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Sonderbare Erfahrungen an unheimlichen Orten: Spuk?

Schon vor fünf Jahren haben wir uns hier darüber amüsiert, dass trotz der Aberhundert Fälle von “Übersinnlichem”, mit denen Dr. Dr. Walter von Lucadou in seinen Jahrzehnten als Parapsychologe konfrontiert worden sein will, nur die zwei immerselben Storys in den Medien kolportiert werden – nämlich der sprechende Wasserkessel und die telekinetische Kompassnadel.

Daran hat sich anscheinend nichts geändert.

Auch heute schreibt Welt-Online mal wieder über den …

… Kompass, der verrücktspielte, wenn eine ganze Familie sich auf ihn konzentrierte – da hatte ein außen an der Wohnung auf und ab fahrender Fahrstuhl die Nadel durcheinandergebracht.

Ein Wasserkessel, der spricht – das Freiburger Institut fand heraus, dass zwei Metallplatten auf dem Herd Radiowellen empfangen konnten. Der Kessel übertrug die Geräusche, wenn der Nachbar das Radio anhatte.”

Gähn.

Davon abgesehen, ist der Artikel über den englischen “Geisterforscher” Roger Clarke aber ganz interessant:

Roger Clarke sieht in dem Gespensterglauben Ansätze einer Säkularreligion [...]

Glaubt er überhaupt an Spuk?

“Vieles, was als Geistererscheinung wahrgenommen wird, ist etwas anderes”, sagt er. Tricks, gestörte Wahrnehmungen. Er hat keine Geister gesehen. “Mein Kopf glaubt nicht an sie”, sagt er und lächelt. Aber sein Gefühl sagt ihm etwas anderes.

Er hat mit so vielen Menschen gesprochen, die ihm gesagt haben, dass sie schreckliche Erfahrungen mit Geistern gemacht hätten. Das wären nicht irgendwelche Spinner. Das waren Menschen, die mit beiden Beinen im Leben stehen, Rechtsanwälte, Geschäftsleute.

So viele Zeugen. So viele eigene sonderbare Erfahrungen in unheimlichen Orten.”

Sonderbare Erfahrungen an unheimlichen Orten hat auch die Passauer Archäologin Dr. Lucia Moiné gemacht – und mit vielen Augenzeugen sprach sie ebenfalls.

Zusammen mit ihrem Mann Frederic organisiert sie “Spuknächte” in alten Schlössern und ist Mitbegründerin von S.T.A.I.R., einem Verein, der sich …

… mit der Untersuchung von scheinbar paranormalen Phänomenen befasst”.

In ihrem Buch “Reise ins Unbekannte: Wahre Geistergeschichten aus dem deutschsprachigen Raum” hat sie zahlreiche Erlebnisberichte zusammengetragen.

wg

Für den aktuellen Skeptiker (1/2015) sprachen wir mit ihr darüber.

Ein Auszug:

Ihr ladet zu „Spuknächten“ auf Schlössern in Bayern und Österreich ein, wo Ihr mit dem klassischen Ghosthunter-Equipment auf Geisterjagd geht. Bei diesen Veranstaltungen haben Gäste Dir ihre eigenen Geistergeschichten und von unheimlichen Begebenheiten erzählt.

 Ja, ich habe viele Leute getroffen, nicht nur bei den Spuknächten, die froh waren, mit jemandem über ihre Erlebnisse reden zu können.

Zum Teil trauen sie sich nicht einmal im Freundeskreis darauf zu sprechen zu kommen, weil sie Angst haben, ausgelacht oder für verrückt erklärt zu werden. Da ich selbst schon einiges an Seltsamem erlebt habe, kann ich mich gut in die Personen hineinfühlen.

Es tut den Betroffenen einfach gut, darüber zu sprechen, und auch zu erfahren, dass sie keineswegs allein mit solchen Erlebnissen sind.”

An der Aufrichtigkeit der Erzählenden gibt also es keinen Zweifel?

 Die Leute, die mir ihre Geschichten zugeschickt, persönlich erzählt oder telefonisch übermittelt haben, kamen mir zum großen Teil glaubhaft vor. Die Wenigen, die sich einen Scherz erlauben oder wichtig machen wollten, waren Ausnahmen, die kaum der Erwähnung wert sind.”

Aus welchem Grund wollten die Leute ihre Geschichten mal loswerden? Hofften sie auf eine plausible Erklärung dafür oder war ihnen letztendlich egal, was dahintersteckt?

Das kommt ganz auf die jeweilige Person an. Viele waren durchaus offen für rationale Erklärungen, auch wenn sie ihr Erlebnis zunächst als paranormal angesehen haben. Sie konnten sich das Erlebte eben einfach nicht erklären und griffen deshalb alternativ zum Übersinnlichen oder Paranormalen.

Bei den Phänomenen, die im Buch geschildert werden, gibt es meist auch nicht bloß eine einzige Ursache, sondern es handelt sich um ein Zusammenspiel verschiedener Aspekte, die von den Betroffenen aber aus Unwissenheit in die gleiche Richtung interpretiert wurden.

Natürlich gibt es aber auch Leute, die mit dem Erlebten eine feste Glaubensvorstellung verbinden. Ich finde, man sollte das respektieren, solange es niemandem schadet.”

Wie gehst Du mit beiden Gruppen von Betroffenen um?

 Wie gesagt, das hängt vom Einzelfall ab. Es gibt Menschen, die sich gegen rationale Erklärungsmodelle generell sträuben und sich persönlich beleidigt fühlen, wenn man auch nur versucht, in diese Richtung zu gehen.

Aber die Mehrheit der Erzähler war einer Diskussion des Erlebten gegenüber offen.

Klar gilt auch hier: Der Ton macht die Musik. Wenn man von Anfang an Vorurteile hat oder die Personen nicht ernst nimmt, verschließen sie sich natürlich und nehmen eine Abwehrhaltung ein.”

Bleiben wir mal bei den „Gläubigen“: Was bedeuten solche Erlebnisse für die Betroffenen, welche Interpretation geben sie Geistererscheinungen oder ähnlichen Begebenheiten?

 Für manche Menschen ist es ein Trost, wenn sie glauben, ein Zeichen von einem lieben Verstorbenen zu bekommen. Für sie ist das eine Art Bestätigung für ein Leben nach dem Tod.

Wenn es aber um, sagen wir mal, „unbekannte Geister“ geht – also zum Beispiel der klassische Hausgeist, der sich nach dem Einzug in ein neu erworbenes Haus bemerkbar macht –, ist es den Betroffenen durchaus unheimlich, was sie so erleben.

Sie empfinden es sogar als regelrecht bedrohlich.

Aber auch hier gibt es Menschen, die sich mit ihrem unsichtbaren Hausgenossen arrangiert haben und das Ganze vielleicht sogar als kleines Abenteuer sehen. Einige Berichterstatter hatten von Kindheit an immer wieder Erlebnisse, die sie als paranormal betrachten.

Diese Personen sehen ihre „Fähigkeiten“ zumeist als Fluch, nicht als besondere Gabe – wenngleich es da sicher auch andere Einstellungen dazu gibt.”

Du selbst bezeichnest Dich als „Schiege“.

 Ich habe schon einige Dinge erlebt, die ich nicht auf Anhieb erklären konnte, und kenne deshalb die Verlockung, diese als paranormal einzustufen. Außerdem bin ich ein halbwegs phantasiebegabter Mensch und anfällig für Pareidolie jeder Art. Ich kann mich also, was das betrifft, wunderbar in andere „Schafe“ hineinversetzen.

Durch meine langjährige Beschäftigung mit dem Thema – und vielleicht auch ein wenig durch meine akademische Ausbildung – ist es mir jedoch wichtig, Dinge zu hinterfragen und aktiv eine rationale Deutung zu suchen. Auch wenn das keineswegs immer sofort gelingt.”

Hast Du auch für die verschiedenen Erlebnisberichte in Deinem Buch, von „Geisterhaften Mitbewohnern“ bis hin zu „Tierischem Spuk“, Erklärungen?

Bei den Erzählungen in meinem Buch ist es im Nachhinein nahezu unmöglich, immer eine passende Erklärung zu finden. Dafür gibt es zu viele unbekannte Faktoren – wir waren eben nicht dabei. Und selbst dann, etwa bei Erlebnissen während einer Spuknacht, ist es oft noch schwierig.

Die Suche nach rationalen Erklärungen und eine gewisse Grundvernunft würde ich als „Ziegen“-Komponente sehen. Da ich aber weder starr das eine oder das andere bin, passe ich wohl eher in die Kategorie Schiege“.

In “Reise ins Unbekannte” werden auch Prof. Wolfgang Hell vom GWUP-Wissenschaftsrat und Bartoschek/Waschkau mit ihrem Buch über die Geisterjäger-Szene zitiert.

Zum Weiterlesen:

  • Der Mann, der gern in Spukhäusern übernachtet, Welt-Online am 10. Juni 2015
  • Der immerselbe Quantenspuk des Dr. Walter von Lucadou, GWUP-Blog am 15. Dezember 2012
  • Traumberuf Parapsychologe, GWUP-Blog am 17. August 2010
  • Unfassbare Erscheinungen: Ein Gespräch mit Joe Nickell über Geister, Skeptiker 4/2008
  • Spuk-Schwarte: Vier Experten des GWUP-Wissenschaftsrats kommentieren das Buch “Die Geister-Akte” von Jeff Belanger, Skeptiker 4/2008
  • Wolfgang Hell: Von Schafen und Ziegen – Der sechste Sinn und die unbewusste Wahrnehmung, Skeptiker 2/2010
  • “Ist da was?” Unterwegs mit Geisterjägern, Skeptiker 4/2009
  • Geisterjäger zwischen Kalkofe-Parodie und Realsatire, GWUP-Blog am 17. März 2015
  • Sebastian Bartoschek/Alexa Waschkau: Ghosthunting – Auf Spurensuche im Jenseits. Alibri-Verlag, Aschaffenburg 2013
  • Sebastian Bartoschek/Alexa Waschkau: Auf die Geister, fertig, los! MIZ 4/2013
  • Techno-Mystizismus: Warum der Sherlock-Holmes-Erfinder an Geister und Feen glaubte, GWUP-Blog am 20. August 2014
  • Die Geisterjäger, Süddeutsche am 5. Juli 2010
  • Lucia Moiné: Reise ins Unbekannte: Wahre Geistergeschichten aus dem deutschsprachigen Raum. CreateSpace Independent Publishing Platform, November 2014

„Natur ist toll”-Doktrin: Das freut die Bestatter-Lobby

Mutiger Beitrag bei Psychologie aktuell:

Warum Pillen gut sind”

Es geht darin um den Irrglauben, dass alles “Natürliche” per se gut ist.

Seltsamerweise kennen auch wir keinen Impfgegner, der sein Kind mit Skorpionen spielen lässt oder Urlaub am Fuße eines rumorenden Vulkans macht oder einen Brocken Uran als Briefbeschwerer verwendet.

Fazit von Psychologie aktuell:

Wer meint, er könne seine Schilddrüse mit Kokosmilch heilen oder seine Depressionen wegtanzen, der darf das tun.

Wer es aber zu einer “Natur ist toll”-Doktrin macht und andere von wahrer Hilfe fernhält, dem sollte man einfach mal das Krankenkassenkärtchen entziehen. Die Herrlichkeit abseits der “Schulmedizin” nähme dann bald ihr ganz natürliches Ende. Im Schnitt nach 29 Lebensjahren.

Die Bestatter-Lobby würde sich freuen.”

Zum Weiterlesen:

  • Natur ist gut und Chemie böse, GWUP-Blog am 13. Oktober 2013
  • Fatales Natürlichkeitsdenken der Impfgegner, GWUP-Blog am 11. Mai 2014

WDR: Chemtrail-„Beweise“ unter der Lupe

Guter Beitrag bei WDR #3sechzich:

Die Chemtrail-Verschwörung: Ben und die 5 Beweise

In den sozialen Netzwerken tobt ein Krieg um die Deutungshoheit über Kondensstreifen am Himmel.

Es gibt Menschen die glauben, dass das, was der gemeine Mensch als Kondensstreifen kennt, in Wahrheit etwas ganz anders ist: Giftige Chemikalien die über unseren Köpfen versprüht werden. Im Internet finden sich zahllose Seiten die diese “Theorie” propagieren und vermeintliche Beweise präsentieren.

Ben hinterfragt in dieser Reportage fünf solcher Beweise.”


Direktlink zum Video auf Youtube

Mit dabei: der Psychologe Dr. Sebastian Bartoschek.

Zum Weiterlesen:

  • Viagra in Chemtrails und anderer Nonsens: Verschwörungsfans sind leichtgläubiger, GWUP-Blog am 4. Juni 2015
  • Die heute-show über Chemtrails und das Buch einer Aussteigerin, GWUP-Blog am 18. Mai 2015
  • Umweltbundesamt wird von Chemtrail-Trollen zugespamt, GWUP-Blog am 12. Mai 2015
  • Der „Mord“ an Ben Wettervogel und die Chemtrail-Verschwörung, GWUP-Blog am 11. Februar 2015
  • Chemtrails: Luxustod von unseren Steuergeldern, GWUP-Blog am 1. März 2014
  • Zufall oder geheimes Komplott? Verschwörungsmythen bei rbb, GWUP-Blog am 7. Juni 2015
  • Hoaxilla #54 – „Chemtrails“ vom 28. August 2011
  • Wetterexperte Jörg Kachelmann: „Chemtrails sind erweitertes Biowetter“, profil am 16. Dezember 2014

Sind die Klimaziele des G7-Gipfels ernst gemeint?

Dass wir unseren Ausstoß an CO2 drastisch senken müssen, um das Klima unseres Planeten zu erhalten, ist unter den relevanten Wissenschaftlern Konsens und wird inzwischen weitgehend international anerkannt.

Gut, dass nun auch der G7-Gipfel das ehrgeizige Zwei-Grad-Ziel ausgibt.

Die Konsequenzen des Nichtstuns sind bekannt: Neben dem Temperaturanstieg von vielleicht bis zu 4 Grad bis zum Jahr 2100 und den damit verbundenen massiven Veränderungen in einigen Regionen sind dies die Übersäuerung der Meere mit der Vernichtung vieler Meeresspezies und ein Anstieg des Meeresspiegels, der große Küstengebiete gefährdet.

Es ist also Zeit zu handeln. Dabei müssen wir uns an den Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse richten, um die selbst gesteckten Ziele zu erreichen oder diese auch noch schneller zu erreichen.

Allerdings stehen Barrieren einer Lösung im Wege.

Die Leugnung der Realität des menschgemachten Klimawandels habe ich an anderer Stelle bereits beschrieben, z. B. hier und hier .

Über eine andere Gruppe, zu der auch der Politikwissenschaftler und Nichtklimafachmann Bjorn Lomborg gehört, die das Problem kleinreden und stattdessen erst mal andere Dinge angehen wollen, werde ich noch schreiben.

Es gibt aber ein anderes Problem: die Blockaden der traditionellen “Grünen”, die immer noch falsche, wenig wissenschaftsbasierte Prioritäten setzen, etwa die derzeitige Gestaltung der deutschen „Energiewende“.

Zu dieser Gruppe gehören nicht nur die Partei der Grünen, Greenpeace und BUND, sondern inzwischen auch die Mainstream-Politik in Deutschland und Österreich.

Statt den CO2-Ausstoß zu begrenzen und vor allem aus der Kohle auszusteigen, bleibt der alte Kampf gegen die vergleichsweise harmlose Atomkraft die Priorität. Die Realität in Deutschland: Nicht die Dreckschleuder Kohle, sondern die Kernkraftwerke werden aus dem Verkehr gezogen.

Die Entscheidung für den Atomausstieg ist eine Entscheidung gegen den Klimaschutz, allen Worthülsen zum Trotz.

Wie verhält es sich aber bei der Atomkraft mit dem Abbau der Emissionen und anderen Gesundheitsgefahren?

Angeregt durch Hans Roslings Gapminder und dem Dokumentarfilm Pandora’s Promise hat der Blogger Dan Montgomery den Zusammenhang zwischen Atomkraft und Klimaschutz aufgezeigt: Länder mit mehr als 33 Prozent Atomkraft haben die klar bessere Klimabilanz, Länder mit noch höherem Atomkraftanteil schneiden noch besser ab.

James Hansen, einer der Pioniere der Klimaforschung, führt im Fachjournal Environmental Science & Technology auf, wie viele Leben die Kernkraft gerettet hat. Ashutosh Jogalekar schreibt dazu im Blog des Scientific American:

Hansen is well known as one of the founders of modern global warming science. The authors come up with the striking figure of 1.8 million as the number of lives saved by replacing fossil fuel sources with nuclear.

They also estimate the saving of up to 7 million lives in the next four decades, along with substantial reductions in carbon emissions, were nuclear power to replace fossil fuel usage on a large scale.”

Seinen Standpunkt hat James Hansen vor kurzem wiederholt:

We should be looking at all the carbon-free energy sources, and figuring out what their contribution should be — and frankly, the market should be helping us do it [...]

We should have a carbon-free energy portfolio, and let the market find what is the least expensive way. We should be doing [research and development] on all the good candidates, and certainly nuclear is one of them.”

Dabei geht es vielen wissenschaftsorientierten Umweltschützern nicht darum, erneuerbare Energiequellen wie Sonne, Wind und Biomasse zu verteufeln. Alle Optionen sollten nach rationalen Gesichtspunkten genutzt werden mit dem wichtigsten Ziel: Der CO2-Ausstoß muss schnell runter, idealerweise um 90 Prozent im Laufe dieses Jahrhunderts.

So wird der Juni 2015 für Deutschland als schwarzer Monat für den Umweltschutz in die Geschichte eingehen. Wenn das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld vom Netz geht, wird der Ausfall von Kohledreckschleudern ausgeglichen: mehr CO2-Ausstoß mit ihren Begleiterscheinungen, mehr Atemwegsbeschwerden und damit auch mehr Todesfälle.

Das ist Umweltschutz „Made in Germany“: eine Kombination von Arroganz und Ignoranz.

Aber wird Atomkraft nicht durch die erneuerbaren Energien ersetzt, wie oft gebetsmühlenartig wiederholt wird? Hier lohnt es sich, genauer hinzuschauen: Die fehlende Leistung muss ersetzt werden. Auf absehbare Zeit bedeutet dies mehr CO2-Emissionen ohne Atomkraft als mit ihr.

Soll der CO2-Ausstoß begrenzt werden, hilft uns keine Entscheidung zwischen den Optionen erneuerbare Energien und Atomkraft. Vielmehr müssen wir beides nutzen – und zusätzlich Energie sparen.

Wissenschaftler in Australien haben gar einen offenen Brief an Umweltschützer geschrieben:

Given the historical antagonism towards nuclear energy amongst the environmental community, we accept that this stands as a controversial position.

However, much as leading climate scientists have recently advocated the development of safe, next-generation nuclear energy systems to combat global climate change, we entreat the conservation and environmental community to weigh up the pros and cons of different energy sources using objective evidence and pragmatic trade-offs, rather than simply relying on idealistic perceptions of what is green”.

Die Erkenntnis ist fällig, dass die Nutzung fossiler Brennstoffe sehr wahrscheinlich unumkehrbare globale Konsequenzen hat. Von solchen Problemen sind die Alternativen Atomkraft und erneuerbare Energien weit entfernt.

Ein Umdenken ist erforderlich, auch wenn es schwer fällt. Das irrationale Gegeneinander muss unseres Planeten wegen ein Ende haben. Wir sollten uns am Stand der Wissenschaft orientieren.

Zum Weiterlesen:

  • „Die Pseudoargumente der Klimawandelleugner“ gewinnen den Kölner Bullshit-Slam, GWUP-Blog am 1. März 2015
  • Globale Erwärmung: Leugner sind keine Skeptiker, GWUP-Blog am 12. Dezember 2014
  • Global climate on Rand of multi-decadal change, Science Daily am 27. Mai 2015
  • Klimapolitik in Amerika: Der Druck steigt, FAZ am 9. Juni 2015

Erstaunlich, was Hellseher so alles über eine Person wissen, die gar nicht existiert

Eine junge Frau denkt sich eine – angeblich mit 24 Jahren tödlich verunglückte – Schwester aus und befragt vier “Jenseitsmedien” nach deren Befinden im Drüben:

Inspiriert von Houdini erstellte ich einen einfachen Test, den ich ein paar Mal anwenden konnte, um so herauszufinden, ob irgendjemand wirklich im Einklang mit den Wahrheiten des Universums steht:

Wenn ich eine tote Schwester erfinde und dann einige Wahrsager darum bitte, Kontakt mit ihr aufzunehmen, wie viele werden dann gleich erkennen, dass ich da eigentlich nur Blödsinn rede?”

Kurz gesagt: keiner.

Ihre Erlebnisse mit dem gar nix sehenden Eso-Kleeblatt schildert Jackie Hong heute bei Vice.

Das Fazit der Geschichte:

Ich konnte immer noch nicht wirklich glauben, dass ich vier Wahrsagern erfolgreich einen Bären aufgebunden hatte. Ich entschied mich dazu, allen vier Frauen eine Nachricht zu schicken, in der ich alles gestehe. Ich wollte wissen, wie sie auf die Tatsache reagieren würden, dass sie vorgegeben hatten, den Kontakt zu einer nicht-existenten Person hergestellt zu haben [...]

Ich glaube nicht, dass mich irgendeine dieser Frauen absichtlich in die Pfanne gehauen hat. Ich bin mir sicher, dass sie wirklich daran glauben, die Fähigkeit zu besitzen, mit toten Menschen zu kommunizieren und das Leben ihrer Kunden zu beeinflussen.

Aber trotzdem hat von vier Wahrsagerinnen – also Leute, die behaupten, übernatürliche Fähigkeiten zu besitzen und irgendwelche höheren Wahrheiten zu kennen – niemand gemerkt, dass ich sie mit einer erlogenen Geschichte konfrontiert habe [...]

Vielleicht gibt es sowas wie übernatürliche Fähigkeiten gar nicht [...]

Diese Menschen sind sehr talentiert darin, Emotionen aus einem herauszuquetschen und allgemeine Aussagen zu treffen, bei denen man die Lücken selbst füllt – man täuscht sich quasi selbst.”

Zum Weiterlesen:

  • Ich habe Wahrsager darum gebeten, meine nicht-existierende, tote Schwester zu kontaktieren, Vice am 9. Juni 2015
  • Wahrheit und Vision: Test eines “Mediums” bei Todesfällen, Skeptiker 1/2011
  • Psychic Detectives: Was können “übersinnliche” Ermittler? GWUP-Blog am 12. August 2010
  • Medium für einen Tag, GWUP-Blog am 4. Oktober 2012
  • Medium für einen Tag II, GWUP-Blog am 6. Oktober 2012
  • Sind Hellseher sympathisch? GWUP-Blog am 30. September 2012
  • Sind Hellseher seriös? GWUP-Blog am 1. Oktober 2012
  • Sind Hellseher anerkannt? GWUP-Blog am 2. Oktober 2012
  • Sind Hellseher Schwindler? GWUP-Blog am 2. Dezember 2012

Der nächste Weltuntergang 2015

Focus-Online macht mal wieder auf Weltuntergang:

24. September 2015: Asteroid zerstört die Erde – und Jesus spielt eine Rolle”

Aufklärung dazu gibt’s bei Astrodicticum simplex:

Es gibt natürlich noch jede Menge anderer Blogs, Foren und Videos, in denen dieser Quatsch wiederholt, vermischt und neu interpretiert wird, und sie alle erfreuen sich erwartungsgemäß der Aufmerksamkeit all der Panikmacher und Wichtigtuer, die sich im Internet rumtreiben.

Und leider auch all der Leute, die sich von solchen “Nachrichten” regelmäßig Angst einjagen lassen und die nicht in der Lage sind, echte Berichterstattung von Artikeln zu unterscheiden, die nur dazu da sind, möglichst viele Klicks zu generieren.

Denn natürlich gibt man sich bei den einschlägigen Medien nicht allzu viel Mühe, die Sache eindeutig klar zu stellen. Es wird zwar meist darauf verwiesen, dass die NASA das alles dementiert.

Aber warum das alles kompletter Blödsinn ist oder auch nur einfach klar und deutlich und ohne Andeutungen der Art “Aber andere dagegen sagen …” zu erklären, dass es kompletter Blödsinn ist: Dazu konnte sich anscheinend kaum jemand durchringen.

Dabei ist es wirklich nicht schwer.”

Zum Weiterlesen:

  • Panik(mache) vor Asteroideneinschlag und Weltuntergang am 24. September 2015, Astrodicticum simplex am 8. Juni 2015
  • Die Aussichten für 2015: Jüngstes Gericht, Zombie-Apokalypse oder kompletter Weltuntergang? GWUP-Blog am 24. Januar 2015
  • Neo-the-One weiß es genau: Am 1.11.2015 beginnt der 3. Weltkrieg, Wahrsagerchecks-Blog am 10. April 2015
  • Prognosemenü 2015: Dreifaches Scharlatantenblabla mit überraschend leichter Katastrophenbeilage, Wahrsagerchecks-Blog am 9. April 2015

MMS: „Gefährliche Quacksalber“ bei defacto im HR-Fernsehen

Gestern Abend im HR-Magazin “defacto”:

Gefährliche Quacksalber – Wie MMS-Anhänger Kinder verätzen”


Direktlink zum Video auf Youtube

Und darum geht’s:

Die MMS-Anhänger sind wie eine Sekte. Sie lassen sich von ihren Vorstellungen nicht abbringen. Besonders perfide: Sie behandeln autistische Kinder mit der angeblichen Wundermedizin.

Per Einlauf bekommen die Kinder die ätzende Brühe in den Darm gespritzt. Dort soll es vermeintliche Parasiten abtöten, die angeblich Autismus auslösen. Für Wissenschaftler ist das gefährlicher Unsinn.

Doch die MMS-Anhänger sind gut organisiert und versuchen auch schon mal Kritiker durch Drohbriefe einzuschüchtern.”

In den USA ist der Chef einer vierköpfigen Bande von MMS-Verkäufern, Louis Daniel Smith aus Ashland in Oregon, erneut von der Jury eines Bundesgerichts für schuldig befunden worden.

Ihm drohen nun bis zu 34 Jahre Haft.

Dieses Urteil unterstreicht, dass die Justizbehörden alle Personen strafrechtlich zur Verantwortung ziehen, die kranken und verzweifelten Menschen gefährliche Chemikalien als Wundermittel andrehen. Die Verbraucher müssen sich darauf verlassen können, dass Arzneimittel sicher und wirksam sind”,

sagte ein Vertreter der Staatsanwaltschaft.

Amerika, du hast es besser.

Zum Weiterlesen:

  • Seller of “Miracle Mineral Solution” Convicted for Marketing Toxic Chemical as a Miracle Cure, Justice News am 28. Mai 2015
  • „Spirit of Health“: Bußgelder gegen neun Aussteller verhängt, GWUP-Blog am 27. April 2015
  • “Die negativen Fälle werden nicht veröffentlicht”: MMS bei “Kontraste”, GWUP-Blog am 16. April 2015
  • Jim Humbles tödliche Geschäfte, Psiram am 6. Juni 2014
  • MMS: Verätzte Gewebefetzen sind keine Autismus-Würmer, GWUP-Blog am 2. Januar 2015
  • Kritisches Video zu MMS und Neues von den Behörden, GWUP-Blog am 6. August 2014
  • Populäre Fragen und Aussagen von MMS-Befürwortern und meine unpopulären Antworten, Indub.Io am 9. August 2014

Premiere im Juli: „Ein Interview mit Dr. Stoll – Der Film“

Der erste Todestag von Dr. Axel Stoll nähert sich – und noch immer scheint eine eigentümliche Faszination von dem verschrobenen Neuschwabenländler auszugehen.

Gestern erst haben wir über den Song “Muss man wissen” berichtet.

Heute kündigen Dr. Sebastian Bartoschek, Alexa Waschkau und Alexander Waschkau eine Filmversion ihres Interviewbuches mit Stoll an:


Direktlink zum Video auf Youtube

Die Doku feiert am 25. Juli in Hamburg Premiere. Danach steht der Film zum Download bereit (9,99 € HD/ 8,99 € SD).

Zum Weiterlesen:

  • Alexa Waschkau/Alexander Waschkau/Sebastian Bartoschek: “Muss man wissen”. JMB-Verlag, Hannover 2013
  • Buchpremiere: Axel Stoll – kranke braune Esoterik? GWUP-Blog am 3. Dezember 2013
  • Interview zu dem Interviewbuch mit Axel Stoll, GWUP-Blog am 10. Januar 2014
  • Geschichtenerzähler und Rechtsesoteriker, Skeptiker 1/2014
  • „Muss man wissen“ – das Lied: Nachklang auf Axel Stoll, GWUP-Blog am 6. Juni 2015

Gratis und umsonst: Skeptiker bekommt „Fernheilung“

Ein Tiroler “Fernheiler” hat Dr. Florian Aigner vom GWUP-Vorstand eine Gratisbehandlung angeboten.

In seiner Rubrik Wissenschaft & Blödsinn berichtet der Physiker, wie es ausgegangen ist:

Schon am nächsten Tag bekam ich eine ausführliche E-Mail mit einer detaillierten Analyse meines Gesundheitszustandes. Insgesamt, sagte der Befund, bin ich eigentlich recht gesund.

Doch meine ersten drei Chakren waren irgendwie verbogen, die konnten glücklicherweise beim Pendeln aber gleich wieder eingerichtet werden.

Auch meine neutralen Meridiane und mein Bovis-Wert waren verbesserungswürdig, ganz übel sah es mit meiner allgemeinen Leistungsfähigkeit aus, die konnte durch den Fernheilungseingriff von jämmerlichen 30 Prozent auf 200 Prozent hochgeschraubt werden – wovon ich allerdings leider nichts spürte.”

Die Ergebnisse des Geistheiler-Tests der Wiener Skeptiker von 2005 kann man hier nachlesen.

Zum Weiterlesen:

  • Fernheilung: Zu Hause ist es doch am schönsten, futurezone am 2. Juni 2015
  • Der Geistheilertest der GWUP-Regionalgruppe Wien, Skeptiker 2/2005
  • Harter Test für sanfte Heiler, ZEIT Wissen am 11. Januar 2006
  • Aurachirurgen und Geistheiler retten das Gesundheitssystem, dieausrufer am 2. September 2012
  • Geistheilertest der GWUP Wien (Auswertung als PDF)
  • “Fernheilung” bei Psiram
  • Dittmar Graf/Christoph Lammers (Hrsg.): Anders heilen? Alibri, Aschaffenburg 2015

Zufall oder geheimes Komplott? Verschwörungsmythen bei rbb

Heute Morgen gab es beim kulturradio rbb den Beitrag

Zufall oder geheimes Komplott? Verschwörungstheorien als Ersatzreligion”

Und darum ging’s:

Die Mondlandung war vorgetäuscht. Die Presse wird gesteuert, damit die Wahrheit über Flugzeugabstürze und Terroranschläge nicht herauskommt. Haushaltsgeräte sind so konstruiert, dass sie gleich nach Ablauf der Garantie kaputt gehen. An allem sind die Juden schuld. Oder der CIA. Oder beide. Verschwörungstheorien boomen.

Diese Versuche, Unerklärliches, Zufälliges, Unfassbares zu begreifen, indem man behauptet, dunkle Kräfte zögen die Strippen, gibt es schon lange. Von außen betrachtet scheinen Verschwörungstheorien absurd. Für die Gläubigen erklären sie alles, und jeder Widerspruch ist nur ein weiterer Beleg dafür.

Verschwörungstheorien liefern einen Plan, der die immer mehr vereinzelten Erfahrungen verknüpft. Werden sie so zu einer neuen Alltagsreligion? Und: Ist das gefährlich?”

Mit dabei ist auch die Chemtrail-Aussteigerin Stefanie Wittschier, über die wir hier (Interview) und hier (Buch) berichtet haben.

Der Podcast dauert zirka 25 Minuten.

Zum Weiterlesen:

  • GEZ – komme ich da nun wirklich raus? Beitragsservice ARD, ZDF und Deutschlandradio unter der Lupe betrachtet, mimikama am 10. Januar 2015
  • Viagra in Chemtrails und anderer Nonsens: Verschwörungsfans sind leichtgläubiger, GWUP-Blog am 4. Juni 2015
  • Die heute-show über Chemtrails und das Buch einer Aussteigerin, GWUP-Blog am 18. Mai 2015
  • Im Auge der Verschwörung: Welt am Sonntag am 1. März 2015
  • “Statt Gott lenken jetzt Verschwörer die Welt”: Interview mit Prof. Michael Butter, Spiegel-Online am 9. Januar 2015
  • Interview mit Michael Butter: Krise und Verschwörung, puls am 12. Februar 2014
  • 11. September: Warum stürzte WTC 7 ein? GWUP-Blog am 1. September 2011




NEU: Skeptiker 2/2015

SKEPTIKER 2/2015

GWUP im Social Web