Wer Meister wird, steht in den Sternen

Von Sebastian Bartoschek

Manche Skeptiker lehnen nicht nur die Astrologie sondern auch Astrologen als Personen ab. Es ist  jedoch wichtig zu verstehen, wie Menschen „ticken“, die irrationalen Glaubenssystemen anhängen. Unter dieser Prämisse erfolgte ein Interview mit Dietmar Speth. Der 44-jährige Chemielaborant beschäftigt sich in seiner Freizeit mit Fußballastrologie.

Im Gespräch, dessen vollständige Fassung hier zu finden ist, gibt er Einblicke in seine Gedankenwelt. Ein direkter Kontakt zu Dietmar Speth ist per E-Mail (Diiieeetmar@gmx.net) möglich.

 

Herr Speth, seit wann beschäftigen Sie sich mit der Astrologie des Fußballsports und wieso?

Ich beschäftige mich erst seit drei Jahren damit. Als Fußballfan ist man nicht selten über  Spielresultate erstaunt und findet dafür oft keine Erklärung. Deshalb hoffte ich, über das astrologische Modell schlüssige Antworten zu finden.

 

Ihr Themenfeld ist recht speziell – sind Sie so nett, Ihr Vorgehen zu beschreiben?

Mit Hilfe der Gründungsdaten der Vereine wird zunächst einmal ein Gründungshoroskop erstellt. Am entsprechenden Spieltag bilden die Sterne zum Gründungshoroskop der Vereine Transite, deren Interpretation dann den Tipperfolg bringen soll. Somit ist es nötig, die Transite in Bezug auf beide Gründungshoroskope zu betrachten, um zu einer Bewertung bezüglich der Gewinnchancen beider Mannschaften zu kommen.

 

Diese Saison hat viele Überraschungen für uns bereit gehalten – worauf dürfen wir uns noch gefasst machen?

Man muss grundsätzlich mit allem rechnen. Erfolg haben auf lange Sicht nur die  Mannschaften, die rechtzeitig an ihren Fehlern und Schwächen arbeiten und anstehende Probleme frühstmöglich angehen. Dazu bedarf es der Selbstreflexion und Kritikfähigkeit. Das astrologische Modell bietet die Möglichkeit, ein Bewusstsein für Schwächen, Fehlverhalten und anstehende Probleme zu schaffen, damit Vereine frühzeitig in positiver Weise entgegensteuern können. Bevor man handelt, muss das Kind nicht immer erst in den Brunnen gefallen sein!

 

Diese Aussage könnte auch von einer Person kommen, die sich über Fußballfachzeitschriften  informiert. Zudem ist im Profifußball ja die Erhebung vieler medizinisch-psychologischer Daten üblich, um optimal auf beginnende Schwächen reagieren zu können. Welchen Vorteil soll demgegenüber ein astrologisches Vorhersagemodell haben?

Sie können auf Grund der zeitlichen Komponente in der Astrologie sagen, wann sich Schwächen, Probleme, Konflikte bei entsprechender Verhaltensweise wie auswirken. Mit medizinisch-psychologischen Untersuchungen erfassen Sie lediglich Grundtendenzen und den aktuellen psychologischen Zustand; es wird Ihnen aber nicht gelingen, diesbezüglich zeitliche Aussagen zu treffen. Dafür müssten Sie jeden Tag medizinisch-psychologisch an allen Spielern, der Mannschaft insgesamt, am Trainer und vielen anderen Protagonisten arbeiten. Stellen Sie sich diesen Aufwand vor. Sie glauben doch nicht ernsthaft, dass man bei dieser Vorgehensweise noch ein anständiges Training zustande bringen würde!

 

Im Profifußball geht es um sehr viel Geld, die Clubs nutzen jede Möglichkeit, sich einen Vorteil zu verschaffen – wie erklären Sie sich da, dass von keinem Fußballverein der Einsatz astrologischer Techniken bekannt ist?

Stellen Sie sich einfach vor, ein Verein würde dies tun und das käme in die Presse. Die Verantwortlichen dieses Vereins müssten Hohn und Spott ertragen; man würde sie diskriminieren und für verrückt erklären. Ich möchte allerdings nicht ausschließen, dass der ein oder andere Verantwortliche eines Vereins in Kontakt mit Astrologen steht und sich beraten lässt. Man muss bedenken, dass im Fußball oft andere Gesetze gelten. Die Fußballwelt ist sehr konservativ – Neuerungen brauchen wesentlich länger, um sich durchzusetzen und Anerkennung zu finden. Man sieht dies zum Beispiel daran, dass es bis heute kaum ein Spieler wagt, sich als homosexuell zu outen. 

 

Mit wie viel Prozent Ihrer Vorhersagen haben Sie bisher richtig gelegen?

Ich habe es leider versäumt, eine Statistik darüber zu führen.

4 Kommentare zu “Wer Meister wird, steht in den Sternen”


  1. 1 gehts noch 2. April 2011 um 09:32

    Kann die GWUP das noch überbieten?

  2. 2 kumi 2. April 2011 um 17:58

    Ich habe es leider versäumt, eine Statistik darüber zu führen.

    Das hätte ich an seiner Stelle auch gesagt, wenn eigentlich null komma nix dabei herauskommt. :-)

  3. 3 HolgerFFM 4. April 2011 um 10:47

    Meister, stell die Frage hinsichtlich der Statistik gleich zu Beginn und Du verschwendest weniger wertvolle Lebenszeit mit solchen Leuten…
    Aber ok, es ging ja hier um eine anthropologische Studie :)

  4. 4 Uwe Salokat 6. April 2011 um 14:02

    eins hat er übersehen: der Ball ist rund,…. Planeten auch! Damit wäre nach einschlägiger Glaubenslogik ja eigentlich alles bewiesen. Immerhin hatte der Fußballsternendeuter, der sicherlich bald infolge der Erfolge bei den einschlägigen Sportwetten diese Tätigkeit wieder aufgeben kann, einen gewissen Sinn für Humor bei seiner email Adresse bewiesen. So rufe ich in diesem Sinne: “Diiiiiieeeeeetmar!”

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