Glaube und Vernunft

Es liegt mir völlig fern, mich über gläubige Menschen lustig zu machen – aber am Ostersonntag auf so viel Unsinn in den Medien zu stoßen, ist dann doch eine gelinde Überraschung.

Zum Beispiel dürfte es jedem Skeptiker schwerfallen, bei der Osterpredigt des Papstes nicht sprachloses Entsetzen zu empfinden.

Benedikt XVI., “einer der großen modernen Intellektuellen” beziehungsweise “einer der größten Denker unserer Zeit”, hat in Rom mal wieder kundgetan, wie er sich die angebliche Vereinbarkeit von Glaube und Wissenschaft konkret vorstellt: Der Glaube nämlich sei “die wahre Aufklärung”.

Einigermaßen befremdet lesen wir:

Der Glaube sei die wahre Aufklärung, sagte das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche in seiner Predigt im Petersdom in Rom.

“Wir wissen und können in den materiellen Dingen unerhört vieles, unser Wissen und unsere technischen Leistungen sind Legion, aber was darüber hinausgeht, Gott und das Gute, vermögen wir nicht mehr zu identifizieren.”

Solange Gut und Böse aber nicht unterschieden werden könnten, “sind alle Erleuchtungen, die uns ein so unglaubliches Können ermöglichen, nicht nur Fortschritte, sondern zugleich Bedrohungen, die uns und die Welt gefährden.”

Ah ja.

Vielleicht hat ja jemand Lust und Zeit, uns die “intellektuelle Brillanz” dieses Geschwurbels ein wenig näherzubringen?

Der Kölner Kardinal Meisner versteigt sich gar zu religiösen Allmachtsphantasien:

Am Osterhalleluja ist der Atheismus zerbrochen. Das war nicht nur in der Vergangenheit so, das wird auch in der Gegenwart so bleiben.”

Soso. Damit “der Atheismus” am “Osterhallejuja” zerbricht, wären indes vielleicht ein paar Argumente ganz hilfreich, oder?

Schauen wir doch exemplarisch mal bei auftanken.de, wie es damit aussieht:

Mit der Auferstehung Christi habe ich persönlich keine Probleme. Dass die Auferstehung Christi nicht unseren Alltagserfahrungen entspricht, beweist nämlich überhaupt nichts, auch wenn das immer wieder als Argument gegen die Auferstehung herhalten muss.

Es gibt nun mal Dinge, die nicht erklärbar, aber deshalb trotzdem real sind.”

Letzteres ist zwar unzweifelhaft richtig, sagt aber nichts aus. Denn üblicherweise geht es bei sogenannten außergewöhnlichen Behauptungen gar nicht um fehlende Erklärungen – sondern darum, dass die Existenz des in Rede stehenden Phänomens gar nicht belegt ist.

Wie sieht es damit aus?

Der Autor fährt fort:

So berichteten vertrauenswürdige, mir persönlich bekannte Personen, dass bei ihnen, in einer kritischen Situation, ein naher Verwandter ins Zimmer getreten ist, um ihnen etwas zu sagen. Nun wäre das nicht ungewöhnlich, wenn es sich nicht um bereits verstorbene Verwandte gehandelt hätte.

Die Auferstehung von den Toten, die auch uns, aufgrund der Auferstehung Christi, verheißen ist, scheint von daher sehr realistisch und überhaupt nicht ungewöhnlich, wenngleich die, von Zeitgenossen berichteten persönlichen Erlebnisse, keine Beweise für oder gegen etwas sind. Nur soviel: Es gibt viel mehr, als wir uns vorstellen können.”

Wir lesen tatsächlich richtig: Rein subjektive Erfahrungen mit dem “Außersinnlichen”, die den Neurowissenschaften bestens vertraut sind, lassen also die Auferstehung Christi “sehr realistisch und überhaupt nicht ungewöhnlich” erscheinen.

Oh mein Gott!

Kaum vermag man zu entscheiden, was peinlicher ist: das verkappte “Hamlet”-Zitat oder die völlige wissenschaftliche Ahnungslosigkeit des Autors.

Wie heißt es im RatioBlog so schön:

Gläubige können vernünftig sein, aber just in dem Moment, in dem sie glauben, sind sie es nicht.”

Zu den Auferstehungsgeschichten in den Evangelien gibt es übrigens einen aktuellen Beitrag auf der GWUP-Webseite, und zwar hier.

Mit dem Thema “Glaube vs. Vernunft” hat sich auch schon Dr. Florian Freistetter bei Astrodicticum simplex beschäftigt.

Zur Frage “Kann ein Atheist ein moralischer Mensch sein?” gibt es Lesenwertes bei Frischer Wind.

Und zum guten Schluss noch eine “Osterbotschaft” vom Videoblogger Jörg Wipplinger (diewahrheit.at):


Direktlink zum Video auf Youtube

 

 

34 Kommentare zu “Glaube und Vernunft”


  1. 1 Konni Scheller 8. April 2012 um 17:57

    Oh, tut das gut, in diesen Zeiten des religiösen Geschwafels zu sehen, dass noch mehr Leute so denken wie ich.

    Dieses Blog ist sehr, sehr wichtig.

    Was mich immer wieder erstaunt ist, dass die großen Massenmedien nicht mit einem Wort kritisch über diese Reden des Papstes berichten oder kommentieren. Ist das die “Schere im Kopf”? Oder falsch verstandene “Religionsfreiheit”?

    Achja: in der gleichen Rede, in der er die Technik verdammt, benutzt er sie. Mikrofon und Elektromobil standen zur Verfügung.

  2. 2 Opa Hans 9. April 2012 um 08:02

    Ich finde an dem Papst-Zitat eigentlich nicht viel auszusetzen. Im Prinzip sagt Ratzinger doch nur, dass wissenschaftlich-technischer Fortschritt allein nicht genügt, sondern dass es zusätzlich einer Ethik bedarf, einer Vorstellung von Gut und Böse eben. Eigentlich eine Binsenweisheit, oder? Nur dass für Ratzinger – wen wundert’s – die Ethik eben eine katholische ist.

  3. 3 Steppenwolf 9. April 2012 um 08:33

    Das ist das typische Geschwätz dieses alten Mannes. Völlig sinnfreies Geblubber. (Habe mal sein Dominus Jesus gelesen. Ist das gleiche Geschwätz mit etlichen Zirkelschlüssen.)
    Aber so sind halt die Katholiken, wie auch in meinem Bekanntenkreis.
    Auf der Fahrt zur Kirche hat die Physik gefälligst zu funktionieren.
    Aber sobald die Kirche betreten wird, wird das Gehirn abgeschaltet.

    Frohes Hasenfest

    Wolle

  4. 4 Kurt Barlow 9. April 2012 um 10:14

    @Opa Hans: Das sehe ich allerdings anders.

    Erstens setzt der Papst “gut” automatisch mit “Gott” gleich.

    Zweitens sind – seiner Meinung nach – nur Gläubige in der Lage, Gut und Böse zu unterscheiden.

    Drittens sollen sich Wissenschaft, Politik, Kultur – eben absult alles – dem Glauben unterwerfen und ihm “dienen”.

    Damit ist der Mann einer der schlimmsten Diktatoren des 21. Jahrhunderts – und keiner kann oder will dies bemerken.

    “Gott sei Dank” hat dieser Vogel keine Macht, seine Ansichten durchzusetzen – ansonsten “Gnade uns Gott”.

  5. 5 trixi 9. April 2012 um 11:17

    Oh weia, bei “auftanken” kämpft da ja jemand mit aller kraft gegen seine eigenen zweifel an:

    http://auftanken.de/bl_andachten/2012-04-09/

    Zitat:

    ” Nur wenn die Dinge so, wie sie geschrieben stehen, geschehen sind, haben wir eine realistische und damit begründete Hoffnung. Und weil sie so geschehen sind, können wir am Osterfest von Herzen froh und fröhlich sein.”

    Ach so – die “Dinge” sind so geschehen, weil der Autor unbedingt will, dass sie so geschehen sind. Vorbildlicher Zirkelschluss. Wie üblich null Substanz, null Argumente. Wer sich davon “überzeugen” lässt, dem ist doch eh nicht mehr zu helfen.

    Zum Glück gibt es auch an Ostern noch ein paar Journalisten, die ihren Verstand beisammen haben (bis auf den Quatsch mit dem “mysteriösen” Grabtuch):

    http://www.focus.de/wissen/bildung/religion/tid-13928/oster-mythen-drogen-indien-doppelgaenger_aid_388712.html

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article106162706/Deutsche-Priester-am-Ende-ihrer-Kraefte.html

  6. 6 Martina Rheken 9. April 2012 um 11:27

    @Kurt:

    “Zweitens sind – seiner Meinung nach – nur Gläubige in der Lage, Gut und Böse zu unterscheiden.”

    Schlimmer noch: natürlich nur die “rechtgläubigen” Katholen.

    Auch das ist ziemlicher Quatsch, wie man hier hören konnte:

    http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/religionen/1724654/

  7. 7 wolfgang 9. April 2012 um 12:13

    @trixi:

    der zirkelschluss ist ja noch viel besser:

    “Ohne die auferstehung ist der glaube sinnlos. der glaube darf aber nicht sinnlos sein – ergo gibt es die auferstehung.”

    und da wundern sich diese typen, dass sie von atheisten und denkenden menschen ausgelacht wwerden …

  8. 8 Michael 9. April 2012 um 17:46

    Schon erschreckend, was heutzutage alles als “Denken” durchgeht. Bei Ratzinger genügt offenbar schon das Aneinanderreihen von schönen Worten.

  9. 9 trixi 9. April 2012 um 19:33

    @Michael: Das ist das “Grass-Syndrom”: Wenn man erst mal als Geistesgröße gilt, kann man jahrelang ungehemmt den größten Scheiß erzählen, und die Medien fallen darauf rein. Dass das einfach bloß Bullshit ist, merkt entweder keiner oder traut sich keiner zu sagen.

  10. 10 Dietmar 9. April 2012 um 23:18

    @trixi: Du zweifelst Grass´ intellektuelle Kapazität an? Wacker …

    Oder du versuchst auf diese Weise sein israelkritisches Gedicht anzugreifen? Da wäre ich auf Sachargumente gespannt.

  11. 11 trixi 10. April 2012 um 09:30
  12. 12 Statistiker 10. April 2012 um 13:52

    Soso, der Hassprediger von Köln, dieser Kardinal Meisner gibt also solche geistige Diarrhöe von sich:

    “Am Osterhalleluja ist der Atheismus zerbrochen.”

    Da hat der alte Greis einfach was in den falschen Hals gekriegt bzw. sein Hörgerät hat den Geist aufgegeben. Tatsächlich müsste es doch heißen:

    “Am Osterhalleluja hat der Atheist gebrochen.”

    DAS macht deutlich mehr Sinn…..

  13. 13 Dietmar 11. April 2012 um 08:59

    @trixi: Danke!

  14. 14 B.Kröner 11. April 2012 um 13:43

    Das freut mich einen Blog zu lesen der meine Meinung vertritt. Sowas sollte es öfters geben.
    Ein grund dass die Medien dazu nichts sagen, kann sein dass sie “Angst” vor der Religion haben. Solls ja geben.^^

    @Statistiker: Da hast du wohl recht, wenn man es so formuliert ist es sinnvoller und Amüsanter zugleich. :D

    Mfg

  15. 15 Martina Rheken 11. April 2012 um 15:14
  16. 16 Statistiker 11. April 2012 um 19:45

    @ Martina Rheken,

    da gibt es auch ganz andere Meinungen.

    http://www.sueddeutsche.de/politik/alfred-grosser-ueber-kritik-an-israel-grass-hat-etwas-vernuenftiges-gesagt-1.1329287

    Meinungen von n-tv (Neoliberalismus-Propaganda-Sender), von ZDF (von Rentnern für Rentner) und von SPON (siehe n-tv) nehme ich eh nicht mehr ernst….

  17. 17 Martina Rheken 11. April 2012 um 20:41

    @Statistiker:

    Kann es sein, dass Du “Fakten” und “Meinungen” nicht auseinanderhalten kannst?

    By the Way: Deine fachkundige Kategorisierung der dt. Presselandschaft gereicht einem Verschwörungstheoretiker zur Ehre.

  18. 18 Statistiker 12. April 2012 um 06:17

    Wie nett, jetzt bin ich ein Verschwörungstheoretiker, der nicht glaubt, dass alles, eas Martine schreibt, Fakten sind…. Was schreiben denn ntv, spon und zdf anderes als “Meinungen”, und zwar in einer politisch eindeutigen Tendenz.

    Tja, wenn ich mir den Grass´schen Text durchlese, kann ich die Meinungen Deiner Quellen nicht im geringsten nachvollziehen.

  19. 19 Martina Rheken 12. April 2012 um 11:55

    @Statistiker: Du hörst einfach nicht richtig zu oder kannst nicht lesen. Oder beides.

    - Nirgendwo steht, dass Du ein VT bist – sondern dass Du wie einer argumentierst.

    - Ich habe gar nichts geschrieben und schon gar nichts, was Du mir “glauben” musst. Kannst Du lesen? Du hast nur drei Link-Hinweise bekommen.

    - In Deiner Ausgangsmail hast Du verschiedenen Medien die Glaubwürdigkeit abgesprochen, und zwar NICHT anhand von nachvollziehbaren Fakten (z.B. Falschaussagen etc.), sondern aufgrund von Kinderkram wie “zu alt”, “zu neoliberal” und sonstigem subjektivem Unsinn.

    - Wenn Du einen “Faktencheck” nicht von einem Kommentar bzw. Interview (Grosser) unterscheiden kannst, ist jede Diskussion sinnlos.

  20. 20 Statistiker 12. April 2012 um 13:15

    @ Martina:

    #1: Sorry, aber da muss ich lachen. Das ist der gleiche Trick, den die BLÖD-Zeitung mit dem “?” macht.
    #2: Und ich hab nur geschrieben, dass das, was “ntv, spon und zdf” schreiben.
    #3: Ich hab momentan halt nicht die Zeit und auch nicht die Lust, jetzt 100e von Artikeln/Beiträgen minutiös auseinanderzupflücken, aber das hast Du mit meiner Quelle auch nicht gemacht.
    #4: Sorry, aber nur weil einer “Faktencheck” drüberschreibt, ist da noch lang kein “Faktencheck” drin. Ich könnte über diesen Kommentar auch “Doktorarbeit” schreiben und es wäre keine.

    Einigen wir uns darauf: Bei dem Grass´schen Gedicht handelt es sich um ein politisches Thema, und da ist es gut, das es verschiedene Meinungen gibt. Die grass´sche Meinung hatte ich übrigens schon längst vor seinem Gedicht.

    Zur Auflockerung:

    http://www.der-postillon.com/2012/01/iran-feiert-seit-20-jahren-kurz-vor.html

  21. 21 Martina Rheken 12. April 2012 um 13:17

    @Statistiker: Kommt noch was mit Substanz, oder wollen wir nur mal ablachen?

  22. 22 wolfgang 12. April 2012 um 18:02

    Mann oh Mann, der Typ von “auftanken” wird ja immer schräger:

    http://auftanken.de/bl_andachten/2012-04-12/

    Jetzt führt er die ganzen “Augenzeugen” auf, die “den Auferstandenen” gesehen haben wollen:

    ” Paulus listet die Zeugen auf, die den Auferstandenen gesehen haben. Diese große Zahl belegt, dass hier etwas Konkretes geschehen ist, etwas, das man nicht als “Einbildung”, “Erfindung”, “Vision” oder “Massenwahn” abtun kann. Christus ist also wahrhaftig auferstanden.”

    Wie schonmal hier gesagt: Von Wissenschaft und Realität vollkommen unbeeindruckt, der gute Mann, vgl. z.B.:

    http://www.wdr.de/tv/quarks/sendungsbeitraege/2010/1019/003_arena_taeuschen.jsp

    http://hpd.de/node/5758

  23. 23 trixi 12. April 2012 um 18:07

    @Statistiker:

    ” Und ich hab nur geschrieben, dass das, was “ntv, spon und zdf” schreiben.”

    Nein, tut mir Leid. Du hast Folgendes geschrieben:

    ” Wie nett, jetzt bin ich ein Verschwörungstheoretiker, der nicht glaubt, dass alles, was Martina schreibt, Fakten sind….”

    Du hast also Martina direkt und unzutreffend angegriffen, nicht die von ihr genannten Medien.

  24. 24 Statistiker 12. April 2012 um 22:50

    @ trixi, Nein. Damit waren die von Martineá genannten Quellen gemeint, wie aus dem Zusammenhangb ersichtlich.
    @ Martina: Ich weiß zwar nicht, wie tief Ihr Keller ist, in dem Sie zum lachen gehen. Aber GLAUBEN Sie weiter, was Sie wollen. ich beende hiermit jegliche Diskussion mit Ihnen. Ist es mir nicht wert.

  25. 25 Martina Rheken 12. April 2012 um 22:53

    @Statistiker:

    << ich beende hiermit jegliche Diskussion mit Ihnen. Ist es mir nicht wert< . <<

    Wieso wiederholen Sie nur, was ich schon zweimal vorgeschlagen habe?

  26. 26 Bernd Harder 13. April 2012 um 09:58

    @Statistiker: Hallo, ich gehe mal davon aus, dass Sie nicht darauf bestehen, dass Ihr letzter Kommentar stehenbleibt, oder? Wenn Ihnen jemand übel will, ist das eine justiziable Beleidigung.

  27. 27 Statistiker 13. April 2012 um 12:16

    Hallo Bernd,

    es ist es nicht wert, sich mit diesen beiden Damen weiter auseinanderzusetzen. Das politische Diskurse zwei Meinungen quasi voraussetzen, ist doch Voraussetzung eines Diskurses (Mist, Zirkelschluss).

    Lösch den Beitrag oder lass ihn stehen, mir egal. Aber diese Selbstgerechtigkeit (“Ich bin Frau, also habe ich entweder Recht oder Du unterdrückst mich”) geht mir auf den Sack.

  28. 28 Anonym 14. April 2012 um 17:04

    Schade, dass die Diskussion bald ziemlich vom Thema abgekommen ist. Um auf den Ursprung zurückzukommen: Mich erstaunt es ja schon, wenn Skeptiker sich die Osterpredigten der prominentesten Kirchenführer antun, (doch wohl nicht?!) in der ernsthaften Annahme, darin Substanzielles zur Sinnhaftigkeit des Osterfestes im 21. Jahrhundert zu finden.

    Dazu aus eigener Erfahrung als Kircheninsider ein Hinweis: Lasst Euch von den jubelnden Massen nicht täuschen. Viele nachdenkliche Katholiken, die nicht bereit sind, ihren Verstand am Kircheneingang abzulegen (scheint für die meisten von Euch ein Widerspruch in sich zu sein, ich weiß), haben sich inzwischen auf den Weg gemacht, um das Christentum neu von seinen Wurzeln her zu entwickeln. Nicht nur Anglikaner wie John Shelby Spong, sondern auch Katholiken wie der Jesuit Roger Lenaers entwickeln neue Denkmodelle, die für viele Menschen hilfreich sein könnten.

    Da dies allerdings von der Kirchenleitung mit ziemlicher Sicherheit in den Bereich Ketzerei fällt, ist es derzeit (noch) nicht möglich, offen über diese Gedanken zu sprechen.
    Und noch eine generelle Bitte, vor allem an manche eifrigen Poster: Es wäre wirklich nett, wenn man als Christ innerhalb der skeptischen Gemeinde nicht von vorneherein als minderbemittelt abgestempelt würde. Danke an alle, die freundlich und respektvoll bleiben.

  29. 29 Statistiker 15. April 2012 um 14:32

    Niemand hier stempelt einen Christen als minderbemittelt ab, also bitte. Christen sind nun mal nur sehr leichtgläubig und per se wissenschaftsfeindlich, und daran wird auch Ihre “neue Wurzeln” nichts ändern.

  30. 30 Bernd Harder 15. April 2012 um 14:47

    @Anonym:

    Nun ja, die Hauptfrage wird wohl sein, inwieweit man eine Religion immer weiter “öffnen” und metaphorisieren kann, ohne sie aufzugeben. Wenn am Ende alles nur noch “symbolisch” gemeint ist/betrachtet wird – wozu braucht man dann diese Religion noch? Dann kann man doch gleich Skeptiker werden.

  31. 31 Dr.Sven Larat 15. April 2012 um 22:54

    Wichtig ist nicht, was Menschen meinen oder im kleinen Kreis kundtun. Wichtig ist vielmehr die Verdummung, Missionierung und Radikalisierung der Menschen durch ein System, das von vornherein Vernunft, Logik und Plausibilität ausklammert. Die spezifische Ethik der Religionen ist nicht nur nicht notwendig (es gibt altruistische und soziale Phänomene nicht nur beim Menschen sondern auch bei höher entwickelten Tieren, die sicher nicht katholisch sind) sondern schädlich (mögliche psychosomatische und funktionelle Schädigungen auf dem Gebiet der Sexualität, tödliche Infektionen wegen Kondom-Verbot, Stoffwechselschäden wg. periodischem Fasten, Intoleranz gegenüber “Ungläubigen”, Verschwendung von Resourcen, unnatürliche Ansprüche, bes. auf emotionalem Sektor). Bei intelligenten Katholiken wurde die Religion meist über das trojanische Prinzip (Infiltration in einer unkritischen, sensiblen Phase durch eine Quelle, der man “blind” vertraut) in “zartem” Alter eingeschleust.

  32. 32 Josephine 19. September 2012 um 13:27

    Ich finde es auch eigenartig, wenn Evangelikale in USA berichten, der Heilige Geist habe mit ihnen gesprochen , als habe ein Staubsaugervertreter Ihnen einen Besuch abgestattet oder andere Christen, die sich vor den Zug werfen, wenn das Leben schwierig wird oder sich für gesegnet halten, wenn sie befördert und Ihre Kinder versetzt werden.

    Nur: Liest man die Bibel heute, so ist für mich erstaunlich, daß ja die Kritik, der Widerspruch nicht neu und die Menschen, die beispielsweise mit der Gleichzeitigkeit des Menschen Jesu konfrontiert gewesen sind, natürlich die gleichen Fragen gestellt haben. (“Wie will der uns sein Fleisch zu essen geben?” etc.) (s.a. “Einf. i.d. Christentum” von Kierkegaard). So ist es für mich nachvollziehbar, im Glauben einen Vernunftsakt (Ratzinger)zu sehen, der dieses Ärgernis, diesen Widerspruch – (Auferstehung incl. und sicher, dies ist ja die Botschaft des Christentums: ich, Gott, solidarisiere mich, sterbe wie ihr) und bringe Euch das (ewige) Leben) – erträgt.

    So braucht man auch keine Wunder (die Jesus häufiger verweigerte als die Esoteriker der Neuzeit) zum Glauben, sondern (höchstens) den Mut, sich zu irren und/oder sich lächerlich zu machen. Wenigstens, wenn man nicht in gewissen Zeiten (die Deutschen wissen schon) oder Ländern lebt.

  33. 33 Pierre Castell 19. September 2012 um 15:34

    @ Statistiker

    Oh Gott, was habe ich da eben alles von Ihnen gelesen.
    Eine Schublade größer als die andere.

    Nur mit einem Vorurteil kann ich mich ein wenig anfreunden:
    … diese Selbstgerechtigkeit (“Ich bin Frau, also habe ich entweder Recht oder Du unterdrückst mich”) geht mir auf den..”!

    Mal im Ernst: Sie haben ganz schön kräftig ausgeteilt, oder?

    Leider merkt man Ihnen an, wie Sie danach krampfhaft einen Verbündeten suchten, als Sie Herrn Harder in einem Antwortkommentar mit Vornamen ansprachen und duzten (obwohl er Sie siezte).

    Statistiker, lassen Sie so manches etwas ruhiger angehen und schlafen Sie noch mal drüber, bevor Sie hier Kommentare schreiben, die Sie am nächsten Tag vielleicht selbst erschrecken;-)

  34. 34 Pierre Castell 28. Dezember 2013 um 17:32

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