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„Neue Augenzeugenberichte unheimlicher Phänomene“ mit GWUP-Interview

| 1 Kommentar

Im Sommer haben wir mit der Passauer Archäologin Dr. Lucia Moiné über ihr Buch

Reise ins Unbekannte: Wahre Geistergeschichten aus dem deutschsprachigen Raum“

gesprochen.

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Jetzt ist der zweite Band erschienen:

Reise ins Unbekannte 2: Neue Augenzeugenberichte unheimlicher Phänomene“

Einen Film darüber gab’s vor zwei Tagen bei 3sat (auch der Vorsitzende des GWUP-Wissenschaftsrats, Prof. Wolfgang Hell, kommt darin zu Wort).

Geister

In dem Buch „Reise ins Unbekannte 2“ findet sich auch ein Interview mit mir (Seite 272).

Ein Auszug:

Was sind, in Ihren Augen, die Ursachen für Spukphänomene und Geistersichtungen und warum berichten so viele Personen darüber?

 Dass die vielen Augenzeugen wirklich etwas Seltsames, Unerklärliches, Beängstigendes erleben, bezweifele ich keinesfalls – aus eigener Erfahrung. Aber subjektive Erfahrung ist nun mal kein sicheres Wissen. Ich denke, solche Phänomene sind nicht außersinnlicher Natur, sondern sie sind außer-bewusst.

Wir Skeptiker halten nicht so sehr die Parapsychologie für das geeignete Werkzeug zu ihrer Erforschung, sondern die Wahrnehmungspsychologie. Wir gehen davon aus, dass scheinbar „paranormale“ Erlebnisse normalpsychologisch erklärbar sind.

„Skeptische“ Geisterforschung sieht daher so aus wie zum Beispiel die Studien des englischen Psychologen Richard Wiseman. Er ließ Hunderte Versuchspersonen durch die berüchtigten Gewölbe von Edinburgh oder durch die Korridore von Schloss Hampton Court bei London spazieren und stellte fest, dass manche Leute sehr sensibel auf unbewusste Sinneseindrücke wie Temperaturwechsel, Luftzüge oder Lichtveränderungen reagierten und das Gefühl hatten, berührt worden zu sein, also etwa eine kalte Hand im Nacken spürten.

Wir dürfen nie vergessen, dass Wahrnehmungen eine Konstruktion unseres fehleranfälligen Gehirns sind. Wir sind einem riesigen Selbsttäuschungspotenzial unterworfen, das den meisten gar nicht klar ist.

Viele wollen davon auch gar nichts wissen, weil sie jeden Zweifel an ihrem Erlebnis als Angriff auf ihre Integrität und Glaubwürdigkeit missverstehen. Darum geht es aber überhaupt nicht. Wir weisen nur darauf hin, dass unsere Wahrnehmung nicht wie eine Videokamera funktioniert, die eins zu eins die Realität abbildet.

Stattdessen suchen sich Gehirn und Nervensystem Informationen aus unserem Umfeld, filtern diese, formen sie um, kombinieren sie mit Gedächtnisinhalten. Und bringen so mitunter etwas hervor, das man als Geist deuten kann – aber nicht muss.“

Zum Weiterlesen:

Ein Kommentar

  1. Zitat Artikel

    Wir dürfen nie vergessen, dass Wahrnehmungen eine Konstruktion unseres fehleranfälligen Gehirns sind. Wir sind einem riesigen Selbsttäuschungspotenzial unterworfen, das den meisten gar nicht klar ist.

    Das ist der „springende Punkt“. Unsere Wahrnehmung ist ein komplexes System, das innere Verfasstheit (zb Angst) und auch äußere Einflüsse (zb Luftzug), in einem Zusammenhang bringt.
    Ich persönlich bin immer wieder überrascht, wie viel Angst man haben kann, wenn man bei Dämmerung in einem Wald ist – in letzter Zeit war ich zum Holzholen in einem Waldstück, das eigentlich nicht sehr weit vom Dorf entfernt ist, aber trotzdem, war mir etwas mulmig um die Nase ;-)…und wenn dann noch Rehe, losrennen und wie es mir einmal passierte, einem Meter von einem entfernt losgaloppiert, da kann einem schon mal die Pumpe gehen. :-)

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