„A Man Made epidemic“: das nächste Machwerk der Impfleugner-Szene

Nach dem Propaganda-Machwerk “Vaxxed” des Datenfälschers Wakefield dräut ein weiteres Fake-Filmchen der Impfleugner heran.

Der angehende Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie Dr. Jan Oude-Aost hat sich “A Man Made epidemic” angesehen und in seinem Blog diaphansokopie ausführlich kommentiert.

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Die Grundthese des Filmes würde ich so beschreiben: Einflüsse, denen wir aufgrund unseres „modernen“ Lebens ausgesetzt sind, verursachen Autismus. Diese These hat ihren Ursprung in der Beobachtung steigender Anzahl von Autismus.

Im Film wird die Behauptung aufgestellt, aktuell hätte eines von 35 Kinder Autismus. Im Jahre 2025 hätte jedes zweite Kind Autismus. Die postulierte Steigerung der Fallzahlen wird auf Impfungen, Glyphosat, Handystrahlung und GMO zurückgeführt, wobei den größten Teil des Films das Thema Impfungen beansprucht.

Ein Großteil der Steigerung lässt sich jedoch allein durch bessere Diagnostik und Erweiterung der Diagnosekriterien erklären. Bekannte Faktoren für die Erhöhung des Autismusrisikos sind, neben genetischen Faktoren, hohes Alter der Eltern, Infektionen in der Schwangerschaft (u.a. Röteln), Frühgeburtlichkeit und bestimmte Medikamente.

Im Grunde wäre damit der Rest des Filmes hinfällig und es spricht nicht für die Recherche von Natalie Beer, dass sie diese Überlegungen im Film nicht mal erwähnt.”

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Im Weiteren beleuchtet Oude-Aost ausführlich die fatale Rolle Wakefields in der Autismusdebatte, widmet sich dem anthroposophischen Arzt Stefan Schmidt-Troschke von der Initiative “Ärzte für eine individuelle Impfentscheidung”, stellt die Falschaussagen des Films bezüglich Aluminium und Thiomersal richtig und kommt schließlich zu den weiteren “unplausiblen Thesen” der Pseudo-Doku.

Es bleibt dabei: Außer Verdrehungen, Auslassungen und faktenfreien “weltanschaulichen Ansichten” haben die Impfgegner nichts zu bieten.

Zum Weiterlesen:

  • Filmkritik: A Man Made epidemic, diaphanoskopie am 4. Mai 2017
  • After “Vaxxed,” here comes another antivaccine “documentary”, Respectful Insolence am 21. April 2016
  • “Man Made Epidemic” – Dangerous anti-vaccine propaganda, Skeptical-Blog am 2. Juni 2016
  • „Vaxxed“ im Kino, Fakefield und sein angeblicher Whistleblower, GWUP-Blog am 4. April 2017
  • Kinder- und Jugendärzte nehmen Stellung zu “Vaxxed”, GWUP-Blog am 27. April 2017
  • “Vaxxed” bei amazon: Och nee … Doch! Keine Ahnung von Garnix am 2. Mai 2017
  • Zum Abschluss der Impfwoche noch was Persönliches, Kinderdoc am 30. April 2017
  • Fünf richtig gute Gründe, Kinder nicht impfen zu lassen, GWUP-Blog am 4. Mai 2017
  • Impfgegner: Zwischen Wahn und Wissenschaft, heilpraxisnet am 3. Mai 2017

1 Kommentar zu “„A Man Made epidemic“: das nächste Machwerk der Impfleugner-Szene”


  1. 1 crazyfrog 8. Mai 2017 um 11:16

    “Mnchmal ist er nur noch fassungslos. Professor Johannes Hübner vom Haunerschen Kinderspital in München behandelt kleine Patienten mit Krankheiten, die mit einem einzigen Piks zu verhindern gewesen wären. Neulich kam eine Mutter mit ihrem Neugeborenen. Diagnose: Keuchhusten.

    Sie hatte ihre beiden größeren Kinder nicht geimpft. „Weil im Internet stand, dass die Krankheit nicht so schlimm ist“, sagt Hübner, der die Abteilung für pädiatrische Infektiologie leitet. Der dreijährige Sohn steckte daraufhin das Baby an.

    Doch Pertussis, wie Keuchhusten in der Fachsprache heißt, kann für Neugeborene tödlich enden. „Säuglinge husten häufig nicht, sondern sie hören einfach nur auf zu atmen. Diese Aussetzer sind eine Ursache für den plötzlichen Kindstod“, sagt der Mediziner.

    Diese Info hatte die Mutter im Netz wohl überlesen.”

    https://www.welt.de/regionales/bayern/article164276609/Wir-appellieren-oft-erfolglos-an-die-Eltern.html


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