Ach ja, unsere “Altis” und ihre Lebenslügen …
Im Berliner Tagesspiegel verteidigt Prof. Harald Walach unverdrossen sein Zauberinstitut an der Viadrina-Universität:
Ich finde, wir machen hier eine wichtige Arbeit. Außer uns beschäftigt sich fast kein anderer mit Fragen an der Grenze der Wissenschaft.“
Wir wissen nicht, ob dieser Satz die Witzseite im Tagesspiegel ersetzen soll – was inhaltlich davon zu halten ist, bringt ein Kommentator bei Psiram genau auf den Punkt:
Walach macht nichts anderes als das, was er schon immer getan hat: Bestätigungsforschung für magisches Denken – mit umfassender Erfolglosigkeit.
Walach ist in erster Linie ein eloquenter Opportunist, der seine rhetorischen Fähigkeiten denen zur Verfügung stellt, die ihm, weil sie ein „wissenschaftliches“ Feigenblatt für ihren Wahn benötigen, die wirtschaftliche Sicherheit garantieren, seinen Ambitionen als spiritueller Welterneuerer nachzugehen.
Es ist ein erbärmliches Geschäft auf Gegenseitigkeit, dessen einzige – und in jeder Beziehung fragwürdige – Geschäftsgrundlage darin besteht, dass Walach (von dem anzunehmen ist, dass er in seiner Forscherkarriere sehr schnell begriffen hat, dass die nach wissenschaftlichen Kriterien „saubere“ Untersuchung von Schmonzes zwangsläufig zu dem Ergebnis führt, dass Schmonzes eben nur Schmonzes ist) nach jeder weiteren Nullnummer, bei der ertappt wird, reflexartig zum Totschlagargument greift, welches besagt, dass auch die Untersuchung von Schmonzes echte Wissenschaft sei, solange wissenschaftliche Methodik angewandt werden würde.”
Und was machen eigentlich unsere “Homöopathie-Lobbyisten ohne Schamgrenzen”, über die wir vor drei Wochen hier berichtet haben?
In der Zwischenzeit hat sich die Firma Weleda aus dem umstrittenen Blogprojekt des gesponserten Spin-Doctors Claus Fritzsche zurückgezogen.
Psiram und Bullshit haben den Vorgang kommentiert.
Mittlerweile hat die Debatte auch die Landesgrenze übersprungen.
Der englischsprachige Quackometer-Blog verfolgt die Angelegenheit aufmerksam und schreibt unter anderem:
There is something of an irony is this scandal.
Of course, people should be free to express their views in blogs and newspapers. People should even be free to be consistently wrong and absurd. But this is a clear example of where a writer is being paid by a vested interest to continue activities systematically denigrating an academic over his published work.
What is ironic is that it is an axiomatic belief in homeopathic circles that people like me are paid large sums of money by pharmaceutical companies to carry out the writing and speaking that I do. It is of course nonsense.
And yet here are homeopaths doing exactly what they say is so immoral and despicable about sceptics of homeopathy.”
Zum Weiterlesen:
- German Homeopathy Companies Pay Journalist who Smears UK Academic, Quackometer am 16. Juli 2012
- Homöopathie – das falsche Verschwörungsopfer, Evidenz-basierte Ansichten am 8. Januar 2011
- Häufige Naturheiler-Argumente, SciLogs am 18. November 2010
- Das Ende der Homöopathie in Großbritannien, SciLogs am 28. Juni 2012
- Esowatch heißt jetzt Psiram, Telepolis am 13. Juli 2012




” … Spin-Doctors …”
Spinn-Doktor?
@Trixi:
Nein, bloß ein selbsternannter Möchtegern-”Redakteur”.
Auch dazu gibt es bei Quackometer einen interessanten Kommentar:
Mark on July 18, 2012 at 9:31 am
By the way, I know that it’s not exactly a regulated profession and what with Web 2.0 and all, but calling Mr Fritzsche a “journalist” is a bit of a stretch.
He’s writing his blogs and is paid to send out press releases and such stuff. AFAIK he has never contributed articles to any real publication as a journalist. It’s probably most apt to describe him as a freelance PR writer/consultant.
(Sure, Mr Fritzsche loves to assume the title of “medical journalist”, particularly when he lashes out against homeopathy critics who supposedly aren’t qualified to discuss homeopathy. Of course, Mr Fritzsche himself has no qualification to speak of in medicine, science or journalism.)
Mir geht Walachs ständiger Wiederholung seiner Behauptung, er würde
- an den Grenzen der Erkenntnis – wichtige Horizonterweiterungen betreiben, furchtbar auf den Senkel.
Nicht eine von Walachs Forschungsarbeit in den vergangenen zwei oder drei Jahrzehnten hat die Welt heller gemacht, besser verständlich oder gar lebenswerter. Das heißt, besser verständlich vielleicht doch in solchen unfreiwilligen Momenten, wenn sich die angestrebte Horizonterweiterung als Blick in den Angrund entzauberte.
Wen es näher interessiert, möge sich nur einmal “Homöopathie als Basistherapie”, seine überarbeitete und 1986 als Buch herausgegebene Diplomarbeit unter dem derzeitigen Erkenntnisstand zur Homöopathie anschauen. Praktisch alle seine Behauptungen sind widerlegt, sofern sie überhaupt falsifizierbar sind. 250 Seiten eitler Wortmüll eines schulmeisternden Intellektuellen auf dem großen Holzpfad.
Besonders interessant – und für Walach besonders peinlich – dürfte dabei seine schon damals fulminanten Ausritte gegen Kritiker wie Prokop u. Wimmer oder Oepen sein. Genau so peinlich auch die geistige Verbrüderung mit Popp und Co..