„Alternativmedizin“ und der Krebstod der „Wellness Warrior“

Erneut hat die sogenannte Alternativmedizin ein prominentes Todesopfer gefordert.

In Australien ist die 30-jährige Jessica Ainscough gestorben, die als “The Wellness Warrior” populär geworden war:


Direktlink zum Video auf Youtube

2008 wurde bei Ainscough das sehr seltene Epitheloidsarkom diagnostiziert, ein maligner Weichteiltumor, der vor allem Hand, Finger, Ellenbogen und Unterarme befällt.

In dem Online-Portal MindBodyGreen schrieb sie damals unter der Überschrift “Conquering Cancer with Carrot Juice”:

After being told by doctors that my only real chance of long-term survival would be to have my arm amputated at the shoulder I decided to take matters into my own hands. I refused their offers of surgery, chemotherapy and radiation and began searching for natural, alternative cancer treatments.”

Noch im vergangenen Jahr promotete sie aktiv Pseudotherapien und verbreitete medizinischen Unsinn:


Direktlink zum Video auf Youtube

Ein besonderes Faible hatte Ainscough für die Gerson-Diät – “my weapon of choice against cancer”.

Psiram merkt dazu an:

Bisher gibt es keine einzige Studie der Gerson-Klinik bzw. des Gerson-Institutes, in der glaubwürdig eine Langzeituntersuchung der behandelten Patienten durchgeführt wurde, und dies trotz der Tatsache, dass es die Diät bereits seit den 1940er Jahren gibt.”

Jessica Ainscough starb am 26. Februar.

Der amerikanische Onkologe und Blogger David Gorski schreibt:

Jess Ainscough had a shot, one good shot. That’s usually the case for most cancers; your first shot is your best shot, and we as cancer doctors need to make it count. She didn’t take her first shot [...]

Now that she is gone, what I want to know is this: Who are the quacks who enabled her and egged her on? Who are the quacks who conned her into believing that Gerson therapy would save her life?”

Auch die australische Onkologin Ranjana Srivastava geht hart mit den Quacksalbern ins Gericht:

Does the natural therapist, coffee enema prescriber or wave therapy expert ever discuss patient care with an oncologist? Not in my experience. There is never written correspondence or a phone call, not even when a patient is desperately ill [...]

It will always attract unguarded patients who will cling to the faintest promise of recovery without associated harm. Whenever money changes hands and the premise sounds too good to be true, the motto remains: Caveat Emptor.”

Was soviel heißt wie:

Möge der Käufer sich in Acht nehmen.”

Die Backpulver-Fraktion indes wird das Drama um Jessica Ainscoughs nicht weiter anfechten.

Die republikanische US-Politikerin Michele Fiore verkündet ungeniert, dass Krebs nur “ein Pilz” sei, den man mit Bikarbonat leicht zum Verschwinden bringen könne.

Und Blätter wie der Mirror fördern Scharlatanerie wie “Krebsdiäten” noch – wenn sie nicht gerade “Geister”-Erscheinungen in Kindervideos hinein phantasieren.

Der Mirror-Artikel

Mum refuses NHS cancer treatment and vows to beat deadly disease with raw vegetable diet”

erschien am 25. Februar.

Einen Tag vor Jessica Ainscoughs Tod.

Zum Weiterlesen:

  • The Gerson protocol, cancer, and the death of Jess Ainscough, a.k.a. “The Wellness Warrior”, Science-Based Medicine am 2. März 2015
  • Cancer death of ‘Wellness Warrior’ Jess Ainscough brings focus onto alternative treatments, The Sydney Morning Herald am 6. März 2015
  • Jess Ainscough finally admits her condition is deteriorating, Respectful Insolence am 16. Dezember 2014
  • What do doctors say to ‘alternative therapists’ when a patient dies? Nothing, The Guardian am 2. März 2015
  • Why media coverage of alternative cancer cures is dangerous, The Guardian am 4. März 2015
  • Behandlung von Krebspatienten mit Homöopathie, Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie am 15. Juni 2013
  • Nein, Homöopathie heilt keine “ernsten Krankheiten”, GWUP-Blog am 12. Juni 2013
  • Homöopathie gegen Krebs? GWUP-Blog am 15. Juni 2015
  • Heilt Homöopathie Krebs? skeptiker.ch am 24. April 2013
  • Homöopathie: Wenn Skeptiker Hoffnungen zerstören, GWUP-Blog am 18. April 2013
  • Homöopathie bei Krebs: Es ist alles noch viel schlimmer, GWUP-Blog am 23. Juni 2014
  • Initiative für Wissenschaftliche Medizin: gegen Nonsens und Irreführung der Patienten, GWUP-Blog am 7. März 2015
  • Pseudomedizin: Warum dürfen Ärzte Unsinn behaupten? profil am 7. März 2015
  • Steve Jobs und die Pseudomedizin, GWUP-Blog am 22. Oktober 2011
  • Krebsforscher: “Finger weg von komplementären Verfahren”, GWUP-Blog am 7. Januar 2015
  • Krebs-Scharlatane: Wenn Patienten den Tumor ärgern, GWUP-Blog am 8. Juli 2014

47 Kommentare zu “„Alternativmedizin“ und der Krebstod der „Wellness Warrior“”


  1. 1 Hans-Werner Bertelsen 11. März 2015 um 10:05

    In der aktuellen ZEFQ:

    “Die Notwendigkeit einer Grenzdefinition im Bereich der ärztlichen Fortbildung”
    (The necessity of a definition of limits in advanced medical education)

    “Niedergelassene Kollegen sollten die
    vorhandene und breite Therapiefreiheit
    nutzen und weder Zeit noch
    Geld in Glaubenssysteme investieren,
    die außerhalb von etablierten
    Praxisräumen besser und glaubwürdiger
    platziert sind. Eine maßvolle
    Begrenzung der Therapiefreiheit, wie
    sie durch die Ausklammerung der
    sogenannten Alternativen Medizin aus
    den Fortbildungsräumen der Kammern
    entstünde, dient allen Patienten und
    schlussendlich auch allen niedergelassenen
    Ärzten.”

  2. 2 fabs 11. März 2015 um 16:15
  3. 3 Ralf 11. März 2015 um 17:29

    Da kann man nur hoffen, daß der Tod nicht umsonst war und dadurch viele wachgerüttelt werden…

  4. 4 Michel 12. März 2015 um 20:22

    Sehr traurig.

  5. 5 Bernd Harder 4. August 2015 um 16:18
  6. 6 Ralf 4. August 2015 um 19:48

    …sorry, hier wurde es ja schon gepostet – da war ich etwas zu langsam ;-)
    http://www.br.de/nachrichten/mittelfranken/inhalt/guru-lonnerstadt-revision-100.html

  7. 7 Elli 23. August 2016 um 13:41

    Ja, aber was heißt Scharlatane? Man redet davon, dass die “alternative Therapi”e sie umgebracht hat… Ich denke, ihre Krankheit hat sie umgebracht und nicht die Therapie. Es handelte sich eben um eine sehr aggressive Tumorart und medizinische Statistiken weisen nicht gerade auf große Erfolge der Chemotherapie bei solchen Tumoren, die bereits gestreut haben, hin. Wenn bei der Erstdiagnose bereits Fernmetastasen bestehen, ist kaum ein Krebs (mit egal welchen Mitteln) heilbar. Mit der herkömmlichen, medizinischen Therapie hätte sie vermutlich keine 5 Jahre überlebt. Die gesunde Ernährung hat ihr immerhin ein sehr langes und über lange Strecken Beschwerdeloses überleben gebracht. Die Statistiken in Hinsicht auf die Chemo sind auch oft irreführend. Ein Mensch, der 5 Jahre lang den Krebs überlebt, gilt laut Statistik als geheilt. Keiner fragt sich, ob dieser Mensch beim Erreichen des fünften Jahres nach Ausbruch der Krankheit nicht dahinsiechend im Bett liegt. Fraglich auch noch, in welchem Zustand sie mit der Chemo gewesen wäre und wie ihr Leben nach einer Armamputation (die auch keine Heilungsgarantie birgt) ausgesehen hätte. Es war eine potentielle Heilchance gegeben, aber auch nur eine sehr geringe.

    Ich rede davon, weil ich einen nahen Angehörigen habe, der zur gleichen Zeit wie ein Bekannter an derselben Tumorart erkrankt ist. Beide haben sie bei der Erstdiagnose Fernmetastasen gehabt und galten als unheilbar. Man bat ihnen die palliative Chemo an. “Lebenserhaltend”, aber nicht heilend. Mein Angehöriger hat die Chemo abgelehnt und hat begonnen, sich gesund zu ernährend. Mein Bekannter hat den schulmedizinischen Weg eingeschlagen. Meinem Angehörigen geht es klinisch relativ gut. Die Krankheit schreitet – trotz alternativer Medizin – leider voran und man sieht es in der Bildgebung. Aber er fühlt sich, Gott sei Dank, gut. Geht täglich spazieren, nimmt keine Medikamente, war auf Urlaub. Ein guter Ausgang wäre ein unglaubliches Wunder und wir wissen, dass die Krankheit einen tragischen Ausgang haben kann.

    Bei meinem Bekannten, der Chemo und Bestrahlung gemacht hat, haben sich in den ersten Monaten die Tumore etwas zurückgezogen. Dann sind sie buchstäblich explodiert. Ihm geht es seit der dritten Chemoverabreichung nicht ganz so gut. Von der Tumorentwicklung sind beide Erkrankte auf etwa dem gleichen Stand (neue, wachsende, bedrohliche Metastasen in unterschiedlichen Organen). Allerdings geht es dem mit der Alternativmedizin klinisch besser. Er ist dünn, aber er sieht nicht krank aus und er fühlt sich auch nicht so krank.

    Es ist fraglich, wie viel Zeit die Chemo einem Patienten mit Metastasen schenkt (wenn überhaupt) und wie diese geschenkte Zeit dann wohl aussieht bzw. ob sie als lebenswert empfunden wird.

    Ich lese hier irreführende Artikel wie “Naturheilkunde: Wenn Eltern ihre Kinder gefährden”. Das ist schon mal ein total schwachsinniger Titel. Ein Kind mit einem aggressiven Karzinom ist per se gefährdet. Da braucht es kein Zutun. Und ob es durch eine Chemo weniger gefährdet ist und sich besser behandelt fühlt, sei dahingestellt. Wie viele Kinder durch die Chemo überleben, ist fraglich. Ich arbeite an einer Klinik und beobachte oft, wie Kinder an einer Chemo vor sich dahinsiechen, bis ebenfalls alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind, in welchen das Kind dauernd im Krankenhaus war und permanent dem Leiden ausgesetzt war.

  8. 8 Bernd Harder 23. August 2016 um 14:22

    @Elli:

    Kurz zusammengefasst:

    Eine Chemotherapie *kann* tödlich enden, weil Krebs halt nun mal keine Erkältung ist.

    Eine “alternative” Krebsbehandlung endet immer tödlich, sofern keine (mehr als seltene) davon unabhängige Spontanheilung auftritt.

    < < “Naturheilkunde: Wenn Eltern ihre Kinder gefährden”. Das ist schon mal ein total schwachsinniger Titel. <<

    Ist es nicht:

    "Der überaus begrenzte Nutzen unkonventioneller Krebsbehandlungen stehe in keinem Verhältnis zu deren potenziell negativen Folgen, etwa einer verringerten Lebensqualität und sogar einem höheren Sterberisiko."

    http://blog.gwup.net/2015/01/07/krebsforscher-finger-weg-von-komplementaren-verfahren/

    < < Ich arbeite an einer Klinik und beobachte oft, wie Kinder an einer Chemo vor sich dahinsiechen, bis ebenfalls alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind, in welchen das Kind dauernd im Krankenhaus war und permanent dem Leiden ausgesetzt war. <<

    "Experten betonen den nachgewiesenen Nutzen für viele Krebspatienten. Werden Zytostatika jedoch als vermeintlich letztes Mittel eingesetzt, ohne Abwägung von Wirkung, Nebenwirkung, Nutzen und Schaden, muss eine "Chemotherapie um jeden Preis" vor allem bei Schwerstkranken durchaus hinterfragt werden. "

    https://www.krebsinformationsdienst.de/behandlung/chemotherapie-stellenwert.php

  9. 9 noch'n Flo 23. August 2016 um 15:31

    @ Elli:

    Anekdoten sind keine Wissenschaft. Die Verläufe bei Deinem Verwandten und Deinem Bekannten haben zum Thema Krebstherapie genau Nullkommagarnix an Aussagekraft. Weil bei Einzelfällen immer der Zufall eine zu grosse Rolle spielt.

    Ich habe während meiner Facharztausbildung (Innere Medizin) u.a. auch 16 Monate in der Onkologie gearbeitet und in dieser Zeit viele Patienten erlebt, denen es durch die medizinischen Standardverfahren schnell besser ging. Manche Krebsarten haben wir zwar noch nicht so gut im Griff wie andere – aber dafür wird ja auch geforscht (etwas, was die sog. “Alternativmedizin” leider nicht macht).

    “Wie viele Kinder durch die Chemo überleben, ist fraglich.”

    Dazu gibt es diverse Studien – Google ist Dein Freund

  10. 10 Ralf in Altersteilszeit 23. August 2016 um 21:03

    Wenn man sich auf Alternativmedizin verlässt, dann hat man maximal eine geringe Besserung oder den Placebo-Effekt.

    Stellt man sich der “Schulmedizin”, dann hat man Grund zur Hoffnung, aber natürlich sind Ärzte keine Götter in Weiß; Alternativmedizin kann keine Lösung sein, denn sie ist nicht Stand der aktuellen Wissenschaft.

    Ein Samuel Hahnemann, der vor 150 Jahren, irgendeine Pseudo-Therapie entwickelt hat, kann ja kein Maßstab sein.

    Da wir schon bei persönlichen Krankengeschichten sind:
    Ich litt über zwanzig Jahre an einer chronischen Hepatitis C. Ich dachte nicht, daß ich es noch erlebe, das es ein Heilmittel gibt, aber dank der “Farmer-Mafia” gelte ich seit einem Jahr als geheilt.

    Ich verwette meinen Arsch darauf, daß die Alternativ-Medizin das in hunderttausend Jahren nicht geschafft hätte.

  11. 11 crazyfrog 23. August 2016 um 21:07

    “Alternativmedizin, Lebensqualität mit Krebs und die Schaden-kann-es-nicht-Hypothese”

    http://scilogs.spektrum.de/fischblog/alternativmedizin-statistik/

  12. 12 Elli 24. August 2016 um 12:48

    Ich bin nicht der Meinung, dass man wahllos irgendwelchen Scharlatanen folgen soll, aber eine bestimmte Form von Ernährung einzuhalten, tut dem Körper gut. Es gibt auch eine Studie zum Fasten (vier Tage Essensentzung – 2 Tage vor und 2 nach der Chemoverabreichung), die die Vorteile des Fastens bei Chemo erörtert. Lt. dieser Studie schalten gesunde Zellen bei Hunger auf einen Schutzmechanismus, während kranke Zellen dadurch geschwächt werden und für die Chemo leichter angreifbar sind. Manche Patienten, die so ein Protokoll befolgt haben, wurden trotz Endstadium gesund.

    Für mich ist es nicht nachvollziehbar, dass man mit der Verabreichung hochtoxischer Substanzen (mit denen das Klinikpersonal ja nicht “kontaminiert” werden darf) irgendjemanden heilen kann. So sagt z.B. das Sicherheitsdatenblatt von Oxaliplatin mehr aus als tausend Worte:

    https://fagron.com/sites/default/files/document/msds_coa/61825-94-3_(DE).pdf

    Ich kenne/kannte viele Menschen, die zu Anfang einer Chemo Schrumpfungen ihrer Tumoren enthielten. Nach einiger Zeit explodierten die Tumoren jedoch buchstäblich. Dies verwundert nicht. Stoffe wie Oxaliplatin sind nunmal stark krebserregend und lassen die DNA mutieren. Wie soll man also Krebs mit krebserregenden Mitteln auf die Dauer besiegen?

    Bei meinem “Verwandten” handelt es sich um meinen Vater und ich schildere meine Erfahrung. Seinen Krebs hat man im Endstadium entdeckt und mit Chemo überleben sein Stadium nicht mal 3% der Erkrankten das fünfte Jahr nach Feststellung der Erkrankung.

    Alternativmedizin kann durchaus heilen oder zumindest helfen, sonst würde sich die Pharmaindustrie nicht der Pflanzen und ihrer Kräfte beziehen. Als Pharmazeutin glaube ich, das zu wissen.

    Aber einen Artikel zu publizieren, in welchem steht “Alternativmedizin tötet Krebskranken” ist meiner Meinung nach Zeugnis richtiger Unreflektiertheit. Krebs ist nun mal eine Krankheit, die potentiell tötet (vor allem im fortgeschrittenen Stadium). Jessica Ainscough war zu Beginn ihrer Krankheit in schulmedizinischer Behandlung (Chemo + Strahlentherapie). Als nichts mehr anschlug und nur noch eine Amputation empfohlen wurde, hat sich sich der Alternativmedizin zugewandt. Diese hat ihr noch einige Jahre beschwerdefreien Lebens geschenkt und das ist bei dieser Erkrankung allerhand.

    Vlt. ist eine Kombination zw. Schul- und Alternativmedizin (wie z.B. das Fasten) der sinnvollste Weg. Da in der Pharmaindustrie u.a. das meiste Geld mit den Chemotherapien gescheffelt wird (man Bedenke, wie viel Mittel wie Avastin etc. kosten), wird diese Art von Therapie auch in 100 Jahren nicht aus der Mode gekommen sein und erfinden wird man auch nichts Besseres.

  13. 13 Elli 24. August 2016 um 12:53

    @noch’n Flo:

    In der Alternativmedizin kann natürlich nicht viel geforscht werden. Eine Pflanze kann nun mal nicht patentiert werden und aus ihr ist kein Profit zu schlagen. Dass nicht geforscht wird (nur weil die Investoren fehlen) heißt aber nicht, dass Pflanzen keinen Effekt haben.

    Mein Vater hat während seiner Erkrankung eine Unmenge an Tees getrunken, die seinen Zustand eindeutig verbessert haben. Unter anderem Ackerschachtelhalmtee in rauen Mengen…

  14. 14 Bernd Harder 24. August 2016 um 12:57

    @Elli:

    < < Da in der Pharmaindustrie u.a. das meiste Geld mit den Chemotherapien gescheffelt wird (man Bedenke, wie viel Mittel wie Avastin etc. kosten), wird diese Art von Therapie auch in 100 Jahren nicht aus der Mode gekommen sein und erfinden wird man auch nichts Besseres. <<

    Man bedenke, was die Entwicklung eines neuen Krebsmedikaments die Pharmaindustrie kostet (eine Milliarde Euro im Schnitt, und nur ein Bruchteil der erforschten Präparate kommt tatsächlich auf den Markt).

    http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/bayer-pharmachef-im-interview-ein-medikament-kostet-eine-milliarde/9575698.html

    Deshalb können wir sehr sicher sein, dass es in 100 Jahren etwas weitaus Besseres geben wird, z.b:

    http://www.faz.net/aktuell/wissen/medizin-ernaehrung/neue-methoden-der-onkologie-die-selbstverteidigung-gegen-den-krebs-13405363.html

  15. 15 Bernd Harder 24. August 2016 um 12:59

    @Elli:

    < < Eine Pflanze kann nun mal nicht patentiert werden und aus ihr ist kein Profit zu schlagen. <<

    Das ist ein gern geglaubter Mythos. Man braucht nur ein Molekül bei der synthetischen Nachbildung zu verändern, dann kann man das natürlich patentieren lassen. Die meisten neuen Medikamente basieren auf Naturstoffen.

    http://blog.gwup.net/2015/04/12/esoterisches-arzte-bashing-mythen-und-die-erwiderungen-2/

  16. 16 Elli 24. August 2016 um 13:13

    @Bernd Harder:

    Natürlich basieren die Medikamente auf Naturstoffen, weil Naturstoffe sehr viel Potential haben.

    Wenn man ein Molekül verändert, ist es schon nicht mehr das Ursprungsprodukt. Patentierbar ja, aber noch immer nicht profitabel genug.

    Das Herstellen von Dronabinol z.B. ist ein gutes und einträgliches Geschäft, während das richtige Cannabis weiterhin in vielen Ländern verboten bleibt. Dabei hat es einen enormen Nutzen… Steigert beträchtlich den Appetit, hellt die Stimmung auf, mindert Schmerzen und lässt den Schwerkranken schlafen und sich erholen.

  17. 17 Bernd Harder 24. August 2016 um 13:37

    @Elli:

    << Patentierbar ja, aber noch immer nicht profitabel genug. <<

    Wie gesagt, “Profit” muss man immer im Zusammenhang mit den Produktionskosten sehen.

    Globuli kosten in der Herstellung quasi nichts (es gibt auch keine Forschung) und sind von daher sehr profitabel – insofern wäre, nach Ihrer Argumentation, die homöopathische Pharmaindustrie als erstes unter die Lupe zu nehmen. Macht aber niemand, weil das ja angeblich alles “natürlich” ist.

    Also undifferenziertes Pharmabashing führt nicht unbedingt weiter.

    Cannabis hat eben das Problem, dass es – sagen wir mal so – nicht nur bei Schmerzpatienten sehr beliebt ist.

    Es wird ja an neuen Gesetzen gearbeitet, aber da gibt es halt jede Menge zu berücksichtigen. Und billig ist Medizinalhanf nun auch nicht gerade (zirka 1000 Euro pro Patient im Monat, was einem Krebsmedikament kaum nachsteht).

  18. 18 noch'n Flo 24. August 2016 um 14:42

    @ Elli:

    Sorry, aber Du erzählst hier eine Menge Humbug, vor allem aus der GNM-Ecke.

    “Aber einen Artikel zu publizieren, in welchem steht “Alternativmedizin tötet Krebskranken” ist meiner Meinung nach Zeugnis richtiger Unreflektiertheit.”

    Doch, in diesem Fall kann man eindeutig davon ausgehen, dass die zuletzt Gestorbenen nicht am Krebs, sondern an dem ihnen vom Heilpraktiker injizierten Gift gestorben sind.

    “Da in der Pharmaindustrie u.a. das meiste Geld mit den Chemotherapien gescheffelt wird”

    Wieder falsch. Mittel gegen Bluthochdruck, Diabetes sowie Antibiotika sind viel gewinnträchtiger – auch wenn die Gewinnspanne des Einzelmedikaments massiv geringer ist; die Masse macht es.

  19. 19 crazyfrog 24. August 2016 um 17:00

    Auch falsch – Canabis ist stark profitabel:

    “Die Regierungschefin plant ihre nächste Kehrtwende – sie wird Hanf freigeben. Andere wittern das Riesengeschäft. So könnte es kommen: Auszüge aus dem Roman “Legal High”

    Die ökonomische Dimension eines möglichen legalen Cannabisgeschäfts weckt in Wirtschaftskreisen großes Interesse, nicht zuletzt wegen der guten Erfahrungen in etwa zwei Dutzend amerikanischen Bundesstaaten.

    http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2016-08/legal-high-rainer-schmidt-drogen-cannabis-legalisierung

  20. 20 Elli 24. August 2016 um 18:01

    Was ist denn bitte GNM????

    Also durch Gersons Biosäfte kann man echt nicht sterben. Sorry, aber DAS ist Schwachsinn!!!

  21. 21 Elli 24. August 2016 um 18:06

    Ps Flo: von einem vom heilpraktiker injizierten Gift? Also bitte, wer Jessicas Kampf verfolgt hat, weiß, dass ihr nichts injiziert wurde. du vermischst äpfel und birnen… die in deutschland verstorbenen, denen was injiziert wurde u jemanden, der ganz ein anderes Konzept verfolgte.

    du scheinst wohl kaum einen an kreba sterbenden erlebt zu haben. ansonsten wüßtest du, dass es ein segen ist, wenn man mit sieser krankheit noch eine gute Lebensqualität erreicht. vlt kannst du mir aber ein beispiel nennen, warum es schlecht sein soll, sich in der krankheit gesund zu ernähren u das eigene Immunsystem zu unterstützen?

    ein arzt scheinst du mir keiner zu sein…

  22. 22 Elli 24. August 2016 um 18:09

    grad gegoogelt. germanische neue medizin… nie davon gehört, zumal ich nicht gerade “germanisch” bin.

  23. 23 Bernd Harder 24. August 2016 um 18:27

    @Elli:

    < < von einem vom heilpraktiker injizierten Gift? <<

    Hier gehen zwei Beiträge durcheinander:

    http://blog.gwup.net/2016/08/17/nach-todesfallen-politiker-fordern-scharfere-gesetze-fur-heilpraktiker/

    << warum es schlecht sein soll, sich in der krankheit gesund zu ernähren u das eigene Immunsystem zu unterstützen? <<

    Daran ist nichts schlecht – wenn man keine Religion daraus macht, wie die “Wellness Warrior”, und sinnvolle Behandlungen unterlässt, weil man stattdessen auf Quatsch vertraut.

  24. 24 noch'n Flo 24. August 2016 um 19:24

    @ Elli:

    “germanische neue medizin… nie davon gehört”

    Die verbreiten ebenfalls den Dummfug, Chemo sei so giftig und der Grund, warum Krebspatienten sterben.

    “von einem vom heilpraktiker injizierten Gift? Also bitte, wer Jessicas Kampf verfolgt hat, weiß, dass ihr nichts injiziert wurde. du vermischst äpfel und birnen… die in deutschland verstorbenen, denen was injiziert wurde u jemanden, der ganz ein anderes Konzept verfolgte”

    Ich bezog mich damit auch nicht auf den Fall der Frau Ainscough, sondern allgemein auf Deine Aussage.

    “du scheinst wohl kaum einen an krebs sterbenden erlebt zu haben”

    Bestimmt mehr als Du.

    “ansonsten wüßtest du, dass es ein segen ist, wenn man mit sieser krankheit noch eine gute Lebensqualität erreicht.”

    Definitiv. Aber diese geht sicherlich nicht auf das Konto der sog. “Alternativmedizin”. Ganz im Gegenteil: manche dieser Pseudotherapien VERKÜRZEN sogar noch die Rest-Lebenserwartung und lassen den Krebs aggressiver werden. Bestes Beispiel: die Misteltherapie aus der “Anthroposophischen Medizin”.

    *vlt kannst du mir aber ein beispiel nennen, warum es schlecht sein soll, sich in der krankheit gesund zu ernähren u das eigene Immunsystem zu unterstützen?*

    Strohmannargument – das habe ich nicht behauptet.

    Problematisch wird es allerdings, wenn manche Krebspatienten glauben, eine Ernährungsumstellung alleine könne ihren Tumor heilen – bekanntestes Opfer dieser Fehlannahme: Steve Jobs, der Gründer von “Apple”.

    “ein arzt scheinst du mir keiner zu sein…”

    Na, das erzähle mal meinen Patienten…

    Nebenbei empfehle ich Dir mal dringend die Lektüre dieses Artikels:
    http://blog.gwup.net/2015/07/08/zehn-grunde-warum-es-keine-krebs-verschworung-gibt/

  25. 25 Bernd Harder 24. August 2016 um 19:26

    < < manche dieser Pseudotherapien VERKÜRZEN sogar noch die Rest-Lebenserwartung und lassen den Krebs aggressiver werden. <<

    Details hier:

    http://blog.gwup.net/2015/01/07/krebsforscher-finger-weg-von-komplementaren-verfahren/

  26. 26 Christian Becker 24. August 2016 um 20:03

    @Elli
    Du gibst dich hier als Pharmazeutin aus und verstehst nicht, wie z.B. Oxaliplatin Krebs heilen/ verlangsamen soll? Bitte noch einmal so tun, als wäre in 2 Monaten Abschlussprüfung und Pharmakologie und pharmazeutische Chemie wiederholen.

  27. 27 noch'n Flo 24. August 2016 um 20:43

    @ Christian Becker:

    “@Elli
    Du gibst dich hier als Pharmazeutin aus”

    Ich habe Ellis Kommentare jetzt mehrfach gründlich durchgelesen, kann aber nirgendwo eine Textstelle entdecken, in der sie sich als Pharmazeutin ausgegeben hat. Was sie sicherlich auch nicht ist.

  28. 28 Det 25. August 2016 um 02:58

    @Flo: Kommentar von 12:48:
    “Alternativmedizin kann durchaus heilen oder zumindest helfen, sonst würde sich die Pharmaindustrie nicht der Pflanzen und ihrer Kräfte beziehen. Als Pharmazeutin glaube ich, das zu wissen. “

  29. 29 Christian Becker 25. August 2016 um 05:42

    http://blog.gwup.net/2015/03/10/alternativmedizin-und-der-krebstod-der-wellness-warrior/comment-page-1/#comment-65205

    Ziemlich in der Mitte:
    “Alternativmedizin kann durchaus heilen oder zumindest helfen, sonst würde sich die Pharmaindustrie nicht der Pflanzen und ihrer Kräfte beziehen. Als Pharmazeutin glaube ich, das zu wissen.”

  30. 30 crazyx 25. August 2016 um 07:49

    @noch’n Flo: Das bezieht sich vermutlich auf die Aussage “Ich arbeite an einer Klinik” aus Ellis erstem Posting; im Zusammenhang mit ihren Fachwissen suggerierenden Aussagen im weiteren Verlauf.

    Aber Du hast natürlich Recht; “an einer Klinik” bedeutet NICHT “Pharmazeutin”. Das kann von Chefärztin über Reinigungskraft oder Sekretärin bis hin zur Kioskverkäuferin natürlich alles mögliche sein.

  31. 31 Lanzelot 25. August 2016 um 08:44

    Jop, Angestellte in Krankenhaus-Apotheken behaupten das auch schon mal

    Und Glauben bedeutet nicht wissen.

    Wenn Pflanzenstoffe im pharmazeutischen und klinischen Kontext zum Einsatz kommen ist nicht das Gleiche, als wenn ich das auf der Wiese pflücke und reinstopfe.

    Als Pharmazeutin solltest Du das WISSEN

    Zitat:
    “Ich bin nicht der Meinung, dass man wahllos irgendwelchen Scharlatanen “folgen”

    Also nur ausgewählten Scharlatanen… na dann. Etwas anderes wirst Du in der Branche nicht finden

    Ernährung spielt bei Krebs durchaus eine Rolle. Aber nicht im Sinne einer Heilung oder Symptom-Reduktion. Je nach Krebsart und Befall ist die Möglichkeit der Nahrungsaufnahme und Transport/Verarbeitung/Ausscheidung eingeschränkt

    Aber das kann noch’Flo gegebenenfalls besser beschreiben

  32. 32 noch'n Flo 25. August 2016 um 08:55

    @ Det, @ Christian Becker:

    Danke für den Hinweis. Ich sollte wohl mal wieder meine Lesebrille überprüfen lassen.

  33. 33 noch'n Flo 25. August 2016 um 09:03

    Aber als Pharmazeutin sollte Elli auch wissen, dass Phytopharmakologie zur evidenzbasierten Medizin gehört, nicht zu den “Alternativmethoden”.

  34. 34 Dr. Hans-Werner Bertelsen 25. August 2016 um 09:28
  35. 35 Bernd Harder 25. August 2016 um 09:30
  36. 36 Elli 25. August 2016 um 13:48

    Ich arbeite als Pharmazeutin in der klinischen Anstaltsapotheke, von welcher aus täglich die Medikationen für die Patienten zubereitet bzw. hergestellt werden. Na, das Pharmazeuten in der Klinik tätig sind, ist aber auch ein riesiges wunder.

    Zu Oxaliplatin: schon klar, dass es Krebszellen töten kann – nur tut es dies mit allen anderen Zellen genauso.

  37. 37 Elli 25. August 2016 um 13:55

    @Lanzelot:
    Du glaubst also, dass es durch Pflanzen und Ernährung keine Symptom-Reduktion gibt?

    Ich habe mich während meines Studiums und meiner langjährigen Arbeit u.a. auf Phythopharmazie spezialisiert. Deswegen erstaunen mich die neu gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse, die ich hier von Fachleuten lese.

    Wie auch immer: jeder soll für sich die Therapie wählen, an deren Erfolg er am meisten glaubt. Das ist stets das beste Rezept für den Einzelnen. Man sollte es aber jedem Menschen (und auch Jessica)eingestehen, für sich jene Entscheidungen zu treffen, mit denen man am besten zu Recht kommt und das hat sie getan (nach dem Misserfolg der Chemotherapie und Bestrahlung und die ganze Palette von Nebenwirkungen, die sie durchmachen musste).

    Toleranz ist eine Gabe, jedoch leider eine seltene.

  38. 38 Bernd Harder 25. August 2016 um 14:56

    @Elli:

    “Toleranz” gegenüber Meinungen und Glauben ja – aber nicht gegenüber Fakten.

    Es gibt keine Toleranz bei Falschbehauptungen.

    http://blog.gwup.net/2015/07/28/muss-man-eine-andere-meinung-stets-akzeptieren-mitnichten/

    << Man sollte es aber jedem Menschen (und auch Jessica)eingestehen, für sich jene Entscheidungen zu treffen, mit denen man am besten zu Recht kommt <<

    Sie ist aber nicht damit “zurechtgekommen”, sondern gestorben.

    Das mag ihre freie Entscheidung sein, der “Darwin Award” steht jedem offen.

    Das Problem ist aber, dass diese Frau missionarisch und vehement öffentlich für “ihren” Weg geworben hat und versucht hat, Pseudoquatsch salonfähig zu machen.

    Auch dafür gibt es keine Toleranz.

  39. 39 noch'n Flo 25. August 2016 um 15:04

    @ Elli:

    “Ich habe mich während meines Studiums und meiner langjährigen Arbeit u.a. auf Phythopharmazie spezialisiert.”

    Dann solltest Du aber den Unterschied zwischen Phytopharmakologie und “Alternativmedizin” umso besser kennen.

    “Wie auch immer: jeder soll für sich die Therapie wählen, an deren Erfolg er am meisten glaubt. Das ist stets das beste Rezept für den Einzelnen.”

    Dummfug!

  40. 40 Lanzelot 25. August 2016 um 16:16

    Zitat Elli:
    “Du glaubst also, dass es durch Pflanzen und Ernährung keine Symptom-Reduktion gibt?”

    Wo habe ich das denn geschrieben? Das steht so nirgendwo
    In meinem Post geht es explizit darum, dass es sehr wohl einen Zusammenhang zwischen bestimmten Krebsarten und einer notwendigen Anpassungen der Ernährung gibt.

    Da geht es dann um den Einfluss der Ernährung auf die Folge-Implikationen, wie gestörte Verdauung, Kauf- und Schluckbeschwerden, Ausscheidung u.s.w.

    Und die daraus folgenden Aspekte der Nahrungsaufnahme sollen unnötige Komplikationen vermeiden
    Das sind begleitende Faktoren der Krankheit, die erleichtern oder erschweren den Zustand

    Aber eine unmittelbare Beeinflussung des Verlaufs der Krebserkrankung sehe ich nicht. Und darum ging es
    Und ich kenne keine Abhandlung, wo dies belegt ist

    Das Phythopharmaka angewendet werden und uns bekannt sind, sollte Dir langsam klar sein
    Hat aber nichts mit dem Ausgangsthema zu tun und dem absurden Behandlungen der bedauernswerten Frau.
    Krebs-Diät, also ehrlich

    Und Chemotherapie…ich weiß gar nicht wie oft Hr. Harder hier schon die entsprechenden Artikel verlinkt hat, wo das Thema reflektiert behandelt wird

    Man könnte mal eine Strich-Liste machen. Und jeder hunderste kriegt ein Präsent. Einlauf mit einem der Alter-Naiven Wundermittel. Keine Sorge, wirken eh nicht. Kann nichts passieren. Und wenn..Erstverschlimmerung, passt

  41. 41 Christian Becker 25. August 2016 um 20:04

    @Elli
    “Zu Oxaliplatin: schon klar, dass es Krebszellen töten kann – nur tut es dies mit allen anderen Zellen genauso.”

    Das ist genau das Problem mit vielen Zytostatika – dass diese aber dennoch nicht einfach alle Zellen töten, liegt zum einen an der gewählten Dosis und zum andern daran, dass besonders sich schnell teilende Zellen (Krebszellen, aber auch haar- und hautbildende Zellen → typische Nebenwirkugen von Zytostatika) empfindlich gegenüber diesen Stoffen sind; noch dazu kommt bei Krebszellen, dass diese oft nicht mehr viel DNA-Reparatur durchführen, im Gegensatz zu gesunden Zellen.

  42. 42 Elli 26. August 2016 um 08:42

    @Bernd Harder:
    Du glaubst, sie hätte mit Chemo überlebt? Auch so eine Einstellung verdient einen Award.

    Dass Sie für eine Therapie geworben hat, an die sie geglaubt hat und die ihr über lange Strecken ein beschwerdefreies Überleben ermöglicht hat, daran ist nichts verkehrt. Bei der Chemo heißt es doch im Endstadium “progressionsfreies” Überleben und das hat mit Lebensqualität wenig zu tun.

    Es ist nicht schlimm, Falschbehauptungen nicht zu tolerieren, aber es ist durchaus schlimm, sich anzumaßen, zu wissen, was eine Falschbehauptung ist und was nicht und was ein Mensch in einer schwierigen Lage ZU ENTSCHEIDEN HAT.

    @noch’n Flo:
    Dummflug also? Erstens ist das eine unanständige Art zu kommunizieren und es wäre schön, wenn wir auf eine respektvolle Art kommunizieren könnten, sonst braucht man sich nicht auszutauschen. Zweitens ist es das Recht eines jeden Patienten, den eigenen Therapieweg zu wählen. Jessica Ainscough hat der Öffentlichkeit eine Möglichkeit gewährt, Sie auf diesem Weg zu begleiten. Daran ist nichts verkehrt. Viele andere werden dadurch wissen, dass das von ihr befolgte Konzept nicht funktioniert hat und diese Erkenntnis hat für viele Patienten auch Wert.

    Da Chemo und Bestrahlung in gewissen Stadien keine Heilung bieten und lediglich eine palliative Behandlung darstellen, suchen Abertausende einen anderen Weg und es gibt welche, die ihn auch finden (=persönliche Erfahrung). Es ist nichts Verkehrtes daran, andere Wege zu suchen, wenn Chemo und Bestrahlung versagen, was bei Jessica Ainscough nach einem Jahr schulmedizinischer Behandlung der Fall war, als die schulmedizinischen Möglichkeiten ausgeschöpft waren.

    @Lanzelot:
    “Einlauf mit einem der Alter-Naiven Wundermittel. Keine Sorge, wirken eh nicht. Kann nichts passieren. Und wenn. Erstverschlimmerung, passt”

    Ganz so stimmt das nicht. Ein Kaffee-Einlauf ist zwar kein Wundermittel, aber KORREKT DURCHGEFÜHRT UND KORREKT DOSIERT kann er große Abhilfe schaffen und auch die Schmerzen beträchtlich lindern. Und ja, mit Ernährung und korrekter Anwendung von Pflanzen kann man das Auftreten vieler Symptome verzögern oder mindern.

    @Christian Becker:
    Zytostatika sind nun mal Zellschädigend und bewirken neben der Abtötung von Krebszellen eine Mutation der gesunden Zellen. Krebspatienten wird oft erklärt, dass sie ein GANZ NEUES Präparat bekommen, dass viel besser wirkt, als die alten Zytostatika, aber das ist eine bodenlose Lüge. Der Wirkstoff ist nach wie vor der gleiche seit 30 Jahren! Anders sind nur die nebenwirkungsmindernden Substanzen, die beigefügt werden.

    Viele von euch reden so hässlich über diese arme junge Frau, die diesen schrecklichen Weg durchmachen musste (siehe die Behauptung mit dem “Darwin Award”). Ich würde mich für so eine Behauptung schämen. Daher verabschiede ich mich hiermit aus dieser Gruppe und wünsche euch alles Gute.

  43. 43 Bernd Harder 26. August 2016 um 08:58

    @Elli:

    << Du glaubst, sie hätte mit Chemo überlebt? <<

    Was gesagt wurde:

    Evidenzbasierte Krebstherapie = Heilungs-/Überlebens-*Chance*.

    “Alternative” Krebstherapie = null Überlebenschance.

    << aber es ist durchaus schlimm, sich anzumaßen, zu wissen, was eine Falschbehauptung ist und was nicht <<

    Nö, denn dafür gibt es klare Kriterien, wie man das eine vom anderen unterscheiden kann.

    Der Unterschied zwischen Wissenschaft und Pseudowissenschaft ist eines der Hauptthemen dieser Gruppe.

    *Ein* wesentlicher Punkt dabei: “Glauben” und “Meinungen” und “anekdotische Evidenz” sind keine Fakten.

    << Viele andere werden dadurch wissen, dass das von ihr befolgte Konzept nicht funktioniert hat und diese Erkenntnis hat für viele Patienten auch Wert. <<

    Das ist ein durchaus interessanter Gedanke. Es wäre schön, wenn das so wäre – erfahrungsgemäß ist es eher nicht so, wegen kognitiver Dissonanz. Wäre es anders, hätte Frau Ainscough eigentlich selbst merken müssen, wo das Ganze hinführt, und zumindest sich von der aktiven Werbung dafür distanzieren können, als klar war, dass es nichts bringt.

    Auch wüsste ich nicht, dass die “Gerson-Diät” seitdem deutlich kritischer gesehen wird und weniger Anhänger hat als vorher, oder ist das belegbar?

    << Ich würde mich für so eine Behauptung schämen. <<

    Nicht wenn jemand seinen “Promi”-Status im Gesundheitsbereich (“Wellness Warrior”) ausnutzt, um für lebensgefährlichen Nonsens zu werben.

    Und was den “Darwin Award” angeht: Sie haben das Zitat von Gorski gelesen?

    “Jess Ainscough had a shot, one good shot. That’s usually the case for most cancers; your first shot is your best shot, and we as cancer doctors need to make it count. She didn’t take her first shot.”

    << Da Chemo und Bestrahlung in gewissen Stadien keine Heilung bieten und lediglich eine palliative Behandlung darstellen, suchen Abertausende einen anderen Weg <<

    “Heilung” und “palliative Behandlung” sind aber zweierlei. Frau Ainscough hat *nicht* für eine individuelle *palliative* Behandlung geworben (was völlig ok wäre), sondern für eine angebliche “Heil”-Methode (was die Methode gar nicht leisten kann) – wenn das falsch ist, korrigieren Sie mich bitte.

    Ich habe vollstes Verständnis dafür, wenn jemand sich nicht amputieren lassen will und lieber dem Tod ins Auge sieht.

    Das klarzustellen und öffentlich zu vertreten und danach zu leben, auch mit allerlei “alternativen” Hilfsmitteln für die Lebensqualität – ok.

    Genau das war aber nicht der Fall, sondern sie hat den Ärzten misstraut und “Heilung” bei Nonsens-Methoden gesucht. Zitat:

    “I refused their offers of surgery, chemotherapy and radiation and began searching for natural, alternative cancer treatments.”

    Und *dafür*: null Verständnis oder Respekt.

    << Daher verabschiede ich mich hiermit aus dieser Gruppe und wünsche euch alles Gute. <<

    Vielen Dank für die Anregungen und die engagierte Diskussion, auch für Sie das Beste.

  44. 44 Christian Becker 26. August 2016 um 09:42

    Auch wenn sich Elli ja offenbar zurückgezogen hat:

    “Zytostatika sind nun mal Zellschädigend und bewirken neben der Abtötung von Krebszellen eine Mutation der gesunden Zellen. Krebspatienten wird oft erklärt, dass sie ein GANZ NEUES Präparat bekommen, dass viel besser wirkt, als die alten Zytostatika, aber das ist eine bodenlose Lüge. Der Wirkstoff ist nach wie vor der gleiche seit 30 Jahren! Anders sind nur die nebenwirkungsmindernden Substanzen, die beigefügt werden.”

    Das kann man ja so nicht stehen lassen. Es gibt viele neue Zytostatika, die zwar einen ähnlichen Mechanismus wie Altbekannte haben, aber dennoch ANDERE Moleküle sind und dadurch selektiver, besser bioverfügbar oder sonstwie “günstiger” werden.

  45. 45 Dr. Hans-Werner Bertelsen 26. August 2016 um 10:30

    Man sollte bedenken: Es handelt sich bei dem Tumor um ein Epitheloidsarkom. Ein Sarkom ist ein sogenannter mesenchymaler Tumor. Die Prognose bei einem Sarkom ist sehr schlecht.

    http://www.krebsdaten.de/SiteGlobals/Forms/Suche/RKIZfKDSupplementSearchForm.html

  46. 46 noch'n Flo 26. August 2016 um 14:56

    @ Elli:

    “Erstens ist das eine unanständige Art zu kommunizieren und es wäre schön, wenn wir auf eine respektvolle Art kommunizieren könnten, sonst braucht man sich nicht auszutauschen.”

    Respekt muss man sich verdienen. Du bist leider auf dem genau entgegengesetzten Weg.

    “Zweitens ist es das Recht eines jeden Patienten, den eigenen Therapieweg zu wählen.”

    Das habe ich auch nie behauptet – also wieder mal ein Strohmann-Argument.

    “Jessica Ainscough hat der Öffentlichkeit eine Möglichkeit gewährt, Sie auf diesem Weg zu begleiten. Daran ist nichts verkehrt.”

    Sie ist darüber weit hinausgegangen – und das war durchaus kritikwürdig.

    “Viele andere werden dadurch wissen, dass das von ihr befolgte Konzept nicht funktioniert hat und diese Erkenntnis hat für viele Patienten auch Wert.”

    Werden sie diese Schlussfolgerung tatsächlich ziehen?

  47. 47 Lanzelot 27. August 2016 um 08:36

    Ich konnte jetzt keine unanständige Art zu kommunizieren entdecken

    Und in der Tat, Respekt und Neid verdient man sich, nur Mitleid wird einem geschenkt

    Ich fand es sogar noch recht sachlich, im Vergleich zu dem was ich sonst so gewohnt bin

    Die Dame hat in ihrer Verzweiflung einfach alles versucht und dabei einen Weg eingeschlagen, der von vorneherein zum Scheitern verurteilt war.

    Und dies gilt es festzuhalten, auch und vor allem für potenzielle Nachahmer

    Der Rückzug liegt in den meisten Fällen darin begründet, dass einfach die Argumentation dünn wird

    Zu identifizieren an den Strohmann-Argumenten (schöner Begriff).

    An Zitaten, die aus dem Kontext heraus benutzt werden.

    “Gegenargumente”, die eben nicht zur eigentlich getätigten Aussage passen

    Alles in allem, das übliche halt
    Auf der anderen Seite erleben wir derartige Rückzüge auch nicht oft, den es kommt fast immer zu Eskalationen.

    Wäre auch schon Respekt wert :)


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