P.M. – Das Peinliche Magazin

 Das waren noch Zeiten, als Peter Moosleitners interessantes Magazin uns Kids erklärte, warum Flugzeuge fliegen können und woraus das Universum besteht. Lang ist’s her.

Heute steht das Kürzel P.M. wohl bestenfalls noch für „Pseudo-Magazin“. Traurig, dieser Abstieg zum befremdlichen Esoterik-Blättchen, das mit Astrologie, Intelligent Design, Verschwörungen und Wassergedächtnis wedelt. Anscheinend sucht das Peinliche Machwerk seinen neuen Platz irgendwo zwischen Esotera und dem Engelmagazin – falls es nicht verdientermaßen vorher eingestellt wird. Denn wer braucht sowas?

Zugegeben: Als Autor für P.M. zu arbeiten, darf man sich wohl recht komfortabel vorstellen: Einfach fröhlich drauflos fabulieren und so tun, als wäre jeder Satz wunderbar neu und von Nobelpreisträgern beglaubigt, den Kenntnisstand eines jeden durchschnittlichen Wikipedia-Lesers zum Thema schlichtweg ignorierend – und damit durchkommen.

Nehmen wir also wider besseres Wissen die aktuelle Februar-Ausgabe zur Hand, und sei es nur in banger Erwartung der Eskapaden journalistischer Titelstrategen. Und tatsächlich – wenigstens in diesem Punkt werden wir nicht enttäuscht.

„Die verborgenen Phänomene der Geschichte“ blurbt es vom Cover. Und da verabschieden sich auch schon die ersten grauen Zellen, denn die Storys, mit denen wir hier belästigt werden, gehören zur besonders hirnfetzenden Sorte. Nein, ich weiß auch nicht, welcher Teufel mich geritten hat, für dieses Grützeheft auch noch richtiges Geld hinzulegen.

Auf elf Seiten im Innenteil entfaltet sich ein ums andere hübsche Beispiel für die Irrwege gestresster Chefredakteure und Verlagskaufleute, die unter Auflagendruck auch noch den allerletzten Schmu aus dem Bereich des „Wundersamen“ irgendwie verhökern müssen. Neben Schenkelklopfern vor dem Herrn wie „Das Sternenkind aus Mexiko“ oder „Das Volk der fliegenden Wagen“ qualifiziert sich insbesondere der Beitrag „Das Wundertuch von Guadeloupe“ durch seine bloße Existenz für ein hiesiges Treatment.

Und so geht’s los:

„Die aztekische Schrift Nican Mopohua (16. Jh.) berichtet von einem unglaublichen Ereignis, das sich im Dezember 1531 in Mexiko zugetragen hat. Damals kam der aztekischstämmige Juan Diego aus Tolpetlac am Hügel Tepeyac vorbei, der heute die Wallfahrtsstätte Guadalupe ist. Von der Kuppe her hörte er Musik und Gesang, und als sie verstummt waren, erklomm er den Hügel und sah sich einer bildschönen weiblichen Gestalt gegenüber.“

Na, wer  mag das wohl gewesen sein? Genau, die Jungfrau Maria.

Eigentlich auch durchaus nachvollziehbar. 1531 – das bedeutet: Zehn Jahre nach der Eroberung Mexikos durch Hernando Cortez. „Die Spanier und Portugiesen sind im Begriff, mit ihrer überlegenden Kriegstechnologie Süd- und Mittelamerika brutal zu unterwerfen, um den Reichtum des Kontinents an sich zu reißen – und diesen zugleich für das Christentum zu gewinnen“, lesen wir zu dieser Epoche bei der Theologin und Marienkult-Kritikerin Monika Hauf. „Ein hoffnungsloses Unterfangen, so sollte man denken. Denn was sonst außer Furcht könnte die Indios dazu veranlassen, die Religion der Eroberer anzunehmen?“

Tja, was sonst? Vielleicht ein plötzliches Eingreifen der Himmelskönigin herself? Und genau das geschieht auch prompt. Beziehungsweise widerfährt dem besagten Indio Juan Diego:

„Ihm erschien Maria und beauftragte ihn, vom Bischof in Mexiko-Stadt die Errichtung einer Kirche auf einem Hügel nahe der Stadt, auf dem zuvor ein Heiligtum der Azteken-Göttin Tonantzin stand, zu erbitten”,

lesen wir in einem katholischen Heiligenlexikon.

“Drei Tage später erschien Maria dem Indianerjungen Juan ein zweites Mal, auf dem schneebedeckten Hügel wuchsen Rosen, Juan Diego sammelte sie und brachte sie in seinem Mantel zum Bischof; als er den Mantel öffnete, um dem Bischof die Rosen zu geben, war auf dem Mantelfutter das Gesicht von Maria zu sehen. Der Bischof erkannte darin das Bild der Jungfrau von Guadelupe, die in Spanien verehrt wird. Nun überzeugt, ließ er die Kirche bauen.“

Eine eher sonder- als wunderbare Geschichte, sollte man meinen.

Aber nicht für einen P.M.-Autoren. Kein Hauch von Skepsis durchwirkt seinen Doppelseiten-Sleaze über das Bildnis der heiligen Maria auf Juan Diegos Mantel, das heute noch existiert und in der Basilika von „Nuestra Senora de Guadeloupe“ in Mexiko City zu sehen ist. P.M.-like ist dies selbstredend alles höchst wundersam, verblüffend, phänomenal und obendrein vollkommen unerklärlich.

Natürlich hätte man zumindest darauf hinweisen können,

  • dass der damalige Ortsbischof, Juan de Zumárraga, das angebliche Marienwunder oder einen „Seher“ namens Juan Diego in den von ihm erhalten gebliebenen Unterlagen mit keinem Wort erwähnt. Nirgendwo.
  • Oder dass ausgerechnet der Abt der Basilika von Guadeloupe, Guillermo Schulemburg, im Jahr 1996 die ganze Geschichte zum historischen Mythos erklärt hat – und dass besagter Juan Diego wohl nie existiert hat.
  • Oder dass die aztekische Legende, mit welcher der P.M.-Autor in seine abstruse Story einsteigt, sich möglicherweise gar nicht auf die katholische Maria bezieht, sondern die aztekische Erdgöttin Coatlicue meint, mit deren Namen die Spanier aber nichts anzufangen wussten und deshalb  „Guadeloupe“ daraus machten.
  • Oder dass schon 1556 der Franziskanerpater Francisco de Bustamante einen Klostermaler namens Marcos als Urheber des „himmlischen“ Bildnisses benannte. Und dass dieses Bild im Laufe der Jahrhunderte mehrfach massiv manipuliert worden ist, etwa durch nachträgliches Hinzufügen einer Krone auf dem Haupt der Jungfrau sowie von Strahlen und Sternen auf dem Mantel etc.

 Und so weiter, und so fort.

All das hätte man in dem P.M.-Artikel „Das Wundertuch von Guadeloupe“ zumindest am Rande mal erwähnen können. Andererseits wäre das nun wiederum extrem untypisch für das Para-Müll-Magazin gewesen.

39 Kommentare zu “P.M. – Das Peinliche Magazin”


  1. 1 Christian Weihs 3. Februar 2010 um 19:03

    Mein Vater und ich haben irgendwann Anfang der 90er aufgehört, PM zu lesen. Vor allem aus o.g. Gründen. War schon echt schlimm, was die Autoren da zu Papier gebracht haben. Das war schon fast Science-Fiction und völlig überdrehte Fantasy. Tut mir echt leid, dass sich das nicht gebessert hat.

  2. 2 Michael 3. Februar 2010 um 20:06

    Was will man da auch erwarten?

    http://de.wikipedia.org/wiki/Lars_A._Fischinger

  3. 3 Gunnar 3. Februar 2010 um 21:47

    Die Wandlung von PM von einem populärwissenschaftlichen Magazin für Jugendliche hin zu einem gewöhnlichen Esoterikblättchen ist schon länger. Spätestens als im Jahr 2002 von Michael Kneissler (der sonst in der Bunten über Stars und Sternchen schreibt) ein Artikel über “Gab es Menschen vor den Menschen” erschien und der sich ausgiebig ausgerechnet auf Hans-Joachim Zillmer berief, hatte PM jeglichen Anspruch auf Ernsthaftigkeit weit hinter sich gelassen.

  4. 4 Stefan Mauerhofer 4. Februar 2010 um 05:20

    oje, fehlt nur noch, dass E. von Däniken seinen Senf dazu gibt

  5. 5 blau 4. Februar 2010 um 10:20

    Schade, ich habe das PM immer ganz gern gelesen.

  6. 6 Gordon 4. Februar 2010 um 12:08

    habe p.m. von 1987-1992 abonniert, aber schon in dieser zeit gab es artikel, die man überblättern musste mangels informationsgehalt… habe dann im alter von 16 jahren das abo beendet… schade dennoch, ist ein stück meiner jugend, wie yps mit gimmick und das jute alte MAD-heft…

  7. 7 Stefan 4. Februar 2010 um 19:58

    Ich hatte P.M. gelesen, als es noch gelb war, die mongolischen Reiterkrieger wild durchs Heft ritten und der Pletschacher jedesmal ein neues super Superflugzeug (F-16, Tornado…) präsentiert hat. Ein spannendes Magazin für Jugendliche, echt geil! Wenn ich aber heute P.M. im Supermarkt durchblättere kommt mir das Kotzen!

  8. 8 Anonymous 5. Februar 2010 um 13:03

    Jaja, kann man sowas denn nicht aber so wie früher ein bißchen sachlicher formulieren, und eher relevantes durch Fettschrift hervorheben statt der Kraftausdrücke? Danke!

  9. 9 Anonymous2 5. Februar 2010 um 14:34

    Ja und wenn man seriös sein will, dann läßt man Argumente für sich selbst sprechen. Aber ehrlich gesagt habe ich das auf dieser Seite auch nicht erwartet – das wäre ja ein Wunder.

  10. 10 Bernd Harder 5. Februar 2010 um 15:02

    @Anonymous2:

    Ich denke, zwei Drittel Argumentation inklusive wörtliche Beispiele und ein Drittel Ärger über Zeit- und Geldverschwendung sind ein ganz annehmbares Verhältnis, oder?

    Vielleicht kämen wir auch weiter, wenn ich verstehe würde, was genau Sie eigentlich wollen, Herr *Anonymus*? (Nein, ich äußere jetzt auch keine Vermutung, mit wem ich es zu tun habe …)

  11. 11 Christian Weihs 5. Februar 2010 um 16:38

    @Stefan
    An die Tornado-Ausgabe kann ich mich noch gut erinnern. Auch an die mit SN 1987a :)

  12. 12 JV 8. Februar 2010 um 00:53

    Achja, P.M. Das kam direkt nach den Was-ist-was-Büchern. Erinnere mich noch an eine gute Geschichte zum menschlichen Immunsystem – aber mehr auch nicht.

  13. 13 Horiomu 14. Februar 2010 um 00:41

    Medien, die eine Wissenschaftlichkeit vorgaukeln und dann solchen Mist verzapfen, haben wir die breite Eso-Front zu verdanken.

    Auch das Magazin “Welt der Wunder” ist voll von einseitig unwissenschaftlicher Berichterstattung, wie die Ausgabe vom Jänner 2010 beweist. Dubiose geheime Körperlandschaften werden da von einer Bande Alternativler präsentiert, dass sich einem die Haare sträuben.

    Wo soll das noch hinführen?

  14. 14 Anonymous 9. März 2010 um 09:24

    @Bernd Harder: Ich bleibe mal bei dem Namen um Verwirrung zu vermeiden. Anonymous2 ist jemand anderes.
    Der inhaltliche Zweidrittelteil war interessant. Einem Drittel (ich hab’ das Verhältnis nicht überprüft) des Artikels Platz für persönliche Emotionen einzuräumen ist nach meinem Geschmack zu viel für eine GWUP, die sich Sachlichkeit auf die Fahnen geschrieben hat.

  15. 15 Bernd Harder 9. März 2010 um 12:54

    @Anonymus:
    Ich denke trotzdem, eine – auch emotionale – “Generalabrechung” mit diesem Blättchen war längst überfällig. Hätte z.B. auch diesen Monat erfolgen können, eingedenk einer weiteren unsäglichen Titelgeschichte, diesmal zum Thema Noetik. Aber für diesen Unsinn geht einem langsam schon die Begrifflichkeit aus …

  16. 16 Anonymous 12. März 2010 um 20:55

    @Bernd Harder: Naja, aber ein Rant reicht ^^

  17. 17 gammoncrack 29. Dezember 2010 um 19:27

    Vor ein paar Tagen habe ich – keiner Kirche angehörend – zufällig im Internet etwas über das “Bild” aus Guadaloupe gelesen. Seit 2 Tagen habe ich fast alles recherchiert, was es zu recherchieren gab. Auch die Anmerkungen von Bernd Harder sind absolut richtig. Das ist mehrfach nachzulesen. Schade, dass PM so etwas leicht zu Findendes nicht ebenfalls mit aufführt. Aber, eines steht wohl auch fest, dass dieses “Bild”, das wohl keines ist, bisher wissenschaftlich nicht erklärt werden kann. Weder die Haltbarkeit, noch das Vorhandensein pixelgroßer Bilder (Fotografien) in der Pupille der Mariengestalt.

  18. 18 Oliver 4. Juni 2011 um 07:14

    Ich habe das Heft in meiner Jugendzeit zwischen 1983 und 1990 regelmäßig gelesen. Schon damals gab’s immer mal wieder Artikel, die doch sehr grenzwertig waren (z.B. über Geister, Astrologie und Aliens), die ich aber damals einfach als Spekulationen angesehen hab und als Möglichkeit, meinen Verstand zu schärfen und Beiträge kritisch zu hinterfragen.
    Nach viele Jahren habe ich neulich wieder ein P.M. Heft in der Hand gehabt – und nun hatte sich das Verhältnis umgekehrt: unter lauter pseudowissenschaftlichen Beiträgen fanden sich vielleicht ein oder zwei lesenswerte Artikel, welche die bezeichnung “populärwissenschaftlich” verdienen.
    Sehr schade, hat mich die damalige P.M. doch sehr geprägt und die wissenschaftliche Neugier in mir geweckt.

  19. 19 Andy Weber 18. April 2012 um 18:48

    Wenn eins peinlich ist, dann der Kommentar zur Muttergottes von
    Guadeloupe, der zeugt von absoluter Ignoranz dieser wunderbaren
    Erscheinung gegenüber, es gibt Fakten, die absolut für sich sprechen,
    wenn einer überhaupt sowas braucht, daß diese Erscheinung echt war,
    z.B. der Mantel mit dem Bild der Jungfrau, von dem selbst die
    sogenannte Wissenschaft nicht erklären kann, wie es entstand, woraus es besteht (Farben wie wir sie kennen sind nicht nachweisbar )und
    warum es nach fast 500 Jahren noch strahlt wie damals…

    Andy Weber

  20. 20 Bernd Harder 18. April 2012 um 20:02

    @AW: Glauben Sie gerne weiter an Ihre frommen Märchen aus irgendwelchen Andachtsbüchlein – oder informieren Sie sich mal richtig.

    Sie könnten z.B. mal eine Farbe nennen, die “wir noch nicht kennen” oder andere angebliche “Fakten” (bitte keine, die frei erfunden sind).

    Ansonsten bleibt nämlich Ihr Kommentar ziemlich peinlich, z.B. Sätze wie “Wenn einer überhaupt so etwas braucht” (klar, blind zu glauben ist ja auch viel einfacher) oder “die sogenannte Wissenschaft” (Sie haben keine Ahnung, was Wissenschaft ist oder wie Sie funktioniert, nehme ich mal an).

  21. 21 trixi 18. April 2012 um 20:53

    @Andy Weber: Ich weiß, dass es sinnlos ist, Blindgläubige überzeugen zu wollen, aber ich kann es einfach nicht lassen, doch nochmal an Ihren Verstand zu appellieren und Ihnen einen Text zu empfehlen:

    http://www.csicop.org/sb/show/miraculous_image_of_guadalupe/

    Außerdem fällt natürlich auf, dass Sie keines der Argumente im obigen Text widerlegen (können), sondern lediglich darauf beharren, dass alles gefälligst so zu sein hat, wie die Gläubigen das behaupten. Belege?

  22. 22 Stefan 22. April 2012 um 09:44

    Warum verwendet Herr Harder eigentlich die P.M. Hefte trotzdem so häufig als Quelle für seine Bücher??? (Zum Beispiel für das Kapitel “Dracula in München” im Büchlein “Sie sind mitten unter uns”)

  23. 23 Bernd Harder 22. April 2012 um 11:01

    @ Die Quelle ist nicht *das* P.M.-Magazin, sondern ein monothematisches Sonderheft von “P.M. History” zum Münchner Stadtjubiläum.

  24. 24 Stefan 22. April 2012 um 15:34

    Und das gehört nicht zu PM??

  25. 25 Stefan 22. April 2012 um 15:47

    Jetzt habe ich noxh mal schnell nachgeguckt: zum Beispiel wird im Werk “Elvis lebt” aber auch das “normale” PM als Quelle angegeben (Seite 52 / PM Nr 2/2009) Ich finde es irgendwie merkwürdig, dass das “peinliche Magazin” dann offenbar doch nicht peinlich genug ist, um für die eigenen Bücher herzuhalten. Wie kommt das?

  26. 26 Bernd Harder 22. April 2012 um 16:27

    @Stefan: Es freut mich ja, dass Sie offenbar einige meiner Bücher kennen – aber gerade dann ist doch Ihre Frage recht leicht zu beantworten:

    “Elvis lebt” ist ein Buch über Verschwörungstheorien. Das besagte Zitat weist P.M. als eine Quelle von Verschwörungstheorien aus (in diesem Fall: angeblich “geheime Ufo-Akten”).

  27. 27 Bernd Harder 22. April 2012 um 16:34

    @Stefan: Sicher gehört P.M. History zur P.M.-”Familie”. Nichtsdestotrotz hat es einen thematischen Schwerpunkt (nämlich Geschichte) mit überwiegend fähigen Fachautoren, die nicht – wie die Hauptredaktion – über alles dilletieren, was gerade gewünscht wird. Man könnte ja auch positiv anmerken, dass ich nicht alles und jeden über einen Kamm schere …

  28. 28 Zox 14. Mai 2012 um 12:19

    Ich lese PM auch seit ca. 30 Jahren und kann das bestätigen. Ich denke, sie mussten auf Halbesoterik umschwenken, weil sie gegen das *Spektrum der Wissenschaft* natürlich nicht konkurrieren können.

    Den Vogel abgeschossen haben sie in der neusten Ausgabe 06/2012. Dort wird im zehnten Kapitel des sonst interessanten Titelthemas *Die 10 großen Mysterien unserer Existenz* durchs Band weg Dunkle Energie mit Dunkler Materie verwechselt! :-D

  29. 29 Anonymous 22. Juli 2012 um 16:57

    Mir ist die Verwechslung von Dunkler Energie mit Dunkler Mateie in Ausgabe 06/2012 (Die 10 großen Mysterien unserer Existenz) auch aufgefallen. Sowas kann passieren, sollte dann aber in den nachfolgenden Ausgaben richtig gestellt werden. Aber weder das geschah, noch wurde in den Leserbriefen darauf eingegangen. Aber bei Facebook finden die Leute PM alle superinteressant und spitze.

  30. 30 Deliberation 31. August 2012 um 08:40

    Ich habe Peter Moosleitners interessantes Magazin Ende der 80er und Anfang der 90er mit Interesse gelesen und seit ein paar Monaten habe ich es als populärwissenschaftliches Magazin wieder abonniert. Ihren Artikel zur Wandlung des Magazins finde ich prinzipiell wichtig, jedoch nicht ganz zutreffend.

    Schon vor meinem erneuten Abonnement der Zeitschrift habe ich mich köstlich über die Vorhersagen des alten Magazins amüsiert. Erinnern Sie sich doch daran, wie vor nun mehreren Jahrzehnten postuliert wurde, dass wir mittlerweile ganze Bevölkerungsteile in Orbitstationen haben werden. Bis ins Detail wurde erörtert, wie die Toiletten auf diesen Stationen funktionieren werden und wie man Wasser aus dem Eis vorbeifliegender Himmelskörper extrahiert.

    So gut recherchiert das damals auch gewesen sein mag, dieses Produkt der Glaskugelwissenschaft ist ebensowenig eingetreten, wie andere Artikel aus dieser Zeit zu Aliens, geheimen Militärbasen u.ä. lediglich reine geistige Spekulation waren. Schlimm finde ich das Ganze jedoch nicht. Denn in welcher Form beeinflusst es mich, ob die Azteken wirklich die Jungfrau Maria gesehen haben oder ob sie (wie unsere mittelalterlichen Vorfahren wahrscheinlich ebenso) mit einer guten Show in der Spur gehalten wurden? Beide Versionen dieser Story sind Konstrukte bzw. gesellschaftliche Phänomene, die für mich entweder aus sozialwissenschaftlicher Sicht lediglich “interessant” oder schlichtweg einfach unterhaltend sind.

    Keine der beiden Storys wird dazu führen, dass ich mein derzeitiges Leben überdenke. Nichts davon, ob erfunden oder vermeintliche “Wahrheit” (ein Raunen geht durch den Raum), wird uns als Menschen irgendwie “befördern”. Es geht doch nur darum, sich als profaner Mensch die Zeit zwischen Geburt und Kiste zu vertreiben. Einer liest dabei Geschichten von der Jungfrau Maria, der andere beschäftigt sich mit dem Gang der Pferde (aktuelles Thema in Spektrum der Wissenschaft). Was von beidem ist jetzt warum besser oder wenigstens erstrebenswerter?

  31. 31 Pierre Castell 31. August 2012 um 18:20

    Seltsame Ansichten…

  32. 32 Ralf 31. August 2012 um 22:58

    <<“Drei Tage später erschien Maria dem Indianerjungen Juan ein zweites Mal, auf dem schneebedeckten Hügel wuchsen Rosen, Juan Diego sammelte sie und brachte sie in seinem Mantel zum Bischof; als er den Mantel öffnete, um dem Bischof die Rosen zu geben, war auf dem Mantelfutter das Gesicht von Maria zu sehen…"<<

    Etwas Lust auf eine "Sommerloch-Story", die dazu passt? :-)

    http://www.spiegel.de/fotostrecke/angebliche-marien-erscheinungen-in-west-new-york-fotostrecke-85263.html

  33. 33 Alex 28. November 2012 um 22:07

    Vielleicht sollten wir alle mal kurz inne halten. Immerhin wurde gerade mehreren hundert Gruner+Jahr-Kollegen in der Wirtschaftsredaktion (FTD) gekündigt. Meine Anteilnahme gilt den Kollegen.

    Und wenn ich mich mal ganz weit aus dem Fenster lehnen darf: Ich glaube, das wird auch das Schicksal von P.M. Tippe mal auf Februar/März 2013. Sowas nennt man Portfolio-Bereinigung. An den ehemaligen Cash-Cows Capital, Stern, Brigitte (Eltern gehört schon lange nicht mehr dazu) wird noch fest gehalten, in der Hoffnung: “das wird schon wieder”. Der Rest wird “weggeschmissen”.

    Wie konnte es soweit kommen? Manch einer gibt dem Internet die Schuld. Andere sagen, das Privatfernsehen macht Print kaputt. Mag sein. Zum Teil. Tatsächlich ist Folgendes passiert: Die alt eingesessene Verlegerfamilie Jahr (die gar nicht so sehr nur im Verlagsbusiness aggiert, sondern auch in Immobilien, Casinos, Henkel, Holdings usw.) hat ziemlich große Augen und dicke Backen gemacht, als Herr Ackermann zu Börsen-Boom-Zeiten die Parole von 25 Prozent Rendite rausbrachte. Pustebacke Gruner+Jahr hat gestämpfelt und diese Rendite auch von seinen Redaktionen eingefordert. Bis dahin, ich schätze mal, gab es eine Rendite für Printobjekte in Höhe von 9, vielleicht manchmal 11 Prozent. Ende der 90er, Anfang der 2000er Jahre ist genau dieses Szenario von den Geschäftsleitungen in Betriebsversammlungen beschworen worden: Rendite 25 Prozent. Man könnte auch sagen – GIER! Das hatte nichts mehr mit verlegerischen Ambitionen zu tun. NEID und GIER!

    Und welcher ernsthafte Chefredakteur konnte so eine Rendite-Forderung erfüllen? Bis heute keiner. Weder im TV, Radio, Print, Internet sowieso nicht.

    Das war die Stern-Stunde der BWL’er *grusel* Mit Schlagworten wie “Optimierung der Arbeitsprozesse”, “Synergien” usw.usw. haben die die Führung übernommen. Keine Ahnung vom Verlags-Bussines, Exell-Kalkulatoren, Wichtigtuer. Sie bauen ihre Macht-Positionen aus, indem sie ihre Personalhoheiten erhöhen. Hier ein Verlagsleiterchen, da ein Stellvertreterchen, da ein zweiter Personalleiter – die Redaktionen werden ausgedünnt und damit handlungsunfähig gemacht.

    Ach, wie würde ich wünschen, dass Julia Jäckel meinen Eintrag hier lesen würde. Noch besser Liz Mohn. Aber die Strippenzieherin Angelika Jahr – das wäre mein Traum. Ich würde sie fragen, was ich unseren ehemaligen Geschäftsführer Volker Breid in einer der Betriebsversammlungen einst fragte: Glauben Sie an uns? Er sagte ja, er glaubt an P.M. Und wo ist er heute? Nicht mehr bei uns ….

    Hach, ich liebe das Internet :) Ach, und die Globalisierung ist natürlich auch dran Schuld

  34. 34 Michael 10. Februar 2013 um 15:21

    @trixi
    Die angebliche eindeutige Quelle http://www.csicop.org/sb/show/miraculous_image_of_guadalupe/ entpuppt sich bei näherem Hinsehen weniger glaubwürdig, als hier auf dieser Seite vermittelt wird. So darf bezweifelt werden, ob es sich bei Joe Nickell wirklich um so einen seriösen und ergebnisoffenen Wissenschaftler handelt, wie man hier gerne glauben möchte.
    Zumindest stehen seine Erkenntnisse zum Turiner Grabtuch in Widerspruch zu anderen Wissenschaftlern, die hier keine natürliche oder bisher bekannte Methode erkennen können, wie die Farbe auf das Tuch kam. “Not least, the nature of the image and how it was fixed on the cloth remain deeply puzzling” http://en.wikipedia.org/wiki/Shroud_of_Turin
    Es liegt der Verdacht nahe, dass die Meinung von Joe Nickell wohl eher “biased” ist.

  35. 35 Bernd Harder 10. Februar 2013 um 15:28

    @Michael: Altbekannter Eso-Trick, die Person anzugreifen statt der Ergebnisse. Was konkret haben Sie denn vorzubringen, außer dass Sie (ebenfalls mit null Argumenten) versuchen, Herrn Nickell zu diskreditieren?

    < < Zumindest stehen seine Erkenntnisse zum Turiner Grabtuch in Widerspruch zu anderen Wissenschaftlern, die hier keine natürliche oder bisher bekannte Methode erkennen können. <<

    Damit meinen Sie wohl eher gläubige Pseudo-Wissenschaftler, denn die "normale" Wissenschaft sieht keine Rätsel um das Turiner Grabtuch:

    http://www.gwup.org/component/content/article/915-turiner-grabtuch-

    http://www.gwup.org/component/content/article/968-sieben-mythen-ueber-das-turiner-grabtuch

    http://www.gwup.org/component/content/article/964-das-turiner-grabtuch-fragen-und-antworten

    http://blog.gwup.net/2010/04/10/das-turiner-grabtuch-die-ganze-geschichte/

    http://blog.gwup.net/2010/04/07/spuren-auf-dem-turiner-grabtuch/

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