Es geht auf den zehnten Jahrestag von 11/9 zu – was zahlreiche Medien dazu veranlasst, (erfreulich kritische) Artikel zum Thema Verschwörungstheorien zu publizieren.
Spiegel-Online porträtiert heute den Verschwörungstheoretiker Andreas von Bülow.
Die Süddeutsche nimmt die “Truther”-Bewegung unter die Lupe.
Die Welt hebt zu einem Essay über “Lauter böse Mächte” an und erklärt, warum Verschwörungstheorien das Leben erst lebenswert machen.
Das Deutschlandradio sinniert über “Die Welt als Wille zum Wahn”.
Auch bei unseren Freuden von Hoaxilla gibt’s einen skeptischen Podcast über Verschwörungstheorien zum 11. September.
In vielen Leserkommentaren zu diesen und anderen Berichten taucht immer wieder die Frage nach WTC 7 auf, zum Beispiel bei Welt-Online:
Ich sehe, wie das WTC7 zusammengestürzt ist, vergleiche das mit Bildern einer kontrollierten Sprengung, und sehe, dass die Bilder sich gleichen.”
Aha. Dann muss ja wohl was dran sein, oder?
Mit dieser Frage hat sich für die Skeptiker-Ausgabe 4/2008 der Physiker und Unternehmensberater Dr. Holm Hümmler beschäftigt.
Wir dokumentieren seinen Beitrag in drei Teilen:
Der Einsturz des Gebäudes Nummer Sieben des World Trade Centers spielt eine zentrale Rolle in der Argumentation der meisten Verschwörungstheoretiker zum 11. September 2001. Zunächst unbeschädigt, geriet das Gebäude erst beim Einsturz des Nordturms in Brand und stürzte fast sieben Stunden später annähernd senkrecht in sich zusammen.
Der Abschlussbericht des amerikanischen Eich- und Technologieinstituts zeigt, dass der Einsturz, letztlich sehr ähnlich dem der beiden Haupttürme, einfach durch hitzebedingte Schäden an der Trägerstruktur ausgelöst wurde.
In Deutschland nähren sich Verschwörungstheorien zum 11. September vor allem aus einem verbreiteten Misstrauen gegenüber der amerikanischen Regierung. So argumentiert auch der wohl bekannteste deutsche 9/11-Verschwörungstheoretiker, Matthias Broeckers, vor allem politisch.
Die Argumentation vieler anderer Vertreter solcher Vorstellungen stützen sich aber neben Spekulationen zu angeblich fehlenden Flugzeugtrümmern oder zur Luftverteidigung vor allem auf den Einsturz der Gebäude des World Trade Centers.
Einwände gegen die offiziellen Erklärungen zum Einsturz der Zwillingstürme (1 WTC und 2 WTC) sind dabei in der Regel relativ abstrakt und technisch. Wesentlich einleuchtender erscheinen die Verschwörungsbehauptungen über das kleinere Gebäude Nummer Sieben (7 WTC), dessen Einsturz sich dem unbedarften Fernsehzuschauer nicht so ohne weiteres als Folge der Anschläge erschließt.
Das 228 Meter hohe, 47-stöckige 7 WTC stand mehr als 100 Meter nördlich des Nordturms 1 WTC, von diesem getrennt durch den Flachbau 6 WTC sowie die Vesey Street mit einer überdachten Fußgängerbrücke.
Beim Einsturz des Nordturms wurde das bereits evakuierte Gebäude von Trümmern getroffen und die Fassade sowie Teile der südlichen Gebäudestruktur über eine Höhe von zehn Stockwerken eingedrückt. In der Folge entstanden in den betroffenen Stockwerken Brände.
Bereits eine Stunde später gab die Feuerwehr wegen der durch die Einstürze der Zwillingstürme unterbrochenen Wasserzufuhr zur Sprinkleranlage und möglicher Einsturzgefahr die Löschversuche auf. Knapp sieben Stunden nach dem Nordturm stürzte das Gebäude schließlich ein. Dabei stürzte der obere Teil des Turms senkrecht nach unten und sackte fast vollständig auf der ursprünglichen Grundfläche zusammen, ähnlich wie man es bei einer systematischen, fachmännisch ausgeführten Sprengung erwarten würde.
Diesen ähnlichen optischen Eindruck werten Verschwörungstheoretiker wie Gerhard Wisnewski als Beweis für eine tatsächliche Sprengung.
Steven E. Jones beruft sich auf den Vergleich des Einsturzes von 7 WTC mit dem strukturell bedingten Kollaps des L‘Ambiance Plaza in Bridgeport im Jahr 1987, das eher zur Seite gekippt ist und wobei Gebäudeteile auf den ersten Blick weniger vollständig zerstört wurden. Die beiden Einstürze sind jedoch kaum vergleichbar, da das L’Ambiance Plaza noch im Bau durch statische Probleme und ohne den Einfluss eines Brandes kippte.
Beim Einsturz eines zu diesem Zeitpunkt gerade 11-stöckigen Rohbaus mit außerdem kleinerem Grundriss werden zudem um ein Vielfaches geringere Energien frei als bei einem Wolkenkratzer der Größe von 7 WTC.”
Zum Weiterlesen:





Leider wird sich auch kein waschechter Verschwörungstheoretiker von Herrn Dr. Hümmlers überzeugenden Artikel umstimmen lassen. Um so mehr schätze ich aber Artikel wie diese und auch die Arbeit die sich die Autoren und die GWUP machen, diese Lügen aufzuklären.
ich wollte gestern mal die schrecklichen Originalaufnahmen bei youtube von 9/11 anschauen, es war fast unmöglich diese zu finden, dafür unzählige Verschwörungsvideos, hat ja schon fast SPAM-Charakter.
Ein interessante Interview führt die TAZ mit Mathias Bröckers anlässlich seines dritten Buches: http://www.taz.de/Autor-Broeckers-und-die-911-Verschwoerung/!77817/
fast schon unerträglich dieses naive
unfundierter geht es nicht. Kritisches Denken? Fehlanzeige? Frei nach dem Motto: Meine Meinung steht fest, bitte verwirren Sie mich nicht mit Tatsachen. Nur weil man aufgrund fehlender Informationen etwas nicht 100 % erklären kann, bedeutet das nicht, dass etwas bedeutsames dahinter stecken muss. Vor allem nicht bei solch einer abstrusen Verschwörungstheorie rund um 9/11. Was kommt als nächstes? Die alte Mondverschwörungstheorie? Weil keine Sterne auf den Bildern zu sehen sind?
Bedauerlicher Weise führt der 9/11-Blog (Rubrik “Zum Weiterlesen:”) keine Inhalte mehr!
Schade!
@Skeptikus:
Leider lassen sich die Argumente gegen die offiziellen Reports genauso verwenden.
Diese sind methodisch unkorrekt, lassen Beweise außen vor, gehen nur punktuell auf scheinbar willkürlich ausgewählte Indizien ein, und lassen deshalb für einen Fall diesen Ausmaßes (immerhin das bedeutenste westl. Ereignis in diesem Jahrhundert) ungewöhnlich viele offene Fragen, dass jeder der sich damit ernsthaft auseinandersetzt die Stirn runzeln muss.
Das fängt bei den fehlenden Erklärungen für WTC 7 an und hört bei so ominösen Aussagen wie “Atta’s Pass wurde im WTC Schutt gefunden” in dem jeglicher Beton pulverisiert wurde und nicht mal ein intaktes Telefon gefunden wurde, auf.
Wer glaubt, dass der Terrorist im Flugzeug beim Aufprall in einem riesigen Kerosinfeuerball ungeschoren davon kommt, seine Jacke/Hose nicht verbrennt sondern statt dessen die Brieftasche herausfällt, sich öffnet, der Pass herausfällt, er in der Luft umherfliegt, so lange bis das gesamte WTC zusammengestürzt ist (also länger als eine Stunde) und dann sich oben auf den Schutt des WTC ablegt… (ja, das ist die offizielle Version, der Pass lag oben unversehrt auf dem WTC Schutt) … also wer sich diese Lüge auftischen lässt und dabei nicht skeptisch wird, der hat auch die Reichskristallnacht nicht verstanden.
“ja, das ist die offizielle Version, der Pass lag oben unversehrt auf dem WTC Schutt”
Das ist gelogen udn das lässt sich beweisen (siehe link unten)
“also wer sich diese Lüge auftischen lässt und dabei nicht skeptisch wird, der hat auch die Reichskristallnacht nicht verstanden.”
Beseer gehts nicht zu demonstrieren. Diese Lüge stammt von Andreas Hauß und dem Video “Unter falscher Flagge”.
In einer Variante stammt diese Lüge von Thierry Meyssan und Andreas von Bülow.
Nur von einer Seite gab es DIESE Version niemals zu lesen: von der offiziellen Seite.
Belege:
http://mosaik911.de/ausweis-funde.html
Warum plapperst also du diese Lüge nach?
Wenn du also ehrlichs ein solltest, dann dnk mal über deine eigene mangelhafte Medienkompetenz nach, bevor du große Skeptiker-Töne generierst.
“Unter falscher Flagge, hau ich auf die Kagge…” – hat das nicht auch das Schaf von Ungeilig mal geträllert?
Die “Wahrheitsbewegung” ist doch selbst von der CIA gesteuert:
http://bluthilde.wordpress.com/2011/10/02/911-wahrheitsbewegung-von-cia-gesteuert/
@Fallibilist:
Was fehlt Dir denn nun wieder bei WTC 7? Und bitte nicht schon wieder die ‘geschmolzenen’ Stahlträger: die waren nicht geschmolzen, sondern eutektisch und das reichte aus, um sie so weit zu schwächen, dass sie nur noch einen Bruchteil ihrer ursprünglichen Belastungsfähigkeit hatten.
Klar Jungs, für so ein Fiasko haben die Amis auch unbedingt einen perfekt geplanten “Vorwand” gebraucht – ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, wie es dann eigentlich weitergehen soll:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,790422,00.html