Verschwörungstheorien und Online-Hass: GWUP bei Europarat-Ausschuss in Berlin

Tolle Kulisse für eine sehr gelungene Veranstaltung.

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Gestern hatte ich die Ehre, im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus des Bundestages in Berlin über die Gefahren von Verschwörungstheorien zu sprechen.

Und zwar bei einer internationalen Konferenz zum Thema “Online-Hass, Verschwörungstheorien und sinkendes Vertrauen in die Medien” vom Ausschuss für Gleichstellung und Nichtdiskriminierung bei der Parlamentarischen Versammlung des Europarates.

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Initiatorin der Veranstaltung war die Nürnberger SPD-Bundestagsabgeordnete Gabriela Heinrich, die zugleich Koordinatorin für Deutschland bei der No Hate Speech Parliamentary Alliance der Parlamentarischen Versammlung des Europarats in Straßburg sowie Mitglied im Nationalen Kampagnen-Komitee der No Hate Speech Movement Deutschland ist.

Eine reale Folge von Verschwörungstheorien im Internet ist zum Beispiel Impfverweigerung. Ein Ausschnitt aus dem SkepKon-Video mit Dr. David Bardens vermittelte den Parlamentariern, Medienvertretern und NGO-Mitgliedern etwas von der Gefährlichkeit dieser Szene.

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Zu den weiteren Referenten gehörten Sascha Lobo, Johannes Baldauf von der Amadeu Antonio Stiftung, “Hoaxmap”-Betreiberin Karolin Schwarz, die Soziologin Dr. Jasmin Siri von der Uni Bielefeld und der Medienwissenschaftler Prof. Matthias Kohring von der Uni Mannheim.

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Sebastian Hirsch von der Stiftung Warentest stellte “Eckpfeiler” für den Umgang mit Glaubenskriegern im Internet vor und riet dazu:

Gesicht zeigen, Kante zeigen, Authentizität.”

Außerdem empfahl er die Facebook-Gruppen Nothing but the Truth sowie Wissenschaft & Skeptizismus. Bei unserem “Skeptical” am 29. April in Berlin reden wir mit Sebastian Hirsch weiter darüber.

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Ein guter Tag – und schön zu sehen, dass die Themen Online-Hass und Verschwörungstheorien auch in den Fokus der Politik rücken.

Zum Weiterlesen:

  • Impfen ist böse! Wie sich ausgerechnet Impfgegner viral vermehren, Krautreporter am 16. Juli 2015
  • Stiftung Warentest warnt vor Online-Trollen und erntet Shitstorm, FNP am 18. Mai 2016
  • Die „Postfaktokalypse“ bei Tommy Krappweis und beim neunten Forum WissKomm, GWUP-Blog am 8. Dezember 2016
  • „Meine Fresse, Lügenpresse”: Neuer Live-Talk mit Tommy Krappweis und Gästen, GWUP-Blog am 8. Januar 2017
  • Skepkon-Video: 100 000 Euro für den Beweis der Existenz des Masernvirus – im Ernst?!? GWUP-Blog am 23. Mai 2015
  • Was passierte, als ich alle Hass-Mails beantwortete, VICE am 31. Januar 2017
  • Geschlachtete Schwäne? Mimikama und die „Hoaxmap“ gegen Flüchtlingsgerüchte, GWUP-Blog am 20. Februar 2016
  • Sind Verschwörungstheoretiker “vernünftiger”? Natürlich nicht, GWUP-Blog am 18. Januar 2015
  • Impfgegner-Ignoranz trotz Grippe- und Keuchhustenwelle, GWUP-Blog am 9. Februar 2017
  • Crowdfunding für das Skeptical 2017 in Berlin gestartet: Wir brauchen Ihre Unterstützung! GWUP-Blog am 9. Februar 2017

15 Kommentare zu “Verschwörungstheorien und Online-Hass: GWUP bei Europarat-Ausschuss in Berlin”


  1. 1 Frank 14. Februar 2017 um 17:15

    Als einer der Admins von Nothing but the Truth freue ich mich sehr über die Erwähnung und sehe darin einen Antrieb unsere Arbeit fortzusetzen. Auch wenn die Anfeindungen oft sehr heftig sind.

  2. 2 Christian Buggisch 14. Februar 2017 um 18:17

    Das war wirklich eine interessante Veranstaltung. Hier meine Zusammenfassung: https://buggisch.wordpress.com/2017/02/14/filterblase-2-diagnose-im-bundestag/

  3. 3 Bernd Harder 14. Februar 2017 um 19:41

    @Christian Buggisch:

    Super, danke!

    War schön, Dich persönlich zu treffen.

  4. 4 Ralf im Vollrausch 14. Februar 2017 um 22:08

    Zitat as Christian Buggisch Blog:

    8. Was Fake News anging, wies Lobo daraufhin, dass es auch eine soziale Funktion von Information gibt: Man sagt etwas, um Teil einer Gruppe zu sein und dazu zu gehören. Der Wahrheitsgehalt einer Information ist dann schlicht egal.

    Das ist leider wahr, der Mensch ist ein soziales Wesen, das sich in Gruppen einordnet – Freundeskreis, Vereine und Kollegen…
    Wir sind keine “Vulkanier”, die rein logisch handeln und agieren (leider;-)).
    Wer sich einer Gruppe anschließt, sollte darauf achten, daß es dort keine Dogmen gibt, denn niemand ist allwissend – Kritik sollte und darf es geben.

  5. 5 Michael 15. Februar 2017 um 12:41

    Zitat as Christian Buggisch Blog:

    “Was Fake News anging, wies Lobo daraufhin, dass es auch eine soziale Funktion von Information gibt: Man sagt etwas, um Teil einer Gruppe zu sein und dazu zu gehören. Der Wahrheitsgehalt einer Information ist dann schlicht egal.”

    Als (Boulevard)-Journalist, der das schreibt, was der/die Besitzer der Zeitung/des Online Portals für ihre Zielgruppe vorgeben, kann er das natürlich besonders gut beurteilen.

    Nebenbei: Journalisten, die der Politik so nahe kommen, wie es wohl auf dieser Veranstaltung der Fall war, gehört mein größtes Misstrauen.

  6. 6 Bernd Harder 15. Februar 2017 um 13:55

    @Michael:

    < < Als (Boulevard)-Journalist, der das schreibt, was der/die Besitzer der Zeitung/des Online Portals für ihre Zielgruppe vorgeben, <<

    Und genau diese immergleiche Unterstellung ist falsch. Ich habe bei genug Medien und Verlagshäusern gearbeitet, um das sagen zu können, und wird Ihnen auch jeder andere Journalist sagen, z.B.:

    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/journalismus-und-medien-okay-frau-merkel-das-schreib-ich-so-kolumne-a-1133477.html

    << Nebenbei: Journalisten, die der Politik so nahe kommen, wie es wohl auf dieser Veranstaltung der Fall war, gehört mein größtes Misstrauen. <<

    Genau, was wir in diesen Zeiten dringend brauchen, sind Gräben, Gräben und nochmals Gräben!

    Bloß nicht mal zusammensetzen und sich austauschen, da könnte man sich ja “nahekommen”.

    Ich glaube, Sie verwechseln einen grundsätzlichen (und zum Teil berechtigten) Vorwurf an *die Medien* mit dem konkreten Sinn und Zweck dieser Veranstaltung.

  7. 7 crazyfrog 15. Februar 2017 um 14:58

    Die blaue Kaffeekanne auf dem Foto rockt!

  8. 8 Gabriela Heinrich 16. Februar 2017 um 08:01

    Lieber Herr Harder, ich danke Ihnen nochmal sehr herzlich für Ihren Besuch und für Ihren großartigen Vortrag während der Konferenz.

  9. 9 nihil jie 16. Februar 2017 um 09:29

    @crazyfrog

    So eine habe ich auch ;) Ist ja auch ein teil einer Verschwörung *g

  10. 10 Martin 16. Februar 2017 um 10:59

    Zu Sascha Lobo:
    Ich sehe mich vor der Augsburger- Puppenkiste sitzen. Da dreschen Teufel(CDU) und Kasperl (SPD) aufeinander ein und andere RandFiguren(Parteien) folgen ihnen. Mich interessiert dieses “Theater” eigentlich überhaupt nicht,Herr Lobo! Viel interessanter finde ich die Strippenzieher dahinter, will sagen, welche Mächte lassen diese ihre Handpuppen da zwischen Urmel aus dem Eis,Jim Knopf und anderen Scheinriesen auf der öffentlichen MedienBühne tanzen und warum ?!
    Für den Begriff Mächte könnte ich auch die Begriffe Lobbyisten,Wirtschafstsinteressen,Medienkartelle etc. sagen.
    Von einem Journalisten würde ich mir wünschen, dass er uns diese “Strippenzieher” recherchiert.

  11. 11 Bernd Harder 16. Februar 2017 um 11:08

    @Martin:

    << Von einem Journalisten würde ich mir wünschen, dass er uns diese “Strippenzieher” recherchiert <<

    Das tun ja auch “Journalisten”.

    Es gibt aber auch bei Journalisten unterschiedliche Aufgaben, Interessen und Zuständigkeitsbereiche, und wenn Herr Lobo ausdrücklich diese angibt:

    << Thematisch befassen sich Lobos Texte meist mit dem Internet, vermischter Realität und digitalen Technologien und behandeln deren Auswirkungen auf die gesellschaftliche Entwicklung <<

    dann ist das erst mal gut so und leidlich sinnfrei, völlig andere Aspekte von ihm einzufordern.

    Sie würden doch auch nicht von einem Fachjournalisten der ADAC Motorwelt eine detaillierte Analyse der wirtschaftlichen Probleme in Gambia erwarten, oder?

  12. 12 Martina Rheken 16. Februar 2017 um 11:28

    Bin noch unsicher, wie heftig ich gerade erschrecken oder diverse Äußerungen für repräsentativ nehmen soll?

    Kann das sein dass sogar im Skeptikerblog nicht mal ein rudimmentäres Verständnis von Journalismus vorherrscht?

  13. 13 Ralf im Vollrausch 18. Februar 2017 um 00:28

    Zitat Michael

    Nebenbei: Journalisten, die der Politik so nahe kommen, wie es wohl auf dieser Veranstaltung der Fall war, gehört mein größtes Misstrauen.

    Wie stellen Sie sich Kommunikation vor? Ein nebenher reden, daß von dem anderen nicht gehört wird, und deshalb auch nicht beantwortet werden kann.
    Ja, nichts ist weiter weg, als “Fake-News”…nach Ihrer Definition bedürfen sie höchster Vertrauenswürdigkeit ;-)

  1. 1 Filterblase 2: Diagnose im Bundestag – Christian Buggischs Blog Pingback am 14. Februar 2017 um 18:16
  2. 2 Psiram » Psirama – Der Psiram-Wochenrückblick (KW07, 2017) Pingback am 19. Februar 2017 um 18:07

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