Making Sense of Climate Science Denial: Online-Kurs zum Thema Klimaleugnung

Zum “Earth Day 2015″ sprach der populäre Wissenschaftsjournalist Bill Nye mit US-Präsident Obama über den Klimawandel:


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Obama kritisierte die Klimaleugner-Fraktion im Kongress der Vereinigten Staaten und bekräftigte seinen Willen, eine Vorreiterrolle beim Klimaschutz und bei der Wissenschaftsvermittlung zu übernehmen:

I’m not a scientist either, but I know a lot of scientists,” he said. “I have the capacity to understand science. I have the capacity to look at facts ad base my conclusions on evidence.”

Die Universität von Queensland (Australien) bietet derweil den Online-Kurs

Making Sense of Climate Science Denial”

an:

Climate change is real, so why the controversy and debate? Learn to make sense of the science and to respond to climate change denial.”

Die Internet-Fortbildung beginnt am 28. April und dauert sieben Wochen. Der Arbeitsaufwand wird mit einer bis zwei Wochenstunden angegeben. Die Kurssprache ist Englisch, die Teilnahme kostenlos. Lediglich ein optionales Abschlusszertifikat schlägt mit 100 US-Dollar zu Buche.


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Zu den im Kurs Intervievten gehören die Biologin Eugenie Scott, Mitglied im Exekutivkomitee der amerikanischen Skeptikerorganisation CSI, und die Wissenschaftshistorikerin Naomi Oreskes.

Scott sorgte vor drei Jahren dafür, dass das National Center for Science Education neben der Evolution auch die Verteidigung der Klimawissenschaften in den Fokus genommen hat.

Naomi Oreskes ist Mitverfasserin des viel gelobten Sachbuchs “Merchants of Doubt”, das die interessegeleiteten Aktivitäten der Klimaleugner enthüllt.

In Deutschland ist das Buch unter dem Titel “Die Machiavellis der Wissenschaft: Das Netzwerk des Leugnens” erschienen, die Verfilmung wurde Anfang 2015 abgeschlossen:


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Scott und Oreskes werden zusammen mit anderen hochkarätigen Referenten Themen wie

  • soziale und psychologische Faktoren der Klimawandel-Leugnung
  • Beweise für den anthropogenen Klimawandel und dessen Folgen
  • Techniken und Fallstricke von Klimamythen
  • Fehlinformationen erkennen und widerlegen

behandeln.

Ein ähnlicher Kurs (“Turn Down the Heat: Why a 4°C Warmer World Must be Avoided”) auf der Online-Plattform Coursera hat bereits am 20. April begonnen.

Wie in den GWUP-News bereits berichtet, war 2014 das wärmste Jahr, seit es verlässliche Temperaturaufzeichnungen gibt. Und die Rekordwerte setzen sich fort: In 2015 haben wir die bislang wärmste Periode Januar – März erlebt.

Der steigende Meeresspiegel bedroht mittlerweile auch Luxus-Bauten in Miami Beach. Neben Obama melden sich jetzt auch Prominente wie “Avengers”-Regisseur Joss Whedon zu Wort:

Politicians Who Deny Climate Change Deny Basic Scientific Truth.”

Der australische Experte für Kommunikation John Cook legt auf der CSI-Webseite noch einmal dar, dass Klima-Leugner keine Skeptiker sind:

Skepticism is at the heart of the scientific method. Genuine skeptics don’t come to conclusions until they’ve considered the full body of evidence. That’s why it took many years for the scientific community to accept that the Earth is warming due to human greenhouse gas emissions. Scientists were skeptical until the evidence became overwhelming.

In contrast, people who deny well-established science come to conclusions first, and then reject any evidence that conflicts with their beliefs. Denial and skepticism are polar opposites.”

Zum Weiterlesen:

  • University offering free online course to demolish climate denial, The Guardian am 21. April 2015
  • „Die Pseudoargumente der Klimawandelleugner“ gewinnen den Kölner Bullshit-Slam, GWUP-Blog am 1. März 2015
  • Obama talks science and climate change with Bill Nye, The Hill am 24. April 2015
  • Taking Back Skepticism, CSI am 22. April 2015
  • “Zeit der Zweifler”: National Geographic zum Thema Wissenschaftsfeindlichkeit, GWUP-Blog am 1. März 2015
  • Globale Erwärmung: Leugner sind keine Skeptiker, GWUP-Blog am 12. Dezember 2014

4 Kommentare zu “Making Sense of Climate Science Denial: Online-Kurs zum Thema Klimaleugnung”


  1. 1 Ralf 26. April 2015 um 20:15

    Zitat

    Der steigende Meeresspiegel bedroht mittlerweile auch Luxus-Bauten in Miami Beach.

    Ja, jetzt langsam dämmert es, wenn das Wasser vor der Haustüre steht; in einigen Regionen der Welt ist der Klimawandel schon spürbar.
    Das Problem ist nur, wenn man wartet, bis es offensichtlich ist, dann ist es auch unausweichlich…

    btw: Der Klimawandel wird auch das “Flüchtlingsproblem” verstärken, aber zum Glück gibt es Schleuser, die nicht viel Geld in die Seetauglichkeit der Bote stecken.

  2. 2 Werner 27. April 2015 um 13:14

    Passend zu diesem Thema könnte man sich natürlich auch die Frage stellen, ob die Antworten, die Deutschland auf den Klimawandel hat, die richtigen sind.

    Wenn es unabdingbar ist, den CO2-Ausstoss zu reduzieren, um die Welt vor einer gewaltigen Katastrophe zu retten, warum werden dann die CO2-freien Kernkraftwerke bis 2022 abgeschaltet. Die Gefahren und Risiken, die von ihnen ausgehen, sind auf jeden Fall besser beherrschbar wie eine Klimakatastrophe, vor der hier gewarnt wird.

    Stattdessen wird auf Technologien gesetzt, die äußerst instabil sind und nur dann Strom liefern, wenn es gefällt. Obwohl die installierte Kapazität von Sonne/Wind heute bereits für eine Vollversorgung ausreichen würde, liefern sie im Duchschnitt gerade mal 15% des gesamten Stroms. Durchschnitt bedeutet, dass sie mal zuviel liefern und dann wieder Null Komma fast nix, das wird auch bei einer Verdopplung der installierten Leistung so bleiben.

    Da die für eine Vollverfügbarkeit erforderliche Speicherkapazität in keinster Weise verfügbar ist und auch in den kommenden Jahrzehnten nicht verfügbar sein wird, ist man gezwungen, konventionelle (Kohle, Gas) Energieträger nicht nur beizubehalten, sondern ab 2022 sogar noch auszubauen. Durch die ungleichmäßige Auslastung der Reservekraftwerke sind diese nicht mehr wirtschaftlich und erzeugen mehr CO2.

    Bereits jetzt, wo es noch 15% Kernkraft gibt, ist keinerlei Rückgang der CO2-Produktion bei der Stromerzeugung zu beobachten, ab 2020 ist ein Zuwachs zu erwarten. Der derzeitige geringe Rückgang ist auf moderne/effiziente Techniken z.B. bei Autos und Einsparmaßnahmen z.B. durch Gebäudedämmung zurückzuführen.

    Wenn man sich überlegt, zu welchen Kosten das alles durchgezogen wird, wie hunderte Milliarden Euro für eine minimale Reduktion der CO2-Produktion ausgegeben werden und wie schönste Landschaften mit Windmühlen überzogen werden, dann frage ich mich schon, ob das alles so genau durchgedacht wurde.

    Bei den Beträgen, um die es geht, wäre das vielleicht angebracht gewesen.

  3. 3 Bernd Harder 27. April 2015 um 16:44
  4. 4 Ralf 27. April 2015 um 17:45

    Zitat Werner

    Wenn es unabdingbar ist, den CO2-Ausstoss zu reduzieren, um die Welt vor einer gewaltigen Katastrophe zu retten, warum werden dann die CO2-freien Kernkraftwerke bis 2022 abgeschaltet. Die Gefahren und Risiken, die von ihnen ausgehen, sind auf jeden Fall besser beherrschbar wie eine Klimakatastrophe, vor der hier gewarnt wird.

    Das sehe ich auch so, denn niemand weiß, welche Ausmaße die Klimaveränderung wirklich haben wird – eine Reaktorkatastrophe ist zwar sehr schlimm, aber man kennt wenigstens die Folgen; außerdem ist bei einem Super-Gau nur eine Region stark belastet und die Klimaveränderung wird globale Auswirkungen haben.
    Ich höre jetzt schon die anklagenden Worte der nachfolgenden Generationen: “Warum habt ihr nichts getan”.


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