Homöopathie: Ein Zeichen auf den roten Po

Eigentlich braucht man Homöopathie gar nicht mehr wissenschaftlich zu kritisieren – denn irgendwann wird diese “Heilmethode” unter der Last der eigenen Absurditäten zusammenbrechen.

Neueste Verrücktheit: Homöopathie zum Aufmalen.

Und so geht’s:

Wenn ich meinem Kind z.B. beim Zahnen oder auf den roten Po ein Zeichen aufmale, anstatt in der Apotheke ein teures Spezialmittel mit allerlei Inhaltsstoffen zu besorgen, und es hilft (trotzdem) – was soll daran verkehrt sein?”,

gibt eine Anwenderin Einblicke in ihre seltsame Gedankenwelt (hier, Kommentar 12).

Und wenn ich mich morgen über die Gallenblase meiner Nachbarin hermache, nach der Methode “Operieren nach Zahlen” aus einem alten Kinderbuch – was soll daran verkehrt sein?

Nun ja, sie könnte eventuell daran sterben. So wie 2009 ein Dreijähriger gestorben ist, dessen Eltern und ihr Quacksalber jetzt vor Gericht stehen.

Aber, wie gesagt, sehen wir es positiv: Mit jedem weiteren Höhepunkt des homöopathischen Fluffy-Thinking diskreditieren sich sowohl Anbieter wie auch Anwender selbst.

Ach ja, und wer wirklich den Unsinn von der “Quantenheilung” glauben will, wie er in den Kommentaren dargelegt wird, dem sei diese kurze Einführung in das Thema “Quantenmystik” empfohlen.

Zum Weiterlesen:

  • Die Homöopathie-CD hat einen Sprung, GWUP-Blog am 19. Juli 2011

11 Kommentare zu “Homöopathie: Ein Zeichen auf den roten Po”


  1. 1 Skeptikus 22. Juli 2011 um 20:34

    Habt ihr euch mal die Informationen über die Autoren angeschaut? Gerade Frau Stark bedient ja nun fast alle Esoklischees ;-):

    “Über den Autor
    Petra Neumayer (geb. 1960) arbeitet als freie Medizinjournalistin, Autorin und Dozentin der Neuen Homöopathie. Zahlreiche Bücher über Nahrungsergänzungen, Alternativmedizin und Naturheilkunde sind von ihr veröffentlicht.
    Roswitha Stark (geb. 1959) ist Heilpraktikerin für Schwingungsmedizin, sensitive Resonanztherapien und energetische Heilweisen; zudem Kursleiterin für Informationsmedizin, Heilen mit Symbolen und Rutentechnik. Sie arbeitet für Menschen und Tiere.

    Gemeinsam erleben die beiden Autorinnen durchschlagenden Erfolg mit ihrer Bestseller-Reihe “Medizin zum Aufmalen”.”

  2. 2 Robin Kuschniersch 22. Juli 2011 um 20:38

    “Neueste Verrücktheit”?
    “NEUESTE”??

    Der arme Körbler würde sich ob so viel jahrzehntelanger Ignoranz seiner Theorien im Grabe umdrehen, wenn er nicht schon so lange verrottet wäre.

    Und da nächste Mal bitte wieder ein bisserl gründlicher recherchieren…

  3. 3 Bernd Harder 22. Juli 2011 um 20:41

    @Robin:

    Nun ja, ich habe nicht explizit über den ollen Körbler und seine “Neue Homöopathie” geschrieben, sondern über eine aktuelle Buch-Neuerscheinung. Insofern ist die “neueste Verrücktheit” die praktische, kommerzielle Verwertung seiner Ideen, können wir uns darauf eventuell einigen?

  4. 4 retiree 22. Juli 2011 um 20:47

    Konnte mich doch noch erinnern, da gab es mal die Methode: Malen nach Zahlen, wie ich feststellen konnte, das gibt es noch immer.
    Herr Körbler kommt ja aus der Elektrotechnik, da gibt es eben viele Schaltersymbole für:
    EIN-AUS, aus der boolschen Algebra auch sehr viele Gatter, die verwendet er halt um zu heilen, die Bilder sind ja auch nach Zahlen entstanden siehe:http://games.ravensburger.de/mnz08/

    Wo ist da der große Unterschied? Es gibt keinen.

    Für die Gesundheit so ein System einzusetzen liegt dann natürlich ganz nahe. In der Einfachheit der Methode liegt das Geheimnis. Für die Mutigen ein Selbstversuch:
    Male dir auf das Schienbein ein NAND Gatter, anschließend nimmst 2 Hämmer, a 500g, damit schlägst du auf die Große Zehe und auf die Kleine Zehe, das muß 100%ig gleichzeitig erfolgen. Durch das NAND Gatter wird der Schmerzweg unterbunden, und du spürst nichts. Wichtig: 100% gleichzeitig, sonst funtioniert das NAND Gatter nicht. Ein reines Ausschaltersymbol funktioniert nicht, da ja eine duale Erregung mit den Hämmern erfolgt.
    Da die Wirkung ja den meisten nicht bekannt sein wird, vor dem aufmalen, jeweils 2x mit dem Hammer auf die beiden Zehen hauen, so fest wie nur möglich,das ist dann der Grundschmerz oder Erstverschlimmerung gennant. Viel Erfolg dabei.

  5. 5 trixi 22. Juli 2011 um 20:50

    Über Operieren nach Zahlen wird auch hier diskutiert:

    http://de.answers.yahoo.com/question/index?qid=20080704083704AAdFRwq

    Zitat;

    fuer den ambitionierten do-it-yourself chirurgen…
    gute idee, bei den staendig steigenden kosten im gesundheitswesen.

    - schneiden sie ein kleines loch etwa 7 cm oberhalb der rechten huefte.
    - saugen sie austretendes blut mit ihrem staubsauger ab und veroeden sie mit der loetlampe
    - suchen sie nach einem grossen knubbel am darm
    - entfernen sie den knubbel grosszuegig und verschliessen dann mit der heisskleberpistole
    - verschliessen sie das loch mit der heisskleberpistole
    - verabreichen sie ausreichend schmerzmittel

  6. 6 Robin Kuschniersch 22. Juli 2011 um 20:59

    Ja, schon. ABER über eine aktuelle Buch-Neuerscheinung, die ganz offen die Techniken von Erich Körbler propagiert (Teil 1 der Reihe hat Körbler sogar im Titel) – und damit nach meiner Auffassung nicht unbedingt um eine allzu “neue” Verrücktheit.
    Die Verrücktheit an sich wird ja nicht neuer, bloß weil sie jemand nochmal frisch aufschreibt.

  7. 7 Bernd Harder 22. Juli 2011 um 21:01

    @Robin:

    Dann müssten wir im Zweifelsfall doch bei Fukushima und H. gegen Radioaktivität verharren …

  8. 8 Skeptikus 24. Juli 2011 um 15:00

    Hier noch ein guter Beitrag von “Du weißt schon wem”:
    http://blog.esowatch.com/?p=3567
    Zitat:

    “Liebe Homöopathen, seid halt mal ehrlich
    Keiner hat doch was dagegen, dass ihr Hahnemanns geistartige Kraft verehrt. Ihr dürft auch auf Lederrücken klopfen, bis es schmerzt. Auch die Vorstellung groß = klein, nichts = alles hat was. Was Philosophisches. Man kann sich auch super von Analogie zu Analogie hangeln, macht Spaß und viel Freude, wenn man im Flug den nächsten Ast sieht und erreicht.
    Aber hört doch endlich auf, die Wissenschaft dafür missbrauchen zu wollen. Kein Hütchenspieler dieser Welt käme je auf die Idee, bei einem Mathematikkongress auftreten zu wollen.”

  9. 9 Roland 25. Juli 2011 um 10:14

    Es ist doch wirklich faszinierend. Früher™ mußte man als anständiger Quacksalber wenigstens noch aus Scheiße Gold machen, um einigermaßen verdient an Geld zu kommen. Heute hat man noch nicht mal mehr den Anstand, den Leuten ein (im besten Falle) wirkungsloses Wässerchen anzudrehen, sondern man verkauft ihnen einfach das homöopathische Äquivalent zum Heile, heile Segen-Sprüchlein.

  10. 10 Rotbarschbube 8. August 2011 um 08:33

    Das schlimme daran ist, daß Kindern beigebracht wird, jeden Humbug zu
    glauben. So werden die Irrationalen der Zukunft gezüchtet…Traurig.

  1. 1 Homöopathie: Ein Zeichen auf den roten Po | gwup | die skeptiker » Beliebteste Suchbegriffe Pingback am 23. Juli 2011 um 03:32

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