„Ein bisschen Show“: Interview mit James Randi im Skeptiker

Bei der Verleihung des ersten Heinz-Oberhummer-Awards an James Randi in Wien haben wir uns mit dem Preisträger unterhalten.


Direktlink zum Video auf Youtube

Das Gespräch ist im aktuellen Skeptiker (1/2017) erschienen. Es geht darin um Donald Trump, die Skeptiker-Bewegung, den One Million Dollar Paranormal Challenge und um “unsinkbare Gummienten”.

Ein Auszug:

Uri Geller behauptet bis heute, die Skeptiker – und vor allem Sie – hätten ihn erst berühmt gemacht. War die Aufklärung über seine Tricks mithin kontraproduktiv?

Kennen Sie die Fabel vom Fuchs und den Trauben? Genauso ist es mit Geller. Ich habe ihn sicher nicht zu dem gemacht, was er ist. Im Gegenteil, ich habe ihm viele Schwierigkeiten bereitet, mehr als jeder andere.

Geller hat alle Rechtsstreitereien mit mir verloren und teilweise teuer dafür bezahlt, weil er die Verfahrenskosten zu tragen hatte. Das waren einmal sogar mehr als 100 000 Dollar. Er versucht das nun umzudrehen, im Sinne von Äsops antiker Fabel, aber das funktioniert nicht. Ich nehme mir solche provokant gemeinten Äußerungen nicht weiter zu Herzen. Uri Geller ist definitiv weg vom Fenster. Nicht mal in seiner Heimat Israel wird er von irgendjemandem ernst genommen.

Wussten Sie, dass seine Frau, bevor sie geheiratet haben, in einem Zeitungsinterview alle seine Tricks verraten hat? Nach der Hochzeit hat sie vermutlich Redeverbot bekommen, denn danach war nichts mehr von ihr zu hören.”

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Eine andere unsinkbare Gummiente ist der Fernsehprediger Peter Popoff. Ihn ließen Sie auffliegen, indem Sie zeigten, dass seine Informationen über die Saalgäste nicht von Gott stammten, sondern von einem nicht sichtbaren Funkempfänger. Popoffs Organisation ging pleite, mittlerweile ist er aber wieder ganz gut im Geschäft.

Popoff ist einer von etwa 30 Leuten in diesem Bereich, die immer wieder als Scharlatane geoutet werden, aber dennoch einfach weitermachen. Popoff hat es mit seiner Klientel auch leicht. Diese Menschen haben große Angst vor dem Sterben und glauben hoffnungsvoll alles, was ihnen vorgesetzt wird. Es ist erstaunlich, was Religion mit der kritischen Denkfähigkeit von Popoffs Anhängern macht.”

 Sie selbst gehen auf die 90 zu.

 Ich bin alt genug, um dem Tod ins Auge zu sehen, aber ich habe keine Angst davor. Ich kann auf ein erfülltes Leben zurückblicken und sehe dem Unausweichlichen mit Gelassenheit entgegen. Natürlich sollte ich vorher aber noch mein nächstes Buch fertigkriegen.”

Bestellen kann man den Skeptiker im GWUP-Shop oder als epaper bei United Kiosk.

Zum Weiterlesen:

  • “Ein bisschen Show”: Interview mit James Randi, Skeptiker 1/2017
  • Jetzt als Video: „Oberhummer Award 2016“ mit der Preisverleihung an James Randi, GWUP-Blog am 11. Januar 2017
  • James Randi: Magier und Urvater der Skeptiker, profil am 22. November 2016

4 Kommentare zu “„Ein bisschen Show“: Interview mit James Randi im Skeptiker”


  1. 1 Rainer Zueni-Smous 21. März 2017 um 21:34

    Ist eigentlich bekannt, ob James Randi den animalischen Teil des Preises durch den US-Zoll gebracht hat?

  2. 2 Ralf im Vollrausch 23. März 2017 um 18:51

    Ja, ich kenne Uri Geller noch gut, aber trifft das auch auf die heutige Jugend zu? – Ich denke nicht!
    Ich kenne noch die Berichte im Fernsehen, die nicht allzu kritisch waren, sondern sich von ihm “verarschen” ließen.
    Das Phänomen “Uri Geller”, war auch einer der Gründe, warum ich mich mit dem Paranormalen beschäftigte.
    Damals las man auch in dem “Gong” von den vielen Uhren, die nach seiner Show wieder tickten (es gibt dafür viele Erklärungen, die jetzt nicht alle hier erläutern will ;-)).
    Das hat mich natürlich als zwölfjähriger Bub beeindruckt und ich habe auch versucht Dinge mit Gedanken zu bewegen – was natürlich zu keinem Erfolgserlebnis führte :-)

    Gerade eben auf Wikipedia gelesen:

    Eine Frau verklagte 1993 den im Fernsehen aufgetretenen Geller, weil er schuld an ihrer Schwangerschaft sei. Die Empfängnis sei auf einem Kaminvorleger durch Verbiegung ihres Intrauterinpessars („Spirale“) ermöglicht worden

    Ich lach mich tot…war das Satire, oder Realsatire?

  3. 3 noch'n Flo 24. März 2017 um 06:48

    @ Ralf i.V.:

    Sowas nennt man dann wohl “unerwünschte Nebenwirkung” des Scharlatan-Ruhms.

  4. 4 RPGNo1 24. März 2017 um 14:31

    @ Ralf i.V.
    Vielleicht hat sich die Frau geärgert, dass das Kind von ihrem Mann und nicht von Uri Geller selbst war? :)
    “Ich will ein Kind von dir” ist doch ein typischer Schlachtruf der weiblichen Fandoms.


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