Achtung, liebe Leser, Autoren, Blogger und kritische Denker: Wir suchen ab sofort und langfristig gute Literatur zu skeptischen Themen, um sie hier im Blog sowohl vorzustellen als auch zu besprechen. Ganz gleich, ob populärwissenschaftlich, philosophisch, humanistisch, belletristisch oder satirisch, ob druckfrische Erstauflage oder zeitloser Klassiker – wir nehmen jedes Werk in den Kanon auf, das sich aufklärend und kritisch mit Para- und Pseudowissenschaften, dubiosen Heilpraktiken, modernen Mythen, Fundamentalismus, Esoterik, Verschwörungen oder auch Ufos auseinandersetzt.
Daher unsere Bitte: Nehmen Sie sich doch am Wochenende mal eine halbe Stunde Zeit, um den heimischen Bücherschrank zu durchforsten. Sicherlich hüten auch Sie ein paar geheime Schätze, die bisher noch in den GWUP-Lesetipps auf Amazon vermisst werden. Dann nutzen Sie bitte die Kommentarfunktion zu diesem Artikel, um uns Autor, Titel und Erscheinungsjahr Ihrer Fundstücke mitzuteilen; ein paar Worte zum Inhalt würden uns und anderen Lesern ebenfalls helfen.
Bisher haben wir Literaturtipps in sieben Kategorien:
- Denken, Wissen, Rechnen
- Pillen, Salben, Pfusch
- Quanten, Ionen, Quatsch
- Mythen, Sagen, Lügen
- Psi-Kraft, Geister, Aliens
- Gene, Glaube, Ketzer
- Menschen, Götter, Werte
Wenn Sie Ihre Empfehlungen ausführlicher hier im Blog oder sogar im gedruckten SKEPTIKER besprechen möchten (d.h. in einer Rezension mit ca. 140-200 Worten), können Sie uns auch direkt kontaktieren. – Vielen Dank!
Links zum Thema:
- GWUP-Lesetipps und Rezensionen im Blog
Alle Artikel aus unserer Kategorie “Buchtipps” - GWUP-Lesetipps auf Amazon
Wachsende Liste mit guter populärwissenschaftlicher Literatur - Der SKEPTIKER
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Kürzlich gelesen und m.E. empfehlenswert:
R. Barker Bausell: Snake Oil Science. The Truth about Complementary and Alternative Medicine, B&T, 2007
Ein Biostatistiker, der jahrelang als Forschungsdirektor in der CAM-Forschung tätig war, plaudert aus dem Nähkästchen. Fazit: CAM beruht auf Placebo, methodische Schwächen im Studiendesign erklären scheinbar positive Resultate. CAM-Forschung ist eine gigantische Verschwendung von Ressourcen.
PS: Hat irgendjemand schon den neuen Ernst/Singh zum selben Thema gelesen?
PPS: Ich ziehe mein PS aus dem vorigen Kommentar zurück – der Ernst/Singh erscheint erst im August 2008 …
Sehr empfehlenswert:
Alan Sokal und Jean Bricmont: Eleganter Unsinn. Wie die Denker der Postmoderne die Wissenschaft missbrauchen.
Ebenfalls kürzlich gelesen und für empfehlenswert befunden:
Alois Reutterer: An den Grenzen menschlichen Wissens. Rhätikon Verlag, 2. überarbeitete und erweiterte Auflage 2008.
Eine gelungene Analyse und Abrechnung mit den modernen Heilsversprechern: Günter Scheich: “Positives Denken” macht krank.
Ein Klassiker zur Entstehungsgeschichte unserer Erkenntnis. Sehr anregend auch die intensive Auseinandersetzung mit Galilei, der von Esoterikern unserer Zeit ständig missbraucht wird: Arthur Köstler: Die Nachtwandler.
Schon alt (1. Auflage 1977) aber immer noch gut: Geister, Götter, Gabelbieger – Die Tricks der PSI-Begabten von Milbourne Christopher. Darin enthalten ist eine frühe Demontage von Uri Geller, der Autor rechnet aber auch mit Hellseher Peter Hurkos, Gedankenfotograf Ted Serios und anderen Scharlatanen ab.
Ebenfalls zu empfehlen ist das Buch des Mathematikers Underwood Dudley: Die Macht der Zahl. Er klärt sehr schön über den Unsinn der Numerologie auf und so fundiert mathematisch gebildet, wie es die Produktbeschreibung bei Amazon vorgibt, braucht man für die Lektüre nicht einmal zu sein.
Ich möchte gerne diese Bücher empfehlen:
Terry Pratchett, Ian Stewart, Jack Cohen (2006): Die Gelehrten der Scheibenwelt.
Terry Pratchett, Ian Stewart, Jack Cohen (2006): Die Philosophen der Rundwelt. Mehr von den Gelehrten der Scheibenwelt.
Terry Pratchett, Ian Stewart, Jack Cohen (2007): Darwin und die Götter der Scheibenwelt.
Eingebettet in eine kurzweilige Fantasygeschichte des Autors Terry Pratchett, finden sich hier abwechselnd (populär)wissenschaftliche Texte des Biologen Jack Cohen und des Mathematikers Ian Stewart. Hier wird so ziemlich alles angesprochen: Physik, Mathematik, Biologie, Philosophie, die Entstehung der Wissenschaften und wissenschaftlicher Methodiken. Ebenso finden sich oft kritische Auseinandersetzungen mit parawissenschaftlichen “Phänomenen”.
Vielen Dank euch allen für eure tollen Empfehlungen! Ich habe sie in unseren Amazon-Shop aufgenommen und die Links in euren Kommentaren so angepasst, dass sie gleich darauf verweisen. Dank euch ist die Liste unserer Lesetipps also schon prächtig gewachsen. Ich hoffe, es kommt noch mehr gute Literatur zu skeptischen Themen hier an!
Ein im besten Sinne populärwissenschaftliches Buch über das Leben, dessen Entstehung und Vielfalt. Ideal, um Interesse an Naturwissenschaften zu wecken. Einfach und verständlich geschrieben, aber nicht verfälschend: Detlev Ganten, Thomas Deichmann, Thilo Spahl: Leben, Natur, Wissenschaft. Alles was man wissen muß.
@Adromir: Sie sind mir zuvorgekommen. Genau diese Bücher von Pratchett hätte ich als nächstes empfohlen ;-)
@ rincewind & Andromir: Tatsächlich hätte auch ich Pratchett-Bücher eher von rincewind erwartet. ;-)
Das vermutlich umfangreichste deutschsprachige Nachschlagewerk zur Esoterik-Szene. Muss man haben: Colin Goldner: Die Psycho-Szene.
Dieses Buch zeigt wunderbar die Grenzen des “gesunden Menschenverstandes”. Wer kritisch denken will, sollte diese Grenzen kennen, insofern ist das Buch sehr empfehlenswert: Dietrich Dörner: Die Logik des Misslingens.
Ergänzend zu Dawkins sollte Steven J. Gould nicht fehlen: Illusion Fortschritt.
Zu Dawkins’ “Gotteswahn” passt das Buch von Franz Buggle: Denn sie wissen nicht, was sie glauben.
Die FAZ schreibt: “Man kann dem Buch Buggles eine äußerst wichtige Funktion in der religiösen Grundlagendiskussion nicht absprechen. Den zum einen dürfte es kein deutsches Buch geben, das die Kritik am Christentum derart umfassend belegt, leicht verständlich und engagiert zum Ausdruck bringt und zum zweiten führt Buggle eine so offensive wie spannende Auseinandersetzung mit den gegenwärtigen deutschen Geistesgrößen.”
Ein Klassiker (leider schlecht zu bekommen, warum werden gerade solche Bücher nicht neu aufgelegt?): Bertrand Russell: Warum ich kein Christ bin. Von der Unfreiheit der Christenmenschen.
Skeptische Literaturvorschläge:
Gregor Huesmann: Schwarzbuch Wundermittel, S. Hirzel Verlag, 2001.
Carl Sagen: Gott und der tropfende Wasserhahn, Droemer, 2001.
Dietmar Bittrich: Das Gummibärchen Orakel, Pendragon, 1996.
Reinhold Berz: Krank durch Mobilfunk?, Verlag Hans Huber, 2003.
Alex Reichmuth: Verdreht und hochgespielt, Verlag NZZ, 2008.
A. K. Dewdney: Alles fauler Zauber?, Birkhäuser, 1998.
Georges Charpak & Henri Broch: Was macht der Fakir auf dem Nagelbrett?, Piper, 2003.
Wolfgang Hund: Falsche Geister – echte Schwindler?, Echter Verlag, 2000.
Markus Pössel: Phantastische Wissenschaft, Rowohlt Taschenbuch Verlag, 2000.
Klaus Waller: Lexikon der klassischen Irrtümer, Eichborn, 1999.
Christoph Drösser: Stimmt’s? Moderne Legenden im Test, Rowohlt Taschenbuch Verlag, 1998.
Hugo Stamm: Die Seelenfalle, Werdverlag, 1993.
Pestaloozianum Zürich (Hg.): Das Paradies kann warten, Werdverlag, 1992.
Jean-François Bouvet: Vom Eisen im Spinat und anderen populären Irrtümern, Knaur, 1999.
Susan Blackmore & Adam Hart-Davis: Testen Sie Ihre übernatürlichen Kräfte, mvg-Verlag, 1998.
Bärbel Schwertfeger: Der Griff nach der Psyche, Campus, 1998.
Werner Walter: UFOs. Die Wahrheit, Goldmann, 1998.
Federico Di Trocchio: Der große Schwindel, Rowohlt Taschenbuch Verlag, 1999.
Reinhard Wiechoczek: Astrologie. Das falsche Zeugnis vom Kosmos, Erb Verlag, 1984.
Hans Binder (Hg.): Macht und Ohnmacht des Aberglaubens, Verlag Hohe Warte, 1992.
Gerhard Kern & Lee Traynor: Die esoterische Verführung, Alibri Verlag, 1995.
Meine Empfehlung: Alan Musgrave: Alltagswissen, Wissenschaft und Skeptizismus. Eine historische Einführung in die Erkenntnistheorie.
Eine Analyse und vor allem Kritik von Capras “New-Age-Physik”: Hans Günther Ruß: Der neue Mystizismus. Östliche und moderne Naturwissenschaft im New-Age-Denken.
Eric R. Kandel: Auf der Suche nach dem Gedächtnis. Die Entstehung einer neuen Wissenschaft des Geistes. Übersetzt von Hainer Kober, Pantheon 2007.
Michael Pauen: Was ist der Mensch? Die Entdeckung der Natur des Geistes, DVA München 2007.
Zum skeptischen Denken gehört Erkenntnistheorie, da sollte der Klassiker von Karl Popper nicht unerwähnt bleiben: “Die offene Gesellschaft und ihre Feinde“, zumal Popper zeigt, wie sehr idealistisches (und letztlich auch esoterisches) Denken zu totalitärem Verhalten führt.
Empfehlung von meiner Seite: Prof. Dr. Axel Meyer, Uni Konstanz: Evolution ist überall: die “Quantensprung-Kolumne” aus dem Handelsblatt, über den Wissenschaftsbetrieb, Evolution u.v.a.m., oft mit einem Augenzwinkern versehen.
Bobby Henderson: Das Evangelium des Fliegenden Spaghettimonsters.
Michael Mary: Die Glückslüge. Vom Glauben an die Machbarkeit des Lebens.
Eventuell: Konrad Liessmann: Theorie der Unbildung.
Und für die rhetorischen Kunstgriffe: Schopenhauers “Eristische Dialektik”.
Hallo,
http://www.kidmed.de befaßt sich seit über 7 Jahren mit dem massivst um sich greifenden Scharlatanerie-Betrug im Gesundheitsberereich. Sie können gerne Links und Texte übernehmen.
Viele Grüße von Ralf Behrmann, Kinderarzt
Gerade der Verweis auf Sokal zeigt, die Verwechslung von fundamentalistischer Ideologieproduktion mit kritischem Denken. Wenn jemand Einstein verwerfen würde auf Grund einiger aus dem Zusammenhang gerissener Zitate, würde dies zu recht Protest auslösen. Wenn hier Sokal mit Lacan, Derrida, u.a, ähnlich komplexe Theorien auf diese Weise behandelt klatschen hingegen die, die immer noch an das Danmpfkesselmpodell der Triebtheorie glauben und die psychologische Moderne bis heute nicht erreicht haben, Beifall. Das heißt sie (Sokal & Co) schreien, seht die Erde ist doch eine Scheibe und schaut was dieser Volltrottel von Lacan behauptet, sagt er doch, sie sein eine Kugel.
Die Naturwissenschaft muß endlich begreifen, daß auch sie nicht frei ist von gesellschaftlichen Setzungen und Vorannahmen, und sie muß anfangen dies selbstkritisch zu hinterfragen. Ansonsten liefert sie den EsoterikerInnen nur immer weitere Vorlagen. Ein naiver positivistischer Materialismus hilft da nicht weiter.
Ich fürchte, Herr Djuren irrt. Nicht nur Sokal hat gezeigt, dass das, was die genannten Postmodernisten produzieren, nicht einmal falsch ist: es ist semantischer Unsinn! Beispiel: Das Blah des Bleh bluhelt das blohige Blihel. Niemand bestreitet die Notwendigkeit einer Wissenschaftssoziologie, diese muss aber selbst eine wissenschaftliche Disziplin sein, keine Unsinnsfabrik.
Kleine Ergänzung: Da vielleicht nicht mehr jedem in der Erinnerung präsent, hier ein Link zum Wikipedia-Eintrag über die sogenannte “Sokal-Affäre“, auf die sich die letzten beiden Kommentare beziehen.
Mehr dazu auch in diesem Buch: Alan Sokal & Jean Bricmont (1999): Eleganter Unsinn. Wie die Denker der Postmoderne die Wissenschaft missbrauchen.
Bitte lesen und bearbeiten Sie Texte aus http://www.kidmed.de
MfG
RB
Meine Empfehlung: Hubert Schleichert: Wie man mit Fundamentalisten diskutiert, ohne den Verstand zu verlieren. Anleitung zum subversiven Denken.
Klappentext: “Anhand zahlreicher Beispiele entlarvt der Philosoph Hubert Schleicher wienerisch charmant, witzig und bissig die rhetorischen und argumentativen Tricks von Politikern und Fundamentalisten jeder Couleur. Er zeigt, wie man die Schwachstellen ihrer Diskussionsweisen und Weltanschauungen nutzt und den Gegner aushebelt. Ein bestens verständlicher Grundkurs in Logik und Argumentation, ein wahres Lesevergnügen.”
Mittlerweile gibt es von Ben Goldacre eine deutsche Fassung: Die Wissenschaftslüge, sehr lesenswert!
Grüße
Uwe Salokat