Noch keinen Sommerurlaub gebucht? Dann besuchen Sie doch mal die Schweiz, so lange sie noch steht. Oder Frankreich, Nepal, Australien, Uruguay, Bielefeld. Das könnte Ihre letzte Chance sein. Vielleicht ist im Herbst nichts davon mehr da. Und Sie auch nicht. Warum? Weil durchgeknallte Physiker am CERN in der Schweiz dann das tiefste Loch auf Erden gebohrt haben. Nein, nicht in den Käse, sondern in die Raumzeit. Das nennt man dann Schwarzes Loch. Und da passt ziemlich viel rein: die Schweiz, Frankreich, Nepal, Australien, Uruguay, Bielefeld - und Sie. Wir alle.
Und genau dagegen klagt der Amerikaner Walter Wagner vor einem Bezirksgericht im Bundesstaat Hawaii, wie derzeit viele Blogs und Medien berichten. Genauer: Er klagt gegen das US-Energieministerium, das Fermilab, die National Science Foundation und das CERN, um die Inbetriebnahme eines neuen Teilchenbeschleunigers zu verhindern. Dieser Large Hadron Collider (LHC) soll im Herbst am CERN seine Arbeit aufnehmen. Physiker versprechen sich davon Einblicke in neue Welten: noch nicht entdeckte Elementarteilchen, neue Raumdimensionen, unbekannte Materiebausteine. Wagner dagegen fürchtet, bei den Experimenten könnte Schwarze Löcher entstehen, die unseren Planeten aufsaugen …

LHC-Tunnel im CERN: Startpunkt der Apokalypse? (Quelle: Wikipedia)
Warum Wagners Ängste unbegründet sind, erklärt Leonard Burtscher, Physiker und GWUP-Mitglied, in seinem Weblog bei den Kosmologs. Und auch das CERN selbst hat eine so ausführliche wie auch laienverständliche Seite zur LHC-Sicherheit erstellt.
Wer sich trotzdem schon einmal auf den Worst Case einstimmen möchte, kann sich auf den Seiten von Exit Mundi ausführlich zu diesem und anderen Szenarien für Armageddon informieren. Beste Logenplätze mit freiem Blick auf den Weltuntergang gibt’s demnach auf der Raumstation ISS (Tipp für den Herbsturlaub?!):
“Suddenly, you would see the Earth deform. Obviously, not a very good sign. Our planet is flattened out to become a disk. Beams of radiation shoot up from where the poles used to be. And then, zzzp, the planet’s gone. Just like that. Within a split second, it would simply vanish, right before your eyes.”
Links zum Thema:
- Weltuntergang in der ersten Reihe
ScienceBlogs, 31.03.2008 - CERN wegen Weltuntergang verklagt
ScienceBlogs, 31.03.2008 - Angst vor Weltuntergang - Amerikaner klagt gegen Teilchenbeschleuniger
Spiegel Online, 31.03.2008 - Das Ende der Welt?
Kosmologs, 01.04.2008 - Droht der Weltuntergang?
Focus Online, 01.04.2008 - Riskieren Physiker den Weltuntergang?
Sueddeutsche.de, 01.04.2008 - Wer hat Angst vorm Schwarzen Loch?
Telepolis, 01.04.2008 - Safety at the LHC
CERN.ch - A Black Hole Ate My Laboratory
ExitMundi.nl








Also ich freue mich schon, wenn sie den LHC in Betrieb nehmen und man hoffentlich neue Erkenntnisse gewinnt! :-)
Größtes Experiment im Forschungszentrum CERN in Genf oder konzentrierter Größenwahn bei der Jagd nach dem Nobelpreis?
Vorweg gesagt, bin auch ich für wissenschaftliche Neugier und Freiheit der Wissenschaft. Aber nur unter einer Bedingung: Wenn Sie zur Erhaltung und nicht zur Zerstörung des Lebens führt oder führen könnte. Insofern darf nicht alles erlaubt sein, was heute wissenschaftlich-technisch möglich ist. Physiker wissen heute schon viel. Sie haben aber nachweisbar kein gesichertes theoretisches Wissen über mögliche Prozesse an den Grenzflächen zwischen dem absoluten Quantenvakuum und Bestandteilen des Universums im Hochenergiebereich. Das bedarf vorerst noch theoretischer Arbeit, kein so grundlegendes Experiment. Schließlich geht es dieses Mal nicht um traditionelle Laborversuche. Immerhin sollen über 300 Billionen Wasserstoffkerne bis fast zur Lichtgeschwindigkeit beschleunigt werden und letztlich miteinander gegenläufig zur Kollision gebracht werden.
Alle gegenwärtigen Modelle zum Urknall sind durch das unvollständige Wissen der Quantenphysik (wir wissen nur, dass sie, aber nicht warum sie funktioniert) sehr vage Hypothesen. Nach meinen Überlegungen - siehe http://www.einstein-physik.de - könnte an dieser Grenzfläche nicht nur ein erwartetes kleines Schwarzes Loch, sondern sogar ein neues Universum entstehen, was das Unsere durch Expansion auseinander sprengt. Schließlich könnte dabei aus dem “Nichts” Energie entstehen, was das neue Universum energetisch speist. Meine Überlegungen basieren auf der These der Ausdifferenzierung von Null in einen positiven und negativen energetischen Part im Sinne der Spiegelsymmetrie. Das kleine Schwarze Loch könnte man sicher noch beherrschen, den künstlichen Urknall nicht. Genau weiß ich es noch nicht. Die Physiker in CERN aber auch nicht. Also: Ist bis dahin dieses Experiment zu unterlassen oder zu verbieten.
Ist nicht jetzt die Politik gefordert, da die Völker Europas die dafür notwendigen mehreren Milliarden EURO aufbringen müssen und sich dabei selbst in potentielle Gefahr bis hin zur Vernichtung bringen? Sollten nicht die Physiker von CERN ihr Vorhaben vor dem Experiment öffentlich im Widerstreit verteidigen? Ich hätte gute Argumente dagegen, wenn ich vom Stand des gegenwärtigen Wissens ausgehe.
Wer an einer wissenschaftlichen Analyse der Gefahren am CERN interessiert ist, schaue sich folgenden Artikel an: Study of potentially dangerous events during heavy-ion collisions at the LHC: Report of the LHC Safety Study Group.
@ Roland Wingert:
Warum bezeichnen Sie sich eigentlich als Prof. Dr., wo Sie doch keines von beidem sind? Titelmissbrauch ist übrigens strafbar.