Administratorin Dr. Claudia Preis.

Heute, am 10. August, wird die „Offene Gruppe“ der GWUP bei Facebook geschlossen. Warum?

Der Hauptgrund ist der unvertretbar hohe Aufwand für die Administration der Gruppe. Die vier aktiven Admins – Beate Muc, Jörg Rohm, Andrea Czermak und ich – haben täglich mindestens zwei bis vier Stunden, häufig aber auch zehn und mehr in diese Tätigkeit gesteckt.

Seit wir vor einigen Monaten die Mitgliederzahl von 2000 überschritten hatten, musste praktisch 24 Stunden, sieben Tage in der Woche, jemand aufpassen. Und das insbesondere an Wochenenden, Feiertagen und nachts.”

Gegen Ende waren es fast 3500 Gruppenmitglieder.

Genau, und diese hohe Zahl an Teilnehmern hatte zur Folge, dass Diskussionen, die früher zumeist inhaltsorientiert und sinnvoll verliefen, oft nur noch aus Meinungsabsonderungen und Off-Topics bestanden.

Außerdem hielten viele sich nicht mehr an einfachste Gruppenregeln oder an die Netiquette. Kurz gesagt: Der Nutzen hat den Aufwand nicht mehr gerechtfertigt.”

Hat man versucht, weitere freiwillige Administratoren zu finden?

Wir haben seit Monaten in der Gruppe und auch unter GWUP-Mitgliedern immer wieder angemerkt, dass die Arbeit kaum mehr zu schaffen ist. Resonanz war zwar da, aber sie bestand mehr aus Mitgefühl denn aus konkreten Angeboten zur Mitarbeit.

Nach Ankündigung der Schließung haben sich zwei Personen gemeldet, die mithelfen wollten. Aber das wäre immer noch kein ausreichendes personelles Polster gewesen – und zudem kann auch nicht jede oder jeder Freiwillige Administrator werden.”

Was wird denn da verlangt?

Neben Geduld, Kommunikationsstärke und Unerschrockenheit gehören auch ein dickes Fell, nahezu unbegrenzte Freizeitressourcen und die Bereitschaft dazu, auch Diskussionsstränge, die man selbst öde, sinnlos oder redundant findet, lückenlos zu verfolgen. Die hohe Verantwortung muss einem auch klar sein.”

Hätte man die Gruppe nicht unadministriert weiterlaufen lassen können?

Ja, sicher hätte man das tun können. Das Problem ist aber: Auf der Gruppe steht nun mal „GWUP“ drauf. Das kann nicht geändert werden, wir haben eigens bei Facebook nachgefragt.

Rechtlich bedeutet das: Alles, was da gepostet wird, liegt in der Verantwortung des Vereins, und für justiziable Aussagen ist die GWUP haftbar. Mal ganz abgesehen davon, dass trotzdem Admins da sein müssen, um neue Teilnehmer zuzulassen oder Spammer zu kicken.”

Einen Großteil der „Breite des Wahnsinns“, wie ein Gruppenmitglied schrieb, haben Verschwörungstheoretiker ausgemacht. Vermutlich sind diese Leute jetzt auch mit ganz eigenen Erklärungen zum vorläufigen Ende der Gruppe bei der Hand?

Ja, es ist erstaunlich, wie schnell so etwas entsteht, obwohl wir die tatsächlichen Gründe klar kommuniziert haben. Bislang habe ich drei verschiedene Verschwörungstheorien gehört.

Erstens: Es hätten sich so viele Leute über mich als Administratorin beschwert, dass ich vom GWUP-Vorstand abgesägt worden sei. Zweitens: Die Admins hätten Geld für ihre Arbeit verlangt und wollten zum einen nicht unbezahlt weitermachen, zum anderen aber auch niemand anderes ranlassen.

Heute kam dann noch jemand mit der These, dass der neue Facebook-Auftritt von Psiram uns ersetzen soll.”

Im GWUP-Shop gibt es ein T-Shirt mit einer „Brokkolinonne“ – auch dieses Motiv entstand aus der Facebook-Gruppe heraus?

Das Wort „Brokkolinonne“ war in der Tat die Schöpfung eines vergrätzten Ex-Mitglieds der Gruppe. Als ich zum wiederholten Male eine Diskussion über vegane Ernährung als off-topic beendete, wurde mir vorgeworfen, dieses „eindeutig esoterische Thema“ nicht zulassen zu wollen, da ich selbst „so eine Brokkolinonne“ sei.

Dieser Neologismus erheiterte uns so sehr, dass der Skeptiker und Grafiker Knut Junker dieses wunderbare Shirt entworfen hat.”

Immerhin gab’s auch was zum Lachen. Kamen noch weitere originelle Anwürfe und Beleidigungen?

Das kann jeder gerne nachlesen, wir haben jetzt zum Schluss zwei „Best of“-Kompilationen in die Gruppe gepostet, da wir eine ansehnliche Sammlung von Beleidigungen unser Eigen nennen dürfen.

Neben den üblichen Nazi-Vergleichen und dem Vorwurf, wir seien üble Dogmatiker und doch eigentlich selbst so etwas wie Esoteriker, gab‘s auch schillernde Perlen à la „Skeptiker und witzfrei – schlechte Kombi, eierleck“ oder „GWUP – eure Themen sind doof, leck dich“ oder Titulierungen von Administratorinnen als Pisspott oder Frau Dschugaschwili.”

Von wem kamen solche Frechheiten, soweit man das erkennen konnte?

Ich würde jetzt gerne sagen, dass das alles aus der Ecke „Eso, Para, Pseudo“ herrührte, aber das stimmt leider nur zum Teil. Skeptiker und sogar langjährige GWUP-Mitglieder benehmen sich mitunter auch nicht besser als unsere Kontrahenten.”

Im Nachhinein betrachtet: Wäre es besser gewesen, früher und rigoroser durchzugreifen und Teilnehmer schon beim ersten Anschein von provokativem Querulantentum zu sperren?

Wir haben immer großen Wert darauf gelegt, Leute nicht wegen abweichender Positionen zu sperren oder zu kicken, sondern nur aufgrund gravierender oder wiederholter Regelverstöße. Damit sind wir auch immer gut gefahren und ich würde das auch nie zugunsten von mehr „Ruhe“ anders handhaben wollen.

Das grundlegende Problem waren auch nicht Trolle oder Querulanten oder Störer – die kickt man tatsächlich, wenn‘s zu viel wird, und gut ist. Gravierender war die fehlende Bereitschaft vieler neuer Teilnehmer, sich an das Thema von Gruppe oder Thread zu halten und so einfache Dinge zu befolgen wie „Ich lese erst mal alle Kommentare im Thread, bevor ich selbst was schreibe“ oder „Wer behauptet, der belegt“.

Dagegen kommen auch die besten Admins irgendwann nicht mehr an.

Wir hatten zuletzt fast nur noch Diskussionen auf Stammtischniveau – das ist nicht unbedingt schlimm, aber rechtfertigt nicht, dass vier hochqualifizierte SkeptikerInnen nahezu ihre gesamte Freizeit in die Gruppe investieren.”

Auf der anderen Seite gibt es nun Kommentare, die von einem „schweren Fehler“, einer „Niederlage der Vernunft“ beziehungsweise einem „Sieg der Esos“ sprechen.

Wir hängen die Bedeutung der Gruppe nicht so hoch, dass wir wirklich glauben, irgendwelche Esos hätten Angst vor uns gehabt und würden jetzt die Sektkorken knallen lassen – ich habe auch nichts dergleichen irgendwo gelesen.

Wir sehen uns auch keineswegs als von irgendjemandem „besiegt“ an. Wenn überhaupt, dann sind wir ein Opfer des eigenen Erfolgs geworden beziehungsweise des schnellen Wachstums der Gruppe.

Ich denke, auch ohne die Gruppe werden die Skeptiker nicht weniger skeptisch und die Esoteriker nicht esoterischer.

Wie und wo geht es nun mit der GWUP bei Facebook weiter? Was hat es zum Beispiel mit den Gruppen Skeptiker und Gläubige und Wissenschaft und Skeptizismus auf sich?

Bei Facebook gibt es weiterhin die Fanpage der GWUP sowie unserer Zeitschrift Skeptiker – auch da können Themen in den Kommentaren diskutiert werden.

Die beiden genannten Gruppen werden privat von Skeptikern zur Diskussion skeptischer Themen betrieben – viele Altmitglieder unserer Gruppe haben da schon eine neue Heimat gefunden.

Es gibt daneben noch eine Vielzahl von Diskussionsgruppen mit spezifischer Ausrichtung, etwa zu Impfen, Chemtrails und so weiter.”

Wird die „Offene Gruppe“ jetzt gelöscht, mit allen Beiträgen?

Wir stellen die Gruppe so um, dass nur noch Admins posten können. Sie ist dann immer noch erreich- und durchsuchbar, man kann aber keine neuen Beiträge posten oder kommentieren. Löschen wollen wir nichts, da es viele sehr gute Threads gibt, in denen man zu zahlreichen Themen wichtige Informationen finden kann.

Denn etliche Teilnehmer haben sich stets große Mühe gegeben, um Anfragen fundiert zu beantworten. Ich kann Euch hier nicht alle erwähnen, aber Ihr wisst schon, wer Ihr seid!

Und falls wir wirklich einen tollen neuen Dreh finden, um die Gruppe wieder handhabbar zu machen, bleibt die Möglichkeit, sie wiederzueröffnen.”

Vielen Dank für Eurer tolles Engagement und Eure Zeit!

Meerjungfrauen im Pool von Südafrikas Staatspräsident

Über die bizarre Vorliebe vieler Amerikaner für Meerjungfrauen haben wir schon mal berichtet.

Noch bizarrer ist eine Story, die aus Südafrika zu uns dringt:

Der Gründer der Protestbewegung “Economic Freedom Fighters” (EFF), Julius Malema, bezichtigt angeblich den südafrikanischen Staatspräsidenten Jacob Zuma der Hexerei – weil zwei echte lebende Meerjungfrauen in einem Löschteich auf Zumas Anwesen in Nkandla entdeckt (und fotografiert) worden sein sollen.

Das Foto ist hier zu sehen.

Der Blog Lifestyle Tabloids (Johannesburg/Südafrika) zitiert einen Präsidentensprecher, der den Vorfall bestätigt und eine Untersuchung ankündigt.

Allerdings ist Lifestyle Tabloids für Hoaxes und Fake-Geschichten berüchtigt.

In diesem Fall hat die mutmaßliche Satire wohl eine politische Dimension, denn der vorgebliche “fire pool” von Präsident Zumba ist in Wahrheit ein luxuriöser Swimming-Pool, was im Frühjahr dieses Jahres für Aufsehen in Südafrika gesorgt hatte.

Alles in allem scheint die

EFF Accuse Zuma of Witchcraft After Two Mermaids Where Found in Nkandla’s “Fire Pool”-

Meldung nur der groteske Höhepunkt einer viralen Foto-Kampagne in den sozialen Netzwerken zu sein.

Denn die Meerjungfrauen-Bilder haben auch in Indien und in Bulgarien für Schlagzeilen gesorgt:


Direktlink zum Video auf Youtube

Gibt es die Badenixen also wirklich, wie schon die Dokufiktion “Mermaids: The Body Found” von 2012 uns glauben machen wollte?

Nicht unbedingt.

Die Aufnahmen zeigen lediglich Modelle, die für den vierten Teil von “Fluch der Karibik” angefertigt worden waren.


Direktlink zum Video auf Youtube

Was das Ganze soll, bleibt unklar, denn der fünfte Teil von “Pirates of the Caribbean” ist gerade erst auf 2017 verschoben worden.

Zum Weiterlesen:

  • Meerjungfrauen küssen besser, GWUP-Blog am 7. Juli 2012
  • EFF Accuse Zuma of Witchcraft After Two Mermaids Where Found in Nkandla’s “Fire Pool”, Lifestyle Tabloids am 8. August 2014
  • Mermaid found at Porbandar and Karachi beach, oh really? India.com am 8. August 2014
  • Photos of mermaid went viral are actually from “Pirates of the Caribbean On Stranger Tides” movie, Xolxol.ph am 4. August 2014
  • River Fish, snopes.com am 6. August 2014

„Bibel-Code“ gefloppt, Voynich-Manuskript ein Hoax

Gestern Kryptozoologie, heute Kryptographie:

GWUP-Mitglied Klaus Schmeh stellt in seinem Science-Blog Klausis Krypto Kolumne eine neue Theorie zum geheimnisumwitterten Voynich-Manuskript vor, und zwar die des deutschen Voynich-Forschers Torsten Timm.

Demnach …

… erfand der Autor des Voynich-Manuskripts zunächst eine Reihe unterschiedlicher Zeichenfolgen, die er anschließend immer wieder abschrieb. Dabei ließ er jeweils kleine Änderungen einfließen.”

Und auch bei den Ruhrbaronen geht es um “das Buch, das niemand lesen kann”.

Der Linguist Jürgen Hermes schreibt in einem Gastbeitrag ebenfalls über Timms Arbeit “How the Voynich Manuscript was created” und bescheinigt ihr ein gewisses Potenzial, “die Entstehung des VMS-Textes zu erklären”.

Auch Timm geht davon aus, dass es sich beim Voynich-Manuskript um einen inhaltslosen Hoax handelt, beschreibt aber darüber hinaus eine Textgenerierungsmethode, deren Anwendung …

… ein Resultat ergibt, dass die sonderbaren distributionellen und statistischen Eigenschaften des VMS-Textes widerspiegelt.”

Außerdem heute in Klausis Krypto Kolumne:

Der Bibel-Code – Ein kryptologischer Jahrhundert-Flop”

Ein Auszug:

15 Jahre nach dem Höhepunkt des Bibel-Code-Hypes ist vor allem eines festzustellen: Kein Hahn kräht mehr danach.

Das Buch Der Bibel-Code 2, das Drosnin 2002 nachschob, war längst nicht so erfolgreich wie sein Vorgänger. Der darin angekündigte Weltuntergang blieb aus.

Das 2010 erschienene dritte Buch von Drosnin zum Thema wollte offensichtlich überhaupt niemand mehr lesen. Bei Amazon finden sich 0 (in Worten: null) Rezensionen dazu. Eine Übersetzung dieses Ladenhüters ins Deutsche wollte sich bisher anscheinend kein Verlag antun.

Weitere Bibel-Code-Bücher von anderen Autoren floppten ebenfalls.”

Zum Weiterlesen:

  • Neue Theorie: So könnte der Text des Voynich-Manuskripts entstanden sein, Klausis Krypto Kolumne am 1. August 2014
  • Das Voynich-Mauskript: das Werk eines Autokopisten? Ruhrbarone am 9. August 2014
  • GWUP-Infos: Das Voynich-Manuskript
  • Hoaxilla #69: „Voynich-Manuskript – Das Buch, das niemand lesen kann“ vom 11. Dezember 2011
  • Voynich-Manuskript: Geheimnis oder Geschwafel? GWUP-Blog am 16. April 2008
  • Entzaubert: “Bibelcode” mit Cosma Shiva Hagen, GWUP-Blog am 12. August 2008
  • Michael Shermer entschlüsselt den Bibel-Code, GWUP-Blog am 25. August 2008
  • GWUP-Infos: Bibelcode
  • Gibt es versteckte Botschaften in der Bibel? Telepolis am 28. Juli 2009
  • Hoaxilla #109 – „Bibelcode“ vom 16. Dezember 2012
  • Ein kryptologischer Jahrhundert-Flop: Der Bibel-Code, Klausis Krytpo Kolumne am 9. August 2014

Ebola in Afrika – gibt’s da nicht was vom Homöopathen?

Ein Nachklapp zu unserem Posting “Ebola und Aberglaube”:

Einige komplett hirnentkernte Homöopathen propagieren nunmehr ihr Zuckerzeug gegen die Ebola-Epidemie in Afrika, schreibt heute Psiram:

Ein wenig Ähnlichkeitsgesetz, ein paar Schlangen aus dem amerikanischen Hinterland, ganz viel Verdünnen und Schütteln, und dann stündlich ein Kügeli.

Man sieht sie förmlich vor sich, die entfesselten Homöopathen, wie sie an den Lagern der Schwerstkranken stehen, geschützt durch die mächtige Potenz der Klapperschlange, und wie sie den Siechenden die Kügelchen unter die blutende Zunge schieben, aber bitte nur eine stündlich, sonst wird’s zu viel des Guten [...]

Offensichtlich hat sich bis jetzt niemand im homöopathischen Lager bemüßigt gefühlt, solchen völlig verrückten Ideen mit einem einzigen Wort entgegenzutreten, geschweige denn diesen Saustall, der sich in dieser Gedankenwelt breit gemacht hat, auszumisten.”

Nein, Letzteres fällt etwa dem Deutschen Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) nicht mal im Fiebertraum ein, wie wir uns schon öfter gewundert haben.

Anscheinend gibt es keine Verrücktheit auf der Welt, für die man nicht unwidersprochen homöopathische Weihen beanspruchen kann.

Auch ein deutscher “Arzt für Homöopathie” verbreitet allen Ernstes auf seiner Homepage:

Wenn sich ein gelernte homöopathischer Arzt nach Afrika auf den Weg macht, seine medizinische Ausrüstung mitnimmt, die er als homöopathischer Arzt benötigt, dann besteht durchaus die reale Möglichkeit, mit diesen Methoden der Homöopathie und Akupunktur den schwer Kranken zu helfen [...]

Als Arzt für Homöopathie behandelt man schließlich nicht den pathologischen Erreger, sondern das Abwehrsystem des Menschen.

Ob das bei Ebola erfolgreich möglich ist, wurde noch nicht berichtet. Vielleicht findet sich ein mutiger Arzt, der sich der Herausforderung stellt.”

In der Tat, vielleicht findet sich ja ein Homöopath, der gerne den Darwin Award gewinnen möchte – posthum.

Wir sind gespannt, eingedenk der Tatsache, dass Homöopathika auch zur Grippevorbeugung nichts taugen.

Apropos Afrika: Neues gibt’s auch von dem nigerianischen Skeptiker Leo Igwe, und zwar in dem Nachrichtenportal Mlive (Michigan) und bei diesseits.de.

Zum Weiterlesen:

  • Ebola? Da haben wir etwas für Sie …, Psiram am 9. August 2014
  • Ebola und Aberglaube, GWUP-Blog am 1. August 2014
  • Gefühllose Schaben und Typhus: Homöopathie zwischen Komödie und Tragödie, GWUP-Blog am 27. Mai 2013
  • Homöopathie zur Prophylaxe von Grippesymptomen – Rottey (1995), Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie am 3. August 2014
  • African witch trials still exist in the modern age, activist says, mlive.com am 24. Juli 2014
  • Afrikas Krieg gegen „Hexen“, diesseits.de am 6. August 2014
  • Hexenverfolgung in Afrika, Bayern 2 am 6. Mai 2013
  • Wo Aberglaube wirklich gefährlich ist: Skeptiker in Afrika, Astrodicticum simplex am 19. Mai 2012
  • Aids? Da haben wir auch was für Sie, Psiram am 11. August 2014




NEU: Skeptiker 3/2014

SKEPTIKER 3/2014