Die Argumente der Impfgegner

Herbstzeit – Grippezeit. Kaum hat die Influenza-Impfsaison begonnen, machen auch die Impfgegner mobil. Die herbei gezerrten Argumente klingen mitunter verführerisch eingängig und einleuchtend. Was aber ist dran?

Ein Blick ins Skeptiker-Archiv fördert Informatives zu Tage. In Ausgabe 4/2003 etwa ging es um die “Häufigsten Argumente der Impfgegner”. Hier seien sie noch einmal aufgelistet – inklusive Widerlegung.

1. “Impfungen sind wirkungslos. Sie verhindern keine Erkrankungen. Es sind andere Einflüsse, die zum Rückgang der Erkrankungen geführt haben, zum Beispiel verbesserte Hygiene.”

Dieses Argument scheint auf den ersten Blick viel für sich zu haben, da tatsächlich die Zahl der Infektionskrankheiten und vor allem der schweren Komplikationen auch ohne Impfung zurückgegangen ist. Es ist ja auch eine Binsenweisheit, dass bessere sozioökonomische Verhältnisse sich vorteilhaft auf die Gesundheit auswirken. Aber entscheidend reduzieren oder gar ausrotten lassen sich Infektionskrankheiten so nicht.

In den USA schwankte die Zahl der Masernerkrankungen zwischen 1920 und 1963 ganz erheblich zwischen 100.000 und 90.000 Fällen pro Jahr. Mit Einführung der Masernimpfung sank die Zahl innerhalb von zwei Jahren unter 50.000, stieg nie mehr darüber an, und betrug 1999, also nach einem Zeitraum von fast 40 Jahren, nur noch exakt 100 Fälle. Diese Fälle waren allesamt eingeschleppt worden, in den USA selber sind die Masern faktisch bereits ausgerottet.

Es dürfte sehr schwer sein, eine Veränderung zu finden, die innerhalb von zwei Jahren dies bewirkt haben sollte. Dies umso mehr, als sie ja wohl auch auf andere Krankheiten hätte wirken müssen; diese Krankheiten verringerten sich aber immer nur, sobald entsprechende Impfstoffe verfügbar wurden. Ein Vergleich in Europa unter wohlhabenden Industriestaaten mit ähnlichen sozialen Standards zeigt schlicht, dass die Masern dort verschwunden sind, wo fast alle geimpft sind (Finnlang und Schweden), und in den anderen eben nicht (Deutschland, Frankreich und Italien). Auch hier ist weit und breit nichts zu sehen, was – außer Impfungen – für diese Unterschiede verantwortlich sein könnte.

Ein ähnliches Beispiel ist die Erkrankung durch eine Hirnhautentzündung, die durch das Bakterium H. influenzae ausgelöst wird. Seit der Einführung eines Impfstoffes 1990 sanken die Erkrankungen in den Vereinigten Staaten von 20 000 Fällen pro Jahr auf etwa 1400 Fälle im Jahr 1993 – also in drei Jahren; ohne dass tiefgreifende Änderungen im American “way of life” bekannt geworden wären.

2. “Impfungen sind wirkungslos. Bei einer Epidemie erkranken nachweislich mehr Geimpfte als Ungeimpfte.”

Das ist paradoxerweise sogar richtig, führt aber dennoch in die Irre. Zur Erklärung bedarf es allerdings etwas Mathematik.

Nehmen wir an, in einem Dorf leben 1000 Einwohner, wovon nur 20 nicht geimpft sind. Es werden Masern eingeschleppt. Die 20 Ungeimpften erkranken. Da der Masernimpfstoff eine Erfolgsquote von etwa 95 Prozent hat, sind 50 der Geimpften nicht immun und erkranken ebenfalls. Mithin erkranken in der Tat mehr als doppelt so viel Geimpfte wie Nichtgeimpfte. Ohne Impfung wären allerdings nicht 70, sondern 1000 Personen erkrankt – ein durchschlagender Erfolg der Impfung.

3. “Das Durchmachen einer Infektion ist natürlicher und sorgt beim Kind oft für einen Entwicklungsschub.”

“Natürlich” wird oft kritiklos mit “gut” gleichgesetzt. Im Mittelalter betrug die durchschnittliche Lebenswerwartung 35 Jahre, das war damals “natürlich”. Zu Goethes Zeiten starb die Hälfte aller Kinder; auch das war “natürlich”. Die so genannten “Kinderkrankheiten” sind sicherlich natürlich – harmlos sind sie aber auf keinen Fall. Die Rate von Hirnentzündungen (Enzephalitiden) beträgt bei Masern etwa 1:2000; bei Impfungen 1:100 000. Ohne Masernimpfung würde die Zahl also binnen weniger Jahre um ein Mehrhundertfaches ansteigen.

Die Impfgegner profitieren von der Unanschaulichkeit großer Zahlen. Man müsste statistisch 2000 ungeimpfte Kinder kennen, um auch nur einen Komplikationsfall mitzuerleben – wer hat einen so großen Bekanntenkreis? Lassen 2000 Eltern ihr Kind nicht impfen, so werden 1999 von ihnen feststellen: Nichts passiert. Bei Millionen von Kindern ergibt dies aber Tausende von völlig vermeidbaren, zum Teil tragisch endenden Erkrankungen

4. “Die Wirkung und die Langzeitfolgen von Impfstoffen und Impfungen sind großenteils völlig unbekannt und überhaupt nicht abzuschätzen. Auch treten sie vielleicht erst nach Jahrzehnten auf.”

Auch ein Einwand, der im Prinzip richtig ist. Man erinnere sich an die Gerinnungspräparate von Bluterkranken, die mit Beginn der AIDS-Ära plötzlich mit HIV verseucht waren, womit niemand rechnen und was niemand voraussagen konnte.

Dem kann man nur entgegenhalten, dass solche Risiken vielleicht vorhanden und unbekannt, die Krankheitsrisiken aber vorhanden und äußerst bekannt sind. Halbwegs moderne Impfstoffe gibt es seit 50 Jahren. Es gibt keinerlei Hinweise, dass Ungeimpfte irgendwie gesünder wären als Geimpfte – im Gegenteil. Ziemlich abstrus mutet es an, wenn zum Beispiel ein Autor auf die vielen ungeklärten Einzelheiten bei Entwicklung, Einsatz und Wirkungsweise des Pockenimpfstoffes verweist – den es wegen Ausrottung der Pocken gar nicht mehr gibt und der mit Sicherheit keine unbekannten Schädigungen mehr verursachen kann.

5. “Aufgrund der Zunahme an Impfungen haben allergische Erkrankungen besonders bei Kindern und Jugendlichen in den letzten 30 Jahren erheblich zugenommen.”

Eine Untersuchung der Universitätskinderklinik in München (Dr. Erika von Mutius) hat die Häufigkeit von Allergien in der damaligen DDR, in der eine Impfpflicht bestand, mit denen in der Bundesrepublik verglichen. Das Ergebnis war sehr überraschend, da die durchgeimpften Kinder und Jugendlichen der DDR erheblich weniger unter Allergien litten als die weniger häufig geimpften in der Bundesrepublik. Nach der Wiedervereinigung ist die Allergiehäufigkeit in den neuen Bundesländern übrigens ansteigend und bewegt sich zunehmend auf das Niveau der alten Bundesländer zu.

Zum Weiterlesen:

31 Kommentare zu “Die Argumente der Impfgegner”


  1. 1 Ulrich 22. Oktober 2009 um 14:04

    “… vast communities of people ignorant of, or rejecting, the rule of science, among them the members of anti-vaccination societies and believers in astrology”

    Max Born (Nobelpreis für Physik 1954) anno 1949

    Hat sich wenig geändert in den letzten 60 Jahren …

  2. 2 medizynicus 22. Oktober 2009 um 22:26

    Danke für die hervorragende Zusammenstellung der Fakten!

    Allerdings… bei der Impfung gegen die “Schweinegrippe” liegt die Sache etwas anders. Diese wird ja inzwischen auch von “nahmhaften” und streng evidenzbasiert-naturwissenschaftlich denkenden Experten abgelehnt:

    http://www.arznei-telegramm.de/blitz-pdf/b091016.pdf

    Die Redaktion des Arzneimittel-Telegramms ist bekannt für ihre kritische Haltung gegenüber der Pharmaindustrie – aber mit den Impfgegnern aus der Esoterik-Ecke haben sie mit Sicherheit nicht viel zu tun. Dummerweise ist die ganze Sache leider Wasser auf die Mühlen der Parawissenschaftler …

  3. 3 AndreasK 23. Oktober 2009 um 13:53

    Ein gutes Gegenargument hast du nicht gebracht: Diese Medikamente sind in bestimmten Situationen sinnvoll, haben aber durch die Bank Nebenwirkungen. Wenn man eine Impfung vermeiden kann ohne schwere Krankheiten zu riskieren (gesundes Immunsystem: Warum gegen Grippe impfen? Halte mich nicht in einer Gegend mit Zeckenaufkommen auf: Warum gegen die Folgen von Zeckenbissen impfen?) sollte man sie nicht durchführen.

    Und als Sammlung guter Argumente gegen (zumindest einige) Impfungen bieten die Jungs der Stationären Aufnahme ebenfalls eine Art Archiv.

    Wenn schon Argumente gegen Impfungen mit wissenschaftlichem Tenor widerlegt werden, dann bitte aber auch differenziert.

  4. 4 Bernd Harder 23. Oktober 2009 um 14:37

    @AndreasK

    “Wenn schon Argumente gegen Impfungen mit wissenschaftlichem Tenor widerlegt werden, dann bitte aber auch differenziert.”

    Und wie stellen wir uns das genau vor? Gehen wir sämtliche Indikationsimpfungen dieser Welt nacheinander auf “Pro” und “Contra” durch, was mich schätzungsweise die nächsten zwei Jahre hier beschäftigen wird?

    “Wenn man eine Impfung vermeiden kann ohne schwere Krankheiten zu riskieren (gesundes Immunsystem: Warum gegen Grippe impfen? Halte mich nicht in einer Gegend mit Zeckenaufkommen auf: Warum gegen die Folgen von Zeckenbissen impfen?)”

    Und hier geht es schon los: ein richtiges und ein falsches Argument, locker in einem Satz zusammengeknüpft:

    a) Völlig richtig, dass eine FSME-Impfung nur für Endemiegebiete empfohlen wird (die sich allerdings mindestens jährlich ändern).

    b) Falsch, dass ein “gutes Immunsystem” grundsätzlich vor Grippe schützt. Vielleicht vor einer Erkältung, aber nicht gegen Influenza-Viren.

  5. 5 AndreasK 26. Oktober 2009 um 12:09

    @bernd: Hoppla, entschuldige bitte. Ich wollte nicht trollmäßig rüberkommen und dich persönlich angreifen. Nur: Wenn der Artikel die Widerlegung der häufigsten Argumente verspricht, sollte doch bitte keins vergessen werden.

    Und eine differenzierte Sicht heißt keineswegs, dass mal gleich ne Liste führen muss. Ein Hinweis darauf, dass nicht alle Argumente esoterisches Wischiwaschi sind, würde doch reichen. Also, find ich zumindest.

    Und zum Grippe-Thema schließe ich mich dem Kommentar von medizynicus an.

    In diesem Sinne: Freundschaft!

  6. 6 wolfgang 21. Januar 2010 um 10:06

    Jetzt ist ja schon eine Zeitlang vergangen und die 1.Welle der H1N1v Pandemie ist am Abklingen.

    Völlig unverständlich ist das Ablehnen der Impfung.

    In Österreich gibt es bei FSME Erkrankungen durch die gute Durchimpfungsrate nur mehr zwischen 40 und 100 FSME Fälle. Hätten wir die Impfung nicht wären es ca 700 FSME Fälle mit ca 7 Todesfällen pro FSME Saison.

    Bei H1N1 wäre genug Impfstoff da um praktisch alle in Österreich lebenden Menschen zu impfen, die Akzeptanz ist (auch uner medizinischem Personal) erbärmlich, es gab bereits Engpässe bei beatmungspflichtigen Patienten. Und es gab bislang 25 gemeldete laborbestätigte Todesfälle.

    Und man sollte auch mal über den Tellerrand schauen. Selbst junge asymptomatische aber virämische Erwachsene können ein Risiko darstellen.
    Einerseits stecken sie andere an, andererseits können sie Blut spenden. Tja und wer bekommt diese Ery-Konserven ? Da kann leicht was schiefgehen.

  7. 7 Bernd Harder 22. Januar 2010 um 17:20

    @AndreasK:

    Sorry, ich habe Deinen Kommentar tatsächlich heute erst gesehen …

    Überhaupt kein Problem, ich habe mich nicht persönlich angegriffen gefühlt.

    Gut, mag sein, dass der Begriff *die häufigsten* zahlenmäßig dehnbar ist, ich wollte damit jedenfalls keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben.

    Und natürlich sind nicht *alle* kritischen Einwände gegen Impfungen per se esoterisches Wischiwaschi.

    Mit frohem Gruß!

  8. 8 maria 7. Januar 2011 um 09:46

    Ich bin Mutter von 2 kleinen Kindern und finde die Geschichte mit dem Impfen sehr schwierig. Ich kann meine Ausführungen nur in sehr laiischer Sprache “rüber bringen”. Auch Ärzte sind nicht immer gleicher Meinung.
    - Angeblich soll mit 3 Monaten der natürliche Krankheitsschutz noch vom Mutterleib her stark zurückgehen und gerade in dieses “Loch” zu impfen wäre für den kleinen Körper sehr belastend. Darum rieten mir diese ÄrztInnen, erst etwas später zu impfen (mit 6 Monaten bis 1 Jahr).
    - Dann wären 6 Impfungen auf einmal eine sehr große Belastung für den Kinderkörper, Kinder bekommen ja häufig nach Impfungen hohes Fieber und abgeschwächte Formen der geimpften Krankheiten.
    - Impfstoffe enthalten auch schädliche Inhaltsstoffe, Kinder mit bestimmten Allergien vertragen die gängigen Impfstoffe schlecht oder nicht. Es wurden auch schon Impfstoffe nach schweren Impfschäden zurückgezogen. Darum finde ich Vorsicht auch angebracht.
    - Die FSME-Impfung wird auch schon für Babies ab 6 Monaten empfohlen, aber vor dem 4. Lebensjahr soll noch nie eine FSME-Infektion (oder nur keine Komplikationen? weiß ich nicht mehr genau) vorgekommen sein.
    - An Impfstoffen verdient eine ganze Industrie, da ist schon etwas Vorsicht angebracht, auch bei den Studien, die ja oft von einem bestimmten Pharmakonzern gegen Bezahlung in Auftrag gegeben werden.
    - Wegen der Masernimpfung – die Impfung schützt nicht lebenslang, die Komplikationsrate ist bei Erwachsenen am höchsten. Die Impfung macht dann am meisten Sinn, wenn Maserngeimpfte mit Masern angesteckt wurden, dann soll der Schutz lebenslang sein. Da würden die Geimpften von den noch vorkommenden Masern profitieren.
    - Impfbefürworter sagen: Diese Krankheit kam ohne Impfung noch so und so oft vor und dann weniger.
    Ich fürchte mich aber nicht vor Masern z.B., sondern nur von den sehr seltenen Komplikationen der Masern. Ich finde darum die Argumentation der Impfbefürworter oder der Pharmakonzerne nicht seriös. Mich interessiert nur der Prozentsatz der Komplikationen mit und ohne Impfung.
    - Das Beispiel vom Dorf mit den 1000 Einwohnern mit den Geimpften und Ungeimpften ist Blödsinn. “Die 20 Ungeimpften erkranken”. Sogar zu Pestzeiten sind nicht alle erkrankt. Wenn eine agressive Darmgrippe umgeht, dann bekommen auch nicht alle die Darmgrippe, die mit den Kranken in Kontakt gekommen sind.
    - Das mit dem Argument, dass die Kinder nach einer durchgemachten Krankheit gestärkter hervorgehen ist schwierig, aber auch das mit dem Abstreiten des Sachverhalts. Kleinkinder sind vor einem Entwicklungsschub eher immungeschwächt, z.B. beim Zahnen sind sie besonders infektanfällig. Wenn es vorbei sind, ist der Entwicklungsschub auch vor sich gegangen und es geht dem Kind besser. Man kann auch nicht gegen alles impfen, deshalb finde ich dieses Argument auch schwierig, auch geimpfte Kinder machen Infekte durch.
    - wolfgang schrieb:
    “Jetzt ist ja schon eine Zeitlang vergangen und die 1.Welle der H1N1v Pandemie ist am Abklingen.
    Völlig unverständlich ist das Ablehnen der Impfung.
    In Österreich gibt es bei FSME Erkrankungen durch die gute Durchimpfungsrate nur mehr zwischen 40 und 100 FSME Fälle. Hätten wir die Impfung nicht wären es ca 700 FSME Fälle mit ca 7 Todesfällen pro FSME Saison.
    Bei H1N1 wäre genug Impfstoff da um praktisch alle in Österreich lebenden Menschen zu impfen, die Akzeptanz ist (auch uner medizinischem Personal) erbärmlich, es gab bereits Engpässe bei beatmungspflichtigen Patienten. Und es gab bislang 25 gemeldete laborbestätigte Todesfälle.”
    Die Todesfälle waren meines Wissens alle chronisch krank, vorher schon und die Grippe gab ihnen den Rest.
    Ich finde, dass eine kritiklose Pharmagläubigkeit auch Risiken birgt. Dass manche Impfungen sinnvoll und lebenswichtig sind, heißt noch lange nicht, dass alle Impfungen notwendig sind. Ich würde da schon differenzieren.

    Schade finde ich, dass es hauptsächlich kritiklose Impfbefürworter und extreme Impfgegner gibt. Da ist eine konstruktive, sachliche Diskussion schwierig. Studien an Menschen sind auch immer schwierig, weil der Mensch ein sehr komplexes Wesen ist und so viele Faktoren mitspielen, dass da Studien nur Teilausschnitte sein können. Grad beim Impfen. Ich hab eine Freundin, die impft ihr Kind gegen alles, was es gibt, und wenn ich sie mit meinen Kindern besuchen will und diese Schnupfen haben, darf ich nicht kommen. Natürlich ist er im Augenblick gesünder, als meine, die viel unter Kindern sind und öfter einen harmlosen Infekt aufschnappen. So ist der Geimpfte gesünder, als meine Kinder, die nur “teilgeimpft” sind. Super Argument. Es hängt also auch mit der Ängstlichkeit der Eltern zusammen, mit dem Lebensstil und nicht nur mit “geimpft” und “nicht geimpft”. Sowas wird in den Studien aber nicht erwähnt.

    Maria

    Ich habe mich versucht zu informieren und bin zu dem Schluss gekommen, dass, was und wann man impft, eine “Bauchentscheidung” ist.

  9. 9 Hans 28. November 2011 um 17:41

    Zitat:
    In Österreich gibt es bei FSME Erkrankungen durch die gute Durchimpfungsrate nur mehr zwischen 40 und 100 FSME Fälle. Hätten wir die Impfung nicht wären es ca 700 FSME Fälle mit ca 7 Todesfällen pro FSME Saison.
    Zitat Ende.

    Nun, über 800 verschiedene Zeckenarten leben weltweit. Regionale Unterschiede machen eine Impfung nutzlos. Ebenfalls ist der Zeckenbiss überhalb von 700 Metern NN nicht mit FSME ansteckbar, sehr wohl jedoch die Borreliose. Von daher schützt die Impfung – falls die Impfung wirklich schützt – nur gegen FSME in der Region für die geimpft wurde und nicht gegen die Borreliose. Besterr Schutz ist immer noch die richtige Kleidung – lange Ärmel und Hosen – und nicht die Impfung.

    Alles andere ist höchst unseriös.

  10. 10 Martin 7. Januar 2012 um 15:18

    Hallo,

    ich fände es super, wenn jemand, der wirklich Ahnung hat, auf den Text von Maria antworten könnte und ihn Punkt für Punkt beantworten würde. Ich stelle mir annähernd die gleichen Fragen zum Impfen und komme leider auf das gleiche Ergebnis. Ich finde auch, eine differenzierte Betrachtung als nur Schwarz und Weiss ist beim Thema Impfen durchaus angebracht. Herzlichen Dank.

  11. 11 Logine 8. Januar 2012 um 12:34

    Zum Thema 2 Anmerkungen. Beim Impfen geht es primär um den “Herdenschutz”, was aber ein Akt der Solidarität ist und daher immer weniger beachtet wird. Niemand wehrt sich bei einer tiefen, verschutzten Fleischwunde gegen eine Tetanusspritze. Und zum zweiten hat der Siegeszug der Antibiotika (der nun in SUperinfektionen und Antibiotikaresistenzen kippt) massgebend zur “Impfmüdigkeit” beigetragen.

  12. 12 Lampe 8. Januar 2012 um 15:58

    Hallo Maria, hallo Martin,
    Ihr seid beide der Meinung, dass man das Thema Impfen differenziert betrachten muss, Maria findet gar eine Bauchentscheidung sinnvoll.

    Ich halte es bei Themen, von denen ich keine Ahnung habe immer so, dass ich Experten vertraue. In diesem Fall wäre das die StIko (ständige Impfkommission) des Robert-Koch-Institutes. Ich bin selbst Medizinerin und sehe mich nicht in der Lage, alle Studien zum Impfen durchzuarbeiten. Deshalb gibt es Experten, die machen den ganzen Tag nichts anderes, als sich mit der Thematik zu beschäftigen.

    Geht doch einfach mal davon aus, dass die Leute, die dort arbeiten, kein Interesse daran haben, die Bevölkerung zu schädigen. und was das Argument mit der Pharmaindustrie anbelangt, die angeblich zu viel verdient: Das ist mir völlig Wurscht, die Krankenkassen handeln die Preise für die Impfstoffe mit den Herstellern aus, darauf haben wir keinen Einfluss.

    Also, findet ihr wirklich, dass das eine gute Idee ist, seine Kinder den Gefahren von gefährlichen Krankheiten (Masern sind übrigens sehr gefährlich) auszusetzen, nur damit die Pharmahersteller kein Geld verdienen? Dazu könnte man auch Kindsmissbrauch sagen, wenn man es richtig bedenkt.

  13. 13 trixi 8. Januar 2012 um 16:02
  14. 14 Dr. Much Theodor 8. Januar 2012 um 19:43

    Keines der Argumente der (meist esoterischen) Impfgegner trifft zu.

    1. “Grosse Impfrisiken”: Bei Masern ist die Wahrscheinlichkeit einer Hirnhautentzündung 1:2000, also 500 mal höher als die Komplikationsrate bei Masern-Impfungen.

    2. “Impfungen sind wirkungslos”: Seit Einführung eines Impfstoffes gegen bakterielle Hirnhautentzündungen sank in den USA seit 1990 die Zahl der erkrankten Kinder von 20.000 pro Jahr auf 1400. Gleiches gilt für Masern: Rückgang von 900.000 auf 50.000 pro Jahr (Statistik bis 1963).

    2. “Erzeugung von Allergien” und hohe “Infektanfälligkeit”: In Wahrheit ist das Risiko für Allergien bei Ungeimpften höher (Universität Helsinki: Das Risiko für Allergien liegt bei an Masern erkrankten Kinder liegt um 67% höher als bei Geimpften). Es gibt auch keine Beweise für höhere Infektanfälligkeit. Im Gegenteil: Schwere Erkrankungen wie Diphterie und Keuchhusten schwächen das Immunsystem und machen Kinder für Infekte anfälliger.

    3. “Kinder sollen Infekte durchmachen”: Gilt das auch für Polio, Diphterie und Masern? Leider sind diese Erkrankungen nicht ausgerottet!
    4. “Impfungen zu früh”: Gegen manchen Erkrankungen bilden Mütter keine schützende Antikörper. Mütter, die keine Antikörper gegen Masern haben, bilden auch keine schützenden Antikörper. Im übrigen: der mütterliche Nestschutz ist nur von kurzer Dauer.

    4. “Multiple Sklerose durch Impfen”: USA Studien zeigen das Gegenteil. MS kommt unter Geimpften seltener vor.

    5. “Impfbegleitstoffe (Formaldehyd, Thiomersal)führen zum Autismus”:
    Dafür gibt es keine Belege, zumal moderne Impfstoffe ohne Thiomersal auskommen und Formaldehyd von körpereigenen Zellen auch produziert wird.

    Ärzte, die gegen Impfungen raten, handeln unverantwortlich, sie sollten von der Ärztekammer zur Rechenschaft gezogen werden!

  15. 15 Martin 8. Januar 2012 um 20:51

    Hallo Lampe,

    danke für deine Antwort. Zu meiner Situation ein paar Worte. Ich bin prinzipiell für Impfen und informiere mich schon länger über das Thema. Bei Impfungen gegen z.B. Masern darf es da in meinen Augen auch keine 2 Meinungen geben, da muss man seine Kinder gegen impfen. Alle Krankheiten die tödlich enden können oder eine massive Schädigung zur Folge haben gehören für mich auch in diese Kategorie.

    Wenn ich mir aber z.B. Keuchhusten anschaue, so mein Kenntnisstand, ist diese Krankheit nicht tödlich und ich muss die Impfung alle 6-10 Jahre auffrischen. Bei einer Impfung setze ich den Körper aber einem Risiko aus, sei es durch Nebenwirkungen oder auch zu einem sehr geringen Prozentsatz dem menschlichen Fehler (z.B. unreine Spritze) was dann beides schlimmere Risiken birgt nach meinem Ermessen, als Keuchhusten durchzumachen.

    Da ist für mich der Unterschied, wo ich gerne von dem Schwarz-Weiss wegkommen möchte.

    Leider ist sowohl beim 3,4 und 6-fach Impfstoff auch Keuchhusten mit dabei, somit hat man keine Wahl, da die anderen Impfungen für mich Pflicht sind. Ich muss also den Keuchhusten mitkämpfen obwohl ich persönlich diese Impfung nicht sinnvoll finde.

    Ein weiterer Grund ist, dass Keuchhusten nur für Kinder bis ca. 6 Monate tödlich sein kann, die Impfungen aber erst ab dem 6. Lebensmonat passieren (können).
    Über weitere Quellen oder Informationen zum Thema Impfen, die über Wikipedia oder die gängigen ca. 10 Studien hinausgehen wäre ich sehr dankbar.

    Falls jemand meine Argumentation widerlegen kann, wäre ich auch sehr dankbar, kann ja gut sein, dass ich etwas wichtiges übersehen habe.

  16. 16 trixi 9. Januar 2012 um 14:22

    Aktuell zur “Herdenimmunität”:

    http://blog.esowatch.com/?p=6364

  17. 17 Lampe 9. Januar 2012 um 16:56

    Hallo Martin,
    Ich möchte dir zum Thema Keuchhusten antworten:

    Du weist, dass die Krankheit bis zum Alter von sechs Monaten tödlich sein kann. Und deshalb ist es wichtig, dass die Menschen, mit denen das Baby in Kontakt kommt, gegen Keuchhusten geimpft sind und es deshalb nicht anstecken können. Das Baby profitiert von der sog. Herdenimmunität, zu der dir Trixi ja schon einen link geschickt hat.

    Des weiteren ist die Krankheit auch bei größeren Kindern nicht so harmlos, wie ein normaler Husten. Ich habe mal miterlebt, wie zwei Kinder einer befreundeten Familie sich über Wochen die Seele aus dem Leib gehustet haben, das war ziemlich schlimm.

    Ich hoffe, ich konnte noch ein paar nützliche Denkanstöße geben.
    Viele Grüße

  18. 18 Martin 9. Januar 2012 um 22:44

    Hallo Lampe,

    danke, das war ein Denkanstoss in die Richtige Richtung. Mir war nicht bewusst, dass bei Keuchhusten nur eine Impfung vor Übertragung schützt. Ich war der Meinung, dass wenn man Keuchhusten hatte und man für die 6-10 Jahre immun ist (genau wie bei der Impfung) auch nicht übertragen kann. Da ist aber genau ein Unterschied, dass man geimpft kein Übertrager sein kann, wenn man selbst immun ist aber sehr wohl Keuchhusten übertragen kann.
    Völlig unabhängig davon sehe ich das Thema ob das mal für ein paar Wochen schlimm ist oder aber andere Einflußfaktoren wie bei meinem letzten Beitrag beschrieben schlimmere Konsequenzen haben können, die dann ein Leben lang bleiben.

  19. 19 Tarias 9. Januar 2012 um 22:46

    Hallo,
    nur als kurzer Einwurf, da von trixi die StIko (ständige Impfkomission) als möglicher Experte für die Frage nach dem “gegen was soll man impfen?” angeführt wurde: Die meisten Mitglieder der Impfkomission sind in irgendeiner Weise finanziell mit der Pharmaindustrie verbandelt. Von einer unabhängigen Empfehlung kann in diesem Fall leider keine Rede sein (Quelle: Martin Hirte: Impfen pro und contra, S. 30-31).

    Ob, wann und wogegen man impft kann man als Eltern nur auf zwei Arten entscheiden:
    Entweder man vertraut mehr oder weniger blind den Empfehlungen der jeweiligen Medizin (sei es Schul- oder Alternativmedizin), und trägt die jeweiligen Konsequenzen, so sie denn eintreten.
    Oder man informiert sich auf möglichst vielfältige Weise, trifft nach bestem Wissen und Gewissen eine persönliche Entscheidung, und trägt die jeweiligen Konsequenzen.

    Die Impf-Frage kann nie nur schwarz oder weiß sein, und beide Positionen machen es sich jeweils zu einfach, wenn sie nur “pro” oder “contra” schreien.

    Grüße

  20. 20 Bernd Harder 10. Januar 2012 um 12:10

    @Tarias:

    Bisserl abenteuerlich, einen Impfgegner wie Martin Hirte als seriöse Information/Referenz zu benennen:

    http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=Martin_Hirte

    Das zeigt zugleich auch die Grenzen der von Ihnen empfohlenen Vorgehensweise auf: Nicht nur “Big Pharma” kann möglicherweise tendenziös, ideologisch und einseitig argumentieren, sondern auch – und oft gerade – die “alternativen Gutmenschen” mit ihren jeweils ganz eigenen Interessen und persönlichen Hintergründen.

  21. 21 Martin 10. Januar 2012 um 18:16

    @Bernd Harder

    Auch wenn die Referenz abenteuerlich, so richtig unabhängig liest sich die Stiko definitiv nicht: http://de.wikipedia.org/wiki/Ständige_Impfkommission

    Ich halte die Stiko für eine gute Einrichtung aber wer glaubt sie ist Unabhängigkeit gehört für mich nicht zu ihren Stärken. Daraus aber gleich abzuleiten, dass die böse Pharmaindustrie die Stiko steuert halte ich auch für übertrieben.

  22. 22 Hans 12. Januar 2012 um 17:30

    Zum Thema Herdenschutz:

    Wenn die “Herde” geschützt, sprich der Großteil geimpft ist, woran liegt denn dann das Problem? Ein geimpftes Kind “kann” sich doch dann gar nicht anstecken, oder verstehe ich das falsch?

  23. 23 klauszwingenberger 13. Januar 2012 um 08:48

    @ Hans:

    Das Problem liegt darin, dass Kleinkinder in der Zeit vor den empfohlenen Impfkampagnen infiziert werden könnten. Das ist ja auch kürzlich passiert: ein nicht geimpftes, mit Masern infiziertes Kind steckte im Wartezimmer des Kinderarztes ein planmäßig noch nicht geimpftes Kleinstkind an. Und das verstarb nach langen Jahren an einer Spätkomplikation.

  24. 24 Pierre Castell 24. Mai 2013 um 18:10

    Vermeidbare Erkrankungen, die durch Impfungen vermeidbar gewesen wären (wie z. B. die Masern) sind in diesem Jahr erneut rasant angestiegen. Zur Zeit spüre man in Deutschland eine deutschliche Impfträgheit, weshalb so viele Menschen und besonders Kinder erkranken. (Quelle Nachrichtensendung “RTL-Aktuell”).

    Passanten, die auf der Straße befragt wurden, wieso sie eine Impfung ablehnen, erklärten, dass sie Angst wegen Nebenwirkungen hätten.

    Wenn sich Erwachsene nicht impfen lassen, kann man es nicht ändern (später liegen sie dann den Krankenkassen vermehrt auf der Tasche, was sich dann durch höhere Versicherungsbeiträge für die Allgemeinheit negativ auswirkt).

    Wenn Erwachsene hingegen ihre Kinder nicht impfen lassen, sollte das Konsequenzen haben wie z. B. zunächst ein Ordnungsgeld. Laut dem Fernsehbericht ist der Rückgang bei Kinderimpfungen enorm – was zur Zeit zu einem erschreckendem Anstieg der entsprechenden Kinderkrankheiten führt!

  25. 25 Pierre Castell 14. Juni 2013 um 13:48

    Masern sind leider noch immer eine tödliche Gefahr, wie der aktuelle vorliegende Fall zeigt:

    http://www1.wdr.de/fernsehen/aks/themen/proundcontraimpfung100.html

  26. 26 Hans 5. Oktober 2013 um 18:37

    Bei so viel Unsicherheit eine Strafe fuer Impfgegner zu fordern…
    das ist genau die arrogante Einstellung die die impfgegnerschaft zu Radikalisierung zwingt. Man misstraut zu recht der Pharma und ihrer Lobbymacht, genau so wie ihrer Skrupellosigkeit. Ist ja nicht so als haette die liebe Pharma sich noch nie uebel geirrt. Und wenn die stories von Pasteur stimmen, macht das schon sehr skeptisch. Wenn, und das waere ja nun naiv zu glauben es waere nicht so, alle die davon profitieren die Vorteile , wirkungen von Impfung hervorheben, beschoenigen und was viel wichtiger ist jede gegenteilige Information unterdruecken, dann bekommen wir jedenfalls keine saubere Grundlage fuer eine logische Entscheidung. Wie ich hoerte gibt es bei Impfstoffentwicklung nicht mal doppelblindversuche. INHALTSTOFFE SIND BETRIEBSGEHEIMNIS auch gegenueber Kontrollbehoerden!!!

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