Ist „Anomalistic Psychology“ die bessere Erklärung für seltsame Erlebnisse als Parapsychologie?

Selbst die Süddeutsche Zeitung hat sichtlich Mühe, dem Thema “Parapsychologie” noch irgendeinen interessanten Aspekt abzuringen.

SZ_1

Im Grunde bringt der Artikel subtil rüber, dass von dem Fach Parapsychologie und den Parapsychologen wie Walter von Lucadou oder Peter Mulacz nichts mehr kommt, außer den immerselben alten Anekdoten. Und dass Menschen außergewöhnliche Erfahrungen machen.

Dazu schrieb Prof. Wolfgang Hell vom GWUP-Wissenschaftsrat schon 2010:

Die Beschränkung von Parapsychologen auf eine einzige Erklärung ist es, die mich stört. Die Parapsychologie könnte ein so spannendes Gebiet sein, das auch in der Mainstream-Wissenschaft mehr Beachtung finden würde, wenn sie diese Beschränkung aufgäbe und ernsthaft nach naturalistischen Erklärungen für ihre Befunde und Berichte suchen würde.”

Das tut zum Beispiel der englische Psychologe und Skeptiker Chris French:

If paranormal forces really do not exist, how are we to explain the widespread belief in them and the sizeable minority of the population who claim to have had direct personal experience of paranormal phenomena?

One possible answer is that there are certain events and experiences which may appear to involve paranormal phenomena but which can in fact be fully explained in non-paranormal, usually psychological, terms.”

In diesem aktuellen Video erklärt French das Konzept der “anomalistic psychology”, über das er auch ein Buch geschrieben hat:


Direktlink zum Video auf Youtube

Do ghosts exist? Is there any evidence for the paranormal? With millions believing in paranormal phenomena, it must either exist or be explained by psychological factors.

Chris French introduces the field of anomalistic psychology, which aims to provide non-paranormal, scientific explanations of the seemingly unexplainable.”

Zum Weiterlesen:

  • Wenn der Besuch durch die Wand verschwindet, Süddeutsche am 16. Dezember 2016
  • The rise of anomalistic psychology – and the fall of parapsychology? soapboxScience am 19. Dezember 2011
  • Wolfgang Hell: Von Schafen und Ziegen – Der sechste Sinn und die unbewusste Wahrnehmung, Skeptiker 2/2010
  • Der Tod der Parapsychologie, GWUP-Blog am 23. Mai 2010
  • Traumberuf Parapsychologe, GWUP-Blog am 17. August 2010
  • Meine Heizung und das Bewusstsein, naklar.at am 29. November 2012
  • Sonderbare Erfahrungen an unheimlichen Orten: Spuk? GWUP-Blog am 10. Juni 2015
  • Sozialpsychologie versus „Verschränkung“: Lydia Benecke über Walter von Lucadou, GWUP-Blog am 24. März 2016

5 Kommentare zu “Ist „Anomalistic Psychology“ die bessere Erklärung für seltsame Erlebnisse als Parapsychologie?”


  1. 1 Michael Fischer 17. Januar 2017 um 18:10

    Es hört sich interessat an: Morgen um 22.00 auf BR-Alpha bei Planet Wissen: “Übersinnliche Phänomene – Was ist dran?”

    Erster Wermutstropfen: Es moderiert der Nichtsblicker Jo Hiller.

    Und nun kommts richtig dicke: “Zu Gast im Studio ist der Parapsychologe Dr. Dr. Walter von Lucadou. Der Physiker und Psychologe ist einer der bedeutendsten parapsychologischen Wissenschaftler in Deutschland.”

  2. 2 Ralf im Vollrausch 17. Januar 2017 um 18:46

    @Michael Fischer
    Danke, für den Tipp…Gerade weil Walter von Lucadou dabei sein wird, ist es interessant – jedenfalls für mich ;-)

  3. 3 Ralf im Vollrausch 17. Januar 2017 um 19:11

    Ja, der “paranomale Faktor” schwindet…wie viele Menschen glauben heute noch, daß es in ihren Häusern spukt? – Es dürfte wohl ein sehr geringer Prozentsatz sein.
    Mittlerweile können viele “Spukhänomene” erklärt werden…ach wie schön wäre es, wenn es einen “Hui Buh” gäbe, dessen Geschichten ich als Kind gemocht habe. ;-)
    Wenn diese Phänomene eine statistische Signifikanz hätten dann wären sie auch schon in der “echten” Wissenschaft angekommen; aber solange hier eine “Geheimlehre” gesponnen wird, solange sind sie wirklich zurecht in das Reich der Fabeln und Einhörnern verbannt.

  4. 4 Michael Fischer 19. Januar 2017 um 13:00

    Na das hat sich aber mal rentiert!

    Jo Hiller muss man zumindest insofern loben, als er zum Schluss der Sendung noch einen Beitrag über die Psi-Tests der GWUP brachte. Darauf nahm die bis dato so dahin plätschernde Sendung richtig an Fahrt auf.

    Beim guten Walter von Lucadou jedenfalls war die Ruhe dahin. Er redete sich ja regelrecht in Rage.

    Jedenfalls habe ich den Vorwurf der “unethischen Psi-Tests der GWUP” so auch noch nie gehört.

  5. 5 Bernd Harder 19. Januar 2017 um 13:37

    @Michael Fischer:

    Ja, das kenne ich. Der hat mich bei einer öffentlichen Veranstaltung mal dermaßen persönlich angegriffen, dass der Veranstalter sich bei mir entschuldigt hat.

    Ich habe im März wieder eine Veranstaltung, wo der Herr Dr. Dr. zugegen ist – wenn er das Spielchen zu wiederholen versucht, lasse ich ihn vor die Tür setzen.

Kommentieren




NEU: Skeptiker 3/2017

SKEPTIKER 4/2016

GWUP im Social Web