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	<title>gwup &#124; die skeptiker &#187; Wahrsager</title>
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		<title>Psychic Detectives: Was können &#8220;übersinnliche&#8221; Ermittler?</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Aug 2010 18:08:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Harder</dc:creator>
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		<description><![CDATA[(gwup) Immer wieder machen "übersinnliche Ermittler" Schlagzeilen, die zum Beispiel vermisste Personen aufspüren. Angeblich. In Wahrheit sind die "Psychic Detectives" Totalversager, deren Ruhm ausschließlich auf dreister Eigenwerbung beruht. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Australien hat eine Frau mit &#8220;übersinnlichen Kräften&#8221; eine Leiche gefunden, meldet <em><a title="Frau mit übersinnlichen Kräften findet eine Leiche" href="http://www.welt.de/vermischtes/article8967077/Frau-mit-uebersinnlichen-Kraeften-findet-Leiche.html" target="_self">Welt-Online</a></em>. Eigentlich auf der Suche nach einem vermissten Kind, habe &#8220;ein Gefühl&#8221; sie in einen Park geführt. Dort habe das Medium stattdessen den in Plastik verpackten Torso einer Frau entdeckt.</p>
<p>Soso. &#8220;Hellseher im Dienst der Polizei&#8221; sind nicht erst seit der gleichnamigen <a title="Psychic Detectives" href="http://www.spiegel.de/sptv/tvthema/0,1518,345677,00.html" target="_self"><em>Spiegel-TV</em>-Reportage</a> ein beliebtes Medienthema (hach, wie doppelsinnig wir heute wieder sind &#8230;). Auch der Mystery-Serie &#8220;Akte X&#8221; war dieses Phänomen eine Episode wert, und zwar <a title="Akte X - Season 3, Folge 4" href="http://www.cinefacts.de/tv/4143/04/akte_x_season_3/der_hellseher/folgendetail.html" target="_self">&#8220;Der Hellseher&#8221;</a>.</p>
<p>In dieser vierten Folge der dritten Staffel verlässt sich die Polizei auf die Dienste des „Unglaublichen Yappi“, eines affektierten „übersinnlichen Ermittlers“, um einen Mörder zu finden. Im Verlauf der Handlung entspinnen sich Dialoge wie der folgende zwischen dem Ermittlungsbeamten Detective Cline und X-Akten-Agent Fox Mulder:</p>
<p><strong>Cline:</strong> „Der Unglaubliche Yappi hat gesagt, die Leiche des ersten Opfers hätte man irgendwo deponiert. Und jetzt finden wir sie tatsächlich auf einer Mülldeponie.“<br />
<strong>Mulder:</strong> „Da läuft es mir ja kalt den Rücken herunter …“</p>
<p>Oder:</p>
<p><strong>Mulder:</strong> „Yappi hat behauptet, die Leiche würde bei einem Wasser gefunden. Eine Kirche oder eine Schule wäre in der Nähe. Und er hätte einen kurzen Blick auf den Buchstaben ,S’ oder die Zahl ,7’ erhaschen können.“<br />
<strong>Cline:</strong> „Und was wollen Sie damit sagen?“<br />
<strong>Mulder:</strong> „Seine Hinweise sind so vage, dass sie praktisch nutzlos sind, lassen sich aber nach dem Fund dann leicht als zutreffend interpretieren.“</p>
<p>Na, wenn sogar schon Para-Enthusiast Mulder skeptisch ist, dann wird an der Sache wohl nicht allzu viel dran sein? Stimmt.</p>
<p>„Akte X“-Drehbuchautor Glen Morgan hatte bei seinen Recherchen für „Der Hellseher“ das Buch <a title="Psychic Sleuths by Joe Nickell" href="http://www.amazon.com/Psychic-Sleuths-Esp-Sensational-Cases/dp/0879758805" target="_self">„Psychic Sleuths</a>“ von Joe Nickell gelesen. <a title="Joe Nickell - The Homepage" href="http://www.joenickell.com/" target="_self">Nickell</a>, ein ehemaliger Privatdetektiv, ist heute als „Researcher“ (Falluntersucher) für die amerikanische Skeptikerorganisation <a title="The Committee for Skeptical Inquiry" href="http://www.csicop.org/" target="_self">CSI</a> tätig. Für „Psychic Sleuths“ koordinierte er ein Team von elf Forschern, die mehrere Monate lang den bekanntesten „übersinnlichen Ermittlern“ der USA auf den Zahn fühlten.</p>
<p>Die aufwändige Untersuchung erbrachte ein Null-Ergebnis – und änderte nicht zuletzt auch Glen Morgans Einstellung zu dieser Thematik grundlegend:</p>
<blockquote><p>Man denkt ja, vielleicht ist das möglich, oder man denkt gar nicht darüber nach. Man überlegt sich: ,Die haben sich einen übersinnlich Begabten dazu geholt, und er hat eine Leiche gefunden. Wow, das ist ja unglaublich.’ Aber dann, wenn man anfängt, ein wenig genauer hinzuschauen, sich konkrete Beispiele ansieht, dann sagt man plötzlich: ,Oh, es ist eigentlich total klar, dass da gar nichts Besonderes dran ist.’&#8221;</p></blockquote>
<p>Neben Nickell führte der amerikanische Psychologe <a title="&quot;Police Psychics&quot; - How do they do it?" href="http://www.randi.org/jr/07-02-2000.html" target="_self">Dr. Martin Reiser </a>beim Los Angeles Police Department zwei eingehende Untersuchungen zum Einsatz von „Sensitiven“ durch. Er bat zwölf „übersinnlich Begabte“, ihm Hinweise auf zwei gelöste und zwei noch ungeklärte Verbrechen zu geben. Die Ergebnisse nannte Reiser schließlich  „wenig bis gar nicht hilfreich“. Für einen neuerlichen Test beauftragte er gleichzeitig zwölf „Medien“, zwölf Kriminalbeamte und zwölf Collegestudenten mit demselben Fall. Heraus kam dabei, dass die „Medien“ zwar zehnmal so viele Informationen zu Protokoll gaben als die beiden anderen Gruppen &#8211; damit aber keinen Deut mehr zur Lösung beitrugen.</p>
<p>Die Autoren <a title="Psychics: Do Police Departments Really Use Them?" href="http://skeptically.org/spiritualism/id10.html" target="_self">Jane Ayers Sweat und Mark W. Durm </a>schrieben 1993 die Police Departments von 50 amerikanischen Großstädten an. Sie wollten wissen, ob die Polizei tatsächlich die Dienste von „übersinnlichen Ermittlern“ in Anspruch nehme. Die Befragten gaben an, nie auf übersinnliche Weise Informationen einzuholen. Mehr noch: Die meisten beklagten sich bei Sweat und Durm, dass selbst ernannte „Medien“ die Ermittlungen regelmäßig behinderten.</p>
<p>Eine Erfahrung, die auch der <a title="Police Psychics" href="http://www.randi.org/encyclopedia/police%20psychics.html" target="_self">Scotland-Yard-Inspektor Edward Ellison </a>bestätigen kann: Bei Nachforschungen in allen acht Londoner Bezirken, für die Scotland Yard zuständig ist, stellte er fest, dass nicht seine Kollegen die „Sensitiven“ aufgesucht, sondern dass diese sich der Polizei aufgedrängt hatten.</p>
<p>Und hier bei uns? Erschien vor drei Jahren der Aufsatz „,Psychic detectives&#8217; auch in Deutschland? Hellseher und polizeiliche Ermittlungsarbeit&#8221; in dem Fachblatt <em><a title="Hellseher und polizeiliche Ermittlungsarbeit" href="http://www.kriminalpolizei.de/articles,psychic_detectives_auch_in_deutschland,1,175.htm" target="_self">Die Kriminalpolizei</a></em>. Darin heißt es unter anderem:</p>
<blockquote><p>Die Zahl entsprechender Angebote an die Polizei (steigt) mit zunehmendem massenmedialem Interesse am betreffenden Vermisstenfall stark an &#8230; Besonders wichtig ist dem Autor in diesem Zusammenhang der Befund, dass – nach Angaben der befragten Polizeidienststellen – die entsprechenden Hellseher in keinem einzigen Falle <em>einen brauchbaren Hinweis gegeben oder auch nur im entferntesten weitergeholfen </em>hätten.&#8221;</p></blockquote>
<p>Nichtsdestotrotz will sich unser australisches Super-Medium nun intensiv in die Suche nach der vermissten sechsjährigen Keisha Abrahams einschalten. Die Eltern des Mädchen wären indes gut beraten, der &#8220;Hellseherin&#8221; barsch die Tür zu weisen. Wohin der Unfug mit &#8220;übersinnlichen Ermittlern&#8221; führt, davon kann zum Beispiel die Familie Tate aus Aylesbeare, Devon (England), berichten, deren Tochter <a title="Genette Tate" href="http://www.timesonline.co.uk/tol/news/uk/article382960.ece" target="_self">Genette</a> 1978 spurlos verschwand.</p>
<p>In der Folgezeit dienten sich zahllose Hellseher und Wahrsager den Eltern an, mit ihren übersinnlichen Fähigkeiten das Mädchen ausfindig zu machen. Ihr Vater <a title="Genette Tate" href="http://www.bbc.co.uk/devon/news_features/2003/genette_tate_25.shtml" target="_self">John Tate </a>sagte später dazu aus (zit. nach <a title="Lynne Kelly - A skeptics Guide to the Paranormal" href="http://www.lynnekelly.com.au/skeptics_guide.html" target="_self">Lynne Kelly</a>: „The Skeptic’s Guide to the Paranormal“):</p>
<blockquote><p>Es kamen viele Leute zu uns, die uns einen Hoffnungsschimmer gaben. Am Anfang  griffen wir nach jedem Strohhalm. Doch die Versprechungen der ,Medien’ erwiesen sich allesamt als Lügengespinste. Sie weckten nur falsche Hoffnungen.<br />
Manchmal glaubten wir wirklich, wir hätten eine Spur. Die Vorschläge und Ideen der „Sensitiven“ nagten an unserem Verstand. Doch immer, wenn es konkret wurde, führten die angeblichen Spuren nirgendwo hin – außer in tiefste Verzweiflung.</p>
<p>Wir merkten bald, dass die Hellseher, die vor unserer Haustür standen, so eine Art „Vertreter-Typen“ waren, die, wenn sie sich erst einmal eingeschlichen hatten, nicht mehr so einfach wieder fort gingen. Es waren Menschen mit übersteigertem Selbstbewusstsein, die sich unbedingt durchsetzen wollten.<br />
Sie trampelten rücksichtslos auf unseren Gefühlen herum, die ohnehin schon an der Grenze der Belastbarkeit waren. Innerhalb kürzester Zeit versetzten sie uns seelisch völlig in Aufruhr und  der Einfluss dieser Leute begann sich äußerst unangenehm auszuwirken. Selbst wenn wir es nicht wollten – sie waren immer da, auf unserer Türschwelle, und erwarteten, dass sie mit offenen Armen empfangen würden.</p>
<p>Wir merkten bald, dass die Tätigkeit der ,übersinnlich Begabten’ nicht nur unsinnig und lächerlich war – sie war übel und bösartig. Als wir erst einmal in diesem Netz der Täuschungen –  und genau darum handelte es sich – gefangen waren, war es für uns sehr schwer, uns wieder frei zu kämpfen. Nichts von alledem führte jemals zu irgend etwas, außer zu immer neuen Enttäuschungen und Verwirrungen. Die Hellseher und Wahrsager hatten uns mit ihren Suggestionen zu Sklaven und Abhängigen gemacht.“</p></blockquote>
<p><strong>Zum Weiterlesen:</strong></p>
<ul>
<li>The Psychic and the Serial Killer: Examining the ‘Best Case’ for Psychic Detectives, <em><a title="Skeptical Inquirer Archive" href="http://www.csicop.org/si/archive/category/volume_34.2" target="_self">Skeptical Inquirer</a></em> — Volume 34.2 (2010)</li>
<li><a title="Psychic Detective" href="http://www.csicop.org/si/show/psychic_defective_sylvia_brownes_history_of_failure/" target="_self">Psychic Defective</a>: Sylvia Browne’s History of Failure,  <em>Skeptical Inquirer</em> — Volume 34.2 (2010)</li>
<li>Exploding the <a title="Exploding the &quot;Psychic Detective&quot; Myth" href="http://www.infotextmanuscripts.org/psychic_detective_intro.html" target="_self">&#8220;Psychic Detective&#8221;</a> Myth</li>
</ul>
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		<item>
		<title>Wie analysiert man Nostradamus-Verse? Teil IV</title>
		<link>http://blog.gwup.net/2010/04/26/wie-analysiert-man-nostradamus-verse-teil-iv/</link>
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		<pubDate>Mon, 26 Apr 2010 09:11:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Harder</dc:creator>
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		<description><![CDATA[(gwup) Crashkurs Nostradamus: An einem prominenten Beispiel erklärt Skeptiker-Chefreporter Bernd Harder in vier Teilen, wie man die Verse des Renaissance-Propheten auf ihre Plausibilität hin überprüft. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vierte Frage: Was hat Nostradamus wirklich gemeint?</strong></p>
<p>Die historisch-kritische Nostradamus-Forschung, die in den letzten zehn Jahren insbesondere von dem kanadischen Professor für Antike Studien, <a title="Nostradamus: Le Premieres Centuries ou Propheties " href="http://www.highbeam.com/doc/1G1-60027385.html" target="_self">Pierre Brind’Amour</a>, dem Psychologen und ehemaligen Prof. Bender-Mitarbeiter <a title="Nostradamus" href="http://www.amazon.de/Nostradamus-Elmar-R-Gruber/dp/3502152802" target="_self">Dr. Elmar R. Gruber</a> und <a title="Nostradamus" href="http://www.amazon.de/Nostradamus-Frank-R-Scheck/dp/3423310243" target="_self">Frank R. Scheck</a> vorangetrieben wurde, sieht in dem Renaissance-Gelehrten einen „Literaten im Versuch, gegen das Elend seiner Zeit anzuschreiben“ – keinen Hellseher oder Propheten also, sondern einen humanistisch beseelten Dichter und Philosophen, der ähnlich wie in Platons Höhlengleichnis an den Wänden seiner Dachkammer in Salon de Provence die <a title="Wer imitiert Nostradamus?" href="http://www.sueddeutsche.de/politik/417/359242/text/" target="_self">dunklen Schatten des Spätmittelalters </a>irrlichtern sah und seinen Zeitgenossen in vierzeilige Gleichnisse übersetzte.</p>
<p>Die vermeintliche Zukunft, die der „Jules Verne der Renaissance“ zu Papier brachte, liegt also in Nostradamus Gegenwart. Mithin kann es sich in einem weiteren Analyse-Schritt lohnen, sich auf die Suche nach dem realen Ursprung seiner verdunkelten Anspielungen zu machen, nach Ereignissen, Personen und Entsprechungen im 16. Jahrhundert und davor oder auch in literarischen Quellen, aus denen Nostradamus erwiesenermaßen umfänglich schöpfte.</p>
<p>Der erwähnte Nostradamus-Forscher Pierre Brind’Amour hat in seinem Buch „Les premières centuries ou propheties“ die ersten 353 Quatrains antiken und historischen Geschehnissen und bibliophilen Chiffren zuordnen können. Leider verstarb Brind’Amour während der Arbeit an diesem Werk.<br />
Auch der französische Autor <a title="Nostradamus" href="http://www.amazon.fr/Nostradamus-mythe-realite-Prevost-Roger/dp/2221089642" target="_self">Roger Prévost</a>, der amerikanische Skeptiker <a title="The Mask of Nostradamus" href="http://www.amazon.de/Mask-Nostradamus-Prophecies-Worlds-Famous/dp/0879758309" target="_self">James Randi</a> und Elmar R. Gruber extrahieren aus vielen berühmten <a title="Nostradamus" href="http://www.relinfo.ch/nostradamus/info.html" target="_self">Nostradamus-Versen </a>eine überzeugende zeitgeschichtliche und philologische Einordnung der „Centurien“.</p>
<p>Versuchen wir uns also zur Abrundung unserer kritischen Analyse diesbezüglich auch am Sechszeiler 53, ohne dabei in denselben Interpretationswahn der Allgeiers, Fontbrunes und Co. zu verfallen.</p>
<p>Als zielführend für eine sinnvolle Bedeutungs-Rekonstruktion erweist sich häufig der Vergleich von Schlüsselbegriffen, exemplarisch etwa der „Phönix“ aus Zeile eins des Verses. Tatsächlich findet sich ein „Phönix“ noch in der achten Centurie, Vers 27, sowie in den beiden Sechszeilern 25 und 48 (nachstehend in der Übersetzung von <a title="Das Nostradamus-Testament" href="http://www.amazon.de/Nostradamus-Testament-Prophetie-Botschaft-Zukunft/dp/3453148584" target="_self">Ray Nolan</a>):</p>
<blockquote><p><em>Vom alten Charon wird man den Phönix sehen,<br />
</em><em>höchstes Wesen und der Letzte seiner Söhne,<br />
</em><em>leuchtend in Frankreich, und zu allen liebenswürdig,<br />
</em><em>lange Zeit regieren, mit allen Ehren<br />
</em><em>wie sie seine Vorgänger niemals hatten<br />
</em><em>von was er seinen denkwürdigen Ruhm überliefern wird.“</em></p></blockquote>
<blockquote><p><em>Sechshundert und sechs, sechshundert und neun,<br />
</em><em>ein Kanzler, groß wie ein Ochse,<br />
</em><em>alt wie der Phönix der Welt,<br />
</em><em>in seinem Land wird er nicht mehr glänzen<br />
</em><em>von dem Schiff der Vergessenheit wird er gestreift werden<br />
</em><em>auf den elysäischen Feldern die Runde machen.“</em></p></blockquote>
<p>Anscheinend wird der „Phönix“ von Nostradamus üblicherweise nicht als konkrete Person gedacht, sondern im klassischen – und nahe liegenden – Sinne als Symbol für langes Leben/Unsterblichkeit.<br />
Auch der Webseite <a title="Der Einfluss von Weltbildern vergangener Kulturen auf die Errichtung der Anno Domini Zählung." href="http://www.calendersign.com/de/ad-weltbild.php" target="_self">calendersign.com</a> kann man entnehmen, dass eine „Phönix-Periode“ seit dem Altertum eine symbolische Zahlenangabe für einen sehr langen Zeitraum ist. Ganz konkret werden hier „660 Jahre“ genannt – also auffallend nahe an der Zahlenangabe 670 bei Nostradamus.</p>
<p>Beziehen wir nun in unsere Überlegungen die Tatsache mit ein, dass Nostradamus die nachweisbare Gewohnheit hatte, den französischen Königen und Herrschern stets ein langes Leben und ein erfolgreiches Regieren zu „prophezeien“ (heißt: zu wünschen), wie etwa in seinem Brief an Heinrich II. von Frankreich als Einschub zwischen der siebten und achten Centurie, dann liegt im Großen und Ganzen der Schluss nahe, dass sich hinter dem Sechszeiler 53 das Fragment eines persönliches Horoskops für eine hochrangige Persönlichkeit seiner Zeit verbirgt.<br />
In seinem üblichen verklausulierten Stil verheißt Nostradamus dem Adressaten ein langes Leben, in dessen Verlauf die in Rede stehende Person vielen Gefahren (Krankheiten, Schlachten etc.) ausgesetzt ist, diese aber alle überstehen wird.</p>
<p>Weit hergeholt? Keineswegs. Denn Dr. Elmar R. Gruber ist die eingehende Analyse und Transkription eines originalen Nostradamus-Manuskripts zu verdanken, dass 1992 in der Augsburger Universitätsbibliothek entdeckt wurde. Dabei handelt es sich um ein Horoskop, das Nostradamus für den Habsburger-Prinzen Rudolf, den Sohn Maximilians II. und späteren Kaiser Rudolf II des Heiligen Römischen Reiches, verfasste. Und in diesem Text finden sich fast wörtlich dieselben Sätze wie im Sechszeiler 53:</p>
<blockquote><p><em>Eure Majestät wird von drei Qualen stark beeinträchtigt werden, die Euch in Eurem Leben zustoßen werden und die Eure hervorstechendsten Krankheiten sein werden. Die erste ist in Eurem Alter von 13 und 14 Jahren angezeigt durch ein Quadrat von Saturn zum Mars, mit kalten und heißen Fieberschüben.“</em></p></blockquote>
<p>Weitere Erkrankungen des Kaisers &#8220;sah&#8221; Nostradamus für die Lebensjahre zwischen 21 und 24 und um das 36ste herum.</p>
<p>Seinen Klienten sagte der Renaissance-Gelehrte Gebrechen oder sonstige Probleme grundsätzlich in Stufen von jeweils sechs oder sieben oder neun Jahren voraus. Dies entspricht auch exakt der damaligen Auffassung von den so genannten klimakterischen Jahren: Im späten Mittelalter hatten die Menschen eine zyklische Auffassung vom Weltgeschehen wie vom persönlichen Schicksal; man glaubte, dass alles in Zyklen ablaufe, sich also in bestimmten Zeitabständen wiederhole. Auch die Medizin lehrte, dass in regelmäßigen Abständen „ein Wandel in der Eigenschaft und dem Zustand der Natur“ stattfinde.</p>
<p>An wen nun konkret Nostradamus den Sechszeiler 53 gerichtet hat, wissen wir nicht. Aber mit großer Sicherheit geht es auch hier nicht um eine Prophezeiung, die in die Zukunft gerichtet ist – und schon gar nicht bis ins 20. Jahrhundert hinein, bis zu Adolf Hitler und dem Zweiten Weltkrieg.</p>
<p><strong>Zum Weiterlesen:</strong></p>
<ul>
<li>Harder, B. (2000): <a title="Nostradamus" href="http://www.denkladen.de/product_info.php/info/p228_Harder--Nostradamus.html" target="_self">Nostradamus</a> &#8211; Ein <a title="Nostradamus - Probekapitel" href="http://www.alibri-buecher.de/docs/probe231.pdf" target="_self">Mythos</a> wird entschlüsselt. <a title="Denkladen" href="http://www.denkladen.de/" target="_self">Alibri</a>, Aschaffenburg</li>
<li><a title="Nostradamus und andere Seher" href="http://downloads.bistum-augsburg.de/2/104/1/16671927446925299293.pdf" target="_self">Nostradamus</a>, Mühlhiasl und andere Seher. Referat für Religions- und Weltanschauungsfragen Augsburg</li>
<li>Links zu den anderen Teilen der Serie &#8220;Wie analysiert man  Nostradamus-Verse?&#8221;: <a href="http://blog.gwup.net/2010/04/21/wie-analysiert-man-nostradamus-verse-teil-i/">Teil I</a> |  <a href="http://blog.gwup.net/2010/04/22/wie-analysiert-man-nostradamus-verse-teil-ii/">Teil II</a> |  <a href="http://blog.gwup.net/2010/04/25/wie-analysiert-man-nostradamus-verse-teil-iii/">Teil III</a></li>
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>Wie analysiert man Nostradamus-Verse? Teil III</title>
		<link>http://blog.gwup.net/2010/04/25/wie-analysiert-man-nostradamus-verse-teil-iii/</link>
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		<pubDate>Sun, 25 Apr 2010 11:53:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Harder</dc:creator>
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		<description><![CDATA[(gwup) Crashkurs Nostradamus: An einem prominenten Beispiel erklärt Skeptiker-Chefreporter Bernd Harder in vier Teilen, wie man die Verse des Renaissance-Propheten auf ihre Plausibilität hin überprüft. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Dritte Frage: Ist die Übersetzung korrekt?</strong></p>
<p>Nostradamus kreierte für die „Centurien“ eine poetisch-hermetische Symbolsprache, ohne freilich ein wirklich begabter Poet zu sein. Dass seine Werke dennoch den Eindruck einer geheimnisvollen Komposition aus Druckerschwärze und Sternenstaub erwecken, liegt zuvörderst an ihrer – eigentlich unbeholfen zu nennenden – grammatikalischen Willkür und der Vermengung einer Vielzahl dichterischer Stilmittel und Manierismen, noch dazu überfrachtet mit biblischen Krypto-Zitaten sowie geografisch-historisch Anspielungen.<br />
Schon 1882 schrieb ein französischer Nostradamus-Kritiker: „Der Stil der Centurien ist so vielgestaltig und so nebelhaft, dass ein jeder, der ein wenig Anstrengung und guten Willen aufbringt, in ihnen das findet, was er sucht.“</p>
<p>Dieses Urteil gilt umso mehr für die Übertragung der „Centurien“ in eine andere Sprache als das ursprüngliche Altfranzösisch, etwa ins Deutsche. Nostradamus-Autoren betätigen sich in aller Regel eher als eine Art Ghostwriter des „Sehers“ denn als Übersetzer und verfallen – bewusst oder unbewusst – in den Fehler der so genannten subjektiven Gültigkeitserklärung: also der Neigung, sinnvolle Muster in eine unklare, unverständliche Vorlage hineinzusehen und schließlich zu glauben, sie seien objektiv Bestandteil der Vorlage.</p>
<p>Vergleichen wir also die Übersetzung, die Jean-Charles de Fontbrune  für den Sechszeiler 53 abliefert,  mit den wenigen sonstigen deutschen Übersetzungen, die für diese „andere Voraussage“ des Nostradamus überhaupt verfügbar sind:</p>
<blockquote><p><em>Plusieurs mourront avant que Phoenix meure,<br />
</em><em>Jusques six cens septante est sa demeure,<br />
</em><em>Passé quinze ans, vingt et un, trente-neuf,<br />
</em><em>Le premier est subject à maladie,<br />
</em><em>Et le second au fer danger de vie<br />
</em><em>Au feu à l’eau est subject trente-neuf.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Fontbrune übersetzt:</p>
<blockquote><p><em>Viele werden sterben, bevor der Phönix stirbt.<br />
</em><em>Er wird 670 [Monate] auf Erden wohnen,<br />
</em><em>während die Jahre [19]15, [19]21 und [19]39 vorüberziehen werden.<br />
</em><em>Im ersten [1915] wird er erkranken<br />
</em><em>und im zweiten [1921] wird er eine lebensgefährliche Streitmacht haben;<br />
</em><em>[19]39 wird eine feurige Sintflut ausbrechen.“</em></p></blockquote>
<p>Der Schweitzer Historiker Jean-Claude Pfändler <a title="Nostradamus" href="http://home.datacomm.ch/jean-claude.pfaendler/dateien/nostradamus/008zusaetze/290ps3158.html" target="_self">übersetzt</a> hingegen:</p>
<p><em>Einige werden sterben, bevor Phönix stirbt.<br />
</em><em>Bis 670 dauert sein Verweilen.<br />
</em><em>Nachdem er die 15 Jahre, die 21 und 39 Jahre hinter sich gebracht hat.<br />
</em><em>Beim ersten Mal ist er einer Krankheit unterworfen<br />
</em><em>und beim zweiten Mal dem Eisen, wobei Lebensgefahr besteht.<br />
</em><em>Dem Feuer und dem Wasser ist er mit 39 Jahren unterworfen.“</em></p>
<p>Der in Paraguay lebende deutsche Journalist und Autor <a title="Nostradamus-Prophezeiungen" href="http://nostradamus-prophezeiungen.de/centurien/centurien-frame.html" target="_self">Ray Nolan</a> folgt dieser Lesart weitgehend:</p>
<p><em>Mehrere werden sterben bevor der Phönix stirbt,<br />
</em><em>bis Sechshundertsiebzig ist sein Absterben,<br />
</em><em>vergangen fünfzehn Jahre, einundzwanzig, dreißig-neun (39),<br />
</em><em>der Erste ist Gegenstand der Krankheit,<br />
</em><em>und der Zweite des Schwerts, Lebensgefahr,<br />
</em><em>zum Feuer in das Wasser, ist Ursache dreißig-neun.“</em></p>
<p>Schon diese zwei Alternativ-Versionen machen überdeutlich, dass Fontbrune nicht redlich übersetzt, sondern unzulässig interpretiert – und dass bei halbwegs korrekter Bearbeitung des Sechszeiler 53, ohne kreative Veränderungen beziehungsweise Hinzugedichtetes, Hitler und der Zweite Weltkrieg in weite Ferne rücken.</p>
<p>Spätestens hier, bei unserer dritten Frage, ist der nostradamistische „Hitler“-Vers von Jean-Charles de Fontbrune als Wunschdenken und/oder Geschäftemacherei entlarvt (Fortsetzung folgt).</p>
<p>Links zu den anderen Teilen der Serie &#8220;Wie analysiert man   Nostradamus-Verse?&#8221;: <a href="../2010/04/21/wie-analysiert-man-nostradamus-verse-teil-i/">Teil  I</a> |  <a href="../2010/04/22/wie-analysiert-man-nostradamus-verse-teil-ii/">Teil  II</a> |  <a href="http://blog.gwup.net/2010/04/26/wie-analysiert-man-nostradamus-verse-teil-iv/">Teil  IV</a></p>
<div class='wpfblike' style='height: 40px;'><fb:like href='http://blog.gwup.net/2010/04/25/wie-analysiert-man-nostradamus-verse-teil-iii/' layout='default' show_faces='false' width='400' action='like' colorscheme='light' /></div>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Wie analysiert man Nostradamus-Verse? Teil II</title>
		<link>http://blog.gwup.net/2010/04/22/wie-analysiert-man-nostradamus-verse-teil-ii/</link>
		<comments>http://blog.gwup.net/2010/04/22/wie-analysiert-man-nostradamus-verse-teil-ii/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 22 Apr 2010 09:46:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Harder</dc:creator>
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		<description><![CDATA[(gwup) Crashkurs Nostradamus: An einem prominenten Beispiel erklärt Skeptiker-Chefreporter Bernd Harder in vier Teilen, wie man die Verse des Renaissance-Propheten auf ihre Plausibilität hin überprüft. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Zweite Frage: Stimmen die angeblich beschriebenen Fakten?</strong></p>
<p>Rufen wir uns Fontbrunes Deutung noch einmal in Erinnerung (hier in etwas erweiterter Form, wie Fontbrune sie in einer Folge von <a title="Prophezeiungen bei Galileo Mystery" href="http://alt.wahrsagercheck.de/Aktuelles/Texte/Galileo_Mystery/galileo_mystery.html" target="_self">„Galileo Mystery“</a> zum Besten gab) und gleichen sie mit Lexika und Geschichtsbüchern ab:</p>
<p>– <em>„Hitler lebte 56 Jahre, das sind 670 Monate.“</em></p>
<p>Falsch. Hitler lebte vom 20. April 1889 bis zum 30. April 1945. Das sind 672 Monate.</p>
<p>– <em>„Hitler war Gefreiter im Ersten Weltkrieg. Er wurde zweimal verletzt, beide Male im Jahr 1915.“</em></p>
<p>Falsch. In Nordfrankreich wurde Hitler im Oktober 1916 am Bein verwundet und am 15. Oktober 1918 nach einem Gasangriff in das Lazarett der vorpommerschen Stadt Pasewalk eingewiesen.</p>
<p>– <em>„Im zweiten [1921] wird er eine lebensgefährliche Streitmacht haben.“</em></p>
<p>Falsch. Als Hitler im Juli 1921 mit einem Ultimatum seine Wahl zum Vorsitzenden der NSDAP erzwang, zählte die Partei zwischen 2000 und 3000 Mitglieder. Damit wurde er zu einer politischen Lokalgröße, galt außerhalb Bayerns aber immer noch als „Bierkelleragitator“.</p>
<p>– <em>39 wird eine feurige Sintflut ausbrechen: „1939 brach der Zweite Weltkrieg aus – weil Hitler ihn begann.“</em></p>
<p>Richtig. Auslöser des Zweiten Weltkriegs war in Europa der Angriff des Deutschen Reiches auf Polen. Dieser erfolgte ohne vorherige Kriegserklärung am 1. September 1939.</p>
<p>Damit hätte Jean-Charles de Fontbrune immerhin einen Treffer – und damit mehr als die allermeisten Nostradamus-Deuter, die sich auf konkrete Zahlenspiele einlassen. Wie zum Beispiel der Münchener Astrologe Kurt Allgeier, der etwa folgende kuriose Deutung des 77. Verses der dritten Centurie abliefert:</p>
<blockquote><p><em>Le tiers climat sous Aries comprins,<br />
</em><em>L’an mil Sept cens vingt &amp; sept en Octobre.<br />
</em><em>Le Roy de Perse par ceux d’Egypte prins:<br />
</em><em>Con</em><em>flit, mort perte à la croix grand opprobe.</em></p>
<p><em>Die dritte Klimazone unter dem Zeichen Widder<br />
</em><em>Wird es im Jahre 1727 im Oktober verstehen.<br />
</em><em>Der Herrscher von Persien ist in der Hand der Ägypter.<br />
</em><em>Krieg, Tod, Verlust. Große Schande für das Kreuz.“</em></p></blockquote>
<p>„Ein sehr bezeichnender und wichtiger Vers“, kommentiert Allgeier in „Die Prophezeiungen des Nostradamus“ (Heyne-Verlag, München 1999), in dem Nostradamus einmal mehr das Abendland und seine unbedachte Politik für die heutige Situation verantwortlich macht: Im Oktober 1727 besiegte das Osmanische Reich, zu dem Ägypten damals gehörte, den letzten Safawiden Hosain. Damit war die persische Dynastie am Ende. Sehr intensiv hatten sich die Perser zuvor um engere Beziehungen und Hilfen aus Europa gegen die Türken bemüht, die im Westen bereits keine große Rolle mehr spielten. Doch den europäischen Staaten war Persien zu unbedeutend. Aus jener Zeit resultieren viele iranische Mimositäten gegenüber Europa. Die dritte Klimazone ist der Herbst.“</p>
<p>Ein Triumph für Nostradamus? Allenfalls ein Versuch, Verdrehungen und Unwahrheiten über die Realität triumphieren zu lassen. Denn auch hartnäckiges Blättern in den Geschichtsbüchern erbringt nichts, was diesen „Weissagungen“ auch nur annähernd entspricht. Erstens war Hosain nicht der letzte Safawide. Zweitens war 1727 Tahmasp II. an der Macht. Drittens gab es 1727 weder einen persisch-ägyptischen noch einen persisch-türkischen Krieg, keine Gefangennahme irgendeiner Hoheit, keinen Friedensschluss.</p>
<p>Was man Allgeier indes zugute halten muss: Wenigstens trifft noch seine Übersetzung so einigermaßen den Kern den Sache. Und das bringt uns zur nächsten Frage bei unserer Nostradamus-Analyse (Fortsetzung folgt).</p>
<p><strong>Zum Weiterlesen:</strong></p>
<ul>
<li>Harder, B. (2000): <a title="Nostradamus" href="http://www.denkladen.de/product_info.php/info/p228_Harder--Nostradamus.html" target="_self">Nostradamus.</a> Ein Mythos wird entschlüsselt. Alibri, Aschaffenburg</li>
<li>Links zu den anderen Teilen der Serie &#8220;Wie analysiert man Nostradamus-Verse?&#8221;: <a href="http://blog.gwup.net/2010/04/21/wie-analysiert-man-nostradamus-verse-teil-i/">Teil I</a> |  <a href="http://blog.gwup.net/2010/04/25/wie-analysiert-man-nostradamus-verse-teil-iii/">Teil III</a> |  <a href="http://blog.gwup.net/2010/04/26/wie-analysiert-man-nostradamus-verse-teil-iv/">Teil IV</a></li>
</ul>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 633px; width: 1px; height: 1px; overflow: hidden;">Links zu den anderen Teilen der Serie &#8220;Wie analysiert man Nostradamus-Verse?&#8221;: Teil I |  Teil II |  Teil III</div>
<div class='wpfblike' style='height: 40px;'><fb:like href='http://blog.gwup.net/2010/04/22/wie-analysiert-man-nostradamus-verse-teil-ii/' layout='default' show_faces='false' width='400' action='like' colorscheme='light' /></div>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Wie analysiert man Nostradamus-Verse? Teil I</title>
		<link>http://blog.gwup.net/2010/04/21/wie-analysiert-man-nostradamus-verse-teil-i/</link>
		<comments>http://blog.gwup.net/2010/04/21/wie-analysiert-man-nostradamus-verse-teil-i/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 21 Apr 2010 18:03:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Harder</dc:creator>
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		<description><![CDATA[(gwup) Crashkurs Nostradamus: An einem prominenten Beispiel erklärt Skeptiker-Chefreporter Bernd Harder in vier Teilen, wie man die Verse des Renaissance-Propheten auf ihre Plausibilität hin überprüft. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vertiefen wir aus aktuellem <a title="Die irren Endzeit-Propheten" href="http://www.bild.de/BILD/news/2010/04/21/vulkan-ausbruch-asche-monster-chaos-theorien/jetzt-kommen-die-irren-endzeit-propheten.html" target="_self">Anlass</a> mal das Thema <a title="Themeneintrag Nostradamus" href="http://www.gwup.org/infos/themen/48-Nostradamus" target="_self">Nostradamus</a>. Was ist von den rätselhaften Vierzeilern des Renaissance-Gelehrten eigentlich zu halten? Und wieso finden geschäftstüchtige Interpreten darin so ziemlich jedes Ereignis der Weltgeschichte?</p>
<p>Exemplarisch aufzeigen kann man das an einer &#8220;Prophezeiung&#8221; des prominenten französischen Nostradamus-Interpreten <a title="Nostradamus - Historiker und Prophet" href="http://www.amazon.de/Nostradamus-Historiker-Prophet-Jean-Charles-Fontbrune/dp/3548358926" target="_self">Jean-Charles de Fontbrune</a> alias Jean Pigeard de Gurbert, der folgenden Vers auf Adolf Hitler und den Zweiten Weltkrieg münzt:</p>
<blockquote><p><em>Plusieurs mourront avant que Phoenix meure,<br />
</em><em>Jusques six cens septante est sa demeure,<br />
</em><em>Passé quinze ans, vingt et un, trente-neuf,<br />
</em><em>Le premier est subject à maladie,<br />
</em><em>Et le second au fer danger de vie<br />
</em><em>Au feu à l’eau est subject trente-neuf.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Übersetzt werden soll dieser Text seiner Meinung nach so:</p>
<blockquote><p><em>Viele werden sterben, bevor der Phönix stirbt.<br />
</em><em>Er wird 670 [Monate] auf Erden wohnen,<br />
</em><em>während die Jahre [19]15, [19]21 und [19]39 vorüberziehen werden.<br />
</em><em>Im ersten [1915] wird er erkranken<br />
</em><em>und im zweiten [1921] wird er eine lebensgefährliche Streitmacht haben;<br />
</em><em>[19]39 wird eine feurige Sintflut ausbrechen.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Fontbrunes Erläuterung dazu: „Hitler lebte 56 Jahre, das sind 670 Monate. Die Jahre 1915, 1921, 1939 sind Eckdaten seines Lebens: ,Im ersten wird er erkranken’, damit ist das erste genannte Jahr gemeint, also 1915. ,Im zweiten wird er eine lebensgefährliche Streitmacht haben’ und ,39 wird eine feurige Sintflut ausbrechen’. 1939 brach der Zweite Weltkrieg aus – weil Hitler ihn begann.“</p>
<p>Tasächlich? Insgesamt sind vier Fragen an diese Deutung zu stellen.</p>
<p><strong>Erste Frage: Stammt die Prophezeiung überhaupt von Nostradamus? </strong></p>
<p>Aus der Vielzahl der frei erfundenen „Nostradamus-Verse“ ragt insbesondere der <a title="Did Nostradamus Predict the 9/11-Attacks?" href="http://urbanlegends.about.com/cs/historical/a/nostradamus.htm" target="_self">Internet-Hoax</a> zum 11. September 2001 heraus, der in dieser und zahllosen ähnlichen Formulierungen kursierte: „Am elften Tag des neunten Monats werden zwei eiserne Vögel in die höchsten Statuen der Stadt stürzen. Die neue Stadt wird einen großen Donner erleben, der zwei Brüder auseinander reißt.“</p>
<p>Auch Fontbrunes „Hitler“-Vers macht erst einmal stutzig, da er nicht dem üblichen Versmaß der „Centurien“ entspricht. Michel de Nostredame (1503 – 1566, latinisiert „Nostradamus“) verfasste Vierzeiler, so genannte Quatrains, während Fontbrune mit dem „Sechszeiler 53“ wedelt. Daraus folgt zumindest, dass Fontbrunes „Hitler“-Prophezeiung nicht zum Hauptwerk des Nostradamus gehört: den zehn „Centurien“ mit jeweils 100 Quatrains (Ausnahme: siebte Centurie mit nur 42 Vierzeilern).<br />
Die 58 Sechszeiler stammen aus Nostradamus Nachlass und werden von manchen Forschern kurzerhand zur „elften und zwölften Centurie“ erklärt oder aber – wohl richtiger – unter „andere Voraussagen“ subsumiert.</p>
<p>Wie auch immer: Die Urheberschaft dieser zusätzlichen Verse ist umstritten. Eine Fälschung kann ebenso wenig nachgewiesen wie ausgeschlossen werden. Oder handelt es sich bei den Sechszeiler um die irgendwie entstellten fehlenden Verse der siebten Centurie? Auch das ist ungeklärt.</p>
<p>Allerdings ist dieser Expertenstreit für unsere Fragestellung eher von randständiger Bedeutung. Denn selbst wenn der Sechszeiler 53 nicht von Nostradamus eigener Hand stammen sollte, ist doch von einem historischen Alter auszugehen, welches die grundsätzlich zu berücksichtigende Möglichkeit einer „Nachhersage“ (wie zum 11. September) zumindest in diesem Fall ausschließt.<br />
(Fortsetzung folgt)</p>
<p>Links zu den anderen Teilen der Serie &#8220;Wie analysiert man  Nostradamus-Verse?&#8221;: <a href="http://blog.gwup.net/2010/04/22/wie-analysiert-man-nostradamus-verse-teil-ii/">Teil II </a>| <a href="http://blog.gwup.net/2010/04/25/wie-analysiert-man-nostradamus-verse-teil-iii/"> Teil III</a> |  <a href="http://blog.gwup.net/2010/04/26/wie-analysiert-man-nostradamus-verse-teil-iv/">Teil IV</a></p>
<div class='wpfblike' style='height: 40px;'><fb:like href='http://blog.gwup.net/2010/04/21/wie-analysiert-man-nostradamus-verse-teil-i/' layout='default' show_faces='false' width='400' action='like' colorscheme='light' /></div>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Astro-Hotlines: Bei Anruf Kündigung</title>
		<link>http://blog.gwup.net/2010/03/02/astro-tv-bei-anruf-kundigung/</link>
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		<pubDate>Tue, 02 Mar 2010 15:59:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Harder</dc:creator>
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		<description><![CDATA[(gwup) Kann man sich bei Astro-Hotlines in den Ruin telefonieren? Angeblich schließen "interne Qualitätsmaßstäbe" bei den profitorientierten Unternehmen dies aus. Die Praxis zeigt immer wieder das Gegenteil. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Traurig. Einfach nur traurig, was heute in der <em><a href="http://www.sueddeutsche.de/,ra7m1/jobkarriere/473/501726/text/" target="_self">Süddeutschen</a></em> und bei <em><a title="Bei Anruf Kündigung" href="http://www.focus.de/karriere/arbeitsrecht/0900-hotlines-bei-anruf-kuendigung_aid_485846.html" target="_self">Focus-Online</a></em> steht:</p>
<blockquote><p>Guter Rat ist teuer &#8211; für einen Personalrat aus Mainz gleich doppelt. Weil er aus dem Büro kostenpflichtige Astro-Hotlines anrief, wurde er entlassen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Zugegeben: Dem Artikel ist nicht zu entnehmen, ob es dabei um Angebote der Questico AG ging, des nach <a title="Questico AG" href="http://www.questico.de/corporate/cp-questicoag.jsp" target="_self">eigenen Angaben</a> &#8220;größten und erfolgreichsten Anbieters für esoterische und astrologische Lebensberatung&#8221;. Die Geschäftsmodelle der verschiedenen, äh, &#8220;Firmen&#8221; in diesem Bereich dürften indes allzu unterscheidbar nicht sein.</p>
<p>Der Geschäftsführer der Questico AG, ein gewisser Herr Sylvius Bardt, darf sich aktuell in einer &#8211; ansonsten erhellenden &#8211; <a title="Gut beraten bei Astro-TV?" href="http://www.ekd.de/ezw/Publikationen_2086.php" target="_self">Broschüre</a> zum Thema <em>Gut beraten bei Astro-TV? Esoterik-Fernsehen in der Kritik</em> der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) verbreiten. Ein Beitrag, der eigentlich mit einem Stempel &#8220;Achtung, giftiger Wortmüll!&#8221; gekennzeichnet werden müsste. Man muss es gelesen haben, um es zu glauben. Ein paar Zitate daraus:</p>
<blockquote><p>Wir haben gelernt, das Bedürfnis unserer Kunden zu akzeptieren. Und gelernt, dass diese Form der alternativen Lebensberatung uralte und zu honorierende Wurzeln besitzt, die heute noch in vielen Kulturen einen ganz anderen Stellenwert haben als in Deutschland &#8230; Questico nimmt Menschen ernst in ihrem Wunsch nach Esoterik und Astrologie und verteufelt sie nicht. Vielmehr haben wir uns vorgenommen, mit professionellen Qualitätskriterien und Transparenzregeln einen unseriösen Markt aufzuräumen und den Menschen in ihren problematischen Lebenssituationen einen seriösen Punkt zu geben.&#8221;</p></blockquote>
<p>Ma gavte la nata, würde jetzt ein kulturell hochstehender Mensch wie Umberto Eco sagen, was im &#8221;Foucaultschen Pendel&#8221; wie folgt erklärt wird: &#8220;Das ist Turinerisch. Heißt soviel wie: Zieh dir mal den Pfropfen raus, oder wenn du’s so lieber hast: Wollen Sie sich bitte gütigst den Stöpsel entfernen.&#8221;</p>
<p>Ich hingegen würde einfach mal sagen &#8230; &#8211; Aber lassen wir das besser. Der Prozesskosten-Fonds der GWUP würde diese Äußerung vermutlich nicht finanzieren können.</p>
<p>Und es kommt noch besser:</p>
<blockquote><p>Mein evangelisches Glaubensbild sieht einen selbständigen Menschen, der selbstverantwortlich handelt und ein von Toleranz geprägtes Weltbild lebt. In dieser Gemeinschaft ist Raum für anderes, Toleranz für andere Religionen und Lebensformen, solange diese nicht von Intoleranz geprägt sind &#8230;<br />
Wir fordern mehr Respekt und Toleranz den Menschen gegenüber, die millionenfach Zuversicht in alternativen Beratungsformen suchen. Es sind keine Spinner, Abhängige, Debile, arme Verirrte oder vereinsamte Seelen. Es sind Menschen, die mitten im Leben stehen, die Lebenskonflikte meistern wollen und wissen, was sie tun.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wenn ich jetzt versuchen würde, das angemessen zu kommentieren, säße ich morgen früh noch dran. Konfrontieren wir Herrn Bardt statt dessen vielleicht einfach nur mal mit der Realität, wie sie in dem <em>SZ</em>-Artikel aufscheint.</p>
<blockquote><p>Anrufe vom Diensttelefon bei kostenpflichtigen 0900-Nummern können selbst einem Mitglied des Personalrats den Job kosten. Dies geht aus einem am Dienstag veröffentlichten Urteil (Aktenzeichen: 5 K 1390/09.MZ) des Mainzer Verwaltungsgerichts hervor. Der betroffene Arbeitnehmervertreter hatte über mehrere Monate Astro-Hotlines, Kartenleger und ähnliche Dienste angerufen und dadurch Telefonkosten von mehr als 1.500 Euro verursacht &#8230;</p>
<p>Der Personalrat erklärte, das fragliche Mitglied des Gremiums sei aufgrund privater Schicksalsschläge und Belastungen überfordert gewesen. Daher habe der Betroffene Zuspruch bei den Service-Hotlines gesucht. Das Mainzer Gericht ersetzte nun die erforderliche Zustimmung des Personalrats per Urteil. Die Richter erklärten, dem Arbeitgeber sei die Fortsetzung des Beschäftigungsverhältnisses nicht mehr zumutbar.<br />
Der fragliche Mitarbeiter habe öffentliche Gelder veruntreut und das Vertrauensverhältnis vollständig zerstört. Das Personalratsmitglied sei auch trotz der geltend gemachten psychischen Ausnahmesituation in der Lage gewesen, sein Verhalten zielstrebig zu steuern und zu verschleiern.&#8221;</p></blockquote>
<p>Traurig. Einfach nur traurig. Immerhin, und deshalb brauchen wir auch gar nicht deutlicher zu werden, weiß der gute Herr Bardt schon selbst, dass es &#8220;ausreichend Vorverurteilungen meines Unternehmens und meiner Person gibt: als Scharlatane oder als profitorientierte Geschäftemacher&#8221;.</p>
<p>Hm, so etwas in der Art wäre mir eben auch beinahe rausgerutscht.</p>
<p><strong>Zum Weiterlesen:</strong></p>
<ul>
<li>Die Seelenverkäufer &#8211; Das Geschäft mit der Astrologie, <a title="Die Seelenverkäufer" href="http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~E1E3D3274B0754830856A21E40C1D6879~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_self">FAZ</a> vom 24. Juli 2007</li>
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>Hellseher und andere Komiker</title>
		<link>http://blog.gwup.net/2010/01/05/hellseher-und-andere-komiker/</link>
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		<pubDate>Tue, 05 Jan 2010 08:57:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Harder</dc:creator>
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		<guid isPermaLink="false">http://blog.gwup.net/?p=1404</guid>
		<description><![CDATA[(gwup) Prophezeiungen im Test: In einem Rückblick hat sich die Münchner Boulevardzeitung tz die Prognosen von Wahrsagern für 2009 vorgenommen. Viele Flops, und für die wenigen Treffer brauchte man wahrhaftig kein Hellseher zu sein. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nicht gerade zum <strong>schreiend Totlachen</strong>, aber ganz lustig: die <a title="Fröhnliche Weihnachten mit Wolfgang und Anneliese - Spendentelefon" href="http://www.youtube.com/watch?v=TXBjXKfLYoc" target="_blank">Desiree-Nick-Parodie</a> von Anke Engelke bei &#8220;Weihnachten mit Wolfgang und Anneliese&#8221;.</p>
<p>Vielleicht bin ich aber auch bloß etwas voreingenommen, weil Frau Nick sich in der <a title="Wahrsagen, Kartenleger usw. - Kerner Video vom 17.12.09" href="http://www.sat1.de/kerner/videos/videoplayer/42431/" target="_blank">Kerner-Sendung </a>am 17. Dezember beim Thema <strong>&#8220;Hellsehen &#8211; Ernst oder Hokuspokus?&#8221;</strong> offen auf die Seite des Hokuspokus geschlagen hat &#8211; zu meiner nicht  ganz geringen Überraschung.</p>
<p>Zwar stand auch mal im <a title="Star aus Notwehr" href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-8871211.html" target="_blank"><em>Spiegel</em> </a>zu lesen, die spitzgesichtige Diseuse könne jederzeit &#8220;das Niveau problemlos noch weiter <strong>unter Herrenstammtisch-Höhe</strong> absenken&#8221; &#8211; für einfältig hätte ich die gelernte Religionspädagogin trotzdem nicht gehalten.</p>
<p>Was Frau Nick dazu bewogen haben mag, <strong>die Sperenzchen von Lilo &#8220;Isch bünn Seherin&#8221; von Kiesenwetter</strong> mitzuspielen, bleibt wohl ihr Geheimnis. Ebenso wie die <strong>selbstverzapfte Suada</strong> des platinblonden &#8220;Underground-Kultstars&#8221; in Sachen Wahrsagerei, die man kurz so zusammenfassen könnte: Wenn die Zunft der <strong>Hellseher, Wahrsager und Astrologen</strong> tatsächlich so unfähig sei, wie die freundlichen Skeptiker von der <strong>GWUP </strong>immer behaupten &#8211; wieso ist diese dann seit Jahrtausenden immer noch bestens im Geschäft?</p>
<p>Dazu hätte es viel zu sagen gegeben &#8211; wenn das Konzept der Talkshow einen fairen Schlagabtausch zwischen <strong>&#8220;Seherin&#8221; und Skeptiker</strong> zugelassen hätte.</p>
<p>Aber auch hier an dieser Stelle will ich gar nicht weit ausholen. Sondern nur einen <strong>aktuellen Artikel</strong> aus der <a title="Wie gut sind Wahrsager?" href="http://www.tz-online.de/aktuelles/muenchen/tz-wie-gut-sind-wahrsager-572821.html" target="_blank">Münchner<em> tz</em></a> zitieren. Das Boulevardblatt hatte zu Beginn des vergangenen Jahres <strong>einige Hellseher zu ihren Prognosen für 2009</strong> befragt und die Ergebnisse jetzt veröffentlicht.</p>
<p>Ich gebe den Beitrag im Folgenden einfach kommentarlos wieder &#8211; zum auf der Zunge zergehen lassen. Einfach herrlich! Nur eins dazu: <strong>Lustiger war nicht mal</strong> &#8220;Weihnachten mit Wolfgang und Anneliese&#8221;.</p>
<blockquote><p>&#8220;Beherrschendes Thema beim hellsichtigen Jahresausblick auf 2009 waren die Bundestagswahlen: <strong>Bleibt Angela Merkel Kanzlerin</strong>, oder schafft sie es nicht?</p>
<p>Die von der <em>tz</em> damals befragten Hellseher <strong>waren sich uneinig</strong>. Eine Tendenz haben aber alle vorhergesagt: Wie die Entscheidung auch ausfällt, sie wird knapp. Das <strong>mangelnde Vertrauen der Wähler</strong> in die Politik und &#8211; in Bayern &#8211; in die CSU macht die Ergebnisse nur schwer vorhersehbar. Ein Trend, der sich durch das ganze Jahr zog. Auch das Ende der großen Koalition stand schon 2008 in den Karten.</p>
<p>Dort war auch zu lesen, dass gegen Ende des Jahres <strong>die Gefahr von Terroranschlägen</strong> steigt. Mitte September tauchen Video-Drohbotschaften von al-Quadia auf. Bilder vom Oktoberfest in München sind im Hintergrund zu sehen. Die Polizei verschärft die Kontrollen <strong>rund um die Wies&#8217;n</strong>, die Straßen werden weiträumig abgesperrt. Ein Anschlag findet zum Glück nicht statt.</p>
<p>Bei einem Thema waren sich alle Hellseher, Astrologen und Medien einig: <strong>Die Wirtschaftskrise</strong> wird auch an Bayern nicht spurlos vorübergehen und den Arbeitsmarkt erschüttern. Ein  Volltreffer: Die Pleite von Quelle kostet über 8000 Jobs und besonders auch die Zulieferer für Autoteile in Bayern trifft die Krise hart.</p>
<p>Über die <strong>Meisterschaft vom FC Bayern München</strong> waren die Meinungen geteilt. Sie werden Meister oder sie verpassen den Titel &#8211; und haben dafür Chancen in der Champions League? Oder?<strong> Am Ende trafen beide Prognosen nicht zu.</strong> Andere sagten einen Überraschungssieger voraus und landeten damit einen Treffer: Unerwartet holt sich Wolfsburg den Titel.</p>
<p>Über das Abschneiden der Löwen waren sich die Hellseher einig: Sie haben den Aufstieg verpasst und sind, <strong>wie erwartet</strong>, in der zweiten Liga geblieben.&#8221;</p></blockquote>
<p>Zum Weiterlesen:</p>
<ul>
<li><a title="Obama lebt und Nessie ließ sich nicht fangen" href="http://www.gwup.org/infos/nachrichten/943-obama-lebt-und-nessie-liess-sich-nicht-fangen" target="_blank">Obama lebt und Nessie ließ sich nicht fangen</a></li>
</ul>
<div class='wpfblike' style='height: 40px;'><fb:like href='http://blog.gwup.net/2010/01/05/hellseher-und-andere-komiker/' layout='default' show_faces='false' width='400' action='like' colorscheme='light' /></div>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Dollarzeichen in den Augen</title>
		<link>http://blog.gwup.net/2009/10/12/dollarzeichen-in-den-augen/</link>
		<comments>http://blog.gwup.net/2009/10/12/dollarzeichen-in-den-augen/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 12 Oct 2009 19:37:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Harder</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blogs & Medien]]></category>
		<category><![CDATA[GWUP]]></category>
		<category><![CDATA[Wahrsager]]></category>
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		<category><![CDATA[Aufklärungsgruppe Krokodil]]></category>
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		<category><![CDATA[Dagobert Duck]]></category>
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		<category><![CDATA[Kritik]]></category>
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		<category><![CDATA[Verbraucherschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Verbraucherzentrale Berlin]]></category>

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		<description><![CDATA[(gwup) Maria Duval zählt sich gern zu den "größten Hellseherinnen der Gegenwart", während Verbraucherschützer schon seit Jahren vor ihren dubiosen Angeboten warnen. Nachdem es einige Zeit still geworden war um Maria Duval, ist sie jetzt wieder am Ball. Blogger und SKEPTIKER-Autor Bernd Harder berichtet:]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Einfach schön, zu den Auserwählten zu gehören.</p>
<p>Denn tatsächlich wurde ich &#8220;zwischen dem 8. Juni 1932 und dem 26. November 1969 geboren&#8221;.</p>
<p>Das ist insofern gut für mich, weil eine gewisse Maria Duval mir &#8220;ganz wichtige Dinge offenbaren&#8221; möchte. Frau Duval ist sich nämlich ganz sicher, &#8220;dass alle Menschen, die zwischen diesen beiden Daten auf die Welt kamen, in den kommenden Wochen ganz besondere Chancen haben&#8221;. Insbesondere in den Bereichen GELD und GEFÜHLE.</p>
<p>Dass Großbuchstaben grundsätzlich so erscheinen, als würde der Autor oder die Autorin schreien, scheint die Dame nicht weiter zu stören. Denn auch der übrige Text liest sich so, als ob Wurst-Achim seinem Kontrahenten Käse-Rudi auf dem Marktplatz verbale Schlagseite gibt.</p>
<p>Nun ist es schon befremdlich genug, ausgerechnet in einer <a title="ORTHOpress" href="http://www.orthopress.de/inhalte/inhaltenew.php" target="_blank">Orthopädiezeitschrift</a> (wenn auch fürs Laienpublikum) zwischen &#8220;Die Stadien der Arthrose&#8221; und &#8220;Das Iliosakralgelenk&#8221; auf das ganzseitige Inserat von einer &#8220;der größten Hellseherinnen der Gegenwart&#8221; zu stoßen. Auf diese Weise auch noch erfahren zu müssen, dass eine der dubiosesten esoterischen Geschäftemacherinnen wieder aktiv ist, übt eine zutiefst deprimierende Wirkung auf mich aus. Dagegen hilft auch ein &#8220;Vitamin-Boost für den Organismus&#8221; nichts mehr, der ein paar Seiten weiter angepriesen wird.</p>
<p>Maria Duval. Muss man noch mehr sagen?</p>
<p>Gehen wir zehn Jahre zurück. Schon 1998 beschäftigte sich die  &#8220;Aufklärungsgruppe Krokodil&#8221; der Eltern- und Betroffenen-Initiative Baden-Württemberg (EBIS e.V.) mit der Dame, die angeblich &#8220;2 Gratisgeschenke&#8221; unters Volk  jubeln will:</p>
<ol>
<li>den &#8220;berühmten Talisman von Maria Duval&#8221;, der bereits &#8220;Tausenden von Menschen dabei geholfen hat, sich in ihrem Leben wieder wohl zu fühlen&#8221;,</li>
<li>eine &#8220;mehrere Seiten umfassende Zukunftsdeutung&#8221;, welche Maria &#8220;ganz individuell erstellen wird&#8221;.</li>
</ol>
<p>Was die beiden Test-Anforderer der &#8220;Aufklärungsgruppe Krokodil&#8221; dann tatsächlich bekamen, waren ein weitgehend wortgleiches achtseitiges Pamphlet, eine Rechnung über 98 Mark sowie in der Folgezeit mehrere Dutzend weiterer Briefe von &#8220;Medien&#8221; und &#8220;Zen-Astrologen&#8221;. Nachzulesen ist die ganze Geschichte <a title="Maria Duval" href="http://www.aufklaerungsgruppe-krokodil.de/MariaDuval.pdf" target="_blank">hier</a>.</p>
<p>2004 brachte die Verbraucherzentrale Berlin eine <a title="VerbraucherNews" href="http://www.verbrauchernews.de/artikel/0000016618.html" target="_blank">Warnung </a>vor der &#8220;größten Seherin der Welt&#8221; heraus: &#8220;Wer das Gratis-Angebot annimmt und den Talisman bestellt, darf sich nicht über unerwünschte Werbung ärgern. Und wer auf weitere zweifelhafte Angebote reinfällt, zahlt viel Geld für Mumpitz&#8221;.</p>
<p>Aktuell beschäftigt sich zum Beispiel der <a title="Abzocke Blog" href="http://abzocke-blog.de/maria-duval-horoskope-kostenloser-talisman-und-die-abzocke/" target="_blank">Abzocke Blog</a> mit Maria Duval, hinter der wohl das Firmenimperium &#8220;Astroforce&#8221; mit Sitz in Belgien steckt.</p>
<p>Persönlich hat die Dame anscheinend noch nie jemand errreicht &#8211; außer jenem anonymen Huldiger, der sich auf der Webseite <a title="Maria Duval" href="http://www.mariaduval.net/" target="_blank">http://www.mariaduval.net/</a> in pseudopoetischen Schwärmereien ergeht:</p>
<p>&#8220;The first thing I noticed when I met Maria Duval was <strong>her eyes.</strong> Cats eyes. Not the blue eyes of a Siamese cat with the shade of Delft blue porcelain china. Not the eyes of a Persian cat with the shade of molten gold. The eyes of a street cat. Mysterious green, with the sea blue shades of a swamp. Lights with the <strong>sparkle of golden coins</strong>, glow worms and star particles.&#8221;</p>
<p>Wow. Besonders die Passage mit den funkelnden Goldmünzen hat mich sehr beeindruckt. Kenne ich aus den Donald-Duck-Heften. Da hat der gute alte Dagobert auch öfter Dollarzeichen in den Augen.</p>
<p>Links zum Thema:</p>
<ul>
<li><a title="Maria Duval " href="http://dinkum.di.ohost.de/names/duval.htm" target="_blank">Eintrag zu Maria Duval</a> beim Informationsdienst Dinkum</li>
<li>gesundheitstipp.ch: <a title="Glückssträhnen gegen Geld" href="http://www.gesundheitstipp.ch/beratung/1013795/Maria_Duval_-_Gluecksstraehnen_gegen_Geld" target="_blank">Glückssträhnen gegen Geld</a></li>
<li>Kirchenzeitung Diözese Linz: <a title="Glück durch Magie " href="http://www.dioezese-linz.or.at/redaktion/index.php?action_new=Lesen&amp;Article_ID=19389" target="_blank">Glück  durch Magie</a></li>
</ul>
<div class='wpfblike' style='height: 40px;'><fb:like href='http://blog.gwup.net/2009/10/12/dollarzeichen-in-den-augen/' layout='default' show_faces='false' width='400' action='like' colorscheme='light' /></div>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Recht grotesk: Die Kunst, Esoteriker zu verklagen</title>
		<link>http://blog.gwup.net/2009/08/29/gwup-recht-esoterik-klage-anwalt/</link>
		<comments>http://blog.gwup.net/2009/08/29/gwup-recht-esoterik-klage-anwalt/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 29 Aug 2009 13:18:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Harder</dc:creator>
				<category><![CDATA[Astrologie]]></category>
		<category><![CDATA[Esoterik]]></category>
		<category><![CDATA[GWUP]]></category>
		<category><![CDATA[Psi-Tests]]></category>
		<category><![CDATA[Skeptiker]]></category>
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		<category><![CDATA[Bernd Harder]]></category>
		<category><![CDATA[Betrug]]></category>
		<category><![CDATA[Granderwasser]]></category>
		<category><![CDATA[Hexe]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Klaus Richter]]></category>
		<category><![CDATA[Lesetipps]]></category>
		<category><![CDATA[Recht]]></category>
		<category><![CDATA[Skepsis]]></category>
		<category><![CDATA[Urteil]]></category>

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		<description><![CDATA[(gwup) Darf man einer Hexe sagen, dass sie eine Betrügerin ist? So einfach ist das nicht - vor allem dann nicht, wenn man es öffentlich tut. Schnell kann die Dame Hexenküche gegen Gerichtssaal tauschen - und klagen. Wer mit Esoterikern die juristischen Klingen kreuzen will, muss einiges beachten, sagt der Rechtswissenschaftler Dr. Klaus Richter. Bernd Harder hat für den SKEPTIKER mit ihm gesprochen ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich ist die Sache doch ganz klar: <strong>Übersinnliche Dienstleistungen</strong> wie Wahrsagen, Liebeszauber oder Partnerrückführung sind <strong>objektiv unmöglich</strong> und daher dem Bereich des Aberglaubens zuzurechnen. Das haben deutsche Gerichte wiederholt festgestellt. Also: Wenn das nächste Mal ein übersinnlicher Dienstleister &#8211; etwa eine der bekannten Tournee-Astrologinnen &#8211; in meiner Stadt Hof hält, schreibe ich einen Leserbrief an die Lokalzeitung und kläre über diese Betrügerin auf. &#8211; Oder?</p>
<p>Vorsicht!,  sagt der Berliner <strong>Rechtswissenschaftler Dr. Klaus Richter</strong>. &#8220;Wird die betreffende Dame <strong>als eine Betrügerin bezeichnet</strong>, dann wird sie als Straftäterin <strong>diffamiert</strong>, obgleich sie nicht durch ein Gericht als Betrügerin im Sinne des Paragrafen 263 StGB verurteilt worden ist.&#8221; Und dagegen könnte die Sternseherin juristisch vorgehen.</p>
<p>Was tun? &#8220;<strong>Entscheidend ist die Wortwahl</strong>&#8220;, so Richter weiter. &#8220;Wenn gesagt wird, dass das Angebot der Astrologin schon deshalb nicht seriös sei, weil es sich um eine objektiv unmögliche &#8211; also von niemandem tatsächlich zu erbringende &#8211; Dienstleistung handelt, dann ist das sehr viel neutraler als der Vorwurf, die betreffende Dame sei eine Betrügerin.&#8221;</p>
<p><strong>Problem</strong>: Eine Verurteilung wegen Betrugs ist gegen eine <strong>Astrologin, Hexe oder Wahrsagerin</strong> praktisch nicht zu erreichen.</p>
<p>Wieso nicht? In Sachen &#8220;übersinnliche Dienstleistungen&#8221; haben wir es nämlich mit einer <strong>recht sonderbaren Klausel</strong> zu tun: Es gibt in diversen Urteilen gegen Hexen und Wahrsager nämlich die Feststellung, dass die Voraussetzung für eine strafrechtliche Verurteilung wegen Betruges immer ist, dass die objektiven Tatbestandsmerkmale des Paragrafen 263 StGB vorliegen &#8211; was bedeutet, dass der Täter oder die Täterin <strong>mit Betrugsabsicht</strong> handeln muss. Im Umkehrschluss führt das zu einem juristischen Kuriosum: Wenn eine Wahrsagerin <strong>selbst von dem überzeugt</strong> ist, was sie ihrer Kundschaft als &#8220;Leistung&#8221; anbietet, dann fehlt es am subjektiven Tatbestand des Betruges, und sie kann sich<strong> gegen den Betrugsvorwurf wehren</strong>.</p>
<p>Frage also an Dr. Richter: <strong>Wie darf man sich das denn vorstellen?</strong> Einerseits wird wohl keine Wahrsagerin vor Gericht zugeben, dass ihre Dienstleistung Humbug und sie somit eine Betrügerin ist. Andererseits wird auch ein von sich selbst ernsthaft überzeugtes Medium nicht beweisen können, dass sie tatsächlich echte übersinnliche Fähigkeiten hat. Was also soll dieser merkwürdige Passus mit der &#8220;Betrugsabsicht&#8221;?</p>
<p>&#8220;Wenn eine Wahrsagerin wegen Betruges angeklagt wird, dann muss die Staatsanwaltschaft ihr nachweisen, dass sie den objektiven und den subjektiven Tatbestand des Paragrafen 263 StGB erfüllt hat&#8221;, holt Richter aus. &#8220;Die Wahrsagerin braucht sich in einem Strafverfahren nicht dazu zu äußern, weil sich niemand in einem Strafverfahren selbst belasten muss.&#8221;</p>
<p>Und in einem Zivilverfahren? Da ist es ganz ähnlich. &#8220;Wird eine Wahrsagerin auf <strong>Schadensersatz verklagt</strong>, dann muss der Kläger nach den Grundsätzen des Zivilprozessrechts nachweisen, dass ihm ein Schaden durch die Wahrsagerin entstanden ist und die Wahrsagerin schuldhaft gehandelt hat.&#8221;</p>
<p>Heißt: Ein von sich selbst ernsthaft überzeugtes &#8220;Medium&#8221; braucht <strong>weder im Zivil- noch im Strafverfahren</strong> den Nachweis zu führen, dass sie tatsächlich ein echtes Medium ist. Es genügt vielmehr, dass im Prozess herauskommt, dass sie davon fest überzeugt ist, sie sei ein echtes Medium.<strong> </strong></p>
<p><strong>Kaum zu glauben</strong>, aber bundesrepublikanische Rechtssprechung. &#8220;Das mag bei aufgeklärten Menschen zu Kopfschütteln führen&#8221;, weiß auch Klaus Richter, &#8220;für eine Verurteilung reicht es aber nicht, da es dann am <strong>Vorsatz beziehungsweise Verschulden fehlt</strong>.&#8221;</p>
<p>Gut zu wissen. Denn die &#8220;Licht und Liebe&#8221;-Szene ist <strong>durchaus klagefreudig</strong>, wie nicht nur die freundlichen Skeptiker von der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (<a title="Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften" href="http://www.gwup.org" target="_blank">GWUP</a>) bereits einige Male erlebt haben.</p>
<p>Das vollständige Interview mit Dr. Klaus Richter gibt’s übrigens ab Mitte September im nächsten <a title="SKEPTIKER - Zeitschrift für Wissenschaft und kritisches Denken" href="../der-skeptiker/" target="_self">SKEPTIKER</a>, der einzigen deutschsprachigen <strong>Zeitschrift für Wissenschaft und kritisches Denken</strong>.</p>
<p><strong>Links zum Thema:</strong></p>
<ul>
<li><a title="Kritiker Simon Singh über Chiropraktik" href="http://blog.gwup.net/2009/07/29/kritiker-simon-singh-uber-chiropraktik/" target="_self">Kritiker Simon Singh über Chiropraktik</a><br />
gwup | die skeptiker, 17.05.2007</li>
<li><a title="GWUP versus UN: Kein Maulkorb für Kritiker!" href="http://blog.gwup.net/2009/04/19/gwup-kritik-defamation-religion-un-menschenrechte/" target="_self">GWUP versus UN: Kein Maulkorb für Kritiker!</a><br />
gwup | die skeptiker, 19.04.2009</li>
<li><a title="Medien, Seher, Astro-Lügen!" href="http://blog.gwup.net/2009/01/01/medien-seher-astro-lugen/" target="_self">Medien, Seher, Astro-Lügen!</a><br />
gwup | die skeptiker, 01.01.2009</li>
<li><a title="Hexen-Zauber: 3sat fragt, GWUP antwortet" href="http://blog.gwup.net/2008/11/19/hexen-zauber-3sat-fragt-gwup-antwortet/" target="_self">Hexen-Zauber: 3sat fragt, GWUP antwortet</a><br />
gwup | die skeptiker, 19.11.2008</li>
<li><a title="Grander-Wasser: Ehrenkreuz für esoterischen Unfug?" href="http://blog.gwup.net/2008/07/06/grander-wasser-ehrenkreuz-fur-esoterischen-unfug/" target="_self">Grander-Wasser: Ehrenkreuz für esoterischen Unfug?</a><br />
gwup | die skeptiker, 06.08.2008</li>
<li><a title="EU: Jetzt Warnhinweise für Wahrsager!" href="http://blog.gwup.net/2008/06/08/eu-jetzt-warnhinweise-fur-wahrsager/" target="_self">EU: Jetzt Warnhinweise für Wahrsager!</a><br />
gwup | die skeptiker, 08.06.2008</li>
<li><a title="Zauber faul - Geld zurück?" href="http://blog.gwup.net/2007/05/17/zauber-faul-geld-zuruck/" target="_self">Zauber faul &#8211; Geld zurück?</a><br />
gwup | die skeptiker, 17.05.2007</li>
</ul>
<div class='wpfblike' style='height: 40px;'><fb:like href='http://blog.gwup.net/2009/08/29/gwup-recht-esoterik-klage-anwalt/' layout='default' show_faces='false' width='400' action='like' colorscheme='light' /></div>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.gwup.net/2009/08/29/gwup-recht-esoterik-klage-anwalt/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>17</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Nostradamus-Fake: GWUP-Forscher findet Originale</title>
		<link>http://blog.gwup.net/2009/08/27/nostradamus-fake-gwup-mysteries/</link>
		<comments>http://blog.gwup.net/2009/08/27/nostradamus-fake-gwup-mysteries/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 27 Aug 2009 06:04:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Harder</dc:creator>
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		<guid isPermaLink="false">http://blog.gwup.net/?p=552</guid>
		<description><![CDATA[(gwup) Hat das Magazin "mysteries" tatsächlich das letzte Geheimnis des schillernden Propheten Nostradamus enthüllt? Die freundlichen Skeptiker von der GWUP haben sich in die Archive gewagt und einmal nachgeprüft, was wirklich hinter der vollmundigen Behauptung der Esoterik-Postille steckt ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Und wieder mal &#8230; Nostradamus. Die Eso-Postille &#8220;<a title="mysteries - Geheimnisse, Wunder, Phänomene" href="http://www.mysteries-magazin.com/" target="_blank">mysteries</a>&#8221; (&#8220;Geheimnisse, Wunder, Phänomene&#8221;) hat den Großmeister aller Stern- und Fernseher exhumiert und ihm &#8220;sein letztes Geheimnis&#8221; abgerungen. Das verheißt jedenfalls die Titelschlagzeile der <a title="mysteries - Das verschollene Buch von Nostradamus" href="http://www.mysteries-magazin.com/index.php?menu=journal&amp;op=journal&amp;func=index&amp;id=34" target="_blank">Ausgabe Juli/August 2009</a>. Im Innenteil erfahren wir, dass Nostradamus als Prophet wie als Zeichner gleichermaßen begabt gewesen sein soll. In der römischen Nationalbibliothek ist nämlich ein uraltes Buch mit 80 rätselhaften Zeichnungen aufgetaucht &#8211; möglicherweise &#8220;geheime Botschaften von Nostradamus&#8221;.</p>
<p>Die bunten Wasserfarbenbilder zeigten eindeutig den Untergang des Papsttums, denn auffallend häufig seien darauf &#8220;Päpste zu sehen, oftmals werden sie angegriffen und bedrängt&#8221;, zitiert das Blatt einen der zahllosen selbst ernannten &#8220;Nostradamus-Forscher&#8221; auf dieser Welt. Immerhin äußert &#8220;mysteries&#8221; wohlweislich auch ein paar vage Zweifel an der nostradamitischen Urheberschaft des Manuskripts mit dem Datumseindruck &#8220;1629&#8243; &#8211; auch wenn der Entdecker des Buches, der italienische Journalist Roberto Pinotti, nach eigenem Bekunden keine allzu großen Hoffnungen in wissenschaftliche Analysen setzt: &#8220;Tatsache ist, dass irgend jemand vor langer Zeit diese Bilder gemalt hat. Was mit den Visionen gemeint ist, werden wir wohl nie mit Bestimmtheit sagen können.&#8221;</p>
<p>Hier irrt Signore Pinotti allerdings gewaltig. Ein <a title="Kontakt ins Skeptische Zentrum der GWUP" href="http://www.gwup.org/infos/anfragen" target="_blank">Anruf</a> bei den freundlichen Skeptikern von der gemeinnützigen GWUP hätte genügt, um die &#8220;mahnende Botschaft der Bilder&#8221; (Zitat aus dem &#8220;mysteries&#8221;-Artikel) zu dechiffrieren.</p>
<p>Tatsächlich liegt der Berliner Historiker Jörg Dendl, den der &#8220;mysteries&#8221;-Autor nach seiner Meinung gefragt hat, nicht ganz falsch, wenn er in den 80 Zeichnungen aus dem geheimnisvollen Buch &#8220;Motive aus dem Mittelalter&#8221; zu entdecken glaubt. &#8220;Allerdings müsste man einmal vorurteilslos abklären, für welche Bilder es Vorlagen gibt und für welche nicht&#8221;, regt er an. &#8220;Mich wundert, dass das in all den Jahren noch nie jemand getan hat.&#8221;</p>
<p>Doch, hat jemand. Und zwar der Volkskundler <a title="Dr. Stephan Bachter in der GWUP" href="http://www.gwup.org/ueber-uns-uebersicht/wiw/755-wiw-stephan-bachter" target="_blank">Dr. Stephan Bachter</a>, Mitglied im Wissenschaftsrat der GWUP. Gleich nachdem das Magazin &#8220;2000 plus&#8221; vor genau zehn Jahren zum ersten Mal über das angeblich &#8220;verschollene Buch von Nostradamus&#8221; berichtet hatte (der &#8220;sensationelle&#8221; Fund in der römischen Nationalbibliothek datiert nämlich schon von 1994!), machte sich Bachter auf die Suche.</p>
<p>Und da er als Skeptiker nicht in jedem Tintenklecks &#8220;Nostradamus-Botschaften&#8221; vermutet, sondern die historisch-wissenschaftlichen Fakten prüft, wurde er bald fündig &#8211; und zwar in der Oettingen-Wallersteinschen Bibliothek der Universität Augsburg. In diesem höchst seltenen Buchbestand aus der Privatsammlung einer nordschwäbischen Adelsfamilie stöberte Bachter die Vorlagen auf, aus denen 1629 ein cleverer unbekannter Drucker seinen Nostradamus-Fake zusammenmontierte.</p>
<p>Mehr dazu gibt&#8217;s ab Mitte September im nächsten <a title="SKEPTIKER - Zeitschrift für Wissenschaft und kritisches Denken" href="http://blog.gwup.net/der-skeptiker/" target="_self">SKEPTIKER</a>, der einzigen deutschsprachigen Zeitschrift für Wissenschaft und kritisches Denken. Als Appetizer hier schon mal eine Gegenüberstellung, wie sie aussagekräftiger kaum sein kann:</p>
<p>1) Angebliche Nostradamus-Zeichnung von 1629:</p>
<p><img class="alignnone" title="Angebliche Nostradamus-Zeichnung von 1629" src="http://www.gwup.org/images/stories/themen/nostradamus_1629.jpg" alt="" width="500" height="375" /></p>
<p>2) Illustration aus der Oettingen-Wallerstein-Sammlung von 1527:</p>
<p><img class="alignnone" title="Illustration aus der Oettingen-Wallerstein-Sammlung von 1527" src="http://www.gwup.org/images/stories/themen/nostradamus_1527.jpg" alt="" width="500" height="648" /></p>
<p><strong>Links zum Thema:</strong></p>
<ul>
<li><a title="Wahrsager-Check 2008: Wieder lauter Nieten" href="http://blog.gwup.net/2008/12/17/wahrsager-check-2008-wieder-lauter-nieten/" target="_self">Wahrsager-Check 2008: Wieder lauter Nieten</a><br />
gwup | die skeptiker, 17.12.2008</li>
<li><a title="Wahrversager: Hellseher tappten 2007 im Dunkeln" href="http://blog.gwup.net/2007/12/13/wahrversager-hellseher-tappten-2007-im-dunkeln/" target="_self">Wahrversager: Hellseher tappten 2007 im Dunkeln</a><br />
gwup | die skeptiker, 13.12.2007</li>
<li>Bernd Harder (2003): <a title="SKEPTIKER - Druckerschwärze und Sternenstaub" href="http://www.gwup.org/zeitschrift/skeptiker-archiv/790-druckerschwaerze-und-sternenstaub-nostradamus" target="_blank">Druckerschwärze und Sternenstaub</a>.<br />
In: SKEPTIKER 3/2003</li>
<li><a title="GWUP - Nostradamus" href="http://www.gwup.org/infos/themen-nach-gebiet/73-Prophezeiungen/48-nostradamus" target="_blank">Nostradamus</a><br />
GWUP-Themenseite</li>
</ul>
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