Mal wieder Lederhosen-Medizin an der LMU München

Die LMU München legt auch in diesem Jahr wieder ihre “universitäre Hokuspokus-Dauerwerbesendung” auf – die Ringvorlesung “Homöopathie: von der Theorie zur Praxis”.

Die LMU steht offensichtlich treu zu ihrer Lederhosenmedizin”,

kommentiert der Science-Blog Gesundheits-Check.

Süd

Und die Süddeutsche schreibt:

Bei Laien drängt sich der Eindruck auf: Wenn es an der Uni stattfindet, muss etwas dran sein. Jede bessere Volkshochschule versucht inzwischen, ihre Programme mit empirisch fundierten Inhalten zu füllen. Die Universität hat da versagt. Ihre wissenschaftliche Seriosität ist in dieser Sache so weit verdünnt, dass sie nicht mehr nachweisbar ist.”

In der Tat ist nicht so recht ersichtlich, wo hier die LMU einen grundsätzlichen Unterschied zu den Jenseitskontaktlern, Gesundbetern, Geistersehern und Plastikschamanen sieht, die sie vor zwei Jahren vor die Tür gesetzt hat.

Etwa weil Homöopathie doch “belegt” sei? Nein, ist sie nicht.

Und Wissenschaftler einer “Exzellenz-Uni” sollten das eigentlich wissen.

Update vom 13. November: Stellungnahme des INH zur Globuli-Werbeveranstaltung der „Exzellenz-Uni“ LMU München

Zum Weiterlesen:

  • Homöopathie: Wissenschaftliche Seriosität maximal verdünnt, Süddeutsche am 11. November 2016
  • Forschung und Lehre auf Spitzenniveau: Ringvorlesung Homöopathie, eine neue Runde, Gesundheits-Check am 12. November 2016
  • Homöopathie, Aufstelllungen: Universitäten lehren Quatsch, GWUP-Blog am 15. April 2015
  • Keine Schamanentänze mehr an der LMU München, GWUP-Blog am 6. Oktober 2014
  • Oft gehörte Argumente – Verweise auf konkrete Studien und Experimente, Homöopedia

5 Kommentare zu “Mal wieder Lederhosen-Medizin an der LMU München”


  1. 1 Markus 12. November 2016 um 15:30

    Lederhosen-Medizin? Was ist denn das für eine Metapher? Die Lederhose steht für Solidität, Pragmatismus, das Vertrauen auf Bewährtes und Echtes. Also das Gegenteil von ungreifbarem, spekulativem Mode-Blödsinn. Wenn Homöopathie eine Parallele in der Bekleidung hätte, dann wären das wohl eher”des Kaisers neue Kleider”.

  2. 2 Bernd Harder 12. November 2016 um 15:32

    @Markus:

    << Was ist denn das für eine Metapher? <<

    Bitte dem unterlegten Link folgen.

  3. 3 Udo Endruscheit 12. November 2016 um 18:04

    Es gelingt mir nicht, diese Veranstaltungsreihe irgendwie unter “Forschung” oder “Lehre” zu subsumieren. Forschung kommt eh gar nicht vor, und Lehre kann sich ja wohl nicht auf den reinen Vortrag in Stein (bzw. in Zucker) gemeißelter Behauptungen beschränken. Vielleicht in der Grundschule, aber einer Universität unwürdig.

    Der Zugang zu den Veranstaltungen ist auch für Nichtmatrikulierte offen… Eigentlich wäre der Ruf nach einem Eingreifen des zuständigen Ministeriums angebracht. Aber im kontrafaktischen Zeitalter, bei dem jeder begründete Standpunkt den Aufkleber “Intolerant” angepappt bekommt, wohl eine vergebliche Hoffnung

  4. 4 crazyfrog 13. November 2016 um 09:26

    Auch im Laborjournal ging es mal um die LMU-Honks:

    http://www.laborjournal-archiv.de/epaper/LJ_15_10/#16

  5. 5 Joseph Kuhn 13. November 2016 um 15:49

    @ crazyfrog:

    Danke für den Link auf den – sehr guten – Beitrag von Hans Zauner im Laborjournal. Er lässt den Schluss zu, dass der LMU die Frage, wie sich die ganze Exzellenzrhetorik mit dem Homöopathie-Hokuspokus verträgt, ziemlich egal ist. Dass man nach all der Kritik an der Ringvorlesung seitens der LMU nicht einmal versucht hat, eine kritische Diskussion dazu in Gang zu bringen, z.B. darüber, was hilfreiche Leistungen der Placebomedizin in der Versorgungspraxis sind und was unhaltbare pseudowissenschaftliche Verbrämungen, ist ein akademisches Armutszeugnis.

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