Schock! Entsetzen! Empörung! Die NASA verschiebt eben mal einfach so die Sternzeichen

Diesmal hat’s ganze fünf Jahre gebraucht bis zur nächsten Welle um das “13. Tierkreiszeichen”, das irgendwie macht, dass alle Horoskope falsch sind.

Vor allem Frauenmagazine seien “geschockt”, weil die NASA angeblich “Sternzeichen verschoben” hat, berichtet Motherboard.

mobo

Tatsächlich greifen die Online-Portale von Grazia, Bravo, Mädchen und viele andere eine US-Schlagzeile auf, die angeblich auf die NASA zurückgeht:

nasa

Doch hinter dem angegebenen Link zur amerikanischen Weltraumbehörde verbirgt sich lediglich eine Erklärseite für Kinder, die den Unterschied zwischen Astrologie und Astronomie behandelt:

nasaa

Unter anderem geht es um die Erdpräzession, die dazu führt, dass die starr festgelegten zwölf astrologischen Tierkreiszeichen und die entsprechenden astronomischen Tierkreissternbilder nicht mehr übereinstimmen und die Ekliptik auch durch den Schlangenträger verläuft, der daher ebenfalls als Tierkreissternbild (eben das 13.) gelten müsste.

Das ist allerdings schon lange bekannt und den Astrologen schnurzpiepegal, weshalb die NASA gestern diese Richtigstellung veröffentlichte:

naasa

Eigentlich unfassbar, dass man mit diesem ausgelutschten Kaugummi immer noch Empörung generieren kann:

narsa

Ausführlich haben wir hier die ganze Schlangenträger-Story schon vor fünf Jahren erklärt.

Zum Weiterlesen:

  • Wieder mal: Alle Horoskope falsch, GWUP-Blog am 15. Januar 2011

15 Kommentare zu “Schock! Entsetzen! Empörung! Die NASA verschiebt eben mal einfach so die Sternzeichen”


  1. 1 RPGNo1 21. September 2016 um 17:33

    Zitat: “Unter anderem geht es um die Erdpräzession, die dazu führt, dass die starr festgelegten zwölf astrologischen Tierkreiszeichen und die entsprechenden astronomischen Tierkreissternbilder nicht mehr übereinstimmen und die Ekliptik auch durch den Schlangenträger verläuft, der daher ebenfalls als Tierkreissternbild (eben das 13.) gelten müsste.”

    Das ist uralter Kaffee. Den Online-Portalen sei ein einfacher Blick in Wikipedia empfohlen, dort ist diese Tatsache schon lange hinterlegt (https://de.wikipedia.org/wiki/Tierkreiszeichen). Aber anscheinend ist selbst eine einfache Recherche im Internet zu schwierig. *facepalm*

  2. 2 Ralf in Altersteilzeit 21. September 2016 um 21:00

    Ja, das ist “uralter” Kaffee, aber das interessiert die Astrologen nicht die Bohne ;-)
    Das ist auch bei den Homöopathen so, die immer noch einer 150 Jahre alten “Theorie” klammern, wider modernen wissenschaftlichen Erkenntnissen…but whos care?

  3. 3 Bernd 22. September 2016 um 05:32

    Ja, ist lange bekannt und es gibt ja sogar Webseiten die das richtige Tierkreiszeichen nennen.
    Kein Astrologe läßt sich davon irgendwie beirren.
    Da haben die Zeitschriften wohl 2-3 Jahre locker verpennt

  4. 4 noch'n Flo 22. September 2016 um 06:29

    Das muss nun schon ein gutes Vierteljahrhundert her sein, seit ich diese ausgelutschte Story mit den 13 Tierkreiszeichen zum ersten Mal gelesen habe. Gäääähn…

  5. 5 pederm 22. September 2016 um 07:10

    Genau so muß das sein: DIE ANDEREN SIND SCHULD (wer auch immer im Einzelfall das ist, NASA, Illuminaten, Weltjudentum). Nur so ist sichergestellt, daß kein Jota am eigenen kruden Weltbild infrage gestellt werden muß.

  6. 6 gnaddrig 22. September 2016 um 09:04

    Dann müssen jetzt wohl alle Horoskope, die ohne Berücksichtigung der, ahem, NASA-Willkür erstellt wurden, wieder rückabgewickelt werden. Wohl dem Astrologen, der eine moderne Astro-Software verwendet, die die Erdpräzession mit einrechnet. Und bei der Formulierung der Horoskope hilft dann ein Präzisions-Schwurbelgenerator mit Barnumbooster…

  7. 7 nihil jie 22. September 2016 um 10:34

    Das habe ich auch bemerkt, als sich danach plötzlich anfing mein Charakter von Steinbock auf das Schwarzes Schaf zu verschieben ;)

  8. 8 Catweazle 22. September 2016 um 12:11

    Ach deswegen haben die Maya ihren Kalender auslaufen lassen ;)

  9. 9 Bernd 23. September 2016 um 04:30

    Wow, Nostalgie kommt auf;)
    Dürfte wirklich circa Vierteljahrhundert schon her sein.

  10. 10 2xhinschauen 23. September 2016 um 10:48

    Mein Sternbild war immer “Frosch”, aber dank der NASA ist es jetzt “Prinz”.

    *freu

  11. 11 Lea 25. September 2016 um 21:47

    Stimmt das jetzt,dass alle Sternzeichen von den meisten Menschen falsch sind oder nicht ? Denn ich will mein Fischezeichen behalten und nicht Wassermann sein.Außerdem treffen die Merkmale des Fischezeichens fast komplett auf mich zu.

  12. 12 Bernd Harder 25. September 2016 um 23:36

    @Lea:

    Das ist jetzt nicht Ihr Ernst, oder?

  13. 13 Christian Becker 26. September 2016 um 11:17

    @Bernd Hader
    Gefällt mir, immer an das Gute im Menschen glauben. :D

    @Lea
    Keine Sorge, als Wassermann kann ich versichern dass das gar nicht so schlimm ist.

  14. 14 RainerO 26. September 2016 um 13:24

    @ Christian Becker
    Aber Lea wird durch die Schuld der NASA jetzt zu einer komplett anderen Persönlichkeit.
    Wie kannst du da sagen, dass das gar nicht so schlimm ist? Das ist äußerst anmaßend!

  15. 15 klauszwingenberger 28. September 2016 um 20:07

    Ob man den Schlangenträger nun mitzählt oder nicht, ist für den Astrologendenk eigentlich egal. Die Blässe des Gedankens liegt ganz woanders, nämlich in der Zahlenmystik – nicht in den Grenzen von Sternbildern, die eine (die!) Astronomenvereinigung vor fast 100 Jahren festlegte.

    Es geht um die Aufteilung der Ekliptik in 12 gleich große Abschnitte. Die “Sternzeichen” der Astrologen sind eigentlich nur die Namen dieser Abschnitte, gekennzeichnet durch den Stand der Sonne in einem Sektor, in dem archaische Sternbilder (bevor sie in der Wissenschaft verbindliche Grenzen erhielten) lagen. Den Astrologen kümmert es wenig, wenn Astronomen viel später Grenzziehungen vornehmen, die dem nicht entsprechen. So kriegt man diese Rasselbande nicht zu fassen.

    Interessanter wäre die Frage, woher die Einteilung in 12 Abschnitte kommt. Na gut, in einen Jahreslauf passen 12 Mondzyklen. Aber wie kamen die alten Chinesen (zumindest einige) darauf, dieselbe Ekliptik in 28 Abschnitte zu teilen? Und was ist, nebenbei, mit der Differenz zwischen einem astronomischen Jahr und 12 vollen Mondzyklen zu je 28 Tagen? Und was sagt der Sternendeuter dazu, dass die Sonnenstände sich seit der dort gebräuchlich gewordenen Einteilung um gut ein Zwölftel, entsprechend einem Sternbild, verschoben haben? Sind jetzt nicht mehr die Stiere stur, sondern die Zwillinge?

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