Erstes Strategietreffen der Homöopathiekritiker am letzten Januar-Wochenende in Freiburg

Der Termin steht, die Presseeinladung ist raus:

Das Erste Strategietreffen der Homöopatie-Kritiker findet vom 29. bis 31. Januar in Freiburg statt.

In der Medienaussendung heißt es:

Sie gilt als natürlich, sanft, frei von Nebenwirkungen und hochwirksam. Doch das positive Image der Homöopathie steht in krassem Gegensatz zu den Erkenntnissen der Medizinwissenschaft – und zum Gefahrenpotenzial dieser „alternativen Heilmethode“.

Am letzten Januar-Wochenende kommen in Freiburg i.Br. mehr als 30 Homöopathie-Kritiker aus ganz Deutschland und Österreich zusammen. Sie wollen darauf aufmerksam machen, dass Homöopathie eine unwirksame Scheintherapie ist, und über eine verstärkte Aufklärung der Öffentlichkeit beraten.

Tref

Initiator des Strategietreffens ist der Buchautor und Wissenschaftsblogger Dr. Norbert Aust („Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie“). Zu den Teilnehmern gehören – voraussichtlich – die ehemalige homöopathische Ärztin Dr. Natalie Grams („Homöopathie neu gedacht“), der Verbraucherschützer Guido Bockamp vom Deutschen Konsumentenbund, der Medizinjournalist Dr. Christian Weymayr („Die Homöopathielüge“), namhafte Vertreter der Skeptikerbewegung und Bloggerszene sowie engagierte Einzelpersonen.

„Uns verbindet die Überzeugung, dass die breite Akzeptanz der Homöopathie, zunehmend auch von Krankenkassen und universitären Einrichtungen, keine positive Entwicklung ist“, erklärt Aust. Die Gefahren der 200 Jahre alten Methode liegen zum Beispiel in der Unterlassung einer wirksamen Behandlung, aber auch darin, dass sie das wissenschaftlich-rationale Denken und Handeln untergräbt.

Aust: „Sie kann daher kein Bestandteil des öffentlichen Gesundheitswesens sein, ihre politische Sonderstellung als Besondere Therapierichtung ohne Wirksamkeitsnachweis ist nicht akzeptabel.“

Die Ergebnisse des Ersten Strategietreffens der Homöopathie-Kritiker stellen wir der Presse und der interessierten Öffentlichkeit am Sonntag, 31. Januar, 11 Uhr, im Humboldtsaal (Humboldtstraße 2), 79098 Freiburg, vor.”

Zum Weiterlesen:

13 Kommentare zu “Erstes Strategietreffen der Homöopathiekritiker am letzten Januar-Wochenende in Freiburg”


  1. 1 Skeptikus 18. Januar 2016 um 21:54

    Sehr gut. Ich habe gerade Buch von Robert Schmecke (Hrsg.): Der Glaube an die Globuli – Die Verheißungen der Homöopathie, ist wirklich ein hervorragendes Werk. Auf hohem Niveau werden die Ursachen und Hintergründe des irrationalen Glaubens an Homöopathie sowie die Gründe für ihren Erfolg diskutiert. Wirklich ein Muss für Skeptiker.

    Für mich stellt sich die Frage, wie kann man den Binnenkonsens aufheben, ggf.auf EU-Ebene wissenschaftliche Standards durchsetzen? Politiker werden sich niemals öffentlich gegen Alternativmedizin äußern.

    Viel Erfolg

  2. 2 Bernd Harder 18. Januar 2016 um 22:19

    @Skeptikus:

    << Politiker werden sich niemals öffentlich gegen Alternativmedizin äußern. <<

    “Niemals” ist für populistische Wetterfähnchen ein großes Wort.

  3. 3 Gast 19. Januar 2016 um 03:27

    In den Apothekern steht Homöopathie heute sichtbar hinter den Kassen, vielleicht sollte man da mal anfangen, in jeder Apothekenzeitschrift wird es beworben.
    Gruss

  4. 4 Catweazle 19. Januar 2016 um 06:40

    Da ein gemeinsamer Konsens über die Wirksamkeit der Homöopathie zwischen Homöopathen, Politik und Krankenkassen besteht, kann es sich also nur um ein Treffen von Verschwörungstheoretikern handeln. Kopp-Verlag, bitte übernehmen sie!

  5. 5 BSR 19. Januar 2016 um 12:45

    @catweazle
    Der war echt gut :-)))))) – Aluhüte nicht vergessen

  6. 6 Catweazle 19. Januar 2016 um 13:24

    @BSR
    Ich kenne mich damit aus. Berge, Meer und Bananen waren bei uns damals nur in homöopathischen Dosen vorhanden. Angeblich hat sich das seit einigen Jahren zumindest in Sachen Bananen geändert munkelt man.

  7. 7 Kassandrus 19. Januar 2016 um 18:47

    Solange Großindustrielle, wie Stefan Quandt (Platz 59 der Oxfam-Liste , ca. 15,9 Mrd Euro Vermögen) im Bestz von Homöopathischen Fabriken sind (Besitzer von Heel-Pharma), wird man mit Argumenten bei deutschen Politikern kaum Gehör finden.

  8. 8 BSR 20. Januar 2016 um 11:17

    @ Kassandrus

    Dann sollte man den Verbraucher fragen ob er bereit ist für ein Stück Zucker 25 Euro zu zahlen – wäre in etwa der Gegenwert verglichen mit dem Volumen an Globuli
    Bei Ausgangssubstanzen wie Pferdepisse, Fledermausscheiße, infektiösen Körpersekreten ect. würde der Verbraucher schon “schlucken” – wenn es denn in deutscher Sprache auf der Verpackung stehen würde. Kritiker sagen einerseits zu Recht das kein Wirkstoffmolekül der Ausgangssubstanz enthalten sein kann – statistisch. Weg isses aber auch nicht und es wäre eine Lotterie jenes im Globuli zu erwischen. Der Gedanke ausgerechnet den hahnemanschen Jackpot zu gewinnen finde ich aber schon recht eklig.

  9. 9 Norbert Aust 20. Januar 2016 um 15:06

    BSR
    Haben Sie sich einmal Gedanken darüber gemacht, wieviel ‘Pferdepisse, Fledermausscheiße, infektiösen Körpersekreten ect.’ oder deren Überreste man so jeden Tag mit dem Trinkwasser zu sich nimmt? Wieviele Kolibakterien in einem Liter Wasser in einem ‘sauberen’ Badesee vorhanden sind?

    Da brauchen Sie nicht auf den Hahnemann-Jackpot zu warten …

  10. 10 BSR 20. Januar 2016 um 17:56

    @ Norbert Aust

    Jaja, stimmt ja. Kannst mir trotzdem mein schmutziges Kopfkino lassen.

  11. 11 Catweazle 21. Januar 2016 um 13:58

    Es wäre toll, wenn die hiesigen Behörden auch endlich mal die Initiative ergreifen und sich wenigstens den Hokuspokus mal anschauen würden.

    So wie es aussieht wird der Homöopathie ja hierzulande fast der Rang einer Religionsgemeinschaft zugestanden. Jedweder Evidenz zum Trotz hält man ihr fest. Vielleicht sind die derzeitigen Untersuchungen der FDA in den USA ja ein Anfang um der Sekte das Handwerk zu legen.

    Wenn es nämlich finanziell uninteressant wird, dann dürften die meisten Hersteller die Finger von lassen.

    “The recent actions by the FDA and FTC may finally signal the end of homeopathic drugs’ century-long evasion of regulatory scrutiny.”
    http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMp1513393

  12. 12 Skeptikus 21. Januar 2016 um 21:46

    Kann man nicht international den Druck erhöhen? Ne schöne EU-Direktive wäre doch super ;-)

  13. 13 Ute Parsch 22. Januar 2016 um 20:46

    @Skeptikus

    Da waren halt die Homöopathen schneller. Meines Wissens gilt immer noch die EU Richtlinie 2001/83/EG. Hierin wurden die Mitgliedsstaaten aufgefordert, gesetzliche Sonderregelungen für Homöopathika zu schaffen, weil diese am Nachweis einer Wirksamkeit scheitern:

    “”
    Angesichts der Besonderheiten der homöopathischen Arzneimittel, wie etwa ihrer sehrgeringen Wirkstoffkonzentration, und der Schwierigkeit der Anwendung der herkömmlichen statistischen Methoden bei klinischen Versuchen erscheint es wünschenswert, ein besonderes vereinfachtes Registrierungsverfahren für solche homöopathischen Arzneimittel vorzusehen, die ohne therapeutische Indikation und in einer Zubereitungsform und einer Dosierung, die kein Risiko für den Patienten darstellen, in Verkehr gebracht werden.
    “”

    Und:

    “”
    Dagegen sollten bei einem homöopathischen Arzneimittel, das mit therapeutischem Indikationsanspruch oder in einer mit potenziellen Risiken verbundenen Darreichungsform in Verkehr gebracht wird – wobei diese Risiken mit der zu erwartenden therapeutischen Wirksamkeit ins Verhältnis zu setzen wären -, die üblichen Regeln für das Inverkehrbringen von Arzneimitteln angewendet werden. Vor allem den Mitgliedstaaten mit homöopathischer Tradition muss jedoch die Möglichkeit gelassen werden, besondere Regeln zur Bewertung der Ergebnisse der Versuche zur Sicherheit und Wirksamkeit dieser Arzneimittel anzuwenden, wobei diese der Kommission mitzuteilen sind.
    “”

    Aber ja, letztlich müssten mMn mehr Naturwissenschaftler darauf drängen, diese Richtlinie zu kippen.


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