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	<title>gwup &#124; die skeptiker &#187; Exorzismus</title>
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	<description>... denken kritisch seit 1987.</description>
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		<title>Der Exorzist: Dirt Devil</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Jun 2011 10:47:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Harder</dc:creator>
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		<description><![CDATA[(gwup) Besessene schweben unter die Zimmerdecke und bleiben dort kleben? Stimmt! Wir klären auf, warum.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die ultimative skeptische Erklärung, warum &#8220;Besessene&#8221; manchmal zur Decke schweben und dort kleben bleiben:</p>
<p><object type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="350" data="http://www.youtube.com/v/aGb8pMIeY6w&amp;feature=player_embedded"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/aGb8pMIeY6w&amp;feature=player_embedded" /><param name="wmode" value="transparent" /><param name="allowFullScreen" value="true" /></object><br /><a href="http://www.youtube.com/watch?v=aGb8pMIeY6w&amp;feature=player_embedded">Direktlink zum Video auf Youtube</a></p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		<title>Homöopathie ist Religion</title>
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		<pubDate>Mon, 25 Apr 2011 10:46:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Harder</dc:creator>
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		<description><![CDATA[(gwup) Haltlose Versprechen ohne vernünftige Studien: Das ist nur einer von zahllosen Gründen, weshalb Homöopathie alles andere als harmlos ist. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lesenswerter Artikel im <em>merdeister</em>-Blog unter dem Dach der Community von <em><a title="der freitag" href="http://www.freitag.de/">der freitag</a></em>:</p>
<blockquote><p><strong>Fliegen oder freier Fall?&#8221;</strong></p></blockquote>
<p>befasst sich mit den Fragwürdigkeiten von Alternativmedizin, insbesondere der Homöopathie.</p>
<p>Ein Auszug aus dem umfangreichen <a title="Fliegen oder freier Fall?" href="http://www.freitag.de/community/blogs/merdeister/fliegen-oder-freier-fall">Beitrag</a>:</p>
<blockquote><p>﻿﻿﻿﻿﻿﻿Die Probleme der Alternativmedizin resultieren aus dem Konzept. Sie funktioniert nur, weil die meisten Erkrankungen von alleine wieder verschwinden.</p>
<p>Wenn Alternativmedizin tatsächlich Zulauf findet, was von Protagonisten der Befürworter und der Kritiker behauptet wird, bedeutet das auch, dass die Zahl derer steigen wird, die Schaden nehmen, weil ihnen eine medizinische Behandlung verwehrt bleibt. Entweder aus eigener oder der Unkenntnis von Menschen, die für sie verantwortlich sind.</p>
<p>Denn wenn jemand meint, ihm habe Homöopathie bei den Rückenschmerzen geholfen, wird er oder sie mit größerer Wahrscheinlichkeit auch bei einer schweren Erkrankung dort Hilfe suchen. Die hat dummerweise eine geringere Neigung zur Spontanheilung.</p>
<p>Wenn man der Homöopathie durchgehen lassen kann, ihre haltlosen Versprechen nicht mit vernünftigen Studien untermauern zu müssen, kann der Hersteller eines Gummiarmbandes auch behaupten, dieses hätte eine leistungssteigernde Wirkung. Hat es aber nicht, darf er darum auch nicht. Die Homöopathie darf aber. Dabei geht es dort dogmatischer zu als in mancher Religion.</p>
<p>Ein Pfarrer käme nicht auf die Idee, Kopfschmerzen behandeln zu wollen. Außer er vermutet einen Dämon dahinter, dann hilft nur ein Exorzismus. Wer behauptet, irgendwas D30 hätte eine spezifische Wirkung, darf über einen Exorzismus nicht lachen. Beides gehört in die gleiche Zeit.&#8221;</p></blockquote>
<p><strong>Zum Weiterlesen:</strong></p>
<ul>
<li>Schweizer Presserat rügt Homöopathiekritik, <em><a title="Der Schweizer Presserat rügt Homöopathiekritik im &quot;Magazin&quot;" href="http://www.skeptiker-blog.ch/2011/04/der-schweizer-presserat-rugt.html">skeptiker-blog</a></em> am 22. April 2011</li>
<li>Die Prinzessin auf dem Globuli, <em><a title="Kate Middleton: Die Prinzessin auf dem Globuli" href="http://www.ratioblog.de/entry/die-prinzessin-auf-dem-globuli-kate-middleton">Ratio-Blog</a></em> am 21. April 2011</li>
<li>Homöo-Leaks, <em><a title="Homöo-Leaks" href="http://evidentist.wordpress.com/2011/02/22/homoeo-leaks/">Evidenz-basierte Ansichten</a></em> am 22. Februar 2011</li>
<li>Doppelblind sehen wir besser, <em><a title="Doppeldblind sehen wir besser" href="http://evidentist.wordpress.com/2011/02/09/doppelblindstudie/">Evidenz-basierte Ansichten</a></em> am 9. Februar 2011</li>
<li>Homöopathie &#8211; Das falsche Verschwörungsopfer, <em><a title="Homöopathie: Das falsche Verschwörungsopfer" href="http://evidentist.wordpress.com/2011/01/08/hp-verschwoerung/">Evidenz-basierte Ansichten</a></em> am 8. Januar 2011</li>
<li>Ein Witz namens Homöopathie, <em><a title="Ein Witz namens Homöopathie" href="http://evidentist.wordpress.com/2010/12/17/ein-witz-namens-homoeopathie/">Evidenz-basierte Ansichten</a></em> am 17. Dezember 2010</li>
</ul>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Exorzismus: Teufels Werk und Gottes Beitrag</title>
		<link>http://blog.gwup.net/2011/04/21/exorzismus-gottes-werk-und-teufels-beitrag/</link>
		<comments>http://blog.gwup.net/2011/04/21/exorzismus-gottes-werk-und-teufels-beitrag/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 21 Apr 2011 12:13:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Harder</dc:creator>
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		<description><![CDATA[(gwup) Am Gründonnerstag im Fernsehen: Eine kritische WDR-Doku zum Thema Exorzismus. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Film zum Gründonnerstag:</p>
<p>Heute abend (21. April, 23.15 Uhr) läuft beim WDR die <a title="WDR: Gottes Werk und Teufels Beitrag" href="http://www.wdr.de/tv/kinozeit/dokufilm/sendungsbeitraege/2011/0421/index.jsp">Reportage</a> &#8220;Teufels Werk und Gottes Beitrag&#8221;.</p>
<p>Es geht darin um den Klingenberg-Exorzismus von 1976 und heutige Teufelsaustreiber in vatikanischen Diensten.</p>
<p>Bei <em><a title="Interview: Gottes Werk und Teufels Beitrag" href="http://www.wdr.de/themen/kultur/film02/teufels_werk_gottes_beitrag/interview.jhtml">wdr.de</a></em> gibt&#8217;s ein Interview mit dem Autor und Regisseur Helge Cramer. Ein Auszug:</p>
<blockquote><p><em>84 verrauschte Audiokassetten konnten Sie im Rahmen Ihrer Recherche sichern. Auf diesen ist die vollständige Tondokumentation der Teufelsaustreibung von 1976 enthalten. Die im Film zu hörenden Original-Sequenzen lassen durchaus den Schluss zu, dass der Fall Anneliese Michel von konservativen Klerikern bewusst inszeniert wurde. </em></p>
<p><strong>Cramer</strong>: Das ist zumindest meine Interpretation auf Grundlage der Tonbänder. Man hört darauf deutlich, wie die Priester die junge Frau instrumentalisieren. Sie sprechen dem Teufel regelrecht vor, was er zu sagen hat. Es gibt zum Beispiel eine eigentlich sehr alberne Szene, in der Luzifer zu den Schutzengeln beten muss. Da soll sich der Teufel dann auch zum Zustand der Kirche äußern. Im Film habe ich das dann auf anderthalb Minuten verdichtet, im Original dauert die Sequenz viel länger &#8211; besteht aber überwiegend aus der immer gleichen Frage, ständigem Röcheln und vielen Ohs und Aahs.&#8221;</p></blockquote>
<p>Auch die <em><a title="Teufel befiehl, wir folgen" href="http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/teufel-befiehl-wir-folgen/">taz</a></em> und  <em><a title="Die Abgründe des Glaubens" href="http://www.welt.de/fernsehen/article13227339/Ein-Film-der-die-Abgruende-des-Glaubens-ausleuchtet.html">Welt-Online</a></em> kündigen die Doku an:</p>
<blockquote><p>Die Besessenheit der Anneliese Michel sei eine „Leidensbesessenheit“ erklären die Dunkelmänner; eine Strafe, die sie stellvertretend für das irrende Volk Gottes freiwillig und im Auftrag der allerheiligsten Jungfrau Maria auf sich genommen habe. So wird die Teufelsbesessene zur Heiligen; die gequälte Epileptikerin zur Märtyrerin des Glaubens.</p>
<p>Zu ihrem Grab pilgern konservative Katholiken; schon findet sie eine Nachahmerin, eine gescheiterte Popsängerin, die bereitwillig vor der Kamera das Teufelszeug mitsamt und Unflätigkeiten reproduziert und anschließend mit Engelsstimme „Ave Maria“ singt und von dem „Auftrag“ spricht, den sie von Jesus erhalten hat. Das ist gruselig und komisch zugleich. Ein Film, der die Abgründe des Glaubens ausleuchtet.&#8221;</p></blockquote>
<p>Alle Beiträge in diesem Blog zum Thema &#8220;Exorzismus&#8221; finden Sie <a title="Exorzismus" href="http://blog.gwup.net/index.php?s=Exorzismus">hier</a>.</p>
<p>Und hier ein Trailer der WDR-Sendung:</p>
<p><object type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="350" data="http://www.youtube.com/v/KAkiy3hQZCQ"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/KAkiy3hQZCQ" /><param name="wmode" value="transparent" /><param name="allowFullScreen" value="true" /></object><br /><a href="http://www.youtube.com/watch?v=KAkiy3hQZCQ">Direktlink zum Video auf Youtube</a></p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Diabolische Frösche: &#8220;The Rite&#8221; im Kino</title>
		<link>http://blog.gwup.net/2011/03/20/diabolische-frosche-the-rite-im-kino/</link>
		<comments>http://blog.gwup.net/2011/03/20/diabolische-frosche-the-rite-im-kino/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 20 Mar 2011 18:49:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Harder</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Skeptiker]]></category>
		<category><![CDATA[The Rite]]></category>

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		<description><![CDATA[(gwup) Der Exorzismus-Wahnsinn ist nicht auszutreiben: In dem neuen Film *The Rite* geht's mal wieder um Tod und Teufel. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was soll man als Skeptiker zu einem Film sagen, der vom Vatikan ausdrücklich gelobt wird?</p>
<blockquote><p>Ob man dran glaubt oder nicht &#8211; der Teufel existiert&#8221;,</p></blockquote>
<p>schreibt der <em><a title="Der Teufel existiert" href="http://www.kath.net/detail.php?id=30568">Osservatore Romano</a></em> zum aktuellen Exorzismus-Spektakel <a title="The Riter - Webseite" href="http://wwws.warnerbros.de/therite/index.html?gclid=CNj6uN_S3acCFUco3woduRGq-A">&#8220;The Rite&#8221;</a>.</p>
<p>Damit ist die &#8220;Botschaft&#8221; des Streifens in einem Satz zusammengefasst, sodass <em><a title="Anthony Hopkins darf endlich wieder teuflisch sein" href="http://www.welt.de/kultur/kino/article12833301/Anthony-Hopkins-darf-endlich-wieder-teuflisch-sein.html">Die Welt</a></em> denn auch von einem &#8220;vatikanischen Propagandafilm&#8221; spricht.</p>
<p>Vor allem das &#8220;positive Priesterbild&#8221; gefällt dem <em>Osservatore</em>, was wiederum dem Rezensenten der amerikanischen Skeptiker-Zeitschrift <em><a title="Review of The Rite" href="http://www.csicop.org/specialarticles/show/review_of_the_rite">Skeptical Inquirer</a></em> äußerst übel aufstößt:</p>
<blockquote><p>The writers prove they know little about either atheists or skeptics &#8230; In short, Michael <em>[der Protagonist des Films, ein anfänglich "skeptischer" und an Gott zweifelnder Priesteramtskandidat]</em> is nothing more than a personification of the ill-advised, foolish, and arrogant stereotype many theists have of atheists &#8230;</p>
<p>The average skeptic may give thought to the god hypothesis, even if just for a second, because all ideas are worth considering. However, he would not default to the position that God or the devil is making someone sick or causing voices in his head. Most skeptics would require the existence of God and the devil to be conclusively proven before they could settle on it as a cause for anything or even a serious hypothesis.</p>
<p>It would be unusual for a reason-driven person to freak out in a moment of confusion, abandon their rationality, forgo their ruthless examination of the situation, and lay the happenings at the feet of God or the devil. I suspect most skeptics would say exactly the same thing in this situation: “I do not know what is going on, but I would like to figure it out.&#8221;</p></blockquote>
<p>Sicher, auf einen Film, der anhand konkreter Beispiele (etwa <a title="60 Jahre Roswell" href="http://www.gwup.org/infos/nachrichten/109-medien-weltraumzeitalter-und-ufo-mythen-60-jahre-roswell">Roswell</a>, <a title="GWUP-Thema: Das Bermuda-Dreieck" href="http://www.gwup.org/component/content/article/107-sonstige-themen/162-bermudadreieck">Bermuda-Dreieck</a>, <a title="GWUP-Thema: Kornkreise" href="http://www.gwup.org/component/content/article/107-sonstige-themen/63-kornkreise">Kornkreise</a> etc.) mal umgekehrt zeigt, wie &#8220;Gläubige&#8221; zu &#8220;Skeptikern&#8221; werden, müssen wir wohl noch lange warten.</p>
<p>Andererseits wäre das nun wirklich das Letzte, was man von &#8220;The Rite &#8211; <a title="Making of ... The Rite/Das Ritual" href="http://www.youtube.com/watch?v=6Df6rX7Mua8">Das Ritual&#8221;</a> erwarten könnte oder sollte. Schließlich basiert der Streifen auf dem Buch &#8220;Die Schule der Exorzisten&#8221;, das wir an dieser <a title="Exorzismus: Treibt diesen Unsinn aus" href="http://blog.gwup.net/2010/11/06/exorzismus-treibt-diesen-unsinn-aus/">Stelle</a> bereits gewürdigt haben. Und dabei handelt es sich um eine angeblich authentische Reportage, die sich um die <a title="Teufel, komm raus!" href="http://www.sueddeutsche.de/panorama/daemonisch-teufel-komm-raus-1.923038">Exorzismus-Kurse</a> an der vatikanischen Hochschule rankt.</p>
<p>Vermutlich &#8211; und das ist das Erschreckende &#8211; ist dieses Machwerk aus der Feder eines italienischen Journalisten tatsächlich ernst gemeint. Auch wenn der Leser über weite Strecken die &#8220;Reportage&#8221; kaum von einer Parodie unterscheiden kann, etwa wenn es zur Frage der Unterscheidung zwischen einer &#8220;dämonischen Besessenheit&#8221; und einer seelischen Erkrankung lapidar heißt: Manchmal &#8230;</p>
<blockquote><p>&#8230; verwirrt der Dämon den Exorzisten, indem er beim Besessenen Anzeichen einer psychischen Störung hervorruft.&#8221;</p></blockquote>
<p>Oder:</p>
<blockquote><p>In bestimmten Fällen forderte Pater Daniel die Leute sogar dazu auf, ein paar Tropfen Weihwasser in die Waschmaschine zu geben, um ihre Kleidung zu reinigen, was seiner Meinung nach auch helfe.&#8221;</p></blockquote>
<p>Dämonentief rein, sozusagen.</p>
<p>Soll das ein Scherz sein? Keineswegs, und so zeigt auch in &#8220;The Rite&#8221; die Kamera mitunter Legionen <a title="&quot;The Rite&quot; bei critic.de" href="http://www.critic.de/film/the-rite-das-ritual-2568/">diabolischer Frösche</a>, das Blutige-Nägel-Ausspucken der Buchvorlage oder ein Maultier mit höllischen roten Augen. (Dafür aber immerhin keine Erbensuppe oder 180-Grad-Kopfdrehungen, wie einer der Teufelsaustreiber in dem Film selbst ironisch anmerkt.)</p>
<p>Rein handlungsmäßig orientiert sich &#8220;The Rite&#8221; nur relativ grob an &#8220;Die Schule der Exorzisten&#8221;: Besagter &#8220;Zweifler&#8221; Michael (Colin O’Donoghue) will das Priesterseminar vorzeitig verlassen und wird daraufhin von Pater Lucas (Anthony Hopkins) in die Realität des Satanischen und in den Exorzismus eingeführt.</p>
<p>Der Grundtenor bleibt jedoch erhalten. Das Buch endet mit diesen Sätzen:</p>
<blockquote><p>Das bekräftigte nicht nur seine Berufung zum Priester, sondern war auch eine beeindruckende Bestätigung eines der unergründlichsten Geheimnisse seines Glaubens. Obwohl das Böse auf der Welt existierte, gab es doch eine Möglichkeit, es zu besiegen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Im Film lernt die Hauptfigur zuerst, an den Teufel zu glauben &#8211; und hernach zwangsläufig auch an Gott.</p>
<p>Ungewollt fokussiert &#8220;The Rite&#8221; mit dieser Wendung indessen zugleich auf eine Vermutung der Skeptiker, die Bernhardt Wenisch schon vor vielen Jahren in seinem <a title="Wenisch: Satanismus" href="http://www.booklooker.de/app/detail.php?id=901380363&amp;setMediaType=0&amp;&amp;sortOrder=&amp;zid=e8ef97663a698577f0a185e03db54215">Buch</a> &#8220;Satanismus&#8221; aufs Tapet brachte: dass Exorzisten in Wahrheit höchst unsichere und glaubensschwache Zeitgenossen seien, die einem rein egozentrischen Zirkelschluss huldigen: &#8220;Wenn ich den Teufel austreiben kann, muss es auch einen Gott geben.&#8221;</p>
<p>Ob diese psychologische Deutung der Exorzisten-Umtriebe nun stimmt oder nicht &#8211; das Thema ist jedenfalls beklagenswert zeitgeistig.</p>
<p>Dieser Tage lesen wir beispielsweise bei den Frömmlern von <em><a title="Die Gottesfinsternis ist die Finsternis der Vernunft" href="http://www.kath.net/detail.php?id=30604">kath.net</a></em> ein flammendes Plädoyer pro Teufel, Dämonen und Exorzismus, das einen mehr erschaudern lässt als zwei Stunden &#8220;The Rite&#8221;.</p>
<p>So gesehen, erfüllt &#8220;The Rite&#8221; auch für Skeptiker einen gewissen Zweck. Indem er uns vor Augen hält, dass dieser mittelalterliche Wahnsinn längst noch nicht der Vergangenheit angehört.</p>
<p><strong>Zum Weiterlesen:</strong></p>
<ul>
<li>Kirche soll Nürnberger den Teufel austreiben, <em><a title="Kirche soll Nürnberger den Teufel austreiben" href="http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.besessen-kirche-soll-nuernberger-den-teufel-austreiben.59039341-ff8d-437f-8edc-a94e76481144.html">Abendzeitung</a></em> am 21. März 2011</li>
<li>Exorzismus in Deutschland, <em><a title="Exorzismus in Deutschland" href="http://blog.gwup.net/2010/02/17/exorzismus-in-deutschland/">GWUP-Blog</a></em> am 17. Februar 2010</li>
<li>Der letzte Exorzismus &#8211; Leider nur im Kino, <em><a title="Der letzte Exorzismus" href="http://blog.gwup.net/2010/08/20/der-letzte-exorzismus-leider-nur-im-kino/">GWUP-Blog</a></em> am 20. August 2010</li>
<li>Science Busters und Exorzisten, <em><a title="Neuronen, Tod und Teufel" href="http://blog.gwup.net/2010/09/30/neuronen-tod-und-teufel-science-busters-und-exorzisten/">GWUP-Blog</a></em> am 30. September 2010</li>
</ul>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Gesundheit: Wer&#8217;s glaubt, wird selig?</title>
		<link>http://blog.gwup.net/2010/12/30/gesundheit-wers-glaubt-wird-selig/</link>
		<comments>http://blog.gwup.net/2010/12/30/gesundheit-wers-glaubt-wird-selig/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 30 Dec 2010 14:02:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Harder</dc:creator>
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		<description><![CDATA[(gwup) Dr. Krankenscheins Fluch: Teil III unseres Leseauszugs aus Dieter Nuhrs "Wer's glaubt, wird selig".]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Über den Jahreswechsel werden wir unsere Webseite mal gründlich <a title="Quanten-Dilettanten" href="http://www.quanten-dilettanten.de/commerce.htm" target="_self">tachyonisieren</a> &#8211; das heißt, wir richten sie vertikal aus und schließen sie an die überlichtschnellen kosmischen Prozesse an.</p>
<p>Daher wünschen wir schon heute allen unseren Leserinnen und Lesern einen <a title="Woher kommt die Redensart: Guten Rutsch" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Guten_Rutsch" target="_self">guten Rutsch</a> und das Beste für <a title="GWUP-Konferenz 2011" href="http://www.gwup.org/component/content/article/37/1020-gwup-konferenz-2011-fakt-und-fiktion" target="_self">2011</a>! Und verabschieden das alte Jahr mit einem letzten Lesestück aus <a title="Wer's glaubt, wird selig" href="http://astore.amazon.de/gwupdieskept-21/detail/349962284X" target="_self">&#8220;Wer&#8217;s glaubt, wird selig&#8221;</a> von <a title="Dieter Nuhr" href="http://www.nuhr.de/" target="_self">Dieter Nuhr</a>, diesmal zum Top-Thema in Sachen Neujahrswünsche: Gesundheit.</p>
<blockquote><p>Klar, dass die Medizin früher besser war. Da wurden die Menschen zwar nur halb so alt &#8211; aber sie starben gesünder. Denn damals gab es noch das alte Wissen, das von Generation zu Generation weitergegeben wurde.</p>
<p>Man wusste, was zu tun war, wenn die Schwindsucht zuschlug (ein Nutellabrot an einen Balken festnageln und dabei das Ave Maria hupen) oder die Pest grassierte (sterben). Und man wusste, dass es göttliche Fügung war, wenn man am Fußpilz dahinschied. Antibiotika gab es noch nicht, stattdessen versuchte man es mit Teufelsaustreibungen. Zwar gibt es in katholischen Gegenden bis heute immer noch <a title="Treibt den Unsinn aus!" href="http://blog.gwup.net/2010/11/06/exorzismus-treibt-diesen-unsinn-aus/" target="_self">Exorzismus</a>. Aber meistens versucht man es vorher mit Aspirin. [...]</p>
<p>Auch bei uns misstrauen viele Menschen der Schulmedizin. Ich finde Schulmediziner prima. Ich finde es schön, wenn mein Arzt eine Schule besucht hat. Das gibt mir Trost und Hoffnung. Zwar können die meisten Ärzte trotz Schulbesuch und Universität nicht schreiben (zumindest lesen kann man es nicht), aber rechnen ist auch heute noch in den Zeiten von AOK und Praxisgebühr eine ganz wichtige Grundfähigkeit unserer Mediziner.</p>
<p>Wie wünscht sich der Patient seinen Arzt? In erster Linie soll er nicht wie ein neunmalkluger Biologe daherkommen, sondern verständnisvoll und vor allem entspannt Wehwehchen erkunden. Der Arzt erhält dann für das zweistündige ausgiebige Gespräch, in dem auch private Probleme diskutiert wurden, ein Honorar von 1,10 Euro, sodass der Krankenkassenbeitrag gesenkt werden kann. So macht man Patienten glücklich.</p>
<p>Leider gibt es Ärzte, die behaupten, dass sie, nach zirka zehn Jahren Ausbildung, aufgrund ihrer Arbeit, bei der sie Verantwortung für Leben und Tod tragen, auch Anrecht auf ausreichende Bezahlung hätten. Wie unsozial! Schließlich arbeiten ja auch Schreiner häufig für einen Apfel und ein Ei, wenn ein wirklich Bedürftiger notfallartig in ihrer Tür steht und dringend eine neue Louis-Seize-Kommode benötigt.</p>
<p>Es ist diese Gier nach Geld, die das Vertrauen der Patienten so oft erschüttert. Die Ärzte sollten Rücksicht lernen. Ist andere zu heilen nicht Belohnung genug? Muss es immer auch noch Geld dafür geben? Viele Ärzte legen Wert auf Essen und Wohnen. Muss das sein? Und dann oft auch noch beides zusammen! [...]</p>
<p>Es gibt also auch bei uns Menschen, die der modernen Medizin misstrauen und im Krankheitsfall Wege beschreiten, die die Krankenkassen nicht belasten. Wer sich auf die Heilkraft von Steinen oder die magische Wirkung von Planetenkonstellationen verlässt, tut genauso viel für das Gesundheitswesen wie Kettenraucher: Auch die sterben früh und vor allem flott.</p>
<p>Ich bin da aus Erfahrung eher kritisch. Ich habe schon viele Kranke und Verletzte gesehen und musste immer wieder feststellen: Bei Schädelbruch oder abbem Bein helfen weder Salbei noch Löwenzahn. Wer seine Bauchschmerzen mit Fenchel und Kräutern bekämpft, erspart sich oft nicht nur die Chemotherapie, sondern des Rest des Lebens überhaupt. Wir sollten die Wirkung alternativer Methoden nicht unterschätzen! [...]</p>
<p>In China leidet der Mensch nicht unter einer Krankheit, sondern am Leben, also Geist und Körper werden als eins angesehen, was im Übrigen bei uns nicht anders ist. Wenn der Körper den Geist aufgibt oder, besser gesagt, in die Freiheit entlässt, dann ist auch bei uns medizinisch gesehen der Ofen aus.</p>
<p>Aber der Chinese sieht das Ganze komplexer. Ganzheitlich denken heißt in der chinesischen Medizin: Ist das Leben hin, macht auch die Niere irgendwann Feierabend, beziehungsweise wenn die Galle nicht mehr funktioniert, muss man sich fragen, ob unter dem Fuß was nicht in Ordnung ist, weil man ohne Fuß gar keine Galle hätte beziehungsweise die Galle im Fuß praktisch auf die Lunge trifft, die ebenfalls da unten rumkreuchelt, weil für die Chinesen alles überall ist &#8211; ganzheitlich eben. [...]</p>
<p>Der Chinese kennt durchaus bewundernswerte Therapien, für die es zwar keine empirischen Untersuchungen gibt, aber das genau macht ja den Unterschied: Wo nichts überprüft wird, gibt es auch keine falschen Untersuchungen. In China braucht man nichts überprüfen, weil der Arzt sowieso recht hat. Das ist gut.&#8221;</p></blockquote>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		<title>Exorzismus: Treibt den Unsinn aus!</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Nov 2010 15:46:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Harder</dc:creator>
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		<description><![CDATA[(gwup) Ein weiterer Exorzismus-Streifen steht uns bevor, diesmal mit Star-Besetzung. Das Buch zum Film lässt Schlimmes erwarten. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die erste deutschsprachige Meldung zu dem Exorzismus-Film &#8220;The Rite &#8211; The Making of an Modern Day Exorzist&#8221; (Februar 2011) ist bei <em><a title="Neuer Kirchenthriller aus Hollywood" href="http://kath.net/detail.php?id=28789" target="_self">kath.net</a></em> erschienen: &#8220;Neuer Kirchenthriller aus Hollywood. Anthony Hopkins als Exorzist.&#8221;</p>
<p>Anscheinend ist mal wieder der Teufel los. Aber warum nur?</p>
<p>&#8220;Der Exorzist&#8221; (1973) entstand zu einem Zeitpunkt, &#8220;als das Unbehagen an moderner Wissenschaft und Technik auf breitere Bevölkerungskreise übergriff&#8221;, analysiert das <a title="Das neue Lexikon des Horror-Films" href="http://www.amazon.de/neue-Lexikon-Horrorfilms-Ronald-Hahn/dp/3896025074" target="_self"><em>Lexikon des Horrorfilms</em></a> die Wirkungsgeschichte des Urvaters aller Filme über dämonische Besessenheit. Etwas tiefer steigt das <em>Cinema</em>-Filmbuch <a title="Der Horrorfilm" href="http://cgi.ebay.de/HORRORFILM-Filmbuch-cinema-/170561481541" target="_self">&#8220;Der Horrorfilm&#8221;</a> in die Materie ein:</p>
<blockquote><p>Der Erfolg des Films beruhte zu einem gewissen Teil auf seinem soziopolitischen Gehalt, reflektierte er doch geschickt die Unsicherheiten seiner Zeit. In Amerika taten sich Schluchten auf zwischen Eltern und ihren Kindern, die Generationen konnten nicht mehr miteinander kommunizieren.<br />
Die Jungen warfen den Alten vor, für den Vietnamkrieg und Watergate verantwortlich zu sein, die wiederum sahen in ihren Söhnen und Töchtern Unamerikaner, die Drogen rauchten und freie Liebe praktizierten.</p>
<p><em>Der Exorzist</em> nimmt die Position der Elterngeneration ein, die Gefahr, so zeigt er, lauert in den Kindern: Ein kleines, nettes Mädchen verwandelt sich in einen röchelnden Dämon, ein krudes Sinnbild für den &#8211; seinen Eltern entfremdeten &#8211; Hippie der Woodstock-Ära.&#8221;</p></blockquote>
<p>Tja, mag sein. Aber was ist der Grund für die gegenwärtige Beliebtheit des Themas <a title="Exorzismus" href="http://blog.gwup.net/index.php?s=Exorzismus" target="_self">Exorzismus</a>?</p>
<p>Eine Ahnung davon beschleicht einen, wenn man der <em>kath.net</em>-<a title="Die Schule der Exorzisten" href="http://www.kath.net/detail.php?id=28730t" target="_self">Empfehlung</a> folgt und sich die soeben publizierte <a title="Die Schule der Exorzisten" href="http://www.sankt-ulrich-verlag.de/index.php/Buecher/Sachbuecher/die_schule_der_exorzisten" target="_self">deutsche Übersetzung</a> der literarischen Vorlage für den Film &#8220;The Rite&#8221; antut: &#8220;Die Schule der Exorzisten. Eine Reportage&#8221;.</p>
<p>Man muss es gelesen haben, um es zu glauben.</p>
<p>Die &#8220;fesselnde Reportage jenseits aller Exorzismus-Klischees&#8221; (Klappentext) dreht sich um einen 50-jährigen Priester im kalifornischen San Jose, der von seinem Bischof zum Exorzisten ernannt wird, entsprechende Kurse in Rom besucht und bei der Ausübung seines neuen Amtes von dem Journalisten <a title="Matt Baglio" href="http://www.mattbaglio.com/book.html" target="_self">Matt Baglio</a> auf Schritt und Tritt begleitet wird.<br />
Einige Passagen daraus seien im Folgenden wörtlich wiedergegeben:</p>
<blockquote><p>In der überlieferten Kunde vom Exorzismus ist vielleicht nichts so berüchtigt wie das Opfer, das seltsame Gegenstände oder reichliche Mengen an Flüssigkeiten erbricht (&#8230;) Pater Carmine hatte selbst einen solchen Fall, bei dem eine Frau kübelweise Sperma ausspie. Etwas Derartiges geht normalerweise auf eine Verwünschung zurück; die betroffene Person hat verwünschte Nahrung zu sich genommen, die sie dann wieder ausstoßen muss (&#8230;)</p>
<p>Beachten Sie auch, dass Exorzisten glauben, diese Gegenstände müssten nicht unbedingt aus dem Magen der betroffenen Person kommen, sondern könnten sich statt dessen im Mund materialisieren. Daher sind diese Menschen körperlich auch nicht verletzt, auch wenn sie offenbar spitze oder scharfe Objekte wie Glasscherben oder Nadeln ausspucken (&#8230;)</p>
<p>Andere Exorzisten haben Dinge gesehen, die sich jeglicher Erklärung widersetzen (&#8230;) Einmal beobachtete Pater Carmine, wie eine Frau eine kleine schwarze Kröte ausspie, die noch am Leben war. Als er sie fangen wollte, löste sie sich zu schwarzem Speichel auf.&#8221;</p></blockquote>
<p>Ein anderer Protagonist der 350-Seiten-Schwarte lässt sich über &#8220;eine der Hauptgefahren&#8221; aus, mit denen ein Exorzist konfrontiert werde: die sexuelle Versuchung:</p>
<blockquote><p>Manchmal müssen wir uns sehr vor den Leuten, die wir exorzieren, in Acht nehmen, weil sie im Exorzisten leicht sinnliche Begierden entstehen lassen können&#8217;, sagt Pater Dermine. Einige der Frauen, die von Pater Dermine Hilfe erbaten, waren schon recht attraktiv, und bei den Exorzismen versuchten auch tatsächlich manche von ihnen, sich die Kleider vom Leib zu reißen (&#8230;)</p>
<p>Das Überraschende daran war, dass die Anfechtungen den Geistlichen nicht schon während der Exorzismen überkamen, sondern erst hinterher, als er im Bus fuhr oder auf den Straßen Roms entlang lief. Unfähig, von allein damit fertig zu werden, ging er hinunter in die Kapelle der Casa und betete still zu Gott, dass er ihm Kraft geben möge.</p>
<p>Als die Gedanken immer noch nicht weggingen, sogar nach leidenschaftlichem Gebet, ärgerte er sich langsam über sich selbst. Hatte er eine Pforte geöffnet, die es einem Dämon erlaubte, ihn anzugreifen?&#8221;</p></blockquote>
<p>So wird&#8217;s wohl sein. Müssen wir weiter fortfahren? Kaum, denn die &#8220;fesselnde Exorzismus-Reportage&#8221; ist weder &#8220;anregend&#8221; noch &#8220;mitunter verstörend&#8221; <em>(kath.net)</em>, sondern ein selten abstruses und widerliches Dokument des Irrsinns.</p>
<p>Ach ja, einen pseudowissenschaftlichen Anstrich bekommt das aberwitzige Treiben der Exorzisten natürlich auch verpasst:</p>
<blockquote><p>Paranormale Ereignisse &#8211; Gedanklenlesen, Levitation &#8211; entziehen sich auch weiterhin wissenschaftlichen Erklärungen. Vielleicht wird die Wissenschaft ja eines Tages in der Lage sein, uns verständlich zu machen, weshalb diese Dinge geschehen.</p>
<p>Aber bis dahin wäre es doch ein Verrat an den Grundsätzen der wissenschaftlichen Neugier, ließe man eine ganze Reihe von Erfahrungen einfach unberücksichtigt, die das Leben so vieler Menschen betreffen &#8211; und das nur deswegen, weil sie sich einer rein ,wissenschaftlichen&#8217; Erklärung widersetzen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wie war das gleich nochmal mit dem achten Gebot, das die Lüge verbietet? Oder weiß der Autor es wirklich nicht besser?</p>
<p>Wie auch immer: Hier geht es nicht mehr um ein vages &#8220;Unbehagen an moderner Wissenschaft&#8221;. Sondern darum, Wissenschaft und Naturgesetzen prinzipiell ihre Gültigkeit abzusprechen und mittelalterlichen Wahnideen zu huldigen &#8211; selbstredend mit dem üblichen Schuss Frauenverachtung.</p>
<p>&#8220;Driving Out the Nonsense!&#8221; überschrieb der <em><a title="Driving out the nonsense" href="http://www.csicop.org/si/show/exorcism_driving_out_the_nonsense/" target="_self">Skeptical Inquirer</a></em> vor einiger Zeit einen Artikel zum Thema Exorzismus. Dem kann man eigentlich nichts mehr hinzufügen.</p>
<p><strong>Zum Weiterlesen:</strong></p>
<ul>
<li>Exorzismus in Deutschland, <em><a title="Exorzismus in Deutschland" href="http://blog.gwup.net/2010/02/17/exorzismus-in-deutschland/" target="_self">GWUP-Blog</a></em> am 17. Februar 2010</li>
</ul>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Top-Wissenschaft und Spitzenhumor: &#8220;Science Busters&#8221; auf Tournee</title>
		<link>http://blog.gwup.net/2010/10/11/top-wissenschaft-und-spitzenhumor-science-busters-auf-tournee/</link>
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		<pubDate>Mon, 11 Oct 2010 10:52:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Harder</dc:creator>
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		<description><![CDATA[(gwup) Die "heißeste Science-Boygroup im Universum" kommt nach Deutschland. Auftakt der "Science Busters"-Tournee ist in Hamburg. Schon vor dem Tour-Start trafen wir Prof. Heinz Oberhummer zum Interview. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die <a title="Science Busters Homepage" href="http://www.sciencebusters.at/sections/aktuell/posts" target="_self">&#8220;Science Busters&#8221;</a> sind für den Kommunikator des Jahres 2010 nominiert, eine Auszeichnung des Public-Relations-Verbands Austria. In der Begründung heißt es:</p>
<blockquote><p>Das Quartett versteht es, auf breiter Ebene technisch-naturwissenschaftliche Inhalte auf lustvolle und unterhaltsame Weise zu vermitteln und liefert damit die überzeugende Demonstration davon, dass Physik nicht mehr das meistgehasste Fach der Schule sein muss und Wissenschaft durchaus für alle verständlich sein kann.&#8221;</p></blockquote>
<p>Abstimmen (bis zum 20.10.) kann jeder, und zwar <a title="Kommunikator des Jahres" href="http://news.prva.at/index.php/kommunikatorin-des-jahres-2010/" target="_self">hier</a>.</p>
<p>An diesem Donnerstag (14. Oktober) startet zudem die <a title="Tourdaten" href="http://www.sciencebusters.at/shows" target="_self">Deutschland-Tournee</a> der &#8220;heißesten Science-Boygroup des Universums&#8221;. Die Premiere von &#8220;Wer nichts weiß, muss alles glauben&#8221; ist in Hamburg (St. Pauli-Theater), danach geht&#8217;s nach Bremen, Dresden, Bonn, Karlsruhe, Frankfurt, Stuttgart, Berlin und Hannover. Kurz vor dem Tour-Auftakt sprachen wir mit dem &#8220;Science Buster&#8221; <a title="Heinz Oberhummer" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Heinz_Oberhummer" target="_self">Prof. Dr. Heinz Oberhummer</a>:</p>
<p><em>Herr Professor Oberhummer, Sie haben bedeutende wissenschaftliche Beiträge zur Astrophysik und Kosmologie geleistet – hätten Sie je gedacht, nach Ihrer Emeritierung auf der Kabarett-Bühne zu stehen?</em></p>
<blockquote><p>Allenfalls in meinen kühnsten Träumen hätte ich mir das während meiner Universitätslaufbahn vorstellen können. Oder dass ein Projekt wie die „Science Busters“ überhaupt Erfolg haben könnte. Aber jetzt bin ich schon seit vier Jahren nicht mehr an der Uni und kann endlich das machen, was ich immer schon machen wollte: nämlich den Leuten – und insbesondere der jungen Generation – zu erzählen, wie faszinierend Naturwissenschaft und Technik ist. Und dabei habe ich erfahren, dass die breite Öffentlichkeit sehr wohl an Physik interessiert ist. Man muss das Ganze nur unterhaltsam, spannend und vor allem verständlich rüberbringen.&#8221;</p></blockquote>
<p><em>Unterhaltsam, spannend, verständlich: Für die meisten Ihrer Fachkollegen an den Universitäten sind das gleich drei Reizwörter auf einmal.</em></p>
<blockquote><p>Ja, leider. Noch vor einem Jahrzehnt spielten Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit fast gar keine Rolle, wenn es um Beförderungen oder um die Besetzung von Hochschullehrerstellen ging. Das hat sich in den letzten Jahren etwas gebessert. Dennoch wäre aus meiner Sicht zu fordern, dass populärwissenschaftliches Engagement ebenso eine Rolle spielen sollte wie die Anzahl der Fachpublikationen, wenn es um die Entscheidung geht, ob jemand Professor wird.&#8221;</p></blockquote>
<p><em>Allerdings sind Bühnenprogramme wie die der „Science Busters“ auch ziemlich zeitaufwändig.</em></p>
<blockquote><p>Das stimmt. Früher, während meiner aktiven akademischen Laufbahn, hätte ich schon aus diesem Grund niemals Wissenschaftskabarett machen, regelmäßig im Radio und im Fernsehen auftreten oder Audio- und Video-Podcasts produzieren können. Denn die Popularisierung von Wissenschaft ist, wenn man das Ganze ernsthaft betreibt, in der Tat äußerst aufwändig. Einen Fachvortrag kann ich praktisch aus dem Stegreif halten – eine populärwissenschaftliche Präsentation dagegen braucht viel Zeit und ist harte Arbeit, um die fachlichen Inhalte so in Bilder und Sätze zu packen, dass sie auch verständlich sind.&#8221;</p></blockquote>
<p><em>Professoren, die bei den Studenten sehr beliebt sind, werden von ihren Kollegen oft geschnitten. Erleben Sie mit den „Science Busters“ dasselbe?</em></p>
<blockquote><p>Es gibt schon Kolleginnen und Kollegen, die neidisch sind. Ich verstehe das auch. Die arbeiten intensiv und hingebungsvoll an ihrer wissenschaftlichen Karriere und kommen trotzdem kaum in den Medien vor, während unsere Aktivitäten einige Aufmerksamkeit erregen. Aber insbesondere die wissenschaftlich hervorragenden und bekannten Kollegen begrüßen unser Engagement sehr und gratulieren uns zu unseren Erfolgen. Auch die Nominierung zum Kommunikator des Jahres wird in universitären und akademischen Kreisen die Wertschätzung unserer Arbeit sicherlich verbessern.&#8221;</p></blockquote>
<p><em>Was können die „Science Busters“ denn realistischerweise bewirken? Wer an Engel glaubt, wird sich kaum von Ihrer Argumentation beeindrucken lassen, der Erzengel Gabriel „hätte ausgeschaut wie ein magersüchtiger Skispringer mit einer Flügelspannweite von neun bis zwölf Meter“.</em></p>
<blockquote><p>Nein, mit überzeugten Gläubigen und/oder Esoterikern kann man nicht ernsthaft diskutieren. Also man kann es schon – es bringt bloß nichts. Aber es gibt eine nicht geringe Zahl von Unentschlossenen, die beispielsweise schon viel von Homöopathie gehört haben, aber nicht recht wissen, was sie davon halten sollen. Und diese Menschen wollen wir auf unsere Seite ziehen. Mit unseren Mitteln, und das sind in erster Linie Humor und Satire. Bei den Science Busters kann man über Homöopathen, Exorzisten, Ufo-Kontaktler, Seher und Nahrungslose lachen. Und wenn man über etwas lacht, nimmt man es nicht mehr ernst.&#8221;</p></blockquote>
<p><strong>Ein ausführliches Interview mit den &#8220;Science Busters&#8221; steht im nächsten <em>Skeptiker</em> (4/2010) zu lesen, der Anfang Dezember erscheint.</strong></p>
<p><strong>Das Buch zur Tournee:</strong></p>
<ul>
<li>Werner Gruber/Heinz Oberhummer/Martin Puntigam: <a title="Wer nichts weiß, muss alles glauben" href="http://www.sciencebusters.at/sections/buch/posts" target="_self">Wer nichts weiß</a>, muss alles glauben. Ecowin, Salzburg 2010, 234 Seiten, 21,90 €</li>
<li>Rezensionen bei <em><a title="Wer nichts weiß, muss alles glauben" href="http://hpd.de/node/10364" target="_self">hpd-online</a></em> und <em><a title="Wer nichts weiß, muss alles glauben" href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2010/09/wer-nichts-weiss-muss-alles-glauben.php" target="_self">Astrodicticum simplex</a></em></li>
</ul>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Neuronen, Tod und Teufel: Science Busters und Exorzisten</title>
		<link>http://blog.gwup.net/2010/09/30/neuronen-tod-und-teufel-science-busters-und-exorzisten/</link>
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		<pubDate>Thu, 30 Sep 2010 16:43:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Harder</dc:creator>
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		<description><![CDATA[(gwup) "Der letzte Exorzismus" spürt einmal mehr dem Spannungsverhältnis zwischen Glauben und Wissenschaft nach. Für die "Science Busters" ist die Sache längst klar - auch im Angesicht des Todes. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern abend bei den <a title="Science Busters" href="http://www.sciencebusters.at/sections/aktuell/posts" target="_self">Science Busters</a> in München gewesen &#8211; sehr empfehlenswert! Die Deutschland-Tournee der &#8220;schärfsten Science-Boygroup in der Milchstraße&#8221; startet am 14. Oktober in Hamburg. Die weiteren Termine gibt&#8217;s <a title="Science Busters Termine 2010" href="http://www.sciencebusters.at/shows" target="_self">hier</a>.</p>
<p>Heute läuft in den Kinos &#8220;Der letzte Exorzismus&#8221; an, über den wir vorigen Monat schon kurz <a title="Der letzte Exorzismus" href="http://blog.gwup.net/2010/08/20/der-letzte-exorzismus-leider-nur-im-kino/" target="_self">berichtet</a> hatten. Auch das lohnt sich. Nach Auffassung des <em><a title="Der letzte Exorzismus" href="http://www.welt.de/kultur/kino/article9953104/Wie-ein-deutscher-Regisseur-den-Teufel-austreibt.html" target="_self">Welt</a></em>-Rezensenten schrammt der Film &#8220;ganz knapp am Meisterwerk vorbei&#8221;, während dem <em><a title="Der letzte Exorzismus" href="http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,719941,00.html" target="_self">Spiegel</a></em> die &#8220;spannende Balance zwischen skeptischer Ratio und paranormaler Ahnung&#8221; gefällt. Zitat des deutschen Regisseurs Daniel Stamm:</p>
<blockquote><p>Ich wollte Wissenschaft und Religion mit ihren jeweiligen Argumenten so fair und intelligent wie möglich darstellen und sie dann kollidieren lassen. Dabei kommt heraus, dass die beiden Ansätze nicht kommunizieren können.&#8221;</p></blockquote>
<p>Zu diesem Schluss kommen auch die &#8220;Science Busters&#8221;. In ihrem <a title="Wer nichts weiß, muss alles glauben" href="http://www.sciencebusters.at/sections/buch/posts" target="_self">Buch</a> &#8220;Wer nichts weiß, muss alles glauben&#8221; finden sich ein paar interessante Seiten zum Thema Exorzismus. Da heißt es unter anderem:</p>
<blockquote><p>Warum der Exorzist, während er den Teufel austreibt, nach dem Namen fragen muss, liegt daran, dass der Teufel auch nicht immer selber Zeit hat. Manchmal schickt er einfach Dämonen als Vertretung. Das Böse in der Kirche ist also eine Art Franchiseunternehmen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Das Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM IV) zählt die Besessenheit übrigens zu den „dissoziativen Störungen&#8221;:</p>
<blockquote><p>Die Überzeugung der Besessenheit von einer anderen Person, einem Geist oder einem anderen Wesen kann als Symptom einer Multiplen Persönlich­keitsstörung auftreten. In solchen Fällen ist das Symptom ,besessen zu sein‘, in Wirklichkeit Ausdruck der Erfahrung des Einflusses der anderen Persönlichkeit auf das Verhalten und die Stimmung des Individuums. Das Gefühl der ‚Besessenheit‘ kann jedoch nicht nur als Symptom der dissoziativen Störung auftreten, sondern auch als Wahn in einer psychotischen Störung, z. B. der Schizophrenie.“</p></blockquote>
<p>Und eben über schizophrene Psychosen schreibt kenntnisreich auch der &#8220;Science Buster&#8221; und Neurophysiker <a title="Prof. Werner Gruber" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Werner_Gruber" target="_self">Werner Gruber</a> in &#8220;Wer nichts weiß, muss alles glauben&#8221;. Zum Beispiel:</p>
<blockquote><p>Als auslösende Ursachen gelten ein gestörtes soziales Umfeld &#8230; Bei Patienten mit Schizophrenie erscheinen vorher vertraute Dinge unheimlich. Dadurch werden die Patienten misstrauisch und ziehen sich noch mehr zurück. Sie empfinden sich manchmal als ferngesteuert. Es kommt zu einer Störung des Ich-Erlebens.&#8221;</p></blockquote>
<p>Dämonen oder Neuronen? Selbst unter den <a title="Der letzte Exorzismus" href="http://forum.spiegel.de/showthread.php?postid=6331751" target="_self">Kommentaren</a> bei <em>Spiegel-Online</em> zu &#8220;Der letzte Exorzismus&#8221; finden sich Anmerkungen wie diese:</p>
<blockquote><p>Es fällt täglich aufs Neue schwer, nicht an den Lichtbringer <em>(Luzifer; Anm. d. Autors)</em> zu glauben. Nichts Transzendentes beweist sich derart häufig. Historische Beispiele kennt jeder. Mir fallen ad hoc hundert aktuelle Fälle ein.&#8221;</p></blockquote>
<p>Aha. Wer indes ernsthaft glauben sollte, dass Skeptiker spätestens im Angesicht des Todes doch noch &#8220;die Wahrheit&#8221; erkennen werden &#8211; der hat Recht.</p>
<p>Aber ganz anders, als Gläubige es häufig äußern. Beim gestrigen &#8220;Science Busters&#8221;-Auftritt erzählte Gruber, wie er beim Überqueren einer Straße in Wien versehentlich auf die Straßenbahngleise geriet. Und plötzlich eine Tram auf ihn zu raste.</p>
<p>Am eigenen Leib erlebte Gruber sodann, wie es sich anfühlt, vor Schreck zu erstarren und den Notfallreaktionen des Gehirns bewusst, aber vollkommen hilflos ausgeliefert zu sein. Der letzte &#8211; und nach eigenem Bekunden &#8220;sehr tröstliche&#8221; &#8211; Gedanke des Neurophysikers (bevor die Sache schließlich doch unerwartet glimpflich ausging) war:</p>
<blockquote><p>Einfach toll &#8211; Es läuft tatsächlich alles so ab, wie die Wissenschaft es voraussagt.&#8221;<img src="http://vg06.met.vgwort.de/na/51f7b46ece204284bbba77e70e4dcbdf" alt=" " width="1" height="1" /></p></blockquote>
<p><strong>Zum Weiterlesen:</strong></p>
<ul>
<li>Kurzweilig: Wer nichts weiß, muss alles glauben. <a title="Wer nichts weiß, muss alles glauben" href="http://hpd.de/node/10364" target="_self">Buchrezension</a> bei <em>hpd-online</em></li>
</ul>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Der letzte Exorzismus &#8211; leider nur im Kino</title>
		<link>http://blog.gwup.net/2010/08/20/der-letzte-exorzismus-leider-nur-im-kino/</link>
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		<pubDate>Fri, 20 Aug 2010 21:38:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Harder</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Teufelsaustreibung]]></category>
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		<description><![CDATA[(gwup) Schon wieder ist im Kino der Teufel los: "The Last Exorcism" hat Deutschlandpremiere. Schön wär's, wenn das tatsächlich das letzte Kapitel dieses menschenverachtenden religiösen Rituals wäre. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gib dem Dämon keine Chance: Am Montag  (23. August) hat in Berlin der Horrorstreifen <a title="The Last Exorcism" href="http://en.wikipedia.org/wiki/The_Last_Exorcism" target="_self">&#8220;The Last Exorcism&#8221;</a> Deutschlandpremiere. Im <a title="Programmheft" href="http://www.fantasy-filmfest.de/fantasy/pages/programmheft.html" target="_self">Programmheft</a> des <a title="Fantasy-Filmfest/Filme" href="http://www.fantasy-filmfest.de/fantasy/pages/filme.html" target="_self">Fantasy-Filmfests</a> heißt es dazu:</p>
<blockquote><p>Als vorgeblicher Exorzist hat der charismatische Baptistenprediger Reverend Cotton Marcus nationale Berühmtheit erlangt, doch nun plagt ihn in Anbetracht solcher Scharlatanerie sein christliches Gewissen. Die jahrelang praktizierte Austreibung von Dämonen war nämlich mitnichten ein Werk Gottes, sondern allein Cottons Geschäftssinn und einem Sammelsurium cleverer Illusionseffekte entsprungen. Damit soll nun Schluss sein: Voller Reue bittet der Reverend ein Kamerateam, ihn bei seinem letzten Einsatz und der sensationellen Enthüllung aller Facetten seines unredlichen Handwerks zu begleiten. Die letzte Mission führt die Crew in den tiefsten Süden der USA, wo in einem abgelegenen Haus in den Sümpfen ein junges Mädchen von den Mächten der Hölle besessen scheint. Ein Routinefall für Cotton; doch dann gefährdet eine Reihe unerklärlicher Vorfälle seinen in Aussicht gestellten Ruhestand &#8230;&#8221;</p></blockquote>
<p>Der Anfang klingt gut. Den Rest wird man sehen.</p>
<p>Dass fast vier Jahrzehnte nach der Spuk- und Spuckorgie <a title="Der Exorzist" href="http://www.moviemaze.de/filme/190/der-exorzist.html" target="_self">&#8220;Der Exorzist&#8221;</a> immer noch Teufelsaustreiber-Filme gedreht werden, überrascht wenig &#8211; schließlich sind auch echte Exorzismen heute noch an der Tagesordnung, wie wir an dieser Stelle kürzlich erst <a title="Exorzismus in Deutschland" href="http://blog.gwup.net/2010/02/17/exorzismus-in-deutschland/" target="_self">geschrieben</a> haben. Die TV-Serie <a title="Is it Real? - Exorzismus" href="http://www.tvtv.de/tvtv/web/programdetails.vm?programmeId=44620847&amp;lang=de&amp;epgView=list&amp;groupid=0&amp;tref=Search" target="_self">&#8220;Is It Real?&#8221;</a> von National Geographics berichtet am kommenden Donnerstag (26. August) über das Treiben moderner Teufelsjäger.</p>
<p>Mit dem &#8220;Schauspiel der Besessenheit&#8221; &#8211; also mit Exorzismus im Film &#8211; setzt sich eine <a title="Das Schauspiel der Besessenheit - Exorzismus im Film" href="http://www.logos-verlag.de/cgi-bin/buch/isbn/2505" target="_self">Buchneuerscheinung</a> auseinander, die mir der Logos-Verlag freundlicherweise zugeschickt hat. Der Soziologe <a title="Das Schauspiel der Besessenheit" href="http://www.perilog.net/band-4.php" target="_self">Sven Großhans</a> analysiert darin detailreich und unter verschiedenen Aspekten die Thriller &#8220;Der Exorzist&#8221;, <a title="Der Exorzismus von Emily Rose" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Exorzismus_von_Emily_Rose" target="_self">&#8220;Der Exorzismus von Emily Rose&#8221;</a> und <a title="Requiem" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Requiem_(Film)" target="_self">&#8220;Requiem&#8221;</a>.</p>
<p>Ganz ähnlich wie &#8220;Der Teufel spricht deutsch&#8221;-Autor <a title="Marcus Wegner" href="http://www.journalist-wegner.de/buchautor/index.php" target="_self">Marcus Wegner</a> im <em><a title="Der Skeptiker 1/2010" href="http://www.gwup.org/zeitschrift/skeptiker-archiv/960-skeptiker-2010-1" target="_self">Skeptiker</a></em>-Interview kommt auch Großhans in seiner Arbeit zu dem Fazit, dass sich &#8220;im Ereignis der Besessenheit eine gesellschaftlich bedeutsame Komponente zeigt, da sich der Vorfall vor allem an die unmittelbare wie mittelbare soziale Umgebung des Besessenen&#8221; richte:</p>
<blockquote><p>Es wurde hierfür der Begriff des <em>Schauspiels der Besessenheit</em> eingeführt, der ausdrücken soll, dass das ,Gebärden&#8217; des Besessenen vormalig auf <em>uns</em>, das soziale Umfeld gerichtet ist, und die besessene Person somit &#8211; überspitzt formuliert &#8211; seine Darbietung <em>für uns</em> aufführt.&#8221;</p></blockquote>
<p>So überspitzt ist das gar nicht mal &#8211; auch Wegner machte bei seinen Recherchen die Erfahrung, dass die vorgeblich Besessenen primär &#8220;Anerkennung und Zuwendung&#8221; erwarten. Und ganz zum Schluss schreibt Sven Großhans in seiner Austreibungs-Analyse ein paar Sätze, die so auch von den Skeptikern stammen könnten:</p>
<blockquote><p>Es steckt aber auch eine Warnung in den filmischen Umsetzungen des Schauspiels der Besessenheit: Wir dürfen nicht zulassen, dass &#8230; überkommene, traditionelle, ritualisierte Mechanismen in Gang kommen, die letztendlich mehr schaden als nützen. Eher der besonnene Einsatz eines jeden Einzelnen muss das Ziel sein, der sich durch eine wertneutrale und Neuem gegenüber offene Reflexivität auszeichnet &#8230;<br />
Eine weiterführende wissenschaftliche Beschäftigung mit den Modi der öffentlichen Darstellung bzw. Inszenierung der Bereiche des Paranormalen kann dazu dienen, uns für derartige Mechanismen zu sensibilisieren.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wenn&#8217;s klappt, schaue ich mir &#8220;The Last Exorcism&#8221; am 4. September mal an, wenn das Fantasy-Filmfest in München Station macht. Schön wär&#8217;s, wenn es sich dabei wirklich um den letzten Exorzismus handeln würde.</p>
<p><strong>Zum Weiterlesen:</strong></p>
<ul>
<li>Sven Großhans: Das Schauspiel der Besessenheit &#8211; <a title="Exorzismus im Film" href="http://www.amazon.de/Das-Schauspiel-Besessenheit-Exorzismus-Film/dp/383252505X/ref=sr_1_1?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1282390581&amp;sr=1-1" target="_self">Exorzismus im Film</a>. Logos-Verlag, Berlin 2010</li>
<li>The Last Exorcism, <em><a title="The Last Exorcism" href="http://www.csicop.org/specialarticles/show/the_last_exorcism" target="_self">Skeptical Inquirer</a></em>, September 2010</li>
<li>Der letzte Exorzismus, <em><a title="Der letzte Exorzismus" href="http://www.suite101.de/content/der-letzte-exorzismus---von-eli-roth-produzierter-teufelsfilm-a84919" target="_self">suite101.de</a></em> am 26. August 2010</li>
<li>Der letzte Exorzismus, <em><a title="Der letzte Exorzismus" href="http://www.suite101.de/content/der-letzte-exorzismus-horrorfilm-im-pseudodokumentarstil-a87651" target="_self">suite101.de</a></em> am 29. September 2010</li>
</ul>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		<title>Exorzismus in Deutschland</title>
		<link>http://blog.gwup.net/2010/02/17/exorzismus-in-deutschland/</link>
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		<pubDate>Wed, 17 Feb 2010 10:51:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Harder</dc:creator>
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		<description><![CDATA[(gwup) Seit dem tragischen Tod der Klingenberger Studentin Anneliese Michel im Jahr 1976 hat es in Deutschland keine Teufelsaustreibung mehr gegeben? Stimmt nicht - sagt der Journalist und Buchautor Marcus Wegner. Auch heute finden hierzulande nahezu täglich Exorzismen statt. Nicht selten mit Wissen der Amtskirche.  ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Geahnt hatte ich es schon immer.</p>
<p>1997 interviewte ich für eine Programmzeitschrift <a title="Das Grauen aus Bergisch-Gladbach" href="http://www.tagesspiegel.de/zeitung/Die-Dritte-Seite;art705,2082890" target="_self">Helmut Rellergerd</a> alias <strong>Jason Dark</strong> zur ersten John-Sinclair-Verfilmung <a title="Die Dämonenhochzeit" href="http://www.cinema.de/kino/filmarchiv/film/geisterjaeger-john-sinclair-die-daemonenhochzeit,91423,ApplicationMovie.html" target="_self">„Die Dämonenhochzeit“</a>. Unter anderem wollte ich wissen, ob er selbst an <strong>Geister, Dämonen und Übersinnliches</strong> glaube. Und wie das wohl bei seinen Lesern aussähe?</p>
<p>Er selber nicht die Bohne, sagte der <strong>Gänsehaut-Schreiber </strong>damals sympathisch nüchtern. Aber von den Fans seines <a title="Geisterjäger John Sinclair" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Geisterj%C3%A4ger_John_Sinclair" target="_self">Geisterjägers</a> bekomme er viel Zustimmung – unter anderem und nicht zuletzt auch von katholischen Pfarrern. „Die finden das gut, wenn <strong>John Sinclair Dämonen jagt</strong>.“</p>
<p>Heute ist mir vollumfänglich klar, dass sich dieses „gut finden“ bei weitem nicht bloß auf die Theorie beziehungsweise das Lesen von <strong>spannenden Heftromanen</strong> beschränkt.</p>
<blockquote><p>&#8220;Auch im 21. Jahrhundert wirken noch <strong>Exorzisten in Deutschland</strong>, obwohl seit dem Tod von <a title="Anneliese Michel" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anneliese_Michel" target="_self">Anneliese Michel</a> im Jahr 1976 behauptet wird, das Phänomen komme nicht mehr vor. Exorzisten bieten ihre Dienste in der <strong>katholischen Kirche</strong> ebenso an wie in freikirchlichen oder <strong>evangelikalen Gemeinden</strong> oder auch in der esoterischen Szene mit freiberuflichen <strong>Heilerinnen und Heilern</strong>. Nach dem Muster von Angebot und Nachfrage treffen sich dabei die Interessen“,</p></blockquote>
<p>sagt der Journalist <a title="Marcus Wegner" href="http://www.journalist-wegner.de/index2.html" target="_self">Marcus Wegner</a>. Durch die zufällige Begegnung mit einer sich „besessen“ wähnenden jungen Frau kam Wegner auf die Spur einer <strong>organisierten Clique von Teufelsaustreibern</strong> in Deutschland. Seit mehreren Jahren recherchiert er in dieser Szene. Nun hat er das Buch „Exorzismus heute“ veröffentlicht. Untertitel: <strong>Der Teufel spricht deutsch.</strong></p>
<blockquote><p>„In Deutschland finden, rein statistisch gesehen, etwa <strong>vier bis fünf Exorzismen pro Tag</strong> statt. In den Reihen der katholischen Kirche kann man von etwa einer Teufelsaustreibung pro Tag ausgehen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wer es darauf anlegt, findet offenbar leichter einen Exorzisten als einen Beichtvater. Wegner:</p>
<blockquote><p>&#8220;Es scheint einen organisierten Kreis von Eingeweihten zu geben, denn unter der Hand werden Namen und Telefonnummern von „<strong>geeigneten“ Priestern</strong> weitergereicht. Diese Priester habe ich vor Zeugen angerufen und anonym angegeben, mich <strong>vom Teufel bedrängt</strong> zu fühlen und deshalb nicht mehr beten zu können. Außerdem erzählte ich, einen mir unerklärlichen <strong>Hass auf alles Heilige</strong> zu fühlen.</p>
<p>Drei katholische Pfarrer in Baden-Württemberg und Bayern beteten bereits <strong>bei der ersten telefonischen Kontaktaufnahme</strong>, nach wenigen Minuten, Auszüge aus dem <strong><a title="Exorzismus" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Exorzismus" target="_self">Großen Exorzismus</a></strong> am Telefon. Ohne Hintergrundinformationen und ohne auch nur nach dem Namen des Anrufers zu fragen. In einem Fall wurde bei mir sogar der – definitiv nicht vorhandene – <strong>Dämon namentlich</strong> angesprochen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Das könnte man insofern als <strong>skandalös</strong> bezeichnen, als die Kirche stets bemüht schien, Klingenberg als den heilsamen Schock darzustellen, der ein <strong>allgemeines Umdenken</strong> bewirkt habe. Doch das ist nicht korrekt, behauptet Wegner:</p>
<blockquote><p>&#8220;Es stimmt nicht ganz, dass die deutsche Amtskirche sich durchgängig von Exorzismus-Praktiken distanziert. Das Erzbistum Paderborn etwa räumt freimütig ein, dass ein Mensch <strong>,durch ein Wesen der Hölle besessen sein&#8217;</strong> kann und hat infolge dieser ,Glaubenswahrheit&#8217; Exorzismen genehmigt und sogar nicht genehmigte Austreibungen toleriert.</p>
<p>Auch der immer wieder für Schlagzeilen sorgende <strong>Augsburger Bischof Walter Mixa</strong> hat nachweislich in mindestens einem Fall den <strong>offiziellen Auftrag zu einem Exorzismus erteilt</strong> und auch Kenntnis von nicht genehmigten Teufelsaustreibungen, die – ebenfalls nachweisbar – ohne ärztliche Hilfe oder psychiatrisches Gutachten praktiziert wurden. <strong>Unfassbar</strong>.&#8221;</p></blockquote>
<p>Das ist es in der Tat.</p>
<p>Ein ausführliches Interview mit Marcus Wegner zur <strong>Exorzismus-Szene in Deutschland</strong> und zu seinen Erlebnissen mit <strong>Teufelsaustreibern und &#8220;Besessenen&#8221;</strong> lesen Sie im nächsten <em>Skeptiker</em>, der im März erscheint.</p>
<p>Zum Weiterlesen:</p>
<ul>
<li>Marcus Wegner (2009): <a title="Exorzismus heute" href="http://www.amazon.de/Exorzismus-heute-Teufel-spricht-deutsch/dp/3579064762" target="_self">Exorzismus heute</a>. Der Teufel spricht deutsch. Gütersloher Verlagshaus, München.</li>
<li><a title="Exorzismus" href="http://weltderwunder.de.msn.com/history-gallery.aspx?cp-documentid=149939837" target="_self">Exorzismus</a> &#8211; Im Zwiegespräch mit Tod und Teufel. <em>Welt der Wunder</em>-Online.</li>
<li>Teufelszeug im Vatikan, <em><a title="Teufelszeug im Vatikan" href="http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,683075,00.html" target="_self">Spiegel-Online</a></em> am 11. März 2010</li>
</ul>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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