60 Seiten Papierverschwendung: Der „Reader“ der Homöopathen zum aktuellen Forschungsstand

Irgendwie wollten die Homöopathen ihren verunglückten Kongress in Bremen doch noch retten, also haben sie mal wieder einen “Reader” zum “aktuellen Stand der Forschung” rausgehauen.

Zielsicher nutzte damit die “WissHom” (die sich leider nur zufällig auf “Wisdom” reimt) erneut die Chance, die Realitätsverweigerung der Homöopathen in Sachen Wissenschaft zu dokumentieren.

Das Informationsnetzwerk Homöopathie erklärt die wesentlichen Knackpunkte des Papiers:

wisshom

Die Kernaussage:

Die WissHom behauptet zwar den wissenschaftlichen Nachweis der Wirksamkeit von Homöopathie, diese Aussage findet sich aber in der Zusammenfassung ihres Papiers überhaupt nicht wieder.”

Wie auch?

Zum Weiterlesen:

  • Offizielle Erklärung des INH zur Veröffentlichung der WissHom: „Der aktuelle Stand der Forschung zur Homöopathie”
  • „Studien-Daten“ und die Realitätsverweigerung der Homöopathen vom DZVhÄ, GWUP-Blog am 18. Oktober 2015
  • Homöopathie: Alles eine Frage des Glaubens? Interview mit Norbert Schmacke, esanum am 27. Mai 2016
  • Na sowas: Homöopathie ist ein „Geschäftsfeld der pharmazeutischen Industrie“, GWUP-Blog am 25. Mai 2016
  • Die Homöopathie und die Versorgungsforschung, GWUP-Blog am 9. November 2012
  • Ist Homöopathie böse? Gesundheits-Check am 25. Mai 2016
  • Warum jene, die an Homöopathie glauben, kein Geld für vermeintlich homöopathische Mittel ausgeben sollten, Tapfer im Nirgendwo am 28. Mai 2016
  • Wissenschaft und Studien in Medizin und Pseudomedizin, Informationsnetzwerk Homöopathie

21 Kommentare zu “60 Seiten Papierverschwendung: Der „Reader“ der Homöopathen zum aktuellen Forschungsstand”


  1. 1 Natalie Grams 29. Mai 2016 um 10:46

    Jetzt mit passendem Bild. Kalter homöopathischer Kaffe, der aufgewärmt ganz toll sein soll ;-) http://www.netzwerk-homoeopathie.eu/standpunkte/118-stellungnahmewisshomreader

  2. 2 rolak 29. Mai 2016 um 11:41

    60 Seiten Papierverschwendung

    Alles Lüge!

    Die werden doch sicher mehr als ein einziges Exemplar gedruckt haben.

  3. 3 RPGNo1 29. Mai 2016 um 12:59

    Könnte es sein, dass DZVhÄ und WissHom ganz gewaltiges Muffensausen haben, dass sie eine so intensive Desinformationskampagne zum Thema Hömopathie aufziehen

  4. 4 nota.bene 29. Mai 2016 um 14:56

    Coffea frigida D30 gegen Unruhe, Schweißausbrüche und Herzklopfen. Gibt es das schon?

    Das könnten die Homöopathen brauchen angesichts des Windes, der ihnen ganz allmählich ins Gesicht bläst.

    Kann man sich bei Bedarf auch selber zusammenverdünnen: Kaffetasse ausleeren, mit Wasser ausspülen, erneut mit (kaltem) Wasser füllen – fertig.

  5. 5 TeslaDriver 29. Mai 2016 um 15:08

    Logik und aufgeklärtes Denken setzt sich eben immer langfristig gegen hanebüchenen Unfug durch. Lügen haben kurze Beine. #Aufklärungwirkt.

    Ich bin mal gespannt, wie lange das ausschließlich PR- und marketinggestützte Lügengebäude der Homöopathie noch hält – und wie laut es zusammenkracht.

  6. 6 RainerO 29. Mai 2016 um 15:41

    @TeslaDriver
    Ich will ja deinen Optimismus nicht gerne dämpfen, aber…

    Wenn deine These stimmen würde, dann müsste man sich überlegen, wie es in den letzten Jahren zum immer abstruseren Angeboten aus der Eso-Szene kommen konnte. Sich von Plastikschamanen gesundtrommeln zu lassen zeugt nicht gerade von sehr viel Logik und aufgeklärtem Denken.

    Homöopathie war schon mindestens einmal fast weg vom Fenster. Sind die Menschen wieder unlogischer und unaufgeklärter geworden? Den allermeisten Homöopathieanmwendern ist die wissenschaftliche Nachweisbarkeit und die Unlogik vollkommen schnuppe. Es “wirkt” ja.

    Auch ich habe den Eindruck, dass die Profiteure der Homöopathie durch den zunehmenden Gegenwind in letzter Zeit etwas Muffensausen bekommen. Dieser Eindruck kann aber auch täuschen, weil wir diese Entwicklungen recht genau beobachten. Aber was davon kommt bei den Anwendern an?

    Vielleicht würde sich etwas ändern, wenn die Sonderstellung der Honöopathie endlich aufgehoben werden würde.

    Das wäre jedenfalls ein deutlicheres Signal, als Diskussionsschlachten über die Auslegung von Studien.

  7. 7 Udo Endruscheit 29. Mai 2016 um 16:16

    Völlig richtig, Endziel muss die Eliminierung des unsäglichen Binnenkonsens sein, verbunden mit der öffentlichen Ansage, weil “Nix drin, nix dran!”
    Das wird noch dauern… bis dahin: Steter Tropfen höhlt den Stein!

    PS Nach meiner Erfahrung ist es bei der Diskussion mit “normalen” Partnern -also nicht DZVhÄ- oder WissHom-Mitgliedern- sehr hilfreich, in Erfahrung zu bringen, was diese überhaupt über Homöopathie wissen.

    Man kriegt manchmal einen Denkprozess in Gang, wenn man beschreibt, dass es keine Naturmedizin, keine Pflanzenheilkunde, kein sanftes Krankheitswegsäuseln ist.

    Oft hilft auch der Hinweis auf die verwendung so ausgesuchter Ingredenzien wie eitriger Tripperausfluss, Plutionum oder Hundesch… durchaus überzeugend.

  8. 8 Joseph Kuhn 30. Mai 2016 um 05:42

    “Die WissHom behauptet zwar den wissenschaftlichen Nachweis der Wirksamkeit von Homöopathie, diese Aussage findet sich aber in der Zusammenfassung ihres Papiers überhaupt nicht wieder.”

    Ihr Kleingläubigen. Diese Aussage ist nur mit den gegenwärtigen Methoden der Wissenschaft nicht in der Zusammenfassung nachweisbar, sie ist aber trotzdem wirksam, das zeigt die Erfahrung.

    Hier gibt es übrigens noch eine Nachlese aus der WELT:
    http://www.welt.de/print/die_welt/wissen/article155802371/Krieg-um-die-Kuegelchen.html

  9. 9 noch'n Flo 30. Mai 2016 um 09:33

    @ Joseph Kuhn:

    Danke für den vormittäglichen Lacher:

    “Erste Studien hätten gezeigt, dass sich die Bewegung von Wassermolekülen unter homöopathischem Einfluss verändert. “Unsere gegenwärtige Arbeitshypothese ist derzeit, dass wir es mit einer nicht thermischen Energie zu tun haben”, sagt er. Man müsse nicht immer Materie hin- und herschieben, um Effekte zu generieren. Es gebe in der Welt auch andere Wirkmechanismen als chemische. Baumgartner erinnerte daran, dass wir von der Erde aus Maschinen auf dem Mars bewegen können. Das zeige, dass “kleinste Energien enorme Wirkungen entfalten können”.”

    The stupid, it buuurns!

  10. 10 2xhinschauen 30. Mai 2016 um 11:04

    Gute Replik, Natalie & Norbert. Hoffentlich wird sie oft genug verlinkt, so dass das Bremer Papier nicht alleine steht, wenn es jemand sucht.

    In der Sonntags-FAZ (29.05.2016) war auch ein Interview mit Prof. Ernst: http://www.faz.net/aktuell/wissen/medizin-ernaehrung/homoeopathie-in-jeder-hinsicht-ueberholt-14257172.html

    Natürlich keine neuen Erkenntnisse, aber die skeptische Seite muss ihren Standpunkt eben auch immer & immer wiederholen.

    Aber wieder eins der wirklich relevanten Medien. Gut.

  11. 11 Werner 30. Mai 2016 um 12:01

    @noch’n Flo
    “Baumgartner erinnerte daran, dass wir von der Erde aus Maschinen auf dem Mars bewegen können. Das zeige, dass “kleinste Energien enorme Wirkungen entfalten können””

    Ja ja der Herr Physiker Baumgartner, Fernsteuerung mit Hilfe von elektromagnetischen Wellen wurde für ihn wohl zu spät erfunden. Er fragt sich wahrscheinlich immer noch, wie es geht, dass man eine Sprengladung zünden kann, indem man ein klitzekleines Streichholz (kleinste Energie) an die Lunte hält;-)

  12. 12 Martin 30. Mai 2016 um 15:45

    Laut dem Begründer Samuel Hahnemann besteht die Wirkung der Homoöpathie darin, dass man “Ähnliches mit Ähnlichem ” behandelt.

    Was bitte ist “Ähnlich” ? Affen und Menschen ähneln sich genetisch zu ca. 99,4 %. Frau Merkel und Frau Petry werden sich genetisch wahrscheinlich zu 100 % ähneln und trotzdem unähnlich sein.

    Kann ein Mensch der durch Whiskykonsum zum Alkoholiker geworden ist, mit Ähnlichem, also mit Wodkakonsum ,von der Alkoholkrankheit geheilt werden ?

    Ich sehe hier viel Ähnlichkeit mit Wunderheilern und ähnlichem…

  13. 13 noch'n Flo 30. Mai 2016 um 15:53

    @ Martin:

    “Kann ein Mensch der durch Whiskykonsum zum Alkoholiker geworden ist, mit Ähnlichem, also mit Wodkakonsum ,von der Alkoholkrankheit geheilt werden ? ”

    Du verstehst das Simile-Prinzip nicht – das Mittel der Wahl wäre selbstverständlich Single Malt D200, mindestens 12 Jahre alt. Mit potenziertem Wodka bekommst Du nur einen ultranüchternen Stinker, der Blinies&Borschtsch mag und in AfD-Foren Putin-Propaganda verbreitet.

  14. 14 RPGNo1 30. Mai 2016 um 16:15

    “Stephan Baumgartner, Physiker, Mathematiker und Astronom…blabla… Nein, es gebe noch kein theoretisches Modell, das die homöopathischen Effekte erkläre, sagt er…sülz sülz…”

    Hat dieser Mensch wirklich ein NATURwissenschaftliches Studium hinter sich gebracht? *Facepalm*

  15. 15 2xhinschauen 31. Mai 2016 um 10:42

    >> wirklich ein NATURwissenschaftliches Studium?

    Natürlich! Und nicht nur das, sondern selbstverständlich auch sanft und ganzheitlich!

  16. 16 noch'n Flo 31. Mai 2016 um 13:08

    Au-ha! Ich sehe gerade, dass der Herr Baumgartner noch viel üblere Sachen auf der Pfanne hat: http://www.vfk.ch/hiscia/mitarbeiter/stephan_baumgartner/

    Besonders schön:
    “Hauptarbeitsgebiete:

    – Entwicklung von Nachweisverfahren für pharmazeutische Prozesse der anthroposophischen Medizin und der Homöopathie (Potenzierung, Iscador-Mischprozess)
    – Experimentelle Untersuchungen geokosmischer Beziehungen Statistische Beratung und Auswertung von experimentellen Untersuchungen und klinischen Studien
    – Philosophische Grundlagen der Naturwissenschaften (Physik, Statistik, Bildschaffende Methoden)”

    Ich finde, allein damit hat sich der gute Mann eigentlich schon einen eigenen Psiram-Eintrag verdient. Vor allem die “geokosmischen” Beziehungen scheinen ein bislang völlig unterschätztes Forschungsfeld zu sein…

    (Und nebenbei bin ich bei meinen Recherchen noch auf dies gestossen: https://www.news.admin.ch/message/index.html?lang=de&msg-id=61140 Jetzt sollen ab nächstem Jahr nicht nur unlimitiert Voodoo-Leistungen in die gesetzliche Krankenversicherung der Schweiz aufgenommen werden und ihnen der Wirksamkeitsnachweis erlassen werden – die sog. “Komplementärmedizin” wird sogar hochoffiziell allen anderen Medizinspezialitäten gleichgestellt. Ich fasse es nicht! Am liebsten würde ich sofort meinen eidgenössischen Facharzttitel zurückgeben – ist ja künftig sowieso nix mehr wert.)

  17. 17 RPGNo1 31. Mai 2016 um 16:49

    Hm, ich versuche mir gerade einen sanften und ganzheitlichen Physiker, Mathematiker und Astronomen vorzustellen. Klappt aber nicht so ganz, da streikt naturwissenschaftlich ausgebildetes (Chemiker-)Gehirn.

  18. 18 2xhinschauen 31. Mai 2016 um 22:24

    >> es gebe noch kein theoretisches Modell, das die homöopathischen Effekte erkläre

    “Noch”! Und wenn es die spezifisch “homöopathischen Effekte” denn wenigstens gäbe…

    Man muss immer mal wieder erwähnen, dass es für manche Menschen geradezu ein Qualitätssiegel ist, wenn etwas “wissenschaftlich nicht erklärt” werden kann. Ich weiß Bescheid, aber die doofen Wissenschaftler kapieren es eben nicht. Evtl. eine Variante des Hamlet-Arguments. Man erreicht diese Leute praktisch nicht mehr, und mit der Ratio macht man es eher noch schlimmer.

    >> Experimentelle Untersuchungen geokosmischer Beziehungen
    Also ich hatte damals ja auch mal so eine Beziehung, echt geokosmisch, und in der habe ich natürlich exp…. was? Ach so. Schon gut.

  19. 19 noch'n Flo 1. Juni 2016 um 07:03

    @ 2xhinschauen:

    “Evtl. eine Variante des Hamlet-Arguments.”

    Eher ein ausgereifter Dunning-Kruger.

  20. 20 RPGNo1 1. Juni 2016 um 15:44

    Ha, jetzt weiß ich, wie ich einen sanften und ganzheitlichen Physiker, Mathematiker und Astronomen bezeichnen kann:
    Schlangenölverkäufer! :)

  1. 1 Weltkongress der Homöopathen 2017 in Leipzig – Gesundheits-Check Pingback am 30. Oktober 2016 um 14:41

Kommentieren




NEU: Skeptiker 3/2017

SKEPTIKER 4/2016

GWUP im Social Web