Liebe Heilpraktiker, „überzeugt uns, dass Ihr gebraucht werdet. Oder lasst es“

Psiram ist aus der Sommerpause zurück – und wartet mit einer glasklaren Analyse der Heilpraktiker-Debatte auf.

Das Memorandum weist auf ein Problem hin, das mindestens seit 1939 besteht, analysiert selbiges und schlägt Lösungen vor.

Die Betroffenen, also die Heilpraktiker, haben jetzt die Möglichkeit, ihre Gegenposition darzulegen, mithin also zu erläutern, warum ihr Beruf weder abgeschafft noch reformiert gehört oder welchen Kompromiss sie sich stattdessen vorstellen.

Oder sind emotionale Reaktionen, Diskreditierungen und Beleidigungen die einzigen rhetorischen Stilmittel, die dem Heilpraktiker-Gewerbe zur Verfügung stehen?

Letzteres indes scheint so zu sein.

Jüngstes Beispiel sind die Heilpraktiker-Kommentare zum neuen Blog-Post von Natalie Grams:

Surreale Varianten des Heilpraktiker-Mimimi findet man auch beim Artikel “Von Freiheit und Wahrheit – noch einmal zur Heilpraktikerdiskussion” im selben Blog:

Unglaublich peinlich.

Zum Weiterlesen:

  • Verzweifelt gesucht: Argumente pro Heilpraktiker, psiram am 4. September 2017
  • Video: „Sich den eigenen Defiziten stellen“ – Jutta Hübner zum Heilpraktiker-Mimimi, GWUP-Blog am 1. September 2017
  • Heilpraktikerdebatte: Über Wälder und ihr Echo, Die Erde ist keine Scheibe am 29. August 2017
  • Von Freiheit und Wahrheit – noch einmal zur Heilpraktikerdiskussion, Die Erde ist keine Scheibe am 31. August 2017
  • Wie kann man nur gegen Alternativmedizin sein? Die Erde ist keine Scheibe am 3. September 2017
  • “Ganzheitlichkeit”, Chiemgau Gemseneier am 15. Februar 2017
  • Heilpraktikerdebatte: Getroffene Hunde bellen, DocCheck am 31. August 2017

16 Kommentare zu “Liebe Heilpraktiker, „überzeugt uns, dass Ihr gebraucht werdet. Oder lasst es“”


  1. 1 Natalie Grams 4. September 2017 um 15:30
  2. 2 RPGNo1 4. September 2017 um 17:21

    Der Psiram-Artikel ist sehr gut.

    Besonders die Beispiel-Kommentare der Heilpraktiker bzw. deren Verbände rufen einem nochmal ins Gedächtnis, dass diese Klientel sich auf argumentativen Kindergartenniveau befinden.

    Der einzige Unterschied ist, dass Kleinkinder es nicht besser wissen, die angesprochenen Heilpraktiker sich jedoch ganz bewusst in diese Abgründe begeben.

  3. 3 skeptikus 4. September 2017 um 23:46

    Die Debatte zeigt aber klar die Defizite der Heilpraktikerszene auf. Sie leben ja nur in ihrer Filterblase und reflektieren ihre Pseudozunft nicht. Sie halten sich im Zweifelsfall für die besseren Heiler/Mediziner.

    Es zeigt hoffentlich allen anderen, wie argumentationsfrei die Debatte geführt wird. Die Analyse von Psiram ist super.

    Dass die Heilpraktiker sich wehren verstehe ich, aber so wenig Reflexionsfähigkeit ist erschreckend und bestätigt die Befürchtungen, einer schlecht ausgebildeten, sich völlig überschätzenden Pseudo-Berufsgruppe, die verboten gehört, so wie in anderen Ländern.

    Lasst keine Laien auf Patienten los, schützt Patienten. #Dunning-Kurger-Effect at its best

  4. 4 2xhinschauen 5. September 2017 um 12:58

    Es ist nicht richtig, die Meinung, die man von einer Gruppe hat, auf die einzelnen Mitglieder zu projizieren. Lufthansa-Piloten, Immobilienmakler, Heilpraktiker, usw. In und als Gemeinschaft mögen sie dem einen oder andeen unerträglich erscheinen. Da sind aber immer auch gute Menschen dabei.

    Lasst uns nicht dauernd undifferenziert von “den Heilpraktikern” reden.

    Die ganzen Schreihälse sind die allerletzten, die behaupten können, dass sie die besseren Zuhörer und Patientenernstnehmer sind, oder dass sie überhaupt in einem Heilberuf arbeiten sollten.

    Aber es gibt mit Sicherheit genügend andere, gut ausgebildete, seriös und empathisch arbeitende Leute in der Branche, die man im Gesundheitssystem eigentlich gar nicht verlieren oder “verbieten” will.

    Und im Münsteraner Memorandum ist doch für jeden was dabei :-)

  5. 5 RPGNo1 5. September 2017 um 14:13

    @2xhinschauen
    Dann bitte ich, dass sich die vernünftigen Heilpraktiker doch auch endlich zu Wort melden – z.B. hier im Blog – und ihre Argumente zum Memorandum darlegen und das Feld nicht nur den Esos, Plastikschamanen, Marktschreiern und Cheflobbyisten überlassen. Ich kenne bisher nur eine positive Ausnahme aus der Branche (http://scienceblogs.de/gesundheits-check/2017/09/01/faule-rosinen-aus-der-heilpraktikerdebatte/#comment-64140).

    Ich für meinen Teil bin bereit, mir vernünftige Argumente in Ruhe anzuhören.

  6. 6 theskeptator 5. September 2017 um 14:32

    @2xhinschauen
    “Es ist nicht richtig, die Meinung, die man von einer Gruppe hat, auf die einzelnen Mitglieder zu projizieren.”

    Absolut richtig.

    Nun haben sich aber die Vertreter dieser Gruppe, der Heilpraktiker, zu Wort gemeldet, die Chefs der Verbände. Und die nehmen für sich schon in Anspruch, für “die Heilpraktiker” zu sprechen, deren Interessen zu vertreten. Das müssten also Kommunikationsprofis sein, die die Fakten auf ihrer Seite haben, sich in ihrem Business auskennen, die ihre Klientel kennen und dieses angemessen verteidigen können.

    Können sie aber nicht. Die brüllen genauso undifferenziert rum wie die “bedauerlichen Einzelfälle”.

    Ich denke schon, dass hier langsam eine Verallgemeinerung erlaubt ist.

    “Aber es gibt mit Sicherheit genügend andere, gut ausgebildete, seriös und empathisch arbeitende Leute in der Branche, die man im Gesundheitssystem eigentlich gar nicht verlieren oder “verbieten” will. “

    Das habe ich bis vor zwei Wochen auch gedacht und gesagt.

  7. 7 Bernd Harder 5. September 2017 um 15:39

    Nachschlag:

    “Nur noch eine klitzekleine Info …”

    http://die-erde-ist-keine-scheibe.de/2017/09/04/nur-noch-eine-klitzekleine-info/

  8. 8 Bernd Harder 5. September 2017 um 16:34

    Die vorläufige Krönung dürfte das hier sein:

    http://www.heilpraktiker-berufs-bund.de/patienten/informationen/501-angriff-auf-die-gesundheit-und-freie-entscheidung-der-patienten.html

    Sorry, 2xhinschauen, aber das sind alles hohe Verbandsfunktionäre, die sich gerieren wie kleine Schreibabys.

  9. 9 diabetiker 5. September 2017 um 18:01

    wenn ein heilpraktiker “gut” ausgebildet ist, ist er kein hp, denn alles was da an sogenannter ausbildung teuer vermarktet wird hat mit medizin doch absolut nichts zu tun.
    es erinnert an klein fritzchens zauberkasten.
    und hps haben kunden keine patienten.
    wenn also hp meinen sie hätten eine berechtigung “nicht” abgeschafft zu werden —- wo sind denn wirkliche argumente, bisher ist nur laue luft gekommen.

  10. 10 Ich 5. September 2017 um 18:13

    @2xhinschauen:

    Es mag empathische und hochmotivierte und sympathische Heilpraktiker geben. Aber was ein “gut ausgebilderter” ist, da habe ich keine rechte Vorstellung.

    “Gut ausgebildet” in Alternativmedizin?

    Die typischen Therapien der Heilpraktiker sind alternativ und damit ohne Wirksamkeitsbeleg. Sonst wären sie ja Medizin.

  11. 11 2xhinschauen 6. September 2017 um 17:58

    @Ich
    Es gibt Psysiotherapeuten und studierte Psychologen und gewiss noch ein paar andere (Pfleger/innen?) mit HP-Prüfung. Und Esoterik ist keine notwendige Voraussetzung fürs HP-Dasein. Es verbessert nur die geschäftlichen Chancen.

  12. 12 Christian Becker 6. September 2017 um 18:49

    @2xhinschauen
    Ich stimme teilweise zu. Ist ein bisschen wie bei den Apothekern. Es gibt da einige, die Homöopathie strikt ablehnen und nicht empfehlen und nur ungern verkaufen (auf Nachfrage).

    Besser für’s Geschäft ist es aber, drauf einzugehen.

    Für mich ist ein gut ausgebildeter Heilpraktiker einer, der (in der HP-Schule (da steht ja nicht NUR Mist in den Curricula)) gute Kenntnisse in Anatomie, Krankheitslehre und sonstigen medizinischen Fächern hat und den Leuten keine unsinnigen Therapien anbietet, sondern eher vielleicht Beratung zu gesunder Lebensführung etc.;

    Womit wir wieder beim Geschäft wären… damit kann man sicher nicht so viel verdienen.

  13. 13 RPGNo1 8. September 2017 um 11:34
  14. 14 RPGNo1 12. September 2017 um 13:30

    Neues von der Heilpraktikerfront.
    https://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/berufspolitik/article/942898/heilpraktikerdebatte-petition-juristischer-gegenwind.html
    Statt mit Argumenten probieren sie es mit Online-Petitionen. Ich nenne es den endgültigen Offenbarungseid der Heilpraktikerzunft.

  15. 15 noch'n Flo 12. September 2017 um 19:40

    @ RPGNo1:

    Die Qualifikation des Autors kann man ja bereits an der Bildunterschift ablesen: “An der Kraft der Heilkräuter scheiden sich die Geister.”

    Auch da hat jemand mal wieder überhaupt nicht kapiert, worum es geht.

  16. 16 Pierre Castell 13. September 2017 um 07:50

    @ Christian Becker
    “Für mich ist ein gut ausgebildeter Heilpraktiker, der…!”

    Ein eindeutiges “NEIN” zu Heilpraktikern, meine Meinung. “Gut ausgebildet” – was für eine Formulierung…

    Gut ausgebildet sind aus meiner Sicht nur Ärzte!

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