Die absurden Lügen der GNM: „Praktisch kein jüdischer Patient stirbt an Krebs“

Dr. Florian Freistetter schreibt in seiner Kolumne “So ein Schmarrn!” über die Germanische Neue Medizin, mit der auch Virenleugner Lanka sympathisiert:

Die Ideen dieser “Heilkunde” sind nicht nur absurd, rassistisch und antisemitisch. Sie sind für ernsthaft Kranke vor allem auch lebensgefährlich.”

Ger

Dazu gibt’s bei Erzaehlmirnix einen neuen Cartoon:

erklär

Darin kommt auch zum Ausdruck, dass nach GNM-Auffassung

… die Juden mit der Chemotherapie die Nichtjuden vernichten wollen”,

während “praktisch kein jüdischer Patient mehr an Krebs stirbt” – dank der Germanischen Neuen Medizin, “die alle Juden dieser Welt auf Geheiß ihrer Rabbiner praktizieren“:

In Israel umfasst eine Krebstherapie die totale Entgiftung von Körper, Seele und Geist bei gleichzeitiger Umstellung auf gesunde Ernährung.”

Die Jerusalem Post und Israel heute stellen das etwas anders dar, aber die gehören wohl zur Lügenpresse.

post

Die Krebsmortalität von Frauen in Israel ist sogar relativ hoch. 25 bis 30 Prozent der Todesfälle von Frauen in Israel sind auf Krebs zurückzuführen.

Auch ein OECD-Vergleich zeigt keine auffallend niedrige Sterberate aufgrund von Krebs in Israel.

Apropos “Germanische” Neue Medizin:

Ägypter, Inkas und andere Naturvölker waren anscheinend keineswegs gesünder als wir heute. Aktuelle Erkenntnisse gibt es zum Thema Arteriosklerose:

Diese Völker in alter Zeit hatten keine Konservierungsmittel, alles war Bio, sie rauchten nicht und hatten jede Menge körperliche Betätigung. Aber die Häufigkeit von Arteriosklerose in den damaligen Zeiten unterscheidet sich nicht wesentlich von dem, was wir heute sehen.”

Zum Weiterlesen:

  • “Neue Germanische Medizin”: Es gibt keine Krankheiten, nur seelische Konflikte! derStandard am 16. Februar 2016
  • Mein Studentenmädchen gegen Krebs: Neues Todesopfer der Germanischen Neuen Medizin, GWUP-Blog am 21. September 2015
  • Zynisch, schwachsinnig, tödlich: „Germanische Neue Medizin“, GWUP-Blog am 15. April 2015
  • Wenn Pseudomedizin auf Antisemitismus trifft: Germanische Neue Medizin, Astrodicticum simplex am 27. Mai 2010
  • „Übrigens, in Deutschland kriegt kein Jude Chemo“, Zitat Hamer (GNM-Sektengründer), Zeit-Online am 19. Januar 2010
  • “Danke für den Krebs, Juden”, Vice am 20. Februar 2014
  • Cancer most common cause of death in Israel, Jerusalem Post am 4. Februar 2014

7 Kommentare zu “Die absurden Lügen der GNM: „Praktisch kein jüdischer Patient stirbt an Krebs“”


  1. 1 Randifan 19. Februar 2016 um 01:13

    Das Ziel von Herrn Harmer ist, Kritik an Pharmafirmen zu erschweren, jeder der legitime Kritik übt, läuft Gefahr in eine Ecke mit diesen Leute gestellt zu werden. Was wirklich da falsch läuft empört diese Leute nicht. Pharmafirmen dürfen Ärzte Geschenke geben, keiner darf glauben, dies geschehe zum Wohl der Menschen.
    http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/urteil-am-bundesgerichtshof-aerzte-duerfen-geschenke-von-pharmafirmen-annehmen-1.1390546
    Werbeabteilung erfinden Krankenheit um irgendwelche Pillen zu vermarkten.

  2. 2 rambaldi 19. Februar 2016 um 11:47

    Solange die Leute nicht ihre Kinder damit umbringen trifft es keine Falschen…

  3. 3 klauszwingenberger 19. Februar 2016 um 12:35

    @ Randifan:

    Das ist weder das Ziel noch der Erfolg von Hamer & Co. Ben Goldacres Buch “Bad Pharma” und seine All Trials Campaign hat niemand in die GNM-Ecke stellen können.

    Und btw., er hat dafür auch keine Morddrohungen seitens der Pharmas bekommen. Nicht einmal für eine Klage hat es gereicht. Das blieb – erfolglos – einem Krebsquack vorbehalten.

  4. 4 Bernd 19. Februar 2016 um 17:38

    @ Randifan: Klingt wie eine Verschwörungstheorie. Hamer als bezahlter Agent um Pharma-Kritiker diskreditieren zu können?

  5. 5 Randifan 20. Februar 2016 um 08:18

    Laut Spiegel sollen Menschen, die unter Nebenwirkungen der Schweinegrippeimpfung leiden sollen, Angst haben mit fanatischen Impfgegnern verwechselt zu werden.
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-140390052.html
    “Partinen hatte Angst, plötzlich als Impfgegner dazustehen, denn der gesundheitliche Schaden, der zum Beispiel von notorischen Gegnern der Masern-Impfung ausgeht, ist kaum zu ermessen,”

  6. 6 Michel 20. Februar 2016 um 14:28

    @ Randifan:

    Ich befürchte, wer so Angst hat, als Impfgegner zu gelten, ist einer. Analog PEGIDAs: trau mich nichts zu sagen, weil ich sonst als Nazi gelte, sag es aber trotzdem..”

    Für mögliche Impfschäden gibt es eindeutige Richtlinien: man geht damit nicht in dubiose pseudo-informative Foren im Internet, sondern zum Arzt. Der schaut sich das an und meldet es weiter.

    Ganz einfach.

  7. 7 ApoDoc 21. Februar 2016 um 19:37

    Außerdem stimmt es nicht, dass Pharmafirmen Ärzten Geschenke geben dürfen! Das war einmal. Nicht einmal Kugelschreiber bekommen wir mehr.


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