Xavier Naidoo zum ESC: Viele Fragen und zwei Petitionen

Der Xavier ist ein echter Gewinner – nach dem Goldenen Brett 2014 und dem Goldenen Aluhut 2015 strebt der Sänger jetzt den Sieg beim Eurovision Song Contest 2016 in Stockholm an.

Unser charismatischer Guru Lorenz Meyer hat Naidoos Lied heute schon aus der Akasha-Chronik geleakt:

mw

Auch sonst fällt der Jubel über die NDR-Entscheidung geradezu überbordend aus.

Extra 3 meint:

Aus modischer Sicht ist Xavier Naidoo sicher die richtige Wahl für den ESC 2016.”

extra

Spiegel-Online schreibt von einer “haarsträubenden Fehlentscheidung”, die Kollegen von der Web-Ausgabe der Zeit titeln:

Deutsches Reich – twelve points”

ws

Die Huffington Post kommentiert:

Darauf muss man erst einmal kommen. Das ist ungefähr so absurd, wie Black Sabbath das „Wort zum Sonntag“ sprechen zu lassen.”

Auch in der Facebook-Gruppe Wissenschaft und Skeptizismus melden sich begeisterte Fans zu Wort:

Ein Reichsbürger singt für ein Land, das gar nicht existiert, das hat doch was, ne?”

Zur Auswahl stehen die Songs “Chemtrail, Chemtrail”, “Gott zeigt uns die Verfassung” und “Mein Aluhut, der hat drei Ecken”

Ne Soul-Version von “Hey, Jude” ist wohl im Gespräch.”

Idee! Wir schicken Susanne Winter ins Rennen.

Oha , das wäre aber ne brutal harte Konkurrenz aus Österreich – dann müsste aber auch Ken Jebsen moderieren.”

Nur ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber sieht “die Sonne aufgehen”, wenn Naidoo heulbojet, und erklärt treuherzig, dieser “politische Irrläufer” (SPON) stehe für “Werte wie Frieden, Toleranz, Liebe”.

Da leidet wohl jemand dermaßen unter dem letzten Platz und null Punkten beim ESC 2015, dass der Verstand aus der Realität hinausfließt. Aber vielleicht fallen dem Herrn Schreiber ja bei Gelegenheit noch ein paar Antworten auf die Noisy-Frageliste ein:

  • Will Xavier den Preis für die BRD GmbH oder für Deutschland holen?
  • Gehört die ARD zur Deutschland GmbH?
  • Und wer nimmt dann für Deutschland teil?

Naidoos

Und statt am 18. Februar beim Vorentscheid darüber abzustimmen, welchen Song Naidoo in Stockholm auf der Bühne präsentiert, laden zwei Petitionen (change.org und openPetition) schon im Vorfeld zum persönlichen Engagement in Sachen ESC ein:

Keine Teilnahme für Xavier Naidoo”

Zum Weiterlesen:

  • Dokumente vom Naidoo-Prozess geleakt, GWUP-Blog am 10. November 2015
  • Zweifach negativ preisgekrönt: Xavier Naidoo im SZ-Magazin, GWUP-Blog am 24. Oktober 2015
  • Xavier Naidoo will kein Antisemit und kein Reichsbürger sein und zieht vor Gericht, GWUP-Blog am 21. August 2015
  • Die Eso-Oscars 2014: And the Winner is …, GWUP-Blog am 26. November 2014
  • NDR schickt Naidoo für’s Deutsche Reich zum #ESC2016, Ruhrbarone am 19. November 2015
  • „Homophober Deutschlandleugner“: Massive Kritik für Xavier Naidoos ESC-Teilnahme, Meedia am 19.November 2015
  • Wer hat es gesagt? Xavier Naidoo, Erika Steinbach oder Lutz Bachmann? Buzzfeed am 19. November 2015
  • König Aluhut wird Deutschland beim ESC 2016 vertreten. Ein offener Brief an die ARD, dergoldenealuhut am 19. November 2015
  • Mit “Reichsbürger” Xavier Naidoo zum ESC: die einsame Fehl-Entscheidung der ARD, Meedia am 19. November 2015
  • Xavier Naidoo zum ESC: Dieser Weg wird kein leichter sein, Spiegel-Online am 19. November 2015
  • Xavier Naidoo beim ESC ist ein schlechter Scherz, Süddeutsche am 19. November 2015
  • Bundeswehreinsatz immer wahrscheinlicher: Xavier Naidoo für ESC nominiert, Titanic am 19. November 2015
  • Liebe ARD: Xavier Naidoo ist eine Schande für Deutschland, Huffington Post am 19. November 2015
  • Wo geht er hin? Denn es macht doch keinen Sinn, FAZ am 19. November 2015
  • Naidoo: Das falsche Signal, DasErste am 19. November 2015

29 Kommentare zu “Xavier Naidoo zum ESC: Viele Fragen und zwei Petitionen”


  1. 1 Alexander W. 19. November 2015 um 16:06

    Mir wird´s schlecht!

  2. 2 Bernd Harder 19. November 2015 um 16:08

    @Alexander W.:

    Verstehe ich – aber ich denke mal, noch vor nicht allzu langer Zeit und ohne die bisherige Arbeit der aufklärerischen Online-Community hätte es zu dieser Entscheidung gar keinen Gegenwind gegeben.

    Ich bin selbst von der Heftigkeit etwas überrascht.

  3. 3 Barbara Hampf 19. November 2015 um 18:29

    Dann dürftet ihr diesen Reichsbürger mal nicht gewählt haben und schon lange nicht als Repräsentant ins Ausland lassen!
    https://youtu.be/7RUNUSno7zk

  4. 4 Bernd Harder 19. November 2015 um 18:42
  5. 5 Günther 19. November 2015 um 18:42

    Auf B2 im Zündfunk haben Sie es gerade schön auf den Punkt gebracht Hoffentlich gibt er beim ESC keine Interviews, für die wir uns fremdschäfmen müssen. Dafür würde die Musik ja völlig ausreichen.

  6. 6 Hans B. 19. November 2015 um 18:50

    Man mag die wirren Ansichten dieses Herren nicht teilen, seine religiösen Schnulzen nicht mögen, aber hier wird eine Hexenjagd veranstaltet.

    Der ESC Kommerz-Klamauk hat ja nun wirklich keine politische Relevanz.

    Dass Saudi Arabien den Vorsitz im UNO-Menschenrechtsrat innehat, ist für mich der größere Skandal.

  7. 7 Bernd Harder 19. November 2015 um 18:56

    Hans B.:

    “Dem Konzept des ESC ist seit 60 Jahren immanent, dass hier nicht ein Künstler für sich auftritt, sondern ein Land vertritt. Will sich Deutschland wirklich von einem Sänger repräsentieren lassen, der die Souveränität eben jenes Landes leugnet?”

    ” Doch seit Naidoo bei einer Kundgebung der Reichsbürger zum Mikro griff, kann sein Gebaren nicht mehr länger als harmlose Spinnerei abgetan werden. Die Ansichten der Reichsbürger sind gefährlich, antidemokratisch und gesellschaftsfeindlich – Naidoo hat mitgeholfen, diese zu verbreiten.”

    http://www.zeit.de/kultur/musik/2015-11/xavier-naidoo-esc-kommentar

    http://www.noz.de/deutschland-welt/vermischtes/artikel/639482/naidoo-zum-esc-finale-eine-verquere-entscheidung

  8. 8 Jay 20. November 2015 um 02:30

    Mich beschäftigt vor allem eines:

    Was werden die israelischen Teilnehmer des ESC zu Naidoos Teilnahme sagen, der eindeutige Aussagen in dieser Richtung getätigt hat – ich sage nur “Baron Tothschild”, der “Schmock” bzw. “Fuchs”?

    Ich hoffe, dass auch von den anderen teilnehmenden Nationen ordentlich Gegenwind kommt.

  9. 9 nota.bene 20. November 2015 um 07:01

    So erfreulich die Kritik an Naidoos Nominierung auch ist, muss ich leider feststellen, dass die mediale Reichweite unseres Goldenen Bretts und des gleichfarbigen Aluhuts mehr als dürftig ist.

    Die beiden Preise wurden in den mir zugänglichen Quellen nicht einmal genannt. Leider bin ich die Diskussion bei SPON zu spät eingestiegen, um das zu ändern, aber den Post Nummer dreihundertirgendwas liest sowieso niemand mehr.

    Meine Tageszeitung erwähnt zwar Naidoos Auftritt bei den Reichsbürgern, nicht aber unsere “Belohnung” dafür. Schade.

  10. 10 Seb 20. November 2015 um 07:58

    Ist doch super. “Deutschland” (also die paar Verwirrten die sich tatsächlich für den Schlagerwettbewerb interessieren) zeigt damit doch nur seine Aufgeschlossenheit. Welches andere europäische Lamd hat schon einen prominenten schwarzen Braun-Esoteriker aufzubieten ;-)

  11. 11 TeslaDriver 20. November 2015 um 08:11

    Da für Deutschland noch niemand singt, unterstütze ich Die Kassierer!

    http://www.ruhrbarone.de/esc-wolfgang-wendland-und-die-kassierer-treten-gegen-xavier-naidoo-an/117467

  12. 12 Seb 20. November 2015 um 09:56

    @TeslaDriver
    Hihi, nette Idee. Ich fände Eisenpimmel allerdings noch besser, das würde der Vetranstaltung endlich einmal den verdienten Ernst verleihen :D

  13. 13 npl 20. November 2015 um 10:24

    Unabhängig davon, was der ESC vorgibt zu sein oder sein will, ists nunmal ein flacher Mode-Klaumauk.
    Dahingehend passt Naidoo wie die Faust aufs Auge, und ist eine sehr gute Wahl, Alf Poier hatte damals den zweiten Platz erreicht. Ist doch ne ne gute Sache im Deckmantel der Kunst Schwachsinn zu erzählen und zu beleidigen.

    Es geht beim ESC um nichts als Punkte und um -wie auch immer- aufzufallen. Das dort annerkannte Sänger und Künstler hingeschickt werden ist schon ferne Vergangenheit.

    Dagegen zu hetzen, einen Kasperl wie Naidoo ins Kasperltheater schicken, wird bestenfalls ignoriert. Eher wird das noch eine “Jetzt erst recht” Mentalität schüren.

  14. 14 Pierre Castell 20. November 2015 um 10:32

    @ seb
    “die paar Verwirrten..!”

    Hm, die “paar Verwirrten” sind mindestens 100 bis 200 Millionen Fernsehzuschauer aus 27 Nationen…(da gibt es verschiedene Angaben je nach Quelle).

  15. 15 2xhinschauen 20. November 2015 um 11:37

    Wenn man es landesweit organisieren könnte, sollten wir die Songauswahlshow und vor allem den eigentlichen Auftritt boykottieren. Also die Kiste für die drei Minuten ausmachen. Das würde auch international bemerkt werden.

    Ansonsten finde ich den ESC herrlichen Trash. Köstlich, wenn man es leicht und im Freundeskreis nur die Frisuren, die Kostüme und die Mimik usw. bewertet. Wegen Xaver müsste man die ganz Sache jetzt mal ernstnehmen, und ich finde, das geht echt zu weit.

  16. 16 Pierre Castell 20. November 2015 um 13:14

    @ nota.bene

    “…die mediale Reichweite unseres Goldenen Bretts und des gleichfarbigen Aluhuts mehr als dürftig ist.”

    Eine Erwähnung auf “Spiegel online” halte ich keinesfalls für dürftig!

    http://www.spiegel.de/kultur/musik/xavier-naidoo-beim-eurovision-song-contest-dieser-weg-wird-kein-leichter-sein-a-1063597.html

  17. 17 kdm 20. November 2015 um 19:11

    Noch “besser” wäre ja ein Duett mit der verrückten Nina H.
    Wennschondennschon.

  18. 18 crazyx 21. November 2015 um 13:42
  19. 19 Pierre Castell 21. November 2015 um 16:46

    @ @ nota.bene

    Sehen Sie, die insgesamte mediale Reichweite war wirkungsvoller, als so mancher dachte…

  20. 20 Pierre Castell 1. Dezember 2015 um 23:41

    Mann, oh Mann.

    Was Atze Schröder soeben bei Markus Lanz zu Xavier Naidoo von sich gab, war strohdumm…

    “Reichsbürger…ich habe mich mit dem Thema noch gar nicht beschäftigt….!”

    O.K, dann bitte auch nicht Partei ergreifen!

  21. 21 Ralf 2. Dezember 2015 um 17:39

    @Pierre Castell
    Danke, habe ich nicht gesehen, aber das Zitat spricht wirklich Bände.
    Mit “Atze Schröder” konnte ich noch nie wirklich was anfangen – ich fand ihn auch noch nie witzig.

  22. 22 Martina Rheken 2. Dezember 2015 um 21:47
  23. 23 Ralf 25. Februar 2016 um 20:51

    Ha ha, Avantasia hat es wirklich unter den Top-Drei geschafft…
    Das erste Mal, daß ich CDs eines ESC-Vorentscheid-Teilnehmer habe…wobei nur die erste eigentlich schönes Power-Metal war…und irgendwie stammt “Power-Metal” aus dem “True-Metal”, deshalb darf man sich das anhören ;-)
    Die Melodie kommt mir zwar sehr bekannt vor, aber was solls ;-)

  24. 24 Randifan 25. Februar 2016 um 21:18

    Wahrscheinlich hätte auch Herr Naidoo Deutschland nicht den ersten Platz verschaffen können. Bei allen was er von sich gibt, so wirkt er angesichts der Konkurrenz viel zu ernst, seriös und talentiert.

  25. 25 Ralf 25. Februar 2016 um 22:44

    @Randifan
    Naidoo talentiert? Man, da haben Sie mich noch nicht zugekifft singen hören :-)))

  26. 26 Randifan 25. Februar 2016 um 23:47

    @Ralf
    Verglichen mit den Teilnehmern dieses Gesangswettbewerbs ist Herr Naidoo doch talentiert, aber er ist nicht einzigartig auf dieser Welt.

  27. 27 Ralf 26. Februar 2016 um 00:05

    @Randifan
    Na ja, das ist wohl auch etwas Geschmackssache…die “Kleine”, die gewonnen hat, überzeugte auch mit Talent, aber das Lied ist Kacke, besonders der Refrain, auf den es ankommt – wenn man das Lied viermal gehört hat, dann will man es nicht mehr hören.
    Naidoo gefiel mir noch nie…ja, es mag sein, daß er etwas “souliges” hat, aber ob das besonders talentiert ist, ist die Frage…
    Aber Talent ist nicht alles, wenn jemand solchen Ideologien anhängt, dann geht mir das Prädikat “seriös” schwer über die Lippen.

  28. 28 Ralf in Altersteilzeit 2. Juni 2016 um 16:58
  1. 1 Psiram » Xavier Naidoo nun auch im englischen Psiram-Wiki Pingback am 21. November 2015 um 20:14

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