Ebola und Aberglaube

Dass der Aberglaube der “größte Feind” im Kampf gegen das Ebola-Virus in Westafrika ist, haben bereits zahlreiche Medien berichtet, darunter die Ärztezeitung, die Süddeutsche und die Neue Zürcher Zeitung:

Vielen Westafrikanern gilt die bislang nur in Ost- und Zentralafrika bekannte Krankheit als Fluch oder Hexerei, andere leugnen, dass es sie überhaupt gibt. Vor allem jene, die von Aberglauben und Voodoo-Riten geprägt sind, misstrauen den westlichen Ärzten, machen sie sogar selbst für den Ausbruch der Epidemie verantwortlich.”

Liberia erwägt derzeit, ganze Dörfer und Gemeinden unter Quarantäne zu stellen – notfalls mit Gewalt.

Für die Ruhrbarone hat Sebastian Bartoschek den ehrenamtlichen Kulturattaché der Republik Liberia, Tobias Huch, um einen Gastbeitrag gebeten.

Ein Auszug:

Eine entscheidende Ursache, warum die Seuche bei so massivem Auftreten wie in der jetzigen Ausbruchswelle fast unmöglich in den Griff zu bekommen ist, liegt im Urglauben der vor allem ländlichen Liberianer. Man vertraut auf alte schamanische Traditionen – und nicht der westlichen Schulmedizin, der man traditionell ohnehin misstraut.

Die Isolierstationen, die eine kompromisslose Trennung der Kranken von ihren gesunden Angehörigen erzwingen, von die Menschen als furchteinflößend und grausam empfunden. Seit Urzeiten ist es Brauch, Kranke nicht auszustoßen, sondern sich im im Krankheitsfall in den engsten Familienkreis zurückzuziehen und den „Dorfzauberer”, eine Art Medizinmann, zur Hilfe zu rufen.

Die Betroffenen halten sich in ihrer Verzweiflung an ihrem Naturglauben fest und ignorieren wissenschaftliche Erkenntnisse des Infektionsmedizin; so entfloh eine mit Ebola infizierte Frau beispielsweise vor fünf aus ihrer Quarantäne, bestieg ein in Liberia typisches Sammeltaxi (besetzt mit 4-9 weiteren Passagieren!) und fuhr mit diversen Zwischenstopps in ihr Dorf, um bei ihrer Familie zu sein.

Fast 40 weitere Personen kamen so mit der hochinfektiösen Patientin in Berührung, was einer Ausbreitung der Seuche Vorschub leistete; schließlich musste ihre gesamte Großfamilie gewaltsam isoliert werden.

Das Beispiel ist kein Einzelfall. Die meisten Menschen wissen nicht mit dem Virus umzugehen. Die Zeitungen der Hauptstadt, wie etwa der Daily Observer, informieren zwar umfangreich und detailliert, wie man sich zu verhalten hat – aber die meisten Liberianer können nicht lesen.

Mittlerweile, wenn auch spät, ist man endlich dazu übergegangen, die Bevölkerung in der Provinz mittels Radioübertragung zu informieren; Entwicklungshelfer und internationale Ärzteteams gehen von Dorf zu Dorf und leisten Aufklärungsarbeit. Aber trotz dieser Maßnahmen ist das Misstrauen hoch, die Menschen vertrauen eher ihren jahrtausendealten naturreligiösen Erklärungen.

Erst kürzlich wurde eine Gruppe von „Ärzte ohne Grenzen“ aus einem Dorf voller Ebola-Infizierter gewaltsam verjagt, weil die Dorfbewohner der Überzeugung waren, die Helfer würden den Tod bringen.”

Bei der Gelegenheit wünschen wir den pittoresken “Schamanen”, die uns im Herbst an der LMU München mit flauschigen Tanzeinlagen von den Segnungen der “Heilsysteme ursprünglicher Kulturen” überzeugen wollen, recht viel Spaß und frohes Jauchzen!

Und natürlich dürfen auch homöopathische Quacksalber, die Ebolaviren mit Globuli zum Lachen bringen, nicht fehlen.

Weitaus mehr Aufmerksamkeit als solche Narreteien hat der afrikanische Skeptiker und Menschenrechtsaktivist Leo Igwe verdient, der seit vielen Jahren für Bildungschancen und kritisches Denken in seiner Heimat kämpft.

Skeptiker-Redaktionsleiterin Inge Hüsgen und diesseits-Redakteur Arik Platzek haben Igwe für die beiden Zeitschriften Skeptiker und diesseits interviewt.

Ein Teil des Gesprächs “Menschenrechte und skeptisches Denken in Afrika” findet sich online hier.

Zum Weiterlesen:

  • Ebola in Liberia: Drohender Genozid durch Aberglaube, Ruhrbarone am 1. August 2014
  • Der Aberglaube als größter Feind, Ärztezeitung am 11. Juli 2014
  • Tödlicher Aberglaube, Süddeutsche am 1. Juli 2014
  • Magie und Vooddo-Riten leisten der Seuche Vorschub, Welt-Online am 4. Juli 2014
  • Aberglaube und ein tödliches Virus, Neue Zürcher Zeitung am 27. Juli 2014
  • Radikaler Kampf gegen Ebola – notfalls mit Gewalt, Welt-Online am 31. Juli 2014
  • Ebola outbreak out of control and misinformation helps it spread, Doubtful News am 1. August 2014
  • Homeopaths vs. Ebola virus hemorrhagic fever, Respectful Insolence am 1. August 2014
  • „Homöopathen ohne Grenzen”: Lehrheft mit 19 Mitteln zur Akutversorgung bei Notfällen für Kenia, Ratgeber-News-Blog am 30. Juli 2014
  • Tödliche Hexenjagden – und der Kampf der Skeptiker, GWUP-Blog am 4. April 2013
  • GWUP-Infos: Menschenrechte und skeptisches Denken in Afrika

20 Kommentare zu “Ebola und Aberglaube”


  1. 1 fabs 4. August 2014 um 10:45

    Ich bin ja nicht wirklich ein Verfechter von Homöopathie usw.

    Hier darf man aber nicht vergessen das dies ein Entwicklungsland ist.

    Hier leben Menschen in Strohhütten und diese Menschen essen Dinge bei denen uns schon beim bloßen Anblick schlecht wird.

    Ehrlich jetzt und man erwartet das wenn Menschen mit Schutzanzügen ankommen diese Menschen sich freuen sollen?

    Das man das jetzt im Radio überträgt ist ja schön und gut, aber wieviele von diesen Menschen haben ein Radio?

    Das Problem ist hier das Menschen in solchen Länder nicht in den Genuss von westlicher Medizin kommen weil diese auch nicht wirklich leistbar ist.

    Das heißt der oho Effekt mit 5 Tabletten zur Gesundheit (Beispiel Antibiotika) der fehlt hier komplett.

    Ein Ebola Impfstoff soll ja angeblich im September getestet werden.

    http://www.krone.at/Wissen/USA_wollen_im_September_Ebola-Impfstoff_testen-Studie_an_Menschen-Story-414126

    Bin gespannt wie das refinanziert wird.

    Ich kann ja verstehen das die Menschen so reagieren wie Sie eben reagieren.

    Muss aber auch ehrlich dazu sagen, meiner Meinung nach gehören die Flughäfen in den betreffenden Ländern schon lange geschlossen…

    Das mag grausam klingen, aber wenn das Ebola Virus sich weiterhin so ausbreitet ist es nur eine Frage der Zeit bis es die westlichen Länder auch trifft.

    Wobei dann auch die Pharmaindustrie dann bestimmt auch vermehrt nach einen Heilmittel forschen wird, denke ich mal.

    Stichwort: Refinanzierung.

    Was nicht unbedingt als Kritik anzusehen ist, immerhin kann man vom verschenken ja auch nicht leben ;)
    Da gäbe es andere Kritiken.

    MFG Fabs

  2. 2 trixi 4. August 2014 um 11:57

    Wozu die Aufregung – ist doch alles ganz easy:

    “A great example of one natural, God-given, and Bible recommended way of prevention and ideally was used to resist the plagues of yesteryear, and today, including biological weapons attacks such as Anthrax, Botulism and smallpox, is essential oils.”

    http://www.pennyleclair.com/ebolaprevention

  3. 3 diabetiker 4. August 2014 um 12:25

    @fabs,
    daß homöopatie nur sinnloser kram ist, ist ja bekannt, und bei wirklichen krankheiten wie hier ist der einsatz sogar betrug.
    was aber du mal nachlesen müßtest ist; wieviel geld von der staatengemeinschaft via uno ,und gemeinnützigen orgisationen, und auch einzelnen zb bill gates, für die gesundheit in solchen ländern gespendet wird, und da fragt niemand ob sich die impfung zb sich dort jemand leisten kann. soll heißen geld ist da eher unwichtig, das “wollen” der betroffenen und die mitarbeit sind entscheidend.
    mfg. d

  4. 4 fabs 4. August 2014 um 12:41

    @diabetiker,

    hmmm ehrlich jetzt?

    Ich halte die ganzen Spendengelder und blablabla (wie man in Österreich so schön sagt) für Augenauswischerei.

    Angebliche Milliarden Spendengelder usw. aber ich hab noch in keiner Werbung gesehen: “Dank Bill Gates und euren Spenden blabla haben wir a) sauberes Wasser b)genügend essen, c) genügend Medikamente”

    Ich meine vielleicht informiere ich mich auch zu wenig, aber ich hab echt von den vielen Millionen Dollar und Euro außer ein paar Kinderheime und Schulen nichts gesehen (von den Medien zB).

    Vielmehr denke ich das viel zu viel Geld für die Bürokratie drauf geht, dann geht ein sicher beträchtlicher Teil an die Korruption (hoffentlich nicht falsch geschrieben :D ) ein anderer Teil geht an die Kriminellen im Land.

    Was überbleibt ist ein Rohbau an Schule wo Kinder Bildung erhalten sollen.

    Obwohl es wie in jeden Land ist.

    Bildung = Wohlstand = besseres Leben.
    Zwar nicht immer weil es dann eben die Wohlstandskrankheiten gibt (was nicht an Sie bestimmt ist weil ich ja a) nicht sagen kann ob Sie Typ 1 oder Typ 2 haben und b) ich selbst nah am Typ 2 bin).

    Aber allgemein ist unsere Lebenserwartung ja doch beträchtlich höher.

  5. 5 sinister 4. August 2014 um 18:42

    Was heißt hier “angebliche Milliarden Spendengelder”?
    Ich glaub das wäre arge Verschwendung, wenn von Spendengelder, die anderswo besser aufgehoben wären, irgendwelche Werbespots gedreht würden, damit der recherchefaule Herr fabs in seinem Sessel auch mundgerecht über z.B. das Wirken der Gates-Foundation informiert wird.

    Wenn dich das ernsthaft interessiert, steht es dir frei unter http://www.gatesfoundation.org/de die Jahresberichte einzusehen.
    Dass, wenn viel Geld investiert wird, auch einiges irgendwo sinnlos versickert, ist jedem klar. Aber eine derart pauschale Kritik wie von dir ist dann doch etwas unangebracht.

  6. 6 fabs 4. August 2014 um 19:00

    Ja das “angebliche” kann man ja zurück nehmen, ist meine persönliche Meinung den ich denke mit den Spendengeld das insgesamt gesammelt wurde hätte man auf jeden Fall mehr bewirken können, man bedenke das Deutschland/Österreich usw. nach den Krieg auch nichts hatte und wir uns aufgebaut haben mit weit weniger als das was da an Spenden reinkommt.

    Aber gut das ist eine andere Geschichte.

    @Castell
    natürlich das der Wohlstand nicht immer ein besseres Leben bringt ist klar.

    Von Ihnen besagte Person hätte sich aber auch ein Haus im Dschungel nehmen können und das Geld herschenken können.

    Glaube aber nicht das es dort so viel schöner gewesen wäre.

    Ich muss immer dazu sagen sobald viele Menschen Geld haben neigen Sie dazu noch mehr und mehr zu machen.(Natürlich nicht alle)

    Das ist halt die typische Gier das in den meisten Menschen verankert ist.

    Ich hab immer gesagt wenn ich mal zu Geld komme, dann setz ich mir ein Limit das ich dann ein Treuhandfond für meine Kinder und vielleicht Enkelkinder habe und pfeif aufs weiter arbeiten und bereise die Welt.

    Lerne die Kulturen kennen, die verschiedenen Länder usw.

    Ich meine vielleicht ist es wirklich so schwierig als reicher Mensch, aber ich kanns mir ehrlich nicht vorstellen.

    Ich würde weiterhin nur Kontakt mit meinen engsten Kreis haben und einfach reisen viel anschauen aber auch am Boden bleiben.

    Reisen auch wenn man reich ist muss nicht immer in einen 5 Sterne Hotel sein.

    Aber gut wir kommen hier ganz klar vom Thema ab :D

  7. 7 Gerry 4. August 2014 um 20:03

    > ist meine persönliche Meinung den ich denke mit den Spendengeld das insgesamt gesammelt wurde hätte man auf jeden Fall mehr bewirken können

    Haben Sie sich diese Meinung aus dem Arsch gezogen oder können sie sie auch mit Fakten unterfüttern?

    > man bedenke das Deutschland/Österreich usw. nach den Krieg auch nichts hatte und wir uns aufgebaut haben mit weit weniger als das was da an Spenden reinkommt.

    “Nicht hatte” ist seeeeeeehr stark untertrieben

    - sehr gut ausgebildete Arbeiter, Ingenieure, Ärzte,… zzgl. der Flüchtlinge aus der DDR und von jenseits der Oder-Neiße-Linie
    - eine immer noch funktionierende Industrie (die Rüstungsproduktion lag ’44 höher als in jedem anderen Jahr, trotz Bombardement)
    - Marshallplan
    - Devisenkontrolle (nur geringfügiger Kapitalabfluß möglich)
    - nicht zu vergessen die Kriegsgewinnler die genügend Investitionskapital übrig hatten (Quant, Flick,…)
    - und last but not Least: der Koreakrieg

    https://de.wikipedia.org/wiki/Wirtschaftswunder#Deutsches_Wirtschaftswunder

    Das Stammtischgeschwätz vom “wir haben uns an unserem eigenen Schopf aus den Trümmern gezogen” können Sie am Stammtisch ablassen. Hier im Blog müssen Sie Fakten liefern…

  8. 8 fabs 4. August 2014 um 20:39

    Aus dem Arsch gezogen, mach ich öfters.

    Ihre Tonlage ist unter aller Sau, das ist das Problem hier.

    Ich finde es ja sehr gut das hier wissenschaftlich aufgearbeitet wird.

    Aber mit Beleidigungen wie Quacksalber und Fäkalbegriffe kommt man halt auch nicht weiter.

    Wissen Sie vielleicht haben Sie auch ein Leseproblem/Schwäche?

    Was verstehen Sie eigentlich nicht unter !!!MEINE PERSÖNLICHE!!!! Meinung?

    Ob ich mir die aus den Arsch ziehe oder das ein Gedankensprung von mir ist, ist doch MEINE PERSÖNLICHE SACHE!

  9. 9 Bernd Harder 4. August 2014 um 20:43

    @fabs/Gerry:

    << Aber mit Beleidigungen wie Quacksalber und Fäkalbegriffe kommt man halt auch nicht weiter. <<

    Bitte Schluss jetzt damit.

  10. 10 Pierre Castell 5. August 2014 um 05:14

    @ fabs
    “Wohlstand = besseres Leben.”

    Da bin ich mir nicht so sicher…

    Kenne so viele Menschen, die im “Wohlstand” leben und völlig unglücklich sind. Andernseits kenne ich viele “arme” Menschen (zu denen ich jetzt NICHT Obdachlose zähle), die glücklich sind.

    Werner Metzen, bis kurz vor seinem Tod mehrfacher Millionär, sagte wenige Wochen vor seinem Tod: “Geld ist NICHTS. Nur der Zufriedene ist glücklich!”

    Metzen, bekannt durch die Medien, verlor sein gesamtes Vermögen nach seinen eigenen Aussagen wegen seines Sohnes, der seine Läden innerhalb kürzester Zeit bundesweit zum Ruin führte.

  11. 11 fabs 5. August 2014 um 09:43
  12. 12 Ralf 6. August 2014 um 12:57

    Die Pest im Mittelalter hätte auch einen großen Teil von seinem Schrecken verloren, wäre es da nicht mit dem Aberglauben zugegangen.
    Unwissenheit provoziert Aberglaube, da wir von Natur aus abergläubisch sind.
    Die dem Menschen innewohnende Irrationalität zugunsten der Rationalität abzulegen ist wirklich (fast) unmöglich; ich bemühe mich täglich rational zu handeln, aber mir gelingt es nur zu einem Bruchteil – immer wieder ertappe ich mich bei irrationalen Entscheidungen und ich glaube da stehe ich nicht alleine, wobei dies niemand gerne zugeben wird ;-)
    Wir, in Europa, wissen um die Gefährlichkeit dieser Krankheit und auch über die Ansteckungswege – aber wir dürfen diese Menschen dort nicht verurteilen und ihnen die Schuld für die Verbreitung auflegen.
    btw: interessant finde ich, wie schnell ein “Wundermittel” gefunden wurde, wenn es wirklich so gut ist, dann stellt sich die Frage, warum es nicht schon früher gefunden wurde? – Waren die toten Afrikaner nicht Grund genug, um zu (intensiv) forschen? – Mußte es erst zu einer Endemie kommen?
    Ich bin kein Virologe und kann es nicht beurteilen, ob dieser Virus relativ einfach zu “knacken” ist – wenn es aber so sein sollte, dann ist es ein Verschulden der “zivilisierten” Welt.

  13. 13 trixi 6. August 2014 um 19:30
  14. 14 Beobachter 9. August 2014 um 02:12

    “Ebola – Krankheit der Armen”:

    http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/ebola-krankheit-der-armen-1.2082127

    Zitate (Auszüge):

    “Der Westen ist aufgewacht: Die seit Monaten in Afrika grassierende Ebola-Epidemie gilt nun als internationaler Notstand. Dabei hätte es schon früh die Chance gegeben, das Virus einzudämmen.”

    “So spektakulär das Virus auch tötet: Die Tatsache, dass es sich in den drei Ländern bislang so ungehemmt ausbreiten konnte, wirft vor allem ein Schlaglicht auf die tief wurzelnden politischen und gesellschaftlichen Missstände dort. Guinea, Sierra Leone und Liberia gehören zu den ärmsten Staaten der Welt, das Vertrauen in die Eliten und die staatlichen Institutionen ist gering – aus nachvollziehbaren Gründen, wie sich aktuell nun wieder zeigt.”

    Die betroffene ländliche Bevölkerung in den Dörfern traut – durchaus nachvollziehbar/berechtigt – ihren eigenen korrupten Eliten in den Städten (nach der Kolonialzeit) nicht, von denen sie eh nichts zu erwarten haben und ignoriert werden.
    Und somit traut man auch nicht den erforderlichen Maßnahmen durch ferne staatliche Institutionen. Allein Aberglaube und Unwissenheit scheint es also nicht zu sein, was die Bekämpfung der Infektionskrankeit so schwierig macht.

    Was westliche Spendengelder betrifft:
    Die werden wohl zum Großteil bei den “Eliten” in den Städten versickern und nicht dort ankommen, wo sie benötigt werden.
    Das ist kein afrikanisches Phänomen – wenn selbst bei Greenpeace ein Entscheidungsträger Millionen verzocken kann, weil es kein ausreichendes und funktionierendes Kontrollsystem gibt:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/greenpeace-mitarbeiter-verzockt-spender-millionen-a-975215.html
    ” … Als Ursache habe man auch Organisationsfehler im internen Kontrollsystem entdeckt. … “

  15. 15 Ralf 9. August 2014 um 14:42

    “Ebola – Krankheit der Armen”

    Genau, das wollte ich mit meinen vorhergehenden Kommentar ausdrücken, solange es nur die “Dritte Welt” betrifft, solange kann uns das hier egal sein.

    Deshalb finde ich es gut, das die WHO es als internationaler Gesundheitsnotfall deklariert hat, somit ist es jetzt ein globales Problem.

  16. 16 Beobachter 11. August 2014 um 19:29

    Ein lesenswerter Artikel von Jürgen Schönstein bei ScienceBlogs zu:

    “Ebola und Forschungsethik”

    http://scienceblogs.de/geograffitico/2014/08/07/ebola-und-forschungsethik/

    Mit dem “vorsichtigen Optimismus” (oben, “fabs”) bei dem neuen “Wundermittel” (welt.de) zur Behandlung Ebola-Erkrankter muss man tatsächlich sehr vorsichtig sein – es gibt so Vieles zu bedenken und abzuwägen …

  17. 17 Beobachter 11. August 2014 um 20:31

    Dazu auch aktuell (09.08.14) in der Süddeutschen Zeitung:

    http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/kampf-gegen-ebola-afrikas-leiden-unter-der-ueberheblichkeit-des-westens-1.2081971 :

    Zitat (Auszug):
    ” … Ebola ist keineswegs ein unbekannter Keim, der gerade eben aus dem Urwald gesprungen ist. Virologen kennen ihn seit 40 Jahren. Es gibt Mittel dagegen – doch die sind aus Kostengründen nicht ausreichend erforscht und zugelassen. Wie kann es sein, dass vereinzelte Amerikaner sie dennoch bekommen, die Kranken in Afrika aber nicht? …”

    http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/kampf-gegen-ebola-afrikas-leiden-unter-der-ueberheblichkeit-des-westens-1.2081971-2 :

    Zitat (Auszug):
    ” … Als bittere Ironie kommt im Fall von Ebola hinzu, dass es schon seit Ende der 1990er-Jahre mehrere Medikamente und sogar zwei Impfstoffe gegen den Erreger gibt. Es gibt sie nicht zuletzt deshalb, weil er von den amerikanischen “Centers for Disease Control” als mögliche Biowaffe eingestuft und auch von der US-Armee erforscht wurde. Antikörper, Medikamente, Impfstoffe, sie sind alle längst im Reagenzglas und sehen teils auch vielversprechend aus. Sie sind nur noch nicht nach den strengen Standards westlicher Zulassungsbehörden geprüft. Und deshalb unerreichbar für die Todkranken. … ”

  18. 18 Beobachter 30. August 2014 um 14:41

    Update zur Ebola-Forschung:

    Aktuell in der SZ.de:

    http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/forschung-zu-ebola-kein-supermittel-gegen-ebola-1.2109927

    Zitate (Auszüge):

    “Kein Supermittel gegen Ebola”

    “Was die Forscher allerdings nicht erwähnen, sind jene Patienten des aktuellen Ausbruchs, denen das Medikament nicht helfen konnte. Der erste von ihnen, ein spanischer Geistlicher, starb kurz nach Beginn der Behandlung in einer Madrider Klinik. In Liberia bekam ein Arzt das Mittel, er starb ebenfalls. Über den Zustand von drei weiteren Patienten, die mit ZMapp therapiert werden, ist derzeit nichts Neues bekannt.

    Hinzu kommt: Von den zwei überlebenden Amerikanern hatte mindestens einer vor ZMapp das Blut eines überlebenden Ebola-Patienten enthalten. In solchen Blutspenden befinden sich ebenfalls Antikörper gegen das Virus, die wie eine passive Impfung wirken und die Krankheit aufhalten können.”

  19. 19 Pierre Castell 22. November 2014 um 08:38

    “Aberglaube hat Macht und Magie” (Simon de Pury im “manager-magazin”)

    Auktionator Simon de Pury (einer der einflussreichsten Männer auf dem internationalen Kunstmarkt) schreibt in einem Artikel in der aktuellen Dezember-Ausgabe des manager-magazin:

    “Wir leben in einer digitalen Welt, aber in unserem tiefen Inneren sind wir noch immer jene Urmenschen, die an Schamanen, das Göttliche, den Zauber der Welt glauben. An das ganz große Glück. Das finde ich sehr beruhigend, weil es zeigt, dass wir keine Maschinen sind…!”

    Der gesamte (kleine) Artikel auf Seite 147 macht mich stutzig.

    Ist mir völlig schleierhaft, wieso in dieser ansonsten guten Zeitschrift ein solcher Artikel Platz findet…

  1. 1 Ebola in Afrika – lebensgefährlicher Glaube an Magie und die generelle Bildungsfrage! | Ratgeber-News-Blog Pingback am 1. August 2014 um 22:33

Kommentieren




NEU: Skeptiker 3/2014

SKEPTIKER 3/2014