Tagsüber im Museum: Eine Statue bewegt sich

Ein Spuk im Manchester Museum machte diese Woche weltweit Schlagzeilen.

Dort vollführt seit einiger Zeit eine ägyptische Statue wie von Geisterhand bewegt Drehungen um 180-Grad, festgehalten auf Video:


Direktlink zum Video auf Youtube

Klar, dass das altehrwürdige Gemäuer an der Oxford Road sich recht stolz zeigt über seinen hauseigenen Pharaonenfluch und den Medien eine britisch-skurrile “Erklärung” für das Phänomen liefert:

Die ägyptische Statue war Grabbeigabe im antiken Ägypten. Trauernde legten Opfergaben zu ihren Füßen ab. Auf der Rückseite der Figur befinden sich Hieroglyphen die um Brot, Bier, Ochsen und Geflügel bitten. Die 180° Grad-Drehung deutet der Museumsverwalter als Verlangen nach einem neuen Obolus (Focus).”

Oder:

Der Ägyptologe Campbell Price ist sicher, dass ein alter Fluch die Statue beherrscht. “Es ist verrückt. Die Statue steht in einer Vitrine und ich bin der einzige, der den Schlüssel dazu hat”, sagte der Forscher den Manchester Evening News.

Price glaubt auch, das Phänomen erklären zu können. Die Statue sei einer Mumie als Grabgabe beigefügt gewesen. “Wenn die Mumie zerstört wird, kann es sein, dass der Geist des Toten in die Statue überspringt”, mutmaßt der 29 Jahre alte Wissenschaftler. Dieser könne die Figur in Bewegung versetzen (Süddeutsche).”

Allerdings gab es von Beginn an auch skeptische Stimmen, die Bodenvibrationen infolge der Schritte der Besucher oder des Autoverkehrs draußen für die mysteriös scheinende Drehung der 4000 Jahre alten Statue eines Mannes namens Neb-Senu verantwortlich machen.

Dieser Auffassung neigt zum Beispiel das Internet-Portal Metabunk.org zu und illustriert sein Debunking mit diesem Experiment:


Direktlink zum Video auf Youtube

In der Erklärung dazu heißt es:

Initial tests showed that the movement and rotation of the statue varied a lot based on the geometry of the base – i.e. the relative height of the screws. Adjusting one screw a fraction of a turn could entirely change the behavior. So it’s pretty random that the statue ended up moving the way it did.

As I did not have lots of people to walk around my table for days I accelerated the process by angling the table probably slightly more than the shelf (it’s still only 2 degrees though), and by directly vibrating the table. This is obviously not the same as what happened – the magnitudes are different, but the concept is the same.”

Wie langweilig …

Zum Weiterlesen:

  • Debunked: Ancient Egyptian Statue Rotating by Itself in Manchester Museum, Metabunk am 23. Juni 2013
  • Spinning Statue at Manchester Museum Mystifies Staff, TIME Newsfeed am 25. Juni 2013
  • Ancient Egyptian Statue Moves On Its Own, Curators At Manchester Museum Say, Huffington Post am 23. Juni 2013
  • Segensreicher Pharaonenfluch, Skeptiker 1/2002
  • “Fluch des Pharao” bei Psiram
  • “Flüche”, Hoaxilla-Podcast Nr. 41 vom 10. April 2011

13 Kommentare zu “Tagsüber im Museum: Eine Statue bewegt sich”


  1. 1 Pierre Castell 27. Juni 2013 um 22:53

    Und die Bühnen-Illusionisten lassen zukünftig statt Jungfrauen Statuen schweben – mal was anderes!

  2. 2 Bernd Harder 27. Juni 2013 um 22:59

    @Pierre Castell:

    Besten Dank nochmal für den Hinweis auf den Link!

  3. 3 Pierre Castell 27. Juni 2013 um 23:16

    @ Bernd Harder

    Gern geschehen!

  4. 4 ajki 28. Juni 2013 um 05:45

    einWundereinWunder!!!

    Das wird den Ishtarismus und vergleichbar wieder ordentlich nach vorne bringen ;-)

  5. 5 diabetiker 28. Juni 2013 um 08:22

    Der Ägyptologe Campbell Price ist sicher, dass ein alter Fluch die Statue beherrscht. “Es ist verrückt. – >>
    nein nicht “es” sondern “er selbst” ist verrückt.
    wie kann ein erwachsener mensch der sich wissenschaftler(ägyptologe)
    nennt nur soviel schwachsinn auf einmal verbreiten.
    einzige erklärung für mich -sommerloch-

  6. 6 Ralf 28. Juni 2013 um 19:18

    Das schreit nach einen Musiktipp… ;-)
    http://www.youtube.com/watch?v=hWspB9ZYco4
    Drehen Sie die Lautsprecher voll auf und Sie werden sehen, daß einiges “rotiert” :-)

  7. 7 Pierre Castell 28. Juni 2013 um 19:33

    Vor Ralfs Musiktipps kann nur gewarnt werden;-)
    Da ist mir schon grauenhaftes zu Ohren gekommen…

  8. 8 Pierre Castell 28. Juni 2013 um 23:44

    @ Ralf

    Bin irritiert!

    Handelt es sich um DEN Ralf, der hier schon seit langem als Kommentator ohne Link im Namen schreibt, oder um jemanden anderen?

  9. 9 Ralf 30. Juni 2013 um 23:24

    @Pierre Castell
    Ja, das bin ich – also der alte Ralf ;-) – hab’ jetzt auch ein Blog…heute ist ja man nichts ohne ;-)…vielleicht werde ich auch mal etwas sinnvolles ‘reinschreiben…Ich dachte da an: von der “göttlichen Formel (e^i&pi)” zu der “Riemann-Sphäre”…he he…das macht aber “Arbeit”…;-)

  10. 10 Pierre Castell 4. Juli 2013 um 00:56

    @ Ralf

    Sorry, Ralf, habe erst jetzt die Antwort gelesen.
    Na, ich glaub´s nicht. Der Ralf hat einen eigenen Blog.

    Dann werde ich dort mal öfter reinschauen;-)

  11. 11 Dalek 16. Juli 2013 um 09:08

    “Don’t blink!!”

  12. 12 Pierre Castell 18. Januar 2014 um 13:25
  13. 13 Bernd Harder 18. Januar 2014 um 13:36

NEU: Skeptiker 4/2013

SKEPTIKER 4/2013